Von der 1. in die 3. Klasse? Wer hat Erfahrungen?

Startbeitrag von Ela am 18.07.2002 13:27

Hallo!

Meine Tochter soll nach den Ferien direkt in die 3. Klasse gehen. Wer hat schon Erfahrungen damit? Wie sag ichs meinem Kinde? Was muß ich alles in die Wege leiten?

Bin für jede Antwort Dankbar!

Gruß

Ela

Antworten:

Ich!

Hallo Ela!

Meine Tochter ist, allerdings schon nach 3 Monaten, von der 1. in die 3. Klasse gekommen.

Mich wundert, dass du sagst: Wie sag ich's meinem Kinde?
Weiß sie etwa von nichts? Sie muss sich doch unwohl gefühlt haben oder sonstige Erlebnisse gehabt haben, die euch dazu bewogen haben, sie springen zu lassen.

Meiner Meinung nach brauchst du nur abzuwarten. Du wirst ja sehen, wo sie nachlernen muss, dann machst du eben mit ihr die Hausaufgaben zusammen. Ansonsten ist es ja gewünscht, dass sie sich ein wenig anstrengen muss.

Der Rest ergibt sich von allein. Kinder sind ja glücklicherweise schön unkompliziert. Meine Tochter wurde von der Klassengemeinschaft sehr gut empfangen, was schon die halbe Miete war.

Viele Grüße,
Anja

von Anja - am 18.07.2002 16:09

Re: Ich!

Hallo Anja!

Vielen Dank für Deine schnelle Antwort.

Ja, irgendwie weiß meine Tochter von nichts, glaub ich jedenfalls. Auf jeden Fall weiß sie noch nichts davon, daß sie springen soll, da dies erst vorgestern abend besprochen wurde und auch erst noch von einer Ärztin abgesegnet werden soll. Bevor nicht alles ganz feststeht, kann ich ihr ja nichts sagen. Ich fürchte, daß sie das Springen strikt ablehnen wird. Was soll ich denn dann machen?

Bezüglich ihrer Hochbegabung war ich sehr vorsichtig mit meinen Formulierungen, da sie gegenüber ihren Mitschülern zum prahlen neigt und ich nicht weiß, ob sie das hiermit nicht auch tun würde. Ich habe ihr vorsichtig zu verstehen gegeben, daß sie eben schon ziemlich schlau sei. Sie äußert sich aber eh zu nichts. Den Test hat sie so hingenommen, den Arztbesuch auch. Sie sagt und fragt nichts zu diesem Thema.
Ansonsten fragt sie allerdings eine Menge.

Ja, es gab natürlich Anzeichen/Probleme. Hauptaspekt sind ihre täglichen Bauchschmerzen, Übelkeit und fast Erbrechen.

Gern würde ich mit ihr die Hausaufgaben machen, aber das läßt sich zeitlich sehr schwer verwirklichen. Da muß ich mir echt was einfallen lassen.

Wie groß waren denn die Wissenlücken bei Deiner Tochter und wie lange hat sie für das Aufholen gebraucht? Wie weit ist sie jetzt? Langweilt sie sich schon wieder? Wollte sie springen? Was muß ich an bürokratischen Hürden überwinden? Ich weiß leider noch gar nichts und das, obwohl es nur noch 6 Wochen bis zum Beginn des nächsten Schuljahres sind.

Liebe Grüße

Ela

von Ela - am 18.07.2002 19:27

Re: Ich!

Hallo Ela,
da habt ihr aber eine Menge vor.
Bei meinen Erfahrungen kann ich nur für Schleswig-Holstein sprechen.

Wenn ich dich richtig verstehe, hast du formal noch nichts unternommen, außer dass die Ärztin das Springen empfiehlt, ist das richtig?

Ehrlich gesagt, wüsste ich jetzt nicht, wie man das in den Sommerferien gebacken kriegen soll. Denn die Schulleiterin muss dem stattgeben, es müssen Klassenkonferenzen abgehalten werden, um nur die mindesten Hürden zu nennen. Realistischer ist da schon, dass deine Tochter während des nun kommenden 2. Schuljahres in das 3. springt, z. B. zur Probe und, sobald es geht, mit endgültiger Wirkung nach den Herbstferien. Der Sprung hat bei uns brutto ca. 3 Monate gedauert. Dadurch hättest du auch die Zeit, deiner Tochter das Unterfangen schmackhaft zu machen. Denn dass sie es ablehnen wird, halte ich nicht für eine gute Ausgangsposition. Ihre Vorbehalte sind aber womöglich auszuräumen, wenn die Meinung von dir und der Ärztin richtig ist, dass es ihr in der neuen Klasse beser gehen wird. Denn Übelkeit, Bauchschmerzen (bei uns bis hin zu Ohnmachtsanfällen) sind natürlich auf Dauer kaum auszuhalten.

