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Informationen zum Thema:
Forum:
Fibromyalgie - medizinische Fragen
Beiträge im Thema:
6
Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Monika D. (Admin), oliverxyl

Lyrica und Tinnitus

Startbeitrag von oliverxyl am 01.01.2005 12:58

Im Forum habe ich gelesen, dass es hoffnungsvolle Berichte über eine Lyricabehandlung bei Tinnitus gibt. Wer kennt solche Berichte, wer hat weitere Erfahrung. Als Betroffener interessiert mich das sehr.

Antworten:

Hallo Oliver,

leider kann ich Deine Hoffnung noch nicht so ganz nachvollziehen. Ich habe bei meiner Suche keine entsprechende Studie für Pregabalin bzw. Lyrica gefunden. Vielleicht hast Du das, was ich mal über Gabapentin geschrieben habe aufgeschnappt? Da gab es ja mal Hoffnung, aber das war letztlich wohl doch nichts.

Ich kann Dir in anderer Weise allerdings vielleicht doch Hoffnung machen. Vor einigen Jahren ging es mir durch plötzlich einsetzenden Tinnitus ziemlich mies und ich habe genauso nach Hilfe gesucht wie Du jetzt. Geholfen, mich mit dem Rauschen etwas zu arrangieren, haben mir viele verschiedene Dinge, jedoch keine Medikamente.

Wenn es Dich interessiert, schreibe ich ein andermal gerne mehr darüber. Evtl. auch etwas über meine Erfahrungen in einer Klinik, die als renomierte "Tinnitus-Klinik" gilt.

Alles Gute,
Monika

von Monika D. (Admin) - am 02.01.2005 11:17
Hallo Monika,
vielen Dank für deine Antwort. Seit 4 Monaten habe ich jetzt Tinnitus und ich habe schon viel ausprobiert. Aber man wird ja ziemlich allein gelassen, und man möchte natürlich alles tun um das Geräusch zu mindern. Für einen Rat von Dir wäre ich wirklich dankbar, insbesondere deine Erfahrungen in einer Tinitusklinik wäre für mich wichtig. Habe mich schon in Bad Arolsen ambulant vorgestellt, weiß aber noch nicht, ob ich eine stationäre Therapie durchführen soll. Viele Grüße Oliver

von oliverxyl - am 02.01.2005 16:14
Lieber Oliver,

bei Tinnitus, der "erst" seit vier Monaten besteht, bestehen noch größere Chancen, ihn wieder loszuwerden, als nach noch längerer Zeit. Also lohnt es sich, jetzt ohne zu zögern, z.B. eine stationäre Therapie in Bad Arolsen in Angriff zu nehmen. Ob der Tinnitus dadurch verschwindet oder nicht ist dabei nicht so absolut entscheidend. Eine von großer Kompetenz getragene Therapie zu machen kann Dir auf jeden Fall Sicherheit für Deinen persönlichen Umgang mit dem Problem geben und allein schon dies entlastet für die Zukunft.

Ich war leider nicht in Bad Arolsen, sondern in einer Reha-Klinik am Chiemsee. Ich war auch nicht in der akuten Phase (also nicht innerhalb der ersten sechs Monate), sondern kam erst nach fast zwei Jahren endlich in die Klinik. Und wieder mal hatte sich für mich der ganze schier unendliche K(r)ampf mit der BfA absolut nicht gelohnt, denn zum Abschluß konnten die Therapeuten nur bekennen, dass in der Klinik nur Anfängerprogramme geboten werden, ich aber durch Eigeninitiative schon längst darüber hinaus wäre und eigentlich "Oberstufe" gebraucht hätte.

