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Forum Hochbegabung bei Kindern
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vor 13 Jahren, 10 Monaten
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vor 13 Jahren, 9 Monaten
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waikikiss, MarionPE, A., FelixMum, me, Sunnyone, Kato, KSK, Gast, michaela, ... und 4 weitere

Schulanfang, wie am besten weiter...

Startbeitrag von waikikiss am 17.09.2004 16:30

Hallo ihr Lieben,

vielleicht hat jemand von euch einen Rat, was ich am besten tun könnte.

Sohnemann (gerade 7 geworden) wurde nun endlich, leider ein Jahr zu spät eingeschult. Das letzte Kindergartenjahr war katastrophal, er langweilte sich fürchterlich, hatte nur damit zu tun andere Kinder zu ärgern, war sehr aggressiv.

Halbwegs im Zaume hielt ich ihn mit irgendwelchen Rechenarbeitsblättern aus dem Web, etwas lesen (alle Buchstaben konnte er irgendwann miteinmal, wie das kam weiss ich nicht) usw.

Und nun zu meinem Problem, noch langweilt er sich in der Schule nicht, klar alles ist neu und erstmal interessant, dennoch erwischte ich ihn wie er ganz viele Seiten im Rechenarbeitsheft vorarbeitete (von Cornelsen ein Paket bestehend aus 6 Hefte für das ganze Schuljahr).
Am liebsten hätte er mit dem 5. Heft begonnen (kann er nicht weil die eh in der Schule liegen). Eigentlich hat er das erste nun ziemlich durch, wobei die Klasse auf der 3. Seite ist. Die Lehrerin bemerkte noch nichts, da noch nichts in den Heften kontrolliert wurde.

Diese Bücher (Arbeitshefte) wurden dieses Jahr zum ersten Mal benutzt, als Vorbereitung für die jahrgangsübergreifende Eingangsstufe "damit man individuell vorgehen kann" so die Lehrerin am Einschulungstag.

Was tu ich nur am besten, ihn bremsen? Ihn machen lassen? Mit der Lehrerin reden? Davor sträube ich mich ein wenig, mag nicht als fordernde Übermutter dastehen oder den Kurzen in eine blöde Situation bringen, im Sinne von zu grosser Erwartungshaltung der Lehrerin ihm gegenüber und überhaupt, wenn dann wie und was rüberbringen. Dennoch sehe ich bremsen irgendwie als falschen Weg an.

Aber was kann die Lehrerin für ihn tun? Ihm z.B. die letzten 2 Arbeitshefte doch schon ausgeben und machen lassen? hmmmm und danach? ;-)

In Sprache gibts ein ähnliches Problem, er kennt alle Buchstaben, kann lesen (noch nicht flüssig) und soll nun das "M" lernen ;-) sie sollten aufmalen was alles mit "M" anfängt, hatte er aber so garkeine Lust drauf, bis ich ihn damit überreden konnte, dass er doch malen und dann daneben schreiben kann was es ist, ok das reizte und er hatte Spass dran. Widerrum war das beim "M" so, ich glaub, dass er schon beim 2. Buchstaben streikt.

Auch über das Schnuppern in der 2. hab ich nachgedacht, bin mir aber sicher, dass er so weit noch nicht ist, denn fliessend lesen ist halt noch nicht und rechnen 10er übergreifend nur mit ganz kleinen Zahlen (38+5 usw.), ansonsten nur bis 20, also nicht so weit, dass er in der 2. derzeit ohne weiteres mithalten könnte).

Irgendwie weiss ich gerade nicht so recht weiter, fördern oder bremsen, mit der Lehrerin sprechen, aber wie, habt ihr Erfahrungen??? Würde mich über Antworten sehr freuen.

Liebe Grüsse
Sanny

PS: Sorry für die Länge und thx für das Interesse...

Antworten:

Hallo,

wie ist die Lehrerin denn drauf, welchen Eindruck hast du von ihr? Warum nicht mit ihr reden, ihr das erzählen? Scheint Mathe ihm Spass zu machen. Was du bescrheibst, ist gut für die 1. Klasse, die anforderung scheint zu passen. Vielleicht aber in Mathe zusätzlich etwas machen, aber keinesfalls bremsen. Sonst passiert dasselbe wie im Kindergarten.

Gruß

von Gast - am 17.09.2004 16:41
ja lass ihn spätestens in den herbstferein springen
nicht bremsen. er wurde genung gebremst, ass ihn sein wissensdurst stillen.

Was noch fehlt könnt ihr in den ferein nachholen, das 1. hat nichts mehr übrig für ihn.Das Schuhajr ist lang, es gibt nur Endzeugnis.

Rede mit der Lehrerin, lass sie den eindruck haben dass es von Ihr kommt, es geht dem Junden leichter.

Achte auf seimen Motorik. Schreiben kann schwieriger sein, es feht die Übung.
Du darft ihr nich t bremsen, bitte. Ich weiss selber was das heisst

viel Erfolg, traut euch zu

timea

von timea - am 17.09.2004 22:19
Hi.
Unser Sohn (12/97) geht jetzt in die 2.Klasse. Für Ihn und für uns war das erste Schuljahr nicht so dolle. Er konnte bereits lesen, schreiben und den Zahlenraum bis 20 beherrschte er auch. Allerdings kam für uns das Thema springen nicht in Betracht, da er 1. eh früher eingeschult wurde und 2. sein sozialverhalten etwas zu wünschen übring lässt.

Seine Lehrerin sprach uns schon kurz vor den Herbstferien (ca. 6Wochen Schule) auf seine "Begabung" hin an. Da er sich, wie sollte es auch sonst sein, langweilte und immer öfters sich weigerte zum 10x den selben Buchstaben zu schreiben, bekam er immer Sonderaufgaben.
Die Lehrerin hat es allerdings nicht als "Strafarbeit" aufgegen sondern hat ihm immer erzählt, daß sie damit anderen Unterricht vorbereiten würde und er ihr dadurch sehr helfen würde. Sonst hätte er die extra Arbeit nicht gemacht. Er ist nämlich echt faul. Freiwillig etwas machen, nicht mit ihm.
Wir sind auf jeden Fall jetzt froh, daß es in der 2.Klasse NOCH gut klappt.

Ich kann dir eigentlich nur den Rat geben, erstmal ein bischen zu warten, ob die Lehrering von alleine auf Dich zu kommt und ansonsten zu Hause viel zu tun.
Gruß Alex

von Alexandra - am 17.09.2004 22:42


von waikikiss - am 18.09.2004 17:39
Hallo an alle,

vielen Dank für eure Antworten, eigentlich bestätigen sie mich in meiner Meinung.

zu Gast:
So eine wirkliche Meinung konnte ich mir von der Lehrerin noch nicht bilden, aber sie scheint doch etwas offen zu sein (Kommentar: die neuen Bücher so ausgewählt, damit man individueller fördern kann) Gut aber wirklich etwas aussagen tut das nicht.
"Leider" nicht nur in Mathe, viele kennen noch kein Alphabet, und nur "grafisch" die Buchstaben ihrer Namen, schon schwierig ihn zu motivieren sich intensiv mit dem "M" zu befassen wo er doch liest.

