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Fibromyalgie - medizinische Fragen
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Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Monika Draga (Admin), Gabi, Karin-Nana, nofre, monika Knierim, Erleuchtung?, Gitta, Isa, Email-Mitteilung

Re-Importe ... wer hat Informationen darüber?

Startbeitrag von Gabi am 21.08.2001 16:32

Hallo Ihr Lieben,

als ich heute in die Apotheke ging, um mein Rezept für Saroten einzulösen, staunte ich nicht schlecht. Die Dame legte mir eine Packung vor die Nase mit kyrillischen Buchstaben (irgendwann konnte ich die sogar mal lesen), ich fragte sie, was das bitteschön ist. Sie meinte, es wäre ein Re-import. Ah ja... nun fragte ich genauer, was sie veranlaßt, mir das zu geben und was das Wort überhaupt beinhaltet.

Re-Importe so die Dame aus der Apotheke, sind Medikamente, die wieder - vielleicht aus steuerlichen Gründen - zurückkommen nach Deutschland (da ich keinen Hinweis auf der Packung nach der Haltbarkeit gefunden habe, war ich da schon mal skeptisch, welchen Weg die Packung schon zurückgelegt hat) und deshalb seien sie kostengünstiger, obwohl mit selben Wirkstoff, den ich allerdings auch nicht finden konnte ...

Merkwürdig nur - das ich das selbe hätte zuzahlen müssen, wenns doch billiger war - wie dem auch sei, sie wollte mich überzeugen, dass zu nehmen, da Apotheken vermehrt von den Kassen aufgefordert wären, diese Re-Importe zu benutzen und sie schon so einen Stapel von Regressfällen von den Kassen - sie spannte die Hände weit auf - da hätte...

Nachdem ich sie fragte, ob sie von meiner Kasse auch Regressfälle hätte und ihr sagte, dass ich da erstmal nachfragen würde - gab sie mir dann das Original...

Ich bin jetzt leicht durcheinander. Ich werde mich natürlich auch bei meiner Kasse informieren, frage aber auch an dieser Stelle nach. Wer weiß etwas darüber?

Liebe Grüße

Gabi

Antworten:

Wie kann die gesetzliche Krankenversicherung von preiswerteren Re-Importen profitieren?

Die sogenannte Re-Import-Förderklausel, die die alte Bundesregierung aus dem Gesetz gestrichen hatte, wird wieder in das Sozialgesetzbuch aufgenommen. Danach sind die Apotheken verpflichtet, preisgünstige parallel- und re-importierte Arzneimittel abzugeben.

Diese Arzneimittel mit identischen Wirkstoffen (sie werden zum Teil sogar bei uns hergestellt), liegen aber im Preis deutlich unter den deutschen Preisen. Der dadurch ausgelöste Preiswettbewerb führt letztlich zu Einsparungen bei den Krankenkassen.

Damit die Patientinnen und Patienten nicht unnötig lange auf notwendige Medikamente warten müssen, wird die praktische Umsetzung in einem Rahmenvertrag geregelt.
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Dieser Text ist an verschiedenen Stellen im WWW zu finden. Die Frage der Vernunft stelle ich mir erst gar nicht, warum hierzulande hergestellte Produkte erst mal ein paar tausend km reisen müssen, um dann ohne in unserer Sprache lesbare Information hier zu billigerem Preis unters Volk gebracht zu werden, als es auf kurzem Wege möglich gewesen wäre.

Warum diese Regelung nun auch noch bei den allerbilligsten Wirkstoffen angewandt wird, das läßt mich doch an Manchem zweifeln!

Der Wirkstoff Amitriptylin ist in 25 mg-Dosierung in Deutschland von ca. 10 verschiedenen Pharma-Unternehmen als Monopräparat zu haben. Mal als Tablette, mal als Dragee, mal als Retardkapsel. Die Preise für je 100 Stück bewegen sich zwischen DM 21,15 und über DM 30,-.

