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Forum Hochbegabung bei Kindern
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25
Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Kerstin, MarionPE, FelixMum, Ullerich, Pitty, anja

Welche Kriterien sind wichtig, für den Sprung?

Startbeitrag von Kerstin am 25.10.2004 13:31

Hallo nochmal!

Ich möchte mich nochmal kurz melden, mit foldender Frage:

Welche Kriterien sind denn nun wirklich ausschlag gebend, um ein Schnuppern mit event. folgenden Sprung zu empfehlen?
Mein Sohn unterzieht sich gerade einigen Tests, Schulleistungstest, um am Freitag beim Endgespräch zu erfahren, ob er nun in die 3.Klasse schnuppern darf oder nicht.
Er will unbedingt, wobei ich denke, daß er das Ausmaß, Belastung garnicht einschätzen kann, woher auch.

Heute hatte ich ein kurzes Zwischengespräch, zwischen" Tür und Angel" und seine Lehrerin, die dieses alles mit ihm macht, was ihm übrigens richtig Spaß macht, sagte mir: "Also vom kognitiven würde R. das auf jeden Fall schaffen", aber die Feinmotorik, Arbeitstempo und Belastbarkeit da hat sie so ihre Bedenken...?

Was ist denn nun wirklich ausschlag gebend ?



:confused: ratlose :confused:
Kerstin

Was ist nun richtig, drauf drängen oder lieber klein bei geben und alles laufen lassen in der 2.Klasse?

Antworten:

Hallo,

wenn dein Sohn unbedingt will, dann solltest du mit ihm über die Anforderungen reden, die die Lehrerin genannt hat: Feinmotorik, Arbeitstempo, Belastbarkeit.

Wie hast du ihn bisher erlebt? Würde er etwas "Drill" d. h. stetes Üben dieser Kriterien aushalten oder bricht er sonst in Tränen aus? Das kannst du selbst am besten überblicken. Unserer ist da z. B. ziemlich hart im Nehmen und sehr ehrgeizig von sich aus, also wissen wir was wir ihm zumuten können und was nicht.

Auch für dich gilt diese Frage: Könntest du es aushalten, ihn hier nicht allein zu lassen und mit ihm regelmäßig zu üben, bis er diese Kriterien erfüllt? Das sind nämlich die Kriterien der Schule, die kennen wir auch. Denen kommt es nicht darauf an, ob ein Kind mit dem Kopf so weit ist, Hauptsache es schreibt schnell genug, schießt nicht quer und hält den Verkehr nicht auf. Das ist alles, was eine Lehrerin interessiert (aus meiner Erfahrung, die ist leider bislang nicht die beste).

Allgemein kann man nur sagen, man kann nichts sagen, bevor man es nicht probiert hat. ;-) Aber dein Sohn sollte wissen, wenn er springen will, muss er die Konsequenzen tragen können. Es reicht nicht, dass sein Intellekt besser gefordert ist, er darf nicht als "Störfaktor" gelten, wenn er z. B. noch zu langsam schreibt oder einen Tadel nicht erträgt. Aber wenn er schon in der 2. Kl. ist sollte ihm das eigentlich schon bekannt sein. Da zieht das Tempo sowieso an, die sozialen Anforderungen auch.

PS: Ein Gespräch zwischen "Tür und Angel" ist typisch für Lehrerinnen, wenn es um so eine wichtige Sache geht, sollte man sich aber unbedingt Zeit nehmen. Wer ist denn beim Endgespräch dabei, wer hat welche/n Test/s gemacht, auf wessen Veranlassung hin? Könnte die Lehrerin blockieren?

Viele Grüße und viel Erfolg, F.

von FelixMum - am 25.10.2004 14:30
Hallo Kerstin!

Es stimmt, gerade das Arbeitstempo ist bei vielen "Springern" das Problem. welches Gefühl hast du dabei? Glaubst du, das er schneller könnte, wenn er wollte? Träumt er beim Arbeiten oft? Dann ist ein Sprung trotz des langsameren Arbeitstempos das Richtige.
Ich halte es übrigens pädagogisch für gut, wenn ein Kind mal merkt, wie es ist, nicht der Beste zu sein. Zum einen lernen die Kinder, sich etwas zu erarbeiten, zum anderen können sie mitfühlen, wie es ist, wenn die anderen etwas können und man selber nicht. Kinder, die mit solch einer Situation nicht umgehen können sollten besser nicht springen. Aber als Mutter kann man da unterstützen, wenn ein Durchhänger kommt.

Meine Große hatte das Glück, in eine Klasse zu Springen in der ein körperbehinderter Junge war. Dieser konnte auch nicht so super schnell arbeiten und schreib auch noch nicht in Schreibschrift (Ende Kl. 2). So war sie nicht in einer Außenseiterrolle. Die andere (4 übersprungen) hatte erst Probleme, besonders in Rechtschreibung, einfach weil sie das Tempo noch nicht schaffte, aber das konnten wir trainieren. Ist dein Sohn bereit, für den Sprung eventuell eine Weile wirklich hart zu arbeiten.

Mein Jüngster galt immer als sehr langsam, aber als sie vor den Ferien einen Mathetest geschrieben haben hat er den Ernst der Lage erkannt, zügig und richtig gearbeitet und als einziger alle Punkte erreicht. Wenn es sein muss geht es. Flüchtigkeitsfehler kommen übrigens oft daher, dass der Kopf schon drei Wörter weiter ist als die Hand.

Die Fragen kannst nur du beantworten. Ansonsten führe während des Schnuppers ein Gespräch mit der aufnehmenden Lehrerin. Das hilft dir viel. Höre auf deinen Bauch, auch wenn du eine Entscheidung treffen musst, die deinem Sohn nicht passt, einschätzen kannst du ihn sowieso besser als alle anderen.

Marion

von MarionPE - am 25.10.2004 15:08
Hallo FelixMum!

Du hast völlig recht damit, die Situation sollte so kritisch beleuchtet werden..

