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Forum:
Fibromyalgie Erfahrungsaustausch
Beiträge im Thema:
14
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Heike39Roding, Josie1956, Marielou, Kranich, Monika D. (Admin), Wally30, urmeli_et, chrissi2204

neu Fibro

Startbeitrag von chrissi2204 am 18.01.2006 18:20

Hallo,
Ich bin Neu auf dieser Seite .
Letzte Woche habe ich erfahren das ich unter Fibromyalgie leide. Endlich nach 4 Jahren eine Diagnose.
Bin auch von Arzt zu Arzt gelaufen, ich kam mir schon richtig blöd vor.
So und jetzt bin ich genauso weit wie vorher!
Mein Hausarzt sagte nur : na ja , Fibromyalgie.Das wars.
Ich wollte mir Krankengymastik mir verschreiben lassen, weil die Ärztin mir das emfohlen hat,aus der Deutschen Klinik für Diagnostik, da sagt er doch das soll nicht zur gewohnheit werden. Das Hilft mir aber bei den starken Schmerzen .Die Übungen, viel mehr was die Therapeutin macht kann ich gar nicht selber machen.
Ich will mir jetzt einen neuen Hausarzt oder Ärztin suchen, die muß sich aber mit der Diagnose Fibro. auskennen.
Man steht mit dieser verdammten Krankheit immer alleine da.
So, was haut mich immer gleich runter.
Wenn einer von Euch einen guten Hausarzt weiß Raum Marburg, Wetter, Frankenberg. Bitte, bitte schreibt mir ! Auch für andere Ratschläge bin ich sehr dankbar.

Viele Grüße
Chrissi

Antworten:

Hallo Chrissie,

erst mal herzlich Willkommen hier im Forum!

Einen Arzt kann ich Dir nun nicht empfehlen, und schon gleich gar nicht einen, der, wie Du es gerne hättest, sich mit Fibro "auskennt".
Nun wirst Du Dich fragen, warum ich das "auskennt" in Anführungszeichen gesetzt habe, gell ;-) .

Na ja, wir haben es hier im Forum schon soooo oft geschrieben, Fibromyalgie ist keine eigenständige Krankheit, sondern es ist Komplex aus vielen Symptomen, für die es auf den ersten Blick keinen Verursacher zu geben scheint. Es können ganz viele verschiedene Ursachen für die Beschwerden, die irgendwann unter dem Namen Fibromyalgie zusammengefasst werden, dahinterstecken - und deshalb wird sich auch kaum ein Arzt finden, der sich damit "auskennt".
So hat sich bei manchem hier die "Fibro" dann als Borreliose herausgestellt, bei anderen war eine Nahrungsmittelunverträglichkeit (überwiegend Glutenintoleranz, Laktoseintoleranz) die Ursache dafür und so weiter. Als dann mit der entsprechende Behandlung, bzw dem Weglassen der unverträglichen Stoffe begonnen wurde, hat sich auch die Fibro praktisch verabschiedet. Damit waren aber dann auch eben Ärzte der verschiedenen Fachrichtungen gefragt, um die richtige Diagnose zu stellen und mit der richtigen Behandlung zu beginnen - und von daher habe ich das "Auskennen" in Anführungsstriche gesetzt.

Vielleicht magst Du Dir mal so richtig Zeit nehmen und Dich hier im Forum auch durch die alten Beiträge durchlesen. Wenn Du dann zB auch die Stichpunkte "Borreliose" oder "Glutenunverträglichkeit" in die Suchfunktion einsetzt, dann bekommst Du auch zu diesen Themen einige Beiträge - und wirst dann vielleicht auch besser verstehen, was ich meine.
Auch dazu Zitat: "Mein Hausarzt sagte nur : na ja , Fibromyalgie.Das wars." wirst Du da wahrscheinlich die Erklärung dann finden!

Alles Gute für Dich und liebe Grüße

Josie

von Josie1956 - am 20.01.2006 07:18
Hallo Chrissie,

ich kann mich Josie`s Meinung nur anschliessen.