"Sonst passiert dasselbe wie im Kindergarten."
Genau davor hab ich Angst.

zu martina:
Dank für deine ausführliche Antwort.
Also ein wirkliches Bild kann die Lehrerin noch nicht machen können, denn die Einschulung war erst letzte Woche Di.
Ich wär sehr froh, wenn wir diese übergreifende Eingangsstufe auch schon hätten, puuuh ich glaub dann müsste ich weniger grübeln ;-)

Rechnen bis 20 und Buchstaben gross und klein & Lesen können diese Kinder jetzt.
Das klingt wirklich nicht sehr wild, vielleicht sollte ich das Thema Springen wirklich mal in Betracht ziehen, zumindest drüber nachdenken und mich informieren.
Ihn zu fragen trau ich mich nicht wirklich, zumal er es garnicht einschätzen könnte, was auf ihn zukäme. Und noch sind wir nicht an dem Punkt, dass er völlig fertig ist und unbedingt dort raus möchte, noch findet er alles ganz schön, naja wahrscheinlich nur, weil alles doch sehr neu ist und weil auch ich recht kreativ bin bei den HA ;-)

Auf alle Fälle hab ich nun beschlossen am Mi in die Sprechstunde zur Lehrerin zu gehen und das Ganze mal ganz sachte anzusprechen. Zumal es ja nun sowieso schon auffallen wird, dass er das Buch bis auf 3-4 Wahlseiten (die wo man nur wiederholt, was ja "langweilig ist") fertig hat. Noch ist er Feuer und Flamme. Und verbietet tu ich die ihm die Arbeit nicht, da bin ich mir jetzt ganz sicher.
Ich hoffe nur, dass alles gut geht.....

Freu mich riesig für euch, dass bei euch alles so gut geklappt hat.

zu Timea:

nicht bremsen. er wurde genung gebremst, ass ihn sein wissensdurst stillen.
Ohja, und wie :-( das seh ich ganz genauso, nur wenn man dann von allen Seiten, vorallem Verwandschaft zu hören bekommt, um Himmels Willen, lass den das noch nicht machen, der bekommt Probleme, geb ihm anderen Input, komm ich ins Zweifeln. Aber den anderen Input bekam und bekommt er sowieso, beim Universum angefangen..... und bei Technik aufgehört.

das 1. hat nichts mehr übrig für ihn.Das Schuhajr ist lang, es gibt nur Endzeugnis.
Das Gefühl hatte ich auch, als ich mit ihm das erste mal die Schulbücher anschaute. Sicher gibts noch Einiges, was wir bei einem Sprung aufzuholen hätten, aber ich glaub das würde er packen, er nimmt alles verdammt shcnell auf.
Rede mit der Lehrerin, lass sie den eindruck haben dass es von Ihr kommt
So dachet ich es mir auch...

Achte auf seimen Motorik
Er hat nie viel gemalt, ausgemalt shcon gleich garnicht, mal aber nun garnicht über den Strich, schreibt ohne viel Übung gleichmässig und gerade, bin fürchterlich verwundert über siene Motorik. Aber die richtige Übung fehlt halt, logisch, das wär ein Punkt an dem man dann intensiv arbeiten müsste.

zu Alexandra:
Ich kann dir eigentlich nur den Rat geben, erstmal ein bischen zu warten, ob die Lehrering von alleine auf Dich zu kommt und ansonsten zu Hause viel zu tun.
Ich weiss nicht ob das so sinnvoll ist, abgesehen davon, dass ich nicht weiss, was sie denkt, wenn sie sieht, dass das ganze Arbeitsheft nach ein paar Tagen fertig ist, wie gesagt die Klasse ist auf Seite 3, Sohnemann auf 44. Ich denke, dass ich klarstellen muss, dass ich damit nix zu tun hab. Und sie vielleicht frage, wie man weiterverfahren sollte/könnte. Er war zu lange unterfordert, das kann ich ihm nicht mehr antun. Seine Reaktionen waren einnässen (was jetzt seit Mitte der Ferien erst nachlässt, nach 2 Jahren) und schlimme Aggressionen, die nun wie weggepustet sind. Das will ich ihm nicht nochmals antun...

Ich wünsche euch ganz doll, dass es bei euch bei dem "NOCH gut" bleibt, denn ich denke je weniger Maßnahmen notwendig sind, weil die Kids klar kommen, desto besser.


Liebe Grüße
Sanny

von waikikiss - am 18.09.2004 17:40
Hallo Alexandra!

Auch mein 12/97er ist jetzt in der zweiten Klasse. Es geht ihm gut, die Lehrerin ist toll. Seine älteste Schwester kam auch so früh zur Schule und sprang, bei ihm war es nicht notwendig, da er sich (noch) wohl fühlt. Wenn das nicht mehr der Fall ist, werden wir uns überlegen, was zu tun ist.
Übrigens: die Große ist jetzt mit 12 in der 9. die zweite ist mit 10 in der 7, und beide fühlen sich wohl.

Viele Grüße

Marion

von MarionPE - am 19.09.2004 09:29
Hallo Sanny!

Die Schule scheint doch offen zu sein. Sprich die Lehrerin an. Sag ihr, du hättest bemerkt, dass er sich dioe Sachen nimmt. Überlegt gemeinsam, wie ihr weiter vorgehen könntet. Die Lehrerin muss 20 neue Kinder beobachten und stellt dabei zuerst eher fest, was Kinder nicht können, das andere geht schnell unter. Ich denke, es kann nicht schaden, mal in Ruhe mit der Lehrerin zu sprechen.

Übrigens: sie rechnen in der 2. Klasse jetzt erst bis 20 Zehnerübergreifend, der Rest wird gerade erst eingeführt und mit der Schreibschrift beginnt mein Sohn auch gerade erst, das könnte deiner gleich mitlernen. Vielleicht könnte er ja probehalber stundenweise in der 2 schnuppern. Aber vieles ist abhängig vom Bundesland, wo wohnt ihr.

Da sie generell offen zu sein scheinen, versuch es mit einem Gespräch, bitte die Lehrerin, dir einen Rat zu geben.

Marion

von MarionPE - am 19.09.2004 09:35
Hi Marion,

vielen Dank für deine Antwort.
Wie die Schule allgm. ist kann ich leider noch nicht wirklich einschätzen, dennoch amcht die Lehrerin mir einen offenen sehr netten Eindruck, vondaher hoffe ich mit meinem "Problem" nicht anzuecken, hab hier ja schon die argsten Sachen gelesen.

