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yoghurtinator, p., soulkitchen, HrÖsterreicher, pastperfect, peh., herr yoghurt klaert auf, SheItie, kanndidat??, McFly auch..., the McFly theory

wahlen in d+ ö

Startbeitrag von soulkitchen am 12.09.2013 19:30

ich finde es immer brisant, wenn wahlen in österreich so zeitnah nach den deutschen wahlen stattfinden. ich weiß nicht, ob es nur eine von mir so gefühlte wahrheit ist, aber irgendwie sind die tendenzen oft gegenläufig, am extremsten zu erkennen am beispiel 1998/99: rot- grün in d -> schwarz- blau in ö :eek nachdems dann in d irgendwann wieder eine schwarze kanzlerin gab, konterte ö mit einem roten kanzler. allerdings ist hierzulande eine mehrheitsbildung links der mitte im gegensatz zu d sogut wie undenkbar. also bleibt eigentlich nur noch große koalition (könnte diesmal allerdings knapp werden mit der mehrheit) oder irgendwelche dreierkoalitionen, die alle irgendwie schauderhaft klingen. SPI-STRA-STRO ist eines der fürchterlichsten ungeheuer, das ein wahlkampf ye hervorgebracht hat :eek
überhaupt erstickt man hier schon in plakaten.
will sonst yemand was dazu sagen?
oder einen tipp abgeben, wie die wahlen ausgehen?

Die 50 interessantesten Antworten:

Wahltagsprognosen, find ich, sind inzwischen so langweilig geworden.
Ich ertrage das ganze Politikergewäsch ohnedies nicht mehr, mein Großvater brachte es schon in den 80ern auf den Punkt: "Alles Lügner, ich bin der einzig ehrliche !"

Interessanter finde ich da die Frage, was die Forenprotagonisten wählen werden.
Meine Einschätzung:

mcfly: Union
sheltie: Grün
pp: Wechselwähler, von daher schwer einzuschätzen
Eddie: SPD
mindbender: Piraten
Herr Ödschi: SPÖ
a.e.: Grün oder KPÖ
Ich werd voraussichtlich diesmal die Kommunisten wählen.

von yoghurtinator - am 12.09.2013 22:31
mc fly schätz ich eher so ein, daß er gar nicht wählt. zumindest dann nicht, wenn es regnet, bei mc donalds eine 1euro aktion ist, oder es die wiederholung eines spiderman films im fernsehen spielt (bzw. eigentlich schaut er den wahrscheinlich eh auf blueray)

ansonsten: yo, ich bin eine kpö-grüne wechselwählerin, diesmal werd ich allerdings zähneknirschend wieder mal grün wählen (die letzten male immer kpö), weil ich vermute, daß die stimmenmehrheit für spö+övp flöten gehen könnte, und ich denk, daß es in dieser situation gut wäre, wenn die grünen möglichst stark dastehen. es wäre ausserdem absolut peinlich, wenn die grünen nicht deutlich vorm stronach liegen. :eek:

von soulkitchen - am 13.09.2013 18:56

ach so

:cool:
ich bin aber überrascht, wie viele parteien es in d gibt-
partei bibeltreuer christen :hammer:
rentnerpartei :keppel:
die violetten :haare:
partei der vernunft :braue:

@a.e. vielleicht sollten wir doch keine sekte gründen, sondern eine partei :keck:
partei zur förderung innerschizoider und botanomistischer lebensformen. im parteiprogramm ganz wichtig: adoptionsrecht + ehegattensplitting nicht nur für hetero- und homosexuelle paare, sondern auch für singles, pflanzen, kroitlein und multinicks. jedem schizofisch seinen eigenen internetzugang.

von soulkitchen - am 13.09.2013 19:31

Die Grünen

Auch die österreichischen Grünen sind bürgerlicher geworden, allerdings nicht in Konkurrenz stehend mit dem Union-gegenstück, der ÖVP. Die viel zitierten "Bobo"-wähler (bohemian burgeouise) findet man zB in innenstädtischen Dachterassenwohnungen. Sie sind politisch korrekt, tief betroffen und selbstverständlich gendern sie.

Was mich vor allem stört, ist die zunehmend floskulierende Sprache, die sich diesbezüglich schon sehr den andern Parteien angenähert hat. Die meisten, die früher Klartext geredet haben, hat man inzwischen rausgeekelt.

Den Link zur Wahlkabine hat a.e. eh schon gepostet.

von yoghurtinator - am 13.09.2013 19:46

Re: ich!

Das ist der Vorteil bei euch: Da gibts eine ganze Menge Kleinstparteien, die man wählen kann.
Find ich cool, dass es in Deutschland auch eine österreichische Deutschlandpatrei gibt :spos:Scheinen so eine Art Grüne - back to the roots zu sein.
Als ich 18 war, gabs auch Wahlen, aber damals gabs noch die Stichtagregelung und so durfte ich, obwohl ich Ü18 war, noch nicht wählen gehen. Wie toll war damals das Gefühl noch, wählen zu gehen. Inzwischen muss ich mich schon regelrecht zwingen.

von yoghurtinator - am 13.09.2013 20:02

innerschizoide Parteigründung

"Partei zur Förderung alternativer Gehirnnutzung" - PZFAG
oder "Bündnis zur Förderung alternativer Gehirnnutzung" - BZFAG
Quasi das Gegenstück zum BZÖ - BZFAG bzw BZ-fuck :D

Stell mir grad die hochkochenden Emotionen bei FPÖ- oder BZÖ-wählern vor, wenn dann bei einer der Wahldiskussionen gefordert wird, dass jeder Schizo ein gesetzlich verankertes Recht auf ein bedingungsloses Grundeinkommen kriegen soll. Oder für jeden Schizo eine Wählerstimme bzw für alle Schizos, die sich grad über 16 bzw 18 fühlen.

von yoghurtinator - am 13.09.2013 20:07
http://www.nationalratswahl.at/umfragen.html

Die NEOs könnten das Zünglein an der Waage werden, sodass sich SSS grad nicht ausgeht. Ansonsten schauts nämlich sehr dnach aus, auch, wenn man das gestrige gegenseitige Bewerfen mit Wattebällchen zwischen Strohsack und Hatze verfolgt hat.

Eine wirklich gute & bissige FPÖ-satire ist übrigens die "Blutgruppe HC negativ":
https://www.facebook.com/HCStrache.negativ?ref=stream&hc_location=stream
Man kann das, glaub ich, eh auch ohne FB-account anschaun.

von yoghurtinator - am 13.09.2013 20:28

Re: oh my gooood:pehknackt:

du kannst deine positionen yo mit denen der parteien vergleichen. was du rechtes angeklickt hast würd mich yo dann auch interessieren. bist du für das kreuz in schulen oder gegen die möglichkeit der künstlichen befruchtung für homosexuelle singlefrauen? ;-)
mich überrascht bei der wahlkabine auch immer wieder, daß meine aller- allerwenigste übereinstimmung nicht bei der fpö ist, sondern bei der övp. wahrscheinlich weil letztere für einen zwangsdienst für langzeitarbeitslose ist, und die fpö nicht.

von soulkitchen - am 13.09.2013 20:51

Re: also

So meinte ich das eigentlich auch. Falls es die Neos knapp schaffen, könnte das die Mehrheit für SSS noch knapp kippen, ansonsten seh ich da von der Wahlarithmetik her nicht mehr viel Hoffnung, in den meisten Umfragen sind sie ja gemeinsam deutlich über 50%. Und wer sagt, dass der "Spindi" nicht auch, wenn sich rotsschwarz ausginge, lieber auf SSS macht ?

