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vor 3 Jahren, 1 Monat
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soulkitchen, SheItie, dr. yoghurt, McFΙy, yoghurtinator

Goodbye, vienna- die bisher ausgeschiedenen beim esc:geige:

Startbeitrag von soulkitchen am 21.05.2015 18:41

Allgemeine beobachtungen beim ersten semifinale: das inoffizielle motto scheint schwarz-weiß gewesen zu sein, nachdem fast alle sängerInnen schwarz oder weiß angezogen waren. Die drei moderatorinnen fand ich nervig da aufgesetzt über-drüber gut gelaunt. Die kleinen clips zwischen den songs fand ich ansprechend.

Rausgeflogen beim ersten semifinale sind:

Moldavien: in den letzten jahren werden ja die beiträge, die so richtig ganz daneben sind weniger, aber dieser hier fällt in diese kategorie: sieht aus wie ein billig porno in der musicalversion, mit polizeiuniform-stripperInnen als bäckgroundtänzerInnen- peinlich und völlig zurecht ausgeschieden.

Niederlande: ich glaub die stimme der sängerin wäre gar nicht so schlecht gewesen (erinnert mich an irgendeine bekannte sängerin, deren namen mir grad nicht einfällt) aber das lied ist weinerlich und nervtötend

Finnland: ich finds schade, daß die draussen sind. Der einzige musikalisch härtere beitrag, tex rubinowitz und ich haben das wohl falsch eingeschätzt, daß die musiker aus der behinderten-wg gute chancen auf den sieg haben :-(

Mazedonien: vor meinem geistigen auge seh ich den choreographen vor mir, wie er mit den backgroundtänzern probt und sagt: steige von einem bein auf das andere… noch etwas steifer und weniger im rhythmus… jaaa, und jetzt noch die arme schwingen… denke an einen gorilla…. noch etwas dümmer dreinschauen.... Jaaaa, jetzt habt ihrs! Und dazu hatten die auch noch so schwarze türsteher-outfits an, nur der sänger sticht raus mit seinem trenchcoat. Es hatte etwas groteskes an sich, ich weiß nicht, ob das beabsichtigt war….

Weißrussland: sänger und geigerin, wieder im schwarz-weiß-thema. Er singt leider nicht annähernd so aufregend, wie sie geigt.... auch nicht schade drum

Dänemark: boyband mit einem sänger, der immer so sein zahnfleisch herzeigt, irgendwie so eine schwiegersohn-nettigkeit an den tag legend und gruselig zugleich.

Antworten:

Die Finnen sind draußen ?

Dann hat Grissemann seine Wette gegen Tex Rubinowitz gewonnen::
http://www.willkommen-oesterreich.tv/pl.php?plid=282#F282

Rubinowitz ist sich noch so sicher gewesen, dass die Finnen gewinnen und hat angeblich noch nie danebengehauen.
Hat die Nummer der Finnen wirklich nur 1:30 gedauert ?

von dr. yoghurt - am 21.05.2015 20:32

yo, unglaublich, aber wahr....

die finnen sind draussen....
ich weiß nicht, ob tex noch nie danebengehauen hat, aber in dem fall leider schon...
die nummer hat wirklich nur 1:30 gedauert, was ich gar nicht schlecht fand- bei vielen anderen beiträgen würde man sich wünschen, daß die nur 1:30 dauern. vielleicht sollte man die 1:30 als neue richtilinie für alle lieder einführen ;-)
unglaublich find ichs auch deshalb, weil die finnische band eigentlich die einzige war, von der man im vorfeld in ganz vielen medienformaten was gehört hat. und normalerweise erhöht ja starke medienpräsenz die wahrscheinlichkeit, viele punkte abzustauben. was da schief gegangen ist, weiß ich auch nicht :-( könnte ein zeichen dafür sein, daß in diesem jahr vielleicht konservativer abgestimmt wird.

