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Fibromyalgie Erfahrungsaustausch
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Erster Beitrag:
vor 13 Jahren
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren
Beteiligte Autoren:
brokendreams, Monika D. (Admin), Karin-Nana, Flummie, neumann eva, urmeli_et, Josie1956, Kakin

neu hier und ein paar Fragen:-)

Startbeitrag von brokendreams am 29.06.2005 19:50

Hallo,
ich bin neu hier .
Ich bin 30 Jahre alt und komme aus Niederbayern ( falls es jemanden interessiert *g* )

Hin und Wieder hab ich mal bei euch reingeschaut , sozusagen als stille Beobachterin. Jetzt habe ich ein paar Fragen und
hoffe dass ihr mir helfen könnt.

Also : ich habe seit Jahren die Beschwerden, die ihr sicherlich auch alle habt. Bin von Arzt zu Arzt und keiner konnte mir helfen. Ich hab schon geglaubt dass ich mir alles nur einbilde,bis mir eine Bekannte von Fibromyalgie erzählt hat.
Mein Hausarzt hat gesagt , dass es durchaus möglich ist und hat mir gleich Amitripylin (25 mg)verschrieben.
Zusammen mit dem Schmerzmittel Bextra *nachtrauer* war ich sogut wie beschwerdefrei.
Mein größtes Problem ist das aufstehen am Morgen.
Ich brauche mindestens 2 Stunden um klar denken zu können.
Bis vor kurzem wars bei meiner Arbeit kein Problem. Meine Abteilungsleiterin wusste davon und hat mich nur zum Spätdienst eingeteilt.Jetzt will sie mich aber aus der firma rausekeln (zusammen mit einigen anderen) , also ist sie zum Chef und hat ihm davon berichtet. Die haben dann ein ärztliches Attest verlangt, das ich gleich abgeliefert habe. ist ja soweit kein problem. Der Chef wollte das dann vom Betriebsarzt prüfen lassen und ich glaube dass der betreffende Arzt dann gleich 2 Minuten über Fibro nachgegoogelt hat :-(.
Jedenfalls meint er dass meine Müdigkeit nicht mehr vom Amitriptylin kommen kann und irgendwie stellt er mich als Simulantin dar, obwohl er mich noch nie gesehen/gesprochen hat.
Jedenfalls meint er, ich soll NUR noch Frühschichten machen und die Pille um 17 Uhr abends nehmen.Das hiesse, dass ich um 19 Uhr einschlafe, bis 6 durchschlafe, genausonen blöden Kopf habe wie sonst auch nachm aufstehen,und dann zur Arbeit fahre. Freizeit 0, nur noch arbeiten und schlafen.... echt toll.
Meine Frage an euch ist: wie ist das mitm autofahren am morgen?
Wenn ich mich nicht fahrtüchtig und benebelt fühle, dann erlischt doch normal mein Versicherungsschutz im Schadensfalle, oder?
Und:Riskiere ich dabei meinen Führerschein wenn ich mich so ans Steuer setze?
Was kann ich machen um die "Entscheidung" des Betriebsarztes anzufechten?
Meinen Hausarzt nehme ich mir morgen zur Brust. der hat ohne Schweigepflichtsentbindung über mich telefonisch Auskunft gegeben.
Mir ist klar, dass sie mich aus meinem Arbeitsplatz rausekeln wollen, aber darf man mir (Festvertrag-3 Jahre dort angestellt) deswegen kündigen ? Ich war noch nie wegen meinen Beschwerden krankgeschrieben- hab immer Zähne zusammengbissen und die Schmerzen (ich muss 7 Stunden am Stück stehen) ohne jammern ertragen.

