Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Zwischenwelt
Beiträge im Thema:
13
Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
yoghurtinator, Panic, soulkitchen, dr.yoghurt, SheItie

David Bowie

Startbeitrag von Panic am 11.01.2016 14:05

:(

I'm feeling very still
And I think my spaceship knows which way to go

Planet Earth is blue
And there's nothing I can do

Antworten:

Ups. Zeitgleich gepostet.
Kanns noch gar nicht glauben.

von yoghurtinator - am 11.01.2016 14:07
Er hat wohl sogar noch mit dem Album seinen Tod inszeniert. Er konnte es bis zum Ende nicht lassen.

Seine Musik hat mich seit ich 15 war begleitet. Hat mich jetzt emotional getroffen.

von Panic - am 11.01.2016 14:27
https://www.youtube.com/watch?v=iYYRH4apXDo

hat mich jetzt auch ein tränchen verdrücken lassen....

floating in the most peculiar way.... *nachwink*

von soulkitchen - am 11.01.2016 19:22
Stimmt, er war ein perfekter Selbstinszenierer.
Aber im Gegenteil zu vielen anderen Selbstinsznierern hatte seine Inszenierung immer Substanz.
Sein Album kam doch erst vor 3 Tagen raus.
Ich dachte mir noch gestern oder vorgestern, siehst, jetzt wird er langsam auch alt, weil Text und Musik so düster waren.
Aber dass er jetzt tot ist - unfassbar.
Kann das irgendwie gar nicht realisieren.

von yoghurtinator - am 11.01.2016 20:00
mein erstes david bowie erlebnis war glaub ich "der mann der vom himmel fiel"-> den hab ich mal in sehr jungen jahren gesehn (und zugegebenermaßen vieles nicht verstanden) einige szenen in dem film haben mich so beeindruckt, daß sie mich assoziativ bis heute begleiten.

und natürlich wie alle in den 80ern aufwachsende bin ich mit "wir kinder vom bahnhof zoo" sozialisiert.

vorallem faszinierend fand ich an ihm diese vielfalt an personen, die er verkörpert hat. ich hab da immer eine entsprechung gesehn zu meinem gefühl, daß EIN "ich" niemals ausreicht und daß ein spielerischer umgang mit der eigenen pluralität am fruchtbarsten ist.... es war einfach schön und inspirierend, seine (ver)wandlungen zu beobachten.

von soulkitchen - am 11.01.2016 21:58
Hast Du sein Video zu seiner aktuellen Single gesehen? "Lazarus".

Das geht schon hart an die Erträglichkeitsgrenze. Welcher Musiker ist schon mal so weit gegangen?
Aber Bowie hat schon immer das in Kunst umgewandelt, was ihn gerade besonders beschäftigt hat.

Er hat wohl schon länger gewusst, dass er sterben wird und das Album nur noch mit Mühe zu ende bekommen. So heißt es zumindest.
Kann man es besser hinbekommen? Dieses Album mit dieser Thematik erscheint an seinem Geburtstag, an einem Freitag. Direkt am ersten Werktag darauf kommt die Todesmeldung. Das ist Timing. Das kannste nicht lernen.

Die ersten Sätze von Lazarus:

Look up here, I'm in heaven
I've got scars that can't be seen
I've got drama, can't be stolen
Everybody knows me now

von SheItie - am 11.01.2016 22:28
David Bowie. Ich glaub, das erste, was ich bewusst von ihm mitbekommen hab, war mit 13 "Under pressure". In der Zeit etwa muss es auch gewesen sein, dass der Soundtrack zu "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" in meinem Ohr hängen blieb.
Mit 14 hörte ich, wie sich Falco im Interview als großen Bowiefan bezeichnete und dass Falcos "Helden von heut" eine Hommage an Bowies "Heroes" wäre, woraufhin ich mir im Gschäft ein Best-of-album vom Bowie angehört und erstaunt festgestellt hab, dass ich fast jedes Lied drauf vom Hören kannte.
Ich war zwar weder der große "Bowie-fan" noch ein Sammler seiner Platten, aber sehr viele seiner Songs hatten in verschiedensten Phasen meines Lebens plötzlich eine große emotionale Bedeutung für mich oder waren irgendwie prägend - puh, wenn ich da jetzt anfang, hör ich nicht mehr auf.

Seine Wandelbarkeit hat mich ebenso beeindruckt und puncto Inspiration, was die eigene Pluralität angeht, wie sie das geschrieben hat, da hatte er eine ganz ähnliche Wirkung bei mir.