Wir wohnen in NRW.

Liebe Grüße
Sanny

von waikikiss - am 19.09.2004 16:09
Hallo waikikiss!

Ich finde du solltest dich vorsichtig an das Gespräch mit der Lehrerin ran tasten.
Du glaubst ja garnicht wie oft Grundschullehrer(in) in den ersten Wochen von den Eltern zu hören bekommen, "mein Kind langweilt sich", "es geht ihm/ihr zu langsam" und und.
Bis die Leistungsunterschiede deutlich werden, brauch es schon noch eine gewisse Zeit.
Ich würde trotzdem das Gespräch suchen und mit Ihr darüber reden, wie sie dein Kind sozial, emozional, Feinmotorik, arbeiten nach Anweisungen u.a. einschätzt, nach so kurzer Zeit.
Sollte sie eine Gute Einschätzung äußern, würde ich "rat suchend", das kommt immer gut, was du machen könntest um dein Kind nicht ausbremsen zumüssen, und trotzdem seine Schwächen nicht unbeachtet zulassen.

Also mit der Tür ins Haus reinfallen würde ich nicht, sondern erst einmal anklopfen und schaun wie du empfangen wirst.

Ich drück dir die Daumen, das du eine aufgeschlossene Lehrerin erwischt hast und ihr deinem Kind helfen könnt, so mit erst einmal Schnuppern und so (2.Kl.)

Viel Glück und Erfolg. Kerstin

von Kerstin - am 19.09.2004 21:14
Hallo Kerstin,

vielen Dank für Deine Tips, so in der Richtung habe ich mir das auch vorgestellt.
Als Ratsuchende steht man nicht als neunmalklug, sondern eben als ratlos da (was ich ja irgendwie auch bin) und sie kann auf bestimmte Dinge vielleicht selbst kommen.

Sie ist übrigens sehr interessiert daran, was die Kinder so von der Schule erzählen und wie sie es finden. Hab Sohnemann einen Tag direkt am Klassenzimmer abgeholt, weil noch etwas zu bezahlen war, als sie auch direkt auf mich zukam und fragte.
Bin also doch relaiv guten Mutes. Aber 5 Sätze wechseln heisst eben auch noch lange nicht einschätzen können... ;-)
Ich werde es genauso angehen, wie du das auch tun würdest und einfach abwarten bzw. auf mich zukommen lassen, übermorgen ist Sprechstunde....

Liebe Grüße
Sanny

von waikikiss - am 20.09.2004 06:00
Hallo waikikiss,

mir geht es mit meiner Tochter (9/97) genauso wie dir. Bei uns in Sachsen-Anhalt sind zwar schon 4 Wochen um, aber ich weiß auch nicht so recht, wie ich die Lehrerin ansprechen soll. Meine Tochter kennt auch schon lange alle Buchstaben und liest ein wenig (noch nicht flüssig), hat aber wohl Probleme, sie ordentlich genug zu schreiben. Sie hat auch nie gern und viel gemalt aber gerade das wird ja nun fast nur gemacht :( Mit dem Rechnen würde sie schon gerne im Bereich bis 100 was tun, aber es ist eben so etwas wie 5>4 gerade dran. Ich weiß auch nicht, wie lange sie noch stillhält. Sie wird wohl immer unzufriedener. Aber den Wissensstand halte ich nicht für ausreichend für einen Sprung, vor allem was das Lesen und Schreiben angeht.
Wenn du dein Gespräch mit der Lehrerin hinter dir hast, wäre es schön, wenn du mal berichtest. Ich habe heute Elternabend und keine Ahnung, wie ich mit der Lehrerin sprechen soll, ohne sn ihrer Kompetenz zu zweifeln oder als übereifrige Mutter dazustehen.

LG
Kato

von Kato - am 20.09.2004 08:13
Hallo Kato,

da geht es uns ja ziemlich ähnlich ;-)

Ich weiss ja nicht genau, wie bei euch ein Elternabend abläuft, aber bei uns kommen alle Eltern aller Gleichstufigen Klassen zusammen um Lehrpläne und Ziele zu erfahren und danach werden in den einzelnen Klassen noch die Wahlen gemacht und das war es. Danach sind die Lehrer strapaziert und wohl nicht mehr aufnahmebereit für individuelle Probleme...

Im Prinzip würde ich wahrscheinlich in deiner Situation morgen beim Elternabend garnicht darauf eingehen, sondern lieber einen speziellen Einzeltermin machen, es geht ja auch sonst niemanden etwas an ausser Lehrerin, dich und deinem Kind.

Und wie schon geschrieben, habe ich mir vorgenommen, hilflos und ratsuchend auf sie zuzugehen, was ich irgendwo ja auch bin, in der Hoffnung, dass sie etwas Ahnung im Umgang mit solchen Fällen, und die richtige Idee dazu hat. Aber das ist dann wohl auch ein Stück Glückssache, eigentlich kann man nur versuchen sie selbst in die richtige Richtung zu lenken ohne dass sie merkt, dass man dies tut.

Ich werde auf alle Fälle posten, wie es mir ergangen ist.


LG
Sanny

von waikikiss - am 20.09.2004 09:09
Hallo,

auf jeden Fall rate ich dazu, genau zu beobachten, welche Geschwindigkeit dein Sohn in Auffassung und Lernen in der nächsten Zeit an den Tag legt. Sowohl Lehrer als auch andere Erwachsene unterschätzen diese viel zu häufig - ist eher der Normalfall. Wenn seine Motorik auch schon so gut ist, sollte das überhaupt kein Problem für ihn sein. Unser Sohn hat bei Einschulung letztes Jahr in drei Wochen Ferien aufgeholt, was seine Klassenkameraden vorher drei Monate lang geübt haben und gehört schon zu den Besten der Klasse (er ist immer noch 5 J. / 2. Klasse).

Also wenn es gerade "nur" darum geht, dass ihm für einige Dinge noch die Übung fehlt, weil er ja nun so lange davon ferngehalten worden ist, dass er dadurch schon aggressiv und zum Bettnässer wurde, dann könnte es sein, dass sich im Laufe des Schuljahres doch herausstellt, dass er gleich weiter springen kann. Jetzt zu Beginn würde ich das noch nicht ansprechen, wohl aber der Lehrerin etwas über seine Geschichte und seine Interessen erzählen, damit sie es einordnen kann. Wenn sie offen dafür ist, sollte sie für solche Informationen auch dankbar sein.