von soulkitchen - am 22.05.2015 01:01

Goodbye, vienna- 2. halbfinale

zunächst wieder meine anmerkungen: schwarz-weiß scheint auch in der zweiten show ein motto zu sein. viele länder probierens mit sänger&sängerin paar-konstellationen, die über die liebe singen (orientiert sich wohl am vorjahres- zweiten der niederlande, aber so gut hats bisher keiner hingekriegt)

die videowall ist technisch gaaaanz super, aber zu viel lichteffekte nerven- bei schlechten bis mittelmäßigen liedern reisst das nix raus und wirkt eher peinlich nach ablenkungsmanöver, und bei ansprechenderen liedern denkt man sich: hätten die doch eigentlich gar nicht nötig gehabt. nun ja....

die kleinen clips zwischen den liedern begeistern mich immer mehr. das konzept greift das motto "building bridges" auf und zunächst sieht man ein paar eindrücke des heimatlandes der nächsten performer- ein päckchen mit irgendeinem gegenstand wird verschickt, der dann wiederum etwas mit dem zu tun hat, was die band dann hier in österreich erleben darf. dabei waren natürlich auch ein paar typische turi- sachen wie lippizaner streicheln, debütanten-training beim opernball besuchen und sachertorte backen, aber auch unspektakuläre und turistisch eher wenig erschlossene tätigkeiten wie einen imker besuchen und honig machen, fliegenfischen oder mit einer gruppe von kindern ein boot bauen. auch künstlerische angebote gabs, z.b. mit einem grafitti-künstler gemeinsam eine schi-lift-gondel besprayen oder mit lena hoschek, einer bekannten österreichischen modemacherin einen rock nähen. dabei hatte man den eindruck, daß auf die interessen der sängerInnen immer ganz gut eingegangen wurde. wie gesagt, ich fands sehr ansprechend gemacht. die botschaft sollte wohl so in die richtung gehen: schauts, es gibt in ö auch dinge, die nix mit der k&k zeit zu tun haben- ist gelungen :-)

ausgeschieden im 2. halbfinale sind:

irland: schmeichelweiches lied ohne ecken und kanten. die sängerin tut so, als würd sie gleichzeitig piano spielen und es gab auch noch andere instrumente auf der bühne. es gab definitiv schlechtere an diesem abend, warum die rausgeflogen sind, keine ahnung.

san marino: klassischer oberflächlicher ralf- siegel- song von zwei teenagern performt. irgendjemand sollte den ralf siegel mal in pension schicken. gegen aufgesetztes grinsen beim singen bin ich glaub ich allergisch *fängtüberallzujuckenan*

malta: es wird exakt das gleiche lied aufgeführt, mit dem malta seit ~15 jahren immer antritt. dazu gibts flammenoptik, windmaschine UND pyrotechnik im übermaß. die frage, die sich aufdrängt: was ist mit der nebelmaschine, wurde die vergessen?

portugal: die mimik der sängerin wirkt steif und angestrengt dramatisch. selbst wenn man das lied dazu nicht gehört hat, so hätte ein blick auf den gesichtsausdruck gereicht um zu wissen: die kommt ned weiter. und das, obwohl ihr outfit zwischen vampirprinzessin und latexfetisch angesiedelt war....

tschechien: eine paar konstellation singt über die liebe, choreografie wirkt inszeniert und dabei zieht sie sich noch die schuhe aus. nayo.

schweiz: noch eine sängerin im vampir-outfit, diesmal mit striptease-effekt und dem switch von schwarz auf weiß. opulente inszenierung, gebracht hats nix.

island: der auftritt hat was von kiddy-contest. auf mädchen gemachte junge frau im blasssrosa feen-kleidchen tanzt barfuß und hüpft im kreis herum. dazu gibts isländische nordlicht-optik auf der videowall.