Fibromyalgie ist nur ein Oberbegriff für viele verschiedene Symptome, die der Arzt für den Moment nicht so recht zuordnen kann.

Ich selbst glaube inzwischen, dass man eine "Fibromyalgie" wirklich nur dann erfolgreich ablegen kann, wenn man für sich die Ursache gefunden hat.
Wie Josie schon geschrieben hat, gibt es hier im Forum Leute, die zwar annähernd die selben Symptome zeigen, aber völlig unterschiedliche Auslöser für ihre Beschwerden haben.

Das gemeine an der Sache ist, dass du höchstwahrscheinlich - so wie die meisten hier - erst mal ganz alleine dastehst.
Kaum ein Arzt wird sich die Mühe machen, nach dem Auslöser deiner Beschwerden zu suchen, wenn erst mal Fibromyalgie in deiner Krankenakte steht.
Es ist doch viel einfacher zu sagen "naja - Fibromyalgie"... "keine Ahnung, dagegen gibt es kein Heilmittel"...

Finde für dich selbst heraus, was dir guttut, und nehme dir weiterhin deinen Arzt ( oder einen anderen Arzt ) vor, der dir hilft, die wirkliche Ursache herauszufinden.

Ich weiß, dass ich sich dieser blöde Satz "finde für dich selbst heraus, was dir gut tut" am Anfang richtig doof anhört.
Aber es ist tatsächlich so, dass jeder Fibro-Betroffene im Laufe der Zeit selbst am besten merkt, was ihm gut tut.

Alles Gute für dich!

Liebe Grüße,

Eva

von urmeli_et - am 20.01.2006 17:52
Hallo Chrissie,
auch ich schließe mich den anderen 2 an.Es gibt kein Facharzt zu dieser erkrankung.Mein Hausarzt hat mich zu einem Reumafacharzt geschickt,der hat die Diagnose gestellt und sie schreiftlich meinem Hausarzt mitgeteilt , zu mir hat er gesagt das der mich weiter Behandelt.
Auskennen tut sich mein Hausarzt auch nicht so recht aber er versucht sein bestes.
Ruf doch mal bei den Hausärzten in deiner Umgebung mal an und frag ob sie Patienten mit Fibro haben,wenn einetr dabei ist gehe halt mal hin.
Viel Glück
Wally



von Wally30 - am 21.01.2006 18:38
Hallo Chrissi,

ich habe meine Diagnose seit 13.1.2006 und ehrlich gesagt habe ich nach dem ersten beiden Besuchen hier einfach nicht mehr auf diese Seite sehen wollen, da ich mir nicht sicher war ob sie mir gut tut oder mich noch mehr deprimiert. Im grossen Ganzen bin ich mir noch nicht mal wirklich sicher ob FMS denn eigentlich eine Krankheit ist, oder dann doch nur eine Begriff für Leute deren Beschwerden nicht eingeordnet werden können?!

Ich hoffe, dass wir beide einen Weg finden werden den richtigen Arzt zu finden und auch das Verständnis der langjährigen Erfahrenen zu erlangen.

In diesem Sinne wünsche ich Dir alles Gute und viel Glück!

Gruß

Heike

von Heike39Roding - am 21.01.2006 18:54
Hallo Heike,

wohl JEDER der langjährig Erfahrenen versteht sehr gut, sie sehr Ihr auf Hilfe durch einen verständnisvollen Arzt hofft und dass Ihr Euch auf die Suche nach einem solchen Arzt konzentriert. Wie gesagt, wir verstehen es, denn es war auch ein Teil unseres Weges.

Je weiter entfernt wir von dem Tag sind, an dem das Wort Fibromyalgie in unser Leben kam, unser Leben, das wir im Rahmen unserer Möglichkeiten weiterhin aktiv gestalten wollten, umso deutlicher konnten wir erkennen, dass die Rolle der Ärzte bei unserem Bemühen eine sehr zwiespältige war. Klar, ohne die Rezepte für einige verschreibungspflichtige Medikamente wäre es zeitweise sehr schwer gewesen, mal einen Silberstreif am Horizont zu sehen. Doch um aus dem Zustand "Fibromyalgie" raus zu kommen, hat, bei mir zumindest, kein einziger Arzt wirklich etwas beigetragen. Im Gegenteil, als störrisch und uneinsichtig fühlte ich mich betrachtet und die Bemühungen, manchen Beschwerden auf den Grund zu gehen, wurden von "verständnisvollen" Ärzten allenfalls milde belächelt.

