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Fibromyalgie und sozialmedizinische Themen
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27
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 3 Monaten
Beteiligte Autoren:
Monika D. (Admin), Pidi, Petra.M, Garatomi, claudia o., evelyn schmitz, Gabriele, Iris, Gabriele Berg

Die Ich-AG - auch eine Chance für langfristig arbeitslose Fibros?

Startbeitrag von Monika D. (Admin) am 13.10.2002 13:04

Vielleicht hat manche(r) von Euch schon darüber nachgedacht, wie es wäre, wenn man mit dem, was man kann, sich selbständig machen könnte statt an Rente zu denken. Die Risiken sind natürlich gerade bei uns besonders groß. Aber warum nicht doch mal darüber nachdenken? Vielleicht bieten ja die neuen Regelungen auch Chancen für uns?

Welche Tätigkeiten wären für uns denkbar, wenn, wie vorgesehen, für drei Jahre so eine Art Sicherheitsleine mitläuft?

Das Beispiel des Schwarzarbeiters in dem gelinkten Artikel, der hinterher weniger auf der Kralle hat, das sollte uns nicht daran hindern zu überlegen, was für uns dabei raus kommen könnte. Ich muß zugeben, dass ich allerdings nur sehr wenige Infos bisher darüber gefunden habe, vor allem nichts von Seiten des Arbeitsamtes :(.

Monika

[www.daserste.de]

Antworten:

Hallo Monika!
Arbeitsamt und Infos gehen nicht zusammen. Ich weiß wovon ich schreibe, habe eben Riesenprobleme überhaupt richtige Auskunft über das bestehende Überbrückungsgeld zu erhalten!
Ist mir jetzt aber auch egal. Da es mir nicht gut genug geht um in einer normalen Stellung Arbeit zu bekommen, auch wegen des Alters, habe ich mich nun gerade eben selbstständig gemacht. Insofern kommen die Ich-Ags für mich dann zu spät.
Außerdem hängen solche Dinge immer von der Finanzlage ab, sind "Kann_Bestimmungen" ohne einklagbaren Rechtsanspruch. Insofern bin ich nicht so optimistisch zu glauben, daß ausgerechnet wir Fibros da große Chancen haben werden.
Sollte ich mich aber täuschen, dann bin ich soweit Mensch, daß ich mich für die kommenden Selbstständigen freuen werden.
Gruß Gabriele

von Gabriele - am 13.10.2002 23:04
Hallo,
ich selber bin momentan auch gerade am Überlegen, ob für mich die Ich-AG in Frage kommen würde.

Kann mir jemand sagen, wie sich das ganze verhält, wenn man im 2. Jahr Erziehungsurlaub (jetzt Elternzeit genannt) ist?

Oder muss man da wirklich erst arbeitslos sein, um dann vom Arbeitsamt gefördert zu werden?
Wahrscheinlich ist es aber wirklich so, dass ich nach dem 3. Jahr, also nach dem Landeserziehungsgeld ohne Job da stehen werde...

Wer kann mir Ratschläge geben?

Danke im Voraus!

Iris :rolleyes:

von Iris - am 05.01.2003 11:12
Hallo Iris,

das Arbeitsamt ist für Arbeitslose zuständig oder für Leute, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind. Wenn Du die Cance hast, das zu vermeiden, das Du arbeitslos wirst, dann wäre das doch wohl der beste Weg. Ich bin gegenüber den Angeboten zur Förderung von Selbständigkeit gegenüber recht skeptisch. Das hat damit zu tun, dass nach der bisherigen Regelung die Inanspruchnahme solcher Förderung mit dem Verzicht auf weitere Ansprüche an das Arbeitsamt einher ging. Ich habe Fälle kennengelernt, in denen Frauen versuchten, sich auf diesem Wege selbständig zu machen, dann z.T. aus gesundheitlichen Gründen nicht vorankamen, die Selbständigkeit wieder aufgeben mußten und dann aber auch kein Arbeitslosengeld mehr erhielten, Umschulung oder ABM-Maßnahme und was es sonst noch gibt für Arbeitslose nicht mehr erreichbar waren.

Also im Augenblick ist das alles noch mit Vorsicht zu genießen. Lieber zusehen, dass man in ein Arbeitsverhältnis kommt oder sich darin hält, soweit es irgendwie geht.

Aktueller Stand zur "Ich-AG" - keiner weiß Bescheid: [archiv.tagesspiegel.de]

Gurß
Monika

von Monika D. (Admin) - am 06.01.2003 15:55
Bundesanstalt für Arbeit Presse-Info 04 vom 03.01.03

Zuschuss bei Gründung einer Ich-AG

Das Zweite Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt hat ab 1. Januar 2003 einen Anspruch auf einen Existenzgründungszuschuss zur Unterstützung von so genannten Ich- bzw. Familien AGs eingeführt.

Diese Regelung ist bis Ende 2005 befristet. Die Förderung richtet sich an vormalige Bezieher von Arbeitslosengeld und Arbeitslosenhilfe oder Beschäftigte in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und Strukturanpassungsmaßnahmen, die eine selbstständige Tätigkeit aufnehmen.

Der Zuschuss wird in abnehmender Höhe für maximal drei Jahre gewährt, solange
- das Einkommen 25.000 EUR im Jahr nicht überschreitet und
- allenfalls Familienmitglieder mitarbeiten, aber keine Arbeitnehmer beschäftigt werden.

Der Zuschuss beträgt
- im ersten Jahr 600 EUR,
- im zweiten Jahr 360 EUR und
- im dritten Jahr 240 EUR monatlich.
Die Leistung wird jeweils für ein Jahr bewilligt. Vor einer erneuten Bewilligung ist vom Existenzgründer nachzuweisen, dass die Förderungsvoraussetzungen weiterhin vorliegen.

Die Förderung muss vor Aufnahme der selbständigen Tätigkeit bei dem Arbeitsamt beantragt werden, in dessen Bezirk der Existenzgründer seinen Wohnsitz hat. Dort gibt es auch weitergehende Informationen.

Mit dem Existenzgründungszuschuss besteht nunmehr - neben dem Überbrückungsgeld gem. § 57 Sozialgesetzbuch Drittes Buch - ein weiteres arbeitsmarktpolitisches Instrument zur Förderung der Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit.

Quelle: [www.arbeitsamt.de]

von Monika D. (Admin) - am 06.01.2003 16:05
Hallo!
Ich habe es geschafft, die erste Hürde zu nehmen! Das heißt, ich bin selbstständig, habe meine eigene Praxis und sogar das Überbrückungsgeld vom AA bekommen (alte Regelung - 6 Monate etwas die Höhe vom Arbeitslosengeld).
Nach der alten Lage hat man den Anspruch auf Arbeitslosengeld weiterhin für ca. 2 Jahre, d.h.. wenn man die Selbsständigkeit während dieser zeit wieder aufgeben muß, bekommt man die restlichen Arbeitslosengeldmonate weiterhin, bis sie aufgebraucht sind. das Ganze hat aber einen Haken! Kaum einer gibt seine Selbsständigkeit in so kurzer Zeit wieder auf, denn jeder weiß, daß man einige Jahre braucht, um abschätzen zu können, ob es ein Erfolg wird oder ein Flop!
Darauf hat das Amt bestimmt "hingearbeitet"! Wie das nun mit den neuen "ich-AGs" gehen wird, weiß noch keiner genau. Es ist ja nicht wirklich mehr Geld in den Kassen - im Gegenteil!
Wer vorhat sich selbstständig zu machen, sollte es so beginnen, daß er völlig unabhängig anfangen kann - wenn es dann Förderungen o.ä. zusätzlich gibt - um so besser! Aber darauf aufbauen - würde ich nie!
Ich weiß auch, daß so ein halbes Jahr, wie bei mir verdammt schnell vorbei ist - ich habe schon 3 Monate weg!
Es hat zu allen Zeiten eine gehörige Portion Mut und auch "Naivität" dazu gehört sich selbstständig zu machen. Denn wenn man vorher alles wüßte - wer weiß!!!!
Frauen - seid mutig!
Warum sollen es immer nur die Männer probieren?
Gruß Gabriele