hier ein kleiner einschub: liebe isländer! ich weiß, ihr habs nicht so viele einwohner auf eurer wunderschönen insel und die sind auch alle immer schwer beschäftigt mit ihren zwei jobs und schafe hüten und so. aber ihr habt doch auch einige gute und schon etablierte musikerInnen unter euch, wieso schickt ihr ned einfach die dahin?
wie wärs mit fm belfast: https://www.youtube.com/watch?v=xkz-AUCIaaM
múm : https://www.youtube.com/watch?v=dC2E52Deu2E
oder sykur : https://www.youtube.com/watch?v=MZCKNqpusXc
na, vielleicht beim nächsten mal!

von soulkitchen - am 22.05.2015 09:27

ps

ich vermute stark, daß die jurievotings der jeweiligen länder verhindert haben, daß die finnen weiterkommen. und/oder die telephonvoter gedacht haben, die sind eh weiter, da brauch ich ned anrufen.
wie auch immer- ich denk, die machen noch was aus ihrer nun breiteren bekanntheit. zumindest haben sie ein neues thema am song-contest installiert. ich mein, bei einem contest, der ja inoffiziell schon lang als "paralympics der musikindustrie" bekannt ist, war es doch schon lang an der zeit, daß tatsächlich geistig behinderte da auch eine plattform haben. das schöne ist ja, daß sie in dem kontext zwar auffallen, aber doch eher im positiven, sprich: weniger plastik, authentischer und eigentlich so, daß man ihnen den sieg gegönnt hätte. nun ya.

ich hab jetzt mal überlegt, ob man aus ihrem ausscheiden einen trend im abstimmungsverhalten festmachen kann, und wenn ja, wie dann das ergebnis aussehen könnte.

die gegenthese muss natürlich ein "schönes" lied sein, möglichst ohne sozialkritischen oder integrativen aspekt. herausstechen muss es natürlich trotzdem, denn im grunde sind das ja kriterien, die auf praktisch jedes lied zutreffen. trotzdem lehn ich mich jetzt (nicht allzuweit) aus dem fenster und sage: italien erfüllt all diese kriterien. italien könnte gewinnen oder wird zumindest hoch oben landen. ich glaub, die wettbüros sagen da ähnliches.

WITZIG fänd ich auch einen sieg von australien, ohne das lied zu kennen. einfach nur so, weils irgendwie schräg ist, daß die überhaupt mitmachen dieses jahr, und weil es türen öffnen könnte, daß sich dieser contest weg vom europäischen song contest hin zum globalen song contest entwickeln könnte.

von soulkitchen - am 22.05.2015 11:51

Re: ps

Nach den 21 Sekunden in WikÖ nehm ich an, dem Song fehlt einfach eine konventionelle Hookline, um für ein Mainstreampublikum eingänglich genug zu sein.
Die Idee, alle Songs auf 1:30 zu begrenzen, fände ich super. Dann würd ich mir die Songs vielleicht sogar wieder mal anhören. Sonst schalt ich ja erst zur Punktevergabe rein. Die Dosis macht das Gift und auf 1:30 erträgt man mehr als über 4 oder 5 Minuten.

von dr. yoghurt - am 22.05.2015 21:06

konventionelle hookline+ eingänglich genug

yo, das kann auch sein. die loit woin halt irgendwie gerne mitsingen können. das war beim diesjährigen finnischen beitrag hoid eher ned der fall.
insofern bin ich mir immer mehr sicher: GRANDE AMORE wirds.

die lieder sind im moment übrigens auf 3 minuten begrenzt, auch wenns einem manchmal vorkommt, als wärens 4 oder 5 oder gar noch länger. ;-) aber ich mein- was man in 1:30 ned rüberbringen kann, bringt man auch in der doppelten zeit ned. meistens wird die zeit eh nur genutzt, um das thema nochmal zu wiederholen und halt ein bissl mehr schnickschnack auf der videowall zu machen.

von soulkitchen - am 23.05.2015 00:34

Fasching in Wien ?

