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Fibromyalgie und sozialmedizinische Themen
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Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 12 Monaten
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Kopie aus dem alten Forum, Monika Draga (Admin)

Politik: BMBF intensiviert Schmerzforschung

Startbeitrag von Kopie aus dem alten Forum am 02.08.2001 11:04

Am 04.07.2001 um 13:47:47 Uhr schrieb Monika Draga (Forenmaster): (60)

Politik: BMBF intensiviert Schmerzforschung

Berlin, 3. Juli 2001
Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

BMBF intensiviert Schmerzforschung

Bulmahn: "Forschungskenntnisse müssen schneller in die Arztpraxen gelangen, um den 6 Millionen Betroffenen besser zu helfen"

Schmerzzustände gehören zu den häufigsten und belastendsten Krankheiten in Deutschland. Noch längst nicht alle Patienten können ausreichend behandelt werden. "Mit 30 Millionen Mark in den kommenden Jahren werden wir die Schmerzforschung vorantreiben", sagte die Ministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmnahn anlässlich der Veröffentlichung des Förderschwerpunktes "Forschungsverbünde für Schmerzforschung" heute in Berlin.

Das größte Problem sei die mangelhafte Anwendung der gewonnenen Erkenntnisse. "Die Therapie der Patienten kann noch erheblich optimiert werden. Die konsequente Anwendung des bereits vorhandenen Wissens reicht oft schon aus, dem Patienten manche Qualen zu ersparen", erklärte Bulmahn. Mit dem neuen Förderschwerpunkt mache die Bundesregierung deutlich, dass die Betroffenen nicht mit ihren Problemen allein gelasen würden.

Ziel der geförderten Projekte sei nicht nur die Erweiterung des Wissens. "Forschung und Versorgung sollen miteinander besser verzahnt werden, damit den Patienten neue Erkenntnisse schneller zugute kommen". so Bulmahn. "Forschungsergebnisse müssen schneller in den Alltag der Arztpraxen gelangen." Deshalb würden Vertreter aus Forschung und medizinischer Versorgung in Forschungsnetzen zu den Themen Kopfschmerz, Rückenschmerz und neuropathischer Schmerz zusammengefasst.

In den letzten Jahren seien beachtliche Fortschritte bei der Therapie chronischer Schmerzzustände gemacht worden. Laut der Ministerin bestehe jedoch kein Anlass zur Zufriedenheit. So sei z.B. die Therapie von schweren oder langanhaltenden Schmerzzuständen weiterhin problematisch, da manche Patienten nur unzureichend auf Medikamente reagierten.

Sowohl die invividuelle Belastung als auch die Anzahl der von chronischen Schmerzen Betroffenen ist sehr hoch. So leiden 20% der Bevölkerung chronisch an Kopfschmerzen, 40% midnestens einmal im Jahr an Rückenschmerzen. Auch die finanziellen Folgen für die Gesellschatf sind beachtlich: Bei Rückenschmerzen werden die Kosten für Behandlung, Rehabilitation und vorzeitige Berentung auf über 30 Milliarden Mark pro Jahr geschätzt, beim Kopfschmerz liegen sie bei 5 Milliarden Mark pro Jahr.

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Kommentar: 30 Millionen DM Förderung für die Forschung "in den kommenden Jahren" an etwas, von dem 6 Millionen Menschen betroffen sind. Also pro Kopf der Betroffenen FÜNF DM. Das ist etwa so viel, wie der Staat an Mehrwertsteuer für meinen wöchentlichen Medikamentenbedarf einnimmt. Ich bin geradezu gerührt. - Dankeschön!
BMBF intensiviert Schmerzforschung

Antworten:

Die Umsetzung der Forschung klemmt

Am 07.07.2001 um 18:05:21 Uhr schrieb Monika Draga (Forenmaster): (22)

Die Umsetzung der Forschung klemmt

20.10.1999

"Schmerztherapie in Deutschland: Die Umsetzung der Forschung klemmt

Die Schmerzforscher produzieren neue Einsichten und Erkenntnisse, die selbst stärkste Schmerzen lindern und die Chronifizierung der Pein verhindern können. Doch diese Fortschritte nutzen den Millionen betroffener Menschen nur dann, wenn sie von einem Großteil der Ärzte auch wahrgenommen und umgesetzt werden. Vor allem müssen die politischen Rahmenbedingungen diese Umsetzung der Forschung in praktische Therapie auch ermöglichen. Dies ist jedoch in Deutschland nicht der Fall."