Das Kind selbst scheint sich ja sonst noch ganz wohl in der 1. Klasse zu fühlen, also dann könntet ihr noch etwas abwarten. Das wird vielleicht aber sogar gegen Weihnachten ein Thema werden, und dann wäre ein Wechsel nach den Winterferien in die 2. Klasse doch gut machbar. Dann aber solltet ihr unbedingt mit ihm darüber sprechen, denn ER muss es auch wollen - nicht zwingen. Einen Test - sofern seitens der Schule nötig - halte ich dann auch nicht für verkehrt, denn ihr hättet für euer Vorhaben eine neutrale Rechtfertigung von einem Schulpsychologen. Nicht dass es heißt, nur die Eltern würden das einfach so durchsetzen wollen. Da reagieren viele Schulen / Lehrer auch komisch drauf, dann sollte man etwas in der Hand haben. Auch um die weitere Entwicklung des Kindes dokumentieren zu können.

Wenn du wissen willst, was die Kinder in 1. und 2. Klasse so machen, schau doch mal auf die HP deines Kultusministeriums, da sind im Allgemeinen Infos über Inhalte, Lehrpläne usw. für alle Schulstufen drin. Dann kannst du dir auch noch in Buchhandlungen mal Übungsbücher für 1. / 2. Klasse ansehen, ob das dem Niveau deines Sohnes entspricht. Daran kann man sich auch ganz gut orientieren.

Nur zur Info: Unserer liest z. B. Geschichten und Bücher für Kinder ab 8 (Lindgren, Nöstlinger, C. Funke) - alles darunter ist ihm schon zu wenig Text, da ist er mit 1 buch in 1/2 Stunde durch. So unterschiedlich ist das.

Viele Grüße, alles Gute - F.

von FelixMum - am 20.09.2004 09:29
Hallo Felixmum,

jetzt benutze ich diesen Thread für meine Zwecke.

"Nur zur Info: Unserer liest z. B. Geschichten und Bücher für Kinder ab 8 (Lindgren, Nöstlinger, C. Funke) - alles darunter ist ihm schon zu wenig Text, da ist er mit 1 buch in 1/2 Stunde durch."

Da war es nun wieder, mein Problem. Meine ist nämlich genauso, aber leider ist die emotionale Seite dann etwas überfordert. Z.B. die "Wilden Hühner" hat sie dann gefühlsmäßig irgendwie nicht richtig nachvollziehen können und auch bei anderen Büchern hatte sie dann Schwierigkeiten, was dazu führt, dass sie diese nicht bis zum Ende liest.

Was gibt es da für Bücher, die diese Spanne überstehen? Am liebsten liest sie zur Zeit Bücher über Monster und Gespenster. Vom Leseniveau ist sie etwa mit einem 4. Klässler gleichzusetzen (lt. Schule und Hort), ist aber erst 6 Jahre alt und in der 2. Klasse.

Bin für jeden Tip dankbar!

Liebe Grüße,
A.

von A. - am 20.09.2004 10:01

Re: Bücher ab 8 mit Inhalten auch für 6jährige

Hallo A.

ja das Dilemma kennen wir. Vom Umfang her am liebsten Harry Potter, dann hätten wir auch mal zwei Wochen Ruhe. Aber das ist zu starker Tobak, klar. ;-)

Man muss es ausprobieren. Wenn Themen besonders interessieren wie Monster und Gespenster etc. dann geht das auch. Ich sehe es aber nicht problematisch, wenn Bücher nicht zu Ende gelesen werden oder nicht gleich verstanden. Die probiert man dann einfach später noch mal. Viele Bücher kann man ja auch mehrfach lesen, mache ich heute noch so.

Aber man sollte als Eltern vorher schon mal reinlesen, wenn möglich. Mitunter sind auch z. B. bei Amazon so gute Beschreibungen des Inhalts, dass man gerade bei Monstergeschichten emotionale Gruseleffekte vorhersagen kann (oder auch ausschließen, je nach dem). Hier kann man auch mal schauen, verschiedene Preisträger für Kinderliteratur sind auch dabei [www.erlebnis-lesen.de] .

Momentan orientieren wir uns an den "Klassikern" - das erste richtig dicke Buch war der 'Michel' von Astrid Lindgren - die übrigens in ihrem Ton die Gefühlslage Sechsjähriger besonders gut trifft, weil Michel ja auch erst Sechs ist. Wie auch genannt, Christine Nöstlinger und Cornelia Funke sind bei uns derzeit sehr aktuell. Schön ist hier die große Fantasie, es geht um Kobolde, Wichtel, Riesen und Drachenfiguren. Keine Geschichten mit realem Bezug, das ist noch zu viel. Außerdem liebevoll erzählt, auch wenn es nicht immer ohne Gewalt, Tränen oder Rachsucht in den Geschichten zugeht. Manchmal ist die Spannung schon dramatisch. Aber die Kinder fassen das dann anders auf, weil sie es nicht auf ihre reale Welt übertragen. Das Gute siegt ja auch immer.

Deshalb warten wir noch etwas mit Kästner etc. das ist noch zu "real" und jetzt noch nicht das Richtige. Ich weiß ja was du meinst - die Texte für 6jährige sind normalerweise hier nicht gehaltvoll oder "intelligent" genug, aber Geschichten ab 8 setzen eben die altersgemäße Entwicklung voraus. Aber schau dir mal Cornelia Funke an, von der kann man wirklich alles lesen, die schreibt wunderbar und dazu intelligent genug. ;-) Auch ihre Illustrationen sind toll.

So zumindest meine Erfahrung bisher. Wir haben uns eine Bücherliste in die Internet-Favoriten bei Amazon aufgenommen und schauen dann, wo wir die auch gebraucht kaufen können ( [www.elbe-team.de] , [www.booklooker.de] und andere).

Da fällt mir ein - wenn sie Monster und Gespenster gern mag, willst du es auch schon mal mit Englisch versuchen? Habe gerade woanders einen Link gepostet, ich finde diese Hexengeschichten sehr schön und lustig für Kinder [www.hexmail.org] .

Viele Grüße, F.

von FelixMum - am 20.09.2004 11:05
@ waikikiss

ich habe nicht vor, auf dem Elternabend mit der Lehrerin zu sprechen. Da wird es auch so Organisatorisches und die Wahl der Elternvertreter geben. Aber die Lehrerin will eine Leistungseinschätzung der Kinder abgeben. Darauf bin ich schon gespannt. Ich will dann mit meinem Mann zusammen einen separaten termin vereinbaren, aber genau davor graut mir. Unsere Tochter eckt nähmlich schon an bei der Lehrerin. Und diese läßt sie dann nicht erklären, warum sie bestimmt Dinge eben so und nicht anders macht. :(
Beispiel: Anfangsbuchstaben mit Bildern verbinden. Großes I hat sie mit Elefantenbild verbunden. Laut Lehrerin falsch, aber unsere Tochter hatte eben einen Indischen Elefanten erkannt. Tja und so läuft das leider auf mehreren Gebieten.

