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Andy®, dr.yoghurt, pastperfect, sheltie, soulkitchen, Sheltie, manu, poerschie

scheiss fussball

Startbeitrag von manu am 28.06.2004 15:06

es kommt nichts mehr im fernsehen

der dorferfilm wird verschoben, weil die scheiss briten und portugiesen ihr scheiss elfmeterschiessen veranstalten

nur eins freut mich

das der orf die rechte fürs nächste jahr nicht mehr gekauft hat

Antworten:

Und?

Wie iss denn jetzt d1 Tipp für's Endspiel? :D

Andy®

von Andy® - am 28.06.2004 18:13

5:0

für österreich ;)

na, ich sag mal holland - tschechien 3:2

das is m1 tipp :D

von dr.yoghurt - am 29.06.2004 11:27

Re: 5:0

Schon 50 % falsch :D

Aber TschechienGriechenland kommt hin, weil die werden ja Meister

Andy®

PS: TschechienGriechenland - Portugal 3 2 : 1


Bisschen nachgebessert *g*

von Andy® - am 01.07.2004 06:31

dz

also nach dem 1. halbfinale hätt ich aber jetzt auch anders getippt :rofl:

die tschechen sind sehr stark, das stimmt. der trainer macht auch einen eindruck, als wenn er durch ncihts zu erschüttern wär. die holländer sind wieder mal weit gekommen, aber nicht ganz bis zum ende.

schade, dass die tschechen so stark sind, ich hätt gern noh einen krimi mit silver goals und 357 elfmeter gesehen :-/

tschechien portugal 3:0

von dr.yoghurt - am 01.07.2004 09:58

wie...

muss tschechien gar nicht mehr gegen griechenland spielen ?
oder war das schon ?

überhaupt, wenns um fußball geht, dann halte ich immer zu kamerun oder uruguay... :D drum ist die em auch das unnötigste, was die fernsehwelt zu bieten hat, denn kamerun und uruguay spielen da ya nicht mit :-(

von soulkitchen - am 01.07.2004 16:20

jungs

Zitat

muss tschechien gar nicht mehr gegen griechenland spielen ?
oder war das schon ?

... denken meist schon 1 Schritt weiter ...
Zitat

überhaupt, wenns um fußball geht, dann halte ich immer zu kamerun oder uruguay...

... und sind ausserdem realistisch :D

Andy®

von Andy® - am 01.07.2004 16:46

Stimmt,

... NACH den Finals sind Tipps irgendwie richtiger.

Trainer hin, Taktik her: der Milan Baros wird Griechenland & Portugal die Bälle genauso reinsemmeln wie schon Deutschland. Wer solche Stürmer hat, kann sich auch taktische Spielkonzepte leisten

O O O O O O T T O O O O O O ! ! !

Andy®


PS: Iss doch noch 1 schöner Fussball-Sred geworden, nä? :D

von Andy® - am 01.07.2004 17:04

uruguay

wurde ja schon mal weltmeister (ich glaub in den 50ern)

ich halt immer zu den außenseitern ... man könnte auch sagen, ich drück den favoriten die daumen, dass sie ausscheiden :D
außer brasilien ...

die griechen haben ja einen deutschen trainer, d.h. sie spielen nicht spektakulären fußball, aber wollen halt unbedingt weiterkommen *einfachnichtzustänkernaufhör* :D
und die tschechen sind sehr stark momentan - auch wenns noch 0:0 steht

aber in 4 jahren findet die em ja in österreich und der schweiz statt, d.h. da ist österreich fix qualifiziert und österreich bei einer em ist ja irgendwie auch exotisch :wirr:

von dr.yoghurt - am 01.07.2004 19:17

*looooooooooooooooool*

eigentlich hab ich das ja nur nochmal gelesen, weil ich was drunter schreiben wollt ...

:rofl:

sehr gelungen ! du hast es ja schon vorher gewusst, nicht wahr ? :D

die griechen sind wirklich in theutscher manier ins endspiel gekommen: spielerisch nix los, aber unbedingte willensstärke (furchtbar anzuschaun)
konsequent decken, bis der gegner verzweifelt, dann im taktisch richtigen moment zuschlagen, letzte sekunden der 1. hälfte der verlängerung, sodass der schlusspfiff unmittelbar drauf folgt.
auch wenn ichs dem außenseiter vergönn, weiter zu kommen, tun mir die tschechen leid. sie wären der würdigere finalgegner der portugiesen gewesen. ihr spiel war in vielen phasen dieser em eine augenweide, das der griechen glich eher rasenschach ... aber am ende zählt nur das ergebnis.

von dr.yoghurt - am 02.07.2004 07:50

Re: jungs

Zitat

jungs
... denken meist schon 1 Schritt weiter ...