Die Wende kam erst, als der Entschluß da war, selbst zu experimentieren und dann nach meinen EIGENEN Erfahrungen zu entscheiden und zu handeln. So konnte ich - 18 Jahre nach einem eindeutigen Befund eines wirklich verständnisvollen Arztes, eines renomierten Professors aus dem Freundeskreis, einem Befund, der jedoch offenbar falsch interpretiert worden war - endlich das tun, was mein Leben so veränderte, dass das, was Fibromyalgie genannt wird, darin nicht mehr stattfindet.

Die Wende! Ja, ich hatte auch nach Wochen noch nicht mal eine Ahnung, dass es wirklich die Wende sein würde und nicht nur die Besserung bei ein paar typischen "Begleitsymptomen" aus dem Katalog der Diagnosekriterien für Fibromyalgie. Aber es war die Wende, es war der Punkt, von dem an diverse Beschwerden nach und nach ebenso unerklärlich aus meinem Leben verschwanden, wie sie hinein gekommen waren.

Es sind jetzt drei Jahre vergangen, seit mir die Informationen zufielen, die mich nach einigen Wochen zu dieser Handlungsweise herausforderten. Aus heutiger Sicht empfinde ich jeden, in Sachen Fibromyalgie "verständnisvollen", Arzt als ein Hindernis auf dem Weg zur richtigen Diagnose, d.h. zur Diagnose der Grundkrankheit, die all die Symptome nach sich zieht, die als "Fibromyalgie" pauschaliert werden.

"Selbstverantwortung von Anfang an" ist deshalb der Leitgedanke des Programms, für das ich jetzt meine Erfahrungen verwerte (und mich hier im Forum etwas rar mache). Ich werde bald Näheres darüber schreiben, bitte Geduld!

Für alle, die jetzt noch wegen Fibromyalgie Hilfe suchen (was ich ja wirklich gut verstehe), geht mein Rat ganz klar dahin, sich mit dem jeweiligen Hausarzt zu arrangieren. Keine Forderungen nach "Verständnis" zu stellen, sondern z.B. auch mit Informationen aus diesem Forum hier die eigenen Erwartungen an das anpassen, was Ärzte überhaupt leisten können. Z.B. Verordnungen von Krankengymnastik sind nur aufgrund anderer Diagnosen möglich, nicht jedoch, wenn nur "Fibromyalgie" zu behandeln ist. Spaziergänge nach Lust und Laune, Besuch im Thermalbad usw. bringt bei "Fibromyalgie" meist auch mehr, als die 20 Min. KG-Termin, für die man seinen ganzen Tagesablauf passend strukturieren muß.

So, nun muß ich aber Schluß machen, muß raus in die herrliche Wintersonne zu meinem "Job", der mich 7 Tage die Woche auf Trab hält. Und ich freue mich jeden Tag darüber, was ich jetzt wieder leisten kann.

Viele Grüße
Monika

von Monika D. (Admin) - am 22.01.2006 09:13
Hallo Heike,

Zitat

und auch das Verständnis der langjährigen Erfahrenen zu erlangen.


Menno, dieses Verständnis habt Ihr doch!!!

Nun kommt es doch nur darauf an, was man selbst unter Verständnis versteht.

