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Fibromyalgie Erfahrungsaustausch
Beiträge im Thema:
9
Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Monika D. (Admin), Ute-Schnute, Monika Stöck., Manfred E., Karin-Nana

Urlaubsreisen, Hindernisse und Wünsche?

Startbeitrag von Monika D. (Admin) am 28.03.2003 08:08

Hallo liebe Leute,

ich möchte jetzt mal von Euch etwas erfahren. Wie beeinflußt Fibro oder andere Beschwerden eigentlich Eure Urlaubspläne?
- Wie geht es Euch, wenn Ihr längere Zeit in einem Verkehrsmittel sitzen müßt?
- Koffer packen, Koffer schleppen ...? Riesige Koffer mit unendlich vielen Klamotten, wenn jemand viel schwitzt und sich vielleicht 5x am Tag umziehen muß?
- Wie bekommen Euch die ungewohnten Hotelbetten?
- Was macht Ihr bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten (viele Fibros haben ja auch eine Lactose-Unverträglichkeit) und Allergien in der Urlaubsunterkunft?
- Wird Eure Entscheidung evtl. auch von Reizdarm-Problemen beeinflußt?

Meine Fragen haben einen Hintergrund. Ich denke nämlich schon lange intensiv über eine Lösungsmöglichkeit für all diese Probleme nach. Jetzt habe ich etwas gefunden, das mir ideal erscheint. Ein kleines, schnuckeliges Wohnmobil mit einer Ausstattung, die wie für Fibros gemacht erscheint. Betten, die ohne Turnübungen erreichbar sind, Kleiderschrank, Dusche, Toilette, Küche ... - Platz für bis zu vier Personen, die allerdings nicht die Idealmaße von Basketballspielern haben sollten ;). Nun überlege ich mir, ob andere Fibros evtl. Interesse hätten, für Ihre kürzeren oder längern Urlaubsreisen in Europa so ein "Fibro-Mobil" zu mieten?

Ich denke noch mit feuchten Augen daran, wie es mir vor etlichen Jahren gelungen ist, Kollegen und Chef davon zu überzeugen, dass für eine Dienstreise durch Skandinavien ein Campingbus das ideale Transportmittel ist. Das war wirklich ideal, denn meine Wehwehchens, die haben mich da doch weit weniger gequält und behindert, als bei anderen Touren in normalen PKWs oder bei Flugreisen. Wenn es mir mies ging, dann habe ich mich halt mal kurz im Fahrzeug hingelegt und entspannt und dann war ich ganz schnell wieder fit.

Grüße von einer neugierigen und von der großen Freiheit träumenden Monika

Antworten:

Hallo Monika,

ja diese Fragen die du aufgeworfen hast beschäftigen uns auch.

Zuerst will, Christel, mich einmal melden.

Also ich kann weder in einem Bus fahren bzw. verreisen, was länger als 30 Minuten geht, da kann ich nicht mehr sitzen.
Habe ja auch Probleme mit den Beinen, Venen, vielmals ist unten die Heizung und das vertrage ich auch nicht, dann bekomme ich heiße Füße.
Fliegen traue ich mich erst garnicht und mit dem Zug fahre ich auch schon 15 Jahre nicht mehr. Habe zuviel Angst, da ich nicht so lange sitzen kann, und dann kommen die Schmerzen besonders schlimm.
Mit den PKW, da bin ich nur Beifahrer, kann leider selber nicht fahren, und auch hier traue ich mich nicht weiter als bis 70 km weg, ich muss ja auch wieder nach Hause und manchmal ist das schon zuviel für mich. Nun bin ich ja auch schon
etwas reiferen Semesters, aber durch die Fibro eben sehr eingeschränkt, selbst eine Veranstaltung im Kino, Theater oder dergleichen fällt mir schwer, wegen der oft unbequemen Stühle.


So und nun meldet sich noch Monika zu Wort.