Die Wissenslücken waren nicht schlimm und kaum vorhanden. Der größte Akt war, dass meine Tochter nach dem Sprung die Schreibschrift können musste bzw. sich in Windeseile aneignen sollte. Die Angst davor hat mich lange vom Sprung abgehalten. Meine Tochter hat uns aber alle in Erstaunen versetzt, indem sie sich die Schreibschrift innerhalb von 6 Wochen selbst beigebracht hat. Während ich noch überlegte, wann sie die Hausaufgaben von Druck- auf Schreibschrift umstellen könnte, kam sie mit schreibschriftlich angefertigten Schulaufgaben nach Hause.
Ich vermute, dass bei entsprechender Motivation deine Tochter auch so einen großen Sprung schaffen würde. Wenn alles stimmt, steigt ihr Wohlbefinden gleich derart, dass die Motivation Wunder bewirkt.
Leistungsmäßig ist sie nun im oberen Drittel der Klasse. Sie langweilt sich nicht, obwohl sie z. B. in Mathe mehr könnte. Sie ist rundum zufrieden mit dem, was ihr abverlangt wird. Manchmal merkt man ihr junges Alter daran, dass sie doch mal eine Pause mehr braucht. Danach freut sie sich wieder auf die nun passenden Anforderungen. Bei uns ist dieser Fall bilderbuchmäßig gelaufen.

Ich kenne es aber auch anders. Deshalb sollte alles schon gut vorbereitet sein.

Trotzdem: Aufregend und aufwühlend war es schon, denn rein rechtlich hat man als Eltern keinerlei Handhabe, man ist allein auf das Wohlwollen des Rektors, der Lehrer und Klassenkonferenzen angewiesen.

Viele Grüße,
Anja

von Anja - am 18.07.2002 21:48

Re: Ich!

Hi Anja!

Ja, ich sehe da auch so meine Probleme, das bis nach den Sommerferien zu organisieren, zumal wir auch noch eine neue Direktorin bekommen. Außerdem hat unser Kinder- und Jugendpsychologe es nicht für nötig gehalten, einen Bericht an unsere Ärztin zu schicken. Er meinte, wir wären ja nur zweimal da gewesen und da dacht er, das wäre nicht nötig. Na der hat vielleicht Nerven. Einen Bericht über die Vorbesprechnung zum Test hat er verfaßt, aber nicht über die Testung selbst.
Das hat er mir mal eben so persönlich vor den Kopf geknallt und ich konnte dann sehen wie es weitergeht. "Gebt ihr einfach zusätzliche, schwerere Aufgaben", hat er gemeint. Das ging natürlich mächtig in die Hose.

Bisher haben wir die Empfehlung für das Springen "nur" von der Vorsitzenden unserer Regionalgruppe der DGHK. Aber ich denke, die sollte es wissen. Sie hat selbst zwei von der "Sorte" und hat schon viele Kinder bei diesem Schritt begleitet.

Da ich die Lehrerin der Klasse, in die sie möglichst springen soll, privat kenne, denke ich, daß ich das mit ihrer Hilfe hinkriegen werden und ich denke, auch in den Sommerferien kann man da was machen. Wir werden sehen. Erstmal muß dieser blöde Bericht endlich ankommen.

Vielen Dank für Deine Ratschläge!

Gruß

Ela

P.S.: Wenn meine Ausführungen sehr chaotisch erscheinen sollten, verzeihe es mir bitte, ich bin im Moment irgendwie total durch den Wind.

von Ela - am 19.07.2002 05:12
Hallo Ela,

mich interessiert auch in welchem Bundesland ihr wohnt. Ich könnte dir weiterhelfen in Niedersachsen.

Wir haben den Sprung 2 in 4 durchgezogen und unserem Sohn hat es gut getan.

Wie gesagt, das Bundesland ist wichtig und schreib mir welche Bedenken du hast. Wir haben auch lange als Eltern gegrübelt und unser Sohn fand es nur erleichternd endlich etwas anderes zu machen.