von Gabriele Berg - am 06.01.2003 16:54
Hallo Gabriele,

also dann mal herzlichen Glückwunsch!!! Ich habe mich im letzten Jahr oft gefragt, wie es Dir wohl gehen mag. Aber anscheinend ging es trotz allem AUFWÄRTS. Das freut mich riesig!!" :) :) :) :) :)

Für alle anderen, die über den Sprung in die Selbständigkeit nachdenken hier noch ein paar Tipps, wo man Unterstützung suchen kann:
- Bei der zuständigen IHK nach speziellen Gründerinnen-Programmen fragen. SCHWUNG (http://www.rsg-bad-kissingen.de/schwung/index.html) ist zwar ein Musterprojekt, aber vielleicht gibt es ja anderswo auch etwas in dieser Art.

- ONLINE AKADEMIE für Existenzgründer und Jungunternehmer - [focus.msn.de]

- Suchworte "alt hilft jung" bei google eingeben:
"AhJ" ist ein Team von Experten unterschiedlicher Fachrichtungen, die aus dem Berufsleben ausgeschieden sind und jetzt Wissen, Können und Erfahrung jungen Unternehmen und Existenzgründern, honorarfrei zur Verfügung stellen.
Wir haben Experten, die als selbständige Unternehmer, freiberuflich oder als leitende Angestellte im Management tätig waren.
Wir versuchen dort zu helfen, wo Rat und Tat gefragt sind.

Wieviel muß jemand bezahlen, der "Alt hilft Jung Bayern e.V."um Hilfe bittet?
Wir arbeiten ehrenamtlich und verlangen lediglich einen einmaligen Verwaltungskostenbeitrag. ... - soweit das Beispiel aus Bayern. Die AhJ sind aber auch in anderen Bundesländern vertreten. Zu den Kosten ist zu sagen, dass neben den Verwaltungskosten auch Fahrtkosten für die Experten anfallen, wenn sie nicht gerade um die Ecke wohnen.

Monika

von Monika D. (Admin) - am 06.01.2003 17:47
Hallo Ihr Lieben,

gerade ist mir dieser Link untergekommen: [www.akademie.de]

Da ich ja eh schon selbständig bin, ist das ganze für mich auch kein Thema, aber
beim lesen viel mir gerade ein, daß es ja hier diskutiert wurde. Hoffe der Link bringt
bißchen Klarheit und vorallem was Neues für alle Interessierten.

Liebe Grüße
Evelyn

von evelyn schmitz - am 17.01.2003 16:38
Das Unwort des Jahres 2002, Alternative zur Schwarzarbeit oder ein Weg aus der Arbeitslosigkeit? Bei den genannten Beträgen die Förderung ergo Einnahmen sein sollen, sollten die Pflicht-Ausgaben (Versicherungen etc.) nicht unterschätzt werden. Welcher "echter" Arbeitsloser kann sich das leisten, meiner Meinung nach nur so ein Arbeitsloser, der vorher sowieso schon andere Einnahmequellen hatte (Arbeitslosenunterstützung nicht gerechnet) oder ein solcher, der einen finanzkräftigen Partner hat, der die "ICH-AG" unterstützt.
Meiner Meinung nach sollten zunächst einmal Problem angefasst werden, die da sind, bevor Arbeitslose in die Selbständigkeit gedrängt werden und nachher evtl. noch bestraft werden, beispielsweise mit dem Gesetz gegen Scheinselbständigkeit oder mit den Hauslehrergesetz. Da werden immer noch ABM-Maßnahmen und vom AA bezahlte Maßnahmen (UHG) auf den Markt geworfen, gerade was die neuen Medien betrifft (Mediendesigner, Multimediadesinger, DTPler, usw.), wofür gar keine Stellen mehr da sind. Die können sich ja dann alle selbständig machen, aber was tun wenn nur 1-2 Kunden da sind, sie werden bestraft und der Traum der ICH-AG ist ausgeträumt, ich kann mir zum Beispiel nicht vorstellen, dass ein freier Programmierer mit Kunden Microsoft noch für einen anderen Kunden programmieren dürfte und trotzdem dass er gut verdient und für sich selbst sorgt wird er zur Aufgabe gedrängt wenn keine Festanstellung folgt. Es werden in diesem Staat die Selbständigen doch schon genug gestraft, beispielsweise sind alle selbständige Lehrtätigkeiten (Tennislehrer, Klavierlehrer, Trainer, usw.) sind sozialversicherungspflichtig nach dem angestaubtem Hauslehrergesetz. Da werden nun also Menschen in die ICH-AG geworfen, vielleicht damit sie aus der Statistik sind und keine weiteren Ansprüche an den Staat stellen könne, wer weiß? Ich zähle zu den 4,7 Mio. Arbeitslosen bereits alle die, die keiner Erwerbstätigkeit nachgehen (können) und dazu zählen nun also auch seit neustem -für mich- die ICH-AG-Leute, zu den Leuten aus den AA-Maßnahmen, Lehrgängen, Weiterbildungen, ausgesteuerten Arbeitslosen, Frührentern oder den Sozialhilfeempfängern. Rechnen wir das einmal hoch..... Hat ein ICH-AGler nach Pleitegehen seiner "Firma" überhaupt noch Ansprcuh auf ALG, und wenn ja, wie errechnet sich das? Ich sehe in der ICH-AG keine langfristige Lösung, weder für Gesunde und gerade nicht für kranke Menschen, für FMS -Kranke sehe ich in der ICH-AG keine dauerfristige Lösung. Pidi

von Pidi - am 20.03.2003 00:22
Hallo Pidi,

bei all den Texten, die ich seit Jahren über das Thema Sozialversicherungspflicht lese, ist mir das von Dir zitierte Hauslehrergesetz noch nicht begegnet bzw. der Begriff noch nie aufgefallen. Auch in mir vertrauten Auseinandersetzungen mit einem Rentenversicherungsträger wegen einer Lehrtätigkeit ist dieser Begriff niemals aufgetaucht. Könntest Du mal bitte angeben, wo dieses Gesetz nachzulesen ist.

Du wetterst gegen die Ich-AG, was sicherlich in mancher Hinsicht seine Berechtigung hat. Insbesondere wenn man die Auskünfte in Betracht zieht, die von manchen Ärbeitsämtern dazu gegeben werden und die gelegentlich definitiv nichts mehr mit dem Sinn und Wortlaut der Veröffentlichungen des Ministeriums zu tun haben. Doch ist es nicht auch positiv zu bewerten, dass Menschen, die keine Anstellung mehr haben und vielleicht, aus was für Gründen auch immer, voraussichtlich nie mehr eine bekommen können, die ihren Fähigkeiten entspricht, ermutigt werden, darüber nachzudenken, wie sie ihre Fähigkeiten in Selbständiger Tätigkeit verwerten könnten?

