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Fibromyalgie Erfahrungsaustausch
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13
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 12 Monaten
Beteiligte Autoren:
Rena, Monika D. (Admin), Susanne, Moni R., Doris

Kognitive Verhaltenstherapie

Startbeitrag von Rena am 17.06.2002 14:47

Kognitive Verhaltenstherapie........bei dem link über Schlafstörungen habe ich über diese Therapie gelesen und überlegt, ob es auch für mich UND meinen hyperaktiven Sohn das Richtige wäre

[www.bdp-nrw.de]

diese Zeilen zeigen mir ganz deutlich, WARUM ich STÄNDIG dazu neige, zu übertreiben, alles erst einmal negativ zu sehen... mein Sohn hat da bestimmt vieles mitbekommen, gerade mit ihm habe ich fast NUR gemeckert...er hat durch sein Anders sein (Hypie) viel Aufregung und Streit verursacht, aber ich sehe, daß meine Erwartungen an ihn mittlerweile eine Dimension angenommen haben, die er mit seinen 13 Jahren gar nicht erfüllen kann. Die Schule meines Sohnes BESTEHT auf psychologische Hilfe und jetzt habe ich einen Termin in der Kinderklinik. Meine Frage jetzt: Bin ich dort richtig oder hat jemand einen besseren Tipp für mich ????? :confused:????? Nach den Sommerferien müssen wir Schritte vorweisen, sonst wäre mein Sohn nicht mehr tragbar für die Schule.
Ich frage hier bei Euch, weil ich glaube, daß ihr die ganze Sache etwas aus einer Distanz sehen könnt, die mir fehlt....ich nenne meinen Sohn manchmal ohne zu überlegen, was er gerade getan hat "Nervensäge", manchmal völlig unpassend...daß es ihm nicht gerade Selbstwertgefühl gibt, ist mir auch klar....boah, das ärgert mich, daß ich so gedankenlos sein kann, aber dann kann ich sagen was ich will, den Fehler kann ich nicht mehr gutmachen. Deswegen brauche ich professionelle Hilfe, nicht nur für mein Kind, auch für mich und somit für UNS...wenn ich nicht mehr ständig alles falsch interpretiere und schlechte Angewohnheiten ablegen kann, komme ich vielleicht auch mit der Fibro besser zurecht. Ich habe keine Angst vor Krokodilen (Seelendoc), aber immer Angst etwas falsch zu machen, habe ich überhaupt eine Wahl in der Art der Therapie oder muß ich mich darauf verlassen, was die für uns aussuchen :confused: Mit DEM Druck komme ICH gar net klar. Ich fühl mich als ob jetzt entschieden wird ob mein Kind ein Verbrecher oder ein Heiliger wird und als ob mein nächster Schritt dazu führt. (Wie war das mit den Übertreibungen?;))

ich brauche Realismus, bringt mich mal wieder runter Eure RENA

Drückt mir die Daumen, daß ich ihm helfen kann

Antworten:

Hallo Rena

Der Sohn meiner Freundin ist auch hyperaktiv. Es gab auch Streß in der alten Schule. Der Junge ist auch in dem Alter deines Sohnes und war jetzt 1/2 Jahr in einer Tagesklinik mit Schule für besondere Kinder. Freitag wird er entlassen und kommt dann in eine neue Schule wo keine " Vorbelastung " von Seiten der Schüler und Lehrer ( inkl. Rektor ) herrscht.
In der Klinik gab es auch jede Woche eine Eltern und Psychologen Besprechung.

Soll ich sie mal fragen ob sie Dich mal kontaktiert ??

Gruß , Susanne

von Susanne - am 17.06.2002 15:33
Hallo Rena,

ich denke mit, aber melde mich erst später dazu.

Vorab ein paar Tipps:
Stichworte Krause, Hyperaktivität, Fibromyalgie ---> München [www.osn.de]

Ich drücke Dir die Daumen, dass erst mal DIR geholfen werden kann. Geh mal zum Jugendamt, erkundige dich nach Hilfen, auch für dich, mütterkur usw. Wahrscheinlich gibt es auch kuraufenthalte für hypies. vor 30 jahren wars jedenfalls so, da hatte ich öfter mal mit kleinen wirbelwinds zu tun, die von jugend- oder sozialämtern auf kur geschickt wurden. Auch Caritas, Diakonisches Werk oder Rotes Kreuz können Anlaufstellen sein.