Von Gabi weiß ich aus einem anderen Beitrag, dass sie 25 mg/Tag nimmt, ausnahmsweise auch mal 50 mg. Also kann man davon ausgehen, dass ihr so eine 100er Packung volle drei Monate reicht. Ihre Zuzahlung beträgt DM 10,- bei dieser Packungsgröße. Bleibt für die Krankenkasse ein Kostenanteil von aufgerundet 12 DM, wenn ein preisgünstiges Präparat vom einheimischen Angebot genommen wird. 12 DM, die einmal alle drei Monate anfallen, also 4mal pro Jahr, macht für ein Jahr 4x12= 48 DM.

Nun rechne man mal nach, was es kostet, wenn sich ein Sachbearbeiter drüber hermacht, die Rezepte zu kontrollieren, vielleicht hier und dort wirklich einen Wirkstoff findet, der nach dem Umweg über Sibirien hier billiger zu haben ist. Vielleicht sogar um ungeheuerliche 30 % billiger - wer weiß? Dann würde die Packung statt 21,15 nur noch 14,80 DM kosten. DM 10 ist immer noch der Zuzahlungsanteil, bleiben für die Krankenkasse noch 4,80 viermal im Jahr, also kommt es zu einer Einsparung für die Kasse um DM 28,80 pro Jahr! Wie lange darf sich dafür ein Sachbearbeiter wohl damit befassen, wenn man alles zusammenrechnet: die Lohnkosten, die Lohnnebenkosten, die Raumkosten, Materialkosten für die Korrespondenz usw.? Aber:
Hauptsache, es wird gespart - koste es was es wolle!!!!

von Monika Draga (Admin) - am 21.08.2001 17:48
Hauptsache es wird gespart... ja Monika, erstmal danke für die Information, dass es tatsächlich so ist, das Apotheken dazu angehalten werden. Ich habe leider heute meine Kasse nicht erreicht, versuche aber morgen noch mal anzurufen - allerdings weiss ich von der BKK das sie sehr wirtschaftlich arbeitet... ich kann mir so einen Schwachsinn einfach nicht vorstellen - gerade eben bei Saroten...

Mal was anders: Eigentlich müßten die Reimporte viel teuerer sein: Die Packung ist vielleicht von Deutschland in die Ukraine gereist und kam dann zurück - wieviel Transportkosten macht das wohl, mal davon abgesehen: Warum müssen wir so unsere Umwelt belasten wegen ca. 50 DM Einsparung bei den Kassen im Jahr?

Das macht doch dann schon irgendwie wütend...

von Gabi - am 21.08.2001 18:19
Liebe Gabi,

bitte rege Dich nicht auf! Sonst brauchst Du nur noch mehr Medikamente. Und dann müssen die Krankenkassen noch mehr sparen und wer weiß, wo das dann noch hinführt. Am Ende finden die noch raus, dass es billiger ist, chronische Schmerzpatienten auf Mallorca zu versorgen als in Deutschland und wir werden alle zum Auswandern gezwungen, weil, na ja, weil, weils dort halt billiger ist.

Würde doch passen zu den Plänen, die frei Arztwahl abzuschaffen.
"Nach dem Plan der SPD-Spitzen sollen sich die Krankenkassen künftig aussuchen dürfen, welche Kliniken, Ärzte und sonstigen Leistungsanbieter ihre Versicherten behandeln. Versicherte, die sich verpflichten, nur noch Vertragsmediziner der eigenen Kasse aufzusuchen, könnten nach Angaben von Landesminister Gerster damit rechnen, dass „der Beitragssatz um etwa ein bis zwei Prozentpunkte“ sinkt. Für einen Durchschnittsverdiener und seinen Arbeitgeber bedeutet dies eine mögliche Entlastung von bis zu 1100 Mark im Jahr."
Quelle: © DER SPIEGEL 34/2001

Eine Meldung, wann endlich mal Diagnoseautomaten aufgestellt werden, die man bei Bedarf anpinkeln kann und die dann ohne zu jammern und zu klagen das zugehörige Rezept auswerfen und auch gleich den Pharma-Hersteller informieren, um die Lieferung aus der Transportschleife über Sibirien zu ordern, eine solche Meldung habe ich bei allem Bemühen noch nicht gefunden. Aber ich bin sicher, es wird nicht mehr lange dauern ...

