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Fibromyalgie Erfahrungsaustausch
Beiträge im Thema:
11
Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
heike fibro, Monika D. (Admin), Kakin

Lactose-Intoleranz weit verbreitet

Startbeitrag von Monika D. (Admin) am 23.01.2005 15:45

Hallo allerseits,

erst neulich hatten wir das Thema Lebensmittelunverträglichkeit und ich bin da gleich mit meinem Lieblingsthema Glutenunverträglichkeit eingestiegen. Ich hoffe, man verzeiht mir, denn für mich hat das wirklich die allergrößte Bedeutung. Okay, von Glutenunverträglichkeit sind nach gegenwärtigem Wissensstand ungefähr 0,5 % der Bevölkerung betroffen, rein statistisch könnte demnach auch etwa jeder 4. Fibro zu den Betroffenen gehören. Allerdings wissen nur zwischen 5 und 10 % der Betroffenen von ihrer Glutenunverträglichkeit, die restlichen 90 - 95 % sind entweder (noch) weitgehend symptomlos oder glauben weiterhin an "Reizdarm".

Serh viel häufiger als Glutenunverträglichkeit ist die Milchzucker-Intoleranz. Etwa 15 % der Erwachsenen sind davon betroffen. Kaum zu glauben, wenn man sich die überquellenden Regale mit Milchprodukten in den Supermärkten anschaut. Mich interessieren in dieser Abteilung nur noch wenige Zentimeter, auf denen nämlich die lactosefreien Milchprodukte zu finden sind. Ein teurer Spaß, aber dafür verträglich!!!

Dazu noch ein ganz aktueller Lesetipp: [www.mysan.de]

Gruß
Monika



Antworten:

Hallo Monika !
Ich bin Dir sehr dankbar für diesen Hinweis. In der Tat können Zusammenhänge mit Fibro und Nahrungsmittelallergie bestehen. Dein Bericht kam gerade zur Rechten Zeit. Hatte am Freitag einen Termin beim Arzt und habe sofort das Thema angesprochen. Auch er war der Meinung der Sache einmal näher auf den Grund zu gehen. Jetzt geht erst einmal die Suche los. Stuhluntersuchung auf Gliandin dann soll ich die Milch weglassen. Hast Du eine bessere Idee zum Austesten? Bin etwas ungeduldig. Weiß nicht genau ob Milch oder Fruchtzucker da ich nach Mandarinen auch schon man Probleme hatte.
Hat jemand eine Idee ?
Gruss Heike

von heike fibro - am 23.01.2005 15:54
Hallo Heike,

Stuhluntersuchung auf Gliadin - okay, wenn Du das bezahlen willst. Diese Untersuchung gehört nicht zu den anerkannten Methoden der Sprue-Diagnostik. Folglich zweifle ich ein wenig, ob das über die gesetzliche KK abgerechnet werden kann.

Milch weglassen? Na ja, dann aber auch Joghurt, Quark, Frischkäse usw. Und in wievielen Lebensmitteln, bei denen man es nicht ahnt, ist Milchzucker drin???? Als Weg zur Diagnose - bei eventuller Unverträglichkeit gegenüber mehreren Stoffe - ist dieser Rat leider nicht unbedingt tauglich. Eine evtl. Laktose-Intoleranz sollte über einen H2-Atemtest bestimmt werden. D.h. es wird auf nüchternen Magen der Wasserstoffgehalt in der Atemluft gemessen, dann eine definierte Menge Laktose-Lösung getrunken und dann zwei Stunden lang alle 15 Min. wieder gepustet und gemessen. Wenn der H2-Gehalt über einen bestimmten Wert hinweg ansteigt und gleichzeitig auch noch Symptome wie Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall auftreten, dann ist damit eine LI nachgewiesen. Ebenso geht man bei Verdacht auf Fruchtzuckermalabsorbtion oder Sorbitunverträglichkeit vor. Man ist mit diesen Tests also drei Vormittage lang beschäftigt, aber hinterher weiß man wenigstens auch eindeutig, was Sache ist. Bei Sorbit läuft der Test über drei Stunden und bei mir war es tatsächlich so, dass erst in der dritten Stunde Beschwerden aufgetreten sind. Ich war mir da sehr unsicher, ob das, was da an Schmerzen aufkam, überhaupt mit dem Sorbit zu tun hat (schließlich kennt man als Fibro ja genügend Schmerzen "ohne Grund"), aber die Labor-Mitarbeiter mit ihrer Erfahrung, die konnten es zuordnen.

