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Informationen zum Thema:
Forum:
Fibromyalgie und sozialmedizinische Themen
Beiträge im Thema:
2
Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Monika Draga (Admin)

Herzlich willkommen!

Startbeitrag von Monika Draga (Admin) am 28.07.2001 12:48

Dieses Forum ersetzt eine frühere Version. So werden hier zunächst die älteren Beiträge zusammengefasst eingestellt.

Am 07.02.2001 um 20:47:19 Uhr schrieb Monika Draga

Herzlich willkommen!

Sie werden immer wieder gestellt, die Fragen nach Behindertenausweis, Reha, Rente usw. Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, - und damit stehe ich wahrlich nicht allein da*) -, dass die Beschäftigung mit diesen Dingen oft nur noch immer weiter hinein zieht in den Teufelskreis aus Schmerzen, Erschöpfung, Depressionen und was die Fibromyalgie sonst noch alles zu bieten hat.

Es ist sicherlich unbestreitbar, dass die Bedingungen am Arbeitsplatz oft nicht mehr mit den Einschränkungen und Beschwerden, die die Fibromyalgie mit sich bringt, zu vereinbaren sind. Trotzdem möchte ich keinen unnützen Gedanken an Worte verschwenden, die mit ...UNFÄHIGKEIT enden. Ich möchte mich vielmehr auf die auch trotz Fibro vorhandenen Fähigkeiten konzentrieren.

Weiterhin sind mir die Kriterien, an die sich Gutachter bei ihrer Beurteilung zu halten haben, aus zahlreichen Quellen nur zu gut vertraut. Die wiederum lassen sich so gut wie überhaupt nicht mit dem vereinbaren, wie wir als Betroffene unsere Situation sehen.

Einen Ausweg aus diesem Konflikt sehe ich nur darin, dass wir uns aktiv darum bemühen, viele kleine, intelligente Lösungsstrategien zu finden, anstatt nur an einen totalen Ausstieg aus dem Arbeitsleben zu denken.

Ich würde mich freuen, wenn es gelingen würde, hier mehr beizutragen, als nur den Ausstieg zu propagieren und aus Forderungskataloge zu zitieren.

Monika Draga

*) In einer Studie in England wurde z.B. mal rausgefunden, dass sich das Befinden von Fibromyalgie-Betroffenen beträchtlich besserte, nachdem klargestellt worden war, dass wegen dieser Erkrankung keinerlei Sozialleistungen zu erwarten seien.

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Am 10.02.2001 um 12:29:47 Uhr schrieb Angie / Monika Draga

Re: Herzlich willkommen!

Liebe Monika,
Du solltest nicht alles nur von Deinem Standpunkt aus betrachten. Die Anmerkung am Schluß Deines "Herzlich willkommen" wird sicherlich viele dazu animieren, Dir Nachrichten zukommen zu lassen, die Dir mit Sicherheit nicht gefallen werden.
Du bist genauso wie die Ärzte, die mancher Fibro auf seinem bisherigen Weg getroffen hat und sicherlich nicht zur Steigerung unseres Selbstbewußtseins beigetragen hat. Wir erwarten eigentlich gerade solche "Sprüche" nicht in einem Forum für Fibro-Kranke.
Kannst Du Dir eigentlich nicht vorstellen, daß es Menschen mit Fibro gibt, denen es wesentlich schlechter geht wie Dir? Sobald bei Dir jemand eine Frage wegen Rente oder MdE-Grad stellt, flippst Du quasi aus und unterstellst, wenn auch manchmal nur in Deiner Wortwahl, daß es sich um "Sozialschmarotzer" handelt. Wenn Dir das Thema so offensichtlich nicht liegt, warum eröffnest Du dann ein spezielles Forum "sozialmedizinische" Fragen ??
Das passt alles irgendwie nicht zusammen.

Angie Re: Herzlich willkommen! 09.02.2001 / 19:25:27
Liebe Unbekannte *),

dieses Forum wurde eingerichtet, um nach Lösungswegen für die Probleme zu suchen, mit denen viele von uns sich aufgrund ihrer vielfältigen Beschwerden konfrontiert sehen. Es geht hier nicht darum, mir irgendetwas zu schreiben, das mir gefällt - dann müßte ich nämlich über ganz andere Themen Foren einrichten, Dinge, die ganz gewiß nichts mit Fibro zu tun haben!. Es geht darum, die REALITÄT zu erfassen und zwar die Realität von allen Seiten. Von Seiten der Betroffenen UND von Seiten der Medizin, speziell auch der Versicherungsmedizin!!! Wer vor dieser Realität die Augen verschließt, der kann nur VERLIEREN! Nur wenn wir die Realität erkennen können wir auch begreifen, durch welche unserer Verhaltensweisen sie in eine Richtung hin weiter VERSTÄRKT wird, die jedem von uns nur Nachteile bringen kann, NUR DANN haben wir eine Chance, unser Verhalten zu überdenken und letztlich auf diesem Wege zu Lösungen zu kommen, die im Idealfall ja so aussehen müßten, dass sich unsere Realität und die Realität der Versicherungsmedizin einmal zu Deckung bringen lassen. Und da ist mit Sicherheit noch ein sehr weiter Spalt zu überbrücken.
Um es ein für alle Mal klarzustellen: Persönliche Angriffe und aus der Luft gegriffene Spekulation bringen keinen einzigen Schritt voran und machen nur miese Stimmung. Sie haben deswegen in meinen Foren NICHTS zu suchen.
Jeder weitere Beitrag in dieser Art - egal unter welcher Identität*) er gepostet wird - fliegt raus!