Antworten:

Hallo,

also, dass Du Einiges riskierst, wenn Du Dich ans Steuer setzt und eigentlich weisst, dass Du nicht fahrtüchtig bist, das ist klar. Dabei geht es ja nicht nur um Deinen Versicherungsschutz, sondern es geht auch darum, dass Du andere auch gefährdest.
Hier mal in Kurzform und auszugsweise der § 315c ff Strafgesetzbuch, wen es interessiert kann ja den Rest direkt im Gesetzbuch nachlesen :
Wer im Straßenverkehr
1. ein Fahrzeug führt, obwohl er
a) infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel, oder infolge geistiger oder körperlicher Mängel nicht in der Lage ist das Fahrzeug sicher zu führen und dadurch Leib oder Leben eines Anderen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) in den Fällen des Absatzes 1 Nr. 1 ist der Versuch strafbar.

§ 316 stellt unter der gleichen Voraussetzung „Trunkenheit“ alles unter Strafe was in § 315 c nicht genannt wurde!

Wichtig auch zu beachten, dass der Gesetzgeber von FAHRZEUGEN und nicht von Kraftfahrzeugen spricht. Also auch Fahrrad, Kutsche und ähnliches....

Wenn auf dem Waschzettel (Medikamentenbeilage) steht, dass es Auswirkungen bzw.Einfluss auf das Führen von Kraftfahrzeugen und Maschinen haben kann, bist Du der Looser, wenn Du fährst und es passiert etwas.Es ist grundsätzlich und ohne Ausnahme der Kraftfahrzeugführer für das Einschätzen seiner Leistungsfähigkeit selbst verantwortlich!

Zum zweiten Punkt, nämlich Deiner Arbeitszeit. Was steht denn in Deinem Arbeitsvertrag über die Einteilung der Arbeitszeiten, bzw. über die Schichtzeiten? Das wäre ausschlaggebend bei der Frage, ob es zulässig ist Dich ständig zum Frühdienst einzuteilen.
Habt Ihr einen Betriebsrat oder eine andere Personalvertretung? Das wäre eine Anlaufstelle um solche Fragen mal generell abzuklären - wenn es eben im Arbeitsvertrag nicht festgehalten ist. Und ob Dir trotz Festvertrag gekündigt werden kann? Im Prinzip ja, denn eine betriebsbedingte Kündigung ist nun mal leider fast immer möglich. Allerdings müssen da dann unter anderem auch die sozialen Hintergründe des Mitarbeiters berücksichtigt werden, und was da auf Dich zutrifft (zB Alleinverdiener, Alleinerziehend, Schwerbehindert, Dauer der Betriebszugehörigkeit u.ä.) geht aus Deinem Posting nicht hervor.

Zu den Medikamenten und der morgendlichen Müdigkeit. Ich nehme seit etwa 2 Jahren unter anderem Katadolon, kann seitdem weitgehend wieder gut schlafen und bin morgens eigentlich fit. Du kannst mal oben in der Suchfunktion nach Katadolon suchen, da findest Du ganz viele Beiträge dazu.

Alles Gute und liebe Grüße
Josie

PS: Es wäre sehr nett, wenn Du vielelicht irgendeinen Namen hättest (muss ja nicht Dein richtiger sein ;-), dann könnte man Dich auch direkt ansprechen und nicht nur "Hallo" rufen ;-)

von Josie1956 - am 30.06.2005 05:57
Hallo,

kein Arzt darf sich, ohne einen Patienten gesehen zu haben, zu dessen Krankheit äußern, zumindest darf er keine eigene Meinung dazu haben, die der Beurteilung eines behandelnden Arztes widerspricht. Das würde gegen ärztliches Standesrecht verstoßen. Eine so zustandegekommene Entscheidung ist auf jeden Fall anfechtbar.

Aber, Du hast uns nicht verraten, was in dem Attest Deines Hausarztes drin steht. Vielleicht war da ja etwas in sich widersprüchlich und der Betriebsarzt mußte deshalb nachhaken?

Wie dem auch sei, ich finde es skandalös, wenn jemand, der sich bemüht, mit seinen Beschwerden so klar zu kommen, dass er arbeitsfähig ist und bleibt, dann durch solche Winkelzüge ausgesondert werden soll. Denn die Entwicklung ist ja abzusehen. Vielleicht solltest Du Dich noch mal persönlich an den Betriebsarzt wenden? Schließlich kann und darf es ja nicht seine Aufgabe sein, jemanden in die Arbeitsunfähigkeit hineinzutreiben!

