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Fibromyalgie Erfahrungsaustausch
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 6 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
silke, Renate Lippert, Karin Mikel, Heike, Silke, RenateP

Fibro incl. Migräne

Startbeitrag von silke am 26.01.2002 17:11

Liebe Fibros,
ich habe, wie wohl viele andere auch, immer wieder an der Kombination Fibromyalgie und Migräne zu knabbern ( wobei ich finde, eines von beiden würde vollkommen ausreichen!), mal piesakt mich das eine, mal das andere schlimmer, manchmal gibt es beides zusammen, was ich besonders gemein finde. Da übliche Schmerzmittel wie ASS, Paracetamol, Voltaren etc. bei mir keinerlei Wirkung haben, hat mir mein Arzt jetzt MAXALT, ein Triptan verordnet, um damit evtl. den schlimmsten Migräneattacken etwas Einhalt zu gebieten, habe es aber noch nicht ausprobieren können, da die Migräne sich gerade verabschiedet hatte, als das Medikament aus der Apotheke kam. Deshalb würde es mich mal interessieren, ob irgendjemand schon Erfahrungen mit Triptanen bei Fibro und Migräne hat??? Da Triptane ja auf den Serotoninstoffwechsel wirken, habe ich natürlich die leise Hoffnung, dass dieses Medikament vielleicht mal ein bisschen Wirkung zeigt, sowohl bei Fibro als auch bei Migräne.

Antworten:

Hallo Silke,

mein Name ist ebenfalls Silke, ich leide auch an Fibro und starker Migräne.
Ich habe mindestens 6 - 8 Mal pro Monat Migräne. Da die Schmerzen meiner Fibro im Nacken am schlimmsten sind, lösen oft die HWS-Schmerzen selbst eine Migräne aus. Habe ich dort Schmerzen, so lässt die Migräne nicht mehr lange auf sich warten (spätestens ein paar Stunden später). Ich habe schon sämtliche Therapien bei der Migräne durch und war deswegen sogar in einer speziellen Schmerzklinik. Leider konnte man mir bis heute nicht viel helfen.

Die Triptane nehme ich schon seit langer Zeit. Sie sind eine wirkliche Erlösung für den Migränepatienten !!!!! Sie helfen sehr schnell und wirksam !!! Oft habe ich zwar an dem Tag trotzdem noch so ein Benommenheitsgefühl und dass es mir nicht gerade gut geht (das sind wohl die Nachwehen der Migräne), aber die Migräne selbst ist innerhalb kurzer Zeit wirklich gut damit in den Griff zu kriegen.
Maxalt habe ich auch lange Zeit genommen und es hat mir wirklich gut geholfen !
Da ich aber sehr viele Wiederkehr-Anfälle hatte (z.B. sonntags Migräne, dann Maxalt genommen, dann Migräne auch weg - aber montags wieder einen neuen Anfall). Deshalb wurde ich auf "Naramig" umgestellt. Davon muss ich 2 Tabletten nehmen. Bei Maxalt darfst Du aber nur 1 Tablette nehmen und solltest auch in den darauffolgenden 24 Stunden möglichst nicht mehr erneut 1 Tablette nehmen.

Wichtig ist vor allem, dass Du das Maxalt (und auch andere Triptane) frühzeitig einnimmst, nicht erst wenn der Anfall schon voll da ist. Dann dauert es ziemlich lange, bis es wirkt und Dir geht es dann ja auch schon ziemlich schlecht.
Also sobald Du merkst, dass ein Migräne-Anfall anfängt, sofort die Tablette nehmen ! Aber Du solltest darauf achten, dass Du nicht mehr als 10 Tabletten pro Monat nimmst, sonst verursacht der Tablettenkonsum selbst wieder Migräne.
Ich weiß halt ziemlich viel darüber, weil ich schon seit Jahren alles versucht habe und auch in der Schmerzklinik viele Infos gegeben wurden.

Wenn Du Näheres wissen möchtest, schicke mir ruhig eine mail :
s.gladbach@gmx.net

Mich würde interessieren, ob bei Dir Schmerzen im Nacken oder an der HWS auch öfters Migräneanfälle auslösen !!!

