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Zwischenwelt
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Erster Beitrag:
vor 16 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 16 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
dr_yoghurt, Dark-Doc, soulkitchen

der "Mir gehts grad nicht gut"-thread

Startbeitrag von dr_yoghurt am 14.01.2001 01:08

aus gegebenem anlass...

für alle, die sich betroffen fühlen...
und über etwas bestimmtes sich ausraunzen wollen...oder nur so ganz allgemein yammern wollen...

Antworten:

mir auch nicht

hat bestimmt eh schon jeder bemerkt... ;-)
Ich versuche zur Zeit vor meinen rl-Verpflichtungen zu flüchten, indem ich im vl meine Zeit totschlage... dabei plagt mich aber doch mein schlechtes Gewissen und deshalb bin ich auch ziemlich grummelig und keiner will mir mir reden... *schluchz* aber ich bin ja selber Schuld, wenn ich so grummelig bin... *tätschel*
wahrscheinlich muss ich erst mal wieder mein rl in den Griff bekommen, bevor ich mich wieder ins vl trauen kann... *selbstdiagnoserulez*
*inkonsequenzsuckz*

von Dark-Doc - am 14.01.2001 01:32

flucht

ins vl vorm rl?

is mir gänzlich unbekannt ;)))

hm... *stirnrunzel*
aber schuld is man nicht...eher verantwortlich *gscheitdaherred*...
weil schuld klingt so negativ...wie eine last, die man mitschleppt und ned abwerfen kann...
verantwortlich aber heisst, man kanns ändern...oder könnte es ändern...
dann hab ich immer die wahl: ich änders, oder eben nicht...
und wenn nicht, bringts ya auch nicks, mich selber fertig zu machen damit...
also kann ichs auch aufschieben gleich...und mich ins vl begeben :))

von dr_yoghurt - am 14.01.2001 17:00

Schuld

nun, also Schuld kann man durchaus auch wieder loswerden und dass es negativ klingt war durchaus beabsichtigt. Und ob ich es ändern könnte? Denke schon, ich fühl mich aber grad trotzdem nicht dazu in der Lage... *hilflosmitdenschulternzuck*
Das schlechte Gewissen vergeht nicht so schnell aber sich selber fertigmachen bringt nix, da hast du recht!
Nun, und was deinen letzten Satz angeht... führe mich nicht in Versuchung... ;-)

von Dark-Doc - am 14.01.2001 19:54

RE: Schuld

naya, eh schon zu spät, wies scheint...
wollten wir nicht beide hoyt pausiern?

schuld hat an sich eigentlich nur etwas destruktives, find ich...

jemandem schuld machen ist eine heimliche form der aggression...eine besonders perfide...u jemanden gefügig zu machen...



von dr_yoghurt - am 14.01.2001 20:45

aber

ich mach doch Pause...
ein paar einzelne Postings am Tag zählen ja eigentlich nicht!

Hmm, ich geb mir halt selber die Schuld... meinetwegen kannst du das als Autoaggression zählen, wenn du willst... nur - mach ich mich mir damit selbst gefügig? Schön wärs, wenns funktionieren würde...

von Dark-Doc - am 14.01.2001 20:57

RE: aber

ya, ich meinte, wenn jemand anderer versucht, einem schuldgefühle zu machen...ist das so eine art hinterfotzige aggression...

und das,w as man sich selber antut, is oft auch nur die wiederholung von etwas, das einem mal angetan wurde...

ähm, ich hoff, das klingt nicht zu sehr nach psycho-blabla...

von dr_yoghurt - am 14.01.2001 21:12

was deinen

ersten Satz betrifft, stimm ich dir prinzipiell zu... solche versteckten Aggressionenen passieren oft auch aus Hilflosigkeit, eben genauso wie physische...