Welche Alternativen gibt es denn? Arbeitslosenhilfe? Sozialhilfe? Oder lieber gleich den Zuschuß zu einem garantiert haltbaren Strick um das Sozialsystem von einem unnützen Leistungsbezieher zu befreien?

Die Zuschüsse zu Ich-AG sollen dazu dienen, die Beiträge zu den gesetzlichen Sozialversicherungen zu decken. Wer die Ich-AG -Förderung in Anspruch nimmt, wird zumindest für die Zeit der Förderung automatisch Pflichtversicherter in der gesetzlichen Rentenversicherung, Krankenversicherung und Pflegeversicherung. Tatsächlich ist es so, dass dafür der Förderungsbeitrag weitgehend aufgebraucht wird bzw. im letzten Jahr wahrscheinlich nicht ausreicht. Der Begriff Scheinselbständigkeit spielt keine Rolle, denn er soll lediglich dazu dienen abzugrenzen, wann es sich um eine echte selbständige Tätigkeit handelt und wann ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis vorliegt. Wer z.B. auf Dauer immer nur für einen Auftraggeber tätig ist, bei dem könnte sich die Frage nach abhängiger Beschäftigung (für die der Arbeitgeber Anteile der Sozialversicherungsbeiträge übernehmen müßte) oder Selbstständigkeit stellen.

Klar, wäre es für manchen Selbständigen günstiger, sich privat abzusichern, anstatt in die maroden gesetzlichen Versicherungen einzuzahlen, bei denen keinerlei Vertragssicherheit besteht, wie bei privaten Versicherungen, wo sich durch Gesetzesänderungen beinahe monatlich die Grundlagen für die Aussichten auf später mal zu beziehende Leistungen ändern können. Doch was ist mit den Menschen, die schon in jungen Jahren gesundheitliche Defizite hatten, die dem Abschluß einer privaten Vorsorge in Form einer Berufsunfähigkeitsversicherung u.ä. entgegen standen? Die hatten doch nie eine andere Chance, als sich an die gesetzlichen Sozialversicherungen zu halten.

Niemand ist gezwungen, die Förderungsmöglichkeiten zur Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit in Anspruch zu nehmen. Sie ist mit Einschränkungen verbunden, bei denen man sich sehr gut überlegen muß, wie man damit ein Kleinunternehmen überhaupt aufbauen kann. So ist z.B. keinerlei Beschäftigung von Arbeitnehmern gestattet. Wer eine Ich-AG gründen will, aber z.B. gelegentlich eine Hilfe im Haushalt braucht, kann offenbar nicht wie jeder andere Mensch in diesem Lande eine Putzfrau als geringfügig Beschäftigte in Anspruch nehmen, sondern müßte sich vergewissern, dass auch die Putzfrau eine selbständige Unternehmerin ist, an die ein Auftrag vergeben wird und die für alle Abgaben aus ihrer unternehmerischen Tätigkeit selbst verantwortlich ist. Wie das dem Abbau von Schwarzarbeit dienen soll? - Also da sehe ich schwarz.

Monika

Übrigens: Ein "freier" Programmierer, der nur für Microsoft programmiert und das vielleicht sogar noch in seinem Vertrag drinnen stehen hätte, dass er für kein anderes Unternehmen tätig sein darf, ist kein "freier" Programmierer sondern wäre ein klassischer Fall von Scheinselbständigkeit und somit einer versicherungspflichtigen, ABHÄNGIGEN Beschäftigung. Wenn der Auftrag- bzw. Arbeitgeber eine solche Tätigkeit nicht anmeldet, macht er sich strafbar.

von Monika D. (Admin) - am 20.03.2003 08:50
Hallo Monika!

>>Die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) zwingt selbständige Lehrer zum Eintritt in die gesetzliche Rentenversicherung...... schätzungsweise 35.000 Opfer des so genannten Hauslehrergesetzes. Diese Regelung aus dem Jahr 1922, die aus dem Sozialgesetzbuch übernommen worden ist, hat die BfA jetzt ausgegraben, um selbständige Lehrer und Selbständige aus anderen Berufen zum Eintritt in die staatliche Rentenkasse zu zwingen.>>

Text-Quelle: [www.wdr.de]

Ein "freier" Mitarbeiter -das Beispiel Microsoft war unglücklich gewählt, lag wohl an dem späten Zeitpunkt gestern ;-) - der nur zwei Kunden hat, aber sich selber damit finanziell hoch hält, wird mit dem Gesetz zur Scheinselbständigkeit bestraft. Dem Staat ist es also lieber, dieser Gewerbetreibende, der allen seinen steuerlichen Pflichten nachkommt, sich aber die neu ausgebuddelten Regelungen nicht leisten kann, wird arbeitslos und fällt dem Staat zur Last? Hat dieser freie Mitarbeiter, und ich kenne genügend Beispiele aus der Realität, nun auch noch eine Lehrtätigkeit als Gewerbe, wird dieser nun durch das Hauslehrergesetz tatsächlich dazu gezwungen in die Rentenversicherung der BFA einzutreten. Wie man das finanzieren soll, danach wird nicht gefragt und die BFA interessiert es auch nicht, ob man eine private RV hat und dort einzahlen muss und auch nicht, und ob man diese Verträge "schnell und einfach" kündigen kann.

All diese Gesetze und Regelungen machen sicherlich auch in manchen Branchen Sinn, Fakt aber ist, dass kleine Firmen immer diejenigen sein werden in diesem Staat, die man immer mehr belangen wird, die ein Spießroutenlaufen vor sich haben werden, die die finanziellen Belange des Staates nicht mehr auf ihre Honorare umlegen können, denn da gibt es in jeder Branche "Grosse", die wesentlich günstiger arbeiten können und die notfalls mit Entlassungen von Mitarbeitern drohen können.

Und ich betone erneut, es wird immer noch in Aus- und Weiterbildungen finanziert, seitens des Arbeitsamtes (Staat), wo keine Stellen zur Verfügung stehen, sollen die Umschüler nun alle mit der ICH-AG selbständig werden? Nun wird in ICH-AG`s finanziert und die Verantwortung wieder mal nur verschoben und das Problem Arbeitslose vertagt.

Die Pauschalisierung des ALG, die Zusammenlegung von ALI und SOZI, Bildungssgutscheine, Zuzahlung beim Arzt, der Euro (uns kommt es allen ja nur so vor, dass es seitdem teurer geworden ist), was bitte daran ist noch sozialverträglich?

Die ICH-AG ist meiner Meinung nach etwas für Arbeitslose mit Geld im Hintergrund, ich frage mich, wer sich das leisten kann und ich frage mich, wie lange diese ICH-AG existieren können, auch, wie lange es auch dauert bis sich der Staat diese ICH-AG`s vornimmt.

Ich habe jetzt viele Themen "durcheinander geworfen", das ist mir bewußt, aber das alles kommt in mir hoch, wenn es um das Thema "Wege aus der Arbeitslosigkeit" geht. Und dabei geht noch nicht ein einziger Gedanke in die Richtung "krank in dieser Gesellschaft".

Pidi

von Pidi - am 20.03.2003 10:12

Nachtrag Re: Die Ich-AG - auch eine Chance für langfristig arbeitslose Fibros?

