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Fibromyalgie Erfahrungsaustausch
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Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
wolfgang_76, Monika D. (Admin), Judith Kramer, Kakin

Habe Rückfall Schmerzerkrankung, bitte helft mit Ratschlägen

Startbeitrag von wolfgang_76 am 20.12.2006 16:40

Hallo, alle,

Ihr errinnert euch vielleicht, dass ich von einer Schmerzerkrankung, die ich vor 4 Jahren hatte, fast völlig wieder genesen war. Jetzt habe ich einen schweren Rückfall, und mir geht es sehr schlecht. Vielleicht habt ihr Ratschläge für mich, ich bin nämlich ziemlich verzweifelt. Unten im Text habe ich einige konkrete Fragen.

Vor 3 1/2 Wochen bekam ich durch eine unglückliche Bewegung eine Zerrung am rechten hinteren Schulterblatt, mit akuten starken Schmerzen. Diese Schmerzen hielten nur wenige Tage an und sind seitdem völlig verschwunden, es ist auch alles frei beweglich, und es gibt keinen orthopädischen Befund. Aber dieses Schmerzereignis hat eine Lawine losgetreten: Ich bekam auch Verspannungs-Schmerzen an verschiedenen anderen Stellen wie Schultern oben, Nacken, Brust, Oberarme, und zwar auf beiden Körperseiten. Diese Schmerzen "wanderten" zunächst noch zwischen verschiedenen Stellen.

Nach ca. 2 Wochen wurden diese Verspannungen und Schmerzen von alleine immer schlimmer. Jetzt haben sie sich hauptsächlich an einer Stelle auf der linken Schulter eingenistet, mit heftigen Verspannungen und starken Schmerzen auf der Bahn "linker Nacken nahe Wirbelsäule - linke Schulter - linke obere Brust nahe Arm - linker Oberarm außen". Am Anfang bekam ich diese Verspannungs-Schmerzen noch mit Wärme gelöst, jetzt nicht mehr, es krallt sich fest und schmerzt stark! Aber erstaunlicherweise gibt es auch einige Tage, z.B. gestern, da ist völlige Ruhe auf der linken Seite, und ich habe stattdessen auf der anderen, rechten Seite Verspannung und nicht ganz so starke Schmerzen auf der Bahn "rechter Hals - rechte Schulter - rechte Brust". So, als ob das Muskel-Nerven-System zwischen den beiden Verspannungs-Schmerz-Zuständen einfach umschaltet!

Meine Schmerz-Ärztin, die mich vor 4 Jahren behandelt hat, und bei der ich jetzt wieder in Behandlung bin, meint aufgrund dieser Entwicklung und Symptome, dass mein Nervensystem durch den aktuellen Auslöser wieder überreizt und überempfindlich wurde (Chronifizierung) und die Verspannungen und Schmerzen selbst produziert. Ich glaube dies auch, zumal die schmerzenden Bereiche fast dieselben sind wie vor 4 Jahren. Als Behandlung bekomme jetzt die Medikamente Katadolon und Mirtazapin (ein Schmerz-wirksames Antidepressivum), die ich vor 4 Jahren auch bekam. Bisher allerdings noch ohne Erfolg, und mir geht es sehr schlecht, auch psychisch, da noch keine Wende in Sicht ist.

Jetzt einige Fragen:

a) Da die Verspannungen so stark sind, wäre da vielleicht das Medikament Mydocalm besser als Katadolon?

Meine Ärztin möchte es erstmal mit Katadolon probieren, und nur bei Misserfolg wechseln, aber ich habe das Gefühl, das Katadolon bekommt die Verspannungen nicht in den Griff.

b) Könnten irgendwelche zusätzlichen physiotherapeutischen Maßnahmen helfen, die Verspannungen zumindest zeitweise zu lösen?

Meine Ärztin ist eher dagegen. Mein Orthopäde hat zwar die Schmerz-Verspannung auf der rechten Seite schon mit Akupunktur spontan lösen können, aber es schlug dann sofort auf die viel schmerzhaftere Verspannung auf der linken Seite um, und da konnte er dann nichts mehr machen.


Vielen Dank für Antworten!

ein verzweifelter
wolfgang_76

Antworten:

Lieber Wolfgang

Es wirft Fragen auf, warum die Schübe vielfach symultan einsetzten?

Dank neuesten Studien ist man heut zu Tage in der Lage, Fibromyalgie nach zu weisen.
Diese Studien belegen, dass Fibromyalgie keine Einbildung ist.
Der Nachweis erfolgt über die Gehirnaktivität, bei Schmerzzuständen.

Anhand der Studie geht hervor, dass Fibro vererblich sein kann.
Es sie ein Mangel eines Enzym`s.

Dieses Enzym sollte Veränderungen erkennen und sie als Veränderung ans Gehirn weiterleiten. Bei uns ist das Fehlend.
Jedes mal, wenn unser Körper eine Veränderung macht, kriegen wir dies als Schmerzen mitgeteilt und sei es nur, dass sich das Wetter verändert.
Ein kleiner Luftzug, kann bei uns schon erhebliche Störungen verursachen.
Auch wenn sich in unserem Umfeld, Veränderungen einstellen, kriegen wir dies als Schemrzen weitergeleitet.

Nun auch Fibro muss wie ausbrechen.
Wenn keine grösseren Störungen vorliegen, lernen wir, mit unserem Schmerzpegel um zu gehen. Es gehört zu uns, wir nehmen uns seit Kindesbeinen nicht anders wahr.

Mit dem Älter werden, kommen auch bei gesunden Menschen die Beschwerden.
Veränderungen treten auf, zum Beispiel im Bewegungsaparat, oder im Magen- Darmtrakt.

Bei der Allergie kennen wir das schon, dass Abwehrzellen autoimmun reagieren.
Dies Bedeutet, dass die Abwehrzellen begonnen haben den eigenen Körper an zu greifen.
Genau das Gleiche passiert auch mit den Entzündungszellen, den T-Zellen.
Man hat herausgefunden, dass bei einem gewissen Nährstoffmangel, die Entzündungszellen beginnen den Körper an zu greifen.
Diese Angriffe haben eine Tiefenwirkung bis in die Knochen und sind durchaus in der Lage, diesen auch ab zu bauen.

Wie bei einem schlecht programmierten PC. Stimmt das Grundinstalation nicht, sollte man auch keine weitere Softwear daraufladen (Schmerzunterdrückende Mittel)
Man sollte neu programmieren.
Nun, bekommen die T-Zellen ihre Nahrung, beginnen sie sich wieder um zu programmieren.

Was bedeutet, dass man heute in der Lage ist, Corison mit Nahrung zu ersetzten.
Nicht nur, dass wir das Cortison nach einer gewissen Zeit absetzen können.
Es bringt das Immunsystem nach wenigen Monaten wieder ins Lot, so dass es nicht einmal mehr die Nahrungsumstellung mehr braucht.

Diese Forschungsarbeit hat einen Nobelpreis erhalten.
In Spanien wird es an die rund 300 000 Fibro-Parienten von Staateswegen weiter gegeben. Da Fibro sehr schnell IV Bezüger generiert, steht eine Nahrungsumstellung in keinem Kostenverhältnis.

Ich bin durchaus nicht die Einzige, die das aussagt,
jedoch kann ich meine Aussagen beweisen.

