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Fibromyalgie und sozialmedizinische Themen
Beiträge im Thema:
14
Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Monika D. (Admin), niwi, Germaine

Reha, Schmerztherapie, Wiedereingliederung?

Startbeitrag von niwi am 26.08.2003 13:39

Hi an alle!

Ich hab jetzt eben eine Stunde lang Beitrage in diesem Forum gelesen und habe die Hoffnung, daß ihr mir mit eurer Erfahrung vielleicht weiterhelfen könnt?

Dazu kurz meine Geschichte:

Wie üblich wurde die FM jahrelang nicht erkannt und ich war immer hin und wieder mit unterschiedlichen Diagnosen krankgeschrieben. Im Mai war ich dann 4,5 Wochen im Krankenhaus und die Diagnose FM wurde weitgehendst bestätigt. Die Ärztin im Krhs. wollte sofort eine AHB beantragen und wurde von der BfA informiert, daß FM keine Diagnose für eine AHB ist. Ok. Seit dem Krhs Aufenthalt bin ich krankgeschrieben und meine behandelnde Ärztin hat mit mir zusammen einen Eil-Antrag bei der BfA auf Reha gestellt. Dieser wurde nach über 7 Wochen abgelehnt mit der Begründung, daß eine Behandlung in einem Akut-Krankenhaus erfolgen soll. Sind die denn blöd? Zwischenzeitlich wurden hin- und wieder Medikamente ausprobiert und festgestellt, daß ich die sog. Anti-Depressiva nicht vertrage und L-Tryptophan nichts bringt. Also nehme ich nur Mydocalm und hin und wieder Ibuprofen. Verbessert hat sich eigentlich kaum etwas...(vielleicht sind die Schübe nicht mehr soooooo extrem, wie sie vorher waren). Meine Ärztin hat mir bis heute (obwohl ich sie mehrfach auf physikalische Therapien angesprochen habe) nicht ein einziges Rezept für Massagen, Wärmebehandlungen oder ähnliches ausgestellt. Ich habe im Krhs. festgestellt, daß MTT (mediz. Trainingstherapie) sehr gut für mich ist und dies auch privat weitergemacht. Ich zahle also fast 40 Euro monatlich selbst an eine krankengymn. Praxis.

Meine Krankenkasse hat sich über den Bescheid der BfA gewundert und parallel dazu war ich bei einer Schmerztherapeutin, die einen Kostenvoranschlag erstellte, über ein Konzept einer Schmerztherapie mit einer parallelen Wiedereingliederung. Mein scheinbares Problem ist: ICH WILL WIEDER ARBEITEN!! Die Krankenkasse lehnte die Schmerztherapie natürlich ab, mit der Begründung, sie müssten den normalen Weg einhalten und erstmal Widerspruch bei der BfA einreichen, um evt. doch noch eine Reha zu bekommen.

Ich habe wirklich das Gefühl, ich werde völlig verarscht (sorry für die Ausdrucksweise). Ich sage jedem Arzt, der Krankenkasse und sonst wem, dass ich arbeiten möchte!!! Allerdings wäre eine Behandlung vorher ja wohl sinnvoll. Faktisch ist seit dem Krhs-Aufenthalt nichts passiert! Ich sitze hier rum und habe gehofft, die Zeit meiner Krankschreibung wenigstens nutzen zu können in Bezug auf physikalische Therapien. Aber ich bekomme keine Rezepte! Die Ärztin sagt, wegen ihres Budgets, die Krankenkasse sagt, die Ärztin muß es ausstellen, wenn sie es befürwortet! Sie tut es aber nicht. Also, was ist da zu tun???

Andere Ärzte, die sich gut auskennen und noch ein einigermaßen Budget haben, lassen sich in einer Weltstadt wie Hamburg nicht finden....! Das kann doch alles nicht wahr sein, oder?

Die Krankenkasse hat mich informiert, daß ich jetzt zum Gutachten zum MDK muß. Was kommt denn da auf mich zu? Wie soll ich mich dort verhalten? Auf was muß ich achten? Ich wünsche mir lediglich eine Reha, eine Schmerztherapie und eine gute mediz. Begleitung, WÄHREND ich arbeite. Habt Ihr Erfahrungen?

