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Informationen zum Thema:
Forum:
Fibromyalgie Erfahrungsaustausch
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 3 Monaten
Beteiligte Autoren:
Alterego, maria, tashina, diddli, Monika D. (Admin), rote zora

Irgendwelche Alternativen?

Startbeitrag von Alterego am 01.04.2004 06:46

Hallo, Euch allen erstmal einen möglichst schmerzfreien Tag!

Ich hab' schon wieder 'ne Frage :rolleyes: :


wie viele von Euch habe ich allmählich alles durch an Medikamenten. Katadolon hat bei mir überhaupt keinen Effekt (obwohl es endlich mal ein Medikament ist, das so schön verträglich ist, seufz) und Opiate vertrage ich einfach nicht. Am besten hat mir noch Tramal geholfen, aber da war ich so abgeschossen, dass ich nur in Notfällen das Bett verlassen habe (ich habe mal spaßeshalber die Nebenwirkungen zusammengezählt, ich glaube, es waren zehn). Nach zwei Wochen fand ich es angemessen, das Medikament wieder abzusetzen, um am Leben wieder teilnehmen zu können ;).

Da ich auf alle Opiate ziemlich ähnlich reagiere, frage ich mich jetzt, ob es das nun gewesen ist an Möglichkeiten. Ich habe mal gehört, dass es Alternativen zu Opiaten gibt, und zwar Medikamente, die eher aus der Kokain-Richtung oder so kommen und die nicht so starke Nebenwirkungen wie die Opiate haben sollen. Sie sollen aber ähnlich gut wirken und das Problem sei nur, dass das Betäubungsmittelgesetz es schwierig macht, sie zu verschreiben.

Hat hier irgendjemand davon schon mal was gehört? Ich kann irgendwie gar nicht glauben, dass die Schmerzforschung bisher nicht wesentlich über die Opiate hinausgekommen ist...

Bin dankbar für jeden Tipp :)!


Alterego

Antworten:

@Alterego

Nun melde ich mich schon wieder. Du meinst bestimmt Medikamente auf Cannabis-Basis. Ich habe damit keine Erfahrungen gemacht.
Einzig habe ich in diesem Zusammenhang einmal mit einem Phyiotherapeuten gesprochen. Dieser fand diese Mittel bei Patienten mit Einschränkungen des Bewegungsapparates für nicht so sinnvoll. Er erklärte mir, dass die Einnahme oftmals eine Überschätzung des Leistungsvermögens herbeiführen würde. Dies könnte mit der Zeit zu enormer Verschlimmerung führen. Und so etwas wäre sicherlich nicht in unserem Sinne.

Mehr kann ich zu diesem Thema nicht beitragen.

Liebe Grüße
Birgit

von rote zora - am 01.04.2004 21:23
Zu Cannabis hab ich auch was:

Bei anfälligen Menschen kann Cannabis eine Psychose auslösen. So geschehen bei meinem Bruder, bei dem ich mir ziemlich sicher bin, dass er auch ADS hat - so wie ich.

ADS-ler gehören wahrscheinlich zu den Leuten, denen Cannabis nicht gut tut. Unter den Fibros gibt es wahrscheinlich einige undiagnostizierte ADS-ler. Meine Schlußfolgerung: Ich bin mir auch nicht sicher, ob Cannabis so eine gute Idee ist....

Allerdings ist es wohl auch ein Unterschied, ob ich mir einen Joint reinziehe oder ob ich ein Medikament nehme, dessen Zusammensetzung genau festgelegt ist.

@Alterego: Wie schaut's mit Mydocalm aus? Schon mal probiert? Johanniskraut oder eventuell synthetische Antidepressiva? Paracetamol hat bei mir eine gewisse Wirkung, allerdings ist es eher nicht als Dauermedikation geeignet. (Aber an gewissen Tagen brauch ich es einfach...)

maria

von maria - am 01.04.2004 22:56
Hallo Alterego,

da müßte ich in der ganzen Fachdiskussion in der Schmerztherapie ordentlich was verpaßt haben, wenn es etwas gäbe, das Deinen Ausführungen nahe kommt. Außer wir drehen das Rad der Geschichte gut 100 Jahre zurück. Inzwischen gibt es längst bessere, rein synthetischen Substanzen wie Procain und Lidocain. Diese Substanzen haben zwar die schmerzhemmende Eigenschaft des Kokains, jedoch keine psychotrope Wirkung. Vorbild zu ihrer Synthese war die chemische Grundstruktur des Kokains. Diese Stoffe - d.h. die Lokalanästhetika Lidocain und Procain - unterliegen auch nicht dem BTM-Gesetz.

Um auf Dein Anliegen zurückzukommen: Von Tolperison sagt man, dass es eine lidocainähnliche Wirkung hat, aber nicht lokal angewendet wird, wie das Lidocain, sondern geschluckt werden kann, sich so im ganzen Körper verteilt und nicht nur eng begrenzt als Lokalanästhetikum wirkt. Und was ist Tolperison? *grins*
Tolperison ist der Wirkstoff von MYDOCALM, von dem ich mir seit Jahren hier die Finger wund schreibe.