Mit freundlichen Grüssen



von Judith Kramer - am 21.12.2006 00:45
Hallo Wolfgang,

schöne Scheibe ist das, was da passiert ist. Was können wir jetzt da beitragen, nachdem Du bereits von zwei schmerztherapeutisch versierten Ärzten behandelt wirst? Eigentlich nur noch ganz "verrückte" Sachen, die uns (oder mir zumindest) auf dem Weg durch die Schmerzzeit begnet oder passiert sind.

Ein Erlebnis z.B., das ich heute so deute: Wenn die Signale im Körper Chaos veranstalten, dann lassen sie sich anscheinend mit stärkeren, geordneten Signalen wieder in die richtige Spur zu bringen. Bei der Anwendung von BMS (Biomechanische Stimultion) kommt es zur Schmerzfreiheit an den Muskel-Sehnen-Einheiten, die den mechanischen erzeugten Schwingungen nach diesem Prinzip ausgesetzt sind. Das gleiche passiert aber auch, wenn durch eine maximale statische Belastung das physiologische Eigenzittern des Muskels hervorgerufen wird. Ich habe das mal erlebt, als ich aus Jux bei etwas mitmachte, bei dem ich damit rechnete, dass ich Höllenschmerzen davon bekomme. Das Gegenteil war der Fall. Überall im Körper waren am nächsten Tag die üblichen Schmerzen da, nur der Arm, mit dem ich die Kraftausdauerprobe gemacht hatte, der war schmerzfrei! Fast drei Tage lang blieb es bei dieser einarmigen Schmerzfreiheit.

Oder Kneippsche Armbäder. Okay, dafür sind wir jetzt nicht in der richtigen Jahreszeit und Du bist wahrscheinlich auch nicht in der richtigen Gegend, um auf einem Spaziergang eine Kneippanlage aufzusuchen und die Arme in kaltes Wasser zu tauchen. Aber ich habe z.B.mehrmals erlebt, dass sich, sogar mit einem direkt spür- und sogar manchmal hörbaren Effekt eine Blockierung in der HWS löste.

Ausdauerbelastung: Vielleicht jetzt gerade unvorstellbar für Dich, aber gehe raus! Suche Dir ein ebenes, windgeschütztes Gelände und gehe einfach los. So locker wie möglich. Per Walkman Musik auf die Ohren, um die erste schlimme halbe Stunde zu übertönen. Ja, es geht da auch um Ablenkung der Wahrnehmung. Wenn das Hirnkasterls mit vielen anderen "wichtigen" Signalen beschäftigt wird, z.B. angenehmen Erinnerungen, die mit der Musik verbunden sind, müssen sich die dauernörgelnden Schmerzsignale hinten anstellen und kommen nicht mehr so gut durch bis zur Zentrale. Und wenn sie sich doch melden, dann weise sie ab. Frage sie nicht einmal, woher sie kommen oder warum sie jetzt schon wieder unterwegs sind. Denke Dir, "ich brauche euch nicht, ich will nichts von euch wissen, ihr habt mir nichts zu sagen, ich bin jetzt mit ... beschäftigt, basta!" Konzentration auf das was Du willst, aber immer mit positivem Vorzeichen.

Schwinge beim Gehen die Arme bewußt aber nicht übertrieben mit. Ich würde in diesem Fall auch auf erst mal Nordic-Stöcke verzichten, die ich ansonsten inzwischen ganz gerne benutze, allerdings ohne stilechtes Nordic Walking zu machen. Aber ich frage mich natürlich auch, ob Dir das Antidepressivum noch genügend Antrieb läßt, um all diese hilfreichen Aktivitäten zu unternehmen?

Gegenüber Katadolon bin ich ein wenig kritischer geworden, nachdem ich es nicht mehr nehme bzw. nach langer Pause noch mal kurzzeitig genommen habe.

Mydocalm, ja, das ist das, was auch ich in Deiner Situation jetzt bevorzugen würde. Mydocalm wirkt schnell ... Eigentlich macht es nicht müde, aber ich habe schon miterlebt, wie das ungewohnte Entspannungsgefühl ganz schnell einschlafen läßt. Die Entspannung kann aber auch mit einer psychischen Verfassung konkurrieren, die zur Daueranspannung führt. Dann wird die Muskelentspannung womöglich sogar als "bedrohlich" empfunden, weil sich eine krampfhaft aufrecht erhaltene Abwehrhaltung auflöst. Deshalb rate ich Dir, erst mal zu überlegen, ob es irgendwelchen Seelenmüll gibt, der Deine Muskeln erstarren läßt. Irgendwie habe ich auch aus den vielen Berichten aus etlichen Jahren das Gefühl, dass Mydocalm und trizykl. AD zusammen nicht so gut bekommen.

Was Deinen Rückfall in die Schmerzerkrankung betrifft, so von mir hier noch die Botschaft, dass das nicht zwangsläufig so kommen muß. Bei mir setzt die Chronifizierung und Generalisierung durch akute Auslöser nicht mehr ein, d.h. wenn mal etwas passiert, dann bleiben die Schmerzen an der entsprechenden Baustelle und fangen nicht an anderswo herumzukrakelen. Und Du schaffst das auch noch, dass Du dahin kommst!

Alles Gute,
Monika

von Monika D. (Admin) - am 21.12.2006 08:02
Hallo Judith,

also so langsam interessiert es mich doch, woher Du Deine "Weisheiten" nimmst - und was wir damit anfangen sollen.

Solche Schilderungen wie
Zitat

Anhand der Studie geht hervor, dass Fibro vererblich sein kann.
Es sie ein Mangel eines Enzym`s.

Dieses Enzym sollte Veränderungen erkennen und sie als Veränderung ans Gehirn weiterleiten.
die lassen mir echt die Haare zu Berge stehen.

Es irritiert mich auch, dass Du Dich hier mit vollem Namen und Adresse meldest. So etwas tun üblicherweise nur Leute, die etwas verkaufen wollen, d.h. diese Plattform hier unerlaubterweise für Kundenfang benutzen. Also, schreibe uns doch mal, was Du wirklich hier willst.

Gruß
Monika

von Monika D. (Admin) - am 21.12.2006 08:30
Hallo, Monika,

vielen Dank für deine Antwort. Zu deinem Text ein paar Anmerkungen und Nachfragen.

Monika> ... Dann wird die Muskelentspannung womöglich sogar als "bedrohlich" empfunden, weil sich eine krampfhaft aufrecht erhaltene Abwehrhaltung auflöst. Deshalb rate ich Dir, erst mal zu überlegen, ob es irgendwelchen Seelenmüll gibt, der Deine Muskeln erstarren läßt...

Es gibt bei mir schon einigen Seelenmüll, der meine Anfälligkeit für nervliche Erkrankungen bestimmt erhöht, außerdem liegt auch eine erbliche Anfälligkeit für nervliche Erkrankungen in der Familie (viele psychischen Erkrankungen, Migräne usw.). Aber ich war trotz dieser Umstände lange Zeiten meines Lebens gesund, ich sehe meine Erkrankung also nicht als zwangsläufig und unvermeidlich.

Monika> ... Irgendwie habe ich auch aus den vielen Berichten aus etlichen Jahren das Gefühl, dass Mydocalm und trizykl. AD zusammen nicht so gut bekommen...

Kannst du genauer beschreiben, welches Risiko du bei Mydocalm + Mirtazapin siehst? Bei der Kombination von Katadolon und verschiedenen AD (Amitriptylin, Mirtazapin) hatte ich nie Probleme, auch von den Nebenwirkungen der Medikamente (außer bei Amitriptylin) habe ich fast nichts gemerkt.

