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Forum Hochbegabung bei Kindern
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 12 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 12 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
KSK, realist, elia, Sille, Antonia, FelixMum

Emotionale/Rationale Entwicklung bei HB's

Startbeitrag von Antonia am 27.01.2005 09:55

Hallo,
dieses Thema wurde in der letzten Zeit eigentlich nebenbei immer wieder angeschnitten. Darum möchte ich jetzt dieses als zentrales Thema in den Raum stellen:

Wie seht ihr bei Euren Kindern die Entwicklung der "Emotio" und der "Ratio" ?

Ich habe eine Jungen, 9 Jahre, abgeklärt hb, letztes Jahr eine Klasse übersprungen, ohne "leistungsmässige Probleme.

Sein grösstes Problem ist die Handhabung seiner Emotionen (Frust, aber auch Freude, "Reinschwätzen" in der Schule usw.

Nach meiner Einschätzung ist ein grosses Problem die Diskrepanz zwischen emotionaler und rationaler Entwicklung. Es ist mir aufgefallen, dass mein Sohn sehr wohl bemerkt, wenn er sich emotional "danebenbenommen" hat. Dann ärgert er sich über sich selbst, dann steigen die Emotionen wieder, dann ärgert er sich wieder.... usw. wie eine Spirale die sich hochschraubt.....

Wir haben schon vieles ausprobiert, wie er seine Emotionen besser in der Griff bekommen könnte...

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Antworten:

Hallo,

Ratschläge kann ich dir leider keine geben, da meine Tochter schon immer eher "vernünftig" und "weit" für ihr Alter war und wir keine Problemer in dieser Richtung hatten. Wäre ihre Schüchternheit nicht gewesen, hätte man sie schon mit 4 Jahren ohne Probleme einschulen können und sie wäre in manchen Bereichen weiter gewesen als so mancher 10-Jährige in ihrer Klasse. (Einige aus ihrer Klasse (4.!) benehmen sich noch wie KiGa-Kinder, schubsen, drängeln, wollen überall die Ersten sein etc.).

Sie kann mit Frust umgehen, ist ruhig, hat noch nie reingeredet, ist hilfsbereit - ein Musterschüler in dieser Beziehung - alles andere wäre ihr auch zuuuu peinlich. Nur ihre Schüchternheit, die sich bereits erheblich verringert hat, ist manchmal noch das Problem. Aber am Unterricht beteiligt sie sich sehr gut.

Quatsch macht sie, wie andere Kinder in ihrem Alter, aber auch (in der Pause oder zu Hause).


VG



von KSK - am 27.01.2005 10:53
Hallo KSK, wer schubst und drängelt und will immer der erste sein? Sind es Jungen oder auch Mädchen. Er liegt nämlich ein großer Unterschied zwischen einem eher schüchternen Mädchen und einem sehr lebhaften Jungen. Außerdem sind Jungen sowieso anders. Sie messen sich immer wieder. Wer ist stärker, schneller, wer wirft weiter. Das ist so...Ich glaube nicht, dass es an der Unreife liegt. Schüchterne Kinder wirken häufig so vernünftig, weil sie zu ängstlich sind, aus sich raus zu kommen. Kann es sein oder meinst du, ich liege völlig falsch? Natürlich finde ich es nicht gut, wenn geschubst wird, aber ich glaube nicht, dass es an der Reife liegt.

von Sille - am 27.01.2005 11:17
Hallo,

dieses
Zitat

grosses Problem die Diskrepanz zwischen emotionaler und rationaler Entwicklung
haben aus meiner Erfahrung immer nur die Erwachsenen, also in der Schule vornehmlich die Lehrer/innen.

Es ist aus meiner Sicht auch kein Problem, das man als solches thematisieren sollte, denn es ist für intellektuell früh entwickelte Kinder der absolute NORMALZUSTAND. Wie sollte es denn auch anders sein, ein früh entwickelter Geist in einem normal entwickelten Körper (altersgerecht)?? Dieser Zustand relativiert sich mit dem Erwachsenwerden etwas.

