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Fibromyalgie und sozialmedizinische Themen
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Erster Beitrag:
vor 16 Jahren
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 12 Monaten
Beteiligte Autoren:
beate dürgeloh, Monika Draga (Admin)

Gutachter ablehnen

Startbeitrag von Monika Draga (Admin) am 28.07.2001 12:59


Am 17.05.2001 um 12:41:35 Uhr schrieb Angelika / Monika Draga (ForenMaster)

Gutachter ablehnen - Beitrag v. 16.5. verschoben

Hallo Monika,ich war schon mal vor gut 1/2 Jahr hier. Vielleicht kannst Du Dich ja noch erinnern? Mußte für einige Wochen stationär nach Bad Saarow und hatte dann keinen PC mehr.Inzwischen bin ich Deinem Rat gefolgt und in die Rheumaliga eingetreten. Als ich vor 4 Wochen Post vom Sozialgericht bekam, in dem man mir mitteilte, daß ich demnächst von einem ORTHOPÄDISCH-CHIRURGISCHEM Rheumatologen begutachtet werden sollte, habe ich mir dort Rat geholt. Man empfahl mir, auf einen INTERNISTISCHEN Rheumatologen zu bestehen. Heute nun bekam ich Post vom Gericht. Man teilte mir mit, daß man meine Bedenken nicht teile und bei der Beweisanordnung bleibe. Was kann ich nun noch tun? Ich habe die Nase voll von Ärzten, die mir und dem Rentenantrag auf Grund von Unwissenheit nur schaden. Angelika

Am 17.05.2001 um 12:45:21 Uhr schrieb Monika Draga (ForenMaster): (75)

Re: Gutachter ablehnen - Beitrag v. 16.5. verschoben

Hallo Angelika,

klar erinnere ich mich und ich freue mich, dass Du wieder online bist.

Die Sache mit dem Gutachter ist so, dass das Gericht bestimmt, wen es beauftragt. Du hast aber zumindest theoretisch die Möglichkeit, von Dir aus einen Gutachter zu beauftragen (und zu bezahlen!), der ein weiteres Gutachten erstellt. Aber glaube bitte nicht, dass dieser Gutachter dann, weil Du ihn ja bezahlst, auch das schreibt, was Du willst. Wenn er seriös ist, wird er das schreiben, was über Deinen Zustand zu schreiben ist. Natürlich gibt es auch "Gefälligkeitsgutachten", aber deren Urheber geraten schnell bei den Gerichten in einen entsprechenden Ruf und werden nicht mehr ernst genommen.

Den Konflikt um die Fachrichtung des Rheumatologen kann ich nicht ganz nachvollziehen. Der internistische Rheumatologe wird benötigt, wenn es darum geht, "echte" rheumatische Erkrankungen durch entsprechende Laboruntersuchungen auszuschließen. Aber für die Behandlung oder die Begutachtung bei Fibromyalgie sehe ich da keine besonderen Vorteile. Zugegeben, viele der aus der FM-Fachliteratur bekannten Ärzte sind internistische Rheumatologen, aber das muß nicht unbedingt bedeuten, dass es in anderen Fachrichtungen nicht ebenso gute Kenner der Alltagsprobleme der Betroffenen gibt.

Verstehen kann ich allerdings, dass Du Dich verunsichert fühlst, was mir meine Zurückhaltung gegenüber Selbsthilfegruppen bestätigt. Ich glaube deshalb auch nicht, dass ich Dir direkt geraten habe, einer Selbsthilfeorganisation beizutreten - mit Ausnahme vielleicht des VdK, der seine Mitglieder auch vor dem Sozialgericht vertritt.