Viele Grüße,

wolfgang_76

von wolfgang_76 - am 21.12.2006 21:29
Sehr geehrte Monika

Jeder von uns hat so seine Erfahrungen gemacht.
Meine Weisheiten habe ich ebenfalls aus Erfahungen gewonnen.
Vielleicht ist es dir aufgefallen, dass ich mit Bestimmtheit keine komerziellen Ziele verfolge, wie du es mir unterstellst, jedoch kann ich zu meinem Namen stehen.
Ich finde es sehr schade, dass du deine Forenbesucher immer wieder auf Neue angreifst.

Glaube mir, Fibromyalgie ist keinesfalls nur eine Nahrungsunverträglichkeit.
Lese doch einfach mal die Studien von Dr. Daniel Clauw.
Da wirst du feststellen, dass der Schmerzpegel bei uns tiefer ist, wie bei gesunden Menschen.
Dafür gibt es Gründe!
Diese liegen jedoch nicht bei einer Glutenunverträglichkeit, dass ist allenfalls eine Folge aus einer langen Verkettung.



von Judith Kramer - am 22.12.2006 03:03
Hallo Wolfgang,

die Sache mit dem Seelenmüll, da kann ich Dir nur raten zu lernen, mit diesem "Müll" umzugehen, ohne dass Du Dir bzw. Deinem Körper dabei weh tust. Es ist wirklich von entscheidender Bedeutung bei solchen chronischen Geschichten, diesen Faktor als Antriebsmotor für sich immer wieder einschleichendes unfunktionelles Verhalten (bezogen auf die Muskelspannung) auszuschalten, denn sonst tappst Du immer wieder in die Schmerzfalle.

Was das Zusammenspiel von trizykl. AD und Mydocalm angeht, so habe ich viele Jahre lang aufmerksam verfolgt, wem es unter welchen Randbedingungen mit diesen AD, speziell Amitriptylin, nicht gut ging. Ich hatte ja auch mal einen Versuch gemacht mit ziemlich verheerendem Ergebnis, das ich mir lange Zeit nicht erklären konnte. Irgendwann schnappte ich dann mal in einem schmerztherapeutischen Fachvortrag auf, dass die schmerzhemmende Wirkung der trizykl. AD anscheinend über eine Blockierung der Na-Kanälchen in den Nervenzellen geschieht. Damals waren Forschern wie z.B. Prof. Walter Zieglgänsberger 19 verschiedene Arten (Isotypen) dieser Na-Kanäle bekannt. Blockierung von Na-Kanälen ist jedoch auch das Wirkprinzip von Tolperison, dem Wirkstoff von Mydocalm, während Flupirtin, der Wirkstoff von Katadolon, die Kalium-Kanäle von Nervenzellen bzw. an den Umschaltstellen öffnet. Ziel dabei ist immer, die Weiterleitung der überschießenden Schmerzreize (also elektrische Impulse) durch Spannungsausgleich innerhalb der Zelle zu verhindern. Dies nur zur Ergänzung.

Während die ADs ihren Wirkort im Gehirn haben, geht die Wirkung von Tolperison schon in der Peripherie los, also dort, wo die Schmerzreize entstehen und von wo aus sie sich auf den Weg in die Zentrale machen um dort als Schmerz bewertet zu werden. Tolperison ist quasi ein Lokalanästhetikum zum Schlucken das verhindert, dass überhaupt Schmerzreize an die Zentrale geliefert werden. Ich vermutete damals schon (als wirklich laienhafte Vermutung), dass es dieser Doppelangriff an Na-Kanälen ist, der in manchen Fällen zu unguten Erfahrungen mit der Kombination von trizykl. AD und Tolperison führt. Inwieweit diese Überlegungen für Mirtazipin überhaupt relevant sind, kann ich Dir leider nicht sagen.

Ganz wichtig ist auch noch, dass eine Wirkung von Tolperison erst dann einsetzt, wenn eine ausreichende Dosis eingenommen wird!!!
Zitat

Mydocalm ausgezeichnet wirksam bei Rückenschmerzen
Eine aktuelle doppelblinde, placebokontrollierte klinische Studie unter der Leitung von Dr. Michael Struck belegt die ausgezeichnete Wirksamkeit von Mydocalm bei Rückenschmerzen: 188 Patienten, die unter chronischen Rückenschmerzen im Bereich der Hals- und/oder Lendenwirbelsäule litten, erhielten durchschnittlich 19 Tage lang 3 x 1-2 Tabletten Mydocalm mit jeweils 150 mg Tolperison. ....
Quelle

Die in Deutschland erhältlichen Tabletten enthalten nur 50 mg Wirkstoff und werden leider oft so verordnet, dass überhaupt keine Wirkung spürbar werden kann.

Was mir aber noch viel wichtiger ist als die Diskussion über Medikamente: Muskelfunktion ist in erster Linie eine mechanische, also physikalische Sache die man, wenn sie aus dem Ruder läuft, auch mit direkten physikalischen Inputs wie bewußter Bewegung, mechanischen und thermischen Reizen usw. wieder auf Kurs bringen kann. Man muß nicht gleich an der Steuerung des gesamten Systems eingreifen - mit ungewissem Ausgang!

Viele Grüße
Monika

von Monika D. (Admin) - am 22.12.2006 07:22
Hallo Judith,

Du schreibst viel, deutest alles möglich an, ohne konkret zu werden. Das EINZIGE Konkrete an all Deinen Beiträgen ist Deine Adresse. Was sollen wir damit anfangen?

Viele Deiner Andeutungen führen in die Irre!!!! Z.B. solche Aussagen wie diese hier
Zitat

Da wirst du feststellen, dass der Schmerzpegel bei uns tiefer ist, wie bei gesunden Menschen.
Dafür gibt es Gründe!
Diese liegen jedoch nicht bei einer Glutenunverträglichkeit, dass ist allenfalls eine Folge aus einer langen Verkettung.
sind einfach falsch!!!
1. Bei Fibromyalgie hat man keinen tieferen "Schmerzpegel", sondern erniedrigte Schmerzschwellen. D.h. Reize gleicher Intensität werden bei Fibromyalgie stärker wahrgenommen als bei Gesunden. Fibromyalgie bedeutet gewissermaßen, von Schmerzreizen überflutet zu werden, wo andere überhaupt nichts spüren. Der Schmerzpegel, wenn man diesen Begriff verwenden mag, schlägt also höher aus.
2. Glutenunverträglichkeit ist eine genetisch angelegte Autoimmunreaktion, die als Auslöser vor allem Glutenbelastung plus evtl. noch eines weiteren Faktors bedarf, der dem Immunsystem einen Anstoß gibt. Die Reaktionskette von unerkannter, unbehandelter Glutenunverträglichkeit bis hin zu Fibromyalgie-Symptome ist nachvollziehbar z.B. durch entstehende Mangelzustände bei wichtigen Spurenelementen aber auch durch neuroimmunologische Begleiterscheinungen, - die umgekehrte Richtung jedoch nicht!