Wie kommt man an Rezepte, um zumindest mal auszuprobieren, welche physikalischen Therapien für mich gut wären? Darf die Krankenkasse eine Schmerztherapie ablehnen? Welche Begründungen sollten in dem Widerspruch an die BfA angewandt werden?

Ich weiß, Fragen über Fragen, aber ich hoffe, ihr habt noch ein paar Ideen für mich!

Liebe Grüße aus Hamburg!
niwi

Antworten:

Hallo niwi,

bitte um ein wenig Geduld, mir fällt ganz viel zu Deinen Fragen ein.

Viele Grüße aus Bad Kissingen
Monika

von Monika D. (Admin) - am 26.08.2003 13:48
Hi Monika,
ja, ich warte gern und freue mich auf deine Antwort!

niwi

von niwi - am 26.08.2003 18:51
Also, dann will ich mal anfangen :)

Ich werde aber die Antworten auf Deine vielen Fragen in einzelne Files stellen, sonst sitze ich in drei Tagen noch an einer Antwort, die dann zu umfangreich un unübersichtlich wird.

Monika

von Monika D. (Admin) - am 26.08.2003 18:56

Reha Eilantrag

Auszug aus dem Sozialgesetzbuch IX

§ 14
Zuständigkeitsklärung

(1) Werden Leistungen zur Teilhabe beantragt, stellt der Rehabilitationsträger innerhalb von zwei Wochen nach Eingang des Antrages bei ihm fest, ob er nach dem für ihn geltenden Leistungsgesetz für die Leistung zuständig ist; ....

(2) Wird der Antrag nicht weitergeleitet, stellt der Rehabilitationsträger den Rehabilitationsbedarf unverzüglich fest. Muss für diese Feststellung ein Gutachten nicht eingeholt werden, entscheidet der Rehabilitationsträger innerhalb von drei Wochen nach Antragseingang.


Eine Frist von sieben Wochen bis zum Eingang eines Bescheids ist schon mal etwas, das nach der geltenden Gesetzeslage nicht in Ordnung, aber immer noch an der Tagesordnung ist.

Die Begründung der Ablehnung ist nichtig, da eine Krankenhausbehandlung ja bereits abgeschlossen ist. Die Vorgehensweise läßt mal wieder sehr an Schikane denken.

Empfehlung: Mitgliedschaft im VdK oder einer vergleichbaren Organisation und die weitere Vorgehensweise mit einem Berater des VdK absprechen. Allein hat man keine Chance einigermaßen "heil" da weiter zu kommen.

von Monika D. (Admin) - am 26.08.2003 19:14
niwi schrieb:

Zitat


Zwischenzeitlich wurden hin- und wieder
Medikamente ausprobiert und festgestellt, daß ich die sog.
Anti-Depressiva nicht vertrage und L-Tryptophan nichts
bringt. Also nehme ich nur Mydocalm und hin und wieder
Ibuprofen. Verbessert hat sich eigentlich kaum
etwas...(vielleicht sind die Schübe nicht mehr soooooo
extrem, wie sie vorher waren).


Erwarte nicht zu schnell zuuuu viel. Es hat viele Jahre gedauert, den Zustand, der Fibromyalgie genannt wird, zu entwickeln. Da darf man schon akzeptieren, dass auch der Weg der Besserung etwas dauert. Ich war nach eineinhalb Jahren regelmäßiger Mydocalm-Einnahme so weit, dass ich zu einer Einnahme nach Bedarf übergehen konnte. Bei Mydocalm*) sollte man wissen, dass die direkte Wirkung nur relativ kurz anhält (wenige Stunden), dass aber die Muskeln sich noch ein wenig länger dankbar für die Entspannung zeigen können. Mir ist es so ergangen, dass mir auch die anfangs doch begrenzte Besserung wie ein Licht am Ende des Tunnels erschien und mir den Weg zeigte - den ich seither konsequent gegangen bin. Wenn ich daran denke, wie es mir in all den Jahren vor der Diagnose und der dann begonnenen Behandlung ging und wieviel Besserung ich seither erreicht habe, dann bin ich richtig stolz :).