Monika

von Monika Draga (Admin) - am 21.08.2001 20:25
hallo an alle,

...
sorry - musste mich gerade sammeln und wieder auf den Stuhl hochrappeln - bin nach Monikas letztem Beitrag vor lauter Lachen untern Tisch gekullert. Kann jetzt noch kaum schreiben *lol*
Diagnoseautomaten zum Anpinkeln!
Ich glaube ich kann's mir in nächster Zukunft nicht verkneifen diesen Vorschlag an dementsprechender Stelle mal einzureichen - hab mir das bildlich vorgestellt...
Das wäre dann vielleicht eine Umweltverschmutzung!! Aber so eine Maschine hat gegenüber einem menschlichen Doc ganz klare Vorteile.
Tut mir leid, aber das übermässige Lachen beansprucht wohl meine ganzen Hirnkanäle. Falls das mit den Diagnoseautomaten jemals getestet werden sollte - ich stelle mich sofort als Freiwillige zur Verfügung!

Wünsch allen viel Humor in unsrer "kranken" Welt - man kann ja wirklich oft nur noch drüber lachen!
Grüsse

Isa

von Isa - am 21.08.2001 22:14
Hallo ihr Lieben,
laßt uns doch einen Verein gründen "Alle Macht den Pinkelautomaten". Wir würden sicher eine Menge Mitstreiter bekommen.
Gabi, du kannst übrigens die Re-Importe trotzdem unbesorgt nehmen. Du brauchst dir keine Gedanken über Haltbarkeitsdatum etc. machen. Nur geprüfte Medikamente dürfen in Deutschland in den Apotheken vertrieben werden. Ich kaufe schon seit etlichen Jahren Re-Importe (z.B. früher die Pille, die viel billiger war oder auch freie Medikamente). Meistens kamen diese Medikamente aus Spanien, Belgien, Holland oder ähnlich zurück, so dass auf der Packung zumindest das Haltbarkeitsdatum zu lesen war. Außerdem ist die Apotheke verpflichtet, dir einen deutschen Beipackzettel zu den Medikamten dazu zu geben.
Über den Sinn oder Unsinn dieser Re-Importe, was die Kosten angeht, kann man eigentlich nur brüllen vor Lachen (oder vor Wut - wie man es nimmt).
Karin

von Karin-Nana - am 22.08.2001 07:58
Also nicht dass hier jemand glaubt, ICH hätte den Pinkeldiagnoseautomaten erfunden, nein, ich habe nur ein gutes Gedächtnis für skurile Nachrichten, wie etwa diese:

"...Dagegen sind das Schlafzimmer und das Bad zum Ort der Gesundheitskontrolle umfunktioniert. Mit einem portablen Gesundheits-Kontrollgerät können sämtliche wichtigen Daten vom Blutdruck bis zum Puls geprüft werden. Auf der Toilette funktioniert die Klobrille als Waage. Sensoren in den Armlehnen messen das Körperfett. Der Urin wird im Klobecken automatisch auf den Zuckergehalt analysiert.
Statt den Arzt aufzusuchen, loggt man sich in einer Praxis ein. Für einfachere Fälle gibt der Arzt am Bildschirm Auskunft und verschreibt Medikamente, die per Kurierdienst geliefert werden. Wer eine Diät machen muss, dem programmiert der Arzt die Menüvorschriften direkt in den Mikrowellenherd. «Dieses System ist besonders für ältere Menschen geeignet», sagt Matsushita-Sprecher Yoshihiro Kitadeya. In Japan, wo nach dem Jahre 2010 rund ein Drittel der Bevölkerung über 65 Jahre alt sein wird, wittert der Konzern mit solchen Geräten ein lukratives Geschäft. In Zusammenarbeit mit dem Spital Kyushu in Südjapan beginnt im Juli der erste Probelauf mit dem Gesundheits-Kontrollgerät für ältere Patienten mit chronischen Leiden, die zu Hause leben. Damit ist eine der wichtigen Anwendungen aus dem Zukunftshaus schon auf dem Weg zur Kommerzialisierung. Andere werden folgen. Das Projekt ist so angelegt, dass einzelne Elemente relativ schnell realisiert werden können. Noch fehlen in Japan für eine schnelle Verbreitung aber die leistungsstarken Glasfaserkabelnetze für die Übermittlung von grossen Mengen von Daten...."
Quelle: [www.facts.ch]