Es tut mir echt leid, aber ich kann zu dieser Situation nichts anderes sagen. Versuche mal Dich zu entspannen und daran zu denken, dass das Sozialgericht sicherlich auch gute Leistung für sein gutes Geld haben will und einen Gutachter beauftragt hat, der wirklich weiß, um was es geht. Wenn es ein Flop gewesen sein sollte, was Du ja erst nach der Begutachtung feststellen kannst, bleibt ja immer noch die Möglichkeit, dass Du mit einem Gutachter Deiner Wahl (und aus Deiner Tasche bezahlt) vor dem Sozialgericht auftrittst.

Alles Gute
Monika




Am 17.05.2001 um 08:58:52 Uhr schrieb Angelika:

Gutachter ablehnen

Hallo Monika,
Schön, daß Du so schnell geantwortet hast. Auch ich bin happy, daß ich das Medium Internet wieder nutzen kann. Es gibt doch noch Freunde, die mir mit dem PC als Dauerleihgabe mehr als nur "unter die Arme gegriffen haben.
Doch noch mal zurück zu meinem Beitrag (s.o.) Das mit der Wahl eines Internistischen Rheumatologen hängt damit zusammen, daß dieser sich zum einen, wie Du auch sagtes, mehr mit den entzündlichen Rheumageschichten beschäftigt, was ja in der Regel multiple Beschwerden in mehreren Bereichen mit sich bringt. Und die Internistischen Rheumatoplogen sollen eher mit der Diagnose vertraut sein, weil sie diagnostisch mehr mit Laborwerten arbeiten (auch mit nicht veränderten, wie bei FM). Der Chirurgisch bzw. orthopädisch orientierte Rheumatologe hingegen beschäftigt sich eher mit den rheumatischen Folgen an bestimmten einzelnen Gebieten, bei denen z.B. ein operativer Eingriff am Knie oder anderen Gelenken oder Hilsmittel aus dem orthopädischen Bereich notwendig sind. Zumindest habe ich diese Art der Definition auch schon auf einer Site im Internet gefunden.
Hinzu kommt, daß das Gericht ein rheumatisches Gutachten erst angeordnet hat, nachdem ich eine Stellungnahme meines Schmerzterapeuten zu bisher vorliegenden Gutachten beigebracht habe. Er stellte halt fest, daß sich alle bisherigen Gutachter zu meiner Erkrankung nicht entsprechend äußern konnten, da es sich eben NICHT um eine REIN neurologische, orthopädische oder psychologische Erkrankung handelt. Er empfahl ein Fachspezifisches Rheumatologisches oder Schmerztherapeutisches Gutachten, das von entsprechend orientiert tätigen Kollegen einzuholen sei. Außerdem habe ich mich bereits telefonisch bei dem vom Gericht benannten Gutachter erkundigt, ob ich dort mit der FM richtig sei. Die Chefarztsekretärin des Proff. hat dies eindeutig verneint und genau dieselbe Aussage getätigt: dies sei für einen internistischen Rheumatologen. Für mich brennt es aber langsam! Der Zeitfaktor spielt dabei auch eine Rolle, was, wenn ich endlich den Termin habe und sich bestätigt, daß ich beim Arzt im Nebenhaus hätte begutachtet werden sollen, der hier in Berlin die Weiterbildung für Ärzte zu Fibro macht. Dieser ganze Schwebezustand geht ja inzwischen seit 5 Jahren. Und ich bin ja inzwischen allein mit meiner Tochter, habe also keinerlei finanzielle Unterstützung mehr. Und das Arbeitsamt macht mir auch zu schaffen. Um so länger das dauert, um so wahrscheinlicher ist es, daß die mir nochmal eine Arbeitserprobung aufdrücken, denn die andere war ja vor genau einem Jahr. Dann wird das ganze Rentenverfahren wieder auf Eis gelegt. Und ich bin nach dem ganzen persönlichen Dilemma und dem Umzug so fertig, daß ich auf keinen Fall arbeiten kann. Zumal ich seit einigen Wochen wieder akute Bandscheibenprobleme habe. Verstehst Du jetzt, warum ich
unbedingt gleich zu dem richtigen Gutachter will?
Angelika


Am 17.05.2001 um 12:47:03 Uhr schrieb nofre:

Re: Gutachter ablehnen

Hallo Angelika,

dann lasse Dir doch einfach von diesm Proff. schriftlich bestätigen, dass er nicht der richtige Gutachter für Dich ist und einen internistisch-rheumatologischen empfielt.



