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Zwischenwelt
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Erster Beitrag:
vor 2 Monaten, 2 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 2 Monaten, 1 Woche
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dr.yoghurt, McFǀy

Nordkorea

Startbeitrag von dr.yoghurt am 15.04.2017 11:26

Das sieht langsam wirklich böse aus. Keiner scheint nachzugeben, Kim Jong Un nicht und Trump auch nicht. Berichten zufolge lässt Kim bereits die Hauptstadt evakuieren. Sollten die USA wirklich Nordkorea angreifen, wird Kim selbst im mindesten Fall wohl mit der Bombardierung Seouls (10 Millionen Einwohner, nur 30km von der nordkoreanischen Staatsgrenze entfernt) antworten. Dass Nordkorea zumindest eine Kernwaffe der Stärke in der Größenordnung Hiroshimas herstellen kann, belegen seismologische Untersuchungen seiner Tests aus den Nachbarländern. Und selbst, falls seine Raketen noch nicht so weit sind, über kurze Strecken lassen sich Sprengköpfe auch mit konventionellen Kanonen abschießen - haben die Amerikaner seinerzeit bei den Nevadatests gemacht, damali9ge Reichweite waren 10 km. Möglich sind angeblich 30.

Antworten:

meinst du, dass er dann überhaupt noch antworten kann?
dass eine intervention stattfindet ist doch schon längst überfällig.

nuklearwaffen herzustellen is so ne sache ähnlich wie schwimmen. auch wenn man die theorie kennt, braucht man viel übung. erstmal muss ne kritische masse an u235 erreicht, aufgeheizt, und zum richtigen zeitpunkt neutronen gezündet werden und wir sprechen da von nanosekunden. es ist aber anzunehmen, dass wenn es die usa in den 40ern ohne moderne technologie geschafft hat, heute auch diktatorische stämme schaffen können. auf jedenfall ist das kein spielzeug und hat in kinderhänden nix zu suchen!

von McFǀy - am 15.04.2017 20:04
Der Zünder einer Uranbombe ist recht simpel. Du brauchst nur zwei unterkritische U235-massen mittels konventionellem TNT zueinander bringen, sodass diese in Summe kritisch werden und schon machts Bumm. Bei der Uranbombe ist der limitierende Faktor, dass die Urananreicherung sehr kostspielig ist und für die Uranbombe brauchst du viel höher angereichertes Uran als für Brennstäbe.
Bei der Plutoniumbombe ists umgekehrt. Plutonium kann man in einem Reaktor erbrüten lassen, ohne dass die Welt draußen was davon merkt. Und fast jedes Pu-isotop ist grundsätzlich waffenfähig. Hier ist aber der Zündmechanismus komplizierter. Das Targetprinzip der U-bombe haut hier nicht hin, da es zu einer vorzeitigen Zündung führen kann. Entweder fliegt dir dann das Ding schon im Labor um die Ohren oder es macht beim Einsatz nur eine mickrige Verpuffung. Jede vor Hiroshima getestete Bombe der Amerikaner war eine Plutoniumbombe, da sie sich bei der in Hiroshima eingesetzten Uranbombe ohnedies sicher waren, dass sie funktionieren würde.

Wie Kim Jong Un überhaupt zu so teuren Waffen kommt, ist natürlich fraglich. Vielleicht hat er früher von Russland oder China was zugesteckt bekommen. Aber dass er über eine Spaltbombe mit etwa 10 kT Sprengkraft verfügt (in etwa die Dimension von Hiroshima), kann man als gegeben ansehen, zumal beim letzten Test im September in den Nachbarländern zeitgleich erhebliche seismologische Ereignisse aufgezeichnet wurden (Erdbeben der Stärke 3.5). Fraglich ist hier eher, wie weit seine Trägerraketen sind. Aber die braucht er vielleicht gar nicht, liegt doch Seoul gleich hinter der Grenze.