Bei der Ubahnfahrt durch die Stadt konnte man heute den Eindruck gewinnen, es wär Faschingsdienstag. Und infolge Dauerregens hatte ca. jeder dritte den ORF-regenjanker "ORF wie wir" .

Nachdem man bei dem Sauwetter ohnedies nix draußen machen kann, hab ich mich jetzt doch dazu hinreißen lassen, mal die Länder alle im 1:30-durchlauf anzuhören. Was mir auffällt: Sehr viel Pathos (schätzomativ 80% der Nummern) und viel Altbackenes. Ist das nur heuer so oder war das in den letzten Jahren auch schon so ? Ok, Conchitas Song war auch pathetisch, aber Conchita als Person hat eh schon so die common sense Erwartungshaltung konterkariert, dass es eigentlich relativ wurscht war (im wahrsten Sinn des Wortes), was sie gesungen hätte. Aber heuer scheint sichs mit der Experimentierfreudigkeit sehr in Grenzen zu halten.

Die Italiener, puh, offenbar, überall als hohe Favoriten gehandelt. Was mir vom Song her gut gefällt, ist Estland, die Nummer kommt aber in der Studioversion (YT-video) wesentlich besser rüber als Live. Live wirkt das leider irgendwie kraftlos.

Was ist das eigentlich wieder für ein dämlicher Bandname - "Makemakers" ? - Die MachMacher ?

von dr. yoghurt - am 23.05.2015 18:13

der hauptcontest

1 Slovenien: als stylishes accsesoire trägt die sängerin große retro- kopfhörer, das lied soll etwas fetziger rüberkommen, dafür ist es aber für meine begriffe noch zu brav und gewollt. die sängerin presst die töne etwas heraus, wie es so im country u. swing bereich manchmal vorkommt, dazu gibt es zuckende mimik. Nicht ganz schlecht, aber als gesamtpaket überzeugt es mich nicht.

2 Frankreich: Trümmerhäuser auf der videowall, statische sängerin, die ein melancholisches lied singt. Ein platz unter den letzten 5 ist ihnen sicher, ausser sie stauben noch ein paar charlie- hebdo- solidaritätspunkte ab

3 Israel: eine missglückte mischung aus techno, rap und disco-partyhit, hektische choreografie mit viel rumgehüpfe und entsprechend nervige lightshow. Die performer kommen irgendwie penetrant machohaft und tuntig gleichzeitig rüber, das muss man(n) auch erstmal schaffen. Wobei das tuntige eher authentisch und die machohaften rapperbewegungen sehr aufgesetzt wirken.

4 Estland: nettes junges paar singt unaufgeregtes lied (erinnert schwer an die niederlande im letzten jahr) eine angenehme abwechslung zu den springinkerln aus israel. Auch die grafik auf der videowall wird zurückgefahren

5 United kingdom: swing, irgendwie retro und spießig mit neon- leuchteffekten, könnte man plastik- gute laune in dosen kaufen würd so ca. das rauskommen.

6 Armenien: mehrere sängerInnen besingen den völkermord in armenien vor 100 jahren. Dazu gibt’s grufti-ästhetik auf der videowall und irgendwie unpassend grinsende mimik. Weniger wäre mehr gewesen, gerade bei so einem thema. Dadurch etwas unstimmig.

7 Lithauen: wieder ein päärchen auf der bühne, banales lied über die liebe dazu gibt’s aufgesetzte fröhlichkeit und ein küsschen *gähn*

8 Serbien: schwer übergewichtige sängerin mit entsprechend großem stimmvolumen im weißen glitzerkleid singt „I´m different and that´s ok“ yo, eh. Geeigneter partyhit für jede gay-parade, von dem her könnts punkte abstauben

9 Norwegen: melancholische päärchen-ballade, in sich stimmig. Der anfang ruhig, dann wird’s zu überladen für meinen geschmack. Sehen beide sehr sympatisch aus….