Dr. Daniel Clauw ist für mich seit vielen Jahren kein Unbekannter. Ich habe ihn wahrscheinlich selbst öfter mal zitiert. Z.B. hier. Clauw kann sehr gut die Schmerzen beschreiben, messen, ihren Weg nachweisen usw., aber er sagt nichts über ihren Ursprung. Heute kann ich dazu nur sagen, dass er genau aus DEM Umfeld kommt, in dem man bis vor wenigen Jahren noch glaubte, dass Zöliakie/Sprue (Glutenunverträglichkeit) eine komische Krankheit des alten Europas sei, die in den USA, d.h. dort wo ER Arzt geworden ist, so gut wie überhaupt nicht vorkommt. Ein gewaltiger Irrtum und eine gravierende Lücke im Weltbild amerikanischer Mediziner! Trotzdem bedeutet das nicht, dass ich jede Fibromyalgieerkrankung nur als unerkannte Glutenunverträglichkeit betrachte, da aber genau an diesem Punkt die allergrößten Lücken in der Aufklärung bestehen und die Sache wirklich schwerwiegende Konsequenzen haben kann, wenn sie nicht erkannt wird, deswegen konzentriere ich meine Aktivitäten auf diese Lücke!

Weiter will ich wirklich nicht auf diesen Wirrwarr von Mißverständnissen eingehen, den Du hier präsentierst. Ich sehe darin noch keinerlei hilfreichen Informationen für Betroffene und vermute deshalb, dass Du es darauf angelegt hast, dass Leute direkt mit Dir Kontakt aufnehmen. Das ist jedenfalls genau das, was unzählige "Heilsbringer" immer wieder versuchen.
Zitat

Ich bin durchaus nicht die Einzige, die das aussagt,
jedoch kann ich meine Aussagen beweisen.
Aha!

Monika

von Monika D. (Admin) - am 22.12.2006 09:51
Hallo, Monika,
hallo, alle,

nochmal zum Thema Katadolon vs. Mydocalm:

Meine Schmerzärztin wollte eigentlich, dass ich bis zum nächsten Termin Mitte Januar Katadolon nehme und dann je nach Erfolg über einen Wechsel entscheide. Darüber habe ich mich heute hinweggesetzt und statt Katadolon versuchsweise Mydocalm genommen. Dosis war 1,2,1, wobei die erste 1 statt 2 nur aus Vorsicht war.

Ich war beeindruckt über die Sofort-Wirkung! Deutlich nachlassende Verspannungen und Schmerzen! Ich konnte sogar eine kleine Radtour machen und ins Warmwasser-Schwimmbad gehen! Beim Nachlassen der Wirkung kommen die Verspannungen und Schmerzen zwar wieder, sind aber nicht mehr so dumpf, sondern fühlen sich eher "prickelnd" an. Beim Katadolon war die Reaktion viel träger.

Jetzt weiß ich nicht recht, wie ich weiter vorgehen soll. Mydocalm weiter nehmen (2,2,1 oder?) und Katadolon weglassen? Oder doch beides irgendwie kombiniert nehmen? Die Wirkungen könnten sich theoretisch ergänzen. Andererseits weiß ich, dass meine Ärztin dagegen ist, beide Medikamente gleichzeitig zu nehmen, sie sagt, man solle sich für das besser wirkende entscheiden. Leider sehe ich meine Ärztin erst am 15.01. und habe vorher niemand Kompetenten, den ich fragen könnte. Weiß jemand Rat?
:confused:

Dann noch was an Monika, du schreibst:
Zitat

Was mir aber noch viel wichtiger ist als die Diskussion über Medikamente: Muskelfunktion ist in erster Linie eine mechanische, also physikalische Sache die man, wenn sie aus dem Ruder läuft, auch mit direkten physikalischen Inputs wie bewußter Bewegung, mechanischen und thermischen Reizen usw. wieder auf Kurs bringen kann.

Muskelfunktionen und insbesondere schmerzhafte Muskelverspannungen sind doch nicht nur eine "mechanische" Sache, wie du schreibst, sondern die Nerven spielen eine ganz wichtige Rolle. Sie sind es, die die Muskeln zum (ver-)spannen bringen! Und wenn sie überreizt und überempfindlich werden, wie jetzt bei mir, dann können Medikamente sehr hilfreich oder sogar unbedingt erforderlich sein.

Viele Grüße,
wolfgang_76

von wolfgang_76 - am 22.12.2006 22:01
Hallo,

in meinem letzten Beitrag vom 22.12. hatte ich ich mich ziemlich positiv über das Medikament Mydocalm geäußert, nachdem ich es probeweise statt dem Medikament Katadolon genommen hatte.

Jetzt nach 9 Tagen Mydocalm 2,2,1 (und kein Katadolon) muss ich das Lob etwas zurücknehmen: Es geht mir vielleicht insgesamt geringfügig besser, aber stark wechsend zwischen schlechten und besseren Phasen. Ich bin mir deshalb nicht mehr sicher, ob Mydocalm wirklich die bessere Wahl war, oder ob Katadolon eine ähnliche Wirkung gezeigt hätte, wenn ich es durchgehend genommen hätte.

Deshalb interessiert mich nach wie vor, welches dieser Medikamente (Mydocalm, Katadolon) wann zu bevorzugen ist. Liest man Literatur zu diesen Medikamenten, so klingen die Texte fast gleich: Beide Medikamente sollen die übererregten Nervenzellen beruhigen, indem sie den Ionen-Austausch der Zellen beeinflussen. Nirgends in der Literatur finde ich jedoch eine Abwägung, welche der beiden Wirkungsmethoden "Schließen von Natrium-Kanälen" (Mydocalm) bzw. "Öffnen von Kalium-Kanälen" (Katadolon) denn nun unter welchen Umständen besser ist. Auch finde ich nirgends Informationen darüber, ob eine Kombination beider Methoden sinnvoll wäre oder nicht. In Internet-Foren finden sich zwar reichlich Patienten, die beide Medikamente kombiniert nehmen, in ganz unterschiedlichen Dosierungs-Varianten, aber das ist für mich nicht unbedingt eine seriöse Information darüber, dass dies sinnvoll ist.

Also, falls mir jemand von den Lesern hilfreiche Hinweise geben kann, wäre ich sehr dankbar!

Vielen Dank auch nochmal an Monika für ihre hilfreichen Auskünfte (wobei mich dein Hinweis auf negative Wechselwirkungen zwischen Mydocalm und AD doch sehr verunsichert hat, da ich auch das AD Mirtazapin nehme).

wolfgang_76

von wolfgang_76 - am 30.12.2006 22:46
Hallo Wolfgang,

die pharmakologische Wirkdauer von Mydocalm ist rel. kurz, da nach wenigen Stunden der Wirkstoff nahezu vollständig abgebaut bzw. ausgeschieden ist. Die Wirkdauer von Katadolon ist demgegenüber etwa doppelt so lang. Bei Einnahme alle 8 Stunden kommen daher bei Katadolon weniger Schankungen zustande als bei Mydocalm.

Was an Kombinationen sinnvoll ist, das ist ganz sicherlich individuell unterschiedlich. Und natürlich auch nach den vorrangigen Therapiezielen zu unterscheiden. Wer wegen Schmerzen schlecht schlafen kann, der erlebt mit Katadolon wahrscheinlich kleine Wunder. Wenn man aber vor allem tagsüber Schmerzen schnell in den Griff bekommen muß, weil man sonst die Besprechung, den Vortrag, die Reise usw. kaum durchsteht, dann ist Mydocalm ein Segen. Ich erinnere mich z.B. an eine Tagung, da war ich am dritten und letzten Tag so mit Schmerzen eingedeckt, dass ich mir die weitere Teilnahme und die Heimfahrt erst mal überhaupt nicht vorstellen konnte. Da kam die Rettung durch 150 mg Mydocalm - und ne halbe Stunde später saß ich wieder so fitvergnügt, wie es damals überhaupt nur möglich war, im Vortrag.