*) Außerdem muß die Dosis ausreichend sein. Die hier ausschließlich im Handel befindlichen Tabletten mit 50 mg des Wirkstoffes werden z.B. in der Schweiz nur für Kinder und Greise verordnet. Für Erwachsene gibt es Mydocalm mit 150 mg des Wirkstoffes. Mir hat es meist ausgereicht, wenn ich 3x täglich 100 mg genommen habe, also jeweils 2 Tabletten. Mydocalm ist übrigens in der Schweiz so viel billiger, dass man noch mal bei der Apotheke nachfragen sollte, wie es mit dem Bezug diese Medikaments aus der Schweiz steht. Bei Privatrezepten geht es auf jeden Fall, wenn der Wirkstoff in Deutschland zugelassen ist und der Arzt z.B. die in der Schweiz erhältliche Tablettengröße verordnet, dann kann die deutsche Apotheke, natürlich mit einem Aufschlag, das ganz wesentlich billigere Präparat aus der Schweiz besorgen - hat man mir neulich in einer Apotheke gesagt. Wie es aktuell bei Kassenrezepten ist, das weiß ich leider nicht. Es wurde hier jedoch schon mal andiskutiert.

von Monika D. (Admin) - am 26.08.2003 19:57
niwi schrieb:

Zitat

... Meine Ärztin hat mir bis heute
(obwohl ich sie mehrfach auf physikalische Therapien
angesprochen habe) nicht ein einziges Rezept für Massagen,
Wärmebehandlungen oder ähnliches ausgestellt. Ich habe im
Krhs. festgestellt, daß MTT (mediz. Trainingstherapie) sehr
gut für mich ist und dies auch privat weitergemacht. Ich
zahle also fast 40 Euro monatlich selbst an eine krankengymn.
Praxis.


Die Ärztin darf nur das verordnen, was im Heilmittelkatalog als verordnungsfähig bei bestimmten Diagnosen aufgeführt ist. Ich habe aus diesem Katalog mal die Diagnosen zusammengesucht, die häufiger rund um Fibromyalgie vorkommen. Wenn es nur um Fibromyalgie geht, dann wird es schon ziemlich "eng" mit Verordnungsmöglichkeiten.
[www.fibromyalgie-aktuell.de] - dauert leider bisserl lange, bis die Seite kommt.

Wenn es nicht um die Behandlung eines ganz speziellen Problems geht, würde ich ohnehin versuchen, so viel wie möglich in Eigenregie zu machen, also lieber nach Blankenese laufen, als in einer KG-Praxis im Dunstkreis von Schmerz und Krankheit meine Zeit verbringen. Für Tage mit weniger gutem Wetter gibt es sicherlich auch in HH Bäder mit tollem Wellnessangbot oder vernünftige (!!!) Fitness-Center. Tina oder Gisela, wenn sie sich vielleicht mal wieder hier meldet (huhu! da war doch mal was mit Thermalbad in HH), können Dir sicherlich Tipps geben. Aber wenn in einer KG-Praxis regelmäßiges Training möglich ist und dort die Atmosphäre okay ist, dann ist das sicherlich auch nicht zu verachten. :spos:

von Monika D. (Admin) - am 26.08.2003 20:33
niwi schrieb:

Zitat

Meine Krankenkasse hat sich über den Bescheid der BfA
gewundert und parallel dazu war ich bei einer
Schmerztherapeutin, die einen Kostenvoranschlag erstellte,
über ein Konzept einer Schmerztherapie mit einer parallelen
Wiedereingliederung. Mein scheinbares Problem ist: ICH WILL
WIEDER ARBEITEN!! Die Krankenkasse lehnte die Schmerztherapie
natürlich ab, mit der Begründung, sie müssten den normalen
Weg einhalten und erstmal Widerspruch bei der BfA einreichen,
um evt. doch noch eine Reha zu bekommen.


Hmmm, das mit dem Kostenvoranschlag, das verstehe ich noch nicht so ganz. Geht es da um so etwas wie eine ambulante Reha?