Dein sohn und du, ihr braucht aller wahrscheinlichkeit nach am allernötigsten mal abstand voneinander, damit jeder für sich mal überlegen kann, wie er die dinge sieht.

ich wünsch dir, dass du cooooool bleibst :cool:
monika

von Monika D. (Admin) - am 17.06.2002 15:42
danke liebe Susanne,

es ist sehr lieb von dir, aber das haben wir schon hinter uns, wahrscheinlich eine ähnliche Tagesklinik. Er geht zur Realschule und das ist das erste Schuljahr nach der Klinik. UND ICH HABE VERSÄUMT MICH UM EINE ANSCHLIESSENDE THERAPIE ZU KÜMMERN. Jetzt sind wir genauso weit wie vorher, weil ich es wieder mal unterschätzt habe, was da mit ihm passiert, und die ganze Zeit habe ich geglaubt, ich mach das schon...so klug wie die bin ich auch. Ich muß aber dazu sagen daß die Psychologin noch ein absolutes Babykrokodil war, nicht auf meiner Wellenlänge lag und unter anderem mein Vertrauen schändlich mißbraucht hat, indem sie auf der damaligen Klassenkonferenz dafür plädiert hat mir armen kranken Mutter doch das Kind zu entziehen...Internat hat die das genannt...kennt ihr Internate wo der Staat bezahlt und der Aufenthalt der Kinder nicht vor dem Zeitraum von 2 Jahren beendet ist...sie nur an jedem 2. Wochenende nach Hause kommt? Ich nenne das Heim. Mein Kind in ein Heim, weil er nicht richtig funktioniert...dabei ist er weder brutal noch uneinsichtig, sondern selbst nur ein kleiner verzweifelter Junge, der oft auf stur stellt, weil ihn seiner Meinung nach NUR Ungerechtigkeit widerfährt. Eigentlich doch kein Wunder, daß er so reagiert. Da wäre es vielleicht wirklich besser ihm mit was für eine Methode auch immer, klar zu machen, daß Wir ihm wirklich nur helfen wollen, wenn wir ihn auf seine Fehler aufmerksam machen und daß er, wenn er sich anders verhält und reagiert auf Konflikte, einfach weniger Stress, mehr Freunde und Freude am Leben hat.

Eigentlich weiß ich ziemlich genau was ich für mich und meine Familie möchte, aber ich habe einfach nicht das richtige Rezept um endlich ans Ziel zu kommen. Ein Schritt vor und dann wieder einen halben zurück...warum einfach, wenn`s umständlich ist * absolut typisch für meine komplizierte Seele*

aber du hast mir gerade klar gemacht, daß ich in Bezug auf mein Kind DOCH Angst habe vor Krokodilen. Es darf keinen Grund geben, warum er nicht bei mir leben sollte

einen lieben Gruß RENA

von Rena - am 17.06.2002 15:56
Liebe Rena

Dank Deiner Zeilen kann ich jetzt meiner Freundin sagen, dass dringend eine Anschlusstherapie erfolgen sollte.

Sie war auch gegen eine Internat ( Heim ) da sie ihren Sohn nicht abschieben bzw. ausschliessen wollte. Für die Kinder ist es doch am aller schwierigsten da sie ja eben noch nicht den Verstand besitzen überhaupt richtig zu verstehen was los ist.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, Geduld, Verstand, Zärtlichkeit, Ausdauer für Dich und Deine Familie UND :

das Monika noch etwas in petto hat !!

Liebe Grüße in Deine Richtung , Susanne

von Susanne - am 17.06.2002 17:53
danke Susanne, :) :)

dieses Mal bin ich zwar nicht ganz so verzweifelt (ihr hättet dieses Kind mal vor 5 Jahren sehen sollen !!!), aber irgendwie doch gelähmt. Da glaubt man, man hätte alles wieder so einigermaßen im Griff...., naja ich hatte heute Nacht Gelegenheit mal so darüber nachzudenken, was als nächstes passiert, PASSIEREN muß und ich habe eine Veränderung in meinem Verhalten bemerkt. Ich bin bescheiden geworden. Ich möchte es niemandem mehr zeigen...ich möchte nur noch, daß mein Bursche zurechtkommt. So bekloppt wie ich mich in den meisten Situationen verhalte, kann das nicht weiterhin gut gehen und ICH darf IHM da kein Vorbild sein. Ich rede zwar mit ihm darüber, wie es mir geht, warum ich nicht immer so geduldig bin. Ich schlage NIIIIEEEE, bin auch nie geschlagen worden, aber ein Meister der Worte braucht gar nicht zu schlagen. Ich kann wirklich sehr verletzend sein und in einem Zweikampf gehe ich als Erwachsene IMMER als Sieger hervor, ob meine Laune nun gut oder schlecht ist......hinterher garantiert schlecht. Der größte Scheiß ist dann, daß die Konflikte dann keinesfalls gelöst sind. Ich bin dann nicht der glückliche Sieger und er ???