Natürlich wäre eine Absetzung Kims wünschenswert, der betreibt ja Lagereinrichtungen ganz im Stil der Nazis. Die Frage ist, um welchen Preis? In Seoul leben auf einer Fläche, kaum größer als Wien, 10 Millionen Menschen (in Wien 1.8Mio), d.h. wir haben da eine sehr große Bevölkerungsdichte. Bei einem Angriff mit konventionellen Waffen wäre die Wahrscheinlichkeit für einen Vergeltungsschlag sehr hoch. Und einen massiven Einsatz von Fusionsbomben von Seiten der Amerikaner - falls einem schon 23 Mio. Nordkoreaner egal sind - würden die Russen kaum unerwidert lassen. Putin fühlt sich ohnedies schon brüskiert durch Trumps überraschendes Eingreifen in Syrien und Afghanistan.

von dr.yoghurt - am 15.04.2017 22:19
nein. in Spektrum 12/2016 gibt's da einen ausführlichen Artikel darüber in dem auch erwähnt wird, dass trotz vieler Youtube beiträgen von Grundschülern, das Wissen über Kernspaltung NICHT reicht um eine Atombombe herzustellen.
Plutonium kann im Labor nicht einfach so zünden, weil es eben die kritische Masse erreichen muss, bei der die durch Spaltung freiwerdenen Neutronen nicht größtenteils verloren gehen. Das Problem ist dabei wie bei Uran, dass es bei zunehmender Dichte heiss wird. Bei der kritischen Masse ist das ein paar Millionen Grad, und U235 wird bei 3000° gasförmig, und neigt daher dazu sich schnell wieder auszudehnen. also bleibt wenig zeit zur zündung durch neutronen, die wesentlich schneller sein müssen als die sich ausdehnenden atome. der unterschied bei Pu ist u.a., dass die eigenzündung durch eigene radioaktivitä vor der kritischen masset viel viel höher ist als bei u und daher noch weniger zeit zum aufheizen bleibt. alles ausßerhalb von diesem zeitpunkt verursacht eine "verpuffung", d.h. die entstehenden Neutronen werden zu stark abgebremst um eine Kettenreaktion aufrecht zu erhalten.
Ich denke du nimmst an, dass im labor die kritische masse erzeugt und dann in eine bombe verpackt wird? wie dur bereits beschrieben hast wird das durch sprengung verursacht, d.h. zwei unterkritische massen werden gegeneinander geschossen, ähnlich wie bie nuklearbeschleunigern, so dass auch die "zündneutronen schneller sind, als die thermische ausdehnung, aber das geht halt nicht so einfach wie bei MacGyver, da muss viel berechnet, justiert und getestet werden, um die richtige art von sprengung zu erzeugen.

Bildlich kann man sich den unterschied zwischen u- und pu bombe wie den zwischen otto- und diesemlotor vorstellen bei denen der katalysator fehlt, wobei pu=diesel,

Bei Hiroshima war es übrigens lt. Spektrum nur 1% des verwendeten u235 das "kettenreagiert" hat bevor es durch die thermische ausdehnung schon wieder zu spät war, also 0.64kg. wenn man das z.B. mit Kochsalz vergleicht, dann wäre das eine Menge von 230g. also ziemlich beeindruckend wie viel energie durch so wenig frei wird.

Ein Angriff der Amerikaner würde natürlich strategisch auf potentielle Abschussbasen zielen, so dass Kim keine chance mehr hat, irgendwas abzufeuern, aber das ist nur meine meinung, die USA hat da sehr sehr viel mehr strategische und pädagogische erfahrung.


übrigens ist da in dem zusammenhang auch die theorie von interstalleren reisen durch materie-antimaterie interessant, einfach daher, dass wir nach den heutigen möglichkeiten mindestents 50.0000 jahre brauchen würden, um genug antimaterie zu erzeugen, mit der wir dann zum nächsten stern (alpha-centauri, ca 1.5 parsec) kommen.

preisfrage (die wahrscheinlich nur edi berechnen kann):
wie groß müsste das materie-antimaterie verhältnis sein, um damit bei durchschnittlich 80% der Lichtgeschwindigkeit Alpha-Centauri zu erreichen?

von McFǀy - am 16.04.2017 00:58
Ich probiers mal mit einer Mischung aus Mäeutik und paradoxer Intension:
Wenn du meinst, dass Volksschulkinder nicht imstande sind, Atombomben zu bauen, wieso sind dann nicht viel mehr Länder im Besitz der Bombe?

von dr.yoghurt - am 16.04.2017 11:11
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