Dass es dabei nicht nur um Utopie geht, entnehme man der folgenden Meldung, die aus den Japan Medical News, No.54, Ocober 6~12, 2000 stammt:
"CB System Kaihatsu (development)(Fax: 03-5241-6360) developed an automatic health-check system for the aged. Below the mattress, a special air sheet connected with a sensor is placed. By detecting changes in air pressure and pattern of the air sheet, it can check pulsation, number of respiration, time when he/she went to bed, among others, which are transmitted automatically to the care center via telephone line." - Der Spion unter der Matratze meldet dem Arzt automatisch, wann sein Patient sich in Bett legt, Puls- und Atemfrequenz.

von Monika Draga (Admin) - am 22.08.2001 10:03
Super - GRINS

Ihr habt Humor und das gefällt mir - aber um mal wieder auf den Kern der Sache zu kommen, ich habe heute meine Krankenkasse erreicht, hier die Informationen über Reimporte, die ich heute erhalten habe:

Die Kasse zahlen auch die Originale (wenn der Arzt das auf dem Rezept vermerkt), sind jedoch an Reimporten interessiert.

Wenn die Apotheke ein Reimport herausgibt, ist sie verpflichtet, einen lesbaren Begleitzettel mitzugeben. Weiter ist sie verpflichtet, mich über den Wirkstoff aufzuklären ,sie ist auch verpflichtet, wenn sie mir ein kostengünstiges Medikament gibt, dass z.B. mehrere Wirkstoffe hat - die abweichend sind - mich über Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten aufzuklären. Dies ist auch schriftlich zu vermerken, da ich - jetzt kommt es - wenn ich bei dem Reimport unerwünschte Nebenwirkungen habe - das ich das Reimport bzw. günstigere Medikament eintauschen kann gegen das Original bzw.kostenintensivere.

Der gute Mann sagte mir auch noch, dass durch dieses neue Regelung ein Preiskampf auf dem Markt herrschen wird - und hier wurde seine Aussage diffus.... es wäre da noch was in gange, bzw. das letzte Wort ist hierbei auch noch nicht gesprochen.

Vielleicht wollte er ja andeuten, dass der Pinkelautomat schon irgendwo existiert und schon Feldversuche gemacht werden... Wir sollten uns wappnen und dafür kämpfen, dass in jeden Haushalt ein Miniformat des Automaten stehen muß - weil auf der Straße... also ich weiss nicht ... ;)