Jetzt mach ich erst mal Schluß für heute

von Monika D. (Admin) - am 26.08.2003 20:36
niwi schrieb:

Zitat


Meine Krankenkasse hat sich über den Bescheid der BfA
gewundert und parallel dazu war ich bei einer
Schmerztherapeutin, die einen Kostenvoranschlag erstellte,
über ein Konzept einer Schmerztherapie mit einer parallelen
Wiedereingliederung. Mein scheinbares Problem ist: ICH WILL
WIEDER ARBEITEN!! Die Krankenkasse lehnte die Schmerztherapie
natürlich ab, mit der Begründung, sie müssten den normalen
Weg einhalten und erstmal Widerspruch bei der BfA einreichen,
um evt. doch noch eine Reha zu bekommen.

Ich habe wirklich das Gefühl, ich werde völlig verarscht
(sorry für die Ausdrucksweise). Ich sage jedem Arzt, der
Krankenkasse und sonst wem, dass ich arbeiten möchte!!!
Allerdings wäre eine Behandlung vorher ja wohl sinnvoll.
Faktisch ist seit dem Krhs-Aufenthalt nichts passiert! Ich
sitze hier rum und habe gehofft, die Zeit meiner
Krankschreibung wenigstens nutzen zu können in Bezug auf
physikalische Therapien. Aber ich bekomme keine Rezepte! Die
Ärztin sagt, wegen ihres Budgets, die Krankenkasse sagt, die
Ärztin muß es ausstellen, wenn sie es befürwortet! Sie tut es
aber nicht. Also, was ist da zu tun???


Tja, liebe Nicole, wo kämen wir denn da hin, wenn jeder der arbeiten möchte, aber es wegen gesundheitlicher Störungen vorübergehend nicht kann, auch noch die gesetzlich vorgesehene Unterstützung bekäme, die ihn befähigt, das auch tatsächlich zu tun? Menschen mit solchen komischen chronischen Krankheiten, die haben gefälligst arbeitsscheu und asozial zu sein - und wenn sie es nicht sind, dann behandelt man sie so lange so, als ob sie es wären, bis denen dann wirklich die Luft ausgeht und sie nicht mehr können. Irgendwann, wenn sie vor lauter Demütigungen und Scham nicht mehr aus dem Haus gehen mögen, keine Freunde mehr haben und keine Aussicht auf ein Arbeitseinkommen, dann werden sie letztlich doch noch in diese Schublade reinpassen. Es ist alles nur eine Frage der Zeit.

Ich weiß, dieser Sarkasmus hilft Dir jetzt auch nicht, aber er bewahrt Dich vielleicht davor, Dich an falschen Hoffnungen zu verirren. Vielleicht ein Trost - es betrifft nicht nur Fibros!

Dazu ein Satz, der mir gerade im Zusammenhang mit ganz anderen Erkrankungen begegnet ist. Es ging da um Krebs und Psyche bzw. Einstellungen und Verhalten: "Dies sind bedeutende Therapieeffekte, die darauf hindeuten, daß der psychosoziale Stress, der durch mangelnde Autonomie, Eigenaktivität und Kontrollüberzeugung bedingt ist, schwer zu Buche schlägt." (Quelle: Dipl.-Psych. Robert E. Mayer-Picard, Tübingen)
Vielleicht schwer zu verstehen, aber ich bin nach jahrelanger eigener Betroffenheit und kritischer Beobachtung, wie auch andere behandelt werden, die wirklich erst mal Hilfe brauchen, um wieder Eigenaktivität und Kontrollüberzeugung (d.h. Überzeugung, dass da, was man tut, helfen wird und Besserung bringt) zu entwickeln, zu der Überzeugung gekommen, dass viele Entscheidungen unserer Sozialversicherungsträger geradezu darauf ausgerichtet sind, Autonomie mit Füßen zu treten, Eigenaktivität zu bestrafen und Kontrollüberzeugungen auszutreiben.