Die Erfahrungsberichte und gesammelten Eindrücke gibt es hier übrigens nicht, um zu verunsichern, sondern allenfalls um eigene Erfahrungen besser einzuordnen. Und da denke ich, ist es ganz hilfreich, wenn man erfährt, dass es z.B. bei Kombination von zwei bestimmten Substanzen schon gelegentlich mal auffällig unerfreuliche Erfahrungen gegeben hat, wobei wir als Patienten nicht die Möglichkeit haben, systematische Studien oder aussagefähige Statistiken zu erbringen. Andererseits haben wir - als ERSTE in der Geschichte der Menschheit - nun über das Internet die Möglichkeit, unabhängig von den etablierten Informationswegen der Fachleute, eigene Erfahrungen zu publizieren und auch Rückmeldungen von anderen mit ähnlichen oder auch gegenteiligen Erfahrungen zu erhalten. Wir sind aber auch - mehr als je zuvor - gefordert, kritisch und verantwortungsvoll mit den uns heute so leicht zugänglichen Informationen umzugehen und nicht aus jeder Meldung für sich selbst eine Erwartungshaltung zu konstruieren.

Übrigens glaube ich nicht, dass es "reichlich" Patienten gibt, die Mydocalm und Katadolon gleichzeitig verordnet bekommen. Dafür gibt es einfach zu wenige wirklich versierte Schmerztherapeuten, die mit den Wirkprinzipien dieser Substanzen vertraut sind und die sich darüberhinaus nicht um die Knebelung durch Verordnungsrahmen usw. kümmern bzw. gibt es zu wenige Selbstzahler, bei denen dieser Verordnungsrahmen keine Rolle spielt. Der Verordnungsrahmen legt fest, für wieviel Geld ein Arzt Medikamente an alle seine Patienten zusammen verordnen darf. Manche, bzw. ganz bestimmte Medikamente, die für die Behandlung chronischer Krankheiten notwendig sind, werden dabei nicht in diese Gesamtsumme eingerechnet. Für den normalen Kassenarzt ist es deshalb ganz einfach sehr viel günstiger, Patienten mit (einstmals unschlagbar billigen) Antidepressiva und notfalls mit starken Opioiden, die im Verordnungsrahmen nicht berücksichtigt werden müssen, heimzuschicken. Eine längerfristige Verordnung von Tolperison (Mydocalm) in ausreichender Dosis kann sich bei den Preisen dieser Substanz in Deutschland kaum ein Arzt leisten. Er bräuchte dann zum Ausgleich für diesen einen "teuren" Patienten so ca. 10-30 Kassenpatienten, die nur "zum Blutdruckmessen" kommen, d.h. die Zahl seiner Patienten erhöhen, aber seinen Verordnungsrahmen nicht belasten. Auch aus anderen Ländern wird man kaum entsprechende Rückmeldungen bekommen können, da es z.B. in der Schweiz, wo Mydocalm "richtig" verordnet wird, kein Medikament mit dem Wirkstoff von Katadolon gibt. In vielen anderen Ländern gibt es weder Tolperison noch Flupirtin! Als Selbstzahler hier in Deutschland haben wir also das Privileg, eigene Erfahrungen zu machen, ohne dass uns von irgendwelcher Werbung großer international auftretender Konzerne vorgebetet wird, was wir spüren sollen ....

Ich denke, dass auch bzw. gerade solche Hintergrundinformationen wichtig für uns sind, um das Verhalten unserer Ärzte, aber auch unser eigenes Verhalten immer wieder mal zu hinterfragen.

Viele Grüße und Gutes Neues Jahr,
Monika

von Monika D. (Admin) - am 02.01.2007 07:00
Hallo, Monika,

vielen Dank für deine Antwort. Leider sind meine Fragen nicht nur akademisch, sondern ganz elementar - ich habe heute wieder starke Schmerzen und weiß nicht, wie ich die 2 Wochen bis zum nächsten Termin bei der Schmerzärztin überstehen kann. Deshalb muss ich bis dahin selbst eine sinnvolle Medikamentenbehandlung finden und bitte dich um Mithilfe. Ansonsten hilft mir mein Orthopäde, er verschreibt mir (als Privatpatient) gerne, was ich benötige. Er ist aber kein Experte in Schmerztherapie und nimmt sich wenig Zeit, immerhin kennt er die Medikamente Katadolon und Mydocalm und ihre Wirkungsweise.

Nachdem meine Schmerzerkrankung offenbar mit Mydocalm 2,2,2 (und einem AD) nicht in den Griff zu bekommen ist, sehe ich in meiner Verzweifelung nur die Möglichkeiten: a) Katadolon zusätzlich nehmen, b) Mydocalm höher dosieren

a) erscheint mir sinnvoller. Ich könnte das Katadolon beispielsweise in der mir ursprünglich verordneten Form "S long" (Retard mit 400 mg) abends nehmen, und dazu Mydocalm etwas reduziert tagsüber, beispielsweise 2,2,0. Morgen werde ich den Orthopäden dazu befragen. Was hältst du von dieser Möglichkeit? (Ich weiß, du bist keine Ärztin, aber ich schätze deine Erfahrung als fast gleichwerig ein).


Grüße,
wolfgang_76

von wolfgang_76 - am 02.01.2007 14:57
Hallo Wolfgang,

zu den Katadolon S long kann ich Dir schlichtweg überhaupt nichts sagen, denn da ist in einer Kapsel die doppelte Dosis, gemessen an dem, was ich genommen habe (ausschließlich abends genommen habe!). Da der Wirkstoff der S long gleichmäßig über 24 Stunden hinweg verteilt abgegeben wird, spielt die Einnahmezeit auch keine große Rolle. D.h. wenn Du zusätzlich noch etwas anderes nimmst, kommt es auf jeden Fall zu einer Überlagerung der Wirkungen. Und da wäre ich doch seeeehr vorsichtig bzw. würde es ohne klare ärztliche Anweisung sicherlich nicht machen.

Was Mydocalm betrifft, so setze ich hier mal die schweizer Dosierungsanweisung rein:
Zitat

Dosierung/Anwendung
Bei Erwachsenen im allgemeinen dreimal täglich eine Dragée Mydocalm zu 150 mg (d.h. eine Tagesdosis von 450 mg).
In hartnäckigen Fällen kann die Dosierung auf 4 Dragées zu 150 mg täglich angehoben werden (d.h. eine Tagesdosis von 600 mg).
Bei Kindern sind die Tagesdosen auf 5–10 mg/kg Körpergewicht, verteilt auf mehrere Einzeldosen, zu reduzieren.
Bei Anwendungen in der Geriatrie sind schwächere Dosierungen angezeigt.
Dasselbe gilt für Patienten mit bekannter Leber- oder Niereninsuffizienz.
Die Dosierung ist beizubehalten, bis die therapeutische Wirkung erreicht ist. Danach können die einzelnen Dosen in grösseren Abständen verabreicht werden (zum Beispiel Aufteilung der Tagesdosis auf zwei Tage).

Ich habe zuletzt nur noch die schweizer Mydocalm verwendet (bei denen 3x soviel Wirkstoff enthalten ist, wie in den hiesigen Pillen) und damit auch meiner Privatversicherung einige Kosten gespart, selbst wenn ich sie anfangs über eine deutsche Apotheke, die ja auch noch daran etwas verdienen wollte, bezogen habe.