Und wahrscheinlich ist auch das Verhalten anderen gegenüber geprägt von dem, was einem selbst wiederfahren ist... ich kann nicht sagen, wieso ich mich oft ziemlich schnell in die Defensive drängen lasse... Fehler bei mir suche... Perfektionismus alleine kann ja nicht dran schuld sein...

bin gespannt auf deine psychologisch fundierte Analyse... ;)

von Dark-Doc - am 14.01.2001 21:56

RE: was deinen

naya...vielleicht bist du diese passive rolle von irgendwoher gewohnt...
bewusst oder unbewusst...

hat man dich mal in sowas reingedrängt...sei es als kind oder auch später...und nun inszenierst du das nach...

wie gesagt, solche dinge sind meist wiederholungen...kommen also nicht von ungefähr...woher das aber kommt, kannst du eh nur selber rausfinden...



von dr_yoghurt - am 14.01.2001 23:08

naya

was meine Kindheit angeht kann ich mich nicht an besonders viel erinnern...
wär mir aber auch nicht bewusst, dass ich da in eine passive Rolle gedrängt worden wäre. Ich denke, vielleicht spielen da einfach alle meine bisherigen Erfahrungen mit eine Rolle, nicht nur das, was ich vielleicht ganz früher mal erlebt hab. Im Prinzip kann ich mich aber eh nimmer groß ändern und muß schaun, dass ich so klar komme, wie ich halt mal bin... :-)

von Dark-Doc - am 14.01.2001 23:24

RE: naya

ich seh das mit dem ändern so:
natürlich hat man zeitlebens dieselben zutaten zur verfügung sozusagen...
aber man kann sich sehr wohl entwickeln...und so eine entwicklung ist ja auch eine veränderung...wachsen, gedeihen wie eine pflanze, die gegossen wurde...

oder eingehn, wenn man zb zu wenig licht hat...

ode rman hat einen zu kleinen topf, dann ist man behindert in seiner entwicklung...usw...

von dr_yoghurt - am 14.01.2001 23:33

das Leben

ist sowieso eine stetige Weiterentwicklung... schon allein, weil die Zeit fortschreitet und mit ihr die Welt um einem herum ist man beinahe gezwungen, sich mit zu ändern - was ich aber auch ned schlecht finde! Bloß freiwillig würd ich das wohl nicht tun, weil meine natürliche Faulheit alles andere überwiegt... *g*
Außerdem ist der Mensch ja ein Gewohnheitstier und hält deshalb oft sogar gerne auch an schlechten Gewohnheiten fest... ich werd aber schon aufpassen, dass mein Topf ned zu klein wird und mein Wachstum behindert, dann wärs nämlich Zeit für ein Umtopfen... ;-)

von Dark-Doc - am 14.01.2001 23:38

RE: das Leben

ich meinte auch eher innere veränderungen...zu denen man sich indirekt selber zwingt...weil die seele das gefühl hat, an eigene grenzen gestoßen zu sein, die sie erweitern will...den topf sprengen...langsam, aber sicher...

grad für sowas is ja so wenig spielraum in der heutigen arbeitswelt der westlichen industriestaaten...nur noch leistung erfolg zählen...für innere vorgänge bleibt da wenig zeit...
*auchselbermerkewiesprunghaftmeinegedankenhoytsind*

von dr_yoghurt - am 14.01.2001 23:50

lass die Gedanken

ruhig springen, ist ja hoffentlich genügend Platz dafür in deinem Kopf :-)

Und von der Leistungsgesellschaft darf man sich halt nicht so weit bringen lassen, dass man seine persönliche Entwicklung vernachlässigt und nur noch beruflichen oder gesellschaftlichen Aufstieg im Sinn hat...

von Dark-Doc - am 15.01.2001 00:27

na, die gefahr

besteht ya bei mir zumindest nicht, dass ich meine persönliche Entwicklung vernachlässige und nur noch beruflichen oder gesellschaftlichen Aufstieg im Sinn habe...*gg*

naya, vielleicht lauf ich auch gefahr, mal zu viel topf für zuwenig pflanze zu habn *schulternzuck*

die gefahr is, wenn man sich der leistungsgesellschaft widersetzt, dass man einfach trotzig ist...und ein auf dauer bestehender trotz hat ja auch wieder etwas mit einer heimlichen unterwerfung gleich, da man sich, wenn auch indirekt, an die leistungsprinzipien hält (indem man ihnen eben trotzt)...

uff-ich hoffe, ich konnt mich verständlich machen!

