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Fibromyalgie Erfahrungsaustausch
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Erster Beitrag:
vor 12 Jahren, 6 Monaten
Beteiligte Autoren:
Monika D. (Admin)

Das geht auch uns etwas an!

Startbeitrag von Monika D. (Admin) am 31.01.2006 12:12

Aktuelle Pressemitteilung der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und
Diätetik e. V.

Zitat

"Unheilvolles" Fasten birgt große Gefahren für die Gesundheit!

Aachen, den 31. Januar 2006: So genanntes Heilfasten baut wertvolles
Muskelprotein ab und ist daher zur langfristigen Gewichtsreduktion nicht nur
völlig ungeeignet, sondern daneben auch für Risikogruppen wie Patienten mit
Herzrhythmusstörungen, koronaren Herzerkrankungen, Krebskrankheiten,
Diabetes mellitus Typ I, Bluthochdruck sowie für Kinder, Personen über 65
Jahre, schwangere und stillende Frauen mit erheblichen Gefahren für
Gesundheit und Leben verbunden, berichtet heute Diplom Oecotrophologe Thomas
Reiche von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e. V. in
Aachen. Im deutschsprachigen Raum unterziehen sich jährlich 7.000 bis 8.000
Patienten in sechs spezialisierten Fastenkliniken sowie zahlreichen
Sanatorien und Kliniken für Naturheilweisen einer Heilfasten-Kur. Mit gut 30
Millionen weitaus größer ist die Zahl derjenigen, die insbesondere im
Frühjahr ohne ärztliche Aufsicht mit Hilfe von Erfahrungsberichten oder
Ratgeber-Büchern versuchen, möglichst viel und schnell abzuspecken. Da
leider noch immer viele Menschen die Gefahren des (Heil-)Fastens
unterschätzen, versterben jedes Jahr Risikopatienten bei dieser Art
Selbstversuch, so Reiche. Der Begriff "Heilfasten" geht zurück auf Otto
Buchinger, der 1935 eine Fastenklinik in Bad Pyrmont eröffnete. Im gleichen
Jahr schrieb Buchinger ein grundlegendes Lehrbuch über das Heilfasten, in
dem er großen Wert auf die spirituelle und psychotherapeutische Wirkung des
Fastens legt. So schaffe eine stationäre Heilfastenkur mit ihren vielen
Hilfsmethoden wie körperliche Bewegung, Massagen, warmen Bädern,
Atemschulung und Vorträgen ("Seelenführung") erst die Bedingung, die für die
Entfaltung der menschlichen Seele wichtig ist. Die asketische Situation des
Fastens führe schließlich "zur Wendung ins Wesen und zur Sinnerfüllung
unseres Lebens"(1), erläutert Reiche. Nach den Kriterien der
evidenzbasierten Wissenschaft gilt Heilfasten heute jedoch als eine
ernährungsmedizinisch überholte Methode. Fastenärzte und Fastenkliniken
stützen sich ausschließlich auf Erfahrungsberichte und Fallverläufe,
kontrollierte Studien zu den Wirkungen des Heilfastens fehlen hingegen bis
heute (2). Insbesondere sind zentrale Begriffe wie "Entschlackung" und
"Entgiftung" wissenschaftlich nicht haltbar, da der Organismus die aus den
Nahrungsbestandteilen entstehenden Abbauprodukte (Wasser, Kohlendioxid,
Harnsäure und Ammoniak) ausscheidet. Eine Anhäufung unerwünschter, toxischer
Stoffwechsel-Endprodukte tritt unter physiologischen Bedingungen nicht ein,
Schlacken fallen im menschlichen Organismus nicht an, betont Reiche.
Buchingers Heilfasten geht fälschlicherweise davon aus, dass die unangenehme
Atemluft beim Fasten vom Abbau "alter Eiweißschlacken" aus dem lockeren
Bindegewebe und versäuertem Gewebe herrührt. Dabei nimmt Buchinger
irrtümlich an, dass der Organismus aufgrund seiner "biologischen Weisheit"