Der aktuelle Stand ist halt, bei Proben ob Mathe oder Diktat ist er mit der Abgabe (Mathe) immer unter den ersten 2, Fehlerquote liegt da wie dort bei 1/2 - 1 Fehler.
Er ist Anfang Oktober 7 J. geworden und wie soll ich ihm klar machen oder es ihm rüber bringen, wenn ich von Belastung rede, die hatte er noch nie, ich glaube das er mit diesem Begriff garnicht so recht was weiss anzufangen.
Arbeitstempo schleift bei ihm immer dann ,wenn es um Wiederholungen geht, auch das sich weg träumen.
Sie hat ja heute selbst gesagt, sie hat es noch nie geschafft, das er nicht wüsste an welcher Stelle sie gerade lesen , oder welche Antwort gefragt ist, trotz das er sich so ausklinkt?
Wie soll ich so einschätzen, was er aus hält und was nicht?
Wenn ihn was speziell interessiert, klinkt er sich ein und dann erst wieder aus, wenn so ein bestimmtes Level bei ihm aufgefüllt ist, er schließt sich auch auf Toiletten ein, wenn er ein neues Buch hat was ihn gepackt hat.
Mit Kritik kann er schwer um gehen, aber auch das kann man lernen.
Feinmotorik, war noch nie sein Ding, wenn es nach ihm ginge, gäbe es nicht einmal Stifte, da bei ihm alles!!! über den Kopf abgeklärt wird und damit ist das für Ihn erledigt.
Sie hat auch gesagt, das er eine sehr eigensinnige Arbeitsmethodig hat, das was er gelernt hat wird "abgehakt" und dann geht er zum nächsten über, also Übungen-Wiederholungen, sind für ihn ein Alptraum den er bei den HA jedesmal durch lebt, wobei die auch immer schneller fertig werden ( heute 3 HA = 20 min) damit er es schnell hinter sich hat, wie er sagt.

Ich weiss man kann was schön oder auch schlecht reden, aber ich wollte eigentlich wissen, wieviel Gewichtigkeit jedes der ganzen Kritierien hat, für eine Entscheidung dafür oder dagegen????????

Kerstin

von Kerstin - am 25.10.2004 18:00
Hallo MarionPE!

Da ich dir die gleiche Antwort in etwa geben möchte wie @FelixMum, sei so lieb und lies sie eine Etage weiter oben und vielleicht weisst du ja welches Kriterium ich am meisten beachten sollte, ich will ja nichts verkehrt machen.

Sagen wir es mal so, vom Kopf-Leistungsstand denk ich schon das er mit halten kann und das es ihm auch Spaß machen würde, endlich wieder eine neue Herausforderung , aber da sind noch mehr Kinder in der Klasse und ich weiss nicht ,ob die ihn auch so behutsam behandeln, wie er es bis jetzt erlebt hat???
Warscheinlich eher nicht und das ist so ein Punkt, wo ich! meine Bedenken habe?
Wie war das bei Euch?
Am liebsten wäre mir er hätte einen "großen Freund" in der neuen Klasse, das wäre die halbe Miete des gelingens. ;-)
Aber wir sind ja nicht bei "Wünsch dir was".

Freue mich über Tipps!
:D Kerstin

von Kerstin - am 25.10.2004 18:10
Hallo Kerstin!

Aus welchem Bundesland kommst du? Bei uns hier in Niedersachsen beträgt die Probezeit (so heißt es offiziell) 13 Wochen. Unsere zweite haben wir nach drei Wochen wieder zurück genommen, weil wir merkten, dass die aufnehmende Lehrerin nicht mit der Situation einverstanden war. Sie sollte zwei Kinder aufnehmen und hat beide wieder herausgeekelt. Es wurde nie gelobt, immer nur auf den noch bestehenden Lücken herumgeritten. Dass Wiebke nach drei Tagen in der Klasse den Sachklundetest mit 3 schrieb (die anderen hatten wochenlang am Thema gearbeitet) wurde nie erwähnt, dass sie bestimmte Dinge nicht wusste, weil sie ihr nicht gesagt wurden, das wurde breitgetreten. Es wurde ihr sogar angekreidet, dass sie mit einem Mädchen aus der alten Klasse spielte ("Mama, die hatten abgesprochen, nicht mit der zu spielen, ich konnte sie doch nicht alleine stehen lassen"), das war mangelnde Integrationsbereitschaft. Wir haben sie zurückgenommen (das andere Kind ging gleichzeitig zurück) und am Ende des Schuljahres in die übernächste Klasse versetzen lassen. Dafür brauchten wir die Probezeit nicht abzuwarten. Der Sprung dann hat übrigens geklappt.

Was ich sagen will: versucht es, lasst ihn in der höheren Klasse schnuppern. Wenn er sich unwohl fühlt geht er in seine alte Klasse zurück, verlieren tut er dabei nichts. Er kann nur gewinnen. Es gibt viele Faktoren, die kann man nur beurteilen, wenn man sie ausprobiert.

Fasst euch ein Herz und versucht es, bei Wiebke erschien der Sprungversuch noch nicht einmal auf dem Zeugnis.

Ich wünsche euch alles Gute und eine tolle aufnehmende Lehrerin

Marion

von MarionPE - am 26.10.2004 06:10
Hallo Kerstin,
ich habe jetzt deine Beiträge gelesen und kann sehr gut verstehen was in dir vorgeht. Ich habe mit meiner Mittleren auch sehr gezweifelt und hatte relativ wenig Unterstützung von außen. Sie sollte zuerst von Mitte 1. in Mitte 2. springen - das war ein Tipp der Lehrerin. Als ich mich dann darum bemüht habe und beim Direktor vorsprach (der sagte: seit er Direktor sei hätte noch nie ein Kind übersprungen) konnte sich selbige Lehrerin plötzlich an nichts mehr erinnern...