10 Schweden: pathetisches lied und witzige strichmännchen-grafik auf der videowall. Ist bei den wettquoten favorit, mir ist das lied irgendwie zu „heroisch“, ich bleib bei meinem tipp italien machts.

11 Zypern: brav aussehender sänger mit brille und anzug singt braves liedchen und liegt nur manchmal und auch nur eine spur neben dem ton- oder das gehört zum lied, wie auch immer.

12 Australien: sehr straight und ohne patzer performter klassischer popsong mit der message „do what you want“

13 Belgien: der sänger befindet sich gerade im stimmbruch, interessante inszenierung mit roboterhaften tanzeinlagen, erinnert ästhetisch irgendwie an die 80er, performance gewinnt beim zweiten mal sehen dazu, fällt auf jedenfall auf

14 Österreich: ja, auch die sänger dieses jahr haben lange haare und bärte, trotzdem sind sie irgendwie die gegenthese zu conchita- eher so hetero-naturburschen-image und wenig glamurös. Dazu gibt’s ein ruhiges lied und ein brennendes klavier

15 Griechenland: eine ballade der krise mit dem titel „last breath“, irgendwas mit überlebenskampf und dazu gibts einen spektakulären dekoltee- ausschnitt bis knapp überhalb des schritts.

16 Montenegro: langweiliges lied mit opulenter lightshow und am schluss unangenehm militärisch- zackig anmutende posen der background-posiererinnen (tänzerinnen kann man in dem fall nicht sagen)

17 Deutschland: sehr konventionell, die sängerin wirkt unlocker und hat eine gekünstelte mimik, dazu gibt’s james-bond-intro inspirierte grafik auf der videowall

18 Polen: die sängerin sitzt im rollstuhl, dadurch erübrigt sich jegliche peinliche tanzeinlage, was eine angenehme abwechslung darstellt

19 Lettland: sängerin in roter robe, sperriges, nicht gerade eingängiges lied, dazu gibt es keinen tanz sondern eher so posen, die an die steifheit von ägyptischen gottesstatuen erinnern. Nicht ganz uniteressant.

20 Romänien: man versucht auf das schicksal von romänischen kindern aufmerksam zu machen, deren eltern im ausland arbeiten und die allein auf sich gestellt zurückbleiben- lobenswert, aber trotzdem wirken die arm dreinschauenden kindergesichter auf der videowall etwas deplaziert auf so einem glitzer- wettbewerb.

21 Spanien: viel pathos und rote robe, die dann wegfliegt und etwas glitzerndes rauskommt. Halbnackter backgroundtänzer, wilde beschwörungsgesten der sängerin- ein typischer song-contest-moment

22 Ungarn: sehr ruhige anti-kriegs ballade mit sternenhimmel-optik und wachsenden bäumen auf der videowall

23 Georgien: also ich persönlich find ja diese „ich bin die böse hexe aus einem fantasy-online-rollenspiel“- ästhetik schon etwas ausgelutscht, aber anscheinend stehn genug leute auf sowas. Dazu gibt’s die passende blitz+wolkenoptik und ein eingängiges lied. Könnte punkte abstauben

24 Azerbaijan: der beitrag erschließt sich mir nicht so ganz, irgendwie abstrakte tanz-performance, die glaub ich einen alptraum darstellen soll, oder so. ob das lied dazupasst, oder nicht, kann ich gar nicht sagen.

25 Russland: eines von diesen liedern, die jedes jahr gefühlte 10 mal aufgeführt werden, diesmal mit leuchtenden punkten am kleid.