Am 17.05.2001 um 15:24:26 Uhr schrieb Monika Draga

Re: Gutachter ablehnen

Hallo Angelika,

ich verstehe Dich!!! Deshalb ist es auch nicht leicht, Dir etwas anzubieten, das Dir jetzt hilft, denn das, was ich Dir dazu mitteilen kann, wird Dir in Deiner jetzigen Situation vielleicht herzlos erscheinen. Aber es ist nun mal Sinn und Zweck meiner mir selbst auferlegten Arbeit, offen und ehrlich auf Sachverhalte einzugehen.

Bezüglich Gutachter hat "nofre" schon die optimale Antwort gegeben.

Dass Du Dich von all dem, was Dir widerfahren ist, erschöpft und ausgelaugt fühlst, das kann jeder nachvollziehen, der auch nur eine Spur von Lebenserfahrung aufweist. In dieser Situation dürfte es ohnehin schwierig werden abzugrenzen, inwieweit die Schmerzen selbst oder aber die psychischen und psychosozialen Folgen für das Ergebnis der Begutachtung relevant sind.

Ich möchte Dir vorschlagen, das Gutachten abzuwarten und inzwischen Deine Gedanken auch mal auf ganz andere Dinge zu richten. Ich weiß, dass das nicht einfach ist, aber vielleicht ist es genau das, was Dir jetzt hilft, gelassener mit den Dingen umzugehen, die Du nicht ändern kannst. Es ist leider so, dass unser hochgelobtes Sozialversicherungssystem manchmal zu einer Art Verschiebebahnhof wird, bei dem die Menschen, die Hilfe aus diesem System bräuchten, zwischen den verschiedenen Sozialversicherungsträgern, d.h. Arbeitsamt, Krankenkasse und Rentenversicherung hin und her geschubst werden.

Wenn ich alles richtig verstanden habe, dann ist Dir in diesem "Spiel" immer wieder die Rolle des Verlierers zugewiesen worden, egal um was es ging. Da ist es wirklich höchste Zeit, dass Du mal wieder fühlst, wie es ist, etwas erreicht zu haben, stimmts? Dabei hast Du schon viel erreicht, erkennst es aber (noch) nicht als Erfolg: Du hast z.B. einen Schmerztherapeuten, der Dich unterstützt, hast Deine Tochter bei Dir, hast einen Umzug bewältigt usw., aber das reicht noch nicht. Das waren ja alles sozusagen "Reparaturarbeiten" an den Schmerzen, an der Trennung usw. Aber Du kannst Dir selbst (kleine) Erfolgserlebnisse schaffen, Dinge machen, auf die Du stolz sein kannst. Das braucht wirklich nichts Großartiges sein. Aber versuche doch mal, Deine (vielleicht verschütteten) Fähigkeiten wieder zur Geltung kommen zu lassen. Einen tollen Kuchen backen, etwas zum Anziehen nähen, vielleicht eine neue Haarfarbe ausprobieren, - ich kenne Deine Neigungen ja nicht, aber es gibt so viele Dinge, mit denen man sich selbst ein Erfolgserlebnis, einen kleinen Sieg über die Müdigkeit und Erschöpfung und auch über die Spuren der Frustrationen bereiten kann. Solche kleinen Siege können Dich in eine ganz andere Stimmung bringen, eine Stimmung, in der Du dem "Verschiebebahnhof" gegenüber wirklich gelassener werden kannst, weil dabei sicherlich auch Dein Denken und Dein Urteilsvermögen wieder offener und souveräner werden.