Tja, so war das ein ziemlicher Spießrutenlauf. C. war auch relativ langsam im Tempo und die Feinmotorik war nicht wirklich der Renner. Beim Tempo hab ich allerdings gemerkt, dass das auch sehr davon abhängig ist, ob sie sich langweilt (dann wird sie noch langsamer) oder nicht.
Sie selbst wollte den Sprung unbedingt und so haben wir es nach vielen Gesprächen geschafft, dass sei von 1 in 3 versetzt wurde. Bis dahin hat eigentlich schon niemand außer mir mehr an das Kind geglaubt, denn sie hatte ziemlich zu gemacht. Die Herausforderung kam nicht zum wirklich nötigen Zeitpunkt und sie musste noch das ganze 1. Schuljahr in der Klasse bleiben, was ihre Motivation total gedrückt hat.

Als dann die 3. Klasse kam war die Spannung groß. Sie musste durch einen Umzug noch die Schule wechseln. Der alte Direktor hatte zwar versprochen meine Kinder könnten in der alten Schule bleiben, vier Tage vor Ende der Sommerferien rief er dann an um mir zu sagen, dass seine Schule jetzt voll wäre und er keinen Platz mehr hätte für meine Kids.
Insofern waren wir doppelt gespannt und auch nervös. Mit der neuen Schule hab ich dann vereinbart, dass es eine flexible Probezeit gibt. D.h. die dortige Direktorin war bereit sie jederzeit zurückzunehmen, falls es nicht klappt. Auch wenn sich das erst nach vier Monaten rausgestellt hätte. Angeblich gibt es bei um (Bayern) vom Gesetz her gar keine Probezeit, aber das kann ich nicht beurteilen.

Und: alles ging gut. Sie wurde beansprucht, es war nichts mehr langweilig. Somit hat sie auch im Tempo angezogen. Die Feinmotorik lässt noch immer etwas zu wünschen übrig - sie hatte im Zeugnis eine 3 in Schrift. Das hat mich allerdings nicht so sehr irritiert. Es wird immer besser.
Allerdings hatte sie anfangs ziemliche soziale Probleme. Sie wurde doch sehr geärgert, von wegen du Kleine (sie ist in der Tat nicht besonders groß) was willst du hier. Bist viel zu jung und gehörst in die 1. Klasse (sie war 7). Darunter hat sie die ersten Wochen ganz arg gelitten. Trotzdem wollte sie NIEMALS in eine 2. Klasse. Wir haben dann abgewartet und so bis zu den Herbstferien hatte sich auch das gelegt. Neider gibt es zwar bis heute noch, aber für die hat sie nicht mal ein Ohr über uns lässt das an sich abprallen.
Stoff gab es natürlich nachzuholen und lernen war sie nicht gewohnt. Das war schon eine ziemliche Umstellung für sie, die nicht immer ohne Murren akzeptiert wurde. Hat sich auch relativ bald gegeben und sie ist an der Herausforderung gewachsen. Bis Ende der 3. hatte sie es auf eine Schnitt von 2,5 geschafft, was ich schon toll fand
Jetzt sind 6 Wochen der 4. vergangen - sie tut keinen Handschlag für die Schule und ist Klassenbeste mit schlechtester Note 2+ und das einmal. Wir warten ab...

Ich will damit sagen, sie ist an der Herausforderung gewachsen, hat gemerkt da ist jemand der glaubt an sie und ich würde es immer wieder tun. Die "scheinbaren" Problem, Langsamkeit etc. haben sich dadurch dass sie kognitiv mehr gefordert war nahezu vollständig aufgelöst.

Deine Entscheidung kann dir keiner abnehmen, es wollen immer viele Dinge durchdacht werden und ich kann nicht wirklich beurteilen, wie sehr ihr von der Schule unterstützt werdet. Vielleicht konnte ich dir trotzdem durch meinen Bericht ein wenig helfen.

Erzähl mal wie es weitergeht und liebe Grüße
Anja

von anja - am 26.10.2004 07:18
Hallo Anja!

Die Handschrift bessert sich bei Mädchen mit 10 Jahren von selber. Ich beobachte das gerade zum zweiten Mal. das ist im Regelfall in der vierten Klasse; bei unseren Kindern eben entsprechend später. Warte ab und vergleiche wenn sie 10 ist die Handschrift vor den Sommerferien mit der Handschrift nach den Ferien. Dazwischen liegen Welten. Manches ist eben auch bei unseren Kindern abhängig vom Alter. Wie das bei Jungen ist weiß ich noch nicht, meiner ist erst 6.

Übrigens: Als meine mit 5 in die Schule kamen hörten sie auch oft:" Du bist noch zu jung, man darf erst mit 6 in die Schule", aber das gab sich irgendwann.

Viele Grüße

Marion

von MarionPE - am 26.10.2004 07:28
Hi Marion,

Zitat

Was ich sagen will: versucht es, lasst ihn in der höheren Klasse schnuppern.

Jep. Das ist einen Versuch wert.


Zitat

Wenn er sich unwohl fühlt geht er in seine alte Klasse zurück, verlieren tut er dabei nichts.

Damit bin ich nun gar nicht einverstanden. Die Vorgehensweise bei einem Scheitern will vorher wohlüberlegt sein und man sollte auch sicher sein, daß alle Beteiligten sich daran halten.

Dazu unsere alte Geschichte (schon einige jahre her):

Unser 1. Sohn war in der 1. Klasse unterfordert (unserem Verständnis nach). Wir haben also mit der Direktorin gesprochen und sie war sofort für einen Besuch in der nächsthöheren 2. Klasse. Es wurde mit der aufnehmenden Klassenlehrerin vereinbart, daß nach 2 Wochen eine Rückmeldung kommt, wie es dann weitergeht. Der Versuch wurde zwischenzeitlich noch um 1 Woche verlängert.
Dann, kurz vor Ablauf, erhielten wir einen Anruf am Freitag Nachmittag. Die alte Klassenlehrerin der 1. Kl meldete sich und meinte, daß sie von der KL der 2. Klasse gebeten wurde, uns anzurufen. Unser Sohn sei überfordert und würde nun ab Montag wieder in ihrer Klasse sein.
Eine nette Überraschung zum Wochenende mit einem Häufchen heulenden Elends. Wir fragten unseren Sohn, was man ihm gesagt habe. Er meinte, die Lehrerin habe ihm keinen Grund gesagt. Auf unsere Nachfrage, ob er sich einen Grund vorstellen könne, meinte er, er sei Schei**e.