*) Angie? Der Name ist neu, aber der "Stil" ist mir bestens vertraut.


Bevor jemand hier postet, empfehle ich dringend die aktuelle Anleitung zur Begutachtung Fibromyalgie" (5 Seiten aus der Zeitschrift "Der Medizinische Sachverständige" 96 (2000) No.5) herunterzuladen, auszudrucken und aufmerksam zu lesen. Als ich vor einigen Jahren den ersten Artikel dieser Art gelesen habe, da fiel es mir sehr schwer zu erkennen, wo meine Realität darin repräsentiert wird (das war jetzt zurückhaltend ausgedrückt, in Wahrheit war ich stinkwütend, weil ich damals nur "Ignoranz" herauslas). Inzwischen kann ich aber wenigstens VERSTEHEN, worauf eine Begutachtung bzw. ihr Ergebnis basieren. Das heißt jedoch noch lange nicht, dass ich das alles uneingeschränkt akzeptieren kann.
Im Gegenteil: Ich sehe durchaus Handlungsbedarf von Seiten der Betroffenen. Ich sehe z.B. die Überforderung, die es bedeutet, nicht nur die Symptome zu bewältigen, sondern dass auch noch jeder für sich allein nach Lösungen suchen muß, wie sich das mit den Anforderungen des individuellen Arbeitslebens vereinbaren läßt. Dass dann oft nur noch an Ausstieg, bzw. an Rente gedacht wird, das kann ich verstehen, aber das kann in meinen Augen wirklich nur der letzte Schritt sein, wenn wirklich keine anderen Lösungen mehr denk- und gangbar sind.

Hier in diesem Forum besteht die Chance, sich z.B. über die Auswirkungen von einzelnen Symptomen und ihren Einfluß auf die Erwerbstätigkeit zu äußern, auch über die Strategien, die denkbar wären, um zu Lösungen zu kommen und die Hilfen von außen, die dazu nötig wären. Dann gelingt es vielleicht auch unsere Realität einmal unmißverständlich darzustellen.
Monika Draga

Antworten:

Re: Herzlich willkommen! Anwort zu Angie

Am 10.02.2001 um 20:19:49 Uhr schrieb Birgit Schneegold:

Re: Herzlich willkommen! Anwort zu Angie

Versorgungsamt
Wie mir bekannt ist wird bei der Fibro allein noch nicht viel passieren und ich glaube es kommt auch noch auf das Bundesland an in dem der Antrag gestellt wird. Von mir aus kann ich nur den Rat geben sich an den VDK oder den Deutschen Sozialbund e.V. zu wenden, man erhält dort Unterstützung bei der Antragsstellung und dem ganzen Schriftwechsel. Nur bei den Gutachtern ist man allein und davon was einem hier passiert und man sich gefallen lassen muß man könnte einen Roman darüber schreiben, wenn es nicht so furchtbar und diskriminierend gewesen wäre. Ich hätte es niemals durchgestanden, wenn ich nicht meine Psychotherapeutin an meiner Seite gehabt hätte und manchmal frage ich mich was hats jetzt gebracht, im Endefekt hab ich wohl 40 %, aber deshalb habe ich auf der Arbeit nicht den Schutz der in unserer Situation vielleicht angebracht wäre, denn da fehlen noch 10 % und die zu erhalten steht in den Sternen. 40 % und diese nicht nur für die Fibro sondern meine Depressionen sind mit einbezogen.

Aber es muß wirklich noch eine Menge passieren und auch bekannt werden, denn es gibt noch viel zuviele Unwissende, die uns das Leben zur Hölle machen und wenn man dann angeschlagen ist und nicht die Kraft hat gegen diese Mühlen zu kämpfen geht man sehr leicht unter und da ist dann niemand. Was dann? Erst wenn diese Hürden weggeräumt sind, ändert sich was und es ist noch ein sehr langer Weg bis dorthin und deshalb ist auch dein Kommentar "Angie" weit daneben, vielleicht solltest du mal deine Einstellung betrachten und überdenken. Der Ton macht die Musik und deiner hat nur Mißtöne hervorgebracht, ist nicht o.k.