... und sind ausserdem realistisch


so realistisch, daß sogar der erste schritt weiter in die falsche richtung gedacht war :D

von soulkitchen - am 02.07.2004 08:16

ich halt doch auch

immer zu den aussenseitern... oder findet er ned, daß es eine ganz schöne aussenseiter- überraschung wär, wenn uruguay oder kamerun bei der em gewinnen würden ? :D

nayo, aber im letzten spiel tschechien- griechenland, da war doch ganz klar griechenland der aussenseiter... wieso hat er dann da auf tschechien getippt ?
nur wegen dem deutschen trainer ?

von soulkitchen - am 02.07.2004 08:23

nuja,

... es tippt sich schon 1facher, wenn das Ergebnis bekannt ist :D

Ich weiss gar nicht, ob es "deutsche" Manier ist, mit 3 Manndeckern die gegnerischen Sturmspitzen zu neutralisieren. Ich find's eher 1 taktische Meisterleistung (Otto!), mit einer sonst relativ schwachen Mannschaft überhaupt im Turnier zu bleiben. Und auch mit etwas Glück, EINS unterscheidet die Griechen sowieso von den Deutschen: die Griechen schiessen nötigenfalls Tore ... ;)

Andy®

von Andy® - am 02.07.2004 20:33

Richtung

... Endspiel zu denken iss nicht falsch gewesen.
Richtung Uruguay dagegen schon.
Lerne demütig von den Jungs!

Andy®

von Andy® - am 02.07.2004 20:37

die tschechen

waren zwar favourit, aber die tschechen spielen so einen fußball, wo das wort "spiel" noch bedeutung hat. die griechen hingegen taktieren beinhart. der zweck heiligt die mittel. und diese technokratische art von fußball bestimmt halt seit den 90ern immer mehr den fußball. insoferne war das spiel der tschechen "außenseiterlike", das der griechen "favourite-like". da stellt sich der trainer in der pause vor die mannschaft und sagt mehr oder weniger: "burschn, wir brauchn den titel oder eich foin olln die eier o" - gut, is jetzt etwas dramatisiert - zugegeben :D

diese art des fußballs ist halt sehr effektiv, keine frage. ich will jetzt ga rnicht behaupten,d ass die deutschen auf diese art schon den einen oder anderen titel geholt haben (und wenn ich so dächte, würd ich das jetzt sicher nicht zugeben :D )

aber natürlich ist es in summe schöner, dass ein land wie griechenland im finale steht und nicht etwa italien, frankreich oder d ... äh dänemark ...
;-)

von dr.yoghurt - am 02.07.2004 22:41

nayoooo

so viel massel muss man aber auch mal haben, dass das tor praktisch mit dem schlusspfiff der ersten halbzeit der verlängerung kommt. *kopfschüttel*

aber wenn die deutschen statt 90 105 minuten gespielt hätten, wär ihnen vielleicht sogar noch ein 3. tor bei dieser em gelungen :D

von dr.yoghurt - am 02.07.2004 22:42

Mag sein,

... dass am Ende 1 bisschen Glück dazugehört, 1 Silvergoal zum Goldengoal zu machen. Aber die Tschechen hatten 90 min. lang ihre Chance, das Glück der Griechen durch eigenen Spielwitz zu neutralisieren. Okeee, das Ergebnis hätte auch andersrum lauten können - das tat's aber nicht.

Am Ende (oder fast) bleibt die Frage, warum das Endspiel eigentlich von 2 fussballerischen "underdogs" bestritten wird. Naheliegend ist die Antwort: weil die etablierten Mannschaften schlecht gespielt haben, zu einfallslos, zu lustlos, zu schematisch, zu wenig kämpferisch. Eine Schicht darunter: warum ist das so? Warum gelingt es angeblich so starken Ligen wie Frankreich, England, Deutschland oder Italien nicht, 11 Mann (oder wenigstens die Hälfte davon) auf den Platz zu stellen, die technisch brillianten Fussball mit Teamgeist und dem Willen zum Sieg verbinden? Mir scheint, dass in einem System von Transfermillionen und individueller Einkommensmaximierung die Verlockung, in einer Nationalmannschaft zu spielen, nicht allzu gross sein kann. Jedenfalls sind europäische Wettbewerbe wie Championsleague und UEFA mittlerweile netter anzusehen als dieses EM-Turnier.