Was mich ja trotz fortgeschrittenen Alters immer noch erstaunt, sind die Umfragewerte der Blauen. Man sollte sich ja eigentlich nimmer wundern, aber wie kanns nach all den gerichtsanhängigen Verfahren, nach dem, was in Kärnten aufgeflogen ist, wie kanns da immer noch so viele Depperte geben in diesem Land, die blau wählen ?

von yoghurtinator - am 13.09.2013 21:21

öhm

meinst du da jetzt meine eigene einschätzung, oder die positionen der parteien?
zweitere kannst du hier nachlesen: http://wahlkabine.at/nrw2013/standpunkte
für den zwangsdienst sind övp (definiert sich als konservative mitte), bzö (abspaltung der fpö, rechts)+ team stronach (kasperln). die fpö ist allerdings dagegen (würde wohl auch viele eigene wähler damit loswerden).
die mitte bis links parteien in ö (spö, grüne, kpö) sind alle dagegen.

von soulkitchen - am 14.09.2013 08:30

Re: öhm

övp ist fü mich gefühlt auch rechts. oder lieg ich da so daneben. aber die wurden mir auch vorgeschlagen und stronach.
viell. liegts am zwangsdienst - alles andere war mir egal (neutral). ich blick in eurer politik nicht mehr so recht durch seit ich mit herrn doyo nimmer auf der weide spazier.
z. b. diese 6. urlaubswoche kam mir komisch vor. haben bei euch alle arbeitnehmer gleich viel urlaub? nd es geht um eine woche mehr, nicht 1 tag? aber ich mein - wer ist da schon dagegen, mehr urlaub zu haben, außer doyo, der ja selbstständig tätig ist und quasi nie urlaub hat. und ihr bzw. irgendwelche parteien wollen den bundesrat abschaffen? sparmaßnahme oder was? ich muss mich wohl mal ösi-politisch fortbilden. :o

von p. - am 14.09.2013 08:54

Re: öhm

für mich ist die övp gefühlt auch rechts, in manchen fragen sogar rechter als die fpö :eek:
nayo, wenn du die meisten fragen mit neutral antwortest, dann ist das ganze natürlich nicht sehr aussagekräftig ;-) aber ich hab diesmal auch viele fragen nicht beantwortet, weil ich die fragen so zweideutig formuliert fand. z.b. : "Sollen Unternehmen öffentliche Förderungen nur unter der Voraussetzung erhalten, dass sie einen innerbetrieblichen Gleichstellungsplan von Frauen und Männern vorlegen?" ich meine, nur, weil man einen plan vorlegen kann, heisst das ja nicht, daß man diese pläne dann auch durchsetzt, bzw. manche firmen werden vielleicht keinen verschriftlichten plan haben, aber dafür in der praxis schon gleichgestellt arbeiten. nayo.

zum urlaub: in ö haben angestellte einen gesetzlich festgelegten urlaubsanspruch auf 5 wochen. es geht also um eine woche mehr.

bundesrat abschaffen: da hab ich die diskussion auch nicht wirklich mitgekriegt.

von soulkitchen - am 14.09.2013 09:12

Re: öhm

Zitat
p.
z. b. diese 6. urlaubswoche kam mir komisch vor. haben bei euch alle arbeitnehmer gleich viel urlaub? nd es geht um eine woche mehr, nicht 1 tag? aber ich mein - wer ist da schon dagegen, mehr urlaub zu haben


Die Arbeitgeberverbände zum Bleistift ? ;-)

Zitat
p.
övp ist fü mich gefühlt auch rechts. oder lieg ich da so daneben.

Stimmt. Konservativ und erzkatholisch.

Zitat
p.
irgendwelche parteien wollen den bundesrat abschaffen? sparmaßnahme oder was?

Die Abschaffung des Bundesrates in seiner jetzigen Form finde ich völlig in Ordnung.
Der Bundesrat ist eine zahnlose Kontrollinstanz des Parlaments, das im Ösiland [klingt ein bisschen wie "blaues Land"] ja "Nationalrat" heißt. Wenn der Nationalrat Gesetze verabschieden will, werden diese zunächst dem Bundesrat "zur Begutachtung vorgelegt", wies so schön heißt. Die Bundesräte können dann zwar gegen diese Gesetze quasi Einspruch erheben, nur, viel nützen tuts nichts. Denn die einzige Konsequenz daraus ist, dass das entsprechende Gesetz dann nochmal zurück in den Nationalrat geschickt wird.
Der Bundesrat kann also sagen: "Hey, Nationalrat, es Vollhorste, was wollts n da für ein deppertes Gesetz ? Überlegts euch des noch amal."
Wenn der Nationalrat aber dann sagt: "Na, wos wüst, herst, des Gesetz is eh voi in Urdnung", dann erlangt das Gesetz auch Gültigkeit.
D.h. der Bundesrat in seiner derzeitigen Form kann Gesetze nicht verhindern, er ist nichts als ein demokratiepolitisches Feigenblatt. Drum war ja auch im Kaisermühlenblues der Titel "Herr Bundesrat" eine subtile Demütigung. So in etwa wie man seinerzeit den Habsburger Kaiser Karl VII. von Bayern mit dem Spruch "et caesar et nihil" (sowohl Cäsar als auch nichts) verspottet hatte, nachdem er alle Länder verloren hatte in Anlehnung an den Spruch des alten Julius "aut caesar aut nihil" (alles oder nichts).
Also entweder man gibt dem Bundesrat mehr Kompetenz oder man schafft ihn gleich ganz ab.

von herr yoghurt klaert auf - am 14.09.2013 10:17

Re: Re:gesundheitssystem

Zitat
p.
die Frage z. b. kann ich gar nicht beantworten, weil ich kein plan hab, wie das bei euch läuft.

Sollen Menschen mit höherem Einkommen zu einem größeren Beitrag ins Gesundheitssystem verpflichtet werden (z.B. über eine Anhebung der Höchstbeitragsgrundlage)?

Gibt es bei euch euch private KK oder sind alle in derselben?



Es gibt die gesetzliche Pflichtversicherung, die für jede Berufssparte aber anders aussieht, d.h. es existieren dutzende Sozialversicherungsanstalten, eine für Arbeitnehmer (Gebietskrankenkassa, die größte), eine für Beamte (mit - wenig überraschend - den besten Konditionen), eine für Selbstständige (mit 20% Selbstbehalt :hammer:), eine für Bauern etc.
Dieser Sozialversicherung wirst du automatisch aufgrund deines Berufsstandes zugeordnet.
Daneben kannst du dich - zusätzlich - auch privat krankenversichern lassen.

Höchstbeitragsgrundlage heißt: Jeder zahlt seine Pflichtversicherungsbeiträge anteilig, d.h. in Prozent, gemessen an seinem Einkommen. Wird in Schland nicht anders sein, auch wenn natürlich bei euch alles viel viel größer ist ;-) Wenn jetzt aber jemand im Jahr über 6O.OOO € verdient, dann zahlt er trotzdem nur so viel wie wenn er 6O.OOO verdienen würde, d.h. er zahlt dann prozentuell eigentlich weniger als die andern. In Schland ist das sinngemäß die "Beitragsbemessungsgrenze".

von herr yoghurt klaert auf - am 14.09.2013 10:32

Re: Re:gesundheitssystem

ich blicke da leider auch nicht mehr durch, zumal ich privat krankenversichert bin.

du hast recht, dass inzwischen jeder seine krankenkasse frei wählen kann. du kannst als bauer in die dak (dt. angestellten krankenkasse) und als sekräterin in die bkk (betriebskrankenkasse). sobald deine krankenkasse ihre beiträge erhöht, hast du sonderkündigungsrecht. ich weiß von leuten, die andauernd ihre krankenkasse wechseln. und da die gkv nicht alles trägt, muss man sich mit gkv-leistungen zufrieden geben oder private zusatzversicherungen abschließen. das machen inzwischen viele, z. b. für zahnersatz. zahnarztleistungen sind richtig teuer, frage mich jedes mal, in welchem verhältnis das zu anderen medizinern steht. :rolleyes:
hier gibt es bestimmt kv-experten, wie gesagt, ich kenne mich da nicht mehr aus, bin seit dem studium privat versichert. allerdings ist es auch da schwer durchzublicken.
angestellte dürfen erst ab einem netto-jahresverdienst von 50.850 Euro im Jahr in die pkv, können aber danach leichter zurück wechseln. ich bin aber verbeamtet, da geht das nicht so leicht, weil bei mir die beihilfe 50% der kosten übernimmt und 50% die pkv. problem der pkv ist, dass die kosten im alter explodieren un sich nicht am einkommen bemessen. ich bin aktuell nur teilzeitbeschäftigt, zahle aber genauso viel wie mit voller stelle und die kosten werden ohnehin dauernd höher. es gibt wohl einige pensionierte lehrer, die im alter mehrere hundert euro für di pkv abdrücken. bis 55 habe ich aber noch zeit, mich über den weg zurück zu informieren (bis zu dem alter darf man unter bestimmten voraussetzungen zurück in die gkv) und vor- und nahteile abzuwägen.