das Schädliche, Krankhafte und Überflüssige abbaut, Gesundes und
Lebensnotwendiges aber solange wie möglich schont (1). Tatsächlich ist der
starke Mund- und Körpergeruch auf die Verbrennung von Ketonkörpern aus dem
Fettabbau für die Energiegewinnung des Gehirns zurückzuführen. Das mit
zunehmender Fastendauer vermehrt entstehende Azeton bewirkt eine
Übersäuerung, die Ketoazidose, sowie durch die Ausscheidung der Ketonkörper
über Urin und Atemluft den unangenehmen Geruch. Dieser Prozess hemmt die
Fähigkeit der Niere zur Harnsäureausscheidung, wodurch es zu einem Anstieg
der Harnsäurekonzentration im Serum kommt. Menschen mit erhöhten
Harnsäurewerten (Hyperurikämie-Patienten) sollten wegen der Gefahr eines
akuten Gichtanfalls nicht fasten. Des Weiteren kann das Gehirn die
Ketonkörper beim mehrtägigen Fasten allerdings erst nach einigen Tagen
nutzen. Daher baut der Organismus in der Anfangsphase des Fastens verstärkt
körpereigenes Eiweiß aus der Skelett- und Herzmuskulatur ab (etwa 75 Gramm
pro Tag), um aus den Aminosäuren Glukose zu bilden (Glukoneogenese).
Besonders gefährlich ist der Muskelabbau des Herzmuskels, dem Myokard. Bei
sehr schneller Gewichtsabnahme kann es, auch bei einer gewissen
Eiweißzufuhr, zu einer erheblichen Mobilisierung von Körpereiweiß aus dem
Myokard kommen. Dies gilt vor allem für Personen mit Normalgewicht oder nur
leichtem Übergewicht, die beim Fasten mehr fettfreie Körpermasse, also
Muskulatur, verlieren als stark Übergewichtige (3). Vor diesem Hintergrund
sind die fastenbedingten Todesfälle durch Herzrhythmusstörungen mit
plötzlichem Herztod zu erklären. Auf keinen Fall dürfen daher Patienten mit
bestehenden Herzerkrankungen fasten, warnt Reiche. Fasten ist als Therapie
zur Gewichtsreduktion denkbar ungeeignet. Im fortgeschrittenen Hungerzustand
fällt der Gewichtsverlust infolge eines verringerten Energieverbrauchs immer
spärlicher aus. Der Grundumsatz während des Fastens sinkt in erster Linie
durch den Rückgang an stoffwechselaktiver Körpermasse (hauptsächlich
Muskelmasse). Diese erhöhte energetische Effizienz des Stoffwechsels führt
bei der Rückkehr zu den gewohnten Ernährungsmustern zum gefürchteten
"Jo-Jo-Effekt": dem Wiederanstieg des Körpergewichts, meist über das
Ausgangsgewicht vor der Fastenkur hinaus. Generell sollten Fastenkuren nur
in Absprache mit einem Arzt, besser noch stationär unter ärztlicher
Aufsicht, durchgeführt werden, so Reiche. Nur so sind einerseits die
gesundheitlichen Komplikationen beherrschbar. Andererseits kann eine
intensive Schulung in einer Fastenklinik den Einstieg in eine
Ernährungsumstellung erleichtern. Dafür braucht man sich aber nicht - bei
nicht unerheblichen Gesundheitsgefahren - wochenlang zu kasteien. Viel
sinnvoller ist es, schrittweise einfache Regeln in seinen Lebensstil zu
integrieren: beispielsweise mehr Gemüse und Obst zu essen, reichlich
(Mineral-)Wasser zu trinken, übermäßigen Kaffeekonsum durch Teegenuss zu
ersetzen (zum Beispiel Früchte-, Kräuter- oder grüner Tee) oder zwei
alkoholfreie Tage einzuhalten, so Ernährungsexperte Reiche abschließend.


Ich hoffe, dass es einigen Lesern zu denken gibt. Was mir da fehlt bei den Empfehlungen: Von Bewegung wird nichts erwähnt. Doch nur MIT ausreichend Bewegung gelingt es, statt (hungernd) fett wieder fit zu werden.

Monika

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