Verständnis ist schon allein deshalb da, weil wir (fast) alle mal in einer ähnlichen Situation waren. Schmerzen, Erschöpfung und und und... und keiner hat uns so richtig ernst damit genommen. Dann kam irgendwann mal die "Diagnose" Fibro - und man war selig, dass das Kind nun endlich einen Namen hat. Und, wenn man mal ehrlich ist, Fibromyalgie ist so ein herrlich kompliziertes Wort, das macht schon Eindruck! Und die anderen, die uns vorher so gar nicht ernst genommen haben, die müssen doch da jetzt einfach beeindruckt sein, dass wir an so einer schweren Krankheit leiden ;-) Und nun, wo endlich eine Diagnose da war, nun musste es doch auch endlich eine entsprechende Behandlung geben, mussten doch Ärzte da sein, die mit verständnisvollem Kopfnicken ihr ganzes Können darauf ausrichten und endlich die richtigen Medikamente, die richtigen Therapien verordnen und denen endlich klar war, dass wir wirklich schweeer krank sind, weil wir ja so eine komplizierte Krankheit haben.

Und was kam dann? NIX!!! Es kam genau die Reaktion von den Ärzten, die Chrissies Hausarzt gezeigt hat. Die Ärzte, denen man nun die Diagnose Fibro präsentiert, wollen gar nichts mehr von diesen Patienten wissen, sind bemüht diese so schnell wie möglich zum nächsten Arzt abzuschieben - oder benutzen Fibros eben als Gans, die goldene Eier legt, an denen man mit allen möglichen seltsamen (und unnützen) Dingen satte Kohle machen kann - und das wars.

Bedeutet nun Verständnis, dass man jeden Menschen, der hier im Forum neu mit der "Diagnose" Fibro auftaucht genau da hinein rennen lässt? Dass man seine (oft bitteren) Erfahrungen für sich behält, lediglich mit ständigen Mitleidsbekundungen ("ach Du arme Maus, wie schrecklich....") um sich wirft, dass man nun jeden erst mal mit schönen Worten zusülzt, ihn mit mitleidigen Worten weiter in die falsche Richtung rennen lässt???
„Verständnis“ in dieser Form bedeutet doch nur, dass man denjenigen rücksichtslos in eine Sackgasse rennen lässt.

Gerade hier im Forum sind überwiegend Menschen, die sich dann aufgemacht haben, selbst aktiv wurden und Wege gesucht, ausprobiert und gefunden haben, durch die
a) die Diagnose Fibro endlich ein für allemal aus der Krankenakte verbannt wurde (und dadurch erst wieder eine "normale" Arzt-Patient-Beziehung und Behandlung möglich wurde) und
b) ein Leben mit weniger Schmerzen, mit weniger Beeinträchtigung usw möglich wurde.

Sind vielleicht auch deshalb hier so viele Leute "abgesprungen", weil dieser Weg ganz sicher nicht der bequemste ist? Ist es nicht viiiiieeel einfacher, sich gegenseitig mit jedem Posting die Mitleidsbekundungen zukommen zu lassen, sich gegenseitig darin zu bedauern, dass es einem einfach nicht besser geht, sich somit gegenseitig fein in dem Zustand zu halten, die Diagnose Fibro als Endstation zu betrachten und die nächsten Jahre damit zu verbringen von einem scheinbar "fibrofachverständigen Arzt" zum nächsten zu rennen, was einfach nichts bringen kann, weil es eben verd.... noch mal die Krankheit Fibro in der Form gar nicht gibt???????????? (auch wenn nun ein Urschrei durch´s Fibroland geht „ABER ICH HABE DOCH FIBRO…“!!!!!

Und noch mal: Fibro ist ein Symptomkomplex. Für die einzelnen Symptome gibt es – scheinbar – keine logische Erklärung. Knochen und Muskeln schmerzen, ohne dass da tatsächlich was kaputt ist (warum sollen sie dann weh tun?), man hat oft genug Bauchschmerzen, nur scheint der Bauch völlig gesund zu sein (warum dann Bauchschmerzen?), man ist müde und erschöpft, obwohl zB die Blutwerte völlig in Ordnung sind (warum soll man also müde sein?). Und weil man eben für die Beschwerden scheinbar keine Ursache finden kann, es deshalb auch keine wirkliche Behandlung geben kann, gibt man allem zusammen einen Namen, nämlich Fibromyalgie, und das wars dann.