So, nun aber zu Deinem Fall: Du könntest mal folgenden Weg versuche: Deinen Arzt um eine Krankenhauseinweisung bitten und zwar in eine Klinik, die sowohl Krankenhausbehandlung durchführt, als auch Reha-Maßnahmen. Eine geeignete und von Fibros überwiegend sehr gelobte Klinik gibt es in Bad Bramstedt, also gar nicht so weit weg von Dir. Ein Verweis darauf, dass die Krankenkasse bitte von sich aus mit der BfA klären möge, wer für die Kostenübernahme zuständig sei. DASS Du einen Anspruch auf Behandlung hast, das ist ja nicht mal von der BfA abgestritten worden.

Laß Dich nach Möglichkeit NICHT auf das Gezerre mit Widerspruch usw. ein. Das kostet NUR Zeit und Nerven. Du wirst zweifellos von der BfA zu EINEM Gutachter geschickt werden, obwohl das Gesetz vorsieht, dass drei Gutachter vorgeschlagen werden sollen, unter denen der Leistungsberechtigte wählen kann. Da kommt mir schon wieder das Stichwort "Autonomie" hoch, die unterbunden wird, indem jeweils nur ein Gutachter genannt wird, also keinerlei Entscheidungsfreiheit gelassen wird. Widerspruch, Termin beim Gutachter, Abgabe des Gutachtens, Entscheidung - da vergehen mindestens noch mal zwei Monate - und dann ist keineswegs gewährleistet, dass Du in eine wirklich geeignete Klinik kommst. Wenn der Gutachter behauptet, dass eine Reha nicht erforderlich sei, obwohl wahrscheinlich der MDK-Gutachter genau das Gegenteil festgestellt hat, dann wird Dich die Krankenkasse zweifellos dazu auffordern, gegen die BfA zu klagen. Da sich ein solcher Fall in meiner Umgebung gerade abspielt, habe ich gestern die Nachricht bekommen, dass es hier in meiner Gegend derzeit eineinhalb Jahre dauert, bis eine Klage vor dem Sozialgericht zur Verhandlung kommt. Das entspricht auch so ungefähr meinen eigenen Erfahrungen; ich habe nach 17 Monaten eine Klage wegen abgelehnter Reha entnervt zurückgezogen, weil ich mich endlich wieder darauf konzentrieren wollte, zu arbeiten und selbst dafür zu sorgen, dass es mir besser geht. Es war zu spät, vier Tage danach kam eine andere Krankheit als Stressfolge hinzu - und das "Spiel" mit MDK (Reha dringend erforderlich) und BfA (lehnte ab) ging von vorne los.

Monika


SGB 9 § 14 Zuständigkeitsklärung

--------------------------------------------------------------------------------

(1) Werden Leistungen zur Teilhabe beantragt, stellt der Rehabilitationsträger innerhalb von zwei Wochen nach Eingang des Antrages bei ihm fest, ob er nach dem für ihn geltenden Leistungsgesetz für die Leistung zuständig ist; bei den Krankenkassen umfasst die Prüfung auch die Leistungspflicht nach § 40 Abs. 4 des Fünften Buches. Stellt er bei der Prüfung fest, dass er für die Leistung nicht zuständig ist, leitet er den Antrag unverzüglich dem nach seiner Auffassung zuständigen Rehabilitationsträger zu. Muss für eine solche Feststellung die Ursache der Behinderung geklärt werden und ist diese Klärung in der Frist nach Satz 1 nicht möglich, wird der Antrag unverzüglich dem Rehabilitationsträger zugeleitet, der die Leistung ohne Rücksicht auf die Ursache erbringt. Wird der Antrag bei der Bundesanstalt für Arbeit gestellt, werden bei der Prüfung nach den Sätzen 1 und 2 Feststellungen nach § 11 Abs. 2a Nr. 1 des Sechsten Buches und § 22 Abs. 2 des Dritten Buches nicht getroffen.

(2) Wird der Antrag nicht weitergeleitet, stellt der Rehabilitationsträger den Rehabilitationsbedarf unverzüglich fest. Muss für diese Feststellung ein Gutachten nicht eingeholt werden, entscheidet der Rehabilitationsträger innerhalb von drei Wochen nach Antragseingang. Wird der Antrag weitergeleitet, gelten die Sätze 1 und 2 für den Rehabilitationsträger, an den der Antrag weitergeleitet worden ist, entsprechend; die in Satz 2 genannte Frist beginnt mit dem Eingang bei diesem Rehabilitationsträger. Ist für die Feststellung des Rehabilitationsbedarfs ein Gutachten erforderlich, wird die Entscheidung innerhalb von zwei Wochen nach Vorliegen des Gutachtens getroffen.