Im Übrigen, ohne deine Tochter geht es nicht. Wenn ihr euch jetzt mit Ärzten usw. Gedanken macht und eure Tochter will dann nicht, wird es nicht klappen.

Schreib noch mehr, was sie weiß, vielleicht habe ich dann noch einige Tipps.

Sabine L.

von Sabine L. - am 20.07.2002 08:29
Hallo Sabine!

Vielen Dank für Deine Antwort! Wir wohnen in NRW, es wäre aber trotzdem interessant zu erfahren, wie das bei Euch gelaufen ist.

Meine Bedenken sind eigentlich nicht, daß unsere Tochter den Stoff nicht schaffen könnte, sondern, daß sie einfach zu viel Angst vor diesem Schritt hat. Ich kann zu ihr gar nicht ehrlich sein. Würde ich zum jetzigen Zeitpunkt auch nur die kleinste Andeutung über diese Veränderung machen, hätten wir 6 Wochen lang die Hölle auf Erden mit ihr. Oft will sie etwas und traut es sich aber nicht zu. Ich muß sie oft austricksen, um ihr zu helfen, weil sie sich immer so verrückt macht (von wem hat sie das bloß???? grins!!). Sie wird definitiv sagen, daß sie nicht will, weil ihr alles Neue Angst macht und sie dann für Argumente oft unzugänglich ist.

Ich habe mir aber schon etwas ausgedacht, wie es, sollte es soweit wirklich kommen, klappen könnte. Ich bin mit der Lehrerin der in Frage kommenden Klasse gut bekannt. Meine Tochter mag sie sehr. Ich denke, daß sie eine Einladung für eine Weile "Ausprobieren" in dieser Klasse durch diese Lehrerin nicht ausschlagen wird und hoffe, daß sie sich in dieser Zeit so wohlfühlt, daß sie dann nicht mehr weg will. Ihre derzeitige Lehrerin ist nämlich auch nicht gerade der einfühlsamste und warmherzigste Mensch. Und gerade das braucht mein Kind.

Bin für alle Tips dankbar!

Liebe Grüße

Ela

von Ela - am 20.07.2002 08:59
Hallo Ela,

Ich will dir gern von uns berichten. Also in Nds. ist so, dass es im Schulgesetz sogar verankert ist, das Springen anzubieten bzw. auf Antrag der Eltern zu ermöglichen.

Wir haben also einen formlosen Antrag an die Schule gestellt, dass unser Sohn(trotz mittelmäßiger Leistung) die 3. Klasse überspringen kann. Dieser Antrag ging dann in die Klassenkonferenz und seine abgebende Lehrerin war dagegen hat sich aber raus gehalten.

Somit wurde unser Antrag genehmigt und es konnte losgehen. Leider hatte unsere aufnehmende Lehrerin keine Ahnung worauf es ankommt und sie hatte die Meinung, die bösen Eltern, was die ihrem Kind antun. Wenn er wirklich so schlau ist, warum bleibt er nicht in seiner alten Klasse und schreibt 1 und 2.
Hat sie wirklich so zu mir gesagt.

Unser Sohn war richtig glücklich, entwickelte unter der neuen Situation aber einen kleinen Tick. er hat sich ständig geräuspert. Aber er war Morgens nicht mehr krank und seine ständigen Bauch- und Kopfschmerzen waren weg. Bis heute.
Sonst hat die Klasse ihn ganz gut aufgenommen und er hat sich gut entwickelt.

Leider hat er sein Selbstbewußtsein immer noch nicht richtig aufbauen können. Er blockiert bei neuen Sachen auch erstmal und sagt:" das kann ich nicht." Deshalb war es wichtig den Schritt zu gehen, da er jetzt mal für sich eine Leistung erbracht hat.

Leider war der gute Zustand nach ca. 3 Monaten fast weg, da er sich wieder gelangweilt hat. Er langweilt sich auch jetzt in der Schule (kommt jetzt in die 6.) aber er kann erstaunlicherweise gut damit umgehen.

Seine jetzige Lehrerin ist ganz offen für das Thema hb und läßt ihm viele Freiheiten und Möglichkeiten mal etwas anderes zu machen.