Ich fahre selbst viel mit dem Auto, auch in den Urlaub und ´das bevorzuge ich dem Zug, Bus wenn möglich.
Ich kann öfters Pausen machen, umherlaufen oder mich etwas "unbequem" ausruhen wenn es nicht mehr geht.
Das lange stillsitzen im Bus ist immer eine Qual, wenn ich einen Mittelgang erwische und öfters mal die Bein schwingen kann, mag es ja noch etwas gehen, aber wehe ich will aussteigen. Ich bin so steif, dass ich manchmal denke ich muss aus dem Bus stürzen und kann kaum noch eine Stufe gehen.
Mit dem Fliegen auf kurzen Strecken bis 2 Stunden geht noch ein wenig, wenn es länger ist, beginnt auch hier die Qual.
Bei den Hotelbetten, bin ich schon soweit, das ich mein eigenes Nackenkopfkissen genell überall dabei habe, ein Schlafdeckchen um unterlegen, denn wehe es ist ein kaltes Bett und dann hoffe ich nur die Zudecke ist nicht so schwer, sonst habe ich das Gefühl erschlagen zu werden.
Sollte das Bett etwas hart sein, wird es dann auch zur Qual und mir tun alle Knöchelchen an Hüfte und Beinen und Schultern weh.

So , da finde ich dieses "Fibro-Mobil" bestimmt ganz nett und bequem,
weiss zwar nicht wie das mit dem Duschen/Waschen so geht, aber es klingt akzeptabel für mich.

Tschau von Christel und Moni.

von Monika Stöck. - am 28.03.2003 21:00
Ach ja, die Schusseligkeit,

mit dem Koffer tragen das ist auch nichts. Schon bei einer schweren Tasche
haben wir das Gefühl die Arme reißen auseinander, es ist ein heftiges Ziehen und schmerzt unerträglich.

Und das mit dem Essen ist auch teilweise ein Lotteriespiel, habe schon erlebt, das ein Salat mit Sacharose zubereitet war und ich für den Rest des Tages das Örtchen hüttete. Ja die durchschlagende Wirkung ist oftmals dabei.

Tschauchen nochmals Christel und Moni

von Monika Stöck. - am 28.03.2003 21:09
Hallo Monika und alle anderen,

hoppla, jetzt komme aber ich ;-) :D . Als alter Reiseprofi (tja, es gibt Berufe, die noch Spass machen) und mein liebstes Hobby ist ja auch Reisen, ist dies natürlich MEIN Thema.

Ich bin ja höchstens 100 Tage im Jahr zuhause, der Rest besteht aus Urlaub, Urlaub und nochmals Urlaub. Ich bevorzuge für Reisen innerhalb Deutschlands immer das Auto. Habe da ein schönes, bequemes Exemplar einer asiatischen Marke vom Typ Grossraumlimousine. Da sitze ich wie der King drin. Saubequem. Ich kann Pausen machen, wann ich will und wielange ich will. Da machen mir auch 500 km nix mehr aus. Morgen früh geht es übrigens wieder los - für 3 Wochen in den Norden (meine Pollenallergie treibt mich hoch).

Da ich aber auch gerne auf die Kanaren oder in die Türkei reise, muss natürlich auch ab und an ein Flugzeug ran. Da wird es dann in einem typischen Touristenbomber kritisch. Es gibt tatsächlich Airlines, die stopfen die Passagiere so, dass jeder Tierfreund aufschreien würde. Ich versuche dann, sobald die Maschine in der Luft ist, möglich viel auf und ab zu laufen. Führt zwar ab und zu zu blöden Diskussionen mit den Stewardessen, ist mir aber egal. Was das Koffer schleppen angeht, habe ich mir vor einiger Zeit einen grossen Trolley gekauft, der zwar ein paar Mark gekostet hat, aber wunderbar auf Rollen hinterher läuft. Beim Runterheben vom Transportband oder in den Bus findet sich immer jemand, der mir hilft.

Wir waren auch etliche Jahre stolze Besitzer von Wohnwagen und von einem Wohnmobil. Das Reisen im Wohnmobil ist natürlich allererste Sahne. Staus lassen einen völlig leidenschaftslos. Während die anderen im Auto schwitzen, sitzt man entspannt auf einer bequemen Sitzecke und schlürft einen frisch gebrühten Kaffee. Was den Urlaub allerdings "im" Wohnmobil angeht, muss man evtl. Abstriche machen. Wild campen ist heutzutage leider fast immer zu gefährlich. Auf Campingplätzen ist man zumindest in der Hochsaison "ein Hering in der Dose". Auch die Duschen lassen da meistens zu wünschen übrig. Die Dusche im Wohnmobil ist zwar ok, aber das Frischwasser muss ja erst mal "gebunkert" werden. Entweder hat man grosse Kanister, die per Hand gefüllt werden müssen oder man hat einen Tank mit einem grossen Volumen (hatten wir bei unserem Wohnmobil). Um diesen zu füllen, muss man das Mobil aber an die Wasserauffüllstation fahren. Das ist natürlich auf einem Campingplatz immer ein Riesen-Akt. Geschlafen habe ich übrigens im Wohnmobil immer super, weil wir saubequeme Betten hatten.