von Gabi - am 22.08.2001 14:13
Auch ein liebes Hallo von mir,
der Pinkelautomat ist doch okay, aber man muß gewiß darauf achten, das es der Mittelstrahl ist, der den Automaten trifft, zwecks gemnauer Diagnose.Männer haben es da dann gewiß einfacher als wir Mädchen. Ich habe gestern in den Nachrichten von dem Schwachsinn mit den Vertragsmedizinern gehört.
Ich habe mich vor Jahten schon aufgeregt, als ich in einer Krankengymnastik-Praxis als Bürokraft gearbeite habe, wie verschwendeisch die Krankenkassen sein können. Meine damaligen Chefs hatten mehrer Tenz.Geräte von Patienten "geschenkt bekommen, weil die Leute nach kurzzeiteigem Gebrauch festgestellt hatten das sie mit den teuren Geräten nicht zu recht kamen. Diese Dinger waren maximal zwei Monate alt.Die Kasse hat sie aber nicht etwa zurück genommen, nein die Patienten mußten sie behalten und möglichst in eine Ecke legen, denn es was anderen Patienten nicht zuzumuten dfiese fast neuen Dinger zu benutzen. Sie hatten damals einen Neuwert von ca 400,- DM. Ich habe schon als Kind gelrnt, das Kleinvieh auf dauer auch Mist macht, wenn man bedenkt, das es nur eine Praxis in einer nordhessischen Kleinstadt ist, rechnet das mal aufs Bundesgebiet hoch. Ich kenne mittlerweile viele Leute, die so ein Ding zu Hause haben und es nicht nutzen. Eine nachbarin von mir hatte sich beide Arme gebrochen, weil sie aber auf einen teuren Krankenhausaufthalt verzichtet, weil ihre Kinder noch sehr klein waren und eh eine Hilfe für den Haushalt kam, mußte sie die Haushaltshilfe selber bezahlen, dabei hat die gute Frau nur eine Bruchteil von einem Krankenhausaufthalt gekostet. Ich könnte noch viele Dinge aufzählen aber das lass ich dann lieber und warte geduldig auf die neuen Sparmaßnahmen, denn man gönnt sich ja sonst nix spannendes im Leben. Danke an Dich Monika, durch Dich wird einfacher alles zu verstehen :-). Ich bin schon froh diese Seure gefunden zu haben, denn ich merke jeden aufs neue, wenn ich mich hier durch lese, das ich doch nicht so eine Exotin bin, wie ich immer gedacht habe. So nun werden Buchstaben gespart, für einen neuen Eintrag, nicht das mir die Dinger irgendwann ausgehen, oder die schwarze Farbe *gg*
Gitta

von Gitta - am 22.08.2001 16:48

Zum Wiehern ....

Nicht ganz zum Thema Re-Importe, aber zum Thema Preisvergleiche und Überraschungen paßt Folgendes:

Unter Fibromyalgie-Betroffenen in den USA kreisen immer wieder Meldungen über einen Stoff als "Wundermittel" bei Fibromyalgie. Dr. Devin Starlanyl, eine selbst betroffene Ärztin, hat mal geschrieben, dass sie nie ohne einen Vorrat davon das Haus verläßt. Dabei handelt es sich allerdings keineswegs um eine geheimnisvolle Wunderdroge, sondern um etwas, das wohl jeder schon mal in einem Hustenmittel genommen hat. Es geht um einen schleimlösenden Wirkstoff mit dem Namen Guaifenesin, der, zusammen mit anderen Wirkstoffen, weltweit in zahlreichen Hustenmitteln enthalten ist.

Wie gesagt, gemischt mit anderen Wirkstoffen gibt es Guaifenesin in vielen Präparaten, aber Medikamente, in denen es als einziger Wirkstoff enthalten ist, muß man suchen.

Ich habe mich auf die Suche gemacht und bin in Deutschland, Österreich und der Schweiz fündig geworden. Mal als Tropfen, mal als Sirup, mal mit Alkohol, mal mit Zucker, in verschiedenen Variationen ist es auf dem Markt. Interessant sind die Preisunterschiede, die man eigentlich nur durchschauen kann, wenn man Wirkstoffkonzentrationen und Packungsgrößen berücksichtigt und auf den Preis für eine Einzeldosis zurückrechnet. Da kommt dann heraus, dass man für eine Erwachsenendosis in Österreich mit umgerechnet knapp 60 Pfennig und in der Schweiz sogar ab 50 Pfennig auskommt, während in Deutschland das billigere der beiden hier gehandelten Präparate schon fast DM 0,90 kostet das andere, dessen Hersteller ja auch noch die teure Fernsehwerbung bezahlen muß, über 1,70 DM, in der Schweiz umgerechnet sogar über 2 DM. Unterschiede bestehen bei den zugesetzten Konservierungsstoffen und Aromen.

Weil Surfen im Internet ungemein bildet und man Dinge erfährt, die man eigentlich gar nicht wissen wollte, kommt nun noch der Clou: Was für Menschen nur als Hustenmittel - und zwar ausschließlich als Hustenmittel (!) verkauft werden darf, wird bei Pferden, solange sie nicht für die Salami (sprich Nahrungsmittelproduktion) vorgesehen sind, als Muskelrelaxans eingesetzt.