Ich hatte, als es bei mir losging, glücklicherweise schon einige grundlegende Kenntnisse darüber, was Tinnitus ist bzw. wie die unsinnige Geräuschwahrnehmung zustande kommen kann. Ich war mir darüber klar, dass der Grad der Quälerei davon abhängt, wie erfolgreich sich das Tinnitusgeräusch im Bewußtsein breit machen kann. Deshalb habe ich schon sehr bald angefangen, ganz gezielt meine Aufmerksamkeit auf andere Dinge zu lenken. Da blieb mir zunächst fast nur der optische Kanal, denn nahezu alles andere, was ich sonst gerne gemacht hatte, verstärkte leider die Geräusche. Nach fast vier Monaten Ratlosigkeit und immer neuen Frustrationen kam mir ein altes Hobby wieder in den Sinn. Fotografie! Viele Jahre hatte ich überhaupt nicht mehr fotografiert, weil ich wegen der BWS-Schmerzen meine Kameraausrüstung nicht mehr tragen, die Kamara nicht mehr halten konnte. Der Tinnitus hatte mich eine gerade neu aufgebaute Erwerbstätigkeit gekostet und ich hatte keine Ahnung wie es weiter gehen würde. Deshalb war es eine schwere aber letztlich richtige Entscheidung, mein Sparbuch zu plündern und eine kleine, leichte, aber hochwertige Digitalkamera zu kaufen, die auch von der Bedienung her einige Ansprüche an mich stellte. So hatte ich eine neue Herausforderung, die mir bei der Suche nach Fotomotiven den Tinnitus piepegal sein ließ. Es lockte mich wieder nach Draußen und als ständige Begleitung gab es nun nicht mehr nur den nervigen Ton, sondern eben auch die Kamera und zu Hause am PC dann die Weiterverarbeitung der Bilder. Das war vor jetzt schon vier Jahren der erste wichtige Schritt aktiver Bewältigung der Situation.

Viele meiner Fotos geben übrigens eine Atmosphäre von Ruhe wieder, Ruhe, die ich in Licht, Wolken, Wasser und Landschaften finde.

Ich schreibe bei anderer Gelegenheit gerne noch mehr, aber jetzt will ich erst mal raus. Wenn Du bisserl neugierig bist, wo ich mir jetzt mal einfach über dem Alltag stehend einen Vorgebirgsbach um die Ohren rauschen lassen will, dann kannst Du ja mal hier gucken und mitraten.

Viele Grüße
Monika

von Monika D. (Admin) - am 03.01.2005 09:12
Hallo Monika,
vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht, es hat mir wirklich geholfen. Ich denke auch, dass man dem Tinnitus keine so große Aufmerksamkeit schenken darf. Das ist nur leichter gesagt als getan. Eine zeitlang war das Geräusch so laut als würde in meinem Kopf ein Elektromotor gestartet, dann ist es schon schwierig es wegzuhöhren. Inzwischen geht es mir auch schon besser und tagsüber höre ich es teilweise nicht mehr wenn ich abgelenkt bin. Im Moment treibe ich viel Sport und mache Entspannungsübungen, ich denke ich komme damit weiter.
Sich mit einem Hobby abzulenken ist bestimmt die richtige Idee. Bei dir hat das ja schon professionellen Charakter. Hobbys sind bei mir in den letzten Jahren sicherlich zu kurz gekommen. Job und Familie kosten Zeit und Energie.
Den Kurort mit dem 5Säulenbrunnen kenne ich noch nicht, werde ihn aber suchen.
Auch ich wohne in einem Kurort in Hessen und habe beruflich u.a. Mit der BWS zu tun. Wenn du möchtest schreib mir. Gruß Oliver

von oliverxyl - am 03.01.2005 13:56
Hallo Oliver,

inzwischen bin ich noch über eine andere Tinnitus-Klinik "gestolpert". Dort scheint es ganz gut zu sein. Und die Lage ist traumhaft und man kann auch über die BfA dorthin kommen. Ort: Bad Grönenbach - liegt zwischen Memmingen und Kempten.

Viele Grüße
Monika

von Monika D. (Admin) - am 11.01.2005 20:22
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