Kato

von Kato - am 20.09.2004 11:53
Hallo!

Wie wäre es mit Thomas Brezina : "Alle meine Monster" - ein Junge managt die letzten Monster der Welt. Eine Monsterjägerin will sie fangen. Es gibt mehrere Bände. Allerdings weiß ich nicht, ob sie noch im Buchhandel erhältlich sind.

Meiner frisst im Moment die Bände vom "Magischen Baumhaus" von Mary Pope Osborne in sich hinein. In jedem Band geht es in eine andere Zeit oder Gegend der Welt. Das ist spannend aber nicht zu sehr - und es gibt nebenbei Sachinformationen. Diese Mischung liebt er (6 Jahre, 2.Klasse). Die Großen lesen sie auch noch ganz gern zur Entspannung. Ich habe sie unserer Schule als Klassenlektüre empfohlen, da sie auch noch sprachlich gut sind. Zu einigen Bänden gibt es auch noch ein "Magisches Forscherhandbuch" als Sachbuch.

Die Älteste hätte so etwas nie gelesen - das ist doch nicht wahr, bei ihr musste alles real sein. Die Zweite hat mit 6, zu Beginn der 2. Klasse Harry Potter Band 1 gelesen, weil das die Bedingung dafür war, dass sie in den Kinofilm darf. Phasenweise war es eine Quälerei, aber sie hat durchgehalten und war dann stolz darauf.

Für Sachbuchinteressierte gibt es die "Wissen der Welt" Reihe.

Die Erstlesebücher wandern bei uns so langsam alle in die Klassen- und Schulbücherei. Die freuen sich und meine können die Bücher nochmals lesen. Ich habe es aufgegeben, sie alle aufheben zu wollen.


Viele gute Bücher habe ich übrigens in Wühlkisten gefunden. Leider biegen sich deshalb unsere Regale meistens ziemlich durch.

Viel Spaß beim Lesen

Marion

von MarionPE - am 20.09.2004 12:34

Re: Bücher ab 8 mit Inhalten auch für 6jährige

Hallo,

vielen Dank für die Antwort.
Der Tip mit dem "zu real" hat mir sehr geholfen, auf die Gemeinsamkeit der abgelehnten Bücher bin ich noch nicht gekommen. Es stimmt, sobald die Bücher zu nahe an der Wirklichkeit sind, werden sie tendenziell abgelehnt.
Ich hatte schon ein bisschen Sorge, wenn die Bücher nicht zu Ende gelesen werden und immer mehr Donald Ducks und Garfields bevorzugt werden.
Hexe Huckla kannte ich bisher nur als Rätselheft, was übrigens sehr gerne angenommen wurde. Daher war auch dieser Tip sehr gut, da dahinter ja doch noch mehr Material steckt, als ich dachte.

So, war mal wieder schön, dass es anderen auch ähnlich geht. Meine Kleine hat übrigens Harry Potter mit 5 gelesen, was dann bei Band 2 dazu führte, dass sie Angst vor Waschbecken entwickelte, weil ja dort ein Basilisk rauskommen könnte. Es dauerte Wochen, bis wir dieses Thema abhaken konnten. Der Fehler soll mir nicht noch einmal passieren!
Liebe Grüße,
A.

von A. - am 20.09.2004 13:37
Hallo,

tja, die "Alle meine Monster" -Bücher hat sie schon komplett gelesen, dauerte nur 2 Monate. Daher jetzt auch meine Suche. Danach kam Cornelia Funkes Gespensterjäger und jetzt fällt mir nichts mehr ein..
Das Magische Baumhaus versuche ich mal zu finden, klingt vielversprechend.
Zu Harry Potter habe ich schon an Felixmum geschrieben, wie fatal sich das Buch auf die Kleine ausgewirkt hat. Sie wirkt halt immer so robust, aber gerade bei Büchern ist sie doch sehr empfindlich.
Vielen Dank noch einmal, es ist schön, mit diesen "Schwierigkeiten" nicht allein zu sein (ansonsten werde ich schon immer schräg angesehen, wenn die Kleine ihre Bücher mitschleppt, die doch nicht "altersentsprechend" sind!).
Ciao, bis demnächst,
A.

von A. - am 20.09.2004 13:52

Re: Zusatz 'Angst vor Waschbecken' ;-)

Hallo A.

als Zusatz sei noch erwähnt, dass manche Bücher, deren Geschichten besonders spannend und aufregend sind, am besten nicht vor dem Schlafengehen gelesen werden.

Unserer hat das auch schon selbst gemerkt, wenn er dann schlecht träumt oder nicht einschlafen kann und nimmt sich freiwillig nur 'seichte' Lektüre ins Bett. ;-)

Ja, der eine reagiert halt sensibler drauf, dem anderen macht es weniger aus. Kinder mit sehr viel Fantasie nehmen starke Bilder gern auf und verarbeiten sie weiter, die sensibleren Typen sind dann auch mal damit überfordert.

Ein Film wie 'Schweinchen namens Babe' war bei uns schon stellenweise schwierig, den konnte er bisher nicht allein ansehen. Selbst bei Wiederholungen kommen an manchen Stellen immer wieder die Tränen - obwohl der Kopf ja eigentlich wissen müsste, dass in der Geschichte die Gefahr abgewendet wird. Das unterschätzt man dann manchmal, wie sehr das ans Gefühl geht und dass die Entwicklung einfach noch nicht so weit ist.

Viele Grüße, F.

von FelixMum - am 20.09.2004 14:10

Re: Bücher ab 8 mit Inhalten auch für 6jährige

Hallo A.

Die Angst vorm Waschbecken ist aber doch ganz normal. Hattest du nie Angst, dass aus dem Klo eine ratte kommt (oder ein Krokodil.....) und dich beißt? Lies mal das Bilderbuch Juli und das Klomonster von Kirsten Boie. Nicht immer alles auf Hb beziehen, vieles ist Entwicklung. Und ehrlich gesagt, wenn ich heute an die städtische Kanalisation denke, dann wird mir immer noch ganz anders.

Viele Grüße, wir lernen einfach, mit Ängsten umzugehen und das geht manchmal besser mit Gruselgeschichten

Marion

von MarionPE - am 20.09.2004 15:29
Hallo!

Habt ihr es schon mal mit Hexe Lilli probiert? Unsere Bücherei hat die, irgendwann ist ja alles eine Kostenfrage.

Die ??? Kids gibt es neuerdings auch als Taschenbuch - nicht ganz so hart wie ???.

Marion

von MarionPE - am 20.09.2004 15:31

Re: Bücher ab 8 mit Inhalten auch für 6jährige

Hallo MarionPE,

noch eine Idee dazu: Auch daran denken, dass Jungen und Mädchen sich unterschiedlich entwickeln. Du hast 3 Mädchen, nicht? (Bitte korrigieren, hatte ich aus einem Thread so verstanden.) Mädchen sind mit 6 auch ganz anders als Jungens, auch die gefühlsmäßige Entwicklung - vom Temmperament und Charaktertyp mal ganz abgesehen, was ja auch angeboren ist.