oft ist mein versicherungsstatus von vorteil, ich komme bei jedem arzt dran. so viele ärzte haben hier aufnahmestopp, nehmen keine neuen patienten auf, das ist mir noch nicht passiert. ich bekomme schnell termine und muss selten warten, aber (!) das kostet so viel geld! da ich als studentin wirklich einen sehr günstigen vertrag mit den nötigsten leistungen (z. B. ohne hebamme, ich wollte ja niiiiiie kinder), ohne jeden schnickschnack, abgeschlossen habe, bleibe ich auf sehr vielen kosten sitzen. und die ärzte berechnen privatversicherten für die gleiche leistung mehr als bei gesetzlich versicherten (anderer faktor). und die ärzte versuchen bei privat versicherten jeden scheix durchzuführen, wollen ja verdienen.

von p. - am 15.09.2013 13:48

warum eine ganze woche?

eine urlaubswoche ist unabhängig von der wochenstundenanzahl. wenn jemand nur einen tag in der woche arbeitet, ist eine urlaubswoche mehr defacto dieser eine tag. wenn jemand 6 tage in der woche arbeitet, dann kriegt er 6 tage frei. würde man nur 2 oder drei tage mehr urlaub geben (für vollzeitjobsá 6 tage), so ist das dann für teilzeitjobber umgerechnet evtl. nichtmal ein halbtag, da kann man echt gar nix damit machen. vorallem, weil viele arbeitgeber fordern, sich urlaub immer wochenweise und nicht tageweise zu nehmen.

und wieso soll man das nicht für alle unselbstständig beschäftigten fordern (als partei, nicht als spezielle gewerkschaft die nur ihre arbeitnehmer vertritt)? wenn eine partei nur für manche arbeitnehmer längeren urlaub fordern, dann hat sie ja alle anderen berufsgruppen gegen sich ;-) ich glaub, da geht es auch mehr um ein gesellschftliches ideal, und da kanns yo nur so sein, daß man das für möglichst alle einfordert.

von soulkitchen - am 15.09.2013 15:45

jetzt kenn ich mich

noch immer nicht aus, bzw. bin noch mehr verwirrt :wirr:
nach was richten sich denn die beiträge, die man zahlt? ist das ein bestimmter %satz des gehalts, ist der irgendwo gedeckelt, oder ist es ein fixbetrag, oder wie? zahlt das alles der arbeitnehmer, oder werden teile davon (durch die lohnnebenkosten) vom arbeitgeber bezahlt?

und dann noch die ganz generelle frage: WARUM wurden die krankenversicherungen privatisiert? also was wollte man damit erreichen (und wurde es erreicht)? ich meine, wenn krankenkassen privatisiert sind, und praktisch dem freien wettbewerb ausgesetzt, dann kann jede kasse natürlich erstmal das system schlanker machen und da gewisse einsparungen machen. aber dann- gehen wir mal davon aus, daß irgendwann alle kassen "gleich" effizient und sparsam verwalten- kann es ja nur noch insofern zu einsparungen kommen, daß man eben entweder an leistungen spart, bzw. (falls es ein einkommensabhängiges beitragssystem gibt) nur möglichst gutverdienende menschen in die eigene kasse aufnimmt, die nochdazu natürlich möglichst wenig krank sein sollten.

von soulkitchen - am 15.09.2013 16:41

Re: Re:gesundheitssystem

Puh, das klingt ja echt kompliziert. Und ich dachte immer, bei euch in Schland werde Taacheles geredet ;-)
Aber die Rentenversicherung ist bei euch (noch ?) immer staatlich, also die Pflichtversicherung, oder ?
Bei uns läuft gesetzliche Kranken- und Pensions(d.h. Renten)versicherung über denselben Versicherungsträger. Was ähnlich ist: Auch bei uns bekommt der Arzt für ein und dieselbe Leistung von unterschiedlichen Kassen unterschiedliche Tarife. Als Selbstständiger wirst du hier auch zuvorkommend behandelt, kein Wunder, weil die für vieles mehr zahlen müssen. Bei Wahlfreiheit würde niemand meine, die gewerbliche SV nehmen, die geben jedes Jahr bei ihrem Jahresabschluss ganz stolz bekannt, dass sie - im Gegensatz zu all den anderen SVs - wieder mit einem fetten Plus aussteigen, kein Wunder, bei 20% Selbstbehalt auf alles und jedes (sofern eine Leistung überhaupt erbracht wird) überlegst du dir eh 3x, ob du wirklich zum Arzt gehst. Teilweise musst du auch als Patient die Leistung erst mal selber bezahlen und darfst dann "ansuchen" und hoffen, dass du etwas zurückbekommst.
Vor einigen Jahren gabs sogar aufgrund von Streitereien mit der Ärztekammer eine Zeitlang einen vertragslosen Zustand, sprich, du musstest monatelang erstmal alles aus eigener Tasche bezahlen.

Das betrifft aber nur einen relativ kleinen Anteil in der Bevölkerung, das Gros der unselbstständig Erwerbstätigen, ich schätze mal, 80%, sind bei der Gebietskrankenkassa. Die streicht zwar auch imme rmehr Leistungen, dafür gibts dort zumindest keine Selbstbehalt. Zahnersatz wird von der Kassa nicht gedeckt, dazu brauchst du auch hierzulande private Zusatzversicherungen. Viele lassen sich deshalb im nahegelegenen Sopron die Zähne richten. Abgesehen davon gibt es eine gesetzliche Regelung, wonach es von der Qualität der medizinischen Leistung her keinen Unterschied zwischen Kassen- und Privatpatient geben darf, d.h. der Privatpatient kriegt dann im Spital ein schönes Einzelzimmer mit echten Blumen, dem Kassenpatienten steht aber grundsätzlich dieselbe medizinische Maßnahme zu - theoretisch wenigstens.

Was die explodierenden Kosten im Gesundheitswesen generell angeht, finde ich ohnedies, dass hier längst Evaluierungsmaßnahmen notwendig wären, um etwa Gewinnspannen bei Pharmafirmen und Herstellern bzw Verleihern medizinischer Geräte offenzulegen. Man hört immer: Es kostet halt alles so viel. Aber dieses Geld bekommt auch jemand und der verdient sich mit dem Geld der Beitragszahler eine goldene Nase.

Was ich krass bei euch finde, das ist der "Aufnahmestopp" für neue Patienten. Gilt der auch im Notfall ?

von yoghurtinator - am 15.09.2013 18:03

aufnahmestopp für neue patienten

kenn ich hier auch... z.b. von gynäkologen und zahnärzten. natürlich gilt das in den meisten fällen nicht für privatpatienten ;-) aber auch praktische ärzte haben gelegentlich einen "aufnahmestopp" (z.b. dann, wenn ärzte schon weit über dem gesetzlichen pensionsalter noch praktizieren und nur noch ihre alten patienten weiterbetreuen, aber keine neuen mehr nehmen- find das dann auch verständlich)
im notfall würd ich persönlich eher ins krankenhaus gehn, als mir grade dann einen neuen niedergelassenen arzt suchen.

von soulkitchen - am 15.09.2013 19:31

Re: aufnahmestopp für neue patienten

Yo, kloa, wenn ein Arzt voll ist mit Patienten, kann er keine neuen aufnehmen, nur hab ich das bei uns noch nie gehört, dass eine Sprechstundenhilfe das so explizit sagt, ich kenn das mehr in der typisch österreichischen "indirekten" Art, so wie: "Wir haben erst wieder in 2 oder 3 Monaten einen Termin, so voll sind wir". Bei Psychotherapie auf Kasse sind ja Wartezeiten von 2-3 Jahren sogar die Regel. Ist dann eine Freude für den Patienten, weil 2-3 Jahreln mit einer Depression oder Angststörung lassen sich locker überbrücken :rolleyes: Im Grunde sagt man damti demjenigen eh durch die Blume: Schleich dich, aber Hauptsach, theoretisch gibts für jeden Psychotherapie auf Kasse ;-)

Bei Notfällen dacht ich jetzt vor allem an zahnärztliche und da zumindest könnt ich die Univ.klinik nicht gerade empfehlen, was ich so ghört hab.

von yoghurtinator - am 15.09.2013 20:32

Re: jetzt kenn ich mich

Das kommt halt von der Denke "wenn der Markt etwas regelt, dann ist es automatisch gut", weil der Markt quasi unparteiisch und gerecht ist. Wie war das gleich noch mal mit den Ersatzreligionen ?
Klar, eine private Versicherungs-ag will letztlich auch Gewinne machen, selbst wenn man berücksichtigt, dass es für Versicherungen Auflagen gibt.

