Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Forum Hochbegabung bei Kindern
Beiträge im Thema:
11
Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
FelixMum, MarionPE, minjong, KarinBS, michaela, Gast, Kerstin, Kathrin, Ulrike

Probleme gehen weiter...

Startbeitrag von Kathrin am 06.12.2004 20:37

Seit zwei Wochen macht Nick nun seine Hausaufgaben selbständig (vorher auch) und eigenverantwortlich.
Seitdem wird es immer schlimmer. Seine Schrift kaum mehr lesbar. Hausaufgaben wenn überhaupt vollständig, dann doch voller Fehler, die durch Unkonzentriertheit kommen (Bsp.: "Wie alt war Oma vor 2 Jahren?" Seine Rechnung 68+2=70 (wieso Plus???) Lösung" Oma war 78 (??????) Jahre alt.")
Alle zwei Tage Vermerke in den Heften, was fehlt, z.B- vom Freitag eine Zusatzaufgabe (ich würde mal formulieren: Strafarbeit wg. zu viel Quatschen).
Vergessen für Diktat zu üben - ich hatte merhfach nachgefragt, ob die Wörter jetzt auf sind (weiß so ungefähr, was die Lehrerin plant), NEIN, war nicht. Und völlig "überraschend" Wörterdiktat geschrieben, alles was nicht lautgetreu war, war falsch, weil nicht geübt.
Berichtigung für Mathetest (dort 29 von 33 Pkt erreicht, 3 Aufgaben waren falsch, alles Schluri-Fehler), zwei von drei Aufgaben exakt so falsch wie im Test geschrieben.
usw.usw
Z.T. weise ich auf Fehler hin, oder dass er was vergessen hat - aber Nick hat überhaupt kein Interesse daran, diese dann zu korrigieren!?!

Das kann es doch auch nicht sein, dass er dann nicht einmal die Fehler korrigiert bzw. fehlende Aufgaben noch erledigt. Es behindert doch auch den Unterricht, wenn ständig die Aufgaben unvollständig sind. Aber ihn scheint es überhaupt nicht zu stören. Fragen, ob alles o.k. war in der Schule werden grundsätzlich freudig bejaht. Ob er auch mal ermahnt wurde (erzählt es immer von anderen Kindern) stets verneint. Ich sehe es dann an der Strafarbeit (für 3 Ermahnungen wg. Quatschens/Störens) . Das scheint so realtitätsfern!?

Soll ich ihn nun weiterschlampen lassen? Doch wieder verstärkt kontrollieren? Aber dann habe ich wieder die Druck- und Stresssituation zu Hause. Es scheint für ihn überhaupt keine Konsequenz zu haben, ob er seine Arbeit macht, oder nicht. Zumindest bemerkt er sie nicht; da ist wieder dieses fehlende Unrechtsbewusstsein.

Auch wenn sein Halbjahreszeugnis (2. Klasse) dann unter aller Sau sein wird - es würde ihn überhaupt nicht stören! Aber es muss doch eine Möglichkeit geben, seinen Ehrgeiz zu wecken, ihn am Ego zu packen, dass er was tut.

Ich verstehe das einfach nicht

*grübelnde Grüße*

Kathrin

Antworten:

Hallo Kathrin!

Was sagt die Lehrerin dazu? Schimpft sie und macht Druck, oder schreibt sie nur freundlich die Bemerkung für dich darunter? Vielleicht sollte sie ihn zur Erledigung der Aufgaben einfach mal etwas länger dabehalten (wäre schön, wenn er dann die Zeitr in einer ersten Klasse sitzen müsste).

Was kannst du machen? Belohnungspunkte, wenn alles richtig (ordentich....) ist, nach x Punkten Ausflug..., was er sich wünscht?

Wie reagiert er, wenn du so schlurst? Essen versalzt, quatscht (telefonierst), statt Zeit für ihn zu haben, kurz dich in deinem Haushaltsjob so verhältst, wie er im Schuljob? Das Essen kommt nicht pümktlich, die Lieblingssendung im Fernsehen wird verpasst..... sei kreativ!

Freizeitprogramm erst, wenn alles erledigt ist, stellt sich erst am nächsten Tag heraus, das etwas fehlt, dann Sanktionen, frag deinen Sohn mal, Kinder sind sehr kreativ in Bezug auf Strafen, sehen den Bezug zu sich selber gar nicht.