Also es ist wichtig, dass die aufnehmende Lehrerin mitspielt und das ist bei euch wohl kein Problem. Hast du die Lehrerin schon direkt angesprochen. Denn auch oft gute Bekannte haben plötzlich kein Verständnis mehr.
Dann mach es so mit deiner Tochter, lass dich aber nicht auf einen Handel mit der Schule ein, erstmal ein Springen auf Probe. Dann steht deine Tochter nämlich die ganze Zeit auf dem Prüfstand. Es ist am Anfang wichtig, sie in die Klasse zu integrieren. Die meisten Lehrer schauen aber auf die Leistung und wollen diese Kinder gleich wieder an der Klassenspritze sehen. Ist absoluter Blödsinn, denn wenn sie von Anfang an alles könnte, könnten sie ja noch eine Klasse überspringen. Die Leistungen kommen wieder, sind aber erstmal unwichtig.

Du müßtest also schnellstens in der Schule aktiv werden.
Bei uns ist es so, dass die Lehrer eine Woche früher wieder anfangen, wenn das bei euch auch so ist, kannst du in dieser Woche noch viel erreichen. Dann kann die Rektorin z.B. zustimmen, sie geht nach den Ferien in die neue Klasse und dann wird die Klassenkonferenz (bei uns reine Formsache) einberufen.

Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen, bei uns war es wirklich gut.

Wenn du noch Fragen hast, schreib und frag, frag, frag.

bis dann Sabine L.

von Sabine L. - am 20.07.2002 10:01
Hi Sabine!

Oh ja, Du hast mir sehr geholfen! Das hört sich doch wirklich mal nach Hoffnung
an. Sobald wir aus unserem einwöchigen Urlaub (Mo gehts los) wieder da sind,
gehe ich mit Volldampf praktisch an die Sache. Theoretisch reichts mir nämlich
schon langsam. Ich kann nur noch schlecht schlafen, wache mitten in der Nacht
auf und denke auch sonst an nichts anderes mehr als an meine Tochter und das
Springen. Im Moment nichts unternehmen zu können, macht mich schier wahnsinnig.

Liebe Grüße

Ela

von Ela - am 20.07.2002 10:52
hallo Ela,

unser sohn 8 springt nach der ferien aus der dritten klasse in thüringen in die fünfte in hannover.

es gab keine große probleme.

die aufnehmende schule hat zeugnisse und gutachten kopiert,
wir haben antrag geschrieben.
mussten wir noch empfelung der abgebenden schule einholen. den antrag haben wir zwei tage vor ferien gestellt. mit dem zeugnis hat sohn gleich auch die empfehlung erhalten.
sollte es nicht klappen, war vorbereitet, er geht für zwei wochen in hannover in die vierte klasse. wird gleich getestet, bekommt die empfelung und springt sowieso.

sohn war begeistert, wir haben es trotztdem gemeinsam in der alten schule noch eine woche geheim gehalten, bis die zeugnisse geschrieben wurden.
sohn hat müstergültig mitgespielt.
er hatte auch vom gymnasium in thüringen die angebot zu springen gehabt.

bei uns in der schulfragen wird zuerst alles mit kinder besprochen, erst dann mit behörden.

grüßt eugen

von eugen - am 22.07.2002 19:35
hallo,

bei uns lief von 3 nach 4 zum letzten halbjahr problemlos. kind wollte, antrag gestellt, dann lief es. nur: die aufnehmende klasse wird zugeteilt (nichtmal der aufnehmende lehrer wurde vorher informiert).nichtmal was nachlernen war erforderlich.

bye. h

von hubert - am 22.07.2002 20:42
Hallo Eugen!

Vielen Dank für die Antwort. Ich würde auch alles gern mit meinem Kind
besprechen, aber in solchen Dingen ist sie wirklich noch sehr unreif und
versteht, glaube ich, den Sinn und Zweck des ganzen nicht. Deswegen habe ich ja
auch immer noch große Zweifel, ob das wirklich richtig ist.

Gruß
Ela

von Ela - am 28.07.2002 11:22
Hallo Hubert!

Danke für Deine Antwort. Hat man bei der Auswahl der Klassen denn kein Mitspracherecht? Aus welchem Bundesland kommt Ihr?

Gruß

Ela

von Ela - am 28.07.2002 11:24
hallo,

wir hatten kein Mitspracherecht. Wir wurden darauf hingewiesen, dass man sich die aufnehmende Klasse NICHT aussuchen kann. Dies war bei einem anderen Kind genauso. Wir kommen aus Niedersachsen. Unsere Tochter wurde dann wenige Tage nach der Konferenz aus der alten Klasse in die aufnehmende gebracht. Obwohl mutmaßlich auch die aufnehmende Lehrerin nicht informiert war, lief alles prima.

MfG H

von hubert - am 29.07.2002 21:58
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