von dr_yoghurt - am 15.01.2001 00:55

versteh schon

was du damit sagen willst, glaube ich zumindest *g*
hatte das posting auch mehr allgemein und ned so ganz spezielle auf die bezogen... du hast ja eh nur deine Karriere im Sinn ;-)
Um dauernd Widerstand zu leisten muss man sich ja praktisch auch immer anpassen, nur halt entgegengesetzt den Entwicklungen... aber sich nur aus trotz zu widersetzen, weil man etwas nicht für gut befindet nützt keinem was...
jeder sollte für sich einen geeignete Mittelweg finden zwischen Anpassung und Selbstverwirklichung... frag mich, was ich von der Leistungsgesellschaft halte - aber trotzdem suche ich mir einen Job und versuche mich nur soweit anzupassen, wie unbedingt nötig...

von Dark-Doc - am 15.01.2001 01:09

der trotz

is als übergangsstadium sinnvoll...aber wenn man in ihm verharrt, eben nimmer...
das wär so wie eine institutionalisierte revolution...
die hätte ihr leben und ihren sinn bald verloren...

aber der trotz kann platz für neue entwicklungen schaffen...
*hirnwichs* *g*

einem helfen, aus den gewohnten bahnen endlich auszubrechen...



von dr_yoghurt - am 15.01.2001 01:27

ich glaub nicht

dass ich das so einfach schaffe...
nach einer rebellischen Phase des nicht gesellschaftlichen- und Gruppenzwängen unterliegen wollens kam bei mir eine Phase des Nach-normalität-strebens. Am Ende stand beide Male die wenig befriedigende Erkenntnis, dass ich eigentlich nicht da bin, wo ich gerne hin möchte. Nur wo das stattdessen sein könnte, weiss ich bis heute nicht... so bleibe ich wohl in aller Ewigkeit irgendwo zwischen hoffnungslos abgedrehten Spinnern und nur auf den ersten Blick glücklich und zufriedenen Normalos hängen... *leichtratlosbin*


von Dark-Doc - am 15.01.2001 01:44

na da will ich mal hoffen

daß du mich wenigstens zu den hoffnungslosen spinnern zählst,
und ned zu den auf den ersten blick glücklichen normalos *g*

zu der ganzen diskussion um gesellschaftliche zwänge :
ich glaub man muß sich ned entscheiden ob man die normen generell annimmt oder ned...
eine revolution muß sich ya nicht prinzipiell gegen alles richten
man muß yeden einzelnen punkt für sich selbst hinterfragen
und dort mit dem anders-leben beginnen wo es für einen selbst sinnvoll erscheint...


von soulkitchen - am 15.01.2001 11:22

zumindest

die auf den ersten blick glücklichen normalos hab ich wohl schon hinter mir gelassen (btw: ich hoff, dass ich da doch zu den hoffnungslos abgedrehten spinnern zähle, oder?*lol*)...

für mich is mehr der weg das ziel geworden...früher hab ich auch versucht, bestimnmten vorstellungen, wie mein leben zu verlaufen habe, zu folgen...meinen eigenen erwartungen an mich zu entsprechen...

heute leb ich mehr so, dass ich mich zwar so frei wie möglich mache für innere veränderungen, ohne aber zu wissen oder bewusst zu steuern, in welche richtung diese gehen...und mich selber überraschen lasse, wo es dann hingehn wird...
am ende eines jeden jahres kann ich dann rückwirkend sagen: das und das hat sich verändert...in die oder die richtung bewegt es sich nun eher...
wichtig ist ein gewisses vertrauen in sich selber...also so eine art denken: was mein inneres will, das wird schon passen...warum denn auch nicht?...aber jetzt nicht suggestiv, donern mehr so drauf scheissend, was soll schon passiern?

von dr_yoghurt - am 15.01.2001 22:37

RE: na da will ich mal hoffen

yo, eh...

eine revolution is auch mehr dann vonnöten, wenn ein großes gesellschaftliches kollektiv hartnäckige soziale zwänge gemeinsam zu überwinden sucht...zb französische revolution...