26 Albanien: gute stimme aber das lied schwankt zwischen langweilig und aufdringlich aufgeregt.

27 Italien: wie schon verraten, ich glaub, die machens. Das eher konservative publikum kann sich die grande amore ganz brav und konventionell vorstellen, aber das lied macht sich auch auf jeder schwulenhochzeit gut. Stimmgewaltig, ohrwurmtauglich und sticht auf jedenfall raus.

von soulkitchen - am 23.05.2015 21:18

so, und woooo

kann man jetzt nachlesen, wie die punkte zusammengesetzt waren? (also jurie und televoting) da gabs doch immer diese listen....

von soulkitchen - am 23.05.2015 23:17

Re: der hauptcontest

Deutschlands Ergebnis ist verdient. Aber Österreichs Beitrag war jetzt so schlimm auch wieder nicht. Hat es das schon mal gegeben, dass der Gastgeber 0 Punkte bekam? Irgendwie unhöflich von den Gästen. Ihr hättet "Bilderbuch" nehmen sollen.

von SheItie - am 24.05.2015 05:52

Re: der hauptcontest

bilderbuch würd nie zum songcontest fahren.
yo, ich hab vorher schon gemeint, mindestens 2 punkte mehr als deutschland haben die makemakes eigentlich verdient. aber nayo.
wie findest du den gewinnerbeitrag?

von soulkitchen - am 24.05.2015 09:51

die juriewertungen haben den sieg italiens verkackt

im televoting hatte italien fast 100 punkte mehr als schweden.
https://eurovisiontimes.wordpress.com/2015/05/24/eurovision-2015-italy-won-the-televoting/

von soulkitchen - am 24.05.2015 10:35

Re: der hauptcontest

Nach dem ich den Beitrag von Schweden gesehen habe, stand für mich der Sieger bereits fest.

Eingängiger Pop, originelle Show und hübscher Schwiegersohn-Typ. Was braucht man mehr um zu gewinnen?

Ich selbst fand das Lied ESC-typisch belanglos.

Am besten hat mir noch Belgien gefallen.

Da Italien die Publikumsabstimmung gewonnen hat, bin ich doch froh, dass es auch die Jury-Wertung gibt.

von SheItie - am 24.05.2015 10:43

Re: so, und woooo

Hier ist es ganz ausführlich:
http://www.eurovision.tv/page/results?event=2083&voter=
als Exceldatei.

von yoghurtinator - am 24.05.2015 10:48

Re: der hauptcontest

D.h. frei übersetzt:
Schweden war nur vollkommen belanglos, Italien wäre aber noch schlimmer gewesen ?
Ja, so ähnlich sehe ich das auch.
Deutschland hätte übrigens von der Jury 24 Punkte bekommen, Österreich sogar 40.
Ob das jetzt für oder gegen die Jury spricht, wage ich nicht zu beurteilen ;-)

von yoghurtinator - am 24.05.2015 12:34

Re: der hauptcontest

Zitat
yoghurtinator
D.h. frei übersetzt:
Schweden war nur vollkommen belanglos, Italien wäre aber noch schlimmer gewesen ?


Yo :-)

von SheItie - am 24.05.2015 12:50

belanglos

triffts irgendwie perfekt.
ich hab halt das gefühl, wenn man die zugegeben nett gemachte grafik im hintergrund weglässt, bleibt da ned viel übrig. für die nächsten jahre befürchte ich, daß der schwerpunkt noch mehr in richtung optik geht, und mich haben die übertriebenen lichteffekte dieses jahr schon massiv genervt.

meinen persönlichen musikgeschmack trifft italien jetzt auch ned, aber das lied hat mehr polarisierungspotenzial- sowohl in dem, wie es abgelehnt wird, als auch in dem, für wie viel begeisterung es bei vielen gesorgt hat. rausgestochen hats jedenfalls mehr als schweden, was für mich mehr unter kaufhaus-musik fällt, die beim einen ohr rein und beim anderen sofort wieder rausgeht.

was ich mich eher frage, ist, was so ein sieg, der hauptsächlich über die juries entschieden wurde (anders als bei conchita, wo ja die juriewertungen eher gegen ihren sieg gesprochen haben, aber das publikumsvoting einfach deutlich genug war) für den musiker eigentlich bringen soll. denn die loite, die tonträger kaufen oder sich runterladen und die konzerte besuchen sind ja nicht aus den fachjuries zusammengesetzt. von dem her werden die tenöre wohl mit oder ohne esc sieg ihre musik weiterverkaufen, bei dem sieger aus schweden seh ich eher so ein one-hit-wonder vor mir.