Besser find ich da den Vorschlag, die Sozialversicherungen zusammenzulegen und damit einen Haufen für Verwaltung einzusparen. Selber prozentueller Beitragssatz für alle + gleiche Leistungen. Bei Selbstständigen macht man halt (wie jetzt auch schon) den Kompromiss, dass ihr Beitrag zwischen alleinigem Arbeitgeber- und der Summe aus Arbeitgeber und -nehmerbeitrag liegt (die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbstständige ist in der jetzigen Form eh für die Haar).
Wem das nicht reicht, der kann sich privat zusatzversichern (wie jetzt auch schon).

von yoghurtinator - am 15.09.2013 20:50

Re: beitragshöhe

Ich zitiere einfach mal:

Die Beiträge richten sich bei Arbeitnehmern nach der Höhe des Bruttomonatseinkommens (genau: des beitragspflichtigen Bruttoarbeitsentgelts). Von diesem Einkommen wird ein bestimmter Prozentsatz (von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich) direkt vom Arbeitgeber an die gesetzliche Krankenversicherung abgeführt. Dabei trägt der Arbeitgeber die Hälfte des Beitrags.
Hinzu kommt ein Pauschalbeitrag für Zahnersatz und Krankentagegeld in Höhe von 0,9% des Einkommens. Dieser zusätzliche Beitrag ist nur vom Versicherten zu tragen; hier gibt es keinen Zuschuß des Arbeitgebers.

Bei freiwillig versicherten Selbständigen wird grundsätzlich die Beitragsbemessungsgrenze (aktuelle Höhe siehe “Höchstgrenzen”) zur Beitragsberechnung herangezogen. Weist der Versicherte nach, dass sein tatsächliches Einkommen darunter liegt, wird der Beitrag anhand des tatsächlichen Gesamteinkommens incl. Erträgen aus Kapitalanlagen etc. berechnet. Allerdings besteht hier eine bestimmte Untergrenze, so dass auch bei noch geringerem Einkommen immer ein Mindestbeitrag zu zahlen ist.

Bei Rentnern wird unterschieden zwischen pflichtversicherten Rentnern und freiwillig versicherten Rentnern.
Pflichtversicherte Rentner bezahlen Beitrag nur auf ihre gesetzliche Rente, wobei die Hälfte von der Gesetzlichen Rentenversicherung getragen wird. Der Pflegeversicherungsbeitrag ist komplett selbst zu tragen.
Auszahlungen aus Betrieblicher Altersvorsorge (auch Einmalauszahlungen aus Gehaltsumwandlungen bzw. Direktversicherungen) unterliegen dem vollen Beitragssatz zur Kranken- und Pflegeversicherung.
Freiwillig versicherte Rentner bezahlen auf alle ihre Einkünfte (also auch auf Kapitalerträge / Zinsen, Betriebliche Altersvorsorge, Mieteinnahmen aus Immobilienbesitz usw.) Krankenkassenbeiträge - und zwar den vollen Beitragssatz!

Bei der Gesetzlichen Krankenversicherung spielt im Gegensatz zur Privaten Krankenversicherung das individuelle Gesundheitsrisiko wie z.B. Vorerkrankungen keine Rolle.

(Quelle: http://www.gesetzlichekrankenkassen.de/system/system.html)

Kurz und gut:
GKV - Betrag richtet sich nach Einkommen,
PKV - Beitrag richtet sich nach Alter, Gesundheitsstatus und Geschlecht (wobei das ja jetzt angeglichen werden muss).

von p. - am 19.09.2013 10:07

Re: erst jetzt ist mir das aufgefallen

Und mir fällt erst jetzt auf, wie ungenau ich mich ausgedrückt habe.
Das Mindesteinkommen gilt für Angestellte, stimmt. Aber Beamte könen mit einem geringerem Einkommen privat versichert werden. Ich habe nämlich keine 50000, arbeite doch momentan nur teilzeit, wie sonst könnte ich um diese Zeit hier im Forum abhängen? ;)
Aber bei den Beamten trägt die Beihilfe die hälfte der Kosten. Zumindest rein theoretisch, praktisch funktioniert das system vorn und hinten nicht und ich bleibe auf vielen Kosten sitzen.

von p. - am 19.09.2013 10:10

Re: Re:gesundheitssystem

Im Notfall gibt es bestimmt kein Aufnahmestopp, aber vermutlich schicken sie dich dann in die Notaufnahme des Krankenhauses. Zum Glück musste ich mir da noch keine Gedanken machen.

Rentenversicherung ist auch etwas, wofür ich kein guter Ansprechpartner bin.
Es gibt auf jeden Fall eine Rentenversicherungsstelle, die ist aber eine eigene Institution, nicht an die Krankenkasse gebunden.

Ich bin verbeamtet, werde später - so ist der Plan - eine Pension erhalten. Ich habe keine Ahnung, wie das laufen soll. Ich bin mir aber fast sicher, dass es dann, wenn ich soweit bin, weder großartige Renten noch Pensionen geben wird. Pensionen für Beamte sind Ländersache, wie groß die Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern sind, weiß ich nicht.

Erschreckend wenig weiß ich, stelle ich gerae fest. Müsste mich mal mit der Materie befassen, sind ja nur noch 30 Jahre bis zur Pensionierung. ;)

von p. - am 19.09.2013 10:18

Re: öhm

Diese Wahl-O-Maten im Internet haben zwei große Nachteile:

Der erste große Nachteil ist, dass den Fragen lediglich Aussagen aus den jeweiligen Wahlprogrammen zugrunde liegen, die gegeneinander abgeglichen werden. Man bekommt bestenfalls heraus, mit welchem Wahlprogramm von welcher Partei man weitestgehend einer Meinung ist. Ob die Partei das Wahlprogramm nach ihrer Wahl dann auch so umsetzt, und ob sie überhaupt die Kompetenz dafür besitzen, steht auf einem anderen Blatt (Stichwort "Wahlversprechen").

Oft stehen dem sog. "Sachzwänge" im Wege, die vor der Wahl geflissentlich verschwiegen werden.

Kleine Parteien, die keine Chance haben Regierungsverantwortung zu erlangen, schauen gerne mal dem Volk auf's Maul und schreiben dann großspurige Dinge in ihr Wahlprogramm. Müssen sie ja eh nicht umsetzen.

Der zweite große Nachteil ist, dass die NSA jetzt detailliert eure politische Gesinnung kennt :D.

von pastperfect - am 19.09.2013 12:11

Re: Das Renteintrittsalter

in D ist tatsächlich 67, für Männlein und Weiblein. Das nennt sich Gleichberechtigung. :o
Das Ganze wird, damits auch kompliziert wird, gerade schrittweise angeglichen. Für alle ab Jahrgang 1964 gilt das Renteneintrittsalter 67, die Jahrgänge davor bekommen eine schrittweise Anhebung des ursprünglichen Renteintrittsalters (das war 65 J.).
Mein Vater ist 1950 geboren, sein Renteineintrittsalter beträgt demnach 65 Jahre + 4 Monate.

Dann gibt es aber noch die Möglichkeit früher in rente zu gehen , allerdings gibt es dabei Abschläge vom Rentenbetrag. Nehmen aber viele in Anspruch.

von p. - am 20.09.2013 09:07

Re: Das Renteintrittsalter

Das ist bei uns detto, dass das tatsächliche Rentenalter vom gesetzlichen abweicht.
Dei spannende Frage wäre ja eher, statt das gesetzliche Alter zu erhöhen, wie bringt man die Leute dazu, nicht in Massen schon in die Frühpense zu gehen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Rentenalter

Interessant: In Estland, Lettland und U.K. liegt das tatsächliche Rentenalter über dem egsetzlichen, also die Leut arbeiten freiwillig länger. Stellt sich die Frage, ist das so, weil die so arbeitsam sind oder weil die Rente so mies ist.

Ich geh mal davon aus, dass wir bis 70 werden arbeiten müssen, sofern kein gröberer Krieg, Naturkatastrophe, Seuche etc unseren Lebensweg kreuzen wird. Wobei man bei allem berechtigten Misstrauen der staatlichen Rente gegenüber nicht vergessen darf, dass eine Privatvorsorge genauso unsicher ist. Wenn zB die Versicherung kracht, kriegt man aus der Konkursmasse vielleicht noch 10% seiner Beiträge zurück. Oder im Zuge einer Euroabwertung infolge der Krise (ein immer noch realistisches Szenario) verliert der Wert bislang geleisteter Beiträge dann auch an Wert. Bei der gesetzlichen Rente (Umverteilugnsprinzip) wirds wohl auzf eine niedrige Einheits- bzw Mindestrente hinauslaufen, aber man kann davon ausgehen, dass man etwas bekommt, auch wenns aufgrund der Entwicklung der Bevölkerungspyramide inflationsbereinigt wesentlich weniger sein wird als wir einzahlen. Bei der privaten ist es ein reines Pokerspiel.