Unser Sohn (5) muss sich in der Klasse sozial schwer an viel ältere Kinder anpassen, da hängt er zu Hause schon richtig den Macker raus, wenn wir ihn nicht daran erinnern. Sonst kann er aber in seiner Klasse nicht bestehen, das ist für ihn notwendig, um dort nicht untergebuttert zu werden.

Andererseits ist er hochsensibel in Gefühlsdingen, und eben auch bei solchen Geschichten in Büchern oder Filmen. Das ist wirklich entwicklungsbedingt, aber eben für einen Jungen. Mädchen in dem Alter sind da schon wieder anders, vielleicht schon weiter, können mehr vertragen.

Ich selbst kann mich erinnern, ich hatte (Mädchen) eine richtige 'Angst-Phase' erst mit 10-11 Jahren, da habe ich vor dem Schlafengehen immer zwanghaft unters Bett geschaut, ob da niemand ist, der mich an den Füßen packt, wenn ich mich draufsetze. Bin dann eine Zeitlang mit Anlauf ins Bett gesprungen. Keine Ahnung, woher das kam, war auch bald wieder verschwunden. ;-)

Aber als wir später im Biologie-Unterricht Schweineaugen seziert haben, sind andere (auch Jungens) schreiend rausgelaufen, mir machte das nichts aus. Also das hängt nicht von HB ab oder sowas, da gebe ich dir Recht.

Viele Grüße, F.

von FelixMum - am 21.09.2004 08:51

Re: Bücher ab 8 mit Inhalten auch für 6jährige

Hallo Felixmum!

Nummer 3 ist ein Junge. Wir hatten Horrorphasen, da er Angst vor Spinnen hatte. Ständig hatte er Nachts Alpträume von Spinnen, die ihn in ihr Netz webten. Das hätte man sicherlich tiefenpsychologisch analysieren können. Aber wir haben uns beim Schwedischen Möbelhaus mit den 4 Buchstaben die jedes Kleinkind lesen kann eineStoffspinnen gekauft. Diese Spinnenkönigin beschützt ihn jetzt seit Jahren vor ihren Untergebenen. Seither trauen sich die Spinnen nicht mehr an sein Bett.

Ähnlich haben wir es übrigens auch mit der zweiten gemacht. Die wurde von verschiedensten Tieren nachst angegriffen. Ein Husky bewachte dann jahrelang ihren Schlaf.

Unser Sohn hat Glück mit seiner schulklasse. Die Kinder sind recht intelligent und dazu auch noch sozial eingestellt. Das erleichtert vieles.

Wenn deiner Dinosaureier mag besorg ihm doch mal den ersten Band vom magischen Baumhaus, den gibt es zur Zeit im Doppelband - Abenteuerbuch und magisches Forscherhandbuch. Darin ist nicht zu viel Abenteuer, aber meiner liebt die Kombination aus Abenteuer- und Sachbuch. Die beiden Kinder sind echte I)dentifikationsfiguren, der ruhige, bedenkende Philipp und seine emotional reagierende Schwester Anne.

Wenn ich mir meine beiden Mädchen ansehe, denke ich, dass die Unterschiede eher typbedingt sind als geschlechtsspezifisch. (Da die beiden nur zwei Jahre auseinander sind, habe ich einen guten Vergleich, der Abstand zum Jüngsten ist größer).

Den Macker raushängen lässt er nur beim Fahrradfahren. Sonntag waren wir mal wieder beim Notdienst. Auf den Rückweg verkündete er, er wolle gleich wieder Radfahren ("Ich kann das auch einhändig!"). Jetzt muss ich los, er braucht dringend eine Partie Carcassonne.

Marion

von MarionPE - am 21.09.2004 11:22

Re: Bücher ab 8 mit Inhalten auch für 6jährige

Hallo Marion,

war auch gar nicht auf hb bezogen. Ich fand das mehr eine weitere nette Episode im Leben mit meiner Tochter. Sicherlich ist die Zeit zwischen 6 und 7 Jahren eine entwicklungsmäßig normale Zeit, um Ängste zu durchleben und zu lernen, damit umzugehen.

Aber wenn mit meiner Kleinen die Fantasie durchgeht, dann richtig. Daher suche ich einfach nur Bücher, die das nicht noch forcieren. Sie schafft es auch ohne Vorlage vor einer großen schwarzen Katze zu fliehen, die die Welt zerstampfen will. Zum Glück hat sie eine Freundin, die diese Angst teilt und nun bekämpfen sie beide diese Wesen und hetzen es mittlerweile auf wenig geliebte Klassenkameraden los.

Ich denke auch, dass dieses Waschbecken nicht hb-spezifisch ist, sich aber Vorlagen zu holen aus Büchern, die man sonst erst später lesen und besser verkraften würde, ist wiederum hb-bezogen.

Lieben Dank noch mal für die Tips,
A.

von A. - am 21.09.2004 12:26

Re: Bücher ab 8 mit Inhalten auch für 6jährige

Hallo!

Das stimmt - die hb holen sich diese Ängste aus nicht-altersgerechten Büchern. Andere Kinder holen sie sich von Videos oder Computerspielen. Aber das Ergebnis ist wahrscheinlich dasselbe. Und Rotkäppchen oder andere Märchen sind auch nicht besser als heutige Bücher.

Ich war schon Erwachsen als ich zwei Bände "Die schönsten Geschichten deutscher Erzähler" bekam. Ganz normale Kurzgeschichten. Ehrlich gesagt, ich habe selten so schlecht geschlafen wie zu der Zeit, als ich die gelesen habe.

Marion

von MarionPE - am 21.09.2004 12:51

Re: Bücher ab 8 mit Inhalten auch für 6jährige

Ein wunderschönes Buch für kleine Leser ist die Geschichte vom Vamperl (da gibts auch den dicken Dreierband mit 3 Folgen). Autorin ist Renate Welsh. Macht auch Großen noch Spaß (es geht um einen Minivampir, den eine ältere Dame beim Putzen im Staublappen findet. Ihre Nachbarinnen meine, sie solle den in den Müll werfen, das bringt sie nicht übers Herz. So erleben die beiden einige Abenteuer miteinander. Der Knüller: Das Vamperl kann bösen Leuten das Gift aus der Galle saugen!

von karen - am 22.09.2004 11:19
Hallo Felix,

Lieben Dank für deine ausführliche Antwort.
Da hast du Recht, leider habe selbst ich meinen Sohn auch viel zu lange unterschätzt.
Nun weiss ich inzwischen wo so einige Probleme herkommen könnten.