Irgendwie müsst ihr da jetzt durch. Ansonsten wird es nicht besser. Habt ihr nach der 2. Klasse einen Lehrerwechsel. Bei uns ist das so, zwei Jahre Wischiwaschi, dann kommt der Hammer. Dann könntest du nämlich bis zum Sommer warten. Bleibt die Lehrerin ist es besser früher anzufangen.

Auch bei Eigenverantwortung darfst du loben (auch mal kritisieren, aber als persönliche Meinung, nicht als Gesetz). Es bedeutet ja nicht, dass du völlig anteilslos bist. Man muss da einen Weg finden.Biete ihm deine Hilfe an, falls er sie wünscht, manches geht einfach mit Hilfe schneller.

Und außerdem: Jede Umstellung braucht einige Zeit. Vielleicht hat er schon etwas aus dem nicht geübten Diktat gelernt.

Gute Nerven wünscht dir

Marion

von MarionPE - am 07.12.2004 07:25
Hallo Kathrin!

Wenn ich deinen Beitrag so lese (und die vorherigen) schreibst du sehr negertiv über deinen Sohn Nick.
Wo ist der gute, liebe, liebebedürftige Teil, von deinem Sohn.
Ich höre nur Kritik, was "ER" alles falsch macht.
Dreh den Spieß mal um, und bekomme du für alles immer eine Kritik, hättest du da noch Lust dich anzustrengen? Warscheinlich nicht.

Vielleicht solltet Ihr an eurem Grundkonzept mal etwas ändern. Und zwar über
:-) LOB ;-) , etwas zu verändern, Kinder sind in diesem Alter noch sehr sensibel beeinflussbar.
Mit mehr Lob in den Vordergrund treten, dann werden die Kritiken auch deutlicher.
Und nicht nur feststellen, sondern auch mit hilfreichen Tipps andere Möglichkeiten aufzeigen, wie er etwas anderst machen kann.

Als Aussenstehender, das richtig ein schätzen zu können ,ist sowieso sehr schwer, also sei mir bitte nicht böse, wegen meiner Kritik, aber es waren nur meine Gedanken zu deinem Beitrag.

Kerstin

von Kerstin - am 07.12.2004 08:20
Hallo Kathrin,

anders als Marion würde ich sagen, man sollte die Probleme erst mal dort lassen wo sie entstehen: In der Schule. Es ist die Aufgabe der Lehrerin, seine Schlurigkeit in der Klasse zu sanktionieren, nicht deine zu Hause. Du machst dich ihm gegenüber zum Verbündeten der Lehrerin (gegen das Kind) wenn du ihn zu Hause für Dinge zusätzlich bestrafst, die die Lehrerin ja schon mit ihm geregelt hat - und sei es durch Strafarbeiten etc. Das muss er lernen, aber du solltest ihm nicht auch noch zu Hause in den Rücken fallen. Die beiden haben das schon miteinander geregelt.

29 von 33 Punkten, ist das für dich schlecht?? Ja, und wenn du auch weißt, dass er die 33 auch locker erreichen könnte, was soll er denn noch tun? Wenn er ein Diktat nicht übt und deshalb Fehler macht, dann ist auch das ein Lernprozess. Muss er denn in allem und jedem perfekt sein? Kann er nicht selbst durch eigene Fehler und Erfahrungen lernen?

Wieso hast du aus 29 von 33 Punkten den Eindruck, sein HJ-Zeugnis könnte "unter aller Sau" sein? Wegen der mündl. Beteiligung oder Stören? Weißt du denn sicher, dass er so viel stört? Du vermutest Strafarbeit, ist das aber sicher?? Außerdem: Andere Kinder quatschen doch auch, er wird nicht der einzige sein, der ermahnt wird. Wenn er niemanden hätte, mit dem er quatscht, könnte er nicht ermahnt werden. Also muss da noch (mindestens) ein anderer sein. Und wenn die Lehrerin dich nicht anspricht, dann hat sie das offenbar im Griff. Die beiden regeln das in der Schule, nicht du.