Andy®


PS: Immerhin haben die Deutschen bei der EM mitgespielt; das kann nicht von allen zentraleuropäischen Ländern gesagt werden :D

von Andy® - am 04.07.2004 05:25

wär nicht der letzte satz

hätt ich bei so einer objektiven analyse schon an deiner staatswürgerschaft zweifeln müssen :D
ich steh ja irgendwie auf dieses ösi-dösi-gezänke beim fußball, da die stereotypien einfach unverkennbar sind, und zwar hüben wie drüben :rofl:

meine "theorie" zum schlechten abschneiden der "großen" ist, dass die lustlosigkeit auch daher rührt, dass diese im grunde nichts zu gewinnen hatten: die nationalen verbände, medien, eigentlich die ganze bevölkerung erwartet bei großereignissen, dass man gewinnt. kommt man dann nicht weit oder scheidet - wie die deutschen - am ende gar schon in der vorrunde aus - wie blamabel - wissen spieler, trainer, verantwortliche bereits im vorfeld, dass sie geprügelt werden.
zb die deutschen gehen doch unbewusst eigentlich bis zur 95.minute des spieles, in dem sie ausscheiden, immer davon aus, dass "sie" (das phänomen ist ja auch hinlänglich bekannt: "wir" sind meister, aber verloren hat nur die theutsche mannschaft :rofl: ) meister werden. und bis zur heim-wm in 2 jahren werden sie im geiste wieder davon ausgehen, dass sie im grunde eigentlich jetzt schon weltmeister sind :rofl:

was wär gewesen, wenn griechenland in der vorrunde ausgeschieden wär ? die mannen wären bei der heimreise dennoch triumphal bejubelt worden, dass sie überhaupt dabei waren. soviel ich weiß, hatten die die quartiere gar nicht so lange gebucht ... bei den großen is das wie ein arbeitsauftrag: wir müssen weit kommen, bei den kleinen ist jedes weiterkommen einfach eine freude. bei der heim-em in 4 jahren wird kein mensch - zumindest unter 3 promille :rofl: - ernsthaft erwarten, dass österreich da irgendwas gewinnen wird. bei uns denkt man sich eh schon seit jahren, schlimmer kanns ja nun eh nimmer werden (obwohls das dann aber doch immer wieder wird :rofl: ) wobei man allerdings auch ergänzen muss, sollte ö. mal weit kommen, würde das bei uns vermutlich zumindest teilweise auch benörgelt werden :rofl:

von dr.yoghurt - am 04.07.2004 11:56

hatte ich

Zitat

hätt ich bei so einer objektiven analyse schon an deiner staatswürgerschaft zweifeln müssen :D

... noch nicht erwähnt, dass Fussball-Sport mir im Grunde gleichgültig ist?
Das Nationaltheater darum find ich allerdings interessant - gemessen daran, dass 1 Grossteil der Leute sagt: nee, MEIN Kind soll nicht in diese Proll-Sportart. Das ist 1 Phänomen fast wie inner deutschen Politik: den Kohl hatte seinerzeit keiner gewählt und niemand weiss genau, wie der Schröder seine letzte(?! ;)) Wahl gewonnen hat. Hehehe, ich denk, so müssten Heiderländer das verstehen ... :D

Zitat

zb die deutschen gehen doch unbewusst eigentlich bis zur 95.minute des spieles, in dem sie ausscheiden, immer davon aus, dass "sie" (...) meister werden. und bis zur heim-wm in 2 jahren werden sie im geiste wieder davon ausgehen, dass sie im grunde eigentlich jetzt schon weltmeister sind :rofl:

Ich fänd's merkwürdig, wenn irgendeine teilnehmende Mannschaft von vornherein plant, in der Vor- oder Zwischenrunde auszuscheiden. Wär ich Trainer und würde ein Spieler solcherart an sich & dem Team zweifeln - er wäre sofort draussen: du ersteigst einen Berg nur, indem du den Gipfel erklimmst ;)

Andy®

von Andy® - am 04.07.2004 17:29

yoyo, aber

wenn man noch im tal steht, sollte man sich in gedanken mehr mit dem aufstieg als dem gipfel auseinander setzen, wenn man erfolgreich sein will.

Andy® schrieb:

Zitat

... noch nicht erwähnt, dass Fussball-Sport mir im Grunde
gleichgültig ist?
Das Nationaltheater darum find ich allerdings interessant -
gemessen daran, dass 1 Grossteil der Leute sagt: nee, MEIN
Kind soll nicht in diese Proll-Sportart. Das ist 1 Phänomen
fast wie inner deutschen Politik: den Kohl hatte seinerzeit
keiner gewählt und niemand weiss genau, wie der Schröder
seine letzte(?! ;)) Wahl gewonnen hat. Hehehe, ich denk, so
müssten Heiderländer das verstehen ... :D


na, ich bin auch nicht grad der klassische fußball-fan. aber nachdem das phänomen so viel emotionen freisetzt, kann ich mich dem auch nicht verschließen..