Leider ist es so, dass Allgemeinärzte manchmal nicht einmal wissen, dass es solche Tests gibt und selbst bei Gastroenterologen kann man nicht unbedingt sicher sein, dass dieses Testverfahren angewandt wird. Manchmal wird Diagnostik über den Blutzuckermessungen angeboten, aber das ist unspezifisch und unzuverlässig. Danach dürfte ich z.B. keine LI haben - und ich kann Dir sagen, so ein Ergebnis ist sehr verunsichernd, wenn Bauch und Labor zwei gegensätzliche Meinungen vertreten! Also mein Tipp dazu: Vorher fragen, welche Testmethoden angewandt werden und dann vielleicht doch noch mal im Internet informieren, was es mit der jeweiligen Methode auf sich hat.

Lesen sollte man auf jeden Fall auch diesen Spiegel-Artikel vom 3.1.2005: [www.spiegel.de]
Allerdings ist die Empfehlung mittels Pricktest und IgE-Antikörper im Falle eine Glutenunverträglichkeit nicht zielführend. Da müssen andere Tests ran: Sofern kein IgA-Mangel besteht, geht es über die Bestimmung der IgA-Antikörper gegen
Gewebs-Transglutaminase (tTG)
Endomysium (EMA)
Gliadin (AGA)
- Bei IgA-Mangel müssen zusätzlich die IgG-Antikörper bestimmt werden gegen:
Gliadin (AGA)
Gewebs-Transglutaminase (tTG)

Gegenwärtig gilt die Gewebs-Transglutaminase (tTG) als das wichtigste Antigen bei der Zöliakie-Diagnostik. Ein entsprechender kostengünstiger Test wurde erst vor wenigen Jahren in D entwickelt. Da er auch für Screeninguntersuchungen z.B. bei Blutspendern geeignet ist, entdeckte man anhand dieses Tests, dass sehr, sehr viel mehr Menschen von Glutenunverträglichkeit betroffen sind, als man bisher annahm. Man weiß seither auch, dass die bisher als typisch betrachteten Symptome keineswegs typisch sind, sondern dass viele Fälle "stumm" verlaufen oder mit unspezifischen Symptomen. Bis dieser Test kam, war die Zöliakie bzw. Sprue in USA praktisch unbekannt, d.h. wurde so gut wie niemals diagnostiziert. Nun stellt sich heraus, dass die Sprue dort genauso verbreitet ist wie in Europa. Und trotzdem: Ein negativer Antikörpertest schließt eine Zöliakie/Sprue nicht sicher aus! Und selbst die obligatorische Dünndarmbiopsie kann in Einzelfällen unauffällig bleiben. Und was leider immer noch als wichtiger Hinweis auf Sprue gilt, nämlich Gewichtsverlust, das stimmt - zumindest bei Erwachsenen - offenbar auch nicht. Ich kenne inzwischen eine ganze Reihe von zweifelsfrei diagnostizierten Fällen, die durchaus übergewichtig sind. In diesem gesamten Dilemma gilt: Letztlich beweisend ist bei Leuten, die Beschwerden haben, nur das Ansprechen auf eine glutenfreie Ernährung. Und die ist ohne entsprechende Kenntnisse gar nicht so einfach einzuhalten!