war ya wieder gedschennlt, die innerschizycloide angst davor, womöglich in dogs abrechnung den normalos zugeordnet zu werden *gg*

von dr_yoghurt - am 15.01.2001 22:41

RE: zumindest

Tya... ich muss dich leider enttäuschen... *lol*
Nein, Souli und du, ihr seid schon ziemlich einzigartig, auch was das Spinnen angeht, da kann ich noch ein bisschen was von euch lernen... :)
wenn ich mich hier in meinem rl umschaue, wimmelt es nur so von Normalos.... brr...
Ich hab tatsächlich irgendwelche Erwartungen an mich selber von denen ich mir einbilde, dass sie andere auch in ähnlicher Form an mich haben... und ich bringe einen Großteil meiner Zeit mit dem Versuch zu, eben diesen Erwartungen gerecht zu werden ;-)
Deine Gelassenheit wollte ich haben... mich plagt ständig so eine diffuse Zukunftsangst die mich daran hindert frei zu sein, stattdessen muss ich alles dran setzen, zu "funktionieren"... Abschluss machen... Geld verdienen... Altersvorsorge sichern... aber ich denk mir halt, sobald diese Grundbedürfnisse gedeckt sind, kann ich mich dran machen, meine "wahren" Bedürfnisse zu erforschen...

von Dark-Doc - am 15.01.2001 23:17

wenn du

darauf bestehst: meinetwegen... ;-)

Hyach, wenn ich in einem Teilbereich anders lebe beinflusst das doch automatisch auch den ganzen Rest und alles wird viel komplizierter...
außerdem kann ich mich meistens ned recht entscheiden ob Rebellion oder Anpassung, selbst wenn ich mir nur einen einzelnen Punkt vornehme... passt mal wieder zum Bild der inneren Zerrissenheit...



von Dark-Doc - am 15.01.2001 23:33

du

diese zukunftsängste hab ich genauso...

und da ich ja 6 jahre älter bin, sind sie auch nicht gerade kleiner...

das problem is auch, dass das ein gewisser gegensatz ist...denn wenn diese "grundbedürfnisse" abgedeckt sind...eben mit arbeit, bleibt heutzutage kaum noch zeit, seine eigentlichen bedürfnisse zu erforschen...drum wollt ich das auch eher umgekehrt machn...mal mich selbst finden...

weil je länger man einfach nur funktioniert, um so länger braucht man auch, sich selber zu spüren...

solang man sich durchwurschteln kann...

freiheit und bequemlichkeit, beides spielts halt nicht...

von dr_yoghurt - am 15.01.2001 23:37

irgendwie

erinnert mich das an ein Erörterungsthema das ich mal im Deutschunterricht in der Schule hatte: Arbeiten um zu leben oder leben um zu arbeiten?

Hmm... raus kam damals wohl die Erkenntnis (wenn ich mich recht erinnere), dass beides Extreme sind und es da wohl irgendeinen Mittelweg geben müsste...

von Dark-Doc - am 15.01.2001 23:54

der mittelweg

müsste eigentlich lauten
leben um zu leben, oder ?
*g*


von soulkitchen - am 16.01.2001 00:01

RE: der mittelweg

na, solch subversive thesen traun sich die ned in der schule sagen *g*

sind lehrer schon für geringfügigere vergehn zu haft bei wasser und brot verurteilt worden...
(aussagen wie "ein studium, liebe kinder, soll ja nicht nur zur berufsausbildung dienen, sondern auch SPASS MACHEN [corpus delicti]")...

von dr_yoghurt - am 16.01.2001 00:16

Spaß

hatte ich da genügend wenn ich grad mal wider ned in einer Vorlesung war und was (sinnvolles?) gemacht hab... *g*

von Dark-Doc - am 16.01.2001 00:24

in der schule

soll einem das eingeredet werden...

will sagen: oft ist ein mittelweg illusion und der kompromiss in wahrheit ein fauler, weil einseitig...

also, überspitzt gesagt, wie wenn eine schwangere frau abtreibt, aber sich ein kinderbuch kauft ;)...oder mehr zeit mit den kindern ihres nachbarn verbringt...
is das auch ned wirklich ein kompromiss im sinne eines mittelwegs...


unter alt-68ern gibts so ein geflügeltes wort:
wer die freiheit für die sicherheit aufgibt, wird beides verliern...

von dr_yoghurt - am 16.01.2001 01:39
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