Aufgrund von Schlüsselerlebnissen, bei denen wir Eltern das Gefühl hatten, offene Türen einzurennen und dann im wichtigsten Moment diese dann doch zugeschlagen wurden, sträuben sich mir immer die Nackenhaare. Gerade bei "Tür und Angel" kann es vorkommen, daß wichtige Entscheidungen genauso so lässig entschieden werden.


Zitat

Er kann nur gewinnen.

Aber nur dann, wenn der "Abstieg" sozial kompetent gerade mit dem Kind besprochen wird. Also: nicht nur Hoffnungen machen, sondern auch Plan B in Bereitschaft halten, wenns nicht so läuft wie geplant.


Zitat

Es gibt viele Faktoren, die kann man nur beurteilen, wenn man sie ausprobiert.

Richtig. Nur - Plan B niemals vergessen!


mfg Ulrich



von Ullerich - am 26.10.2004 07:43
Hallo Kerstin,

wenn er sich sonst in der Klasse wohl fühlt, was spricht für einen Sprung, wenn man in der 2. Kl. zu den Besten gehört und evtl. mit dem Tempo oder sozial in der 3. überfordert wäre (weil absolut nicht gewöhnt) und man noch einen Plan B für ein Scheitern ausarbeiten müsste?

Die Lehrer achten allgemein nur darauf, dass ihr Betrieb nicht gestört wird, das ist alles. Ihr Argument ist immer "ich hab noch andere Kinder, kann mich nicht speziell um dieses kümmern" und damit haben sie ja leider auch Recht. Denn ein sprachlich benachteiligtes Migrantenkind mit Sieben ist halt schulpflichtig, sonst kommt die Polizei - ein intellektuell begabtes mit Vier oder Fünf nicht. Also entscheiden sie danach, die Diskussion darüber ist mühsam.

Unser Sohn ist auch im Oktober geboren, gerade 6 geworden und 2. Klasse - kam im Unterschied eben schon sehr früh rein und hatte gewisse Belastungen von Anfang an. Das führte aber zu einer relativ gleichmäßigen Auslastung und wenn er sich geistig auch manchmal immer noch nicht gefordert fühlt, so gleicht sich das durch motorische und soziale Anforderungen für sein Alter aus. Die Diskrepanz ist also nicht so groß.

Woher du seine Belastbarkeit wissen sollst? Nun ja, also wir üben schon mit unserem regelmäßig die Schnelligkeit bei den HA - auch mit Stoppuhr. Bei Klassenarbeiten gibt es ja auch ein Zeitlimit, und es kommt nur darauf an, sich in kurzer Zeit auf das Wesentliche zu konzentrieren, das kann man üben. Trödelei und Tagträumerei lassen wir nicht durchgehen, weil das nichts mit der Begabung zu tun hat: Er kann es, das wissen wir, und deshalb üben wir das. Er ist nicht überfordert damit, aber GE-fordert. Je schneller er mit den (oft langweiligen) HA fertig ist, umso eher kann er spielen gehen. So ist das bei uns - er wollte in die Schule, er hatte die Voraussetzungen dazu, jetzt muss er auch lernen, dass er mit den Bedingungen dort zurecht kommt.

Feinmotorik kann man übrigens auch üben, indem man dem Kind mehr Gelegenheit dazu gibt, etwa in einer Zeichen- oder Bastel-AG (bietet die Lehrerin der Parallelklasse momentan bei uns an, ist freiwillig - aber wir haben ihm das zusätzlich schmackhaft gemacht und es macht ihm auch Spaß). Dort arbeiten die Kinder mit unterschiedlichen Materialien und verbessern die Motorik spielerisch, nicht als Pflicht den Stift fest halten.

Auch für ein begabtes Kind - so meine Meinung - ist wichtig, dass es den Unterschied zwischen Pflicht und Kür lernt. Von mir aus kann sich mein Sohn stundenlang mit einem Lexikon ins Zimmer verziehen oder sich die Französisch-CD auf der Couch reinziehen: Nachdem er seine HA gemacht hat, und zwar in dem von der Schule vorgegebenen Umfang und Tempo. Der Umfang beinhaltet auch teilweise für uns Eltern total schwachsinnige Übungen, aber das ist seine Aufgabe dort. Wir haben das nicht zu kommentieren, Schule ist sein Metier und wir helfen ihm nur dabei. Daran wächst er auch, das stärkt ihn, haben wir schon festgestellt.

Also vielleicht als Vorschlag, nicht einfach nur denken, er ist so helle, er macht das schon, fällt ihm doch alles zu (wie ja übrigens die meisten Lehrer auch denken und sich dann wundern, wenn auch begabte Kinder nicht alles von allein leisten können), sondern auch mit ihm die stupiden Dinge und Tempo üben üben üben. Dann kann er einen Sprung sicher gut verkraften. Nur wenn er das so gar nicht kennt und jetzt ins kalte Wasser geworfen wird... weiß ich nicht.

Wenn er sich in der 2. Klasse als Klassenbester wohl fühlt, gut integriert ist und soweit alles OK, bestünde für mich kein Grund zu einem Sprung. Sonst riskiert man am Ende ein unglückliches gescheitertes Kind mit schlechteren Noten und vielleicht sogar die nächste Versetzung? Aber das kannst nur du selbst beurteilen. Vielleicht ist das aber eine Hilfe für eine gute Entscheidung.

Viel Glück dabei, F.

von FelixMum - am 26.10.2004 08:55
Hallo Ulrich!