Ein kleiner Nachtrag zu meinem Beitrag: diese Darstellung dazu finde ich sehr interessant und überlegenswert.

[wiwi.uni-goettingen.de]

Gruss, Pidi

von Pidi - am 20.03.2003 11:13

Re: Nachtrag Re: Die Ich-AG - auch eine Chance für langfristig arbeitslose Fibros?

Sorry, aber dieser Beitrag ist absolut ungeeignet, denn er enthält etlich gravierende Fehler, d.h. wahrscheinlich Unklarheiten, die erst lange nachdem diese Arbeit verfasst worden ist, gesetzlich geregelt wurden!!!!

Um bei der Wahrheit zu bleiben, ich habe nur die ersten fünf Seiten überflogen und habe da eben ganz gravierende Abweichungen von der tatsächlich rechtskräftigen Regelung gefunden. Somit hat das Papier für mich keinen Wert, um mich weiter damit zu befassen.

Also bitte hier keine zusätzliche Verwirrung anstiften, es reicht schon das, was von den Ämtern kommt!

Monika

von Monika D. (Admin) - am 20.03.2003 11:23

Re: Nachtrag Re: Die Ich-AG - auch eine Chance für langfristig arbeitslose Fibros?

Sorry auch, aber ich finde in diesem Papier, trotz evtl. Fehler, dass dieses Papier gute Überlegungsansätze und Fragestellungen aufweist.

Ich möchte keineswegs Vewirrung stiften, aber ich möchte auch die Nachteile der ICH-AG aufzählen und mich gerne auf eine Diskussion der Zweckmäßigkeit dieser Unternehmensform einlassen :-)

Zu diesem Thema finde ich diesen Beitrag auch nicht unerheblich:

Quelle: [www.bihalink.de]

Gruss, Pidi

Wer dem Link nicht folgen möchte, hier der Text der o.g. Quelle:

>>>Die im Zuge der Hartz-Reform neu geschaffene Ich-AG dürfte kaum die von der Regierung erhoffte "Gründerwelle" unter Arbeitslosen auslösen. Wenn der Ich-Unternehmer die vollen Sozialversicherungsbeiträge abführen muss, bleiben ihm von den maximal förderfähigen Einnahmen von jährlich 25.000 Euro schon im zweiten Jahr nur noch 18.820 Euro - kaum mehr als das, was eine vierköpfige Familie pro Jahr an Sozialhilfeleistungen bezieht.

Zudem sind Einnahmen von 25.000 Euro nur bei einem durchschnittlichen Stundenlohn von 15,22 Euro zu erzielen. Für Geringqualifizierte, denen die Ich-AG eine Chance bieten soll, erscheint dieser Satz wenig realistisch. Bei einem für gering qualifizierte Tätigkeiten üblichen Stundenlohn von 8 Euro beträgt das jährliche Einkommen inklusive Förderung im dritten Jahr gerade mal 10.524 Euro und liegt damit z. B. deutlich unter den Sozialhilfeleistungen, die ein Alleinerziehender mit einem Kind ohne jegliche Arbeit erhält. Ein ähnliches Problem stellt sich auch für die Mini-Jobber. Zwar müssen die geringfügig Beschäftigten künftig weiniger in die Sozialkassen einzahlen als bisher. Für diejenigen, die voll von einem Mini-Job leben müssen, ist es aber immer noch attraktiver, Sozialhilfe zu beziehen.

von Pidi - am 20.03.2003 11:36

Ich-AG BMWA-Info

[www.bmwi.de]ünder/Ich%20AG/Ich-AG.jsp

[www.bmwi.de]

von Monika D. (Admin) - am 20.03.2003 11:40

Re: Nachtrag Re: Die Ich-AG - auch eine Chance für langfristig arbeitslose Fibros?

Hallo Pedi,

also ich verstehe beim besten Willen NICHT, was Du mit Deinen Beiträgen willst.

Sollen alle, die keinen Job haben, dafür aber arbeitswillig sind, etwas im Kopf haben usw. sich auf Sozialhilfe ausruhen, nur weil es vielleicht schief gehen könnte mit dem Selbständig etwas verdienen????

Es geht hier in diesem Forum auch nicht darum, ob die Ich-AG ein wirtschaftspolitisch sinnvolles oder brauchbares Instrument ist, es geht hier um das blanke Überleben von chronisch kranken Menschen, die arbeiten könnten, die arbeiten wollen, denen aber niemand mehr einen Job gibt, weil die Zeiten ihrer Einsatz- und Leistungsfähigkeit sich nicht mit den üblichen Arbeitszeiten vereinbaren lassen.

Die aufgeführte Rechnung mit den 15,22 EUR Stundenlohn ist doch weltfremd! Kein Selbständiger, der eine Existenz aufbaut, käme jemals auf die Idee, das Jahr mit 200 Arbeitstagen á 8 Stunden anzusetzen. Das sind Arbeitnehmervorstellungen, die von den 365 Tagen eines Jahres eben tatsächlich nur an 200 Tagen arbeiten.

Bitte verschone uns in Zukunft von Deinen Vorschlägen zum Bezug von Sozialhilfe statt eigenverantwortlicher Bemühungen um Existenzsicherung. Wenn es für Dich der richtige Weg sein sollte, dann gehe ihn, aber versuche bitte nicht, Dir hier auch noch Beifall dafür zu holen.

Monika

von Monika D. (Admin) - am 20.03.2003 11:58

Re: Nachtrag Re: Die Ich-AG - auch eine Chance für langfristig arbeitslose Fibros?

Hallo Monika,

entschuldige bitte, ich möchte weder "Beifall" ernten, noch Verwirrung stiften. Ich wollte lediglich Anregungen zu diesem Diskussionsthema geben und ein finanzielles Rechenbespiel geben und das Thema in einer Diskussion hinterfragen, die aufgeführte Rechnung sehe ich keinesweg als weltfremd an, dazu fließen zu viele Faktoren (betriebswirtschafliche und soziale Aspekte) ein. Eigenverantwortlichkeit setze ich prinzipiell voraus und ein Sozialschmarotzertum lehne ich grundsätzlich ab. Ich könnte jetzt noch viele Anmerkungen machen, politische und unpolitische, natürlich muss aber jeder selber seinen eigenen Weg finden und gehen. Bevor das Thema hier aber eskaliert, beende ich meine Gedanken und wünsche jedem seinen Erfolg, Glück und vor allen Dingen Gesundheit. Gruss, Pidi

von Pidi - am 20.03.2003 13:46

Re: Nachtrag Re: Die Ich-AG - auch eine Chance für langfristig arbeitslose Fibros?

Hallo Monika, Hallo Pidi und alle Anderen !