Mit dem Lesen fangen wir übrigens gerade erst an, habe ja fälschlicherweise immer versucht ihn etwas von allem Schulischen fern zu halten und eher mit anderen Input der ihn interessierte (Weltall, Entstehung der Erde und des Menschen usw.) zu füttern. Gerade fäng er mit "Leselöwen" an.


Liebe Grüße
Sanny


PS: Hatte heut ein Gespräch mit der Lehrerin, puuuh aber das poste ich mal als neue Antwort auf mein ersten Beitrag...

von waikikiss - am 22.09.2004 11:43
Hallo zusammen,

also heut hatte ich das Gespräch mit Sohenmanns doch recht netten Lehrerin, die auch viel von individueller Förderung hält, zumindest allgm.

Noch kurz vorweg:
Ich hatte eine falsche Zeit der Sprechstunden im Kopf und daher waren wir dummerweise 1 Stunde zu früh in der Schule, traf die Rektorin (super nett), die in Sohnemanns Klasse heute auch Unterricht hatte, mit der ich dann ins Gespräch kam. Sie fragte ob es Probleme gibt, sie habe Sohnemann ja gerade beobachten können der ist ja so ein Aufmerksamer und freute sich. Dann erzählte ich ihr (sehr zurückhaltend) ganz auf die Schnelle in 5 Sätzen wohin die Probleme sich gerade entwickeln, und dass er dummerweise schon das ganze 1. Mathebuch durchgearbeitet hätte (in dem Augenblick kommt Sohnemann dazu) und sie meinte, was du hast das erste schon durch, na dann kannst du ja schon mit dem 2. beginnen und lächelte.

Eine Stunde später dann das Gespräch mit der Klassenlehrerin.
Ich fragte sie wie er sich denn so macht, gut, sehr aufmerksam, aktiv... usw. Und erzählte dann kurz seine Geschichte (sie hatte nur ein paar Min.) Sie erklärte, dass das alles garkein Problem wär und sie gern auch ZUsatzaufgaben verteilt usw. Freute mich sehr zu hören, obwohl Sohnemann eigentlich faul ist und wahrscheinlich weniger Zusätzliches, als Neues an Aufgaben möchte.

Dann sprach ich das Thema an, dass er ohne dass wir davon viel mitbekommen hätten das 1. Arbeitsbuch schon durch hätte, worauf sie konsequent meinte, "Ja das hab ich ihm gestern schon gesagt, dass das nicht so ginge und er alles ausradieren muss". Mir war fast zum Heulen zumute.

Dann wurde mir auch einiges klar, gestern war das Kind wie ausgewechselt, genau so wie ich ihn kenne aus Kindergartenzeiten, aggressiv, völlig am durchdrehen, umherrennen usw. Ganz schlimm, so wie schon Wochen nicht mehr. Er geht in den Hort, dort brachten wir ihn vor dem Gespräch eben hin und fragten, ob da gestern irgendetwas vorgefallen war, nix, ausser dass er dort auch so war, soetwas kannte die von ihm garnicht.

Tja nun denken wir zu wissen warum.

Das Gemeinste ist, er hörte heut von der Rektorin, dass er dann doch dirket mit dem 2. loslegen kann. Und nun muss er wohl tatsächlich alles wegradieren und nochmal machen, wo er doch schon vor Langeweile daran verzweifelt.

An die Rektorin möchte ich mich aber auch nicht unbedingt deswegen wenden, so hinterm Rücken der Lehrerin. Aber offensichtlich vertreten beide eine doch recht unterschiedliche Meinung. Und Sohnemann hat die für ihn Positivere (also 2. Heft machen) bereits gehört.

Was soll ich bloss tun.
Wenn er jetzt radieren muss, weiss ich was auf mich zukommt, nämlich das, was ich unter allen Umständen vermeiden wollte!

Für die 1. zu weit, für die 2. noch nicht weit genug, irgendwie zwischen 2 Stühlen.:confused:

Liebe Grüße
Sanny

von waikikiss - am 22.09.2004 12:14
Hallo sanny!

Sprich unbedingt und sofort mit der Rektorin! Natürlich auch mit der Lehrerin, aber das geht so nicht. Es geht um dein Kind. Radieren gubt es nicht. Radierungen kommen im Kunstunterricht vor und das auch erst in ein paar Jahren. Gibt es eine Parallelklasse? Wenn er bei der Frau Zusatzaufgaben bekommt ist das garantiert nur das 1001. Übungsblatt zu selben Thema. Ich verspreche dir die Ära der fliegenden Ranzen. In zwei Jahren ist dein Kind psychisch hin, du brichst zusammen und der Psych. verdient sich dumm und dämlich.

Auf in den Kampfanzug und los, etwas anderes kannst du jetzt nicht mehr machen

Marion

die das alles schon mal durch hat

von MarionPE - am 22.09.2004 13:35
Halloo Marion,

genau das hätte ich am liebsten, direkt nach dem Gespräch getan, so sauer war ich.
Aber fühlt sie sich hintergangen (was ich ja so nicht bezwecken möchte) ist denke ich der Ofen ganz aus. Am liebsten würde ich mir beide an einen Tisch holen wollen... Aber wen zuerst fragen, bzw. drauf ansprechen. Der Lehrerin erzählen, dass bei der kurzen Unterhaltung mit der Rektorin eine ganz andere Meinung kam... wahrscheinlich denkt sie dann ich bin unzufrieden gewesen und direkt zur Rektorin gerannt. Andersrum ebenso negativ. Irgendwie ist die ganze Situation shittttttttt. Das Schlimmste ist, er ist so ein "Zwischending", meiner Meinung nach für 2 noch nicht reif genug, für die 1 (zumindest Anfang 1) zu reif. Eigentlich sehe ich ja auch keine wirkliche Lösung (Wunschvorgehensweise), zu der ich tendieren würde... also auch keine wirkliche Meinung die ich vertreten kann, ausser in der 1. jetzt vorarbeiten lassen, kontrolliert von der Lehrerin um einen Sprung meinetwegen im Winter oder so damit vorzubereiten. Das was ihm jetzt fehlt ist die Routine und Geschwindigkeit im Rechnen, als auch im Lesen und Schreiben.