Am 09.05.2001 um 14:26:15 Uhr schrieb Gitta:

Re: Herzlich willkommen! Anwort zu Angie

Angie,
nach dem ich gelesen habe, was Du schreibst, weiß ich wieder warum ich mich noch keiner Selbsthilfe-Gruppe angeschlossen habe.Ich befürchte nämlich dort vor allem solche Menschen wie Dich zu treffen.Für mich habe ich diese Seite erst vor ein paar Wochen gefunden, sie hat mir schon einiges gebracht,vor allem aber auch wieder mal einige neue Aspekte dieser "Lieben Fibro".Durch Menschen wie Monika fällt es mir leichter mit dieser Krankheit um zu gehen.Ich kann Menschen nicht ausstehen, die davon Leben zu zu sagen:
"Leute hier bin ich !! Ich habe Fibro und nun sagt mir was ich tun kann, denn ich habe tierische Schmerzen und von Euch erwarte ich das Ihr mir eine Weg aufzeigt"!!!Die Ehrlichkeit, wie Monika diese ganze Geschichte angeht, tut mir sehr gut.Zugeben muß ich, das ich auch mal in so einem Tief geangen habe, wo ich nicht so recht glauben konnte, das es immer so bleiben wird, nur sollte man diese Seite nicht als Komplett-Lösung für alle Probleme sehen.Monika, mach bitte weiter so,Du wirst immer Kritiker finden, aber das sollte Dir zeimlich egal sein, denn Du schreibst doch nur was Fakt ist.Ich lebe schon über zehn Jahre ohne wirkliche Hilfe mit dieser Krankheit, alles was ich daüber erfahre, hilft mir für mein Seelenheil ein Stück wieder zu finden.Ich bin von Natur aus ein positiver Mensch, das hilft mir natürlich auch.Durch ständiges Jammern und suchen, wo und wie man "Allem" aus dem Weg gehen kann geht den Mitmenschen nur gewaltig auf den Senkel.Meine große Famlie, ich habe vier Kinder die nun schon fast erwachsen sind hat in dieser Sache schon einiges mit mir durchgestanden.Sie mußten als sie klein waren öfters mal auf die Mama verzichten, das habe ich an versucht in schmerzfreien Zeiten wieder Wett zu machen.Wir sehen diese Seite als eine art Bestätigung für meine Krankheit, denn bisher hatte ich nur einen Kontakt mit einer Frau, die die geichen Symthome wie ich aufwies, halt da war ja noch einer, der von mir wissen wollte, ob ich schon mal von einem Fall gehört habe,bei dem es Sauna auf Rezept gab.Da habe ich mir nur an den Kopf gefasst und für mich entschieden, das es ein armer Irrer sein muß.Mit diesen Forderungen, wird diese Krankheit bestimmt niemals ernst genommen.Für mich habe ich nun eine Ärztin gefunden, die mich so respektiert, wie ich bin, das ist mein Glück, aber ich habe 15 Jahre nach Ihr gesucht.Ich kann allen nur raten für sich selber heraus zu bekommen, was Ihnen persönlich gut tut, denn die Ignoranz in der Gesellschaft ist enorm, aber ich denke es beschränkt sich nicht nur auf unsere Krankheit.Leute denkt doch mal darüber nach und du Angie lass Deinen Frust doch bitte wo anders ab, manchmal hilft da schon ein Spiegel!!!!
Bevor Ihr mich jetzt steinigt :-)), ich bin den langen Weg gegangen, den man bei dieser Krankheit geht.Zwei Pychlogen konnten mich nicht unter kriegen,auch kein ignoranter Arzt, denn ich bin ich und ich weiß was ich fühle und was mir weh tut, wenn es auch nur ein Hausfrauensyndrom ist.Dies war nämlich die erste Bezeichnung die ich für diese Krankheit bekommen habe, ich weiß also wovon ich schreibe ihr lieben, nur bin ich im normalen Leben auch so direkt, das hilft mir, ich ecke zwar auch an und manchmal komme ich mir sehr Exotisch vor!!Leute lasst Euch einfach nicht unter kriegen ich denk es gibt einige unter Euch, die mit Hilfe von Fachkräften einen Weg für Euch findet, vor allem lasst Euch niemal unter kriegen!!!Alle Fehler die ich hier herein gezaubert habe, sind auch ein Teil von mir, auch dazu stehe ich, habt noch viele schmerzfreie oder schmerzarme Tage und lasst Euch vor allem bitte nicht zu weit nach unten zerren, denn auser Euch selber kann Euch niemand daraus karren, alles Liebe wünscht Euch von ganzem Herzen

Gitta

von Monika Draga (Admin) - am 28.07.2001 13:06
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