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Informationen zum Thema:
Forum:
Fibromyalgie Erfahrungsaustausch
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Wally30, Monika D. (Admin), Mondschein, BEA43, leni12345, Modu, urmeli_et, Claudia76

Gar kein Sport mehr?!?

Startbeitrag von Claudia76 am 23.12.2005 09:41

Hallo!

Ich wollte einfach mal wissen, wie es mit Euch bei Sport aussieht? :confused:

Ich weiß, jeder ist da individuell, je nachdem wie der Körper mitmacht...

Bei mir ist es so, dass ich zu Hause jeden Tag mindestens eine halbe Stunde leichten Sport mache (lockeres Aerobic, Pilates, Stretching) und mir das richtig gut tut. :D
Nur mein Teakwon-Do scheine ich nicht mehr so gut machen zu können. Ich betreibe diesen Sport ohne Vollkontakt, sprich traditionell. Aber trotzdem fühle ich mich danach ziemlich erschlagen und mir tut jeder Muskel weh. :-( Aufhören kann ich damit nicht, weil mein Mann mit seinem Vater eine Teakwon-Do-Schule betreibt und ich da gerne einsteigen möchte.

Wer von Euch war auch eine Sportskanone und was macht ihr jetzt? Habe auch gehört, dass die Fibromyalgie schlimmer werden kann, wenn man nicht auf seinen Körper hört... :eek: Was meint Ihr?

Vielen Dank für die Beiträge!

Claudia

Antworten:

Hallo Claudia,
ich möchte mich nicht als frühere Sportskanone bezeichnen, aber ich bin als
Kind mit dem Reitsport (Leistungssportmäßig) groß geworden. Ich habe diesen
Sport irgendwann wegen der Schmerzen aufgeben müssen. Du weißt ja, das Maß welcher Sport in welcher Form noch ausgeübt werden kann ist sehr individuell zu sehen.
Grundsätzlich ist es aber so, das ich lernen mußte auf meinen Körper zu hören.
Ausdauersport (Walken) ist für mich das Einzige was noch geht, dieses ist aber
sehr wichtig. In der Kur hat man mir erzählt, das bei Fibro-Patienten sich Schlackestoffe auf die Muskelfasern setzen. Diese führen u.a. zu Schmerzreaktionen im Körper und können am besten durch gute Durchblutung
der Muskelfasern abgebaut werden. Dieses erfolgt am besten durch gemäßigten
Ausdauersport und durch Wärme. Ich kann aus eigener Erfahrung Bestätigen, daß
mir persönlich Wärme sehr gut tut. Auch das Walken ist ein wichtiger Bestandteil
in meinem Leben. Ich merke, wenn ich diese zwei Dinge vernachlässige geht es
mir kontinuierlich schlechter. Mein Fazit lautet deshalb: Sport ist sehr wichtig.
Manchmal sollte man auch mal die Zähne zusammenbeißen, aber Fibro-Pat. neigen dazu sich zu überfordern ..... und das ist wiederum Gift. Wenn Du auf Dauer feststellst, daß Dir Taekwon-Do nicht gut tut, dann wirst Deine Schlüsse
und entsprechende Konzequenzen ziehen.

Liebe Grüße - Modu

von Modu - am 23.12.2005 10:08
Hallo Claudia,

ich habe den Sport praktisch zu meinem Beruf gemacht, und als Pferdewirtin gearbeitet.
Leider musste ich den Beruf aufgeben, und auch meine beiden eigenen Pferde abgeben, weil ich sie nicht mehr versorgen kann.
Mir hat das sehr zu schaffen gemacht, weil die Pferde mein "Lebenselixier" waren.
Ich habe mich bis heute nicht damit abgefunden.
Dafür habe ich mir eine Border-Collie-Hündin angeschafft, die mich sowohl körperlich als auch geistig fordert. Ich mache keinen "Sport" mehr, sondern versuche mich soviel zu bewegen, wie es mir gut tut, ohne dass ich mich überfordere.
Mit Fibromyalgie einen sportlichen Beruf auszuüben ist sicherlich gut abzuwägen.
Um zu wissen, ob es einem letztendlich gut tun wird, sich dazu zu zwingen Sport zu machen, oder nicht, müßte man letztlich wahrscheinlich die Ursache seiner Beschwerden kennen.
Ich selbst habe die Ursache meiner Beschwerden erst vor einigen Wochen erfahren, und weiß jetzt, dass es in meinem speziellen Fall besser ist, wenn ich mich erst mal etwas zurückhalte, was körperliche Anstrengungen angeht. Bewegung ja - aber keine Anstrengung.
Wahrscheinlich musst du selber für dich herausfinden, was du dir zumuten kannst. Aber wie Modu schon gesagt hat, neigen Fibros zu Übertreibung. Manchmal sind Schmerzen und Erschöpfung tatsächlich ein Zeichen des Körpers, dass es etwas viel war...