vielleicht sollte ich erst einmal zur Konfrontationstherapie. Stellt euch Rena in einem Zimmer voll mit Krokodilen vor ;) ......ich sitze hier aber auf keinen Fall mehr heulend und mit unerträglichem Herzklopfen, NEIN, ich bin über`n Berg, nun muß ich nur noch aufpassen, daß ich nicht stolpere und wieder runter falle.

in diesem Sinne RENA

von Rena - am 18.06.2002 06:21
Liebe Rena,

ich habe immer noch nicht die Zeit, so auf Dein Problem einzugehen, wie ich es gerne möchte, aber dieses Posting, das hat mich nun schon beim Einkaufen verfolgt und an der Eistruhe eingeholt ;). Also schreib ich jetzt doch mal wieder einen Brocken.

Die Sache mit dem Internat:
Wenn Du ein Kind hättest, das stark sehbehindert oder gar blind ist, würdest Du ihm die Ausbildung an einer speziellen Schule verweigern wollen, in der nicht nur Unterrichtsstoff in geeigneter Form vermittelt wird, sondern auch noch die nötigen Strategien, um trotz der Behinderung im Alltag zurecht zu kommen? Würdest Du einem gehörlosen Kind den Weg zu einer Schule für Gehörlose verbauen? Nein, das würdest Du ganz sicher nicht! Aber wie ist das bei einem Kind mit einer Störung im Stoffwechsel der Hirnbotenstoffe? Soll es da keine angepaßte Ausbildung geben, nur weil man die Behinderung nicht sieht oder mit Erziehungsfehlern verwechseln könnte? Dein Sohn kann lernen mit seinem Handicap umzugehen und vernünftig zu leben, so wie wir leben können, mit unserer Störung im Neurotransmitterhaushalt, die wahrscheinlich größtenteils für unsere Schmerzen verantwortlich ist. Aber Dein Sohn kann seinen Steuerungsfehler genausowenig unterdrücken, wie wir unsere Schmerzen nicht auf Befehl abstellen können. Er braucht professionelle Hilfe um den Umgang damit zu lernen und das geht nicht von heute auf morgen. Innerhalb der Familie ist die zusätzliche Belastung viel zu groß, denn es läuft viel zu viel über "falsche" emotionale Reaktionen, deswegen kann ihn das nur überfordern. Die Hilfe darf sich auch nicht nur auf die "Arbeitstage" erstrecken, sondern muß auch den Freizeitbereich einbeziehen, die Tage, an denen es keine vorgegebene zeitliche Strukturierung gibt.

Vielleicht sagt es Dir etwas, wenn ich Dir erzähle, dass ich von einem Blinden erfahren habe, wo es das allerbeste Eis in der Würzburger Gegend gibt. Er hat mich dorthin geführt. Diese Eisdiele war und ist ein beliebtes Ziel für die Orientierungsübungen der Schüler der Blindenschule.

Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du für Euch beide den richtigen Weg findest, mit dem Ihr beide einverstanden seid.
Liebe Grüße
Monika

von Monika D. (Admin) - am 18.06.2002 16:00
liebe Monika,

du bist IMMER so herrlich vernünftig. Ich weiß daß die Geschichte mit dem "WEGGEBEN " hauptsächlich mit einer übertriebenen Angst meinerseits zu tun hat und ich bin auf dem Weg MIR helfen zu laßen. Es wird dieses Mal keine Gelegenheit mehr geben, den Kopf in den Sand zu stecken. Eigentlich weiß ich auch, daß mir niemand aus Boshaftigkeit mein Kind wegnehmen will, aber es macht Angst, dagegen kann ich im Moment nix tun. Allein, daß ich hier meine Sorgen abladen kann reicht schon aus, um mir Mut zu machen.
Donnerstag werde ich erst einmal mit unserem Arzt sprechen und mir dort Rückendeckung geben laßen. Dann sehe ich weiter.