Was Du noch wissen solltest: Es gibt auch noch Schmerzauslöser ganz anderer Art. Z.B. Wetterfühligkeit oder Wettervorfühligkeit ist keine Sache für alte Ommas, sondern kann jeden treffen. Bei der Form von Reaktionen, die ich rund 30 Jahre lang 'testen' durfte, hat niemals irgendein Medikament etwas an diesen ganz typischen Schmerzen geändert. Nur durch manche physikalische Maßnahmen, vor allem aber durch den Faktor Zeit gab es da Entrinnen. Allerdings wäre ich ohne meine vertieften meteorologischen Kenntnisse wohl niemals dahinter gekommen, dass die fiesesten meiner Schmerzen viel mehr mit Vorgängen in der Atmosphäre zu tun hatten als mit Prozessen im Körper, dessen ständig überreiztes Nervensystem bei bestimmten Wetterentwicklungen auf an sich harmlose Signale (sferics) mit Schmerzchaos reagierte. Nachdem ich das kapiert hatte, fand ich das manchmal sooooo spannend, dass ich die Schmerzen genauso gut ertragen konnte, wie man Anstrengungen einer Forschungsreise hinnimmt. Spannend deshalb, weil ich einigen Situation mit außergewöhnlichen Wetterentwicklungen mit meiner 'Ansage' wesentlich treffsicherer war, als die professionellen Wetterdienste. Das was ich meine ist allerdings etwas ganz anderes als das Blabla, dass es bei naßkaltem Wetter schlechter geht usw.

Ein 'heißer' Tipp von mir: Achte mal darauf, was rund 48 Std. oder 24 Std. nach dem Einsetzen von besonders ekelhaften Muskel- bzw. Weichteilschmerzen mit dem Wetter passiert!

Gruß
Monika

von Monika D. (Admin) - am 02.01.2007 18:49
Hallo, Monika,

vielen Dank für deine prompte Antwort! Deine Warnung vor einer Überlagerung von Katadolon long und Mydocalm nehme ich ernst. Die "normale" Katadolon wäre da vielleicht besser in der Kombination. Oder doch Mydocalm höher dosieren? Mal sehen, ob der Orthopäde morgen was dazu sagen kann.

Dein Hinweis auf "Wetterfühligkeit" passt bei mir eigentlich nicht, denn meine Schmerz-Zustände wechseln viel schneller als das Wetter. Beispielsweise zur Erläuterung in den letzten 6 Tagen so (betroffen ist jeweils Hals-Nacken-Schulter-Brust-Oberarm, links und rechts ein etwas anderes Muster, links sind die Schmerzen stärker):

28.12.: ab morgens Verspannung und Schmerzen rechts, dabei links ruhig, abends dann Verspannung und Schmerzen links und dabei rechts ruhig.
29.12.: vormittags starke Verspannung und Schmerzen links, nachmittags nachlassend, abends gut.
30.12.: vormittags bis mittags gut, nachmittags bis abends mäße Verspannung und Schmerzen links.
31.12.: ganztags starke Verspannungen und starke Schmerzen links.
01.01.: vormittags leichte Verspannung und Schmerzen links, ab mittags besser, dann nachmittags durch ungeschickte Belastung des rechten Arms ausgelöste Verspannung und Schmerzen rechts, ab dann links ruhig.
02.02.: vormittags bis nachmittags Verspannung und Schmerzen links, dann wieder durch ungeschickte Handhabung mit dem rechten Arm ausgelöste Verspannung und Schmerzen rechts, gleichzeitig Verschwinden der Beschwerden links.

Auffällig ist der seltsame "rechts-links-Wechsel", den ich schon seit Wochen erlebe. Den Wechsel kann ein mechanischer Reiz auslösen, wie oben beschrieben, oder es wechselt über Nacht und entscheidet sich morgends für eine der beiden Seiten. Ich war auch mal im Zustand "Verspannung und Schmerzen rechts, und links ruhig" beim Orthopäden, der setzte zielsicher einige Akupunkturnadeln, die Verspannung rechts verschwand tatsächlich, und es folgte eine umso heftigere anhaltende Verspannung mit Schmerzen links. Wie soll man mit so einem instabilen System klar kommen? Und mit dem damit verbundenen Wechselbad der Gefühle? Ich weiß es nicht...

Grüße,
wolfgang_76

von wolfgang_76 - am 02.01.2007 20:30
Au weia, ich denke, jetzt ist wirklich mal totales Umdenken nötig. Wenn ich Deine Liste anschaue, dann kommt es mir so vor, als sei da oben in Deiner Birne eine Art Radar, das nach Störsignalen sucht und egal wie winzig ein gefundenes 'Pünktchen' ist, das Signal so lange verstärkt, bis die Muskeln aus der Ecke, aus der das Signal zu kommen scheint, mit Anspannung reagieren und damit neue, echte Schmerzsignale erzeugen. Dieses Bild habe ich jetzt nicht ganz aus dem eigenen Hut gezaubert, sondern es basiert schon annähernd auf medizinisch anerkannten Vorstellungen von Chronifizierungsprozessen.

Der Ausgangspunkt Deiner Schmerzen, egal, wo Du sie empfindest bzw. egal, wohin sie projeziert werden, scheint im Gehirn zu sein. Wenn dem so ist, dann kann Mydocalm, das Schmerzen an den Entstehungsorten in der Peripherie und den ersten Umschaltstellen hemmt, nicht viel ausrichten. Es kann die aus dem 'falschen' Schmerzreiz resultierenden Verspannungen mindern, aber das ist ja allenfalls nur die halbe Miete. Das Schmerzfeuerwerk wird ja direkt im Gehirn bzw. auf der Großhirnrinde gezündet ...

Wie man sich fühlt, wenn man vom eigenen Körper derartig verar...t wird, das weiß ich. Ich weiß aber auch, dass man gegen diese Gefühle ganz gut gegenhalten kann mit bewußt gelenkten Gedanken, die z.B. der Falschmeldung der Schmerzen ein klare Absage erteilen um sich danach konsequent anderen Dingen zuzuwenden. Natürlich Dinge, die nicht unbedingt neue Schmerzbilder hervorbringen. Wichtig ist, dass Du keinen einzigen Gedanken mehr darauf verschwendest, die Schmerzen zu 'identifizieren', genauso wie Du einen ungebetenen Vertreter vor der Tür stehen lassen würdest, ohne darüber nachzudenken, was er zu verkaufen hat und warum er ausgerechnet jetzt bei Dir klingelt. So ein Verhalten kann man lernen, entweder in Eigenregie (so habe ich es gemacht, nachdem ich Einiges aus der aktuellen Schmerzforschung aufgeschnappt hatte) oder im Rahmen eines Klinikaufenthalts mit psychologisch-schmerztherapeutischen Ansätzen. Das wäre für Dich jetzt vielleicht doch überlegenswert, auch wenn mit etlichen Wochen Wartezeit zu rechnen ist. Ich denke da z.B. an die Fachklinik Enzensberg in Hopfen am See oder Klinik Roseneck in Prien am Chiemsee. Falls Dein Orthopäde eine bestimmte Klinik in Mainz vorschlagen sollte, würde ich allerdings ein paar Runzeln auf der Stirn und eine deutliche horizontale Kopfbewegung entwickeln.

Gruß,
Monika

von Monika D. (Admin) - am 02.01.2007 23:33
Hallo, Monika, und alle

habe heute mir meinem Orthopäden über die Medikamente gesprochen. Er scheint sich damit doch ganz gut auszukennen, denn er macht regelmäßig Fortbildungen zu Schmerztherapie in der Schmerzambulanz im Klinikum, also dort, wo meine Haupt-Behandlung stattfindet, und kennt auch die dortigen Ärtzte/innen. Er nannte außer Mydocalm und Katadolon noch ein ganz neues Medikament Myoson, das ähnlich wie Mydocalm wirken soll, genaueres dazu haben wir aber nicht erörtert (hat jemand Erfahrungen damit?).