meinst du mit heiderländer das land der haiderwähler ? ich hab jetzt gegoogelt, weil ich erst dachte, das ist wieder so ein regionaldeutscher ausdruck der badner für die schleswig-hollsteiner oder der bayern für die nordrheinwestpahlen oder der oberbayern für die niederbayern *g*
nachdem ich nicht fündig wurde, nehm ich an, du meinst haider. 99 wars en vogue, fpö zu wählen, aber mittlerweile gibt das außerhalb kärntens kaum mehr jemand offen zu - in kärnten hingegen ghörts wohl schon zum guten ton :ko:

aber die spd ist ein schlechter vergleich, die kommen ja, wie die letzten wahlgänge zeigen, bei euch wohl auch auf bundesebene wirklich nicht mal mehr auf 30 % ...

von dr.yoghurt - am 04.07.2004 19:18

Dies

... ist 1 Fussballthread (siehe Thema *bg*) und es ging um das Phänomen, dass Fussball zwar kein Breitensport mehr ist, aber von der EM-Mannschaft trotzdem Weltklasseleistungen erwartet werden. So gewinnen letztlich die "hungrigsten" Teams, d.h. solche, die wirklich zum Gipfel wollen.

Naja, oder auffen Olymp :D

Lustige Diskussion jetzt übrigens: der Otto soll's nun auch für Deutschland richten.
Der Otto wär aber blöd, wenn er jetzt annehmen würde: 60 Mio. Kritiker und der aussichtlose Anspruch, ohne Qualifikationsspiel das nächste Turnier zu gewinnen, möglichst überlegen versteht sich.

Andy®

PS: das Googeln hätt's nicht gebraucht, oder? ;)

von Andy® - am 04.07.2004 21:47

lieber dr. yoghurt

hast du es immer noch nicht kapiert? typischer deutscher fussball ist ein klischee. gibt es gar nicht. es gibt keine deutschen tugenden. nichts dergleichen.
es gibt nur verschiedene fussballsysteme. und die einfachen sind oft die oft die wirkungsvollsten.
Ich bin ein wenig genervt von den
Äußerungen, Griechenland würde
unmodernen/unattraktiven Fussballspielen. Das klingt
wie das Fan-Gegenstück zu Spielern, die
ihre Leistung zu Prozentsätzen abrufen,
statt einfach alles zu geben.
Würde Griechenland tatsächlich veraltert
spielen, wären sie gar nicht bei der EM
dabei. Rehagel hat zum Beispiel seine
Taktik gegen Frankreich nicht auf
Platini oder Tigana abgestimmt. Sondern
auf Zidane und Henry.
Die ach so moderne Viererkette ist
sicher eine hübsche Taktik. Wenn man im
Devensivbereich Weltklassespieler hat
und absolut eingespielt ist. Ist dies
nicht der Fall, ist die Kette enorm
anfällig. Am ehesten ist die Viererkette
noch für Spitzenvereinsmannschaften
geeignet. Nationalmannschaften fehlt es
häufig daür an der nötigen
Eingespieltheit und auch Klasse. Während
dieser EM habe ich aber keine "moderne"
Mannschaft hinten sicher stehen
sehen.Alle haben hinten immer wieder
geschwommen. Deswegen war die Vorrunde
auch so Torreich. Toll für Griechenland,
wenn die Spitzenmannschaften ein System
spielen, dass sie nicht perfekt
beherrschen.
Der Abschuß war für mich
Frankreich-Griechenland. Da führen die
Griechen 1-0, haben Frankreichs System
weitestgehend lahm gelegt und was machen
die Franzosen? Weiter ihr System
abspulen bis zum bitteren Ende.
Flexibilität gleich null. Statt dessen
Flucht in Frustfauls. Zweifellos haben
die Franzosen die besseren
Einzelspieler. Aber auf die Idee zu
kommen, ihr System über den Haufen zu
werfen und in
Eins-Gegen-Eins-Situationen ihre
individuelle überlegenheit zu zeigen,
kamen sie nicht. Toller moderner
Fussball.
Rehagel und die Griechen haben
tatsächlich die Fragen beantwortet, die
der moderne Fussball von heute stellt.
Und die ganze Lächerlichkeit der
Systemgläubigkeit moderner,
selbstverliebter Fussballtrainer
offenbart.
Es ist schließlich so: Kannst du die
entscheidenten Spieler des Gegner per
Manndeckung ausschalten, die
Kopfballhoheit in beiden Strafräumen
herstellen und schnelle Gegenstöße an
den Außenlinien entlang starten, um von
der Nähe der Eckfahne aus in den
Strafraum zu flanken, dann bereitest du
jedem Gegner der Welt
Schwierigkeiten.
Und zum Thema Offensive: Griechenland hat in jedem Spiel mindestens ein Tor .
Gegen die verschiedensten europäischen Spitzenmannschaften. Weil sie keineswegs nur hinten drin standen.