- Mängel bei der Ausbildung von Medizinstudenten,
- nur 5 % besuchen Schmerz-Vorlesungen,
- Thema Schmerz kommt in der Prüfungsordnung nicht vor,
- Empfehlungen zur Weiterbildung werden nicht umgesetzt,
- mangeldnes Problembewußtsein bei den entscheidenden Institutionen,
- aktuelle Gesundheitspolitik erschwert eine angemessene Behandlung von chronischen Schmerzen.

"Und voller Neid blicken die deutschen Schmerzexperten nach England oder Australien: Dort enthalten die Weiterbildungsordnungen klare Vorgaben, was Ärzte über Diagnostik und Therapie akuter und chronischer Schmerzen wissen und lernen müssen, wird Schmerz demnächst zu einem
eigenen Weiterbildungsgang. "

Soweit nur ein paar Auszüge. Originaltext über die Linkliste "Fachinformationen" dieser Website. Thema: Deutscher Schmerzkongress Oktober 1999
BMBF intensiviert Schmerzforschung


von Kopie aus dem alten Forum - am 02.08.2001 11:06

Mehr als 2000 Schmerzpatienten jedes Jahr ...

Am 07.07.2001 um 21:26:50 Uhr schrieb Monika Draga (Forenmaster): (23)

Mehr als 2000 Schmerzpatienten jedes Jahr ...

Mehr als 2000 Schmerzpatienten begehen jedes Jahr Selbstmord
- Deutsche Schmerzhilfe fordert bessere Therapien

Mehr als 2000 Schmerzpatienten nehmen sich jedes Jahr nach Angaben des Bundesverbandes Deutsche Schmerzhilfe (DSH) das Leben. Es sei aber von einer erheblich höheren Dunkelziffer auszugehen, sagte DSH-Präsident Rüdiger Fabian am Freitag im Saarländischen Rundfunk. Ursache für die Selbstmorde seien besonders schmerzhafte und meist unheilbare Krankheiten wie der so genannte Cluster-Kopfschmerz oder die Trigeminus-Neuralgie, die extreme Schmerzen im Gesicht verursacht. Aber auch Depressionen treiben demnach Schmerzpatienten in den Tod. Auch Hannelore Kohl, die Frau von Altkanzler Helmut Kohl, hatte wegen einer schmerzhaften Lichtallergie Selbstmord begangen.

Insgesamt gibt es nach Einschätzung des Bundesverbandes rund acht Millionen Schmerzpatienten in Deutschland. Bei der Behandlung der Betroffenen gebe es aber große Lücken, kritisierte Fabian. Im ganzen Bundesgebiet gebe es nur 1600 Einrichtungen für eine qualifizierte Schmerztherapie sowie maximal 2500 qualifizierte Therapeuten. Der DSH-Präsident forderte zudem eine bessere schmerztherapeutische Ausbildung der Medizinstudenten. Bis 1995 sei dies weder Ausbildungs- noch Prüfungsfach gewesen. Erst seit 1996 ist die Schmerzkrankheit von den Krankenkassen als eigenständige Krankheit anerkannt.


(AFP)

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Von "Selbstmord" wegen Schmerzen ist die Rede. "Selbst" und "Mord", wird Menschen nachgesagt, die nur durch Beendigung ihres Lebens einen Ausweg aus Qualen durch Schmerzen erkennen konnten. "Selbst" wie "selbst schuld", "selbst verantwortlich" und "Mord"? -

Welche Worte gibt es eigentlich, um die Bedeutung von Vernachlässigung und unzureichender Behandlung von Schmerzpatienten klar zum Ausdruck zu bringen? - Anstiftung zum "Selbstmord"?
BMBF intensiviert Schmerzforschung


von Kopie aus dem alten Forum - am 02.08.2001 11:07

50 Mio. DM Forschung an zwei Infektionskrankheiten

03.08.01

BMBF fördert Kompetenznetze für Infektionskrankheiten mit 50 Millionen DM
Damit wird die Patientenversorgung erheblich verbessert
BMBF fördert Kompetenznetze ...


von Monika Draga (Admin) - am 04.08.2001 09:37
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