Wenn Du Dich auf diese Vorschläge nicht gleich einlassen kannst, kann ich das verstehen. Aber vielleicht bleibt der Gedanken hängen, dass es zwar so leicht keinen Ausweg aus der vertrackten Sozialversicherungssituation gibt, aber dass es Wege gibt, wie man dazu kommen kann, sich davon nicht noch weiter runter ziehen zu lassen, als man ohnehin durch die Krankheit und ihre Folgen schon ist.
Irgendwann wirst Du dann bestimmt einen solchen Weg ausprobieren wollen und dann gibt es sicherlich noch viele hilfreiche Tipps aus den Foren.

Ich wünsche Dir alles Gute

Monika


Am 19.05.2001 um 03:14:18 Uhr schrieb Angelika:

Re: Gutachter ablehnen

Liebe Monika,

auch wenn Du es vielleicht nicht glaubst, aber ich habe damit schon begonnen, mir kleine Erfolgserlebnisse zu schaffen. Ich in der letzten Zeit viel mit meiner Tochter gebastelt: Teddys, Kuschel-Tiere, Blumen aus Seidenpapier als Geschenke und mit Serviettentechnick probiert. Dann habe ich ihr bei Hausarbeiten geholfen, in dem wir aus dem Internet Infos geholt haben. Seit einiger Zeit gehe ich zu einem Feldenkreis -Kurs in einem Frauenkreis, was mir erstaunlich gut tut. Und gerade heute habe ich mich mit einer aus der SHG bei einem Töpfer-Kurs getroffen. Ich bin da schon dabei, mir im Rahmen meiner Möglichkeiten, neue Räume zu erschließen. Wobei dies eben auf Grund des akuten Bandscheibenvorfalls und der engen finanziellen Möglichkeiten doch recht beschränkt möglich sind.
Außerdem habe ich so viel Kram zu erledigen, was z.Z. auch unbedingt getan werden muß. Und ich habe auch noch nicht alle Kisten ausgeräumt.
Aber gerade da muß ich momentan zurückhaltender sein, denn ich habe keine Lust, doch noch mit den Bandscheiben im OP zu landen.
Meine Psychologin würde es am liebsten sehen, daß ich zur Kur fahren würde. In einer geeigneten Einrichtung, meint sie könnte vielleicht alles besser geklärt werden, was jezt nur schleppend und so, wie ja bereits berichtet, immer nur mir zum Nachteil gereicht wird. Aber ich will meine Tochter nicht schon wieder allein lassen. Ich merke es, wie sehr sie mich braucht. Und ich glaube, daß ich keine richtige Ruhe hätte, wenn sie hier allein wäre.

Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.
Angelika


Am 19.05.2001 um 11:20:34 Uhr schrieb Monika Draga

Re: Gutachter ablehnen

Hallo Angelika,

wow, das finde ich toll, dass Du Dich mit Freude solchen Dingen widmest. Bei der Sache mit der Kur, da muß ich Deiner Psychologin Recht geben, kann allerdings auch Dich verstehen. Aber da gibt es Möglichkeiten, dass Ihr beide zusammen an einem Ort etwas für Euch tun könnt. Um Dir da mit Tipps weiterzuhelfen, müßte ich wissen, wer bei Dir als Kostenträger zuständig ist. Und Du müßtest möglichst schnell mit Deinem Arzt darüber sprechen.

Also grundsätzlich gilt: Reha vor Rente, d.h. egal wie fibrosachverständig (oder vielleicht auch nicht) der Dir zugewiesene Gutachter sein sollte, dem Termin solltest Du möglichst gelassen entgegen sehen. Wenn Du Dich allerdings ohnehin zu einer Reha entschließen könntest, dann besteht vielleicht die Möglichkeit, beim Gericht zu beantragen, die Klage ruhen zu lassen, bis Du die Reha hinter Dir hast. Dazu müßtest Du allerdings wohl Deine Absicht glaubhaft machen, z.B. durch eine Bestätigung der Krankenkasse, dass ein Reha-Antrag gestellt worden ist. Sollte es durch die Reha nicht gelingen, Deine Erwerbsfähigkeit soweit zu bessern, dass Du auf den Rentenantrag verzichten kannst, dann sind auf jeden Fall die Karten neu gemischt. Vielleicht lohnt es sich ja, sich darauf zu konzentrieren, dass es Dir besser geht, d.h. darauf zu konzentrieren, was Du tun kannst, damit Du weniger Schmerzen hast.