Was ich grad lustig finde, ist der gedanke, dass ich, wenn ich eine Frau wär in ÖSterreich, nur mehr halb so viel Zeit bis zur Pension hätte wie du ;-)

von yoghurtinator - am 20.09.2013 11:27

Re: Mein Gatte wählt übrigens ...

Vermutlich wird der Gatte seine Gründe haben.

Ich finde es OK, nicht zu wählen. Ein Merkmal einer freien Demokratie ist schließlich, dass man das RECHT zu wählen hat - nicht die PFLICHT.

Ich finde eher problematisch, dass zu viele Leute wählen, die überhaupt keine Ahnung haben. Dass die wählen dürfen ist aber eben auch ein Merkmal einer freien Demokratie.

Nur: Diese Leute mit poppigen Kampagnen an die Urnen zu treiben, halte ich für übertrieben bis riskant.

von pastperfect - am 20.09.2013 12:30

Re: Mein Gatte wählt übrigens ...

Früher hätt ich mir nicht vorstellen können, mal Nichtwählen überhaupt in Betracht zu ziehen, von wegen, unsere Vorfahren haben ihr Leben dafür gegeben, ass wir wählen können.

Inzwischen denke ich, dass die ewige Wahl des "geringsten Übels" bzw der Zwang, nur parlamentarische Parteien zu wählen (weil es ja sonst eine "verlorene Stimme" wäre), auch verhindern, dass mal wirklich neue politische Gruppierungen eine Chance bekommen,zu zeigen, dass sie es besser machen könnten.

von yoghurtinator - am 20.09.2013 21:49

yo, eh klar

das ist halt der unterschied zwischen dem wahlprogramm und der realpolitik, die die einzelnen parteien dann machen. wobei das yo nicht nur für kleine parteien gilt. ;-) trotzdem finde ich es nicht unerheblich, welche "idealvorstellung" von gesellschaft bei den parteiprogrammen durchschimmert. manche dinge sind yo nicht an externe sachzwänge (z.b. finanzen) gebunden, da wären einfache und schnelle lösungen denkbar, wenn sich dafür die entsprechende mehrheit findet.

von soulkitchen - am 21.09.2013 10:43

Re: zu viele leute wählen, die überhaupt keine ahnung haben...

Prinzipiell wäre ich ja für eine Wahlzulassungsprüfung. Wählen dürften nur Leute, die in einem kleinen Test bewiesen haben, dass sie sich halbwegs mit dem demokratischen Gepflogenheiten auskennen. Wer den Unterschied zwischen Erst- und Zweitstimme nicht kennt, oder wer nicht weiß, was ein Überhangmandat ist, sollte gar nicht erst zur Wahl zugelassen werden. Solange jeder Depp wählen gehen kann, darf man sich nicht wundern, was hinten dabei raus kommt. ;)

Stimmzettel ungültig machen ist meiner Kenntnis nach eher unüblich. Ich kenne etliche Leute, die nicht wählen gehen, und das bei jeder Gelegenheit erwähnen, aber keinen, der sich dazu bekennt, absichtlich einen ungültigen Stimmzettel abzugeben.

Wenn in den Medien von ungültigen Stimmen die Rede ist, klingt das oft so nach "zu doof zum Wählen".

Daher wäre es mir persönlich zu aufwändig, am Sonntag das Haus für Stimme für die Mülltonne zu verlassen.

von pastperfect - am 21.09.2013 15:46

Re: zu viele leute wählen, die überhaupt keine ahnung haben...

nayo, andererseits könnte man auch behaupten, daß die loite, die nicht wählen auch einfach zu doof sind, das wahllokal zu finden ;-)

das mit der erst- und der zweitstimme find ich auch eher ... kurios. obwohl es yo irgendwie schizo- freundlich ist, weil ma zumindest zwei seiten in sich repräsentieren kann. oder halt ein bissl wahltaktisch vorgehen. hier muss man sich doch tatsächlich für eine partei entscheiden. :-/

ich glaub yo, die wahlverdrossenheit der loite würde sich etwas mindern, wenn man nicht nur stimmen, sondern auch gegenstimmen vergeben könnte. also die möglichkeit, einer partei eine stimme abzuziehen, das wär doch was.

von soulkitchen - am 21.09.2013 23:22

Re: wie man's nimmt,

Na, mit konservativ hat das nix zu tun, glaub ich. Keine 3 Jahre her, da hab ich mir auch noch ein Nokia mit Navi aber ohne Smarties zugelegt, in der Meinung, dieses Smartyzeugs brauch ich eh nicht und außerdem verpickts da die Goschn ;-)

Dann konnt ich mir auch nie vorstellen, wie man als erwachsener Mensch mit etwas größeren Händen auf so einem Teil tippen können soll, bis ich das Note entdeckt hab, das hat nicht nur die altersentsprechende Größe sondern auch einen Stift zum präzisen Treffen der richtigen Taste. Was ich sehr praktisch finde, ist neben der Navigation auch der Umstand, dass ich Korrespondenz (Kunden, etc) jetzt so nebenbei in der Warteschlange im Supermarkt, am Postamt etc erledigen kann. Statt mich zu ärgern, dass nix weiter geht, hab ich dann schon was erledigt und muss es zaus nimmer tun :)

von yoghurtinator - am 22.09.2013 08:44
keine ahnung was union ist, ich kenn nur republikaner und demokraten. allerdings hab ich keine wahlberechtigung und kann daher die republikaner nicht wählen.

dafür hab ich heute bei www.stern.de einen wissenstest über amerikanische serien absolivert. man sollte annehmen, dass icbh dabei einen jahrtausendrekord austelle, stattdessen bin ich nur durchschnitt??? hallo???

um das näher zu erleutern, zunächst mal die fragen:


1.Frage zu Gilmore Girls. Ich war mir nur sicher, daß D) Central Perk falsch ist, weil es zu Friends gehört. Mal echt.... Gilmore girls???? was ist denn das für ein shwuler scheiss????

2. Frage zu House of Cards: Welche Rolle spielt Kevin Spacey.
Spielt das überhaupt 'ne rolle? hab nie was von der serie gehört.

3. Ne Alf Frage: was isst er am liebsten. Also bitte.... da muss ich nichtmal die möglichen antworten lesen!

4. Bei welcher Figur erfährt der Zuschauer nie was sie arbeitet.
A) Amy Farrah Fowler ist neurobilogist, und bbt ist sowiso allgeminbildung
B) Chandler Bing brauch ich auch nicht zu bingen
C) Meredith Grey.... sollte man wirklich darauf kommen.
E) Barney Stinson.... oh please! - uhm... barney..... ja barney ist.... zumindest trägt er beruflich nen suit .... /-: leichte frage also.

5. Ne Game of Thrones Frage.... easy eigentlich, aber ich hab nie so auf den namen geachtet.
6. Baywatch frage. Eigendlich nie wirklich gesehn, aber dass die frauen rot tragen Weiss mann und folglich tragen wohl auch die manner rote pants.

7. Was hat Juck Lorre außer Two and a half men erfunden?
Naja... die wohl beste comedy serie des universums: the big bang theory. Wobei 2+0.5 men in meiner humblen meinung nicht witzig ist.

8 Eine breaking bead frage. Hat mich nie nie sonderlich interessiert und in Malcolm in the middle fand ich ihn wesentlich besser, aber dass er einen krebskranken chemielehrer spielt ist mir bekannt.

9.Eine True blood frage. Ach wie einfach!

Ergebnis:
6 von 10 fragen richtig... aber moment mal.... wo war denn die 10. frage??

von the McFly theory - am 22.09.2013 21:46

Man stelle sich vor....

...es ist Wahl und keiner geht hin.