(3) Die Absätze 1 und 2 gelten sinngemäß, wenn der Rehabilitationsträger Leistungen von Amts wegen erbringt. Dabei tritt an die Stelle des Tages der Antragstellung der Tag der Kenntnis des voraussichtlichen Rehabilitationsbedarfs.

(4) Wird nach Bewilligung der Leistung durch einen Rehabilitationsträger nach Absatz 1 Satz 2 bis 4 festgestellt, dass ein anderer Rehabilitationsträger für die Leistung zuständig ist, erstattet dieser dem Rehabilitationsträger, der die Leistung erbracht hat, dessen Aufwendungen nach den für diesen geltenden Rechtsvorschriften. Die Bundesanstalt für Arbeit leitet für die Klärung nach Satz 1 Anträge auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zur Feststellung nach § 11 Abs. 2a Nr. 1 des Sechsten Buches an die Träger der Rentenversicherung nur weiter, wenn sie konkrete Anhaltspunkte dafür hat, dass der Träger der Rentenversicherung zur Leistung einer Rente unabhängig von der jeweiligen Arbeitsmarktlage verpflichtet sein könnte. Für unzuständige Rehabilitationsträger, die eine Leistung nach Absatz 2 Satz 1 und 2 erbracht haben, ist § 105 des Zehnten Buches nicht anzuwenden.

(5) Der Rehabilitationsträger stellt sicher, dass er Sachverständige beauftragen kann, bei denen Zugangs- und Kommunikationsbarrieren nicht bestehen. Ist für die Feststellung des Rehabilitationsbedarfs ein Gutachten erforderlich, beauftragt der Rehabilitationsträger unverzüglich einen geeigneten Sachverständigen. Er benennt den Leistungsberechtigten in der Regel drei möglichst wohnortnahe Sachverständige unter Berücksichtigung bestehender sozialmedizinischer Dienste. Haben sich Leistungsberechtigte für einen benannten Sachverständigen entschieden, wird dem Wunsch Rechnung getragen. Der Sachverständige nimmt eine umfassende sozialmedizinische, bei Bedarf auch psychologische Begutachtung vor und erstellt das Gutachten innerhalb von zwei Wochen. Die in dem Gutachten getroffenen Feststellungen zum Rehabilitationsbedarf werden den Entscheidungen der Rehabilitationsträger zugrunde gelegt. Die gesetzlichen Aufgaben der Gesundheitsämter bleiben unberührt.

(6) Hält der leistende Rehabilitationsträger weitere Leistungen zur Teilhabe für erforderlich und kann er für diese Leistungen nicht Rehabilitationsträger nach § 6 Abs. 1 sein, wird Absatz 1 Satz 2 entsprechend angewendet. Die Leistungsberechtigten werden hierüber unterrichtet.



SGB 9 § 15 Erstattung selbstbeschaffter Leistungen
(1) Kann über den Antrag auf Leistungen zur Teilhabe nicht innerhalb der in § 14 Abs. 2 genannten Fristen entschieden werden, teilt der Rehabilitationsträger dies den Leistungsberechtigten unter Darlegung der Gründe rechtzeitig mit. Erfolgt die Mitteilung nicht oder liegt ein zureichender Grund nicht vor, können Leistungsberechtigte dem Rehabilitationsträger eine angemessene Frist setzen und dabei erklären, dass sie sich nach Ablauf der Frist die erforderliche Leistung selbst beschaffen. Beschaffen sich Leistungsberechtigte nach Ablauf der Frist eine erforderliche Leistung selbst, ist der zuständige Rehabilitationsträger unter Beachtung der Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit zur Erstattung der Aufwendungen verpflichtet. Die Erstattungspflicht besteht auch, wenn der Rehabilitationsträger eine unaufschiebbare Leistung nicht rechtzeitig erbringen kann oder er eine Leistung zu Unrecht abgelehnt hat.

von Monika D. (Admin) - am 27.08.2003 11:10

Re: Reha Eilantrag

Hi Monika,
Danke für die Info. Mir war wirklich schon klar, daß es sich hier um reine Schikane handelt. In Anbetracht der Lage mit diesem Krankheitsbild habe ich mich schon erkundigt, wie es aussieht mit dem VdK. Kann ich Dir noch was Gutes tun, wenn Du mich wirbst, oder so?
Eine Frage noch dazu: Haben die eine Sperrfrist? Wie lang muß man warten, bevor sie einen unterstützen?