Das mit den Sozialleistungen wegen Fibro, das ist nämlich eine zweischneidige Sache. Einerseits wird man, wenn man wirklich mal eine längere Auszeit braucht, um sich mit den Einschränkungen einer chronischen Krankheit zurecht zu finden, von unserem Sozialversicherungsystem geradezu dazu getrieben, alle möglichen Leistungen zu beantragen, - aber natürlich immer nur Leistungen, die ein anderer Sozialversicherungsträger bezahlen soll! Andererseits wird man durch das Pingpong von Antrag stellen - Ablehnung - Widerspruch - Abweisung des Widerspruchs - Klage - Sozialgerichtsverfahren mit Begutachtungen an x Stationen dieses Weges immer weiter hineingetrieben in eine Leidenshaltung, denn überall "muß" man doch demonstrieren, wie schlecht es einem geht. Das ist ein Mechanismus dem man sich kaum entziehen kann. Leistungen (Belohnung) für die KRANKHEIT zu erhalten, wird zum alles überragenden Ziel. Das ist eine psychologische Falle, denn es kann bei dieser Konzentration auf die Leiden wirklich nur immer schlimmer werden. Jede Ablehnung wird als persönliche Niederlage empfunden, hat man sich doch soooo angestrengt dem Gutachter klar zu machen, wie schlecht es einem geht und was man alles NICHT mehr leisten kann. Werden die Leistungen verwehrt, wird die Klage abgelehnt, hat man noch nicht mal DAS ordentlich geschafft, man hat "versagt" - ein Gefühl, das noch weiter runter zieht und dem man nach außen oft mit einer Art Trotz begegnet. Die Folge davon ist dann nahezu zwangsläufig ein Verhalten, das nun wieder selbst die wohlmeinensten Ärzte vor kaum noch zu bewältigende Herausforderungen stellt. Insofern ist eine Nachricht aus England sehr interessant: "... fanden die Briten heraus, daß bei verweigerter Krankengeldzahlung 50 Prozent der Patienten nach zwei Jahren geheilt sind." - Auch wenn man sich da fragen kann, ob sie wirklich "geheilt" waren oder eben nur den Kopf frei bekamen um Strategien zu entwickeln, durch die die Schmerzen in den Hintergrund rückten, unterstreicht diese Meldung doch die Wirksamkeit des von mir skizzierten Mechanismus der Leidensspirale. Wenn man mal drin steckt, dann ist es sicherlich verflixt schwer, da wieder raus zu finden, vor allem wenn man weit und breit kein anderes Ziel erkennen kann. Auch aus diesem Grund wäre eine Reha anzuraten, im Sinne einer Zeit zum Entdecken der Möglichkeiten, die in Dir stecken.


Umzugskisten und Bandscheibenprobleme (wenn es denn wirklich eine vorwitzige Bandscheibe sein sollte und nicht doch "bloß" wieder die Muskulatur) das kenne ich auch! Aber wenn Du das bei der Begutachtung wegen eines Rentenantrages vorbringst, überlege mal, wie da der Gutachter reagieren MUSS!