Alles Gute,
Monika

von Monika D. (Admin) - am 30.06.2005 08:07
Hallo .
danke für eure schnellen Antworten.
Mein Name ist Kerstin *knicksmach* ;-)
Ich bin geschieden und habe keine Kinder.
Ich arbeite in der Cafeteria einer orthopädischen Rehaklinik.
In meinem Arbeitsvertrag steht nichts über Schichtarbeit, es steht nur 30 Stunden/Woche.
Im Attest meines Hausarztes steht: dass ich wegen Fibro und Depressionen Amitriptylin nehme und dass ich deswegen und wegen der auftretenden Nebenwirkungen von der Frühschicht zu befreien bin. Das Attest hat aber noch nie gezählt, ich wurde trotzdem gezwungen Frühschichten zu übernehmen.
Unseren betriebsrat kann man in der Pfeiffe rauchen, meine Abteilungsleiterin, die mich raushaben will, ist dort dabei.
Und die anderen BR-Mitglieder sind eigentlich desinteressiert oder haben Angst aufzumucken .
Meine Schichten sind manchmal so eingeteilt, dass ich 23 Uhr abends heimkomme und am nächsten Morgen um 7 wieder antreten muss. ( Arbeitsweg ca 17 km einfache Strecke)
und ich fühle mich definitiv nicht dazu in der Lage dann so früh autozufahren.
Ich besuche jetzt gleich meinen hausarzt und mach ihn zur Schnecke dass er ohne Schweigepflichtsentbindung über mich telefonisch Auskunft gegeben hat ;-)
Behinderung liegt bei mir noch keine vor... jedenfalls hab ich bis jetzt noch keine feststellen lassen... aus Angst davor dass mir wieder keiner glaubt.
Ich berichte euch später was der hausarzt gesagt hat.
bis dahin.... danke nochmal fürs Romane lesen *g*



von brokendreams - am 30.06.2005 09:00
So... jetzt war ich beim Hausarzt und wollte ihn zur Schnecke machen.
Er hat mir aber mehrmals versichert, dass er zwar einen Anruf vom BA erhalten hat , der ihn wüst beschimpft hat, aber dass er keinerlei Auskünfte über mich gegeben hat.
Also hat sich der BA irgendwas zusammengereimt und dann einen utopischen Brief an meinen Chef geschrieben.
Mein Hausarzt ist stinkesauer, weil der Betriebsarzt seine Kompetenz in Frage gestellt hat und sich in die gut anschlagende Therapie einmischen wollte.
Ausserdem sagt er dass es nicht sein kann, dass er mir ein Attest schreibt, dass ich von Frühschichten zu befreien bin und keiner Rücksicht drauf nimmt.
Ich weiss jetzt wirfklich nicht mehr weiter...der gabze Stress , die Mobberei und die psychische Belastung wirken sich natürlich toll auf meine Schmerzen aus.Hab gerade 5 Minuten gebraucht um die Treppe in den ersten Stock hochzukommen.

Danke fürs "zuhören" und dafür dass ich mich auskotzen durfte :-)



von brokendreams - am 30.06.2005 12:06
Hallo Kerstin,

versuche zu relaxen. Dein Hausarzt steht hinter Dir und hinter seinem Behandlungsansatz. Das ist doch schon mal das Allerwichtigste. Wenn ich alles richtig verstanden habe, dann müßte es eigentlich so weiter gehen, dass Dein Hausarzt sich "auf anderer Ebene" mit dem Betriebsarzt auseinandersetzt.