Ich drücke dir die Daumen, dass du herausfindest, woher deine Beschwerden kommen, und dass du deinen Sport weiterhin machen kannst!

Liebe Grüße,

Eva

von urmeli_et - am 23.12.2005 18:53
hi, ich war eine mega sportskanone. habe fast professionell fußball gespielt. habe mich nu lange jahre noch gequält, weil ich ohne den fußball nicht leben konnte. aber nun ist es soweit und ich muss es wohl oder übel aufgeben, denn ich kann nicht mehr. sehr übel. bin mal gespannt, ob ich es durchhalte mit dem nicht mehr spielen. aber es tut mir nicht gut. kann kaum laufen und schießen geht auch nur drei mal oder so und dann ist alles nur noch quälerei. LEIDER!!!!
wünsche dir alles liebe und gute. viel kraft für dich, lichtvolle grüße leni

von leni12345 - am 24.12.2005 00:52
Liebe Claudia,

du hattest mir im letzten Jahr eine Chat Adresse übermittelt, die aufgrund eines technischen Defekts meines Computers( mein kleiner Sohn hatte alles gekillt),leider gelöscht wurde.

Ich wäre sehr dankbar,wenn du mir diese Adresse noch mal schicken könntest.

Vielen herzlichen Dank und bis auf dicke Füße gehts mir auch ganz gut.

Ich hoffe dir geht es auch einigermaßen.
Sei ganz lieb gegrüßt bis bald
Bea

von BEA43 - am 07.01.2006 19:20
Hallo Claudia,
Also mir tut die Altags bewegungen besser ,als Sport . Ich denke das da dieMuskeln besser klar kommen wie mit heftigen Sport . Habe vor über 10 Jahren auch den gleichen Sport getrieben und davor Handball und Turnen.
Kann aber dich verstehen das du auch Ziele hast und für uns ist das immer wichtig sie immer im Auge zu haben
Wünsche Dir viel Erfolg :spos:
Wally



von Wally30 - am 11.01.2006 12:35
Hallo allerseits,

Sport - also es kommt darauf an, was jeder Einzelne darunter versteht. Sport mit Wettkampfcharakter sollte man sich abschminken, wenn man den Zustand "Fibromyalgie" erreicht hat. Auch alle Sportarten, die mit ruckartigen Bewegungen zu tun haben, sei es nun Fußball, Speerwurf, Tennis oder Kampfsport sind out! Gut dagegen sind Ausdauersportarten mit zyklischen Bewegungen, also Bewegungsabläufen, die immer wieder in einander übergehen. Schwimmen, Radfahren, Gehen und Laufen, Skilanglauf, auch alpiner Skilauf auf leichten Pisten, wo man schön geruhsam schwingen kann und natürlich auch Eislauf setzen sich aus zyklischen Bewegungen zusammen.

Eine geradezu therapeutische Wirkung entwickelt solcher Ausdauersport dann, wenn die Dauer einer Trainingseinheit deutlich mehr als 30 Minuten umfaßt. Nach ungefähr dieser Zeit beginnt nämlich eine Veränderung im Haushalt der Nervenbotenstoffe und es kommt - zunächst nur über Erhöhung des Serotoninspiegels - zur Ausschüttung körpereigener schmerzhemmender Substanzen. Achtet mal darauf, ob es eine Veränderung in Eurem Befinden gibt. Lange bevor ich von diesen Effekten wußte, habe ich es an mir selbst beobachtet. Immer etwa 35 Min. nachdem ich (trotz Schmerzen) losgeradelt bin, ging es mir plötzlich besser.

