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Fibromyalgie und sozialmedizinische Themen
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Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 2 Monaten
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Kopie aus dem alten Forum

Medizinischer Dienst

Startbeitrag von Kopie aus dem alten Forum am 02.08.2001 10:53

Am 14.05.2001 um 22:14:01 Uhr schrieb sabine: (78)

Medizinischer Dienst

Hallo,
nachdem ich nun fast 4 Monate arbeitsunfähig bin,
steht wohl demnächst der Medizinische Dienst auf
dem Programm. Da ich denke, dass die meisten unter
Euch, das sicher schon mal mitgemacht haben, wüsste
ich gerne, was dort wohl so auf mich zukommt. Mein
Arzt meinte, wenn der M.D. sagt, ich bin arbeitsfähig,
ist er machtlos. Was soll ich nun demnächst tun?
Vielen Dank für Eure Infos.
Eine schöne, sonnige Woche ohne große Schmerzen!
Gruß
Sabine


Am 14.05.2001 um 23:16:13 Uhr schrieb Monika Draga (ForenMaster): (78)

Re: Medizinischer Dienst

Hallo Sabine,

der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) hat natürlich die Aufgabe zu prüfen, ob die Gelder der Krankenkassen recht- und zweckmäßig eingesetzt werden, so ungefähr verstehe ich das jedenfalls. Deswegen wird bei längerer Arbeitsunfähigkeit durch einen Gutachter untersucht, wie wohl die weitere Entwicklung der Erkrankung zu erwarten ist und ob evtl. weitere Maßnahmen ergriffen werden müssen (z.B. Reha). Natürlich kann ein Gutachter auch zu der Ansicht kommen, dass jemand, der von einem Arzt krankgeschrieben wurde, eigentlich doch arbeitsfähig ist.

Wenn die Aufforderung der Krankenkasse kommt, dann ist ein Infoschreiben dabei, in dem z.B. auch gebeten wird, verfügbare Arztberichte usw. mitzubringen. Außerdem ist auch vom behandelnden Arzt ein einfaches Formular auszufüllen. Natürlich ist es trotzdem noch "spannend", wenn man das erste Mal zu so einem Gutachter kommt. Aber gehe mal davon aus, dass Du auf einen Arzt treffen wirst, der für Dich mehr Zeit hat, als Du vielleicht jemals bei einem anderen Arzt erlebt hast. Es ist wohl auch völlig in Ordnung, wenn Du Dinge, die Dir wichtig sind, vorher zu Hause in aller Ruhe aufschreibst. Vielleicht gelingt es Dir zu Hause leichter, noch mal zu überlegen, welche Erfahrungen oder Symptome Deine AU verursacht haben. Hinkommen und sagen "ich habe Fibro und xy Tender Points" (um es mal überspitzt auszudrücken), das wird sicherlich nicht reichen, um die Beurteilung zu einem für Dich zufriedenstellenden Ergebnis zu bringen.

Sicherlich wird auch die Frage auftauchen, welche therapeutischen Maßnahmen seit dem Beginn der AU eingesetzt worden sind und welchen Erfolg sie zeigen. Es kann ja sein, dass manche Symptome schon besser geworden sind und andere nicht. Wenn es so sein sollte, dann erwähne beides. Sei ganz einfach offen und ehrlich. Dazu gehört auch, dass Du über Deine Angst vor den möglichen Konsequenzen der Begutachtung sprechen kannst, und auch darüber, dass Du Dich deswegen an dieses Forum gewandt hast (Meldungen evtl. ausdrucken und mitnehmen).

Doch nun noch etwas zum Ablauf.
Bei der Anmeldung gibst Du Deine mitgebrachten Unterlagen ab. Da kann sich der Gutachter schon mal etwas einlesen, bevor Ihr Euch begegnet. Dann kommt erst mal eine Befragung zu Vorerkrankungen. Da ist es ganz praktisch, wenn alle wesentlichen Erkrankungen und Operationen vorher mal aufgelistet wurden. Auch nach schweren Erkrankungen in der Herkunftsfamilie wird gefragt. Dann erst geht es darum, welche Symtome jetzt bei Dir eine Rolle spielen. Und auch die derzeitige Therapie wird detailliert erfaßt. Gefragt wird auch nach Reha- oder Rentenverfahren, Anträge beim Versorgungsamt usw. sowie auch nach dem Anforderungsprofil Deiner beruflichen Tätigkeit. Dann erfolgt eine körperliche Untersuchung.

Wenige Tage später erhält dann Dein Arzt einen Bericht. Vielleicht bespricht auch der Gutachter gleich mit Dir, zu welchem Ergebnis er gekommen ist und welche Maßnahmen er vorschlagen wird.

So, ich hoffe, das läßt Dich nun etwas freier dieser Situation entgegen sehen.

Alles Gute!

Monika

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