Ich finde die Ich AG vom Ansatz her nicht schlecht, sehe nur die Gefahr das man sie von Seiten des Arbeitsamtes vielen für das Superding verkaufen will, ohne das sich die Betroffenen, über die Konsequenzen im klaren sind.
Ich denke das hat Pidi versucht in ihren Berichten zu schreiben.
Ich sehe die Gefahr das in der heutigen Wirtschaftslage viele in eine Selbständigkeit geworfen werden, ohne darin schwimmen zu können.
Mein Vater (selbständig seit 30 Jahren) kämpft um seine Existenz wie noch nie zuvor, und hier vor Ort ist die Insolvenz und Konkursrate so hoch wie noch nie.
Selbst Alte HAsen geben auf.
Mein Mann ebenfalls selbständig, kann noch nicht klagen, aber ein 10 - 14 Stundentag ist keine Seltenheit, um die Dinge am Laufen zu halten.
Ich denke das alles ist ebenfalls sehr Brancenabhängig, könnte mir für jemand mit Fibro z.b. gut vorstellen sich als Heipraktiker, KG oder ähnl. selbständig zu machen (soll nur ein Bsp: sein)
bei möglicher freier Arbeitseinteilung ohne das der Stress was die Arbeitsbelastung angeht zu hoch wird.
Mit 200 Arbeitstagen a 8 Stunden gebe ich dir vollkommen Recht - Monika, das ist dann nicht mehr drin, uns geht es zwar finanziell gut, aber mehr als 1 Woche Urlaub gemeinsam ist wegen dem Geschäft seit Jahren nicht möglich, man muß dann eben Kompromisse schließen und öfter mal ein langes Wochenende einschieben. Das ist bestimmt nicht in allen Geschäftsberreichen so, aber in sehr vielen.
Man muß sich mit Dingen auseinandersetzen wie z.b. Banken, Steuerberater, Finanzämter usw. allein schon deren Name ruft bei mir absoluten Stress hervor ;-)) und nach jedem Brief vom Finanzamt ziehen sich schon meine Muskeln zusammen ;-))
Du weißt wie ich das meine, war humorig gemeint, aber all diese Dinge darf man nicht ausser Acht lassen als Stressfaktor. Den eins ist so sicher wie das Amen in der Kirche, das Finanzamt steht immer parat und will nur unser Bestes ;-))
Hoffentlich ist kein Finanzbeamter im Forum ;-))
Ich will damit nur sagen das man sich vor so einem Schritt ausführlich beraten lassen sollte und das nicht nur vom Arbeitsamt und das man sich dann über alle Konsequenzen die dieser Schritt mitsichbringt im Klaren ist, wie z.b keine geregelte Arbeitszeit, kein geregelter Urlaub, kein geregeltes Einkommen, wer kann einspringen bei Krank oder Reha, wie sieht es aus mit Krankengeld und vieles mehr.
Allen die den Schritt wagen, oder gewagt haben zolle ich absolute Bewunderung und Wünsche ihnen von Herzen viel Erfolg.
Gruss
Petra

von Petra.M - am 20.03.2003 14:59

Re: Nachtrag Re: Die Ich-AG - auch eine Chance für langfristig arbeitslose Fibros?

Hallo Petra,

Du hast ja völlig Recht, Selbständigkeit ist mit Risken und Stress und Arbeitszeiten en masse verbunden. Aber bei der Ich-AG geht es doch von vorneherein nur um die Frage, ob man weiter arbeitslos bleibt und dabei immer weiter auf der sozialen Leiter runter rutscht, oder ob man mit Hilfe von jetzt gerade mal verfügbarer Förderung - die es nur für Bezieher von Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe gibt - die Ärmel hochkrempelt und mit dem, was man kann, egal ob das in einem erlernten Beruf ist oder sonstwie mit einer pfiffigen Idee den Versuch wagt, sich mit selbständiger Arbeit über Wasser zu halten. Man geht bei dieser Form der Existenzgründung ja keinerlei großartigen Verpflichtungen ein. Es ist ja z.B. nicht möglich, Arbeitnehmer einzustellen, also kann es immer nur etwas sein, das man auch tatsächlich allein bewältigen kann - und zwar möglichst ohne große Investitionen. Die einzige Verpflichtung, die man eingeht, das ist die Pflichtversicherung in der Rentenversicherung für die Zeit der Förderung.

Ein Beispiel: Ich glaube Du hast mal geschrieben über Kleidung bei Ebay ersteigern. Ich möchte wetten, dass längst schon Leute drauf gekommen sind, über diesen Weg nicht ganz unbedeutend zu verdienen. Mein Ding wäre es nicht, aber wer Spaß daran hat, außerdem den Markt sorgfältig beobachtet, der könnte da sicherlich die eine oder andere Nische finden. Neulich war vor einem Supermarkt ein provisorischer Stand aufgebaut mit Osterdeko-Artikeln. Aus ein paar Holzlatten und vier kleinen Baumscheiben als Räder waren da kleine Handwägelchen zusammengenagelt, mit Heu und Moos gefüllt, irgendein Figürchen drauf gesetzt, Primel dazu - hat einen Materialwert nahe Null gehabt und ist sicherlich auch in wenigen Minuten zusammenzubauen, wenn man erst mal einen Plan hat, hat aber rustikal und witzig ausgesehen und etliche Euros gekostet. Sicherlich sind damit keine großen Reichtümer zu verdienen, aber da hat jemand eine Idee umgesetzt und ohne großen Aufwand etwas geschaffen.

Ehrlich gesagt, habe ich den Kopf sooooo voller Ideen, die natürlich auf meinen individuellen Talenten basieren und sich nicht einfach kopieren lassen, dass es mir schwer fällt, mich auf ein oder zwei Projekte zu konzentrieren (na ja, die Fibro will auch noch berücksichtigt werden). Klar, ich bin selbständiges Arbeiten gewöhnt, egal ob ich als free-lancer oder als Angestellte tätig war. Für mich ist es deshalb leichter, mir selbständige Tätigkeiten vorzustellen. Und trotzdem habe ich mich bisher drum bemüht, wieder in ein Arbeitsverhältnis zu kommen. Meine Erlebnisse dabei, die Zurückweisungen und Demütigungen, die werde ich hier nicht breittreten. Ich möchte nur eines hier mal sagen: Ohne die Arbeit an dieser Website bzw. seit zwei Jahren hauptsächlich an den Foren, die täglich meine Fähigkeiten herausfordert, mich immer wieder dazu motiviert, etwas zu tun, wäre mein Selbstwertgefühl wahrscheinlich längst am Boden zerstört. Bisher hat diese Website nur Geld gekostet, auch wenn gelegentlich mal ein paar DM oder EUR freiwillige Beiträge von Nutzern kamen. Das hat aber nicht mal ausgereicht, um auch nur die direkten Kosten zu decken. Aber ich werde hoffentlich die richtigen Wege finden, um mit dem aus dieser Arbeit gewachsenen Potential, etwas zu schaffen, das mich überleben läßt. Ich arbeite daran und ich werde es zumindest im ersten Jahr als Ich-AG machen. Wie es danach weiter geht, das werde ich dann entscheiden. Sollte ein Wunder geschehen und ich vor lauter Einnahmen bzw. Unternehmensgewinn aus der Förderung rausfallen, dann wäre es mir sehr recht :-). Sollte es ein totaler Flop werden - nun gut, dann müßte ich aufgeben und mich wieder arbeitslos melden, um mit dem verbleibenden Anspruch auf Arbeitslosengeld noch ein paar Tage zu überleben. Und dann? Wenn ich mir jetzt deswegen trübe Gedanken machen würde, dann wäre alle Energie, die ich für mein Vorhaben brauche, schon verflogen.