Dass sich oft hinter all diesen Symptomen andere Erkrankungen verstecken, das ist es, was hier im Forum deutlich gemacht werden soll! Depressionen machen nun mal oft genau diese Symptome (nur, die Diagnose Depressionen macht halt nicht ganz so viel Eindruck, wie das tolle Wort Fibromyalgie ;-), unbehandelte Borreliose ist bei manchen der Auslöser für jahrelanges Leiden (huhu Petra!!!!:-) ), Nahrungsmittelunverträglichkeiten machen Symptome, die genau in diese Richtung gehen und und und….Nur, wenn das Wort „Fibro“ mal in der Krankenakte fest verankert ist, dann wird sich eben kaum ein Arzt finden, der nun bereit ist auch mal in diese Richtung zu schauen, und damit ist leider sehr oft ein langer, schmerzhafter und eigentlich UNNÖTIGER Weg vorprogrammiert! Verständnisvolles und mitleidiges Kopfnicken ist da bestimmt in keiner Weise hilfreich.

Eigentlich möchte ich Euch alle jetzt erst mal ganz lieb in den Arm nehmen – und das tue ich jetzt auch.
Und gleich anschließend möchte ich Euch alle ein bisserl durchschütteln, Euch Mut und Kraft schicken, dass Ihr Euch nicht mit der „Diagnose“ Fibro zufrieden gebt, sondern Euch aufmacht um herauszufinden, was WIRKLICH bei Euch los ist um dann wieder ein Leben führen zu können, das das Wort „Leben“ auch wirklich verdient!

Und nun setzte ich, wie schon öfter hier, meinen Sturzhelm auf um mich wenigstens ein bisschen vor den Schlägen zu schützen, die nach diesem Posting wohl wieder mal auf mich einprasseln werden ;-)
Aber jetzt geht´s erst mal hinaus in die hier heute traumhafte, sonnige Winterlandschaft – das Leben genießen!

Liebe Grüße
Josie

von Josie1956 - am 22.01.2006 09:32
Guten Abend!

Jetzt möchte ich doch auch nochmal äussern. Es stimmt schon, Fibro ist ein Symptomenkomplex uns es ist nichts Organisches nachweisbar.
Aber ein bisschen anders sehe ich das schon, unter diesen vielen Symptomen leiden die Betroffenen, können davon depressiv werden und dann haben sie eine schwerwiegende Krankheit (die auch organisch nicht nachweisbar ist).

Es ist immer recht einfach zu sagen "finde heraus was dir gut tut", warum rennen dann viele von uns von Arzt zu Arzt, eben weil sie sich selber nicht mehr helfen können! Die Diagnose Fibromyalgie ist mir persönlich immer noch lieber, es ist auch nicht grade toll, einfach als Simulantin oder sonstiges abgestempelt zu werden.

@Liebe Josie

Ich würde auch einen beschwerlichen Weg nicht scheuen, wenn ich dadurch noch mehr Linderung erfahren würde. Aber leider habe ich bis jetzt keinen einzigen Auslöser gefunden und glaube mir, ich habe mir wirklich schon viele Gedanken gemacht, woran es liegen könnte.

Bequem bin ich in keinster Weise, aber was soll ich machen? Das Einzige was mir momentan bleibt ist einfach mein Leben möglichst positiv zu leben und mich nicht unterkriegen zu lassen. Das heisst aber nicht, dass ich mich nicht weiterhin um Lösungen bemühen werde und natürlich hoffe ich auf neue Erkenntnisse in der medizinischen Forschung.

Aber der Satz:

Zitat

Sind vielleicht auch deshalb hier so viele Leute "abgesprungen", weil dieser Weg ganz sicher nicht der bequemste ist?


macht mich irgendwie immer etwas traurig, das erinnert mich an meine ganz schlechten Zeiten, in denen ich soviel Eigeniniative aufgebracht habe und trotzdem alles "für die Katz" war. Das hört sich für mich immer an, als ob man sich nicht bemühen würde, an seinem Zustand etwas zu ändern. Ich denke, viele würden ja was ändern, wenn sie nur wüssten wo sie ansetzen könnten.

So nun genug kritisiert, es soll auch nicht "jammerig" klingen, was ich geschrieben habe, aber es hat mich halt ein wenig geärgert ;)

Ich wünsche allen einen schönen Wochenanfang!