von Sheltie - am 04.07.2004 22:01

lieber sheltie

ich bin kein fußballexperte, ich urteile da ganz subjektiv.
meine idealvorstellung von einem spiel wär wie ein gutes e-gitarrensolo: die spüieler wissen gar nicht, was sie tun, spielen nur instinktiv und schießen jede menge tore. sturmläufe am laufenden band, mal links, mal rechts. am besten 5:5 nach 90 minuten und dann ab in eine spannende verlängerung ...

ich weiß nicht, ob du schach spielst, aber wie die griechen fußball spielen, ist für mich halt wie so ein schachspiel, wo nach 20 zügen di edamen getauscht sind, keiner eine figur mehr hat und die bauern das spielfeld beherrschen, sodass man kaum irgendwo angreifen kann. der unterschied zum fußball ist, beim schach muss der gegner dann immer weiter ziehen. beim fußball bleibt diese standard-situation dann den rest des spieles bestehen, umso mehr, wenn man 1:0 vorne liegt.

ich sag ja nicht, dass die griechen es nicht verdient hätten. sie haben die portugiesen sogar 2x geschlagen bei dieser em. aber fußball, der mich begeistert, wars halt nicht. da gabs andere spiel bei der em, zb der tschechen, die dem eher gerecht wurden ...

von dr.yoghurt - am 04.07.2004 22:37

hätt ja sein können

irgendwo beim westerwald ein heiderländle (klingt irgendwie so schwäbisch :nuts: )

puncto rehagel wird jetzt in den nächsten tagen sicher auch eines zur glasklaren göttlichen (könig is er ja schon :D ) medialen bildzeitung-wahrheit werden:
mit rehagel als trainer wär deutschland LATÜRNICH europameister geworden :rofl:

von dr.yoghurt - am 04.07.2004 22:38

Re: lieber sheltie

Die Vorrunde war genial. Aber im K.O.-System gab es nur noch ein wirkliches Spitzenspiel. Ansonsten wars wie immer. Abwarten und schauen.
Zu einem geilen Fussballspiel gehören Taktik, Abwehr und Angriff. Ich finde es durchaus geil, wenn 1990 Guido Buchwald Maradona gar nicht erst in Ballbesitz kommen lässt oder 1988 Marco van Basten Jürgen Kohler doch entkommt und das entscheidende Tor für Holland erzielt. Ein Stürmer kann nur dann seine Weltklasse zeigen, wenn er gegen eine Weltklasseabwehr trifft.
Fussball ist eine Mannschaftssportart. Eine fast philosophische angelegenheit.
Die Anzahl der Tore ist für mich nebensächlich. Ich finde es ebenso attraktiv, wenn Griechenland die Franzosen geschickt "kalt macht", als wenn Brasilien 2002 mit ihrer spieltechnischen überlegenheit sich durchsetzt.
Ich fände es sehr spannend, Brasilien gegen Griechenland in einem K.O.-Turnierspiel zu sehen. Kann Brasilien auch gegen Griechenland zaubern, oder servieren die Griechen die Brasilianer mit Taktik und Geschick ab? Das sind spannende Fragen des Fussballs.

von sheltie - am 04.07.2004 22:55

ps lieber dr. yoghurt

mein beginn des postings von 00:01 ist etwas aggressive ausgefallen. tut mir leid. aber nach ca. 2 monaten, in denen man ständig überall irgendwas von deutschen fussballtugenden und ähnlichem liest oder hört (wie bei jedem turnier) kommt der punkt wo man es nicht mehr hören/lesen kann.

von sheltie - am 05.07.2004 05:21

lieber experte

Zitat

Ich bin ein wenig genervt von den Äußerungen, Griechenland würde unmodernen/unattraktiven Fussballspielen. Das klingt wie das Fan-Gegenstück zu Spielern, die ihre Leistung zu Prozentsätzen abrufen, statt einfach alles zu geben.

Das griechische Fussballspiel IST unattraktiv für den Zuschauer; in keinem Kommentar wirst du pure Bewunderung für die Eleganz der Spielzüge oder für die technische Perfektion der Einzelspieler finden. Aber es ist zweifellos effizient.

Aus der Sportpsychologie ist im übrigen bekannt, dass bei gleichwertigen Gegnern die mentale Vorbereitung eine entscheidende Rolle spielt. Die Vorstellung, dass ein erfahrener Spieler auf den Platz geht und unabhängig von der Bedeutung des Spiels und seiner individuellen Einstellung quasi hirnlos wie ein Aufziehspielzeug einfach alles gibt, ist absurd.