Das heißt ja nicht, dass du daheim alles schleifen lassen musst, aber wenn er fröhlich ist und sich offenbar wohl fühlt, auch Strafarbeiten nicht so wild nimmt, so dass er gar nicht davon berichtet, dann ist das doch sehr positiv und spricht für eine ausgeglichene Psyche.

Er muss wissen, dass nicht nur die schriftlichen Arbeiten zählen, sondern auch seine HA, Tests und mündl. Beteiligung zählen. Aber er kann das dann auch allein lernen, deshalb fliegt er doch jetzt bis Weihnachten nicht von der Schule - so schlimm ist es wohl nicht. Nicht so viel dramatisieren und die Leistungen deines Kindes auch mal positiver sehen, wäre mein Tipp. Und es ihm auch sagen, wenn er im Vergleich zu vorher etwas gut gemacht hat, nicht immer nur auf das schauen was noch nicht klappt. Würdest du selbst gern auf diese Weise motiviert werden?

Viele Grüße

von FelixMum - am 07.12.2004 08:44
Hallo,

Zitat

Auch wenn sein Halbjahreszeugnis (2. Klasse) dann unter aller Sau sein wird - es würde ihn überhaupt nicht stören!
kann es auch sein, dass seine Intelligenz so weit geht, dass er genau weiß, dass ein HJ-Zeugnis überhaupt nicht wichtig ist?

Warte doch mal ab, bis die Endzeugnisse bevor stehen, ob er dann nicht von selbst anzieht?

Ein Junge, der hier seine Energie für andere Dinge spart, beweist nicht damit seine Dummheit oder Unfähigkeit in der Schule, sondern eher Cleverness.

Gruß

von Gast - am 07.12.2004 10:53
Hallo Felixmum!

Leider klappt das nicht mit allen Lehrern! Manche verlangen einfach, dass die eltern Hilfssheriffs sind und man drängt sein Kind zu sehr in die außenseiterrolle. und man muss auch überlegen, wieviel man selber erträgt.

Ansonsten stimme ich dir zu, aber man sollte manchmal Möglichkeit B oder C im Hinterkopf haben.

Liebe Grüße

Marion

von MarionPE - am 07.12.2004 15:47
Hallo Kathrin,

ich habe meine Kinder die Hausaufgaben Anfangs eigenverantwortlich machen lassen. War von der Schule so gewünscht.

Bis ich dann gemerkt habe, dass die Lehrer teilweise wochenlang weder kontrollieren, ob die Hausaufgaben gemacht sind, noch, ob sie richtig sind.

Wenn dann nach 6 Wochen die Hefte kontrolliert werden, ist der Bezug zum Stoff und damit zu den Fehlern nicht mehr gegeben.

Inzwischen werden die Hausaufgaben gemacht (alleine !!), danach wird erst gespielt. Ich kontrolliere, ob sie gemacht sind, und ob sie richtig sind, damit ich Lücken dann füllen kann, wenn sie akut sind.

Ich weiss, dass das so von der Schule nicht gewollt ist, aber wenn die Lehrer sich nicht drum kümmern ......

Die Kinder haben zwei Tage gemotzt. Inzwischen lieben sie es. Sie werten meine "Kontrolle" als Aufmerksamkeit. Ich zeige Interesse an dem, was sie machen. Und dadurch ist ihre Motivation so viel besser geworden, dass ich damit kaum mehr Arbeit habe.

Ich hoffe, für euch, dass ihr eine Lösung findet, die zu euch passt, damit die Hausaufgaben nicht jeden Tag für Zündstoff sorgen.

Gruss
Ulrike

von Ulrike - am 08.12.2004 07:45

Re: @MarionPE

Hallo Marion,


Zitat

Manche verlangen einfach, dass die eltern Hilfssheriffs sind und man drängt sein Kind zu sehr in die außenseiterrolle.
das käme für mich persönlich niemals in Frage.

In einem der ersten und bisher (Gottseidank) seltenen Gespräche mit Schulleiterin und Lehrerin - als Felix noch erste Integrationsprobleme hatte und ganz frisch in der Klasse war und wir selbst noch keine Ahnung hatten, was uns als Eltern erwartete -, lautete der Kernsatz dieser Lehrerinnen so: "Wir müssen da an einem Strang ziehen."

Mein Mann und ich haben uns anschließend gefragt, auf welcher Seite das Kind steht - UNSER Kind.