Laß' es Dir wieder besser gehen,
Monika

von Monika D. (Admin) - am 30.06.2005 12:32
Hallo Kerstin,

das Problem mit dem Amitriptylin kenne ich auch.
Es ist zwar wunderbar, wenn man relativ gut schlafen kann, aber das nützt alles nichts, wenn man am nächsten Tag wie durch den Nebel geht!
Meine Ärztin wollte auch lange nicht glauben, dass ich mit diesem Medikament nicht klarkomme. Ich muss auch 50km einfache Strecke auf die Arbeit fahren, und das war mir damit einfach nicht möglich!
Irgendwann bin ich dann zu ihr gegangen, und habe ihr klar und deutlich gesagt, dass ich so nicht arbeiten kann. Daraufhin hat sie mich krankgeschrieben, um mich auf das Medikament "einzustellen". Es ist nicht besser geworden.
Inzwischen bin ich seit fast acht Wochen zuhause, und sie versucht es jetzt mit Insidon. Allerdings ist das nur minimal besser, und ich bin immer noch nicht fähig, arbeiten zu gehen.
Inzwischen scheint sie leider nicht mehr weiterzuwissen, und versucht, mich auf ganz auf die Psychoschiene zu schieben, dass ich ja nur nicht arbeiten will, und ob ich denn Probleme auf der Arbeit hätte... *kopfschüttel*
Vielleicht versuchst du`s ja mal mit dem Insidon. Das ist wirklich nicht so "hart" wie das Amitriptylin. Vielleicht kommst du damit besser klar?

Ich drücke dir die Daumen, dass das in deiner Firma halbwegs gut ausgeht für dich.

Laß` dich nicht unterkriegen!

Liebe Grüße,

Eva

von urmeli_et - am 30.06.2005 15:06
Hallo,
danke für eure guten Wünsche ... ich freue mich dass ich endlich Leute gefunden habe, die mich verstehen .
Mein Problem beim Amitriptylin sind ja "nur" die ersten 2 Stunden nachm aufstehen, ansonsten komme ich eigentlich gut damit klar ( wenn man mal von der Gewichtszunahme absieht *g*)
Ich habe meinem Hausarzt erlaubt , meinem Chef (und niemandem sonst) telefonisch Auskunft zu geben, weil er denkt dass alles was jetzt was jetzt noch kommen wird, nur noch ein Machtkampf zwischen ihm und unserem Betriebsarzt ist.
Ich habe mich auch auf einem Arbeitsrechtsforum schlau gemacht, wie die rechtliche Seite aussieht , zB. weil sie das ärztliche Attest nicht anerkennen und so.
Bis jetzt *gottseidank* zweifelt noch keiner an meinem Arbeitswillen. Und ich denke, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis es zu einer Krankmeldung meinerseits kommen muss.
Fakt ist: die 2 Leute die mich aus der Firma rausmobben wollen , die reiben sich schon die Hände und freuen
sich auf eine Niederlage meinerseits.
Wie meine Oma immer sagte : man darf ruhig mal auf die Schnauze fallen, man muss nur immer wieder aufstehen!!!
Irgendwie wird es schon weitergehen.... Soweit ich bei euch rausgelesen habe, bin ich ja nicht die Einzige die Probleme mit dem Arbeitgeber hat ;-)
Irgendwann werden wir alle siegen- oder wenigstens das Recht zugestanden bekommen, dass wir eben nicht soooo belastbar sind wie andere.
In diesem Sinne ;-)
schönen Abend noch :-)



von brokendreams - am 30.06.2005 18:45
Hallo Kerstin,
vielleicht könntest Du mal ausprobieren, die Dosis Amitriptylin zu halbieren,
also nur 12,5 mg einnehmen. Evl. würde das jetzt im Sommer reichen. Das habe ich eine Zeitlang gemacht und kam gut zurecht damit.
Manche nehmen Amitriptylin als Lösung ein und kommen mit wenig Tropfen zurecht. Man kann die gezielter dosieren.

Alles Gute
Karin

von Kakin - am 30.06.2005 20:23
Hallo Karin,

jetzt bin ich in einer Zwickmühle, denn einerseits hast Du recht, dass bei Einsatz von Amitriptylin gegen Schmerzen eine geringere Dosis zweckmäßig ist, andererseits kann es nicht angehen, dass hier direkte Empfehlungen gegeben werden, die auf eine selbständige Änderung der Einnahme eines verordnungspflichtigen Medikaments beziehen.