Als ich vor einiger Zeit mal Husten hatte, habe ich es probiert. Natürlich das billigere von den beiden, die es in Deutschland gibt. In der Apotheke hatte man von diesem Mittel noch nie etwas gehört, der Arzt kannte es wenigstens noch aus seiner DDR-Heimat. Um die Wirkung auf die Muskelschmerzen zu testen, habe ich das, was ich sonst dagegen nehme, weggelassen. Ich habe eine deutliche Wirkung bemerkt, die allerdings langsamer bzw. später einsetzte, als nach der Einnahme von Mydocalm. Sobald ich den Husten los war, habe ich auch auf den "Likör" aus dem Spreewald (Hersteller: Spreewald Pharma) wieder verzichtet. Man sollte ihn auch nicht länger als zwei Wochen nehmen (steht in Deutschland auf dem Beipackzettel). Aber um während einer Erkältungsperiode mit Husten auch gleich noch etwas gegen Muskelschmerzen zu tun, würde ich es wieder nehmen. Aber dann lasse ich importieren .... auch oder gerade weil es die Krankenkassen nicht zahlen, weil ja so einfache Erkältungsmittel grundsätzlich selbst zu zahlen sind. Ob mir da die Apotheker allerdings noch gewogen bleiben, wenn ich mal für DM 5,98 Tropfen aus der Schweiz haben will, mal den Zuckersirup aus Österreich für DM 11,87, wenn der gleiche Wirkstoff, aber in vergleichsweise kleinerer Menge für DM 20,80 im Regal steht?

:rolleyes:

von Monika Draga (Admin) - am 23.08.2001 10:58
Hallo Monika
Ich habe ja schon lange nichts mehr von mir hören lassen. Jetzt muss ich dir doch mal wieder schreiben.
Ich habe gerade in deinem Forum die Einträge über Re-Importe gelesen. Ich möchte allerdings nicht offen im Forum darauf antworten, da man sich mit solchen Ansichten leicht unbeliebt macht.
Wie du ja von meiner Homepage weisst, habe ich selbst mal Medizin studiert ( auch wenns schon lange her ist ;-) ), ausserdem habe ich ein recht offenes Verhältnis zu meinem Hausarzt und mit ihm vor einiger Zeit auch schon mal über das Thema Re-Importe diskutiert. Er selbst verschreibt sie nur wenn er gar nicht anders kann. Denn er hält nicht viel davon. Es ist natürlich richtig, dass diese Medikamente in Deutschland hergestellt wurden (deshalb ja auch "Re-Import"). Allerdings gelten im Ausland, wo sie ja danach hingebracht werden, unter Umständen nicht so strenge Bestimmungen wie in Deutschland was z.B. Lagerung und Transport angeht. Für die meisten Medikamente ist das sicher auch ohne Bedeutung, aber z.B. Aerosole, Sprays und ähnliches können durch falsche Lagerung in ihrer Wirksamkeit eingeschränkt sein. Daher ist er besonders bei solchen Sachen gegen die Verschreibung von Re-Importen.
Was die Apotheke angeht, sie muss das herausgeben, was der Arzt verschrieben hat. Wenn auf dem Rezept nicht der Re-Import steht, ist es schliesslich nur für den Apotheker von Vorteil wenn er das billigere abgibt, aber bei der Kasse das Teurere abrechnet.
Liebe Grüße [Name]

--------------------------------------

Ich weiß zwar nicht, bei wem ich mich jetzt unbeliebt mache, aber die Mitteilung war ja wohl nicht nur für mich bestimmt, sondern als Beitrag zur allgemeinen Information und Diskussion.
Monika

von Email-Mitteilung - am 23.08.2001 12:15
Ersparnis durch Re-Import???

Gabi hatte hier ein Medikament genannt, das als einzigen Wirkstoff Amitriptylin enthält. 100 Stück à 25 mg von dem genannten Produkt kosten DM 30,06.
Re-importiert liegt der Apothekenverkaufspreis bei DM 27,04. ABER: Wer auf diesen Markennamen verzichtet und mal schaut, was andere Hersteller zu bieten haben (gleicher Wirkstoff, gleiche Packungsgröße), der hat SIEBEN verschiedene Produkte zur Auswahl, die alle weniger als DM 22,- kosten.