Andy®

von Andy® - am 05.07.2004 07:16

muss nicht sein können

Zitat

irgendwo beim westerwald ein heiderländle (klingt irgendwie so schwäbisch :nuts: )

Es gipt kein solches Ländle; Möchtegern-Haiders springen hier aussem Flugzeug.

Zitat

mit rehagel als trainer wär deutschland LATÜRNICH europameister geworden :rofl:

Das glaub ich erstmal nicht. Otto Rehagel hat bereits mehrfach bewiesen, dass er aus relativ unscheinbaren Spielerkadern homogene Mannschaften formen kann, siehe Bremen, siehe Kaiserslautern. Auch in Griechenland - verzeih die Blasphemie ;) - hat er einem Klümpchen Mannschaftslehm fussballerisches Leben eingehaucht; der gestrige Torheld sitzt sonst bei Werder Bremen auffer Ersatzbank. In München dagegen, unter sog. Stars, konnte er sein System nicht durchsetzen und es ist höchst fraglich, ob er als Trainer einer deutschen Nationalmannschaft genügend Freiraum bekommen hätte, um seinen Fussball spielen zu lassen.

Andy®

von Andy® - am 05.07.2004 07:57

Re: lieber experte

Jeder ist Fussballexperte. Das ist ja das geile an dem Spiel.
Bis auf das Spiel England-Portugal hat aber im K.O-System keine Mannschaft attraktiveren Fussball gespielt als die Griechen. Natürlich ist es attraktiv, wenn die Abwehrreihen schlecht stehen und Tore zulassen. Es ist aber kein Beweis für Klasse.
Ein Fussballspieler soll nicht hirnlos alles geben. Er kann auch mit Hirn alles geben. Aber er sollte sich nicht hinter Floskeln a la "wir konnten heute unser Potential nur zu 80% abrufen" verstecken.
Natürlich kann es bei einer Mannschaft aus den verschiedensten Gründen in einem Spiel nicht rundlaufen. Natürlich ist es möglich, dass einzelne Spieler einfach nicht ihren Tag haben und nicht ins Spiel finden.
Und natürlich kann eine Mannschaft an den eigenen Nerven scheitern.
Aber mir scheint es so, dass mittlerweile der eigentlich sehr einfache fussball extrem verkompliziert wird. Das beginnt schon bei diesen dämlichen Laktattests (oder wie die dinger heißen.) Thomas Helmer hat mal dazu gesagt, er hat nie verstanden, warum diese Tests durchgeführt werden, weil Fussballspieler gar nicht auf solche Werte hin trainieren. Völler war vor dem Turnier ganz begeistert von den sportmedizinischen Werten der deutschen Nationalmannschaft. Rehagel hat dazu schmunzelnt erwähnt, wenn er damals in Bremen nach solchen Werten aufgestellt hätte, hätte Völler nie gespielt.
Tatsache ist, dass die gesamte europäische Spitze nicht in der Lage war, die Griechen auszuspielen. Den Griechen gelang das umgekehrt allerdings durchaus. Und die Griechen haben gegen Tschechien und im Endspiel durchaus feine Kombinationen gezeigt und den Ball technisch gekonnt zirkeln lassen.

von sheltie - am 05.07.2004 08:08

Re: muss nicht sein können

Zitat

In München dagegen, unter sog. Stars, konnte er sein System nicht durchsetzen

interessant war doch gestern von beckenbauer zu hören, dass als seinerzeit die spieler von bayern münchen nur hörten, dass otto rehagel neuer trainer bei ihnen werden würde, das gejammer schon groß war. er wurde vorab bereits von den spielern dort abgelehnt. dass das keine fruchtbare basis für erfolg sein konnte, ist ja wohl klar...
noch interessanter zu erfahren wäre es gewesen, warum die spieler von bayern münchen otto rehagel nicht wollten.

von poerschie - am 05.07.2004 08:11

Selten ...

... habe ich zu dem Thema so viel Wahres auf einem Haufen gelesen.

:spos:

Am interessantesten wird es bei diesem Sport halt in der Meta-Ebene, wenn man in der Lage ist, ein Spiel (oder ein Turnier) zu "lesen".