Apropos Betten: in den verschiedenen Hotels habe ich ja schon alles an Matratzen erlebt. Aber selbst wenn diese unbequem sind, schlafe ich im Urlaub immer noch viel besser als zuhause im eigenen Bett. Allein das Urlaubs-Feeling entschädigt da.

So, ist jetzt wieder mal ein Roman geworden.

Ach ja, um deine Frage zu beantworten: ich habe kein Interesse am Mieten eines Wohnmobils, da mein Schwager eins hat, das wir jederzeit benutzen können.

Bis in drei Wochen......

Alles Liebe

Karin

von Karin-Nana - am 29.03.2003 10:08
Hallo,

erst mal danke für Eure Beiträge. Karin hat natürlich recht, dass mancher Campingplatz wie nie Heringsdose sein kann. Ich habe wenig Erfahrung mit typischen Camping-Urlaubs-Touristikzielen, sondern mehr damit, einen Campingbus als Transportmittel einzusetzen, das mir erlaubt, bis nahe an mein Ziel heranzufahren und mich z.B. kurz vor einer Veranstaltung noch mal für fünf Minuten hinzulegen, mich in aller Ruhe umzuziehen usw. Manchmal haben sich da auf den Parkplätzen von Tagungsorten über Jahre hinweg schon regelrechte "Stammtische" entwickelt, wo kaum, dass man am Morgen nach der Ankunft ein Lebenszeichen von sich gegeben hatte, schon aus dem nächsten Wagen ein freundliches "Guten Morgen, Kaffeewaser ist fertig" tönte mit einer Stimme, die man vom letzten Kongress noch kannte.

Auch ich halte nichts davon, als wilde Camper irgendwo die Landschaft zu bevölkern und sich längere Zeit an einem Platz aufzuhalten. Aber ich hätte viele interessante Eindrücke niemals sammeln können, wenn ich nicht schon als Studentin ein zum Schlafen, Kochen und Arbeiten, bzw. Transport von Arbeitsmaterial hergerichtetes Fahrzeug gehabt hätte, das allerdings mehr Nächte auf Marktplätzen und offiziellen Stellplätzen in Städten oder auch nach Absprache mit dem Eigentümer auf Privatgrundstücken u.ä. gesehen hat, als Campingplätze in Feriengebieten.

Jetzt habe ich viele Jahre kein eigenes derartiges Fahrzeug gehabt und ich vermisse es immer mehr, da mich leider oft schon relativ kurze Fahrstrecken so anstrengen, dass ich unterwegs und am Ziel eigentlich "Tankstellen" für meine Energie bräuchte, also z.B. den Kaffee in der Sitzecke bei der "Meditation" über dem Stadtplan bei hochgelegten Füßen usw., halt Dinge, für die man eine gewisse Rückzugsmöglichkeit braucht. Über Situationen, in denen sowohl das Weiterfahren als auch die nötige Entspannungspause im PKW (ohne Standheizung) höchst gefährlich werden können, möchte ich mich hier gar nicht weiter äußern. Wer die wetterabhängig schlagartig einsetzenden Schmerzen und /oder Erschöpfungszustände kennt, wird es nachvollziehen können.

Ich kann Karin nur beneiden, dass sie die langen Fahrtstrecken so locker wegsteckt. Ich kann es sogar nachvollziehen, denn ich kannte auch Zeiten, in denen ich oft noch längere Strecken gefahren bin, ohne das als besondere Belastung zu empfinden. Reisen war für mich und meinen Beruf (es war mein Traumberuf) immer wichtig. Aber die Zeiten, in denen ich ich dieser Weise reisen konnte, sind für mich seit über 10 Jahren wohl endgültig vorbei, obwohl ich sehr lange gebraucht habe, das zu akzeptieren. Nun muß ich mich entscheiden, ob ich mich von diesem Teil meiner Identität als Mensch, der gerne reist, verabschiede, oder ob ich darauf hinarbeite, eine Lösung zu finden, die mir das Reisen in einer für mich verträglichen Form erlaubt. Und da kam halt die Idee, ein kleines, wirklich fibrotaugliches Womo anzuschaffen und das gelegentlich auch mal zu vermieten, damit andere reiselustige Fibros, denen es vielleicht ähnlich geht wie mir, auch mal wieder "raus" kommen können.