Ich danke dir dafür, daß du dir soviel Gedanken machst und ich brauche bestimmt demnächst noch den einen oder anderen Rat. Ich weiß, daß ich nicht mehr allein bin. Ich habe mich wirklich schon lange nicht mehr so stark gefühlt.

DANKE :) RENA

von Rena - am 18.06.2002 18:57
Hallo Rena,
hier ist die Moni aus Mittelfranken.Ich wollte dir nur kurz erzählen,wie es mir mit meinem Hypi Georg (11) ging oder besser gesagt,geht.Auch ich war verzweifelt, weil es weder in der Schule noch zuhause irgendwie gut gelaufen ist.Als mein Kleiner dann plötzlich androhte,er wolle sich was antun,weil er mit dem ganzem Ärger mit der Schule,Hausaufgaben, Schwester einfach nicht mehr klarkam,wurde ich ganz schnell.Ich raste zu meinem Hausarzt,der nebenbei mein bester Freund ist,und der machte sofort eine Termin in einer kinderpsychologischen Abteilung in einer Klinik.Ich bekam auch sofort einen Termin und ich muß sagen,die haben sich wirklich Mühe mit ihm gegeben.Er kam in eine Therapie, in der ihm gezeigt wurde, wie er mit seinen Störungen besser klarkommen kann.Nach einer Weile kam er in eine Gruppentherapie mit lauter Hypijungs.Dort wurde das Verhalten gegenüber anderen Personen geübt und auch etliches gelernt in Punkto Hausaufgaben erledigen ,Ordentlichkeit usw.Aber auch wir Eltern wurden gefordert und zu Gruppengesprächen und Einzelgesprächen angehalten.Aber auch der Punkt Ritalin(von dem du, wenn ich mich recht erinnere,nicht soviel hälst) wurde angesprochen.Ich muß dir sagen,seitdem er dieses Medi nimmt,ist er sehr viel ausgeglichener und kommt viel besser mit sich und Anderen zurecht.Ich weiß,daß Hyperaktivität auch so eine Art Erkrankung wie die Fibro ist,in dem einem einige Botenstoffe fehlen.Ich bin der Meinung,warum soll dem Kind denn nicht geholfen werden, ich nehme ja auch meine Amitripthylin usw. Zum Punkt Suchtgefahr hat mir mein Kinderarzt (ein sehr erfahrener Arzt von der Uniklinik Erlangen )erklärt,daß man das Ritalin nur übers "Suchtrezept" kriegt,weil es in Verbindung mit LSD einen "höheren" Rausch verursacht.Für sich alleine stellt es keine Suchtgefahr dar.Und es ist auch in vielen Büchern die Rede davon ,daß "ritalinbehandelte" Kinder eben nicht so schnell in Suchtgefahr kommem wie unbehandelte Kinder,da sie ja besser mit sich und der Umwelt klarkommen.Zum Punkt Internat möchte i8ch dir sagen,daß ich davon nicht viel halte,aber das ist meine ganz persönliche Meinung.Und zwar auds folgendem Grund:meine Tochter geht mit einem Hypi,der von seinen Eltern aufs Internat abgeschoben haben.Dort wurde anscheinend auf Konsequenz und sokche Sachen wenig Wert gelegt ,aber gerade das und die Verläßlichkeit von Regeln ist ja bei solchen Kindern enorm wichtig.Jetzt ist er wieder daheim bei seinen Eltern und die kommen jetzt untereinander überhaupt nicht mehr klar. vVielleicht ist das ja ein Einzelfall,aber der Junge sieht das so,daß er gerade da,wo er seine Eltern am meisten gebraucht hätte (nämlich in der Pupertät) sie nicht für ihn da waren ,weil er ihnen zu schwierig war. Das ist halt meine Sicht der Dinge.Ich denke wir Fibromütter sollten unsere Kinder ganz einfach so lieben ,wie sie nun mal sind(schließlich sind wir ja auch oft launisch und vielleicht auch ungerecht) und ihnen alle erdenkliche Hilfe zukommen lassen,die sich eben anbietet.Ich hoffe ,ich konnte dir ein bißchen helfen.Ach ja ,es gibt in einem Buch auch ein Kapitel für Lehrer über den richtigen Umgang mit solchen Kindern und was mit diesen Kindern überhaupt los ist und wie man ihnen helfen kann,inm Unterricht besser mit zukommem.Ich habe ja mein Kind auf einer Schule,in der die Lehrer sich damit auskommen(aufgrund des Tips einer Lehrerin sind wir ja überhaupt erst draufgekommen,was mit dem Georg los ist),aber vielleicht wissen die Lehrer auf eurer Schule gar nicht,was Sache ist.Das Buch ist das "ADS-Buch" aus dem Oberstebrink Verlag.Vielleicht hilft dir das ja ein wenig.
Einen schönen warmen Abend noch und viele liebe Grüße
Moni R.