Genau deshalb halte ich den Begriff "Schnuppern", also nur mal schauen, wie es dort ist für besser als den Begriff "Probezeit". Das hat eher was mit Versagen zu tun. Ideal war es wie bei meiner Großen, die erst nur für den Matheunterricht in die höhere Klasse ging. Da konnte man nicht nur feststellen, wie sie mit dem Arbeitstempo und der Klasse zurechtkam, es konnte auch die Chemie zwischen der neuen lassenlehrerin und uns getestet werden. Leider ist das mit erhöhtem Koordinationsaufwand verbunden und nicht jede Schule ist dazu bereit. Aber nachfragen könnte man.

Wir haben den Kindern damals den Entschluß, sie wieder zurückzunehmen auch kurzfristig mitgeteilt. Was die aufnehmende Lehrerin damals nicht wusste war, dass wir Mütter uns gut kannten und mitbekamen, wie sie versuchte uns gegeneinander auszuspielen. Das war eine Situation, die wir nicht fast ein Schuljahr lang brauchten. (Zu unserer Genugtuung bekam sie dann andere Schüler in die Klasse - mit unseren friedlichen wäre sie besser bedient gewesen - die sie mit unseren hätte ablehnen können, Pech gehabt).

Marion

von MarionPE - am 26.10.2004 09:23
Hi Marion,

Zitat

Genau deshalb halte ich den Begriff "Schnuppern", also nur mal schauen, wie es dort ist für besser als den Begriff "Probezeit".

Bei uns hieß es "Gast", was aber letztlich nichts am dümmlichen Verhalten der Verantwortlichen geändert hat.


Zitat

Wir haben den Kindern damals den Entschluß, sie wieder zurückzunehmen auch kurzfristig mitgeteilt.

Wir hatten keine Chance auf irgendeine Vorbereitung. Ich mache der Schule auch keinen Vorwurf, was den Abbruch an sich betrifft. Ob es mir gefällt oder nicht, es war deren Sicht. Der Schulrat sah das dann jedoch anders. :D
(Jahre später habe ich eine Art Entschuldigung von der KL der damaligen 1. Klasse bekommen.)

Nur - erst so tun, als ob man die Kinder in Watte packen müsse (wenn man den damaligen Äußerungen auf Elternabenden geglaubt hat), dann aber einem Einzelnen unvermutet den Boden unter den Füßen wegziehen, halte ich für [zensiert].

mfg Ulrich



von Ullerich - am 26.10.2004 10:13
Hallo MarionPE!

Wir sind aus Bayern und soweit mir bekannt ,gibt es sowas festgesetztes wie eine gesetzl. Probezeit nicht, das wird dann eher individuell festgelegt, wenn nötig dann auch verlängert.

Also ich werde mir am Freitag alles anhören und dann aus dem Bauch heraus entscheiden.
Mein Kleinen lasse ich draussen warten und werde dann egal in welche Richtung die Entscheidung gefallen ist, noch zu einem Gespräch rein holen, mit Begründung, auch Bedenkensäusserungen und natürlich auch Motivationen, egal ob schnuppern oder nicht,
Dann folgt eine Woche Herbstferien, womit wir Zeit haben "vorzubereiten", entweder ein Konzept für die 2.Klasse.
Ich habe mir überlegt, ob er dann vielleicht sein Wissen mit Nachhilfe für die schwächsten der Schwachen zur Verfügung stellt, da ich weiss er hilft ausgesprochen gern oder ich mir einen "Schlachtplan" zurecht lege, für Projekte für die Klasse, mit einzelnen Schülern,... um zu überbrücken.
Sollte die Entscheidung fürs schnuppern fallen, werde ich ihn auch da ein wenig vorbereiten, da es hier so ist, das hier jeder jeden kennt (fast jeden) und ich es hin dirrigieren werde, mit Kindern aus seiner neuen Klasse Kontakt auf zunehmen , womit ich versuchen werde den Start etwas zu erleichtern. Soweit wie man halt "eingreifen und vorarbeiten" kann.
Du siehst, ich versuche nichts dem Zufall zu überlassen und versuche in beide Richtungen vorbereitet zu sein.
Richtig oder Falsch? :-(

Morgen hat er seine letzten Tests und am Freitag das ausführliche Gespräch.

Kerstin

von Kerstin - am 26.10.2004 13:32

Re: Tests

Hallo noch einmal,

was sind denn das für Tests, wer hat die initiiert aus welchem Grund und mit wem werden die besprochen? Morgen ist Mittwoch ("hat er seine letzten Tests"), am Freitag sollen die Ergebnisse schon vorliegen und besprochen werden?

Diese Frage stellte sich mir schon zu Beginn.

Viele Grüße, F.

von FelixMum - am 26.10.2004 13:42
Hallo FelixMum!

Es ist schon richtig, das er sich wohl fühlt in seiner jetzigen 2.Klasse, wäre auch noch dramatischer wenns nicht so wäre, aber was hilfts wenn von Ihm der Wunsch kommt, in die 3.Klasse schnuppern zuwollen und endlich schwerere Aufgaben zu bekommen, so seine Worte.
Eine Stoppuhr besitz ich garnicht, aber wie bereits erwähnt sind seine HA im gegesatz zur ersten Klasse, jetzt sehr schnell erledigt, damit er es hinter sich hat, wie er sagt und das ist so oke für mich, warum sollte ich da Stress verbreiten?!
Aber wie bereits erwähnt, klinkt er sich immer häufiger aus und beschäftigt sich mit den merkwürdigsten Sachen, nur um die Zeit abzusitzen, neuer dings liest er alles rückwärts und hat die größte Freude drann, das ich kein Wort verstehe.
Aber das stört mich nicht. Meine Bedenken liegen im sozial Bereich, Arbeitstempo und 29 Stundenplan 3.Klasse-Belastbarkeit?
Und dahin ging halt auch meine Frage, welche Erfahrungen ihr so damit habt oder hattet, um die Situation wirklich objektiv, realistisch und nicht durch die kognitv-rosarot gefärbte Brille zusehen.