Gruß
Monika

Hier noch ein Hinweis auf einen sehr lesenswerten Bericht: [www.zoeliakie-treff.de]

von Monika D. (Admin) - am 24.01.2005 12:33
Hallo Monika !
Puh das hört sich ja super kompliziert an. Also werde ich mit meinem Arzt ( Allgemeinmediziner) wohl noch einmal reden müssen.Mal gucken was er dazu sagt .Danke Dir für die hilfreiche Info.
Kennst Du zufällig einen guten Arzt auf diesem Gebiet in Wuppertal?
Schwere Frage was ?
Gruss Heike

von heike fibro - am 24.01.2005 16:55
Hallo Heike,

erkundige Dich doch mal bei der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft. Die können Dir Ärzte in Deiner Gegend nennen, die entsprechende Diagnostik durchführen. Telefonnummer findest Du auf www.dzg-online.de.

Viele Grüße
Monika

von Monika D. (Admin) - am 24.01.2005 21:00
Hallo Monika !
Ich danke Dir herzlich für Deinen Tip mit der Nahrungsmittelunverträglichkeit.
Bei mir ist auch festgestellt worden, das ich eine Laktoseintolleranz haben und eine Fructoseintolleranz.Unteranderem eine Amalganvergiftung im Körper.
Die Fibromyalgie kann durchaus dadurch entstanden sein. Jetzt heißt es radikale Nahrungsumstellung.(Gar nicht so einfach!!!!!) Weiß noch nicht geanu wie aber das kommt. Schön das ich weiß das es eine Ursache hat und die Schmerzen in den Griff zu bekommen sind. Hartnäckigkeit bei Ärzten zahlt sich doch aus.Man kennt seinen Körper eben doch am Besten.Wenn Du einen Tip zur Ernährung in dem Fall hast oder eine Internetseite wäre ich Dir sehr dankbar.
Vielen Dank
Heike

von heike fibro - am 02.02.2005 18:29
Hallo Heike,
auch ich leide unter verschiedenen Nahrungsmittelunverträglichkeiten,
z.B. auf Milcheiweiß, glutenhaltige Getreide, Nüsse aber auch unter Fructoseintoleranz, die mich schon sehr gequält hat.
Gute Informationen dazu findest Du bei:

1. www.Fructose.at
unter "bitte auswählen"

2. www.Selbsthilfegruppe für Fructosemalabsorption

3. www.Fruktosemalabsorption-Wikipedia

Freundl. Gruß

Karin

von Kakin - am 02.02.2005 21:11
Hallo Heike,
auch ich leide unter verschiedenen Nahrungsmittelunverträglichkeiten,
z.B. auf Milcheiweiß, glutenhaltige Getreide, Nüsse aber auch unter Fructoseintoleranz, die mich schon sehr gequält hat.
Gute Informationen dazu findest Du bei:

1. www.Fructose.at
unter "bitte auswählen"

2. [www.fructose.at.gs]

3. [de.wikipedia.org]

Freundl. Gruß

Karin

von Kakin - am 02.02.2005 22:30
Hallo Heike,

das mit der Laktoseintoleranz ist gar nicht so schwer zu bewältigen - finde ich jedenfalls. Okay, ich mußte mich ohnehin von so vielen "normalen" Lebensmitteln verabschieden bzw. muß ich genau drauf achten, welche Stoffe enthalten sind, dass ich schon aus Bequemlichkeit so gut es geht auf verarbeitete Lebensmittel verzichte.

Es gibt laktosefreie Milch "Minus-L". Unter der gleichen Marke auch Sahne, Joghurt, Schokodrink, Schokopudding und ich glaube auch Quark. Ich kaufe nur die Milch und Sahne und gelegentlich mal Joghurt, weil ich lieber - weil sehr viel günstiger - selbst Joghurt aus lf Milch ansetze. Die Schoko-Dinger sind leider nicht glutenfrei und deshalb für mich tabu. Bei Käse achte ich darauf, dass ich relativ alten Käse nehme, bei dem die Laktose schon vollständig abgebaut ist. Weil auch etliche Käsesorten nicht glutenfrei sind, ist meine Auswahl da ohnehin eingeschränkt.