von soulkitchen - am 24.05.2015 14:49

die jurie

also der grund, warum die juriewertungen wieder eingeführt wurden war ja glaub ich hauptsächlich der, diese "block-abstimmungen" zu verhindern oder zumindest etwas abzuschwächen. und da zeigt sich für mich, daß das nicht oder nur in sehr geringem maße funktioniert. entweder stimmen die jurien ganz genauso gehäuft für die nachbarn, und bestärken das block- ergebnis noch, oder die punktezahl wird um unwesentliches reduziert, was im gesamtergebnis sich kaum auswirkt. ob griechenland von zypern 12 oder nur 8 punkte bekommt und umgekehrt- who cares? das sind doch eh nur peanuts, die im mittleren drittel minimale punkteverschiebungen bewirken. andererseits haben die juriewertungen offensichtlich bei den votings, wos nicht drum geht, den nachbarstaaten punkte zuzuschanzen relativ großen einfluss, weil da schon mal locker der act, der vom publikum 10 oder 12 punkte gekriegt hätte auf drei oder vier pünktchen runtergestuft werden kann, und dafür eben ein beitrag ganz oben landet, der weder bei jurie noch beim pubikum platz eins wäre, aber halt bei beiden "eher" oben landet.

von soulkitchen - am 24.05.2015 14:59

ein hauch von nichts

Mein resumme zum song contest 2015

Als conchita letztes jahr gewonnen hat, war das medieninteresse groß und recht langanhaltend. Was sicherlich daran lag, daß hier nicht nur ein lied und eine performance gewonnen hat, sondern gleichzeitig eine botschaft, die interessiert und polarisiert hat.

Deshalb kann man den diesjährigen sieg von schweden auch nicht wirklich damit vergleichen, aber ich finde doch, daß, auch im vergleich zu früheren siegern (mit „nur liedern“ ohne botschaft) der diesjährige gewinner sehr schnell wieder von der medialen bildfläche weitgehend verschwunden ist. Und das liegt meiner meinung nach daran, daß dieses jahr eben das passiert ist, was passiert ist: daß der favorit der medienvertreter / der jurien ein ganz anderer war, als der favorit der televoter, und das erstere sich in der abstimmung locker durchsetzen konnten. Eine öffentliche auseinandersetzung darüber fand praktisch ausschließlich in foren, blogs, sozialen medien statt und wurde von offizieller seite bisher nicht kommentiert (falls jemand etwas dazu gefunden hat, bitte her damit).

Warum? Man will das sicherlich nicht an die große glocke hängen, um zukünftige televoter bei der stange zu halten- die sollen schließlich weiter anrufen, da geht’s ja um viel geld und quoten. Daß ihr wahlverhalten dabei schon mal ziemlich unerheblich im bezug auf das ergebnis ist, ist nicht gerade ein aushängeschild mit dem man die esc-community für sich gewinnt.

Ein gutes beispiel für die divergenz jurie und publikum bieten die deutschen ergebnisse: die jurie hat einstimmig lättland auf nummer eins gesetzt- ein beitrag, der beim publikum nur auf dem 12 rang landet, und der im endeffekt „von deutschland“ 6 punkte kriegt. Umgekehrt war der sieger des televotings italien, der aber bei der jurie nur auf platz 18 landet (1 platz hinter frankreich und sogar 4 hinter spanien) und daher in der gesamtwertung nur 3 punkte abstaubt. Wieviel da jetzt eine deutsche televoting- stimme für italien noch „wert“ war, braucht man sich gar nicht genau ausrechnen um zu behaupten: man hätte es auch eigentlich bleiben lassen können.