Musikalisch fand ich an seinen Projekten mit andern Künstlern die Stilverschmelzung faszinierend, etwa mit Freddy Mercury oder mit Iggy Pop oder Nine Inch Nails.

Nur ein paar der Songs, die sich bei mir im Lauf der Zeit festgesetzt haben:

https://www.youtube.com/watch?v=xMQ0Ryy01yE
(wehr dich nicht gegen die Veränderung)

https://www.youtube.com/watch?v=WezuFTlF9e8
(übrigens animiert durch Nina Simone, die den Song 20 Jahre vorher aufgenommen hatte, wobei das Original auch nicht von ihr ist)

https://www.youtube.com/watch?v=fDXBeu3198c
(weniger im Drogenkontext des Albums, mehr im allgemeinen Sinn)

https://www.youtube.com/watch?v=VpdHMaccjw4
Der ganze Film wird eigentlich nur durch den genialen Soundtrack getragen.
Wie immer sehr pathetisch.
Einen Sinn fürs Pathetische hatte er definitiv :spos:

https://www.youtube.com/watch?v=aepBpZ3kXek
Erst vor ein paar Jahren hab ich den Film "Lost Highway" gesehen - boah, diesen Song hab ich dann lang gar nimmer ausm Ohr gekriegt. Dazu gibts auch noch jede Menge Remixes

eine arge Version von "Spaceboy":
https://www.youtube.com/watch?v=1X6KF1IkkIc

Und natürlich:
https://www.youtube.com/watch?v=K2wWWUvROuI
(ab 0:30)
Irgendwie ein Song übers Loslassen ...

von yoghurtinator - am 11.01.2016 23:47
Er hat sich bis zum Ende nicht gescheut, das zum Thema zu machen, was grad bei ihm Thema war. Und seis auch der eigene Verfall und das Ende.
Ich hab ja den Selbstinszenierer Bowie immer auch mit einem kritischen Aug geshen. Aber da ist keine Koketterie, er konfrontiert uns mit dem, was auch uns blühen wird: Der Untergang. Von dem weiß man ja nie so genau, wann er kommen wird.

Thomas Bernhard starb wenige Wochen nach der Uraufführung von "Heldenplatz". Vielleichtwar der Termin der Veröffentlichung noch ein allerletztes Ziel, das er unbedingt erleben wollte.

Nur traurig, dass ich ihn nie live on concert erlebt hab. Ich dachte immer, dafür wär noch Zeit.

von yoghurtinator - am 12.01.2016 00:01
Noch was:
Bowie + Nomi:
https://www.youtube.com/watch?v=4Z1rNXb56EQ
leider nur Akustik.
Eine TV-show Ende 70er, mit sehr beeindruckenden Bühnenkostümen

von yoghurtinator - am 12.01.2016 00:39
http://helengreenillustration.com/Time-May-Change-Me

von yoghurtinator - am 12.01.2016 21:53

Rückblickend eine ulkige Review

des Standard vom 8.1. zu "Blackstar":
http://derstandard.at/2000028709689/David-Bowie-Und-New-Yorks-Himmel-haengt-voller-Saxofone

Zitat

Einer der größten Popstars der Welt überrascht mit einer tiefenentspannten Platte, die – vielleicht – das Ende einer ruhelosen Suche markiert. David Bowie hat auf "Blackstar" in seinem siebzigsten Jahr Halt gefunden. - derstandard.at/2000028709689/David-Bowie-Und-New-Yorks-Himmel-haengt-voller-Saxofone


Tiefenentspannt.
Ende einer rastlosen Suche.
Halt gefunden.
Stimmt ja sogar alles irgendwie.

von yoghurtinator - am 19.01.2016 11:56

@ Panic

Weißt du als Bowie-experte vielleicht, wie groß bei den Instrumentalnummern auf "'Heroes'" und "Low" tatsächlich der Anteil von Eno war ?
Ich dachte immer, Eno hätte hier den Löwenanteil gehabt. Aber am Cover von "'Heroes'" wird zB bei "Sense of doubt" nur Bowie unter 'Musik' genannt.

Dieses Intro ist auch zu geil:
https://www.youtube.com/watch?v=Hkyp6HCqrs4
Überhaupt das ganze Album ist eines der stärksten überhaupt von Bowie, find ich.
Voller Überraschungen.
Und mit sehr geilen Drums.

von dr.yoghurt - am 26.01.2016 12:18
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.