Ich frag mich wo liegt die unterste Grenze der Wahlbeteiligung ? Wo endet die Demokratie ?
Wenn die Hälfte der Wahlbeteiligten wählt, und davon die Hälfte für eine Partei stimmt, dann hat diese 50% und rühmt sich:" jeder 2.Österreicher hat uns gewählt !"
Laut den Gesetzen der Mathematik stimmt das natürlich nicht. Wenn man dann noch die Wahlunberechtigten wie Kinder, Straffällige oder Entmündigte abzieht, sind´s sogar weit weniger als 50%. (Nachdenkenswürdig, daß Kinder hier den Selben gestzlichen Status haben wie Verbrecher und geistig entrückte ...)
Was, wenn nur mehr, sagen wir mal, 10 Menschen zur Wahlurne schreiten ? Rein hypothetisch. Gilt das dann immer noch ?
Was, wenn niemand mehr wählt ? Muß sich dann jeder potenzielle Palamentarier einen Platz im Parlament sichern indem er/Sie z.B. den Parlamentssitz in aller Früh mit seinem Badetuch besetzt ?
Oder wird dann über eine neue Staatsform abgestimmt ?

Vielleicht sollten wir die Kinder entscheiden lassen....
Und vielleicht sollten wir die ganze Wahlwerbung abschaffen...

von HrÖsterreicher - am 26.09.2013 06:38

Re: Man stelle sich vor....

Wow - das war unter allen Herr-Österreicher-postings, glaub ich, das Herr-Österreichischste :D
Höhepunkt die Gleichsetzung von Kindern mit Kriminellen und Entmündigten (allerdings ist die dabei implizite Gleichsetzung Krimineller mit Entmündigten auch nicht ganz p.c. ;-) )

"Gebt den Kindern das Kommando, sie berechnen nicht, was sie tun" - ich glaub nicht, dass das praktisch wirklich so sinnvoll wäre, auch, wenn es natürlich sehr "fortschrittlich" klingt.
Ich bin, im Gegenteil, oft und oft mit Erwachsenen konfrontiert, die sich wie Kinder verhalten und grad das macht dann den Umgang mit ihnen so anstrengend. Fühlen können wie ein Kind, aber Handeln bitte wie ein Erwachsener. Es gibt ja auch immer wieder die lustige Überlegung, Eltern minderjähriger Kinder zusätzliche Stimmen einzuräumen, was ich doch sehr polemisch finde, da man ja nicht weiß, ob die Kinder so wie ihre Eltern wählen würden.

Dass nur mehr 10 oder gar niemand wählt, ist kein realistisches Szenario, eben weil ja Politiker und ihre Angehörigen auch wahlberechtigt sind. Und was wäre die Alternative zur Demokratie ? Aufgeklärter Absolutismus mit Herrn Österreicher als Oberhäuptling ? Abschaffung der Wehrpflicht und Einführung der Tofu- und Dinkelpflicht ? ;-)

von yoghurtinator - am 26.09.2013 09:22

Re: Man stelle sich vor....

Eltern für Kinder wählen ? Das wärs.
Dann muß man klären:
was ist mit Adoptivkinder, Pflegekinder ?
was bei Scheidungskinder (wer wählt Vater/Mutter ? )
Was bei hier geborenen Immigrantenkindern mit österreichischer Staatsbürgerschaft ?
Was mit Kindern von Straffälligen...

Von wem stammt diese Idee ? Hat das wirklich wer überlegt ?

Naja, die Religion wird den Kindern ja auch aufgezwungen, indem die Eltern entscheiden und taufen bevor die kleinen selber darüber nachdenken können.

Oder Sport. Ein Rapidlersohn wird ja auch in grün/weiße Strampler gesteckt - ob er will oder nicht.

Und Töchter ? Töchter leben in rosa Welten, angeblich weil sie danach verlangen...
(Das "Rosa-Gen" - empfehle einen Ausflug zu Toysrus, da kann man viel über die derzeitige und die zukünftige Gesellschaft erfahren - und das macht Angst... wirtschaftliche, politische, soziale Zukunftszenarien lassen sich aus Angebot und aus Nachfrage am Kinderspielzeugsektor herauslesen.)

Mädchen haben lange Haare, Buben kurze - is immer noch so geglaubt...

von HrÖsterreicher - am 27.09.2013 06:47

Re: Man stelle sich vor....

Natürlich ist es unrealistisch, daß nur mehr 10 wählen gehen - ist ja eben eine Hypothese.
Man ersetze 10 durch eine andere Zahl - 100, oder 500, von mir aus 1000.
1000 Wähler könnten die Menge der Politiker plus Familie ausmachen. Wäre das Gültig ? Ist das demokratisch ? Bei welcher Beteiligung liegt die Grenze ?

Nicht ich setzte Kinder und Kriminelle auf die Selbe Stufe - die Wahlgesetzte tun´s in jenem Fall.

Ich würde Kindern prinzipiell weit aus mehr zutrauen.

Was war jatzt das "HerrÖsterreichischischste" ?

Mir fällt nur auf, daß Sie gelesene Informationen weiterhin nicht richtig verarbeiten können und haarsträubende Dinge interpretieren, welche mit der Aussage wenig gemeinsam haben.
Macht aber nix, hauptsach xund
:-D

von HrÖsterreicher - am 28.09.2013 07:45

Re: Man stelle sich vor....

Das mit der Zusatzstimme für Eltern kam, soweit ich mich erinnere, von irgendeiner Interessensgruppe. Noch lustiger war die Idee, Kinderlosen in Hinkunft die Pension zu halbieren, um der Bevolkerungspyramide wieder die Wadeln firezurichten. Kam, glaub ich, von den Rechten.
Läuft halt immer darauf hinaus, Interessensgruppen gegeneinander auszuspielen, alt-jung, Männer-Frauen, Inländer-Ausländer etc.

Was den Rosafetischismus betrifft, find ich ihn vor allem bei Frauen befremdlich, die schon mehr oder minder das Erwachsenenalter erreicht haben.Vielleicht durften die jo als Kind kein rosa Spielzeug kaufen, weil ihre Eltern das als pädagogisch bedenklich eingestuft haben und müssen das heute nachholen. Wer weiß, wer weiß ?

von yoghurtinator - am 28.09.2013 09:16

Re: Man stelle sich vor....

Dass die Gesetze Kinder und Straffallige gleichsetzen würden, finde ich ein wenig polemisch, denn die Gründe, wieso Kinder nicht wählen dürfen, sind ja nicht dieselben, wieso Straffallige nicht wählen dürfen.

Und indirekt nehmen ja eh alle Parteien in ihrer Wahlwerbung für sich in Anspruch, die Bedürfnisse von Kindern und Eltern wahrzunehmen, während kaum eine Partei offenkundig für mehr Rechte für Straffallige eintritt.

Was ist das Wesenstypische an den Herr-Ödschipostings ? - ich finde, der nicht zu verhehlende Misses-Lovejoy-aspekt. Oiso die Oide vom Reverend Lovejoy bei den Simpsons, die immer sagt: "Kann nicht endlich einmal jenand an die Kinder denken"

Aber mein Gott na, gibt Schlimmeres, wir hom jo olle unser Binkerl zum Tragen, ned wahr ;-)

von yoghurtinator - am 28.09.2013 11:33

kriminelle dürfen nicht wählen- stimmt nicht

die wahlrechtsreform 2011 hat im bezug auf "kriminelle" (etwas pauschal von ihnen formuliert) einiges geändert.
"Die RichterInnen werden künftig bei vorsätzlichen Straftaten zu mehr als fünf Jahren Haft oder bei Delikten wie Landesverrat, Wahlbetrug, Amtsmissbrauch, NS-Wiederbetätigung, Terror oder organisierter Kriminalität in jedem einzelnen Fall über einen Wahlausschluss zu entscheiden haben."

http://www.parlament.gv.at/PERK/FAQ/WAHL/
http://www.parlament.gv.at/PAKT/PR/JAHR_2011/PK0602/

d.h. alle anderen kriminellen dürfen ohnehin wählen. (auch vor der reform galt das nur für menschen mit haftstrafen über einem jahr)

bedeutet das jetzt für sie, daß kinder mit ns- wiederbetätigern auf eine stufe gestellt werden? :braue::

von soulkitchen - am 29.09.2013 01:30

Re: Man stelle sich vor....

Naja, wer an die Kinder denkt, denkt an die Gesellschaft von Morgen.
Und morgen sind wir alt, gebrechlich und abhängig.
Hoffentlich denkt die Gesellschaft von Morgen, dann an uns Alte.
Dann wird uns die Rechnung präsentiert.