Ich werde mich auf jeden Fall versuchen, für beide Möglichkeiten zu rüsten, mich interessierten ebend eure positiven wie auch negativen Erfahrungen, da es für Mich völliges Neuland ist, ich allein erziehend bin und mir da jegliche Austauschmöglichkeit fehlt, selbst im Freundeskreis hüll ich mich ins Schweigen, da ich nicht unbedingt die Erfahrung von Verständnis oder gar Unterstützung bisher erfahren habe. aber dies ist ein anderes Thema.
Trotzdem lieben Dank für die Vorschläge/Warnungen und Tipps bzw. Erfahrungen, es hilft wirklich ungemein, ;-) Danke!

Kerstin

von Kerstin - am 26.10.2004 13:51

Re: Tests

Hallo nochmal!

Also diese Tests werden von seiner Kl gemacht auch stellvertreten als Jugenschulberaterin.
Es sind Tests wie Schulleistungstest, der wohl im 2.Halbjahr der 2.Kl. sowieso gemacht wird, eine Nebenwehe der letzten Pisa.
HAWIK III und noch einen den weiss aber nicht genau.
Sie wertet dies bis Freitag aus, um ebend objektiv einschätzen zukönnen.
Sie sagte halt in dem "Tür und Angel" Gespräch ,das er im kognitiven Bereich sehr hoch liegt im Prozentrang, wobei ich ehrlich sagen möchte das mich diese Zahl so eigentlich nicht wirklich interressiert, ihr hilft es halt um dieser Angelegenheit ein Fundament zugeben.
Und wie bereits erwähnt hängt sie sehr an Ihm , womit sie die Sache vielleicht auch noch! etwas kritischer sieht.
Den Segen des Rektors hat er ja schon, ihren eigentlich auch, aber so wie sagt möchte sie ihn von allen Seiten richtig abklopfen, um ihn ebend richtig einschätzen zu können.
Mir soll es nur Recht sein, Ihm machen diese Test richtig Spaß, übrigens, die letzten müssen auch mit Stoppuhr statt gefunden haben und er war immer ! unter Zeit fertig, was auch immer sie da gemacht haben?
Auch ein Diktat auf Zeit hat er schon geschrieben, Wörter mit verstecktem "h", mit doppelten Buchstaben wie z.B. "Wasser", es hat ihm Spaß gemacht und bevor er bei solchen Wörtern ein Fehler rein bringt, vergisst er eher das i-Pünktchen oder den Punkt am Satzende.
Ich hoffe ich habe so deine Frage beantwortet?

Kerstin

von Kerstin - am 26.10.2004 14:05

Re: Tests

Hallo,

ich würde unglaublich aufpassen, wenn die KL selbst diese Tests durchführt und auch noch auswertet und wenn du einen dieser Tests noch nicht einmal kennst. Ist sie denn dazu qualifiziert? Tests dieser Art macht normalerweise ein Psychologe. Habe noch nie gehört, dass Grundschullehrerinnen das machen, wäre mir wirklich neu.

Also "Jugendschulberaterin" sagt für mich gar nichts aus - normalerweise ist es schon die Jugend, die die Schule besucht (oder meintest du Jungen? - und was ist das dann?). Unser Sohn wurde ganz zu Anfang des Einschulungsprozedere von einer Sonderschullehrerin in ihrer Funktion als "Beratungslehrerin" begutachtet: Also eine Frau, die die Qualifikation für ausgeprägt lernschwache Kinder, nicht für leistungs- und lernstarke mitbrachte. Sie machte auch keinen Test mit ihm, sondern "irgendwas" - ließ ihn Kügelchen zählen, ein Bild malen und interpretierte dann hinein, er würde den Stift so verkrampft halten. (Kein Wunder, es war auch ein normaler, dünner Bleistift, völlig ungeeignet für Kinderhände.) Diese Argumente und Verfahrensweise ließ uns dann bis zum Schulpsychologen vordringen, der dann einen vernünftigen und zum Untersuchungsgegenstand passenden (!) Eignungstest mit ihm machte, dessen Auswertung auch mehr als anderthalb Tage dauerte (kein IQ-Test, mit Absicht nicht). Sein Gutachten war mehrere Seiten lang, aus unserer Sicht begründet und durchdacht. Das fanden wir im Gegensatz zu der Sonderschullehrerin professionell und verantwortungsvoll und hätten dann auch akzeptiert, wenn er keine Empfehlung ausgesprochen hätte.

Aber eine Lehrerin, die ein Kind aus ihrer eigenen Klasse im Tempo und Verhalten aus dem seit über einem Jahr doch täglichen Umgang nicht einschätzen kann, dann aus Not oder zur eigenen Unterhaltung (?) einen oder mehrere Tests macht, zu denen ihre Qualifikation wenigstens fragwürdig erscheint, halte ich weder für neutral in ihrer Haltung noch als geeignet als Gesprächspartner zu diesem Thema.

Da wäre ich ganz schön vorsichtig. Nichts für ungut. Auch wenn die KL an dem Kind "hängt" und ihm selbst die Tests Spaß gemacht haben / Spaß machen. Aber so ein Test ist kein Spiel(zeug). Verstehst du?

Viele Grüße! F.

von FelixMum - am 26.10.2004 14:52

Re: Tests

Hallo FelixMum!

Ich verstehe ehrlich gesagt garnicht so recht ,deine Aufregung und dein Misstrauen.
Seine Lehrerin ist ihm wohl gesonnen und arbeitet nicht dagegen.
Sie ist die jenige, die wenn an dieser Schule gesprungen wird zu Raten gezogen wird oder der Schulpsyologe.
Sie hat das mit mir vorab besprochen, einfach um auf Nummer sicher zugehen und ebend für weitere Entscheidungen eine Grundlage zuhaben und nicht nur die Wunsch Äußerung des Kindes.
Ich habe da eigentlich ein gutes Gefühl bei dieser Sache, so kann sie mir wenigstens konkrete Aussagen machen, wie sie ihn einschätzt, sie hatte so nur den Test, von der Einschulung vom Schulpsyologen, der natürlich nicht mehr aktuell ist und man so nur in Spekulationen über gehen müsste, was kann er was nicht.
Sie kann nicht einschätzen, wie weit er rechnet, bzw. wie.
Sie kann nicht einschätzen welchen Wortschatz er hat,bzw. schriftlich diesen bestätigt.
Sie kann auch nicht einschätzen, welches allgemein Wissen er hat, wo bei dieses warscheinlich eh nur angerissen wird.
Deswegen bin ich eigentlich ganz froh, das sie ihn so unter die Lupe nimmt, da ,egal wie die Entscheidung bzw. Empfehlung ausfällt, sie ihn einschätzen kann und entsprechend "handhabt".