Wer sich ein Spiel nur wegen technischer Kabinettstückchen anschaut, sollte besser in den Zirkus gehen. ;-)



von pastperfect - am 05.07.2004 09:27

einem Klümpchen Mannschaftslehm

*lol*

vor dem finale war er schon könig und jetzt hat er bereits gottähnliche fähigkeiten.

vermutlich liegts daran, dass sich die spieler bayerns selber königsgleich fühlen, da will man sich vermutlich nicht von "seinesgleichen" sagen lassen, wos langgeht ...

möllemann ist übrigens nicht mit haider zu vergleichen. wär haider ein möllemann, wär er sicher schon längst weg vom fenster. vielleicht ist er tatsächlich ein österreichisches phänomen. allerdings kann ich ihn mir zb in bayern auch gut vorstellen. wo wir schon mal grad bei bayern sind thematisch :D

aber dies soll trotzdem ein fußballsred bleiben, nichts anderes :nuts::wirr:

von dr.yoghurt - am 05.07.2004 10:01

jetzt komm mal runter

mann ;)

es gibt keine objektivierbaren kriterien, nach denen man ein fußballspiel beurteilen kann.

und fußball ist ganz zweifelsohne ein zirkus. 22 heinzis versuchen 90 minuten lang, die lederwuchtel unter die gegnerische teppichklopfstange zu drücken. ein pfarrer in kurzen hosen verteilt kärtchen an spieler.

und wenn dich das noch nicht überzeugt, guck dir mal das outfit der zuschauer an :rofl:

von dr.yoghurt - am 05.07.2004 10:12

Doyo, ...

... bleib bei deinem Leisten (was immer das auch sein mag). ;-)



von pastperfect - am 05.07.2004 10:21

die phantasie endet dort

wo das wahre (fußballer)leben anfängt oder was genau willst du damit zum ausdruck bringen ? ;-)

von dr.yoghurt - am 05.07.2004 10:33

Re: Selten ...

... kann 1 :spos: wesentliches zur Meinungsbildung beitragen :D

Andy®

von Andy® - am 05.07.2004 10:35

Reine Spekulation®

Zitat

noch interessanter zu erfahren wäre es gewesen, warum die spieler von bayern münchen otto rehagel nicht wollten.

Bayern München hatte schon immer 1 exzellente Ersatzbank. Vielleicht fürchteten die Stammspielerstars, dort auch mal Platz nehmen zu müssen ;)

Andy®

von Andy® - am 05.07.2004 10:39

Re: lieber experte

Zitat

Jeder ist Fussballexperte. Das ist ja das geile an dem Spiel. Bis auf das Spiel England-Portugal hat aber im K.O-System keine Mannschaft attraktiveren Fussball gespielt als die Griechen.

Ohne Kommentar

Zitat

Natürlich kann es bei einer Mannschaft aus den verschiedensten Gründen in einem Spiel nicht rundlaufen. Natürlich ist es möglich, dass einzelne Spieler einfach nicht ihren Tag haben und nicht ins Spiel finden. Und natürlich kann eine Mannschaft an den eigenen Nerven scheitern.

Und natürlich kann jeder sog. "Experte" die Medizin, die Psychologie und die Erkenntnisse aus 100 Jahren Sport ignorieren, um seine subjektive Spielsicht wenig überzeugend zu postulieren :D

Andy®

von Andy® - am 05.07.2004 10:49

Momentan

Zitat

vor dem finale war er schon könig und jetzt hat er bereits gottähnliche fähigkeiten.

... erinnert sich in Griechenland kaum noch jemand daran, dass vor Rehagel ein gewisser Zeuss auf dem Olymp sass ;)

Andy®

von Andy® - am 05.07.2004 10:56

Ausdrücken ...

... wollte ich, dass jemand, der sich das Thema Fußball als Vehikel aussucht, um nationalistische Spitzen gegen das Nachbarland loszulassen, gut beraten ist, wenn er sich im Vorfeld ein wenig mit den Hintergründen, den Mythen und der Philosophie des Themas auseinandersetzt. "Fever Pitch" von Nick Hornby wäre da beispielsweise eine geeignete Lektüre gewesen.

Ich z.B. kenne mich ÜBERHAUPT nicht mit der alpinen Skifahrerei aus. Aber anstatt über Leute zu schwadronieren, die auf zwei Brettern stehend einen kunstschneebeschossenen Berg herunterrutschen, schweige ich lieber. Auch dann, wenn alle Österreicher ausgeschieden sind. :D

Bitte nicht persönlich nehmen.



von pastperfect - am 05.07.2004 11:16

nationalistische spitzen

den vorwurf find ich interessant, da man mir in meinem umfeld vorwirft, bei "nationalistisch" geführten debatten immer die deutschen zu "verteidigen" ... " meine deutschen aus dem internet sozusagen :D

ich räume ein, dass ich mich einer gewissen provokation schwerlich entziehen kann, wenns um ein dermaßen existenzialistisches thema geht ...
aber es liegt mir eigentlich fern, die österreichische nation über die deutsche zu stellen ;-)