Also, es gibt überhaupt keinen Grund, sich auf das Gebiet illegaler und süchtig machender Drogen zu begeben, da es ein leicht anzuwendendes Medikament gibt, das kaum irgendwelche Nebenwirkungen hat (außer dass es sich inzwischen durchaus positiv auf meinen zu hohen Blutdruck auswirkt), das nicht im Körper akkumuliert wird (wie die Antidepressiva, die erst wirken, wenn man gewissermaßen den Kanal voll hat), das nicht an bestimmten Rezeptoren andockt (wie die Opioide, wo die Rezeptoren ihre Empfindlichkeit verändern können), und das eigentlich nur einen Nachteil hat: Es ist relativ teuer - wenn man Substanzen mit großem Nebenwirkungspotenzial zum Vergleich heranzieht. Die Aussage, dass es teuer ist, gilt übrigens nur für Deutschland, in der Schweiz ist es seeeeeeeehr viel billiger und wird für Erwachsene üblicherweise in Form von 150 mg-Tabletten abgegeben, die 50 mg-Version ist dort für Kinder und Greise gedacht.

Die Diskussion um Cannabis als Medikament, die sollten wir hier nicht unbedingt aufbringen. Warum? Weil ich aufgrund bestimmter Konstellationen das Gefühl habe, dass da die Kampfeslust bestimmter Fibro-Fraktionen gezielt mißbraucht werden soll, um generell einen Wirkstoff auch in die politische Diskussion zu bringen, dessen Eignung bei unseren Problemen mir doch vorerst noch sehr verborgen ist.

Gruß
Monika

von Monika D. (Admin) - am 02.04.2004 07:35
Zum Thema Tolperison/Mydocalm sind mir unlängst folgende Seiten untergekommen:

Allgemeines zur Wirkungsweise:

[www.gesundheit.com]


Ich habe auch keinerlei Nebenwirkungen von den Mydocalmies (außer der ständigen Rezeptholerei), aber alles was wirkt, kann auch Nebenwirkungen haben:

[www.infomed.org]

maria

von maria - am 02.04.2004 14:01
hallo ich bin diddli,


ich habe dein Beitrag gelesen , ich kann dich verstehen denn ich war schon in der gleichen Lage wie du. Ich war schon abhängig von Tramal und musste einen Enzug durchleben , ich kann dir sagen dass war kein vvergnügen aber ich habe es geschaft.Doch frei von Opiaten bin ich doch nicht ganz aber ich habe heute Pflaster die man auf die Haut klebt und alle 72 Stunden wechseld . Sie geben über die Zeit immer eine geringe Mänge ab,so ist es einfacher mit der Dosietung man kommt so nicht zu einer überdosierung.Es giebt sie in verschiedenen stärcken.
Noch besser wäre es wenn du ganz ohne Opiate auskommen könntes , es giebt da Drages von einer Firma Desse . Er schrick nicht die vertreiben auch Schmink- Utensilien aber die sollen sehr gut sein , ich werde sie jetzt auch ausprobieren.Ich weiss von jemandem der auch fibro hat und die Drages ausprobierte , sie war sehr begeisterd .Sie sagte dass sich auch die Lebensqualidät sich bessert.
Sobald ich die genaue beschreibung habe werde ich sie dir weitergben.

gute besserung Vera

von diddli - am 02.04.2004 15:47
Hey, Ihr seid wirklich klasse!

Ganz vielen Dank für Eure vielen Antworten! Hmmmm, das hört sich ja echt so an, als ob ich noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht hätte, was? Muskelrelaxantien helfen bei mir leider nicht, aber Ihr habt mir schon mal ziemlich viele Anregungen gegeben, wo es sich lohnt, weiter zu suchen (und wo ich am besten erst gar nicht weiterzusuchen brauche ;)).

Vielen Dank und Euch auch gute Besserung!

von Alterego - am 02.04.2004 20:02
hallo Alterego,
zum einschlafen könnte dir vielleicht auch diese übung helfen, die hab' ich von einer physiotherapeutin einer fibro-gruppe, und einigen in der gruppe hat sie sehr geholfen:
du legst dich flach auf den bauch, kopf zur rechten seite gedreht, und winkelst das rechte bein an, und zwar so, dass ober- und unterschenkel einen rechten winkel bilden (wenn möglich natürlich immer nur), der rechte arm liegt abgewinkelt neben dem körper, hand nach oben, handfläche nach unten. der linke arm liegt lang neben dem körper, mit der handfläche auf der matratze, das linke bein ist ausgestreckt und wenn möglich noch etwas zur linken seite verschoben, so dass der winkel zwischen beiden beinen größer wird. geh' langsam in diese haltung, stück für stück, und spüre dann deinem atem nach. wenn du verspannungen an irgendeiner stelle spürst geh' mit deiner "bewusstseinshand" (deine gedachte hand, also in der vorstellung) über diese stelle und streichel mehrmals darüber, wenn das nicht hilft verändere die position entsprechend. und dann auch die seite wechseln, d.h. dasgleiche mit der anderen körperhälfte.
ausprobieren lohnt sich, ich mache diese übung zur zeit morgens und abends im bett und finde es sehr angenehm, dass sich dadurch bei mir eine tiefe bauchatmung einstellt.
ein schönes wochenende wünscht
Tashina

von tashina - am 03.04.2004 07:43
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