Wir müssen uns irgendwie mit der unschönen Situation arrangieren, dass viele Ärzte nur über ein sehr oberflächliches Wissen bezüglich des eigentlichen Zwecks des Antidepressiva-Einsatzes bei Fibromyalgie haben. Aber es ist uns nicht möglich im Einzelfall zu beurteilen, warum welche Dosis verordnet wurde und es gibt somit auch keine Grundlage für persönliche Empfehlungen. Aber natürlich darf und soll hier jeder seine eigenen Erfahrungen kundtun! Ich setze dann noch eins drauf und berichte, wenn ich gerade Zeit und Lust habe, dann auch noch von der durch Studien gesicherten Basis. Und danach ist es wohl wirklich so, dass - wenn überhaupt - eine sehr kleine Menge Amitriptylin (10 mg) gut hilft, die körpereigenen Schmerzkontrolleure wieder auf Zack zu bringen, d.h. eine Dosis, die bei echten Depressionen aber viel zu gering wäre. Deshalb ist es im Zweifelsfalle immer sinnvoll, noch mal beim Arzt nachzufragen, mit welcher Zielrichtung - Schmerzhemmung oder Depressionen - das Amitriptylin verordnet wurde. Die schmerzhemmende Wirkung gibt es bei etwa 35 % der Schmerzpatienten, also nicht nur bei Fibros, aber man versucht es halt bei fast allen.

Mehr kann ich dazu nicht sagen, denn ich wurde ganz schnell und aus guten Gründen zum Verweigerer.

Gruß
Monika

von Monika D. (Admin) - am 01.07.2005 07:10
hallo! allen zusammen,
ich habe auch am 20.6.05 die bestätigung auf meinen verdacht,fibro zu haben,bekommen.der rheumatologe hat mir auch amitriptylin 10mg verschrieben.bis jetzt hat es mir noch nicht so richtig geholfen.seit fast zwei wochen habe überwiegend schmerzen in den händen ansonsten sind meine beine mein hauptproblem.
der arzt hat mir erlaubt ,die dosis der tabletten auf zwei am abend zu erhöhen,was ich heute abend auch mal tun werde.mein schlaf ist nämlich immer noch nicht der beste.
übrigens bin ich mit dem bericht an meine hausärztin,in dem empfehlungen,wie physiotherapie,progressive relaxation nach jacobsen und das erlernen von strategien zur schmerzbewältigung,mehr oder weniger erwartungsvoll zu ihr hin.

sie übrigens von vorne rein nicht der meinung das es sich bei mir um fibro handeln könnte.obwohl wir gemeisam schon seit ca.eineinhalb jahren auf der suche nach einem grund für meine schmerzzustände sind.
sie hat den brief zur kenntnis genommen und meinte dann "tja damit müßen sie jetzt leben,aber an ihrer stelle würde ich mich auf depressionen untersuchen lassen".das wars,die sieht mich nicht wieder.ich erwarte eigentlich von einem hausarzt ein bisschen mehr einfühlungsvermögen und gerade bei einer chronischen erkrankung,auch unterstützung.nächste woche begebe ich auf die suche nach so einem exemplar!!
so das mußte ich mir jetzt erst mal von der seele schreiben!
danke für´s lesen.
viele liebe grüße an alle schmerzgeplagten von
Eva aus St.Augustin bei Bonn

von neumann eva - am 01.07.2005 15:52
Hallo Kerstin,

es tut mir leid, daß du jetzt auch den typischen Weg der Fibros, die noch im Arbeitsprozeß stecken, gehen mußt.

Die wenigsten Chefs sind begeistert von einer Mitarbeiterin, die eine chronische Krankheit hat. Auch die wenigsten Kollegen wollen so jemanden an ihrer Seite haben. Da nutzt es nichts, daß du noch nie wegen der Fibro gefehlt hast. Alleine die Tatsache, daß du vielleicht irgendwann mal länger oder auch öfters ausfallen kannst, reicht dann schon :-(

Da brauchst du ein dickes Fell und viel Rückendeckung, um das durchzustehen. Aber ich schätze dich alleine von deinen Postings so ein, daß du dich so schnell nicht unterkriegen läßt.