von dr.yoghurt - am 05.07.2004 12:08

Schwerlich

... können Zuschauer sich über qualifizierte Teilnehmer stellen :D

Andy®

von Andy® - am 05.07.2004 13:31

Re: lieber experte

Ich versuchs mal mit einem Fantasiegebilde, um dir meinen Standpunkt verständlich zu machen.
Du kannst Dir ne Weltauswahl aus derzeitigen spielern zusammenstellen, dir ein dir beliebiges trainerteam zusammenstellen und ganze herrscharen von Experten dazuholen, die die Medizin, die Psychologie und die Erkenntnisse aus 100 Jahren Sport berücksichtigen. die darfst du dann gegen meine aus dem jahr 1993 exportierte werder bremen-mannschaft spielen lassen. inklusive dem trainer rehagel und seinem assistenten kalli kamp. die berücksichtigen die erfahrungen aus 100 jahren fussball.
ich denke, der ausgang des spieles wäre ziemlich offen. auf jeden fall wäre bremen fitter, mental stärker und taktisch besser eingestellt :-)
ich bin jetzt kein rehageljünger. ich hätte auch andere trainer und mannschaften nehmen können (z. B. ernst happel und der hsv etc.)

von Sheltie - am 05.07.2004 19:53

Irgendwas

... wolltest du verständlich machen.
Aber was nur ... ? ;)

Andy®

von Andy® - am 05.07.2004 19:59

Also ich ...

... bin in Österreich bei meinen wenigen Aufenthalten eigentlich immer sehr freundlich behandelt worden, wenn ich mich als Deutscher geoutet hatte.

Zitat

..., da man mir in meinem umfeld vorwirft, bei "nationalistisch" geführten debatten
immer die deutschen zu "verteidigen" ... meine deutschen aus dem internet sozusagen :D

:eek:

Was issen das fürn Umfeld? Und wie läuft das ab?

Umfeld: "Die Deutschen san alle bled! Ihra Wüütschaft geht an Boch runta, arrogaand sans und unsare Berg mochens alweil kaputt!"

Doyo: "Naa, die san garned asoh. Des san Mönschn wia wir. Najaa, die maastn jednfolls"


;-)



von pastperfect - am 06.07.2004 09:52

was du meinst

Zitat

"Die Deutschen san alle bled! Ihra Wüütschaft geht an Boch runta, arrogaand sans und unsare Berg mochens alweil kaputt!"


sind eher die bayern :rofl:

gut, vielleicht noch die tiroler, die sind den bayern ja sehr ähnlich.
warst du schon mal in wien ? da redet man einen ganz anderen akzent. und berge haben wir hier auch ned sooo ;-)

vorausschicken möcht ich nochmal: es geht um den kontext fußball-em ;-)

das spielt sich in etwa so ab:
1. wiener: und ? wos glaubst ? wern de dädschn murgn weidakumman ?
2. wiener: no sicha, de mit ihrn glick !
3. wiener: i fircht a. kennan eh ned spün, oba de mit ihrn glick komman imma weida. und donn glaums wieda, se san de größtn, wos ?
4. wiener: jo fuachboa

da hab ich ja noch keinen grund zu widersprechen. das tu ich nur, wenns prinzipell wird, also zb
1 wiener: de debatn dädschn herst, de kennan ma übahaupt gstoin bleibn

daraufhin hab ich gemeint, dass es eigentlich genauso faschistoid bzw rassistisch ist, pauschal gegen alle deutschen zu hetzen wie gegen türkische, jugoslawische oder sonstige mitmenschen, worauf mir erwidert wurde, ich würd moralisieren :D

außerdem versuch ich, mit dem vorurteil "der deutschen" aufzuräumen, denn die gibts ja eigentlich nicht. einen bayer trennen welten von einem sachsen, hamburger oder westerwälder etc (wie ich mittlerweile - dank internet - ) weiß.

auch muss man dazu wissen, dass die wiener seele eigentlich gern über jeden und alles "matschkert" (=nölt) und sich selber dabei auch nicht auslässt. offen herziehen tut man aber kaum, das geschieht -typisch wienerisch - immer nur in abwesenheit der betroffenen, wir sind einfach verschlagene, hinterfotzige slawen ... und in der direkten kommunikation wiederum besteht gerade mit mittel- und norddeutschen das phänomen, dass alles, was ein wiener sagt, gleich, wie es auch gemeint ist, als "wiener schmäh" abgetan wird, d.h. es klingt für die betroffenen irgendwie drollig und daher wird angenommen, das kann ja eh nicks böses sein ...

das heißt aber nicht, dass die deutschen vom gros der leute hier wirklich abgelehnt oder gehasst werden. eigentlich ist es ein zeichen der anerkennung, denn nur, was uns irgendwie nahesteht, wird als ziel typisch wienerischer raunzerei auserkoren. also, um mit deinen worten zu tippen, das ganze bittschön nicht persönlich zu nehmen ...

von dr.yoghurt - am 06.07.2004 12:17
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