Brrrrrrrrrrrrrr.....ist das hier kalt:

schlotterige Grüße aus Hamburg!
niwi

von niwi - am 27.08.2003 19:12
Wie gesagt, das MTT (medizinische Trainingstherapie) wird jetzt immer bekannter. Ich habe damit direkt im Krankenhaus anfangen können und war froh, eine KG-Praxis zu finden, die diese Geräte anbietet (sprich: KG am Gerät). Es bringt wirklich viel, wenn man gezielt bestimmte Sehnen und Muskeln trainieren kann. Vor allem kann man feststellen, daß es ein sogenanntes "Vorwärtskommen" gibt. An den ersten Tagen war es echt gruselig...nicht mal Gewichte aufgelegt und trotzdem nicht in der Lage, an den Seilzügen zu ziehen (z. B.) Aber inzwischen bin ich bei bestimmten Dehnübungen schon bei 9 kg und total stolz drauf! Hinterher merkt man, daß es einem sooooooo gut tut!!
Ich würde allen raten, es einfach mal auszuprobieren, vor allem zum Winter hin, wenn man nicht mehr so viel draußen machen mag....
Herzliche Grüße
niwi

von niwi - am 27.08.2003 19:21
Hallo niwi

Bei der VdK gibt es keine Sperrfrist, bei meine 1 Beratung habe ich auch das Beitritt Formular ausgefüllt.
Was du da alles schreibst ist ja schlimm. Die Probleme hatte ich Gott sei Dank nicht. Mein Hausarzt hat für mich eine Langzeitverordnung ausgestellt, für Massagen, Wärme und Bewegung. Die Praxis kann das so umsetzen wie es mir geht. Diese Bescheinigung muste ich von der Krankenkasse unterschreiben lassen, seit anfang des Jahres mach ich das jetzt und kann immer wieder eine Bescheingung holen bei mein Hausarzt über 10 Behandlungen. Zweimal in der Woche bin ich jetzt in Behandelung. Es tut mir sehr gut und es ist auf mich eingestellt, wenn ich wieder viele schmerzen habe, lasse ich dann nur Wärmer verabreichen.
Si niwi ich hoffe du hast jetzt mehr erfolg.

Viele Grüße

Germaine.

von Germaine - am 01.09.2003 17:46
Hallo niwi,

als Nachtrag zu allem, was ich bisher geschrieben habe, muß ich wohl noch erwähnen, dass in einigen Regionen Deutschlands die Situation derzeit so ist, dass die Kostenträger nach Belieben geltendes Sozialrecht mit Füßen treten können, da die zuständigen Sozialgerichte völlig überlastet sind, teilweise Ausgabenstopp herrscht, also die Situation an den Gerichten sich auch nicht bessern wird und mit Laufzeiten von zwei bis drei Jahren gerechnet werden muß, bis nach Einreichen einer Klage ein Verhandlungstermin angesetzt werden kann.

Monika

von Monika D. (Admin) - am 02.09.2003 09:31
Hallo Niwi

Hier kann ich Monika nur Recht geben. Ich bin nun seit 2 Jahre am Sozialgericht und habe seit mein letztes Gutachten in Februar 2003 nichts mehr gehört vom Gericht. Das Gericht hat 2 Gutachten bestimmt Neurologe und Orthopäde. Der von der VdK sagte mir vorige Woche, er hätte jetzt ein Fall abgeschlossen nach 5 Jahre, jedoch Negativ für den Patient. Es ist ein Jammer was mit uns gemacht wird. Aber wie heißt mein Spruch "Kopf hoch und Lächeln".

Gruß

Germaine

von Germaine - am 02.09.2003 19:28
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