Zu meinem Anliegen meinte er, daß Mydocalm das Problem hätte, dass es nur eine kurze Wirkungsdauer hat und damit über den Tag ein ständiger Wirkungswechsel stattfindet, mit einer Lücke in der Nacht. Katadolon würde (schon in der normalen Form) viel länger wirken, in der Retard-Form noch länger. Er würde mir empfehlen, wieder auf Katadolon als Haupt-Medikament zu gehen und Mydocalm nur in kleinerer Dosis tagsüber dazu nehmen. Zur Wechselwirkung der beiden Medikamente befragt meint er, dass dabei aus seiner Sicht keine Probleme zu erwarten sind. Also werde ich jetzt Katadolon long abends nehmen, damit ich über Nacht eine durchgehende Wirkung habe, und Mittags oder Nachmittags noch Mydocalm für eine zusätzliche Wirkung. Mögliche Komplikationen werde ich natürlich beobachten und darauf reagieren. Auf Nebenwirkungen scheine ich allgemein wenig empfindlich zu sein, ich habe weder bei Katadolon, noch bei Mydocalm, noch beim AD Mirtazapin nennenswerte Nebenwirkungen verspürt.

Zu deinem Hinweis, dass sich die Krankheit hauptsächlich im Gehirn stattfindet: Es ist sicher so, dass ein großer Teil im Gehirn passiert. Deshalb bekomme ich auch das AD Mirtazapin, und bald wahrscheinlich noch ein zweites AD (Cipralex), das ich vor vier Jahren auch bekommen habe. Ein Teil der Krankheit sitzt aber sicher auch im dezentralen Nervensystem (Stichwort Schmerzgedächtnis), und dort ist auch eine Behandlung erforderlich. Alle meine Ärzte befürworten deshalb eine entsprechende "mehrgleisige" medikamentöse Behandlung, plus Entspannungstechniken, Ablenkung durch positive Gedanken, psychologische Betreuung usw.. Mal sehen, wie es weitergeht. Heute ist der Tag relativ gut verlaufen, wahrscheinlich, weil meine zweifelnde Unsicherheit über die Medikamentenbehandlung erstmal geklärt wurde.

Viele Grüße,
wolfgang_76

von wolfgang_76 - am 03.01.2007 21:28
Hallo Wolfgang,
als potentieller HWS-Kandidat mit starken Muskelverspannungen wollte ich Dich auch schon auf das Medikament "Myoson direct" hinweisen.
Es ist vom selben Hersteller wie Mydocalm. Es ist ein Muskelrelaxans. In der Gelben Liste kannst Du näheres dazu lesen.
Ich selbst nehme es täglich morgens um 7 Uhr, dazu eine Diclofenac 75, und dann später im Büro nehme ich eine Mydocalm, manchmal im Laufe des Vormittags noch eine 2. Mydocalm.
Nur mit dieser Medikation kann ich meiner beruflichen Tätigkeit nachkommen. Ich arbeite nur halbtags! Bei Schmerzspitzen nehme ich noch zusätzlich 10 Tropfen Tramadol.
Kürzlich waren meine Muskelverspannungen im gesamten Rücken derart stark, dass mir vom Orthopäden erstmals Tetrazepam /Musaril verschrieben wurde. Dieses Medikament wirkt m.E. noch stärker als Myoson direct, ist aber nicht für Dauereinnahme geeignet, wegen Abhängigkeitsgefahr. Es hilft mir aber in den Nächten, in denen ich kaum meinen Kopf/Körper im Bett drehen kann. Ich nehme es also nur hin und wieder, wenn es ganz schlimm ist. Mir reicht auch mal 1/2 Tabl. davon. Von den 10 verordneten Tabl. im Oktober habe ich immer noch welche übrig.
Ansonsten kann ich Dir bei Muskelverspannungen auch Wärme wärmstens empfehlen, ob durch Rotlicht oder heißes Körnerkissen. Auch Thermacare-Pflaster oder Rheuma-Pflaster vom DM-Markt helfen mir gut. Habe immer eines in meiner Handtasche für alle Fälle. Damit kann ich durchaus auch mal auf eine Tablette verzichten.

Um einer Chronifizierung vorzubeugen sollte man aber auch Fango/Massage und manuelle Therapie nicht außer Acht lassen, wenn du diese verträgst. Besonders die manuelle Therapie ist gut geeignet, die verkürzte Muskulatur und Muskelhartspann zu dehnen. Das war in meinem Fall oft auch etwas schmerzhaft, tat aber dennoch gut und ich spürte danach immer eine bessere Beweglichkeit des gesamten Schultergürtels.

Wenn Deine Beschwerden anhalten, wäre es jedoch empfehlenswert, doch mal ein MRT der HWS machen lassen, falls noch nicht geschehen.

Das wars mal für heute. Ich kann nachempfinden, wie es Dir geht und wünsche Dir baldige Besserung.

Gruß
Karin

von Kakin - am 03.01.2007 22:15
Hallo Wolfgang,

das mit der unterschiedlichen Wirkdauer von Mydocalm und Katadolon hatte ich Dir doch schon längst geschrieben!

Allerdings ist es so, dass die Gesamtwirkung bei AUSREICHENDER Dosis von Mydocalm weit über die Zeit der Anwesenheit des Wirkstoffes im Körper hinaus gehen kann, weil der Teufelskreis aus Schmerzen und Verspannung durchbrochen wird. So hat bei mir dann - von Ausnahmesituationen abgesehen - oft eine einmalige Einnahme von 100 - 150 mg Mydocalm-Wirkstoff für den ganzen Tag ausgereicht, obwohl schon nach ca. fünf Stunden kaum noch etwas von dem Wirkstoff im Körper ist. So habe ich durch die eine ausreichende Dosis letztlich insgesamt weniger Mydocalm verbraucht, als es durch halbherziges 'Naschen' an zu niedrig dosierten Pillen nötig gewesen wäre. Mydocalm in kleinerer Dosis zu nehmen, als es entsprechend dem Körpergewicht angemessen ist, hat in den meisten Fällen absolut NULL Effekt. Man könnte die Pille gewissermaßen gleich so ins Klo schmeißen.

Was das Schmerzgedächtnis betrifft: Natürlich kann sich auch im peripheren Nervensystem ein 'Schmerzgedächtnis' entwickeln. Deswegen wird ja heute bei Operationen zusätzlich zur Allgemeinnarkose auch noch lokale Anästhesie angewandt, um schon von der Quelle weg die Schmerzreize, die sich im Nervensystem eingraben und ein 'Schmerzgedächtnis' bilden könnten, zu unterbinden. Dieses dezentrale Schmerzgedächtnis setzt aber logischerweise die Existenz konkreter Schmerzauslöser (= Gewebeschädigungen) voraus. Wenn jedoch - wie bei Dir - die Schmerzwahrnehmung ständig andere Körperregionen als scheinbaren Ausgangsort hat UND an diesen Körperstellen tatsächlich keine schwerwiegende Schädigung besteht oder mal bestanden hat (Stichwort Phantomschmerz), dann müßte doch logischerweise die Quelle der Schmerzentstehung - die dann muskuläre Verspannungen nach sich zieht, die ihrerseits wieder Schmerzen erzeugen - an einer anderen Stelle im System gesucht werden, nämlich da, wo alle 'Leitungen' zusammenlaufen.

