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Informationen zum Thema:
Forum:
Forum Hochbegabung bei Kindern
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Anja, Sandy H, b., LennierX, Grit

Gefuehle der Eltern

Startbeitrag von Grit am 04.10.2002 15:38

Erst mal moechte ich uns kurz vorstellen. (Einige kennen meine Tochter und mich schon aus anderen Foren, nicht war Ulrich? gggg)
Mit ungefaehr 3 1/2 fiel mir auf, dass mein Kind anders ist. Nicht nur durch Kommentare wie "Jaja, dein Kind wieder".
Warum? Sie war einfach nur zufrieden, wenn sie echt gefordert war.
Mit 4 fing sie an zu Lesen. Warum? Keine Ahnung. Mit 4 1/2 las sie fliessend!!! Deutsch, mit 5 ueberraschender Weise fliessend Englisch.
Dazu muss ich sagen, dass wir seit ihrem ersten Geburtstag in den USA wohnen, sie seit sie 2.4 Jahre alt ist in die Preschool (=dt Kindergarten) ging.
Im letzten Preschooljahr habe ich ihr einmal die Woche fuer zwei Stunden dt. Schulbuecher und den Luek auf den Tisch gelegt und gewartet, was sie fragt.
Ungefaehr fuer 20 Wochen (also so um die 40 Zeitstunden) ging das so. In der Zeit diskutierten wir ueber Sterne, Gott und Glauben, Physik, Chemie, halt alles was ein Kind (nein-mein Kind) mit 4 so fragt. Haha
Sie fing an, Lexika auswendig und anwendbar zu koennen. An dem Punkt ging ich dann doch von Hb aus.
Nun ist sie im Kindergarten (dieser ist der Schule angeschlossen und beinhaltet den Stoff der ersten Klasse Deutschland), normal mit 5 1/2 eingeschult. Sie war uns das Jahr zuvor einfach noch zu Jung, noch nicht mal richtig trocken, Bremsspuren jeden Tag, nachts Windel bis DIESEN August. Kurz vor der Schule war das Thema erledigt. Gott sei Dank.
Zurueck zur Schule. Sie liebt ihre Klasse, beschwert sich aber ueber Langeweile.
Die Schule!!! machte den Jahresendtest mit ihr, mit 97% bestanden, normal sind wohl 85%.
Beim von der Schule georderten Elterngespraech gab es keine Alternative fuer sie als das Springen.
Eigentlich war mir das klar, aber irgendwie habe ich ein Problem damit.
Ja,sie ist stolz ab Montag (letzten Mittwoch war das Gespraech) ein first Grader zu sein, ("Mama, mein ganzes Leben wird sich aendern")= hat Bammel und ich habe das Gefuehl, ihr was wegzunehmen.
Warum? Sollte ich nicht einfach nur froh sein, dass die Schule meint, sie soll springen?
Jetzt muss sie 6 Stunden taeglich zur Schule und noch ca eine Stunde HA.
Die Lehrerin liess durchblicken, dass wir ja was wollen und ueber HA nicht diskutiert wird. Also jede Woche 15 Woerter Diktat ueben, eine Spruch oder Gedicht lernen und pro Tag zwei Seiten Aufgaben.
So richtig weiss ich nicht, was in mir!!! vorgeht. Und das spuert mein Kind auch.
Getestet ist sie nicht, das wird erst ab 3. Klasse empfohlen, aber sie ist sicher extra clever, ob hb oder nicht hb.
Kennt das jemand, ist das normal, wie geht man als Eltern damit um?
Wie geht man mit dem "neuen Leherer" um?
Sollte ich um Schonfrist fragen, weil sie ja doch einiges nachlernen muss. So kann sie die digitale Uhr einfach nicht, oder will halt nicht. (Nur als Beispiel).
Ups, ist wohl etwas lang geworden, aber meine Gruebelnaechte sind sogar noch laenger.

Danke fuer Eure Zeit Grit/USA

Antworten:

Hello Grit,

ganz einfache und kurze Antwort - Frage dein Kind was es will? Es weiss was es will!

mfg dirk

von LennierX - am 04.10.2002 22:55
hallo grit
klar, der tipp stimt: dein kind will das und dann ist es o.k.
aber deinen gefühle kenne ich auch.
unser sohn ist 6, hat das ganze grundschulrechenprogramm durch, liest und schreibt. den ganzen nachmittag beschäftigt er sich freiwillig mit sowas.
ich bin da oft geradezu deprimiert. er sagt 'rechnen ist mein kuscheltier'. ich weiß auch manchmal nicht, wo das hinführen soll.
trotzdem ist das wichtigste, das der spaß am lernen nicht verloren geht....

von b. - am 05.10.2002 11:52
Ich kann b. nur nachfühlen.Nach zwei guten Wochen ohne Stress und Aggressionen ist es wieder so weit.Unsere Tochter flippt wieder aus.
Ich weiß einfach nicht, wie ich mich verhalten soll.Und da kann ich Grit nur zugut verstehen, wenn sie nachts grübelt.
Unsere Tochter hat den ersten Test mit 98 %?? bestanden, aber der IQ-Test ist
erst im November.Wie soll man das als Mutter aushalten?Mit HB-Kindern, die unzufrieden sind mit Ihrem Leben, unglücklich sind?Wa soll man tun ?
Laut Erzieherin fehlt unserer Tochter noch die soziale Reife für die Schule.
Na dann Prost-Mahlzeit,ist ja nur noch ein Jahr bis zur Schule.
Die sportl.Auslastung,wie wir sie uns vorgestellt hatten, klappt auch nicht so gut.
Nun denke ich über einen Sprachkurs nach.
Schade das Deutschland,besonders NRW,den anderen Ländern so hinterherhinkt.

Gruß
Sandy H

von Sandy H - am 05.10.2002 18:02
Hallo euch allen,

ich kenne diese Gefühle auch. Wenn die Kinder (freiwillig) in ihren jungen Jahren arbeiten und ackern, kann man es schon zwiespältig sehen. Aber wenn es die Kinder zufriedenstellt, ist es doch ok. Besonders wenn sie sich freiwillig mit den Aufgaben oder zusätzlichen Fragestellungen beschäftigen. Wenn das zuviel wäre, würden wir es schon merken.

Bei all dem dürfen wir aber nicht vergessen, dass die Kinder vom Lebensalter her nur so alt sind wie sie sind (meine sind eher noch jünger). Emotional ist es ab und zu zu spüren. Oder dass Selbst-Organisation, Termine einhalten können etc. oft eher noch dem tatsächlichen Alter entspricht, während in der Schule die Verhältnisse der Klasse vorausgesetzt werden.

Ich empfinde diesen Spagat für uns als Eltern häufig schwierig: Während der untere Teil des Körpers bei meiner Tochter noch gewindelt wurde, fragte der obere Teil mich, was Verhütung ist. Oder weniger drastisch: Sie macht alle Aufgaben, die sie soll, und vergisst darüber zum x-ten Mal, Geld für irgendein Schulbuch einzupacken.

Wenn wir diese Auswirkungen der frühentwickelten Kinder mildern können, glaube ich, dass wir nicht Gefahr laufen, sie zu früh aus der Kindheit zu vertreiben.

Viele Grüße,
Anja

von Anja - am 05.10.2002 20:29
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