Übrigens "verlocken" die Arbeitsämter keineswegs dazu, diesen Weg zu gehen, sondern ich habe ganz andere Erfahrungen gemacht. Es ist nämlich für die Arbeitsämter ein sehr teurer "Spaß", denn es besteht ein Rechtsanspruch auf diese Form der Förderung, was z.B. bei der bisherigen Förderung in Form von sechs Monaten Übergangsgeld nicht der Fall ist. Als ich mich vor ein paar Tagen beim Arbeitsamt meldete und um verbindliche Auskünfte bat, bekam ich außer unqualifiziertem Gestammel vor allem einen Satz zu hören: "Wenn Sie DAS machen, dann wären SIE hier allerdings die Erste." Ich habe das so verstanden, dass man alle anderen Interessenten bisher erfolgreich abwimmeln konnte.

Ich kann nur jedem raten, der mit dem Gedanken spielt, so etwas zu machen, sich an die IHK bzw. meist angeschlossene spezielle Gründerzentren zu wenden (aber sich auch da nix aufschwatzen lassen, was vielleicht mehr kostet, als es bringt). Es gibt sicherlich in vielen Orten spezielle Beratungsstellen, auch wenn hier unser SCHWUNG (http://www.rsg-bad-kissingen.de/) ein Musterbeispiel ist. Übrigens finde ich ganz interessant, was da für Ideen umgesetzt wurden, auch wenn da längst nicht alle Unternehmerinnen, die in den letzten Jahren mit neuen Ideen oder neuen Unternehmen den Sprung auf den Markt gewagt haben, vorgestellt werden.

Um es noch mal ganz klar zu sagen: Ich-AG ist etwas für Leute, die KEINEN Job haben und auch keine Aussicht haben, einen zu bekommen, die Grips haben und etwas tun WOLLEN. Außerdem muß ein Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe vorhanden sein bzw. muß aus dem Bezug von solchen Lohnersatzleistungen heraus der Sprung in die Selbständigkeit erfolgen. Wie es mit Ich-AG aus ABM oder Unterhaltsgeld wegen Umschulung heraus aussieht, müßte in dem von mir vorhin gelinkten Text nachzulesen sein. Für alle anderen, seien es nun Frauen, die nach einer Familienpause wieder ins Erwerbsleben einsteigen wollen oder geringfügig Beschäftigte ohne Anspruch auf ALG usw. oder meinetwegen Rentner, die es doch noch mal mit Erwerbstätigkeit probieren wollen, oder Studenten oder ... gibt es eine solche Förderung nicht. Deswegen kann ich auch nur davor warnen, wenn allzuschnell ein EU-Rentenantrag gestellt wird. Lieber erst noch mal rechnen ....

Gruß
Monika

von Monika D. (Admin) - am 20.03.2003 19:15

Re: Nachtrag Re: Die Ich-AG - auch eine Chance für langfristig arbeitslose Fibros?

Hallo Monika !
Ich gebe dir in allen Punkten vollkommen Recht.
Ich bewundere deine gewählte Ausdrucksweise, echt, ich tippe immer so drauf los, meist wie mir die Gedanken in den Kopf schießen, und das ganze wirkt dann manchmal ziemlich Chaotisch ;-))
Ich bin es ebenfalls gewohnt vollkommen selbständig zu arbeiten und Entscheidungen zu treffen.
Aber ich denke viele von uns, sind sehr verunsichert und haben einen Großteil des Selbstwertgefühls verloren, oftmals vielleicht auch durch Mobbing am Arbeitsplatz.
Das viele sehr gute Ideen haben und äußerst Kreativ sind und dies gerne umsetzen würden, kann ich sehr gut verstehn.
Ich möchte auch all denen Mut machen es zu tun, und es dann auch durchzuziehn.
No Risk no fun
Ich denke es ist auch eine Chance, wieder zu funktionieren, sich selbst etwas beweisen und dadurch vielleicht besser mit sich und der Fibro umzugehn (jetzt hab ich mich aber bemüht diplomatisch zu schreiben) Ich denke du weißt was ich zwischen den Zeilen sagen will.
Ohne meinen Beruf den ich sehr liebe und wo ich auch genügend Anerkennung und Erfüllung finde, wäre ich bestimmt nicht da wo ich bin.
Und trotzdem bin ich immer mal wieder an einem Punkt, wo ich Fibro zum Teufel jagen könnte und das akzeptieren sehr schwer fällt.(Ohne Job und Herausforderungen hätte ich da bestimmt noch größere Probleme)
Alles Liebe
Petra

von Petra.M - am 20.03.2003 20:42
Hallo!
Ich hatte ja nun leider das Pech, daß ich mich bereits im Oktober "verselbständigen mußte" (grins!). So konnte ich nur das Überbrückungsgeld beantragen, was bei mir, da ich vorher nur halbtags gearbeitet hatte, entsprechend gering ausfiel.
Wie viel leichter wäre es für mich, wenn ich eine Ich-Ag gründen könnte - geht aber leider nicht mehr! - da könnte ich in aller Ruhe bei einer höheren Förderung ausprobieren, agieren, meine Praxis ausbauen - um dann nach 3 Jahren ein erstes Resümee zu ziehen.
Aber es ist müsig verpaßten Chancen nachzuweinen! Also spucke ich in die Hände, mache Werbung für meine Tierheilpraxis und hoffe auf Patienten, an denen ich zeigen kann, daß alternative Heilmethoden oft sinnvoller sind, als Schulmedizin. Einige zufriedene Tierhalter habe ich bereits - das gibt Mut.
Ich denke wie Monika. Die Ich-Ags sind eine große Chance auf risikolose Art Selbstständigkeit zu "üben". Natürlich braucht man wie bei jeder Selbständigkeit das nötige Knowhow, eine anständige Finanzierung, Durchhaltevermögen und den Willen, der allen Selbständigen eigen sein sollte, sich voll und ganz einzubringen.
Es ist für mich ein kleiner Trost, daß ich von erfolgreichen Tierheilpraktikern immer wieder erfahren konnte, daß man 5- 8 Jahre braucht, bis man ernsthaft beweißen kann, ob die Praxis so gut läuft, daß man davon leben kann.
Da hätte mir nun auch die Ich-Ag nicht ausreichend helfen können!
Aber sind es in der regel nicht gerade wir Frauen, die zurückhaltend, ängstlich, besorgt sind wenn es um Selbständigkeit geht? So sehe ich die Ich-Ags als Chance direkt für uns! Viele Männer können durch die monatliche Unterstützung, die am vom AA bekommt, "überzeugt" werden, daß Ihre Frauen etwas ganz Tolles beginnen und daß es sich lohnt, ihnen dabei beizustehen - vielleicht erreicht man am Ende ein sicheres Familieneinkommen!!!
Gruß Gabriele

von Garatomi - am 20.03.2003 23:28

Existenzgründerzuschuss nach §421 I SGB III – „ICH-AG“

Hallo alle,

also, ich möchte mich nun doch noch mal zu Wort melden.

Die „ICH-AG“ soll den vordergründigen Zweck haben, die Schwarzarbeit in Deutschland zu reduzieren, indem nun Arbeitslose mit bisher nicht angemeldeten Nebeneinkünften sich in eine „ICH-AG“ umwandeln, mit dem Anreiz der finanziellen Förderung und Einstieg in die gesetzliche Sozialversicherung.

Meiner Meinung nach werden also hier lediglich die Arbeitslosen angesprochen, die bereits andere Einnahmequellen als das Arbeitslosengeld zur Verfügung stehen haben und nicht die Arbeitslosen, die sich schon immer selbständig machen wollten. Diejenigen, die sich mit dem Gedanken der Selbständigkeit getragen haben, haben dieses entweder schon in die Realität umgesetzt (beispielsweise auch mit der Unterstützung des Arbeitsamtes mittels Überbrückungsgeld) oder sind an anderen Überlegungen oder Gründen daran gescheitert.