Was das Amitriptylin angeht, kam ich auch nicht zurecht. Ich hatte mit Tabletten angefangen (25 mg). Dann nach kurzer Zeit die Dosis ständig herunter dosiert (ging mit den alternativ verschriebenen Tropfen dann ganz gut). Aber selbst bei niedriger Dosierung war ich früh ständig "neben mir". Auch die Gewichtszunahme hat mich riesig gestört. Ich fand dann, daß die unerwünschten Begleiterscheinungen viel höher war als der Nutzen und hab es in Absprache mit meinem HA abgesetzt.

Vielleicht wärst du auch bei einem Schmerztherapeuten besser aufgehoben. Ich hatte bei meinem Schmerzdoc das Gefühl, daß er sich viel besser mit den verschiedenen Möglichkeiten zur Schmerzlinderung, mit der Fibro und den damit verbundenen Nebenwirkungen auskennt, als mein HA oder der Internist.

Leider haben die Schmerztherapeuten in der Regel einige Wartezeit, so daß du dich vielleicht schnell nach einem umsehen solltest.

LG und viel Glück

Karin

von Karin-Nana - am 02.07.2005 09:35
Hallo Ihr!

Nun möchte ich auch mal wieder was dazu sagen btw...schreibseln.
Bei mir steht auch eine Amtsärztliche Überprüfung auf Druck des Arbeitgebers
bevor.Chef möcht mich raushaben aus dem Betrieb.
Wegen Fibro ,Schmerzen und Depression kann ich seit 1 halben Jahr nicht mehr arbeiten.
Mein Chef ist da nicht unschuldig.Es war wie bei Dir brokendreams ,ich hatte um
erleichterten Arbeitsplatz gebeten ,der chef stimmte zu :Förderung durch die BfA als erleichterter Arbeitsplatz nach Reha! Jippie dachte ich ,ich konnte trotz Amityptilin und Co arbeiten ,wenigstens halbtags.
Doch die Förderung lief aus und der Druck der Firma wurde wieder heftig.
Ich hab das dann kräftemäßig nicht mehr durchgehalten und bin jetzt krankgeschrieben.
Du solltest Dir überlegen ,ob du das durchhälst.Leider denken Firmen immer zuerst ans Geschäft.Ich hab 3 Jahre gekämpft und werde den Arbeitsplatz nun wohl verlieren.Ich könnte in diesem Betriebsklima auch nicht mehr durchhalten,bei Stress und Mobbing /Bossing werden die Schmerzen immer viel schlimmer,ich habs ja mitgemacht.
Ob du einen Grad der Behinderung beantragst überlege dir ,falls du eine neue Arbeit suchen müsstest ist das leider hinderlich.
vielleicht kannst du eine Reha beantragen ,aus einer krankschreibung heraus geht das meist schneller.dann könntest du kraft schöpfen ,evtl.eine förderung erhalten ,so das du deinen Arbeitsplatz noch möglichst lange behalten könntest.
Denn Fibro verschwindet leider nicht und leben müssen wir ja auch von etwas.
Ich war jetzt lange im Krankenhaus ,weil zur Fibro eben eine schwere Depression kam ....und nun hab ich Erwerbsunfähigenrente beantragen müssen.
es ist schon paradox: Wir Fibros wollen arbeiten ,mit ein bisschen Rücksicht ginge das auch ,aber die Realität ist knallhart.
Lass Dich nicht unterkriegen!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Suche Dir Hilfe ,wie z.B. hier im Forum.Vielleicht gibts auch eine Selbsthilfegruppe bei euch.
Ich wünsche Dir viel Kraft und eine möglichst Schmerzfreie Zeit!!!!!!
Flummie

von Flummie - am 04.07.2005 20:52
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