Aber ich träume erst mal weiter ....

Monika

von Monika D. (Admin) - am 30.03.2003 10:21
Hallo,
also ich muß da mal wiedersprechen. Wir haben auch ein Womo, aber wir hatten bis jetzt immer schöne Plätze (nicht zu vergleichen mit einer Heringsdose) und wir kommen auch ganz schön rum.
Ich /wir schauen dann eben, das es bis zum nächsten WC nicht so weit ist, weil ich auch mal nachts rausmuß (bzgl. des Reizdarmes).
Ich finde es schön, das Womo zuhause schon zu packen und alles zu verstauen, wenn man dann am Ziel ist, muß man nicht mehr viel machen.
Wenn ich nicht mehr sitzen kann, lege ich mich einfach nach hinten, bis es wieder geht.
Leider kann ich selbst auch keine großen Strecken mehr fahren (ca. 1Std.), deshalb ist mein Mann immer oder meistens der, der fahren muß. Aber wenns dann mal garnicht mehr geht, wird dann der nächste Parkplatz angefahren und es wird Pause gemacht. Wenn wir eine Urlaubsreise planen, nehmen wir uns immer genügend zeit zum Fahren, meisten übernachten wir, damit es nicht so stressig wird und da finde ich, fängt doch der Urlaub schon an, oder !
Grüße Schnute

von Ute-Schnute - am 31.03.2003 07:50
Danke, Schute,

damit bestätigst Du mir ja doch, dass ein Womo oder Campingbus eigentlich das ideal Fibromobil ist. :)

Ich träume weiter ... besonders nachdem ich meine Traumkutsche am Sonntag besichtigt habe :) :) :)
Monika

von Monika D. (Admin) - am 01.04.2003 07:25
Hallo,
also ich kanns nur jedem weiterempfehlen !!!!
Natürlich ist Campen nicht jedermann Sache, wer aber die Natur liebt, dem denke ich, machts nichts aus. Ich bin lieber auf einem Campingplatz, wo ich mich frei bewegen kann und so rumlaufen kann wie es mir gerade passt.
LG.... Schnute

von Ute-Schnute - am 01.04.2003 12:13
Hallo Monika & alle anderen,
ich habe mir über dieses Thema bisher keine Gedanken gemacht. Gleichwohl fällt mir jetzt beim Lesen der Beiträge auf, dass sich mein (Reise-)Leben tatsächlich im Laufe der Jahre quasi "schleichend" verändert hat. Ich mag nicht mehr so weit weg (könnt ja was passieren mit mir - lieber rascher zu Hause bei ggf. hilfreichen Ärzten und eigener Umgebung), anstrengendes Sightseeing v.a. in Städten vermeide ich bzw. begrenze es möglichst zeitlich in kleinerem Umfang als früher. In den IC-Zügen nehme ich den Sitz hin zum Gang wegen der besseren Beinfreiheit und dem öfteren Aufstehen - (auch i.S. Reizdarm) obwohl ein Fensterplatz in schöner Landschaft so viel, viel schöner ist. Ich lenke mich mehr als früher mit meinem CD-Player ab bzw. erhole mich mit der Musik und schalte damit bewusst ab. Camping-Urlaub ist inzwischen eher die Ausnahme, weil unbehaglich auf Dauer mit Zelt - höchstens zwischendurch ein paar Camping-Stopps bei absolut schönem Wetter. Ferienwohnungen sind die Regel und haben sich bewährt. Mit Hotel-/Pensionsunterbringung habe ich allerdings i.d.R. keine Probleme - bleibe da aber auch meist nicht länger.
An ein Wohnmobil könnte ich mich aber wohl nur sehr begrenzt gewöhnen - ich würde da immer nur herumwurschteln und aufräumen, ordnen usw. - das ist eher nix für mich. Kann es mir aber gut für gerne auf diese Art reisende Fibros vorstellen - aus all den Gründen, die Ihr ja genannt habt.
Kurzum: Interessant, dass man sich über derartige Veränderungen im Lebens- (hier: Urlaubs)Verhalten so bewusst ja keine Gedanken macht sondern halt einfach das Verhalten entsprechend den sich verändernden (zumeist hier: verschlechternden) Umständen anpasst.
Liebe Grüße
Manfred

von Manfred E. - am 01.04.2003 16:39
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