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Forum:
Forum Hochbegabung bei Kindern
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 12 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
christelsch, Takahe, MarionPE, MichaelaM

Schon wieder Hochbegabung

Startbeitrag von christelsch am 27.06.2007 22:15

Hallo,
es trifft uns schon in der dritten Generation
Die erste Betroffene war ich. Die Aufnahme in diesen komischen Verein für Leute mit hohem IQ habe ich vor 40 Jahren abgelehnt, weil ich normal leben wolllte.
Dann kam mein Sohn, Es gab wegen seiner Hochbegabung eher Probleme als schöne Seiten. Der Kindergarten war hin und weg, aber für mich zählte seine soziale Entwicklung zur Einschulung. Dann kam die Langeweile. Wir haben uns als Eltern stark zurückgenommen und nur soziale Entwicklung gefördert und Bildungshunger nur schwerfällig erfüllt. (Ich wußte von mir wie doof ich alle fand) Wir dachten wir könnten seine Sozialentwicklung mit seiner sonstigen Entwicklung zusammen bringen. Unser Ergebnis war, dass er das Lernen lernen nie gelernt hat. Was man logisch erfassen kann wußte er immer, was er in sein Langzeitgedächnis hätte transportieren müssen, hat er nicht getan, weil er sich immer wieder mit neuen interessanten Problemen beschäftigt hat. Die Folge war, dass er gerade mal eben so Abitur gemacht hat. Er hat sein Studium geschmissen, weils ihm zu "öde" war. Er arbeitet heute nach zwei erfolgreichen Lehren (Koch und Mediengestalter) erfolgreich in der Werbebranche, weils ihm die Möglichkeit bietet Sein "Ding" zu machen.Zweimal hat er sich entschlossen eine Lehre zu machen für die er nach einem Eignungstest nie geeignet gewesen wäre. Er wollte jedesmal die Herausforderung an sich stellen ob er das schafft. Beide Lehreen hat er erfolgreich beendet.
Jetzt kommt meine Enkeltochter. Sie ist 22 Monate alt. Sie saugt auf wie ein trockener Schwamm. Heute z. B. hat sie mich aufgefordert mit ihr ein Bild anzusehen, auf dem Männer mit Hüten und Waffen zu sehen waren. Dann hat sie mir mitgeteilt, dass es sie erschreckt , weil die Männer böse seien. Bei der gemeinsamen Mahlzeit hat sie erzählt, dass Männer auf dem Bild sie erschreckt haben und sie Angst gehabt habe und Oma sie in den Arm genommen habe und dass dann die Angst weg gegangen sei. Das erzählt sie mit vielen Gefühlsregungen, sie macht alle Stimmungen nach und sie ist 22 Monate alt. Zu ihrer allgemeinen Entwicklung ist zu sagen, dass sie z. B. alle gängigen Farben kennt und benennt. Sie spricht in normalen Sätzen, während Gleichaltrige Einwort- oder Zweiwortsätze bilden. Ich kann sie garnicht, wie meinen Sohn damals auf Sozialentwicklung fixieren, sie ist jetzt schon weiter. Gleichaltrige Kinder bezeichnet sie als Babys. Hochbegabt ist wie eine Krankheit, wenn man nicht die richitgen Medikamente findet, dann endet es im Chaos. Was sollen wir nur tun mit dem kleinen klugen Menschlein?

Christel

Antworten:

Hallo Christel!

Schai Dir mal mit Deinem Sohn den Film "Nummer 5 lebt" an. Euer Kind ist "Nummer 5" wie so viele Kinder hier (meine auch). Mein Lieblinsssatz in dem Film ist "Brauche Input".

Gib ihr den Input, den sie braucht, halte Dich nicht an Altersangaben, sondern an das, was sie verlangt. Manchmal kann man sich mit Kassetten oder Puzzlespielen ein paar freie Minuten erkaufen, aber ich verspreche Dir, Du wirst ständig neue anschleppen müssen. Und dann darfst Du Dir den Inhalt wortwörtlich anhören. Vermeide Benjamin Blümchen, den kann man nicht ertragen, achte schon jetzt auf Angebote....

