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Zwischenwelt
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Erster Beitrag:
vor 3 Monaten, 4 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 3 Monaten, 3 Wochen
Beteiligte Autoren:
dr.yoghurt, pastperfect, soulkitchen

Sterben ist im britischen Parlament verboten

Startbeitrag von dr.yoghurt am 20.06.2017 21:00

http://mobil.derstandard.at/2000055108548/Das-sind-die-irrwitzigsten-Verbote-der-Welt

Zitat

In Großbritannien ist es per Gesetz verboten, im Parlament zu sterben, denn dieses hat den Status des Palastes der Königsfamilie. Demzufolge hätte die verstorbene Person das Recht, mit allen Ehren der Krone ein staatliches Begräbnis zu erhalten. Aus diesem Grund werden alle, die im Parlament eine Ohnmacht oder einen Anfall erleiden, schleunigst von den Saaldienern hinausbefördert. Und falls jemand darauf kommen sollte, das Parlament in einer Rüstung zu betreten – dies ist ebenfalls verboten.


Ich finde ja faszinierend, dass man nicht einfach ein Gesetz verabschiedet, wonach nicht mehr jeder, der im Parlament stürbe (etwa, weil er in heimtückischer Absicht dort stirbt, um sich ein Staatsbegräbnis zu erschleichen), automatisch ein Staatsbegräbnis bekommt. Stattdessen müssen die Saaldiener jeden, der nach Obankeln ausschaut, schnell rausbefördern. Stell ich mir praktisch ganz schön stressig vor.

Auch bemerkenswert:
Zitat

...Dies ist beispielsweise auf den Philippinen der Fall, wo Frank Sinatras "My Way" 2010 in Karaoke-Lokalen verboten werden musste, da es seinetwegen zu Zwischenfällen bis hin zu Mord gekommen ist. Denn in den letzten zehn Jahren vor dem Verbot gab es mindestens ein halbes Dutzend organisierte Streitereien, die für den Interpreten einer "miserable Versionen" des besagten Liedes zum Tod führten. Obwohl die Behörden nicht nachweisen konnten, dass die tödlichen Querelen Sinatras Song zur Ursache hatten, bezeichnete die Presse die Taten als die "My-Way-Verbrechen"...
:
Ich dachte beim Lesen zuerst, da hat einfach jemand einmal zu oft die Sinatraschnulze gehört. Wobei wenig bekannt sein dürfte, dass den englischen Text zu "My Way" (die Musik entstammt dem französischen Song "Comme d’habitude") um ein Haare David Bowie geschrieben hätte. Paul Anka kam ihm mit dem Sichern der Rechte aber zuvor. Bowie verarbeitete die Ideen zu dem Song dann weiter zu "Life on Mars" *abschweif*
Dass die Sinatrainterpretation zum Morden anregt ... vielleicht gibts andere Songs, deretwegen gemordet wird, aber weil keine Statistiken darüber geführt werden, können sie weiterhin ihr Verderben über die Menschen bringen. Und vielleicht einen britischen Abgeordneten dazu treiben, im Parlament zu sterben.

Antworten:

und was passiert mit jenen, die das gesetz brechen, und einfach trotzdem im parlament sterben- z.b. ganz plötzlich, ohne, daß sie jemand noch schnell rausbefördern kann... oder an einem ort, wo mans nicht gleich bemerkt (am häusl, oder so)... ? müssen die dann noch eine gefängnisstrafe absitzen, bevor sie ein staatsbegräbnis kriegen? :wirr: oder eine verwaltungsstrafe zahlen?

von soulkitchen - am 26.06.2017 09:13
Die kriegen dann wohl oder übel ein Staatsbegräbnis mitt allen Ehren. Oder man nimmt zum Ermitteln des Todezeitpunkt einen Arzt der Royals, der eidesstaatlich erklärt, dass er 3 Stunden später noch einen einzelnen Pulsschlag wahrgenommen hätte. :beknackt:
Totenflecken? - Geh bittich, des san WImmerl.

von dr.yoghurt - am 27.06.2017 10:38
Mit dem Tode ist jegliche Strafverfolgung hinfällig, aber Gesetzesbrecher kriegen kein Staatsbegräbnis.

Insofern ein cleveres Gesetz, auch wenn es auf den ersten Blick absurd wirkt.

von pastperfect - am 28.06.2017 09:19
Wenn die Strafverfolgung hinfällig wird, wie soll dann aus dem Verstorbenen ein Gesetzesbrecher werden? Der Gesetzesbruch ist ja nur auf dem Verfahrensweg nachzuweisen. Ich vermute außerdem, dass Sterben im Parlament kein Verbrechen sondern ein Vergehen darstellt, quasi eine Ordnungswidrigkeit.

Das Ganze würd eher auf der privatrechtlichen Schiene laufen. Privatrechtlich klagen kann man ja eh alles. Trauernde Hinterbliebene versus die englische Krone. Ich nehm mal an, dass letztere eine gute Rechtsschutzversicherung hat.

von dr.yoghurt - am 28.06.2017 13:22
Tja, keine Ahnung. Bzgl.der Juristerei halte ich es mit Friedrich Wilhelm I.: "Wir ordnen und befehlen hiermit allen Ernstes, dass die Advocati wollene schwarze Mäntel, welche bis unters Knie gehen, unserer Verordnung gemäß zu tragen haben, damit man die Spitzbuben schon von weitem erkennt."

Vielleicht findet ja ein Verfahren in Abwesenheit des Angeklagten statt.

Und das Staatsbegräbnis wird so lange aufgeschoben, bis die zweifelsfreie Unschuld des Angeklagten feststeht. Wenn er vorher anfängt, schlecht zu riechen, muss er halt auf den Union Jack als Sarg-Deko verzichten.

Ein guter Brite verklagt die Krone nicht - nicht mal, wenn er tot ist. Da spukt er höchstens des Nachts durch's Parlament.

von pastperfect - am 29.06.2017 06:44
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