Was soll an dieser Situation ! schlechtes ! - ! verwerfliches ! - ! anzuzweifelndes ! sein?
Seine Lehrerin ist das letzte Jahr im Schuldienst, da sie dann in verdienten Ruhestand geht.
Die Frau ist eine Seele von Mensch, gibt den schwachen zusätzlich Förderunterricht, und ist auch so nicht veraltert!!!

Hast du schon so schlechte Erfahrungen gemacht, das du so misstrausch ? (über) ? reagierst?

Kerstin

von Kerstin - am 26.10.2004 15:39

Re: Tests

Hallo Kerstin,

meine Erfahrungen habe ich im letzten Beitrag ja geschildert. Daraus kannst du meine Haltung herleiten. Die Sonderschullehrerin hätte unserem Kind den Besuch der Schule verwehrt aus Gründen und mit einem Hintergrund, der sie eben nicht als qualifizierte Begutachterin auswies.

Wenn das Bemühen der KL bei euch nach deinem Empfinden OK ist dann ist es doch in Ordnung.

Ich wollte dich wirklich nicht durcheinanderbringen, ich bin nur selbst aus (schlechter) Erfahrung mit Pädagoginnen sehr vorsichtig, wenn die "einfach so"? Tests machen wollen und man weiß gar nicht welche und zu welchem Zweck. Dazu muss man aus meiner Sicht schon gut geschult sein, es gibt eine Menge Tests und eine noch größere Menge Anwendungsbereiche - je nach dem, was denn nun eigentlich festgestellt werden soll.

(Man kann ein Kind übrigens auch auf totale Lebensunfähigkeit testen wenn man will. Es muss nur der "richtige" bzw. falsch ausgewählte Test dafür sein. ;-) )

Aber wenn du es so siehst ist doch gut. Nichts für ungut meinerseits. Vielleicht will die Lehrerin ja vor ihrem Ruhestand nur deinen Sohn in "guten Händen" wissen, wenn sie ihn an die höhere Klasse weiter empfiehlt. (was aber bei mir wieder die Frage offen lässt, wenn der Schulpsychologe schon mal einen Einschulungstest gemacht hat, warum er hier nicht zusätzlich zu Rate gezogen wird? Das könnte doch auch das Urteil der Lehrerin professionell stützen, wenn sie sich selbst unsicher ist, dem Kind aber etwas Gutes tun will.)

Wie auch immer, ich wünsche euch viel Glück und alles Gute bei allem was ihr tut und wie das Gespräch nun ausgeht.

Viele Grüße und noch einens chönen Abend

von FelixMum - am 26.10.2004 16:48

Re: Tests

FelixMum, nach deinen Erfahrungen würde ich warscheinlich auch alle Glocken läuten hören, bei dem Wort "Pädagoge".

Ja, ich glaube immer noch an das gute in dem Menschen...

Am Freitag werde ich mich aber auf jeden Fall nochmal melden wie es nun gelaufen ist.
Ich versuche mit einem neutralem Gefühl hinzu gehen und werde dann aus der Situation und aus dem Bauch heraus entscheiden :spos: , eine andere Möglichkeit habe ich ja eh nicht, trotzdem hat es gut getan, sich mit zuteilen, Ratschläge und Erfahrungen zu lesen, ;) DANKE ;)

Kerstin

von Kerstin - am 26.10.2004 17:15
Arme Kerstin...

das ist nun wirklich keine leichte Entscheidung. Ich habe damals aus dem Bauch heraus entschieden. Mein Bauch hat mir ständig geflüstert, dass Unterforderung weit schlimmer ist als sich anstrengen müssen. Es war die richtige Entscheidung. Meiner Meinung nach sind Arbeitstempo, Feinmotorik usw. nicht so entscheidend für die Frage ob oder ob nicht. Diese Dinge regeln sich nach kurzer Zeit von selbst. Mit einer schauderlichen Handschrift kann man leben. Und in der neuen Klasse sind immer noch genug Kinder, die viiiiiel langsamer sind....

Viel wichtiger ist doch, dass die Kinder das Lernen wirklich auch lernen. Bei Unterforderung ist das wohl kaum möglich. Nur mit Konkurrenz sind bessere Leistungen möglich.
Ich erinnere mich noch sehr gut an die "warmen Worte" der Lehrerin, die unsere Tochter in die Klasse bekam. Zu nichts schien sie mehr Lust zu haben, als mir zu versichern, dass unsere Tochter alles andere als ein Überflieger sei. Bereits ein paar Wochen später ging ihr der Lästerstoff aus....*ätsch sag. Diese Lehrerin ging dann weg und wir bekamen eine neue Lehrerin, die vermutlich selbst hb ist. Insofern sollte man es durchziehen....wer weiß schon heute, wer nächstes Halbjahr da ist?

Das Feld von hinten aufrollen....das dürfte es treffen, aber nur mit einer guten Lehrerin oder eisenharten Nerven seitens der Mutter...;-). Man muss einige Hürden nehmen. Wozu die Kids in der Lage sind, kann man erst beurteilen, wenn man es ausprobiert hat. Das Kind selbst ist ausschlaggebend. Wenn es unbedingt wiil, dann los. Ich hatte auch ziemlich Bammel als unsere Tochter verkündete, dass sie jetzt in diese Klasse marschiert. So klein, so sensibel.....es war für sie aber überhaupt kein Thema. Wenn sie heute übersensibel reagiert auf das Verhalten ihrer Mitschüler oder auf ungebührliche Tadel von Lehrern, dann deswegen, weil sie einfach so ist. Sie hasst doofes Benehmen......