Die Politik tut einen Schas in die richtung. Die ganze Kindergartensache, Karenzsache und Bildungspolitik ist nicht für die Kinder , sondern für berufstätige, überlebensgewillte Eltern und somit in 1.Linie für die Wirtschaft !
Alles läuft hinaus in Institutionalisierung (am Besten ab Geburt) und somit Fremdbestimmung und Manipulation, auf konsumieren, Zerstörung von Familienstrukturen und - wie immer - gehts ums Geld
Denn wenn´s der Wirtschaft gut geht....
Alles Augenauswischerei - derzeit.

Erwachsene haben auf die - erfüllten und nicht erfüllten - Bedürfnisse vergessen, deshalb muss man die Kinder mehr einbinden...

Misses-Lovejoy hat meines Erachtens nach vollkommen recht !

von HrÖsterreicher - am 29.09.2013 08:47

Kinderpartei

Hm...wählen lassen in dieser Form ist schwierig - auf jedenfall früher als 16.

Vielmehr geht´s um´s einbinden. Vielleicht sowas wie eine Interessensvertretung also quasi eine erwachsenengestütze (vertreten von z.B.Eltern, Pädagogen, Lehrer...) überparteiliche "Kinderpartei" (die Bunten) mit fixer parlamentarischer Präsenz und Mitbestimmung zu einem fixierten Prozentsatz unabhängig vom Wahlergebnis. Finanziell getragen von allen Parteien z.B. entsprechend dem Wahlprozentsatz aus der jeweils letzten Wahl.

Müsste man sich im Detail überlegen...

Noch ein wahrscheinlich für Sie absurderVergleich: es gab Zeiten (und heute noch Länder) wo ein politisches Mitwirken von Frauen nicht nachvollziehbar war/ist.
Heute finden zumindest wir es als selbstverständlich.

von HrÖsterreicher - am 29.09.2013 09:58

Re: Man stelle sich vor....

http://www.youtube.com/watch?v=Qh2sWSVRrmo

Dass Zukunft + Bedürfnisse der Kinder wichtige politische Anlliegen sind, daran wird jo niemand ernsthaft zweifeln, aber wie du das schreibst, klingt es auch ein bisschen utilaristisch, wir müssen auf unser eKinder achten, damit ma dann als Alte wen haben, der uns das Bobscherl auswischt ;-)
I waß eh, ich dreh dir das wor tim Mund um, wirst jetzt wieder sogn ;-)

Und bei der Frau Lovejoy ist das Problem, dass sie halt sehr einsilbig kommuniziert, sie wiederholt, wurscht, wo die Diskussion grad is, immer diesen Satz und geht eigentlich nicht auf das ein, was die andern sgen, entweder aus Sturheit oder weil sie die andern nicht versteht. Und damit kannst du dich identifizieren ? ;-)

von yoghurtinator - am 29.09.2013 09:58

Re: Man stelle sich vor....

Ehrlich gesagt, ich kenn´die Dame gar nicht... eine Bildungslücke wirst Du wohl meinen...

Daß du mir gerne die Worte im Mund umdrehst kann ich jetzt nimma sagen - Du hast es mir vorweg genommen ;-)
(Ich weiß - meistens - eh wie es gemeint ist, auch wenn´s mir oft das Argumentieren erschwert bzw.kaputt macht)

Utilaristisch ! Hm...schönes Wort, aber ja, stimmt. Die ganze Politik ist ja auch ein Instrument um jeden einzeln das Leben und die Zukunft zu sichern - deshalb auch stets u.a. das große Thema Pension. Jeder schaut doch auf seinen Vorteil und macht sich über morgen Gedanken. Ich find das gar nicht anstössig. Ich hoffe, daß ich mir mein Bobscherl so lang wie möglich selber wischen kann.
Hilfsbedürftigkeit is halt schon was erniedrigendes - ich kenn´s ja von der anderen Seite, also genau genommen von hinten...
Aber Bobscherl auswischen kann auch als Synonym für den ganzen Umstand genommen werden. Wir Alten werden die Jungen - nona - brauchen. Und ich hoff, die sind dann nicht bös auf uns...

Ich fürchte mich davor, wenn´s heisst: "Du hast es doch gewusst, wieso hast nix getan ?"
Das gilt für die Umweltproblematik, Verschleiß von Ressourcen, Energie, Rohstoffe, Naturzerstörung, für das Bildungssystem, für die wachsende Arbeitslosigkeit, Armut, Ernährungswahnsinn, Genforschung, atomare Bedrohung, etc., etc., ...
Wenn ich dann antworte:" Was hätt ich tun sollen, hatte ja nix zu sagen, die Politiker sind schuld " usw. - ich weiß nicht ob das gilt.
(Vergleichbar mit dem KZ-Wahnsinn...die Opa´s und Oma´s können im Einzelnen nix dafür, trotzdem werfen wir Ihnen das wegschauen, leugnen oder gar mitmachen vor)

von HrÖsterreicher - am 29.09.2013 13:03

Re: Man stelle sich vor....

Zitat
HrÖsterreicher
Ehrlich gesagt, ich kenn´die Dame gar nicht... eine Bildungslücke wirst Du wohl meinen...

Daß du mir gerne die Worte im Mund umdrehst kann ich jetzt nimma sagen - Du hast es mir vorweg genommen ;-)
(Ich weiß - meistens - eh wie es gemeint ist, auch wenn´s mir oft das Argumentieren erschwert bzw.kaputt macht)

Utilaristisch ! Hm...schönes Wort, aber ja, stimmt. Die ganze Politik ist ja auch ein Instrument um jeden einzeln das Leben und die Zukunft zu sichern - deshalb auch stets u.a. das große Thema Pension. Jeder schaut doch auf seinen Vorteil und macht sich über morgen Gedanken. Ich find das gar nicht anstössig. Ich hoffe, daß ich mir mein Bobscherl so lang wie möglich selber wischen kann.
Hilfsbedürftigkeit is halt schon was erniedrigendes - ich kenn´s ja von der anderen Seite, also genau genommen von hinten...
Aber Bobscherl auswischen kann auch als Synonym für den ganzen Umstand genommen werden. Wir Alten werden die Jungen - nona - brauchen. Und ich hoff, die sind dann nicht bös auf uns...

Ich fürchte mich davor, wenn´s heisst: "Du hast es doch gewusst, wieso hast nix getan ?"
Das gilt für die Umweltproblematik, Verschleiß von Ressourcen, Energie, Rohstoffe, Naturzerstörung, für das Bildungssystem, für die wachsende Arbeitslosigkeit, Armut, Ernährungswahnsinn, Genforschung, atomare Bedrohung, etc., etc., ...
Wenn ich dann antworte:" Was hätt ich tun sollen, hatte ja nix zu sagen, die Politiker sind schuld " usw. - ich weiß nicht ob das gilt.
(Vergleichbar mit dem KZ-Wahnsinn...die Opa´s und Oma´s können im Einzelnen nix dafür, trotzdem werfen wir Ihnen das wegschauen, leugnen oder gar mitmachen vor)



Vom persönlichen pekuniären Vorteil hätt ich als Selbstständiger eh was (ganz) anderes wählen müssen als das, was ich gewählt hob.
Was du schreibst, klingt ein bisschen angstmotiviert und solche konkreten Angstgedanken vor der Zukunft hab ich eigentlich nicht, weil es viel zu viele unbekannte Größen gibt, was die Zukunft anbelangt. Werd ich überhaupt so alt - Krankheit, Unfall, Krieg, Naturkatastrophe, kosmische Ereignisse, usw. Wie wird sich die wirtschaftliche Lage in Europa entwicklen, wie wird sich Europa entwickeln ? Wie wird die Bevölkerungspyramide aussehen, das Pensionssystem ? Wie wirds dann mit der Finanzierung von Pflege ausschaun ? Die derzeitige Kostenexplosion wird ohnedies irgendwann zum Kollaps des bestehenden Pflegesystems führen. 8OOO € pro Pflegebett, das versteht doch kein Mensch mehr, was so einen Preis noch rechtfertigt. Da muss endlich offengelegt werden, wohin das Geld fließt.

Und ich bin mir außerdem nicht sicher, ob ich das überhaupt wollen würd, jahrelang vor mich hinzudämmern in einem Heim. Es wird immer so als großer Erfolg der Medizin verbucht, dass die Lebenswerwartung in den letzten 30 Jahren um 10 Jahre gestiegen ist, aber zu welchem Preis ? - früher hat man mit 70, 75 die Batschn gstreckt nach einer relativ kurzen Phase des Leidens, heut zieht sich das über Jahre/Jahrzehnte hin.