Alles Gute !
Liebe Grüße
Silke

von Silke - am 27.01.2002 15:54
Hallo, Silke,
vielen Dank für Deine Informationen über Deine Erfahrung mit Triptanen. Ich habe auch ziemliche Probleme im Nackenbereich, weiß aber oft nicht so genau, ob die Schmerzen von der Fibro, von 2 Bandscheibenvorwölbungen in der HWS oder "nur " von der Migräne kommen. Einen Tag bevor die Migräne loslegt merke ich es schon daran, dass ich Probleme habe, scharf zu sehen, die Muskeln rund ums Auge anfangen zu zucken oder ich das Gefühl habe, ein Haar würde mir übers Auge hängen, außerdem sehe ich dann regelmäßig Sterne. Danach beginnen die Kopfschmerzen einseitig, meist für ganz kurze Zeit in der Schläfe, um dann in den Nacken und ins Gesicht zu ziehen. Im Nacken empfinde ich den Schmerz immer als besonders unangenehm, um nicht zu sagen unerträglich. Der ganze Spuk dauert durchschnittlich 3 Tage, wobei nach 2 Tagen meistens die Seite wechselt. Da mir z.Zt. aber zusätzlich das mehrmals täglich wechselnde Wetter zu schaffen macht, kann es auch mal vorkommen, dass ich 5-6 Tage durchgehend das "Migränevergnügen" habe. Es kommt auch vor, dass ich erst "ganz normale" Fibroschmerzen und Verspannungen zwischen den Schulterblättern spüre, die dann weiterziehen über den Nacken in den Kopf, und sich dann eine Migräne anschließt. Dann hilft mir immer am zuverlässigsten mein Masseur, bei dem ich mich ganz sanft " in die Länge ziehen lasse", diese Maßnahme verschaft mir oft eine Verschnaufpause von 1-2 Wochen, immerhin.

Jedenfalls werde ich bei der nächsten fiesen Migräneattacke mal die Triptane ausprobieren und mich dann melden, ob es gewirkt hat, und welchen Einfluss es evtl. auf die Fibro hat. Ich hoffe, ich muß es nicht so bald ausprobieren, sondern komme die nächsten Tage mal so über die Runden.

Viele Grüße von
silke
(ich schreib` mich mal klein, damit man die Silkes besser unterscheiden kann)

von silke - am 27.01.2002 19:56
Hallo silke

Bei Migräne habe ich Azur comp. Tabl. ausprobiert. Das ist im Moment das
einzigste was mir wirklich hilft. Da helfen noch nichteinmal die Volaron Tabletten, die
ich sowie jeden Tag einnehme. Eine Zeitlang hatte ich es mal mit Gelonida probiert.
Aber Erfolg hatte ich keinen damit, leider ist mir davon noch schlechter geworden.
Also wenn die Triptanen nicht helfen einfach mal Azur ausprobieren. Ich war Freitag
bei meinem Schmerztherapeuten in Bochum, der hatte mich noch untersucht hat. Und
festgestellt, das die Migräne vom Nacken/HWS kommt. Der gute gab mir dann
eine Verordungen für Massagen. Dann kann ich erstmal der Migräne ade sagen.

Viele Grüße
Heike

von Heike - am 27.01.2002 20:50
Hallo ihr armen Migränegeplagten,

mir hat vor längerer Zeit mal eine erfahrene Missionarin einen Tipp gegeben, der ohne schädliche Medikamente hilfreich sei. Ich soll niemals im Durchzug sein und immer ein Tuch um den Hals tragen; das würde sowohl der Nackenmuskulatur als auch dem Kopf helfen.
Ich war damals noch jung und habe über die alte Dame gelächelt und gedacht: ich mag frische Luft und außerdem brauche ich immer ein offenes Fenste,wenn ich auch so alt bin,dann schlafe ich auch mit Tuch.

Als ich mal wieder besonders schlecht dran war, von einer Migräneattacke in die andere kam und vor Nackenschmerzen nicht liegen konnte, habe ich mich an ihre Worte erinnert und es mit dem Tuch ausprobiert. Meine Schmerzen verflogen nicht sofort, aber ich merkte nach und nach Erleichterung. Die Attacken kamen nicht mehr 2 mal wöchentlich und mein Nacken wurde entspannter.
Das ist jetzt sicherlich 10 Jahre her und ich schlafe immer noch bei offenem Fenster, aber niemals im Durchzug und nie ohne ein dünnes Seidentuch! Wenn ich es wirklich mal vergesse, werde ich nachts wach von den Nackenschmerzen,ansonsten sind sie in einem erträglichen Rahmen.

Falls es nicht bekannt ist, ich habe Fibro seit 30 Jahren mit allem, was dazu gehört; und weiß dadurch auch genau, dass wir sowieso viel zu viele Medikamente nehmen (müssen?)! Deshalb sollte man auch solche Wege ausprobieren: Sie kosten nichts und schaden können sie auch nicht!

Ich wünsche Euch positive Erfahrungen.
Gruß Renate

von RenateP - am 29.01.2002 18:59
Hallo Silke und alle anderen!