von Moni R. - am 21.06.2002 19:22
Hallo, Rena,

ich kann Deine Situation gut nachvollziehen. Ich habe eine Tochter (12 J.), bei
der man ein ADS vermutet; sie ist nicht hyperaktiv. Als ich das erste Mal damit
konfrontiert wurde, wußte ich garnicht, worum es ging und habe mir reichlich
Literatur besorgt und gelesen und gelesen. Dann glaubt ich zu wissen, um was
es sich handelt. Mein zweiter Schritt war ein sehr enger Kontakt zum Kinderarzt.
Als ich nicht mehr wußte, wie ich mit dem "schwierigen" Kind umgehen sollte,
ergriff mich eine Art Verzweiflung aber auch Wut. Ich kam mir so hilflos vor. Auch
ich habe mich nicht immer im Griff, obwohl ich weder depressiv bin und auch mit
beiden Beinen im Leben stehe. Vor drei Jahren habe ich mich von meinem Mann
getrennt und bin jetzt etwas zur Ruhe gekommen. In meiner Verzweiflung aufgrund der Verhaltensauffälligkeiten meiner Tochter habe ich mich selbst
an eine Klink gewandt und die Sache sehr detailliert geschildert. Meine Tochter
kam auf eine Warteliste und kurze Zeit später wurde sie für 3 Monate stationär
aufgenommen. Man setzte Ritalin ab, welches meine Tochter seit kurzem nahm
und meinte, die Probleme seien psychologischer Art. Mir war das egal, ich wollte
auch nicht recht haben, da ich anders dachte und wollte nur noch, dass dem Kind und mir letztlich auch geholfen wird. Tatsächlich ging es meiner Tochter sehr
viel besser als sie wieder zuhause war. Auch ich hatte mich gut erholt.
Aber die Probleme bessern sich und verschlechtern sich. Immer wenn ich meine, jetzt haben wir es geschafft, dann kommt etwas neues. Vor 6 Wochen hat
meine Tochter einen Suizidversuch unternommen. Ich hatte mit so etwas
nicht gerechnet. habe es aber sofort gemerkt und entsprechende Schritte
selbst eingeleitet. Jetzt steht meine Tochter wieder auf der Wartliste für die
Klinik. Ich weiß manchmal nicht, ob jeder Arzt die richtige Diagnose stellen
kann. Vieles ist doch sehr komplex und welcher Arzt kann sich schon immer
ganz sicher sein. Insofern hoffe ich einfach, dass wir die Probleme bewältigen
können.

Ich denke, du steckt derzeit ganz tief in Angst und Panik. Das ist aber für Dein
Kind nicht gut. Die Symptomatik verschlechtet sich und alles schaukelt sich
hoch. Du kannst Deinem Kind nur eine Hilfe sein, wenn Du in Ordnung bist.
Das scheint derzeit nicht der Fall zu sein. Du solltest daher dringend erst
einmal na Dich denken !!! Außerdem ist Abstand immer gut. Was das
Internat anbetrifft, so denke ich, dass Du das nicht generell ablehnen solltest.
1. gibt es ganz verschiedene Internate und zweitens treten manche Probleme
in der Gemeinschaft nicht so auf, wie bei den Eltern und in der Familie. Das
ist zwar auch von Fall zu Fall verschieden, aber wenn Du für Dein Kind etwas
tun willst, mußt Du fit sein. Dass das bei Fibro schwer ist, weiß ich. Ich habe
diese Diagnose für mich auch vor kurzem erhalten.