Aber das macht glaub ich kein Lehrer mit.... *Zahn direkt zieht*

Ich weiss wirklich nicht weiter :-(


Liebe Grüße
Sanny

PS: Sag mal wie ging das bei euch aus, du schreibst ja offensichtlich auch (negativer) Erfahrung. Hoffe du konntest überwiegend wieder alles geradebügeln, soweit soetwas noch zu bügeln ist....?!?!

von waikikiss - am 22.09.2004 17:15
hallo waikikiss,
unabhängig von gesprächen mit lehrerin oder rektorin, die sicher nötig sind, würde ich versuchen deinem sohn erstmal das ausradieren zu ersparen, in dem du ihm ein neues mathebuch bestellst auf eigene kosten. in dem neuen kann er ja dann bis dahin arbeiten, wo alle anderen aktuell sind. - das befriedigt (und besänftigt?) erstmal die lehrerin, musst ihr ja davon noch nicht mal was sagen. das andere schenkst du ihm.
das ausradieren fände ich zu demütigend.

lg
me

von me - am 23.09.2004 08:19

Re: Bücher ab 8 mit Inhalten auch für 6jährige

Hallo,

stimmt, Ängste dieser Art sind weit verbreitet. Als mein Sohn vier Jahre alt war, hatte ich da ein nettes Erlebnis.

Ein Kunde von mir kam zu einem Termin und ich musste ihn noch kurz in mein Arbeitszimmer setzen und etwas erledigen. Ich hatte aus dem Augenwinkel gesehen, dass mein Sohn zu ihm gegangen war. Als ich dazukam, fand ich folgendes Bild vor:

Der Kunde, Unternehmer, im schwarzen Anzug saß auf einem Stuhl, mein Sohn auf seinen Knieen. Sie unterhielten sich leise, aber mit großer Intensität, beide. Ich fragte, worum es denn gehe. Der Kleine hatte ihm erzählt, dass er große Angst davor habe, dass in der Badewanne mal versehentlich der Stöpsel rausgehe und er dann in die Kanalisation gesaugt werde. Der Große konnte das vollständig nachvollziehen und hatte viele eigene Erfahrungen mit solchen Ängsten beizutragen.

Das ist jetzt vierzehn Jahre her. Die Freundschaft besteht immer noch.

Vielleicht sind solche Ängste für viele zwangsläufig da und werden gar nicht durch diese Bücher ausgelöst. Sondern die Bücher nehmen das nur auf. Bestimmt kann es dann manchmal sogar dadurch helfen, dass die Dinge angesprochen und bearbeitet werden.

Bei meinen Kindern war das Problem weniger, dass sie beängstigende Inhalte in Büchern für Ältere antrafen, sondern eher, dass die sich häufig um Liebe usw. drehten, was für sie dann unter "langweilig" eingestuft wurde.

Michaela

von michaela - am 23.09.2004 08:20
Hallo!

Me's Idee finde ich gut. So würde ich es machen.

VG



von KSK - am 23.09.2004 08:56
Hallo me,

vielen Dank für deine Gedanken, ich glaub so hätte ich es wahrscheinlich auch gemacht.
Aber erstaunlicherweise hat, wie ich gestern Abend bei der Klassenpflegschaft eruhr, sich seit gestern Mittag viel getan, vorallem an der Meinung der Lehrerin, bin fürchterlich erleichtert... aber den Vorgang beshcreib ich gleich nochmal etwas ausführlicher in einem extra Beitrag...

Liebe Grüße
Sanny

von waikikiss - am 23.09.2004 10:29

Re: Bücher ab 8 mit Inhalten auch für 6jährige

Hallo Michaela!

Genauso schlimm wie der Stöpsel der Badewanne ist der Staubsauger: Die Düse scheint mit dem Einschalten riesig zu werden, denn wenn der Sauger ausgeschaltet ist, stellt man ja fest, dass man nicht hineinpasst, aber wehe das Gerät läuft.

Marion

von MarionPE - am 23.09.2004 11:38
hallo waikikiss,
freut mich zu lesen, dass sich (wohl) etwas positives ergeben hat!

ich wünsche es euch
me

von me - am 24.09.2004 10:17
Halli hallo,

ich danke euch für eure Gedanken und Tips.

Es gibt Positives zu berichten.

Wir hatten nach dem Elternabend mit der Lehrerin noch ein kurzes Gespräch, in dem wir drum baten, dass Sohnemann nicht alles ausradieren muss usw. natürlich mit Begründung.
Sie war mit einmal völlig anderer Meinung und sagte, nein nein das können wir ihn nicht machen lassen, das wär Motivationskill pur, auf garkeinen Fall.
Was war ich erleichtert. Es wurde übrigens ein sehr sehr nettes Gespräch. Und sie teilte mir mit, dass sie allgemein kleinwenig anziehen möchte, nun nach Rücksprache mit den Lehrern der anderen ersten Klassen. Und das Programm wurde etwas abgeändert.

Alles in allem kann man mit der Frau denke ich sehr gut klarkommen, sehr nett... hab ich nie bestritten und trotz anfänglichen "Misstrauen" doch sehr kompetent.
Sie ist für neue Dinge und Ideen sehr aufgeschlossen (heut sprachen wir über Möglichkeiten weiteres Montessori-Material einzusetzen, bzw. evtl. auch selbst zu basteln) usw. Inzwischen denke ich, dass sehr viel Besseres garnicht passieren hätte können. (Obwohl die Wandelung in meinen Augen erst nach dem ersten Gespräch statt fand) ;-)

Liebe Grüße
Sanny

von waikikiss - am 29.09.2004 17:46
Hallo Sanny,

da habt ihr aber wirklich Glück mit eurer Lehrerin.

Als unser letztes Jahr eingeschult wurde, hatte er versehentlich eine Seite im Mathebuch zuviel gearbeitet. Er musste alles ausradieren.......und außerdem wurde er auch noch gerügt von wegen er solle doch auf keinen Fall vorarbeiten.

LG
Sunnyone

von Sunnyone - am 30.09.2004 07:31
Hi Sunnyone,

das ist ja nicht zu fassen!!!!!
Wegen einer Seite dem Kind die Motivation so kaputt machen???
Also an solchen Stellen frag ich mich wirklich wie die Frau Lehrerin geworden ist.
Wie hat es dein Sohn aufgefasst???

Ich hoffe, dass ihr ansonsten mit ihr annähernd klar kommt...?!?!

Liebe Grüße
Sanny

von waikikiss - am 01.10.2004 11:47
Hallo Sanny,

Er hat nur noch das nötigste gemacht.
Ab Februar ging er für Mathe dann in die zweite.

Jetzt seit Schuljahresbeginn ist er - bis zu den Herbstferien zur Probe - in die 3. Klasse gesprungen. Mit einer bis jetzt super Lehrerin.

Ist hochmotiviert, Schreibschrift in den ersten 3 Wo. gelernt (direkt mit Füller), schreibt auch riesen Texte ohne Murren ab. Bekommt viel Lob auch in schriftlicher Form unter die Hausaufgaben. Überhaupt kein Vergleich zur ersten Klasse.
In Mathe Rechenkönig, mit der Rechtschreibung hakt es noch ein wenig.

Hoffentlich kann er dort bleiben.........

LG
Sunnyone

von Sunnyone - am 04.10.2004 11:57
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