Dazu ist es interessant zu wissen, daß das neu eingeführte punktevergabe-regelwerk ein so starkes „runtervoten“ einzelner beiträge überhaupt erst ermöglicht, weil die beiträge von 1-27 gereiht und die ergebnisse überschnitten werden, und nicht wie davor, nur die vergebenen punkte von 1-12 ins gesamtergebnis einfliessen.

Wieviel „macht“ man damit den jurien einräumt, sieht man eben genau jetzt. Denn jurien sind letztendlich weitaus einfacher zu beeinflussen, als eine doch eher unberechenbare und heterogene masse an televotern. Dabei geht es noch nichtmal um beweisbare „ungereimtheiten“ und absprachen, die ja auch immer wieder vorkommen (dieses jahr wurden 2 jurieergebnisse deshalb für ungültig erklärt, letztes jahr gabs ebenso vorfälle in die richtung) sondern allein schon die auswahl der juriemitglieder kann stark richtungsbestimmend sein. Wie die einzelnen jurien zusammengesetzt sind, das bestimmen ja soweit ich weiß die fernsehanstalten der jeweiligen länder- die nun zusätzlich zu ihrer ausrichtung in der berichterstattung hier auch noch ein weiteres medium zur einflussnahme in das ergebnis bekommen. Die „durchmischung“ der jurie nach geschlecht, alter, breit gefächtertem musikalischen hintergrund scheint jedenfalls in vielen ländern nicht das ziel gewesen zu sein.

Mein vorschlag: statt der unnötigen vorentscheidungsshows, welcher musikalische act zum song contest geschickt wird (wo in ö eh immer nur bledsinn rauskommt, conchita wurde ohne vorentscheidungsshow vom orf einfach hingeschickt) sollte es lieber ein „wir wählen unsere jurie zum song-contest“ televoting geben. Damit würde man dem publikum auf indirektem weg mehr einflusss auf das ergebnis geben, als es beim direkten (selber für den favoriten beim esc anrufen) überhaupt möglich ist. Ich persönlich würde z.b. jeden ehemaligen und meist erfolglosen esc-teilnehmer von der juriebank verbannen (wieso sollten ausgerechnet ehemalige verlierer die experten sein?) und dafür hier in österreich zb. grissemann, stermann, tex rubinowitz etc. einsetzen.

Fazit: ein „stimmungsbild europas“ lässt sich meiner meinung nach aus dem sieger- ergebnis des diesjährigen esc nicht herauslesen. dafür sind die millionen von stimmabgaben per televoting zu wenig im ergebnis repräsentiert.

Daß das jurievoting gerade einem der „big 5“ den sieg vermasselt hat, kann man mit einem zynischen lächeln auch als gelungen bezeichnen. Immerhin wurden die jurien ja vorallem deshalb wieder eingeführt, damit die von blockabstimmungen benachteiligten großen 5 mehr chancen auf punkte haben. Es hat also eh genau die richtigen erwischt, sogesehn. Hinter den kulissen wird das aber sicher trotzdem für diskussionen sorgen, denk ich. Ich trau mich fast zu wetten, daß das wiederum „anpassungen“ des punktevergabe-systems zur folge haben wird.

Aus dem esc-sieg wirklich was rausholen könnte david guetta, dessen lied heroes äh lovers on the sun sich wie von selbst promoted : https://www.youtube.com/watch?v=JnTvAaHtQRU

von soulkitchen - am 26.05.2015 09:57

mir hat am besten dieser titel gefallen:

aus schweden:
Habits von Tove To

"high all the time to keep you off my mind..."
http://www.bing.com/videos/search?q=Tove+to+habits&FORM=HDRSC3#view=detail&mid=1543B5F0D2B25A142D091543B5F0D2B25A142D09

hör ich immer wenn ich mit meinen z4 über die landstrassen fahre.

von McFΙy - am 27.05.2015 21:18

mist!

war der remix. ist aber auch schwer durch dieser scheiss gema. so ne blöde kuh!

von McFΙy - am 27.05.2015 21:23
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