Myoson ist sooo neu auch wieder nicht, es ist seit Sommer 2004 auf dem Markt. Da es - im Gegensatz zu Mydocalm - die Reaktionsfähigkeit beeinflussen kann, was auch für alle anderen von Dir genannten Medikamente gilt, wäre ich persönlich da doch zurückhaltend, zumindest wenn man nicht daheim bleiben kann oder will. Ich bin z.B. niemals in den ersten 8 Stunden nach Katadolon-Einnahme Auto gefahren. Ich habe es stets nur abends genommen, damit bis zum Morgen der Wirkstoff größtenteils wieder abgebaut ist. Die Retard-Kapseln, die den Wirkstoff gleichmäßig über 24 Std. abgeben, wären schon deshalb nichts für mich gewesen, weil ich in jeder einigermaßen schmerzfreien Minute Freiheit genießen und mir nicht neue Einschränkungen durch Medikamenten-Nebenwirkungen auferlegen wollte.

Übrigens: Mich würde es jetzt mal interessieren, was bei Dir passiert, wenn Du jetzt in eine Kältekammer gehst, aber bitte eine mit -110 °C, denn da wird es erst 'lustig'.

Gruß
Monika

von Monika D. (Admin) - am 04.01.2007 08:35
Hallo, Monika,

sorry, dass ich gleich wieder was schreibe, aber diese Art der Verarbeitung des Problems hilft mir bei der Genesung.

Zu deinem Hinweis über die Dosierung von Mydocalm: Mit meinen missverständlichen Worten "in kleinerer Dosis" meinte ich natürlich "seltenere Einnahme", aber immer jeweils mindestens 2 Tabletten.

Zur Frage "Schmerzgedächtnis", und wo das eigentliche Problem liegt: Hier tue ich mich schwer, die Zusammenhänge wirklich zu verstehen. Tatsache ist, dass ich kein klassisches "Schmerzgedächtnis" habe, das durch einen lang anhaltenden Schmerz an einer bestimmten Stelle ausgelöst wurde. Zwar wurde meine Erkrankung durch einen "echten" Schmerz ausgelöst, hielt aber nur wenige Tage an, hatte schmerzhafte Verspannungen an benachbarten Körperteilen zur Folge, vermutlich durch Schonhaltung und "muskuläre Dysbalance", und diese eigentlich sekundären Beschwerden wurden dann nach einiger Zeit zum Hauptproblem. Auf der anderen Seite war ich zum Zeitpunkt der Erkrankung seelisch sehr angeschlagen, und seit Beginn der Beschwerden dachte ich immer "hoffentlich wird es nicht chronisch, hoffentlich wird es nicht wieder so schlimm wie vor 4 Jahren", also "ideale" psychische Voraussetzungen um auch wirklich krank zu werden. Egal wie auch immer - mein Nervensystem ist jetzt jedenfalls übererregt, ob nur im Gehirn, oder auch anderswo, beispielsweise im Rückenmark, das weiß keiner so genau. Im Rückenmark wird die Reizweiterleitung ja auch durch viele Mechanismen geregelt, mit Botenstoffen, Rezeptoren usw., und es zählt meines Wissens auch mit zum "zentralen" (nicht peripheren) Nervensystem.

Zur Reaktionsfähigkeit bei Katadolon u.a.: Ich habe weder beim Katadolon noch beim AD Mirtazapin nennenswerte dämpfende Nebenwirkungen bemerkt, fahre aber trotzdem nicht Auto, allein schon deshalb, weil ich meinen Kopf nicht so weit drehen kann ohne Verspannungen auszulösen.

Zur Kältekammer: Habe ich noch nicht probiert. Einige aus meiner Selbsthilfegruppe gehen aber regelmäßig hin (nach Bad Schönborn bei Heidelberg), vielleicht schließe ich mich da mal an.

Viele Grüße,
wolfgang_76

von wolfgang_76 - am 04.01.2007 22:45
Hallo, Kakin,

vielen Dank für deinen Beitrag!

Musaril hatte ich damals vor 4 Jahren auch zeitweile genommen, vor Beginn der eigentlichen schmerztherapeutischen Behandlung. Ich habe damals auch die ständig nachlassende Wirkung und die Abhängigkeit erlebt. Eine "heilende" Wirkung hat Musaril gar nicht, im Gegensatz zu Mydocalm oder Katadolon, wenn es längere Zeit genommen wird.

Von einer manuellen Therapie raten mir meine Ärzte eher ab, solange mein Nervensystem so empfindlich reagiert. Die Muskeln und Gelenke sind ja auch eigentlich in Ordnung. Vor 4 Jahren wurde meine HWS und BWS per Kernspintomografie untersucht, ohne Befund. Und der jetzige Auslöser war eine eher harmlose Zerrung am rechten Schulterblatt, wenige Tage danach war es wieder frei beweglich und schmerzfrei, auch Hals, Wirbelsäule, Schultern, Arme waren immer frei beweglich, abgesehen von zerrenden Gefühlen bei extremen Bewegungen. Insbesondere bei seitlicher Neigung des Kopfes zieht es sehr an der gegenüberliegenden Hals-Seite, mit Ausstrahlungen in Schulter, Arm und Flanke. Zeitweile habe ich auch ohne größere Verspannungen großflächige "brennende" Schmerzen im gereizten Gebiet, die kommen auf jeden Fall vom Nervensystem. Die Situation sieht also bei mir doch etwas anders aus als bei dir.

Viele Grüße,
wolfgang_76

von wolfgang_76 - am 04.01.2007 23:09
Hallo Wolfgang,

um ein Schmerzgedächnis zu erzeugen, braucht es keinen langanhaltenden Schmerz sondern es reicht ein kurzes, heftiges Schmerzereignis!

Aber jetzt noch eine Frage von mir: Wie schaut es bei Dir eigentlich aus bei den 'Rohstoffen', die für die Bildung schmerzhemmender Substanzen oder die 'Pflege' der Nerven nötig sind? Z.B. Magnesium oder die neurotropen Vitamine (B1, B2, B6, B12)????
Zitat

Neurotrope Vitamine wie Vitamin B1, B6 oder B12 entfalteten in hohen Konzentrationen eigenständige pharmakologische Wirkungen, die über die Beseitigung von Mangelerscheinungen hinausgehen, so Professor Karlheinz Reiners von der Universität Würzburg.

Wie in experimentellen Untersuchungen nachgewiesen wurde, fördern neurotrope B-Vitamine auch die Regenerationsfähigkeit der peripheren Nerven, wenn kein Vitaminmangel vorliegt. ....
Quelle: Ärztezeitung 2003


Zur Blockierung der HWS eine kleine Anekdote von mir: Ich hatte ja auch reichlich zu tun mit derartigen Blockierungen, die sich ganz schwer behandeln ließen. Umso größer die Überraschung, als ich mal unterwegs an einer Kneipp-Anlage die Arme in den Trog hängte, die Hände ein wenig bewegte und nach ein paar Sekunden ein deutliches 'Plop' aus den Muskeln an der HWS spürte, mit dem sich eine Blockierung verabschiedete. Probieren könnte man das auch an einer randvoll mit kaltem (!!) Wasser gefüllten Badewanne, wenn man sich davor kniet und die Arme reinhängt und den Kopf dabei locker (soweit das geht) nach vorne fallen läßt.

Gruß
Monika

von Monika D. (Admin) - am 05.01.2007 07:41
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