Monika

Link: Müttergenesungswerk


Am 19.05.2001 um 23:59:37 Uhr schrieb Angelika

Re: Gutachter ablehnen

Liebe Monika,
das mit der Spirale, kann ich nur bestätigen. Genauso ist es!! Aber Du kannst mir glauben, daß ich lieber wieder voll im Burufsleben stehen würde, wenn ich es könnte. Oft genug habe ich es(auch mir selber) bewiesen, daß es eben nicht so geht, wie ich es gern hätte, und auch nicht so, daß ich davon leben könnte. In nunmehr 6 Jahren habe ich das schmerzlich feststellen müssen! Und doch bin ich fest davon überzeugt, daß es mir wohl gelingen wird, Wege zur Leistungssteigerung zu finden, wenn man mir eine ECHTE Auszeit gewähren würde, in der ich mich zunächst auf die wirkliche Reha meines körperlichen Zustandes konzentrieren könnte. Aber solange Du immer die soziale Unsicherheit im Hinterkopf hast, und weißt, daß Du es wirklich nicht mit einer vollschichtigen Tätigkeit packst, DARF es Dir NICHT besser gehen. Das ist so! Ich habe es schon verstanden!
Und doch mache ich mir nichts vor, es wird nicht mehr, wie es mal war! Aber wie dann?
Zu Deinem Hinweis auf das Müttergenesungswerk: Solch eine Kur hatte ich schon zweimal. Einmal mit Kindern und einmal während der Schwangerschaft. Und ich weiß nicht, ob die mir eine echte Hilfe sein können, weil ich mir wenn, schon eine Einrichtung wie Bad Säckingen wünschen würde (hat auch mein Schmerztherapeut empfohlen). Denn von der BFA aus war ich 1996 wegen der Rentensache schon mal in einer psychosomatischen Klinik. Das Ende vom Lied war, daß ich vorzeitig, und im Rollstuhl, mit anschließendem stationären Aufenthalt in der Neuro nach Hause mußte, weil dort eben nur auf der Psychoschiene gefahren wurde. Verschlechterungen nach "falschen Anwendungen" wurden mir als "unmotiviert" u.a. nette Sachen ausgelegt. Das muß ich nicht nochmal haben.
Es sind tatsächlich die Bandscheiben. Sicher ist der Zusammenhang mit den Umzugskisten nicht zu leugnen. Ich habe verstanden.
Abschließend habe ich noch eine Frage zu einem anderen Thema im Forum: wie steht es mit weiteren Erfahrungen zu "Eiweis und Vitamine"? Gibt es da inzwischen eventuell neuere Erkenntnisse. Ich sehe für mich nur ein Problem, die notwendige körperliche Aktivität. Da ich ja außer der Fibro "echte" andere Sachen habe, kommt da nicht all zu viel in Frage.
Ach und mir ist auch aufgefallen, daß auch bei mir Amitriptilin zu starker Gewichtszunahme geführt hat.
Bei mir helfen am ehesten Muskelrelaxantien, Wärme, das richtige Maas im Wechsel von Ruhe und Aktivität. Autogenes Training bringt im Moment kaum was, da eher Entspannungsmusik und malen. Und ich bin sehr froh auf Feldenkrais gestoßen zu sein. Das ist für mich das einzige, um wirklich "aus der Hüfte zu kommen.
Angelika

Antworten:

hallo monika,
ich habe vor 2 jahren aufgrund eines durch das gericht angeordnete beweisgut-
achten zunächst einmal eine EU Rente für 3 Jahre zugesprochen bekommen.
Dieses Fachgutachten wurde in Eschweiler im St.Antoniuskrankenhaus
erstellt weil man sich dort auch für Fibromyagie spezialisiert hat.
Meine gesamten Unterlagen vom Internist, Rheumatologen und Orthopäden-
es waren jede menge Ärzte- wurden dorthin geschickt und vom dortigen
Oberarzt Dr. Vohn begutachtet. Außerdem wurde ich auch noch selber von
Dr. Vohn untersucht mit dem ergebniss dass es sich um eine Vollversion
eine Fibromyalgie handelt und dieses wurde dann auch vom Sozialgericht Duisburg
anerkannt und die LVA musste dieses auch zugestehen.
Versuche über einen Anwalt am besten dorthin zu kommen.
Liebe Grüsse
Beate.

von beate dürgeloh - am 27.08.2001 12:30
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