BMS

Startbeitrag von Monika D. (Admin) am 23.10.2003 09:09

Weil hier immer wieder danach gefragt wird, mal wieder eine ausführlichere Erläuterung zur BMS = Biomechanische Stimulation, eine physikalische Anwendung mit rein mechanischen Kräften, die auf Muskeln, Sehnen und Nerven wirkt. Muskeln werden gekräftigt, Nerven werden angeregt, die Muskel-Sehnen-Einheiten werden wieder elastischer und gleitfähiger, da die BMS (soweit möglich) unter einem Wechsel von Anspannung und Dehnung angewendet wird. Man kann damit auch Muskeln trainieren, an die man sonst mit aktiven Übungen nicht ran kommt, sei es durch Lähmungen wie z.B. nach Schlaganfall oder seien es schwer zugängliche Muskeln wie z.B. am Ileosakralgelenk. Es gibt darüber hinaus auch schmerzhemmende Effekte.

Doch das mit der BMS ist nicht ganz so einfach. Erstmal: Die Krankenkassen bezahlen diese Behandlung nicht. Warum? Vielleicht weil eines der Geräte auch im kosmetischen Bereich einsatzbar ist für Anti-Falten- und Anti-Cellulite-Behandlung. BMS ist deshalb in der Werbung etlicher Kosmetik-Institute zu finden.

Im medizinischen Bereich habe ich damals sozusagen noch die Prototypen kennengelernt. Das waren, wenn ich mich recht erinnere, vier oder fünf verschiedene Modelle. Meine Behandlung lief an drei verschiedenen Geräten. Als erstes kam etwas, das gleich erkennen läßt, dass der Erfinder (Prof. Nazarov)früher Kunstturner war. Es handelt sich dabei nämlich um etwas, das wie die Turnringe aussieht. Nur hängen die nicht von der Decke, sondern an einem galgenförmigen Stahlrahmen sitzt oben der Motor, der die Schwingungen erzeugt und daran hängen dann die Ringe. Dieses Gerät hat die Modellbezeichnung "Atlas". Mit diesem "Folterinstrument" wurden meine Schultern wieder fit und beweglich gemacht. Ich habe Leute kennengelernt, die mit ähnlichen oder sogar weniger Beschwerden, als ich sie in meiner linken Schulter hatte, operiert worden sind. Die Übungen am "Atlas" waren anfangs ziemlich schmerzhaft, aber der Erfolg war es wert! Anschließend wurden dann meine Rückenmuskeln vom Therapeuten mit einem Handgerät bearbeitet. Ich glaube, das, was Karin sich angeschafft hat, ist so ein Gerät. Zum Abschluß war noch ein Gerät dran, das wieder vage an ein Turngerät erinnerte, nämlich den Turnbock. Daran wurden Bein- und untere Rückenmuskeln bearbeitet. Mein Übungs-/Behandlungsprogramm an diesem Gerät dauerte ca. 15 Min. und mir ist es gelungen, mein damals sehr "ausgeleiertes" ISG zu stabilisieren. An diesem Gerät können aber nicht nur Beine und Rücken behandelt werden, sondern auch Hände und Unterarme oder, was ich mal gesehen habe, auch geschwollene Füße schnell wieder beschwerdefrei gemacht werden.

Um diese Geräte, die ich kennengelernt habe, richtig anzuwenden, braucht man durchaus anatomische Kenntnissse und eine ausführliche Anleitung, welche Schwingungszahlen und Schwingungsweiten bei welchen Muskeln und zu welchem Zweck eingesetzt werden können. Falsch eingesetzt können auf den Körper übertragene Vibrationen nämlich durchaus auch sehr schädlich sein, wie von Arbeitern bekannt ist, die mit Presslufthämmern arbeiten.

Was den Effekt auf die Muskeln betrifft, so wurde mir von den Therapeuten gesagt, dass 10 Min. BMS etwa genauso viel bringt (und auch genauso anstrengend ist) wie 30 Min. normales Training. Ich war also gewarnt und nicht überrascht, dass ich nach insgesamt etwa 30 Min. Übungszeit manchmal wirklich so müde war wie nach einem 10 km-Lauf - und wohl auch genauso gut geschlafen habe.

Um eine Praxis mit den derzeit verfügbaren wichtigsten Geräten auszustatten und die Anwendung zu erlernen kommt man leicht auf einen fünfstelligen Eurobetrag, der dafür aufgewendet werden muß. Es ist sicherlich verständlich, dass bei der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage der Praxen nur wenige den Mut aufbringen, sich auf so etwas einzulassen, zumal die Anwendung dieser Geräte nicht von den Krankenkassen bezahlt wird. Findet man trotzdem eine Praxis mit diesen Geräten und bezahlt die Anwendungen privat, so kommt man schnell auf eine Summe, die nur wenig geringer ist, als eine evtl. sogar von der Krankenkasse bezahlte Pauschalkur in einem der wenigen Sanatorien, die BMS einsetzen. Auch wenn es die Kasse nicht zahlt - eine solche Kur ist nicht teurer als z.B. ein Club-Urlaub. Es ist auch sinnvoll, im Rahmen eines Kuraufenthaltes die BMS täglich anzuwenden, anstatt ambulant nur 1mal pro Woche. Dringend empfehlen würde allen, bei denen ein sog. Tunnelsyndrom zur Operation ansteht, erst einmal diesen Weg auszuprobieren. Mir wurde mal gesagt, dass mit etwa 6-8 BMS-Anwendungen soweit Besserung zu erreichen ist, dass die allermeisten Karpaltunneloperationen vermieden werden könnten. Nach dem, was ich selbst erlebt habe, kann ich das sehr wohl glauben.