Ich bin 35 Jahre alt,habe seit ca.20 Jahren Migräne und seit 12 Jahren steht meine Fibrodiagnose...
Ich nehme seit dem Erscheinen der Triptane auf dem Arzneimittelmarkt das Medikament Imigran 100 bzw. Sumatriptan.Das sind jetzt so 7-8 Jahre her ? Damals gab es die nur zum Spritzen...jedenfalls sehe ich es wie silke ,ist es eine echte Erlösung.Bei mir dauert es ca. 30 min bis die Wirkung einsetzt und ,wenn ich danach auch noch etwas "belämmert" im Kopf bin und immer noch licht-,geruchs- und lärmempfindlich bin, ist doch der Schmerz weg. Und das ist jedesmal wieder ein tolles Gefühl...naja,Freude,wenn der Schmerz nachläßt.Es gibt mittlerweile verschiedene Präparate aus der Familie der Triptane,dadurch erhöhen sich die Chancen,daß man das für sich richtige findet.Die Nebenwirkungen,die ich dabei spüre,sind mir allemal lieber als die Migräne und ich nehme mittlerweile viel ! weniger Schmerzmittel(Aspirin,Parac,Dolormin..)
was ich für mich als Erfolg ansehe.Es hat bei mir auch eine enorme psychische Wirkung gehabt:ich habe jetzt keine Angst vor der nächsten Migräneattacke,die vielleicht wieder drei Tage auszuhalten sein muß...ich weiß jetzt,daß es etwas gibt,das mir hilft.
Alternativ habe ich auch gute Erfahrungen mit dem homöopathischen Präparat "Migräne Echtroplex" gemacht.Vielleicht kennst Du das sogar?
Was mir auch sehr geholfen hat, ist die Entspannungstmethode nach Dr.Arnd Stein,es handelt sich um Tiefensuggestion.Es gibt eine CD/MC mit dem Titel"Den Schmerz vergessen".Es ist eine Kombination aus Musik und Text,wobei zum Hauptsprecher noch 1-2 andere Sprecher unterschwellig zu hören sind.Dauer ca.30min und sollte zu Beginn drei Wochen lang einmal täglich gehört werden,danach nach Bedarf bzw. Wunsch.Meistens höre ich sie mir abends im Bett per Walkman an.Als Einstieg habe ich damals einen Urlaub gewählt,weil ich dachte,da habe ich auf jeden Fall Zeit dafür,was auch gut geklappt hat.
Auf meine Fibromyalgie hat das Imigran 100 keinerlei Wirkung.Es gab vor ein paar Jahren eine längere Zeit,in der ich immer an der Maximalgrenze war,aber auch da hat sich das nicht ausgewirkt.Jetzt brauche ich zwischen 2 und 7 pro Monat und auf meinen Serotoninhaushalt versuche ich mit Ernährung,ausreichend Schlaf und Bewegung(leider noch wenig) einzuwirken.
Übrigens kann ich der Sache mit dem gewärmten Nacken nur zustimmen.Es leuchtet ja auch ein,daß verspannte Muskeln,die nicht vor Kälte geschützt werden,noch mehr schmerzen.Kaltes Schlafzimmer ist ja eine gute Sache,aber nur ,wenn das Bett,also Matratze und Decke...sehr gut wärmt.
Ich wünsche Dir viel Erfolg mit dem neuen Medikament!

Liebe Grüße an alle,
Karin

von Karin Mikel - am 01.02.2002 13:45
Hallo den Migränikern,

also ich persöhnlich halte nichts von der Chemiekeule. Ich habe auch Jahre lang die giftigsten Triptane einnehmen müssen, um meine Attacken aushalten zu können.

Gott sei Dank ist dieses kapitel geschlossen. Ich nehme mittlerweile ein sehr gut wirkendes Phytopharmaka, rein pflanzlich.

Migrolon ist ein hervorrgendes Komplexmittel zur bekämpfung von Migräneanfällen und von Cluster-Kopfschmerzen.

Mein Mann hat Seine Spannungskopfschmerzen durch die Einnahme von Migrolon fast gänzlich beseitigen können. meine Migräneattacken konnte ich mit diesem Mittel halbieren und meine Schmerzen sind nun im tollerierbarem Bereich angekommen.

Also für mich eine spürbare, positive Veränderung meiner Klinik. Ich kann Migrolon nur jedem wärmstens empfehlen und eine gesunde Alternative zu den chemischen Präparaten aussprechen.

Für Interessierte hier mal was zum lesen: [migrolon.com]

So Ihr Lieben, ich wünsche einen angenehmen Wochenstart mit wenigen Schmerztagen.

LG. aus dem schönen Westerwald

von Renate Lippert - am 04.07.2016 15:06
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