Mein Tipp also: Schaffe erst für Dich Luft. Wenn Du einen klaren Kopf hast,
nimmt man Dich auch bei den Ärzten ernster und Du kannst dann besser
entscheiden und hinterfragen. Im zweiten Anlauf würde ich wirklich mal sehen,
was Du in euerem Leben verändern kannst, damit manches besser klappt.
Auch ich raste manchmal aus, wenn es meine Tochter zu weit treibt, aber
ich denke immer wieder, dass es uns beiden nicht gut tut. Alles wird dadurch
noch viel komplizierter. Laß Dich nicht unterkriegen. Auch das Leben verläuft
in Kurven, es geht mal bergauf und mal bergab, mal mehr und mal weniger,
aber das bedeutet auch, dass man es, wenn man ziemlich weit unten ist,
nur noch bergauf kann, denn weiter runter geht es nicht mehr. Das ist jedenfalls
mein Lebensmotto, welches mir hilft. um weiterzumachen, wenn ich mal gerade
denke, jetzt geht nichts mehr. Es geht dann doch. Und je öfter man das
erlebt, je mehr glaubt man daran.

Was machst Du gegen die Fibro? Für mich ist das noch sehr neu.

Liebe Grüße

Doris

von Doris - am 21.06.2002 23:35
Hallo Moni und Doris,

ich danke euch für das Vertrauen, für eure persönlichen Geschichten. Ich sehe das alles ganz ähnlich wie ihr und mein Sohn hat da nur noch einen Fehler, nämlich eine Mutter, die nicht in die Puschen kommt. Er ist 13 Jahre und eigentlich ein sehr lebensfroher und lustiger Bursche. Seine Probleme liegen in seiner Lebendigkeit, seiner Hyperaktivität. Das Aufmerksamkeitsyndrom äußert sich durch eine Rechtsschreibschwäche, aber die hat er (Realschule) ganz gut im Griff. Ansonsten ist er eher ein guter Schüler. Er hat sein soziales Verhalten nicht so im Griff, mischt sich ÜBERALL ein, übersieht wesentliche Dinge, sodaß ein ganz anderes Bild herauskommt (wahrnehmensgestört), er hört dann nicht auf zu diskutieren, was in einer 45minütigen Schulstunde wahrscheinlich unheimlich nervt. Deswegwn dann immer dieser Streß, wegen nix eigenlich. Ich schaffe es nicht ihm begreiflich zu machen, wie ich es machen würde. Mit dieser Intelligenz, die er hat, könnte er alle um den Finger wickeln, aber...

Jetzt muß er diese Situationen wohl doch unter professioneller Aufsicht üben, meinetwegen auch mit mir zusammen, denn ich und auch meine Familie weiß, daß wir schon gar nicht mehr normal auf ihn reagieren. Das ist unsere Aufgabe, daß wir das wieder hinkriegen.

Liebe Doris, liebe Moni :)

genauso kann ich erst handeln, seit ich meine Fibro besser im Griff habe. Vieles hat sich im letzten Jahr verändert. Da unsere Kinder im gleichen Alter sind, wäre es schön, wenn wir uns weiter austauschen könnten. Über mails würde ich mich freuen.

Ps: beim Doc am Donnerstag habe ich wegen Schmerzen, die ich seit ein paar Wochen im Oberbauch rechts habe, 3 Überweisungen bekommen. Mal wieder Magen und Darm spiegeln und eine CT ist auch angesagt. Drückt mal die Daumen, daß es "NUR" Fibro ist...:-(

von Rena - am 22.06.2002 05:06

Re:

Hallo Rena,
auch ich würde mich wahnsinnig gern über Mails austauschen,aber bei mir funktioniert das irgendwie nicht.Wenn du mich vielleicht mal kurz anmailen könntest,dann hätte ich ja deine eMail adresse und wir könnten uns intensiver austauschen.Denn daß man die Mailadresse hier einfach ins Forum stellt ,muß ja aus gewissen Gründen nicht sein.Würde mich freuen,von dir zu hören.
Laß den Kopf nicht hängen,denn wo Schatten ist,muß ja auch irgendwo die Sonne sein(mein ganz persönliches Lebensmotto).
Liiiiieeebe Grüße aus "frangn"
Moni R.

von Moni R. - am 22.06.2002 19:26

TV-Tipp: Außer Rand und Band

Bisserl spät, aber die Wiederholung kommt ja noch ;)

[www.zdf.de]

von Monika D. (Admin) - am 25.06.2002 23:24
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