Zur Fruktoseintoleranz kann ich keine Erfahrungen beisteuern. Linktipps dazu hast Du ja schon von Karin bekommen.

Ganz wichtig zu wissen ist, dass Laktoseintoleranz und Fruktosemalabsorption oft auch ein Mengenproblem ist. D.h manchen Leuten machen kleine Mengen so gut wie nichts aus. Beschwerden aufgrund von Diätfehlern sind auch schnell wieder vorbei. Ganz anders ist es bei Glutenunverträglichkeit. Da reichen schon minimalste Spuren aus, um die darmschleimhautschädigenden Prozesse in Gang zusetzen und die Schleimhaut durchlässig zu machen für Stoffe, die für den Körper Gift sind. Und da hat man dann auf jeden Fall längere Zeit etwas davon, etwas, auf das man gerne verzichten würde!

Übrigens finde ich es ganz schön irritierend, dass da nun auch noch eine Amalgamvergiftung hervorgezaubert wird. Mittels welcher diagnostischen Methode??? Man könnte fast meinen, der Arzt hat Bammel davor, dass Du plötzlich zu gesund wirst (wenn Du Dich entsprechend der hoffentlich einwandfrei nachgewiesenen Unverträglichkeiten ernährst) und möchte noch schnell, schnell die Chance nutzen, Dir mit "Ausleitung" usw. den Geldbeutel zu erleichtern. Du hast da ein echtes Problem auf den Tisch gebracht. Du wärst leider nicht die Erste, bei der eine echte und nachweisbare Lebensmittelunverträglichkeit ausgenützt wird, um gleich auch noch ein paar weniger seriöse Sachen unterzujubeln, die dann einerseit ordentlich Geld kosten, andererseits den Betroffenen genau in die Ecke schieben, aus der er sich gerade zu retten versucht, nämlich der Ecke der mutmaßlich hypochondrischen oder eingebildeten Krankheiten. Holzauge, sei wachsam! ;)

Gruß
Monika

von Monika D. (Admin) - am 02.02.2005 23:21
Hallo Kajkin !
Danke für die Infoquelle werde geleich einm,al nachschauen.
Gruss Heike

von heike fibro - am 03.02.2005 19:25
Hallo Monika !
Danke für Deine Tips zur Ernährung. War heute auch Unterwegs und hab mich schlau gemacht. Ich werde ersteinmal 4 Wochen (mindestens) versuchen streng zu leben, damit die Entzündung aus dem Darm geht. Danach möchte ich langsam austesten was geht.
Zu Deiner Info mit dem Amálgan kann ich dich beruhigen. Das hat mit Geldmacherrei sicher nichts zu tun. Diesem Arzt kann ich vertrauen und obendrein bin ich nicht ganz fachfremd und lass mich nach meinen Erfahrungen mit Ärzten und untersuchungen nicht so einfach belullen.Bevor ich etwas annehme muß ich davon überzeugt sein. Das es "nur" Fibro ist konnte ich zum Beispiel nicht glauben, für mich muste das immer eine Ursache haben. Von diesem Gedan´ken wusste mein Arzt aber nichts.Siehe da dank deiner Hilfe wußte ich auch in welcher Richtung ich suchen musste.So jetzt heißt es streng nach Regeln essen. Vielen dank das Du mir den Hinweis mit den Ärzten gegeben hast. Leider gibt es zu viele Schalatane.Ich bin ja auch nicht verzweifelt auf der Suche gewesen, da nimmt man ja schon einmal schneller jeden Rat an.Ich werde weiter wachsam sein. Danke Heike

von heike fibro - am 03.02.2005 19:34
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