Ob sich die „ICH-AG“ im Einzelfall nun finanziell „rechnet“ sei einmal dahingestellt, die Gruppen die hierbei doch wohl überwiegend angesprochen werden sollen (Schwarzarbeit im Handwerk: Fliesenlegen, Tapezieren, Anstreichen, usw.) scheitern wahrscheinlich sowie an der Umstellung „von Schwarzarbeit in eine ICH-AG“ wegen des Meisterbriefes.

Meiner Meinung nach, ist die „ICH-AG“ „normalen“ Selbständigen und Freelancern gegenüber sozial ungerecht, da beispielsweise das Gesetz zur Scheinselbständigkeit hier nicht greifen wird, trotz finanzieller Unterstützung durch den Staat ,und der ICH-AG wird dazu noch die vereinfachte Buchführung ermöglicht, die dem „Normalo - Selbständigen“ nicht ermöglicht wird.
Der Staat sollte die bisherigen Selbständigen unterstützen, dieses tut er nicht, im Gegenteil, mit Gesetzen wie dem zur Scheinselbständigkeit und dem Hauslehrergesetz kappt er immer mehr selbständige Existenzen und treibt Menschen damit in die Sozialhilfe, weil diese die finanziellen Pflichtaufwendungen nicht mehr auf das Honorar umlegen und somit sich nicht mehr finanziell tragen können. Und dieses wird durch m.E. noch durch die „ICH-AG`s“ zukünftig stärker werden, da ein bisheriger Freelancer mit den Honoraren eines ICH-Aglers nicht mehr konkurrieren werden kann, da dessen Ziel sein wird, die Jahreseinkommensgrenze von 25.000 Euro nicht zu übersteigen.

Diese Gedanken bitte ich in die Grundsatzdiskussion doch noch mit einzubeziehen. Es geht mir nämlich ganz und gar nicht darum, hier einigen ehrlichen Leuten die Chance zu verwehren sich selbständig zu machen, es geht mir um das Wie und die Gesamtfolgen. Gruss, Pidi

von Pidi - am 21.03.2003 11:19

Re: Existenzgründerzuschuss nach §421 I SGB III – „ICH-AG“

Hallo Pidi,

die Gesamtfolgen für die HIER in diesem Forum für FIBROMYALGIE-Betroffene angesprochenen Leser bestehen ausschließlich darin, dass mit der Ich-AG EINE Chance geboten wird, kurz vor dem Abrutschen ins soziale AUS doch noch die Kurve zu kriegen und wieder erwerbstätig zu werden.

Wenn Du Probleme mit Schwarzarbeit hast, dann sind das DEINE Probleme. Und weshalb soll denn eine Ich-AG bestrebt sein, NICHT über die 25.000 EUR Gewinn zu kommen? Nur weil dann im nächsten Jahr keine Zuschüsse mehr beantragt werden können. Mannnomann ist das beknackt! Wenn ich einen GEWINN von 25.000 EUR im ersten Jahr gemacht haben sollte, wo ohnehin in jedem Fall bei Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit im ersten Jahr wesentlich mehr Investitionen bzw. sofort abzuschreibende "geringwertige Anlagegüter" anfallen dürften, als in den Folgejahren, wäre ich schon mal so gut rausgekommen, dass ich GERNE auf die ohnehin geringer werdenden Zuschüsse für die weiteren zwei Jahre verzichten würde. Dann kann ich mich immer noch entscheiden, in welcher Form ich weiter mache, d.h. ob als Einzelunternehmer oder ob ich zusätzliche Arbeitsplätze schaffe. Dann würde sich auch die Frage der Versicherungspflicht neu stellen. Aber in der Zwischenzeit habe ich auf jeden Fall wieder ein Jahr, das mit Beitragszeiten auf meinem Rentenkonto zählt, ein Jahr, das mich dem regulären Rentenalter näher bringt, was alles zählt, und zwar bis an mein Lebensende zählt, wenn es so kommen sollte, dass ich es vielleicht doch noch vorzeitig EU-Rente beantragen müßte. Doch von dem Gedanken an EU-Rente bin ich jetzt weiter weg als je zuvor in den letzten Jahren.

Irgendwelche allgemeine Erörterungen über Ungerechtigkeiten in dieser Welt sind hier in diesem Forum für Fibromyalgie-Betroffene von minderem Interesse. Auch das Thema Scheinselbständigkeit spielt hier keine Rolle, denn mit Annahme der Förderung tritt automatisch Pflichtversicherung in der Rentenversicherung ein. So what?

Grundsatzdiskussionen, noch dazu wenn sie mit FALSCHEN oder irrelevanten (Hauslehrergesetz) Eingangsargumenten geführt werden sollen, sind hier am völlig falschen Platz. Die Überlegungen der Väter des Gesetzes, die an schwarzarbeitende Fliesenleger gedacht haben mögen, können uns doch piepegal sein. Und erst recht kann uns egal sein, ob es für diesen Zweck geeignet ist. Wichtig für uns ist doch nur, ob es UNS helfen kann.

Dir scheint es keine Hilfe zu bringen, das ist Pech für Dich, aber verschone uns bitte mit Deinem Neid.

Monika

von Monika D. (Admin) - am 21.03.2003 23:36

Re: Existenzgründerzuschuss nach §421 I SGB III – „ICH-AG“

Hallo Monika,

ich weiß nicht woher Du Deine "Weisheit" beziehst. Tatsache aber ist wohl, dass Du alles was Du nicht kennst oder nicht besser weißt als FALSCH oder irrelevant darstellst oder mit persönlichen Angriffsthesen versuchst wett zu machen. Stell Dir einfach mal vor, ein FMS-Kranker will sich als EDV-Dozent oder als Klavierlehrer mit der ICH-AG selbständig machen, wo liegen dann Deine Begründungen oder Deine Abwertungen? Ich kann Deine Argumentation nicht nachvollziehen, tut mir leid, ich bin auf niemanden neidisch, dafür habe ich keinen Grund, mir geht es, abgesehen von der FMS, hervorragend. Gruss, Pidi

von Pidi - am 22.03.2003 00:02

Re: Existenzgründerzuschuss nach §421 I SGB III – „ICH-AG“

Wo liegt da das Problem? Wenn sich ein ARBEITSLOSER berufen fühlt, als EDV-Dozent oder Klavierlehrer tätig zu werden, dann kann er die Förderung in Anspruch nehmen und damit die Zahlung seiner Renten-, Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge schon mal abdecken, egal ob die Engagements auf Anhieb genug einbringen oder nicht. Versicherungspflicht besteht auf jeden Fall - egal ob mit Förderung als Ich-AG oder ohne. SO einfach ist das!


Wer als Arbeitnehmer gegen Entgelt oder als Lehrling ohne Entgelt beschäftigt wird, unterliegt der Versicherungspflicht. Selbständige sind entweder kraft Gesetzes (z. B. Lehrer) oder auf Antrag (z. B. Ärzte, Einzelhändler) versicherungspflichtig. Auch selbständige Künstler und Publizisten sind kraft Gesetzes pflichtversichert, sowie Mütter und Väter, denen Kindererziehungszeiten anzurechnen sind.