Ich wünsche dir, dass du dich am Freitag nicht fühlst wie auf dem Schafott.

Förderung innerhalb der Klasse ist nur begrenzt möglich. Darüber solltest du dir klar sein. Und Kinder zur Hilfe für Mitschüler einzusetzen, ist nicht immer eine gute Wahl. Bei unserer großen Tochter hat das geklappt - sie hat sich bis zum Ende der Grundschulzeit so durchgeschleppt. Die Kleine hingegen (immer noch unterfordert) fühlt sich komplett ausgenutzt und schimpft über die Faulheit der Mitschüler. Wenn sie Referate schreibt, dann wird der Neid der anderen doch sehr deutlich.

Alles Gute für dich und 10 cm dicke, starke Nerven.

Lieben Gruß,
Pitty

von Pitty - am 27.10.2004 05:44
Hallo Pitty!

Das war ja, wie über den Kopf streicheln, dein Beitrag, hat richtig gut getan zu lesen. Danke!
Ja, wie gesagt ich habe da eher ein gutes Gefühl.
Mein kleiner Knirps ist die ganze Woche schon ! ALLEINE ! :spos: aufgestanden, kein Wecken, kein Protest "noch 5min", nichts.
Heute früh hat er so arg gesagt, "Mama ich möchte so gerne in die 3. Kl. schnuppern". Mir hats gleich im Herz gezwickt!
Also es beschäftigt ihn schon arg, auch wenn er so überhaupt nicht drüber redet.
Ich werde mich am Freitag stark machen, wenn nötig, vielleicht brauch ich es ja auch nicht und es regelt sich von selbst, schaun wir mal.

Danke für deine lieben Worte, ich werde mich am Freitag auf jeden Fall nochmal zurück melden und erzählen, was nun geschieht, was so raus gekommen ist und überhaupt.

Liebe Grüsse, aus dem Schwabenländle
Kerstin

von Kerstin - am 27.10.2004 07:50

Re: Tests

Hallo Kerstin!

Genau wie Felixmum bin ich etwas irritiert!

Warum kann die KL nich einschätzen, wie weit er rechent und welchen Wortschatz er hat? Sie sieht ihn doch täglich und arbeitet mit ihm. Wenn sie wirklich so engagiert ist müsste sie das doch längst festgestellt haben, gerade wenn sie schon öfters mit Springerkindern zu tun hatte. Wenn dein Sohn die Leistungsfähigkeit bei ihr bisher nicht gezeigt hattem warum sollte er es dann in der Testsituation machen? Ein Fremdtester wäre da vielleicht sinnvoll. Außerdem ist es so, dass sie als Beratungslehrerin hinzugezogen wird, damit es ein zweites Urteil gibt, das gibt es aber nicht, wenn sie Beratungslehrerin und Klassenlehrerin zugleich ist. Wenn sie sich so unsicher ist, dass sie einen Test für notwendig hält, weil sie ein Kind aus ihrer Klasse nicht einschätzen kann, dann sollte es meiner Meinung nach jemand Anderes sein. Vielleicht könnte es ja diejenige sein, die den Beratungslehrerjob von ihr im nächsten Jahr übernimmt. Testet sie die Kinder auch, bevor diese sitzen bleiben?

Dass eine KL ein Kind in seiner Leistungsfähigkeit nicht einschätzen kann finde ich persönlich schade, das hätte man nämlich während des Unterrichts feststellen können, wenn man gewollt hätte, dazu braucht es keine Zusatztermine.

Marion

von MarionPE - am 27.10.2004 08:42

Re: Tests

Hallo MarionPE!

Ich habe deinen Beitrag zweimal gelesen und muss dir zu 100% recht geben.
Jetzt wenn ich die Sache, den Sachverhalt von der Perspektive betrachte, wäre es vielleicht wirklich gescheiter gewesen, eine neutrale ,unbefangene Person hätte das über nommen.
Ohjeh, hoffentlich hat das keine Nachwehen.
Jetzt krieg ich schon wieder Bauchweh, hoffentlich hab ich da jetzt nicht den "Wurm" reingelassen und hätte es besser wissen sollen und hätte von vorn herein auf eine neutrale Person bestehen sollen!!??
Hätte...hätte...

Sie begründete dieses Nicht-einschätzen-können, damit, das sie ihn nicht überbewerten wollte, da er doch der jüngste und kleinste ist.
Das sie sich halt vor Augen gehalten hat, das er ja erst dieses Jahr eingeschult worden wäre?

Ob das nun eine ? :confused: objektive :confused: ? Einschätzung wird, am Freitag, fang ich jetzt langsam an zu zweifeln. Ohjeh?!

Ich fühle mich jetzt wie ein "DAS"; wie ein "NEUTRON", ich weiss jetzt garnicht mehr so recht, wie ich das so noch alles beurteilen soll?

Ich denk mal in Ruhe drüber nach, aber ich glaube, das mir da jetzt auch keine Erleuchtung mehr kommt.
Nun gut, welche Möglichkeit habe ich jetzt noch, das ist die große Frage...?



:-( Kerstin :-(

von Kerstin - am 27.10.2004 14:44

Re: Tests

Hallo Kerstin!

Jetzt mach dir nicht zu viele Sorgen! Wenn es schiefgeht, dann kannst du jetzt wenigstens immer noch eine neutrale Person als Schlichter vorschlagen. Vielleicht hat sie ja auch nur das Gefühl, sich vor den Kollegen rechtfertigen zu müssen. Wir haben nämlich auch so eine Schulleiterin hier, die alles Schwarz auf Weiß benötigt. Wenn sie aber beim Elternabend entscheiden muss, ob sie den rechten oder den linken Lichtschalter benutzt, dann gerät sie in Entscheidungsnot, dafür gibt es nämlich keine Verwaltungsvorschrift. (Das war kein erdachtes Beispiel, das habe ich persönlich erlebt).

Viele Grüße

Marion

von MarionPE - am 28.10.2004 06:21
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