Natürlich wäre es Blödsinn, aus einem völlig untrainierten Zustand gleich so lange zu trainieren, oder? Jein, es kommt natürlich darauf an, in welchem Umfang man sich überhaupt belasten kann. Eine halbe oder ganze Stunde langsamer Spaziergang ist für den Einstieg ins Training auf jeden Fall besser als eine kurze heftige Belastung.

Bekannt ist auch, dass die 'Ansteuerung' der Muskeln bei Fibromyalgiegeplagten oft nicht ganz 'sauber' läuft. Bewegungen werden gewissermaßen mit 'angezogener Handbremse' ausgeführt, weil immer auch der jeweilige Gegenspieler eines Muskels in nich vorgesehener Weise mitmacht. Deswegen finde ich es immens wichtig, dass im Rahmen eines Trainings auch immer wieder die Bewegungsabläufe ganz bewußt ausgeführt werden, um wieder ein Gepür zu bekommen für Belastung und Entspannung und so mit der Zeit die Muskeltätigkeit wieder zu normalisieren.

Worüber man sich auch klar sein sollte: Die beanspruchten Muskeln müssen sich regenerieren. Dieser Regenerationsprozeß ist bei dem, was Fibromyalgie genannt wird, häufig erschwert. Zur Regeneration ist z.B. Carnitin erforderlich, ein Eiweißstoff, von dem in Studien schon festgestellt wurde, dass er bei Fibromyalgie häufig erniedrigt ist. Carnitin kann man sich auf natürlichem Wege NUR über Fleischnahrung zuführen! Damit ist jeder Empfehlung, sich bei Fibromyalgie vegetarisch zu ernähren, der Wind aus den Segeln genommen!!!

Carnitin ist seit einigen Jahren Marktrenner in diversen Szenen. Also bitte nicht wundern, es wird sehr viel Unfug damit getrieben. Ich rate auch davon ab, Carnitin in Kapselform zu nehmen, weil dann das Carnitin erst an einer Stelle im Verdauungssystem freigesetzt wird, von wo aus es unverwertet im Klo landet. Besser verwertet werden kann es aus Kautabletten. Doch Vorsicht, die sind mit Sorbit versetzt, was bei manchen Leuten nach einer Weile Beschwerden hervorruft, Beschwerden, die man glatt für "Fibro" halten könnte.

Also, es gibt wirklich keinen Grund, sich wegen Fibromyalgie vom Sport bzw. einem vernünftigen Bewegungsprogramm fernzuhalten. Genau das Gegenteil ist der Fall. Ausdauersportliches Training ist - in vielen Studien nachgewiesen - das zuverlässigste Mittel, um sich von dem Zustand, der Fibromyalgie genannt wird, in Richtung Gesundheit zu entfernen!

Viele Grüße
Monika

@ Claudia: Sorry, aber ich finde Deine Signatur ziemlich daneben und wäre Dir dankbar, wenn Du darauf verzichtest, sie uns hier zu präsentieren. Mit einem solchem Spruch im Kopf durchs Leben gehen zu müssen, stelle ich mir nur demotivierend und grausam vor. Wenn der zweite Schritt sich nur dadurch auszeichnet, dass er beschwerlicher ist als der erste, dann hat man aus dem ersten schlichtweg nichts gelernt - meine ich!

von Monika D. (Admin) - am 12.01.2006 08:11
Hallo,
ich war früher auch Leistungssportlerin und so nach und nach mußte ich alles aufgeben.....es ging nichts mehr.

Jetzt mache ich seit einem Jahr täglich Nordic Walking oder Walking - meist abwechselnd. Und ich merke, das es mir seit dem besser geht.....ich bin richtig süchtig nach der Bewegung....und meine Hündin dankt es mir ;-)
Ich bin froh, das ich den Schritt getan hab...

VlG
Mondschein



von Mondschein - am 01.02.2006 13:43
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