Bleibt noch die Frage, wer darauf hoffen kann, auf Kassenkosten eine solche Pauschalkur zu machen. Es sind leider eigentlich nur mitversicherte Familienanghörige ohne Anspruch auf Reha über Rentenversicherungsträger oder Beamte mit entsprechender Absicherung, oder auch privat Versicherte, mit entsprechendem Versicherungsvertrag, der auch Kuren und Sanatoriumsbehandlung mit einschließt (genau das ist aber oft ausgeschlossen).

Für alle anderen gilt, dass evtl. Anspruch bestehen könnte auf "ambulante Vorsorgeleistungen in anerkannten Kurorten" ( siehe SGB V § 23). Da wäre dann BMS zwar nicht eingeschlossen, aber soweit ich weiß wird bei Sanatoriumsgästen, die über diese Schiene kommen, BMS-Anwendung zu deutlich reduziertem Preis angeboten. Ich glaube, das war genau der Weg, über den Karin (Nana) die BMS kennenlernte.

Soviel mal für heute dazu. Nachdem ich gerade noch zu diesem Thema telefoniert habe, sieht es ganz danach aus, dass ich in einigen Tagen wohl noch ein paar interessante Neuigkeiten zur BMS bieten kann.

Monika

Antworten:

Hallo Monika,
vielen Dank für Deine Ausführungen zu diesem Thema und Deine Bemühungen Informationen und Hilfe zu geben!!! - nun bin ich schon ein ganzes Stück schlauer - und warte gespannt auf weitere Infos zu BMS.

Herzlichst



von Uschka - am 23.10.2003 23:45
Hallo ihr Lieben,

also ich habe mir, wie Monika richtig berichtet hat, das Handgerät geholt. Dieses Gerät hat den Vorteil, daß es gut transportabel ist. Das ist für mich wichtig, da ich ziemlich viel unterwegs bin und mein BMS-Gerät immer dabei habe, wenn ich ein paar Tage weg fahre. Das Gerät ist in einem Koffer verstaut, der die Größe einer Aktentasche hat. Der Nachteil dieses Gerätes ist, daß eine Behandlung damit natürlich länger dauert, da ja immer nur kleine Teile des Körpers vom Behandlungskopf bearbeitet werden. Dazu braucht man zumindest für den Rückenbereich jemanden, der das Gerät bedient.

Der Preis lag ca. bei 2.200 Euro.

Während meiner Kur in Bad Kissingen habe ich 3 x pro Woche Anwendungen auf den BMS-Geräten (alle 3 Geräte, die Monika oben geschildert hat) bekommen. Im Rahmen meiner ambulanten Badekur kostete die Anwendung jeweils DM 20,00. Das war natürlich ein "Schnäppchenpreis". Verdienen kann das Sanatorium daran nichts, im Gegenteil, es legt noch zu. Die Anwendung dauerte ca. 1 Stunde insgesamt und der gesamte Körper wurde "bearbeitet".

Die Preise für eine BMS-Anwendung liegen bei Ärztepraxen, Heilpraktiker etc. bei ca. 40-50 Euro und dauern ca. 20 - 30 Minuten. Zwei- bis dreimal wöchentlich sollte man am Anfang eine Behandlung schon machen. Um den Erfolg dann zu halten, reicht eigentlich 1 x wöchentlich.

Ich habe, als ich das Gerät damals gekauft habe, eigentlich einen Einführungskurs mitbezahlt. Da dieser jedoch in Hamburg statt fand und ich im Rhein-Main-Gebiet wohne, habe ich mir den Wert des Kurses von der Rechnung abziehen lassen und habe dann bei einem Heilpraktiker in meiner Nähe, der schon seit Jahren mit den BMS-Geräten arbeitet, ein paar Stunden genommen. Das braucht man auch, da man wissen muß, wie, wo und in welcher Intensität ich das Gerät anwenden kann und darf.

Tja, inzwischen wende ich das Gerät auch bei Sportverletzungen meiner Söhne und meines Mannes an. Auch meine Kalkschulter habe ich erfolgreich damit behandelt und mir ist eine OP erspart geblieben.

Ich habe damals auch lange überlegt, ob ich das Geld investiere. Ist ja schließlich ein dicker Batzen. Aber dann dachte ich mir, lieber lasse ich mal einen oder zwei Urlaube ausfallen und kaufe mir lieber das Gerät und ich habe es bisher noch nicht bereut. Im Gegenteil - ich schwöre darauf.....

Gruß

Karin

von Karin-Nana - am 24.10.2003 08:27
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