So hat halt jeder seine Ängste - du, dass dich mal keiner pflegt, ich, umgekehrt, dass mich wer pflegt :D

von yoghurtinator - am 29.09.2013 16:47

Re: Man stelle sich vor....

Den Mittelteil kannst gleich der zukünftigen Regierung weiterleiten :-D

Angst hab ich nicht - mir gehts nicht allein um´s pflegen (jeder hofft, daß er keine braucht), sondern überhaupt um´s Miteinander der Generationen.
Eher wird uns das schlechte Gewissen gegenüber der Folgegeneration plagen, zumindest betreffend der zukünftigen Ereignisse, welche wir voraussehen und rechtzeitig beeinflussen können bzw. hätten können...
Vielleicht hat mein Sohn mit Wasserknappheit zu kämpfen, nachdem ich jahrzehntelang literweise das Klo mit Trinkwasser durchgespült hab - nur als ein Beispiel. 5Liter pro Absatz kann bedeuten 2 bis 3 Tage hat ein Mensch früher nix zu trinken

Bevölkerungspyramide ? Schaut schon bald sehr schlecht aus, wie man heute schon ziemlich genau berechnen kann. Ich glaube gelesen zu haben, daß wenn wir 70 sind, kommt in EU auf 10 Pensionisten ein Erwerbstätiger.

"Erfolge" der Medizin halte ich selbst für sehr zweifelhaft - und schon wieder schlechtes Gewissen, da ich ja selbst (noch) ein winzig kleines Rädchen der Medizin bin, Sklave der Pharmafirmen, Ausführer und Wegbereiter, also mitverantwortlich für die absehbaren, mir sehr bewussten, Spätfolgen dieser Erfolge... speziell sorge ich mich über den psychischen Zustand der zukünftigen Generation. Die Lösungen, welche ich als Angestellter anbieten muss sind oftmals keine und verursachen mehr Schaden als Nutzen... so hat nicht nur jeder seine Ängste sondern auch sein Binkerl zu tragen.

von HrÖsterreicher - am 29.09.2013 18:51

Re: Man stelle sich vor....

Zitat
HrÖsterreicher
Den Mittelteil kannst gleich der zukünftigen Regierung weiterleiten :-D

Angst hab ich nicht - mir gehts nicht allein um´s pflegen (jeder hofft, daß er keine braucht), sondern überhaupt um´s Miteinander der Generationen.
Eher wird uns das schlechte Gewissen gegenüber der Folgegeneration plagen, zumindest betreffend der zukünftigen Ereignisse, welche wir voraussehen und rechtzeitig beeinflussen können bzw. hätten können...
Vielleicht hat mein Sohn mit Wasserknappheit zu kämpfen, nachdem ich jahrzehntelang literweise das Klo mit Trinkwasser durchgespült hab - nur als ein Beispiel. 5Liter pro Absatz kann bedeuten 2 bis 3 Tage hat ein Mensch früher nix zu trinken

Bevölkerungspyramide ? Schaut schon bald sehr schlecht aus, wie man heute schon ziemlich genau berechnen kann. Ich glaube gelesen zu haben, daß wenn wir 70 sind, kommt in EU auf 10 Pensionisten ein Erwerbstätiger.

"Erfolge" der Medizin halte ich selbst für sehr zweifelhaft - und schon wieder schlechtes Gewissen, da ich ja selbst (noch) ein winzig kleines Rädchen der Medizin bin, Sklave der Pharmafirmen, Ausführer und Wegbereiter, also mitverantwortlich für die absehbaren, mir sehr bewussten, Spätfolgen dieser Erfolge... speziell sorge ich mich über den psychischen Zustand der zukünftigen Generation. Die Lösungen, welche ich als Angestellter anbieten muss sind oftmals keine und verursachen mehr Schaden als Nutzen... so hat nicht nur jeder seine Ängste sondern auch sein Binkerl zu tragen.



Was du da schreibst, klingt alles so nach schlechtem Gewissen - warum eigentlich ?
zB das mit Wasser und Klo. Uns wurde ja auch als Kinder immer gesagt "Du schmeißt die Wurstsemmel weg und in Afrika verhungern Leute" - aber was hat das eine mit dem anderen zu tun ? Wenn ich die Wurstsemmel nicht weghau, verhungern nicht weniger in Afrika und wenn u nicht runnterspülst, hat das auch keine Auswirkung auf zukünftige Trinkwasserknappheit. Man kann Wasser nicht unbegrenzt lagern, es wird irgendwann auch schlecht. Und von gröberen klimatischen Veränderungen abgesehen, seh ich diesbezüglich bei uns auch wenig Gefahr. Hier liegt die Gefahr eher bei einer Privatisierung des Wassers, die aber noch keine Partei in Österreich erwogen hat.

Was die Entwicklung der Bevölkerungspyramide betrifft, haben wir grad in Wien zwar eine rückläufige Geburtenrate aber trotzdem ein steigendes Bevölkerungswachstum wegen Migration. In Wirklichkeit sind genaau jene Ausländer, die die FPÖ so fürchtet unsere Hoffnung, weil die sich noch lieber vermehren und ihre Gschroppen unsere Pensionen zahlen könnten.

Was du übers Gesundheitssstem schreibst, jo, das seh ich ähnlich, dass esr öfter kränker macht als gesund. Aber ich finde halt, schlechtes Gewissen bringt niemandem was. Man kann Dinge machen oder sein lassen (drum hab ichs ja sein lassen, nicht nur deswegen, ber auch deswegen), Und ja, die Neurosen werden auch weiterhin blühen in diesem schönen Land - man siehts ja schon am Wahlergebnis. Aber ich sehs halt so, was man verändenr kann, probiert man, mehr kann man eh nicht machen. Wozu also Schuld empfinden ?

von yoghurtinator - am 29.09.2013 19:22

Re: Man stelle sich vor....

Also beim Wegwerf einer Wurstsemmel verhungert nicht ein Kind in Afrika, sondern ist ein Schwein (bei mehreren Wurstsemmeln) umsonst gequält und geschlachtet worden. Umsonst verarbeitet, transportiert, verpackt, umsonst nach hause getragen....
Ich schmeiß keine Wurstsemmeln weg :grins:

Mir geht´s da eher um Achtung und Wertschätzung den Dingen gegenüber - auch beim Wasser usw.
An Wertschätzung mangelt es zunehmend - weil wir eh alles in Hülle und Fülle haben...

Auch die Ausländer werden sich an den EinKindFamilienStil anpassen - so die Demographen.

Schlechtes Gewissen allein ist es nicht, sondern was antwortest einmal wenn Dich ein Jüngling fragt : twieso hast nix getan, wieso hast zugeschaut, mitgemacht..."

von HrÖsterreicher - am 30.09.2013 06:29

Re: Man stelle sich vor....

Das find ich sehr gut, denn es wär ja sonst auch ewig schad um das gute Wurstsemmerl. ;-)

Ich glaub nicht, dass Wertschätzung etwas ist, das quasi pädagogisch vermittelbar wär, im Gegenteil, je mehr man jungen Menschen die Erwartungshaltung vermittelt: "Komm, find das jetzt gut", umso mehr erreicht man das Gegenteil. Wenn das Kind hingegen mal in ein Land kommt (Urlaub etc), wo der Trinkwasserüberfluss hierzulande nicht die Norm ist (also praktisch in 99%vom Rest der Welt), wirds eher checken, dass es nix Selbstverständliches ist, auch ohne Moralisieren.

Dem Jüngling würd ich antworten, dass durch Zivilcourage - auch wenn mans in Österreich nicht für möglich halten würde - doch eine Menge erreicht wuree, zB die Volksabstimmung 78 hat AKWs verhindert, die Aubesetzung hatte den Erhalt der Stopfenreuther Au zur Folge. Es gab das Lichtermeer, nur nützt das leider nix, wenn 32% der unter-30jährigen heute die Nachfolgeorganisation der NSDAP wählen.

Was die Demographie angeht, werden sich die Demagogen dann entscheiden müssen, welche Zukunftsangst sie mehr schüren wollen: Entweder werma überfremdet und islamisiert oder unsere Pensionen kömma uns aufzeichnen. Beides zusamnen wird nicht sein können ;-)

Wobei ich genau genommen ja auch keine Wurstsemmerln mehr weghau. Aber das ist eine ganz andere Geschichte ;-)

von yoghurtinator - am 30.09.2013 15:21
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