Marie-Luise

von Marielou - am 22.01.2006 23:29
Huhu Marie-Luise,

nicht ärgern bitte!! :-)

Im Prinzip ist das, was Du gesagt hast doch auch das, was ich gemeint habe.

Du bist eben nicht abgesprungen, Du bist bereit dazu zu suchen, aktiv zu sein und an Deinem Zustand was zu verändern! Und das ist es doch, was einfach wichtig und nötig ist, sobald man in irgendeiner Form mit der Diagnose Fibro konfrontiert wird.

Ich habe halt in den Jahren, in denen ich jetzt in diesem Forum mehr oder weniger aktiv bin schon soooo oft erlebt, dass Leute genau in dem Moment (manchmal mit sehr heftigen Worten) verschwunden sind, wo es eben darum ging ihnen versuchen zu sagen, dass sie selbst aktiv werden müssen. Dass eben die Diagnose Fibro nicht das Ende der Fahnenstange sein kann/darf/soll, dass eben ohne Eigeninitiative auch nichts (oder nicht viel) weitergeht. Und genau da wurde dann über mangelndes Verständnis geklagt ("ich soll laufen"?!? "aber ich hab doch Fibro und kann nicht laufen"!). "Die anderen, also Ärzte, Krankenkasse, Rentenversicherung, die sollen jetzt was für mich tun, denn ich bin ja sooo krank..."

Ich möchte und werde keinem die Schmerzen absprechen, die Depressionen, die sich einstellen können, wenn man über lange Zeit nicht weiss, was mit einem los ist, nur belächelt wird, nicht ernstgenommen wird. Oh nein, das kann ich nur zu gut verstehen, denn schließlich ging es mir mal ähnlich.
Aber ich kann halt auch nicht verstehen, wenn jemand dann eigentlich die Verantwortung für sich selbst abgeben möchte, nur bestärkt werden möchte in seinem "Leiden" und die - oft sehr kleinen - Möglichkeiten, die er selber hat daran was zu ändern ganz weit von sich wegschiebt.

Dass auch mal Streicheleinheiten, einfach ein in den Arm nehmen usw. ganz ganz wichtig ist, auch das ist mir klar und auch das mache ich gerne - aber halt nicht ausschließlich ;-) Auch ich musste anfangs hier im Forum teilweise ganz schön "beissen", Gott war ich oft wütend, wenn mir die Meinung gegeigt wurde:-) Aber wenn ich an diesem Punkt dann abgesprungen wäre, mich endgültig in mein Mauseloch verkrochen hätte, in irgendwelche "Schmuseforen" ausgewichen wäre, dann wäre ich nicht da, wo ich heute bin. Und ich kann nur jedem Betroffenen wünschen, dass er wenigstens an den Punkt kommen kann, so leben kann, wie ich es heute tun darf. Das war teilweise sehr harte Arbeit an mir selber, es waren viele kleine Schritte, hat viele Tränen gekostet - aber ich lebe wieder!!! Und jeder, der eben bereit ist auch selber was zu tun, selber zu suchen, auszuprobieren, der offen ist für Anregungen (auch wenn sie meistens gar nicht bequem sind ;-) ), der nicht aufgibt, der hat doch die besten Chancen eines Tages auch wieder zu leben.

Du schaffst das, da bin ich mir sehr sicher!!

Alles Liebe für Dich und weiter ganz viel Kampfgeist

Josie

von Josie1956 - am 23.01.2006 05:10
Hallo Josie!

Natürlich schaffe ich das, da bin ich mir 100%ig sicher. Ich habe auch in den letzten Jahren schon einige kleine und grössere Erfolge für mich verbuchen können.:) Es ist halt eine Frage der Zeit und die muss man reichlich aufbringen, das sage ich mir immer wieder.

Momentan bin ich halt was genervt, da ich schon seit Wochen wieder unter einem ausgeprägten Schulter-Arm-Syndrom leide und mir einfach nichts mehr einfällt, was mir noch guttun könnte.