Quelle: BfA Lexikon

von Monika D. (Admin) - am 22.03.2003 00:42

Re: Existenzgründerzuschuss nach §421 I SGB III – „ICH-AG“

Hallo Monika,

das Problem liegt in der sozialen Ungerechtigkeit.

Bestehende Existenzen, ich nehme wieder das Beispiel EDV-Dozent oder Klavierlehrer, die keinerlei Förderungen in Anspruch nehmen können, die sich als "Einzelkämpfer" durchschlagen mit dem Gesetz zur Scheinselbständigkeit, dem Hauslehrergesetz und der "normalen" Steuer zu kämpfen haben, werden -durch die bestehende rechtliche Situation- zur Existenzaufgabe gezwungen. Auf der anderen Seite aber nun, wird Arbeitslosen durch den Existenzgründerzuschuss aber ermöglicht genau diesen Weg zu beschreiten ohne Konsequenzen befürchten zu müssen.
Dieses Verhalten setze ich mit dem gleich, was ich eingangs schon mal versucht hatte zu vermitteln, da werden immer noch Lehrgänge finanziert, obwohl jetzt schon die bereits Ausgebildeten keine Stelle in Deutschland mehr zu erwarten haben, weil der Markt einfach übersät damit ist (und alleine die Lehrgänge und Weiterbildungsmaßnahmen vom Arbeitsamt sind ein schwieriges und umfangreiches Thema für sich). Der Staat schiebt die Verantwortung ab und das hat dann auch nichts mehr mit Eigenverantwortlichkeit des Einzelnen zu tun.

Und um wieder auf das Thema FMS-Kranke zu kommen, ich kenne viele kranke und auch behinderte Menschen die selbständig sind, die ihre Chance vor der "ICH-AG" gesehen haben und nun bitter (mit immer wieder neuen Regelungen und Gesetzen) nochmal bestraft werden. Mir ist klar, dass für viele FMS-Kranke nun eine Chance darin liegt aus dieser Falle herauszukommen und der jeden Halm ergreifen wird, der ihm geboten wird. Meine Befürchtungen liegen aber auch genau darin, dass diese Menschen zunächst alle vom Staat gefüttert und gepuscht werden und dann u.a. wieder neue Gesetze oder alte Regelungen ausgebuddelt werden und es denen genau so ergehen wird wie es den "Normalo-Selbständigen" zur Zeit ergeht. Eine Garantie hat man nie, das ist mir durchaus bewusst, aber was INSGESAMT passiert ist einfach nicht korrekt, das zieht sich mittlerweile quer durch dieses "Sozialsystem" und es entspricht nicht dem Solidaritätsprinzip.

M.E. wird durch die ICH-AG die Schwarzarbeit nicht reduziert werden können und das war der ursprüngliche Sinn dieses Hartz-Konzeptes, ob nun Fliesenleger, Friseure, Reiningungsleute oder PC-Macher, die neben ihren Einkünften vom AA schwarz arbeiten, die wird es immer geben. Sie hatten alle schon vorher die Möglichkeit Nebeneinkünfte anzugeben, es wurde zwar fianziell verrechnet und die Leistungen entpsr. gekürzt, dafür verlängerte sich aber die Anspruchsdauer des Bezuges.

Ich erwarte gespannt die Statistiken der Zukunft "ICH-AG und wieviele nach dem Förderungszeitraum übriggeblieben sind".

Tut mir leid, wenn ich Dich aufgebracht habe, ich sehe das nun mal ein bisschen anders und vielleicht zu umfangreich. Ich wollte niemanden zu nahe treten oder gar herabsetzen oder verwirrwen, ich wollte lediglich zum Nachdenken anregen und neue Ansätze einbringen und auch auf Gefahren hinweisen, ich denke gerade FMS-Kranke haben mit Rückschlägen wesentlich mehr zu tun als andere und daher sollte der Schritt zur Selbständigkeit wohl überlegt sein, so oder so.

Gruss, Pidi

von Pidi - am 22.03.2003 10:48

Re: Existenzgründerzuschuss nach §421 I SGB III – „ICH-AG“

Hallo, alle miteinander !
Es fiel mir schwer, Eueren Beiträgen zum Thema Ich-AG zu folgen. Mir dröhnt ein wenig der Kopf, ich stelle mal wieder fest, wie schwierig es manchmal für mich ist, mich auf eine Sache zu konzentrieren. Oder liegt es daran, daß dieses Thema mich so berührt? Diesen Schlagabtausch für oder gegen die Ich-AG will ich nicht auch noch weiterführen, sondern einfach nur fragen, was bleibt, wenn man nicht bereit ist, die nur kleinste Chance zu nutzen, wieder im Berufsleben Fuß zu fassen? In Anbetracht der hohen Arbeitslosenzahlen würde ich mich einfach nur freuen, wenn aus dem Topf auch was für mich abfallen könnte. Jammere aber nicht drüber, daß ich nichts bekommen kann, da ich bis vor zwei Jahren selbständig war und keinen Anspruch habe. In meiner fast 10jährigen Selbständigkeit als Kauffrau ( Kiosk ) habe ich es gerade wegen meiner Fibromyalgie genossen, ganz individuell auf meine Bedürfnisse eingehen zu können. Ging es mir schlecht, habe ich mich personell ersetzen lassen. Klar habe ich dann nichts verdient, aber der Laden lief weiter. In einem Angestelltenverhältnis wäre ich schnell weg vom Fenster gewesen. Leider habe ich mich schwer getan mit dem Verkauf von u.a. Zigaretten, Schnaps und Bildzeitung.Vor zwei Jahren habe ich den Laden abgegeben. Seitdem bin ich auf der Suche nach etwas neuem, etwas das mich mehr befriedigt. Da würde mir der Verkauf über ebay auch nicht reichen. Aber so langsam geht es ans Eingemachte und ich stelle fest, ich müßte wieder erst mal Geld investieren, welches ich nicht habe, um selbständig erneut Gas zu geben. Wie gesagt, mit Ich-AG ist nicht. Mein Traum Second-Hand-Shop ist auch nur mit Geld für die Anfangsphase zu verwirklichen. Da will ja Miete für ca. ein halbes Jahr da sein etc. Nun werde ich ein Jahr lang versuchen, stundenweise für andere zu arbeiten, um das Geld zusammen zu bekommen.Es gibt ja nur zwei Möglichkeiten, ich schaffe es und werde noch mal selbständig oder ich habe wenigstens etwas verdient. Ohne das Ziel Selbständigkeit vor Augen, wäre ich nicht so motiviert.Denn ich weiß eines, ich kann den Anforderungen eines Arbeitsverhältnisses nicht mehr genügen und muß für mich selbst optimale Bedingungen schaffen. Meine Familienphase war mir wichtig und durch besondere Umstände auch sehr lang, sodaß ich mich nicht weiter als zur Einzelhandelskauffrau qualifiziert habe. Ich bin nun 50 und mir fehlen auch viele Kenntnisse, die ich aber durch meine aufgeschlossene Art ungezwungen auf Menschen zu gehen zu können, meist wett machen konnte.
So, nun habe ich das ganze mal aus Sicht einer Frau beleuchtet, die die Hoffnung nicht aufgibt, auch ohne staatliche Hilfe klarzukommen.Meinen Anteil am Familieneinkommen habe ich mir verdient und dadurch bin ich zum Glück nicht existentiell bedroht.Es grüßt eine optimistische Claudia.

von claudia o. - am 26.03.2003 08:53
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