Wem nützen da also die Re-Importe? Nach meiner Rechnung bei diesem Beispiel auf jeden Fall dem teuersten Hersteller, der durch die Re-Importe seine führende Marktposition weiter festigen kann, obwohl die Produkte immer noch wesentlich teurer sind, als die von anderen Herstellern.

Muß ich das begreifen, warum ....? :confused:

Nachtrag: Wenn in Deutschland auch Arzneimittel für Menschen (und nicht nur für Tiere!) zu einem ermäßigten Mehrwertsteuersatz (7 statt 16 %) zu haben wären UND eines der preisgünstigen Produkte eingesetzt werden würde, dann könnte die Einsparung mehr als 10 DM, d.h. als mehr als ein Drittel des Gesamtpreises und mehr als die Hälfte des von der Krankenkasse zu tragenden Anteils ausmachen.
:confused: Monika


von Erleuchtung? - am 23.08.2001 14:09
Wußte gar nicht, dass unsere Themen so "heiß" sind, daß wir anonym schreiben müssen!
Karin

von Karin-Nana - am 23.08.2001 15:39
das wundert mich auch, Karin ...

von nofre - am 24.08.2001 06:45

KEINE Bestechung!

Wem angesichts meines Rechenspielchens "krumme" Gedanken gekommen sein mögen, den kann ich beruhigen: Bestechung von Ärzten durch die Pharma-Industrie, das gibt es nicht! Das geht ganz klar (?) aus einer Meldung im Deutschen Ärztenetz vom 20.08.2001 hervor:

BKK: KV unternimmt nichts gegen Pharma-Bestechung - KV Berlin geht gegen BKK-Chef vor
Die KV Berlin wehrt sich gegen BKK-Vorwürfe, sie unterstütze stillschweigend die Bestechung von Ärzten durch die Pharma-Industrie, und hat juristische Schritte gegen den BKK Berlin-Chef eingeleitet.

Die KV Berlin hat juristische Schritte gegen den Vorstandsvorsitzenden der ehemals landeseigenen BKK Berlin, Jochem Schulz, eingeleitet. Schulz wurde aufgefordert, seine presseöffentliche Behauptung, die KV Berlin unterstütze stillschweigend die Bestechung von Ärzten durch die Pharma-Industrie, umgehend zu widerrufen. Sollte Schulz dieser Aufforderung nicht nachkommen, wird die KV den Kassenchef gerichtlich belangen.

Schulz hatte in einer Presseerklärung vom 17.8.01 Bestechungsvorwürfe gegen die pharmazeutische Industrie erhoben und die Kassenärztliche Vereinigung Berlin der "stillschweigenden Unterstützung" bezichtigt. Die KV Berlin weist derartige Vorwürfe entschieden zurück. Selbstverständlich duldet sie keine Verordnungen, die in irgendeiner Weise durch Geschenke und andere Vorteilsversprechen von Pharma-Vertretern beeinflußt werden. Sie betrachtet es jedoch als wenig hilfreich, daß der BKK-Chef durch Pauschalvorwürfe einen ganzen Berufsstand in Mißkredit zu bringen versucht. Schulz soll konkrete Fälle namentlich benennen. Nur dann kann die KV Berlin oder auch die Ärztekammer Berlin mit den ihnen gebotenen juristischen, disziplinarischen und berufsrechtlichen Mitteln gegen solches Fehlverhalten von Ärzten vorgehen.

von Monika Draga (Admin) - am 26.08.2001 09:26

Re: Zum Wiehern ....

Habe heute alles zum 1.Mal gelesen. ist ja der Hammer, aber ähnliches habe ich auch erlebt. Werde euch bald berichten, wie es mir, meiner Mutter nebst, Kind ergangen ist. Haltet die Ohren steif - Monika K. die Zweite

von monika Knierim - am 03.09.2001 19:06
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