So ertrage ich das Ganze halt mit Geduld, nehme ein zusätzliches Schmerzmittel, wenn ichs nicht mehr aushalte und warte drauf, dass es wieder besser wird.

Manchmal muss ich auf eine Besserung monatelang warten, ich versuche trotzdem meine Arbeit zu tun, aber wie schön wäre es doch, wenn mir nicht jede Armbewegung weh tun würde, das geht mir manchmal schlichtweg "auf den Geist"!

Ins Schneckenhaus habe ich mich in gewisser Weise auch verkrochen, das betrifft aber eher Arztbesuche, Vorträge über Fibromyalgie und Selbsthilfegruppen.

Aber was solls, ich habe zwischendurch auch recht gute Zeiten, an denen halte ich mich fest und geniesse sie.

Vielleicht entdecke ich ja doch noch "das Ei des Kolumbus" ;)


Liebe Grüsse an dich!

Marisa

von Marielou - am 23.01.2006 18:25
Hallo Josie,

hier nochmal einen Kommentar zu Deiner Antwort auf mein Posting...

Es ist genau diese Art von Antwort, die mich in die Zukunft schauen lässt.

Insgesamt hast Du meine Eindrücke der Krankheit, ich quotiere:

"Im grossen Ganzen bin ich mir noch nicht mal wirklich sicher ob FMS denn eigentlich eine Krankheit ist, oder dann doch nur eine Begriff für Leute deren Beschwerden nicht eingeordnet werden können?! "

......nur bestätigt!!!

Ganz zufällig habe ich einen Hausarzt, der mich wirklich ernst nimmt und nicht nur nickt. Ich habe immer das Gefühl, dass er für mich da ist und er nimmt sich immer Zeit auch wenn das Wartezimmer voll ist. Ich denke da bin ich einigen um vieles voraus!
Ich habe auch noch einen Bandscheibenvorfall, der noch nicht behandelt ist. Mein Rheumatologe meinte es könne sein, dass die Symptome des FMS durch eine OP des Vorfalls gemindert werden könnten und auch das lässt mich zuversichtlich sein.

Ich bin ein Kämpfer und ich bin fest der Meinung, dass es mir besser gehen wird, wenn mein Rücken und meine Beine aufgrund des Vorfalls endlich nicht mehr so viel schmerzen werden und mit dem Rest werde ich sicher umgehen können denn ich hatte sicher schon schlimmere Dinge in meinem Leben.

Vielen Dank.

Heike!

von Heike39Roding - am 24.01.2006 19:12
Ihr Lieben,
manchmal ist es gar nicht so einfach, sein bisheriges Leben zu erkennen
und bereit zu sein, etwas zu verändern.
Nur die Veränderung, jedoch schon die Bereitschaft, seine eingefahrenen
Verhaltensmuster zu e r k e n n e n und beginnen, hier etwas zu tun,
ist d i e V e r ä n d e r u n g!!!
I c h bin I c h und ich mag mich.........

Irgendwann macht es "klick" und es beginnt ein neues, nein ,
ein verändertes Leben und das ist so schön!!

Elaine

von Kranich - am 24.01.2006 19:39
Guter Kommentar... ich hoffe meinen Weg wieder zu finden, denn die jetzige Heike, die kann ich überhaupt net leiden!!!

Ist wirklich nicht schlecht die Kommentare hier zu lesen!

Schönen Tag morgen!

von Heike39Roding - am 24.01.2006 21:11
Ja, die Beine.....
meine Beine wollten auch nicht mehr, sie schmerzten nach ca. 200 m so sehr,
dass ich ständigk verschnaufen musste.

Sie wollten nicht mehr funktionieren
heute laufen sie, sie tragen mich wohin ich möchte, nur etwas
gemächlicher als früher.

Sie tragen mich wieder!!!!

Welch ein guter Starter, dass du die jetzige Heike so gar nicht
leiden kannst......

Beginne und du wirst spüren, wie auch deine Beine dich wieder
tragen. Wirklich!
Lieben Gruss
Elaine/Kranich

von Kranich - am 26.01.2006 20:42
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