Und ansonsten? Ihr habt ja schon lange Erfahrung. Vermeidet fehler, macht es besser, aber fühle Dich niemals schuldig. Du hast damals aus einer Situation heraus Entscheidungen getroffen, sicherlich wohlüberlegt und nicht leichtfertig und damit waren sie damals richtig, und nur das zählt. Das ist etwas, was ich allen Leuten hier sage. wohlüberlegte Entscheidungen sind immer zu dem Zeitpunkt richtig (außer bei der Rechtschreibung von Legasthenikern), wenn sich die Situation später ändert, kann niemand etwas dafür, das konnte man nicht vorhersehen.

Nimm es leicht und genieße es so eine tolle Enkeltochter zu haben

Marion

von MarionPE - am 28.06.2007 13:21
Hallo Ubi,

du sprichst ein wahres Wort gelassen aus. Ich zitiere mal Götz Müller, einen Psychologen, der sich mit HBs beschäftigt:

"HB gibt es in Kombination mit jeder denkbaren Eigenschaft und auch mit allen vorstellbaren Problemen. Aber selbst dann ist man besser dran als wenn man diese Probleme ohne HB hätte."

Michaela

von MichaelaM - am 28.06.2007 14:11
Hallo Ubi,
ich unterstütze deine Meinung. Ich arbeite im sonderpädagogischen Umfeld mit minderbegabten Kindern. Dort finde ich Eltern vor, die sich für die Minderbegabung ihrer Kinder schämen. Fast nie kann man sachlich sprechen. Ich erlebe bei Elterngesprächen von minderbegabten Kindern eine ganz andere Elternschaft, wie privat Gespräche über hochbegabte Kinder. Angehörigen von hochbegabten Kindern wird immer ein Elternstolz und überzogenes Darstellen ihrer Kinder unterstellt. Andere Eltern wenden sich ab, weil "die so angeben". Das ist auch mein Grund zur Sorge. Bei unserem Sohn gab es da schon so besondere Situationen im Kindergarten und in der Grundschule, die ich reduzieren musste, um nicht den Eindruck zu erwecken, dass er was "Besonderes" ist.
Bei, Ida, meiner Enkeltochter, wird es jetzt aber extrem. Die kann man nicht mehr klein halten. Wenn sie Leuten begegnet, die sich mit ihr in der üblichen Babysprache unterhalten wollen, guckt sie mich immer sehr wissend an ( so sehe ich das) und sagt nichts. (eigentlich schon ein arrogantes Verhalten) Sind die Leute weg, gibt sie ihre Kommentare ab. Sie sagt natürlich nicht, dass die Leute was Dummes gesagt haben, aber sie führt es als ad adsurbum auf. Sie erklärt mir z. B. dass ein Auto kein tut tut macht oder ist, sondern fahren kann. Ganz konkret: "Guck mal, da kommt ein Auto.Das macht tut. tut" .Sie sagt erst als die Frau weg ist:"Nein Auto tut, tut macht, Auto fahrt, dann Auto weg".
Christel

von christelsch - am 06.07.2007 21:37
Hihihi....

liebe Christel,

das erinnert mich an meine Tochter, die mit ??? (wann war das nur?) immer das Gemüse im Supermarkt auswiegen wollte. Da gab es eine Waage ohne Bildchen, nur mit Nummern von 1-100. Ich hab ihr die Zahl gesagt und sie hat sie eingegeben, ohne Irrtum. Die Frauen drumherum, die ganz pikiert guckten (woher weißt du das denn schon), hat sie angegrinst.

Sei froh, dass sie mit Menschen nicht spricht, die Babysprech benutzen. Sonst würde sie anfangen sie zu verbessern. Nettes Kind. Spricht über Gefühle - toll! Fördert das. Das ist unbezahlbar!

Versuche, die Intelligenz deiner Enkeltochter als Chance zu sehen, nicht als Risiko. Wenn es Probleme gibt - ihr seid alle inzwischen erfahren genug, sie zu meistern.

ciao

takahe

von Takahe - am 08.07.2007 22:19
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