Unsere Entscheidung, auf welcher Seite wir zu stehen haben, ist insofern gefällt. Für alle Zeiten.

Viele Grüße!

von FelixMum - am 08.12.2004 08:15

Re: @MarionPE

Hallo,

es gibt Lehrer, die kümmern sich überhaupt nicht um die Hausaufgaben, melden es auch nicht rück, wenn sie nicht gemacht werden. Wenn das gleich in der Grundschule passiert, kann das zu einer gruseligen Arbeitshaltung beim Kind führen. Da man nicht ständig die Schulen wechseln kann, muss man dann eben gucken, wie man das regelt.

Bei uns ist Hilfe bei den Hausaufgaben immer nur auf Nachfrage zu haben und nur Hilfe zur Selbsthilfe. Also keinesfalls Dauerzustand. Aber es gibt Lehrer, die die Kinder vollständig überfordern und ihnen unlösbare Aufgaben stellen. In einer Konstellation, in der alle anderen Kinder in der Klasse das dann von ihren Elten gemacht bekommen, bringt es nicht viel sich zu beschweren. Und man mag das Kind auch nicht dauernd jammern sehen.

Für mich hat das nichts damit zu tun, auf welcher Seite man steht. Natürlich geht es mir nicht darum, dem Lehrer die Arbeit zu erleichtern oder gegen mein Kind Front zu machen. Eher im Gegenteil.

Michaela

von michaela - am 08.12.2004 08:39
Liebe Kathrin,
es ist schwer, sich auf Dauer zu konzentrieren, wenn die Aufgabe zu leicht ist. Unterforderung führt leicht zu Schludrigkeit. Hausübungen, die das Kind nicht wenigstens ein bisschen fordern, sind in meinen Augen sinnlos und sogar kontraproduktiv, weil sie das Kind von wichtigeren Dingen abhalten (z.B. von Freizeit).
Es wäre gut, wenn man hb Kindern jene HÜ ersparen könnte, die nur der Einübung des (längst begriffenen) Lehrstoffs dienen. Ich konnte das den Lehrern meiner Kinder leider nicht begreiflich machen, aber vielleicht sind eure Lehrer ja flexibler!

von minjong - am 08.12.2004 16:21
Hallo Kathrin

mir ging es wie Dir (in der 2. Kl), jetzt ist es ein bißchen besser (3.Kl).
Meist macht er die Aufgaben, es gibt aber auch Strafarbeiten und Einträge wg. Vergessens. Quatschen, nicht Aufpassen - haben wir auch; da hat sich nichts mit der Zeit gegeben *seufz*
Wenn er nicht sagt, dass er was lernen muß für eine Arbeit, dann lernt er nicht (ich schaue auch zähneknirschend zu, aber er muß die Folge mal spüren); jetzt hat er seine ersten 2 Vierer heimgetragen - da hat er schon zu beißen dran; wir hoffen noch, dass sich die Arbeitseinstellung ändert.
In Mathe hat er sich so gelangweilt, dass er die Lehrerin scon mal um Sonderaufgaben bittet - und jetzt bekommt er wohl auch mal welche (nach 2,5 Jahren). Wäre das was für Euch?

Generelle Problematik bei Jungen IST RECHT HÄUFIG,dass sie zu spät darauf kommen (so 9-10 KLasse), dass Lernen für ihre Zukunft durchaus Sinn macht (ich kenne einige dieser Expemplare). Zuschauen und abwarten kann zumindest für uns nicht gelten; einige Regeln müssen sein (HA Kontrolle; erst Schulkram fertig, dann Freizeit; abends lautes Vorlesen (wir haben KEINEN Bücherwurm, der freiwillig Bücher verschlingt..)wenn er eine Arbeit vergeigt, dann muß er den Stoff eben daheim nochmal lernen (wenn er das Wissen erworben hätte, wäre die Arbeit ja besser ausgefallen; kommt in Sachkunde öfter vor :-) ); sein Zoff mit den Lehrern ist seine Sache, Sachen vergessen auch etc.

So, langatmig, im kurzen heißt das: uns geht es auch so wie Dir und das Heilmittel haben wir leider auch noch nicht gefunden, wir probieren auch nur.

Viel Erfolg KarinBS

von KarinBS - am 02.01.2005 10:27
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.