Dieses in der Schule zu erklären und (aus meiner Sicht) oft unterbelichtete und schlecht weitergebildete Lehrkräfte darüber aufzuklären habe ich bereits aufgegeben. Ich freue mich immer, wenn ich mal auf einen Pädagogen treffe, der das positiv bewertet - bisher waren das allseits Menschen außerhalb der Schule, z. B. der Musiklehrer oder die Chorleiterin, die beide sehr gern mit ihm arbeiten, weil er so hoch konzentriert und engagiert ist. (Sohn 6 Jahre / 2. Klasse) Für sie ist sein Fortschritt eine Freude, keine Störung. Für uns Eltern übrigens auch.

Die älteren Kinder (z. B. Klassenkameraden, 8-9 Jahre alt) sehen das völlig anders und ganz normal. Für sie ist unser Sohn eben so wie er ist, und wenn er z. B. in einer Konfliktsituation mit Heulen und Weglaufen altersgerecht reagiert oder mit einem (für die Erwachsenen) unangemessenen Wutanfall, dann nehmen sie es hin, finden es vielleicht mal zum Lachen und scheren sich sonst nicht weiter darum. Wenn er sich wieder beruhigt hat, kann er ja wieder mitmachen.

Wir nehmen ihn in seinem Alter und Verhalten ernst, müssen uns aber auch darum kümmern, dass er lernt sich entsprechend anzupassen, um in diesem Schulbetrieb keine "Störungen" hervorzurufen. Das schafft er schon recht gut.

Viele Grüße

von FelixMum - am 27.01.2005 11:52
Hallo FelixMum

Finde ich echt traurig, dass dein Sohn sich anpassen muss.

Habe die Erfahrung gemacht, dass, wenn man mal wegschauen würde, die Kinder solche 'peinlichen' Situationen untereinander ohne weiteres meistern können, und je jünger je problemloser. Kinder können 'Verschiedenartigkeit' viel besser meistern als Erwachsene, man sollte einfach mal den Mut haben um wegzuschauen oder passiv zuschauen und ... lernen!

von elia - am 27.01.2005 19:06

@ Sille

Hallo Sille,

Zitat

wer schubst und drängelt und will immer der erste sein?


Mir fallen spontan nur vereinzelt Jungen (von 15) aus ihrer Klasse ein, die nicht rumkaspern. Ein Mädchen (von zehn) ist dabei, das den Jungen ähnlich ist. Uns fällt diese Rücksichtlosigkeit auf, die diese Kinder an den Tag legen. Manche Kinder sind auch regelrecht unverschämt.

Die Kinder werden spätestens dieses Jahr alle 10 Jahre alt und trotzdem läuft JEDEN TAG das selbe ab: Z. B. beim Anstellen nach der Pause (in Zweierreihen) will jeder vorne stehen, ohne Rücksicht auf Verluste :-( Wie lange geht das noch? Bis nach der Pubertät? Ich habe auch zwei Brüder. Von denen kenne ich so was nicht.

Es stimmt schon, dass eher schüchterne Kinder ernster und vernünftiger wirken. Meine Tochter wirkt aber nicht deshalb reifer, sie ist es auch. Ihr wäre noch nie im Leben eingefallen, irgendwo zu drängeln um Erste zu sein - nicht, weil sie sich nicht traut sondern weil sie es albern findet. Sie hätte auch nie jemanden geschlagen oder gemobbt - im Gegenteil, sie ergreift für diejenigen, die ihrer Meinung nach ungerecht behandelt werden, Partei.

VG



von KSK - am 27.01.2005 20:15
hallo KSK

... schau dir doch die Eltern dieser Kinder an ... von irgendwo müssen die Kinder es herhaben.

von realist - am 28.01.2005 09:35
Hallo Realist,

vor drei Jahren habe ich mit einer Mutter gesprochen (ich war die Elternsprecherin, sie meine Vertreterin), da (auch) ihr Kind ein anderes (korpulentes) immer wieder mit "Fettsack" u. ä. beschimpft hat.

Ihre Antwort, die mich sprachlos machte: "Damit muss man leben, das haben wir früher auch gemacht. Da muss eben die E. (Mutter des Jungen) ihr Kind entsprechend darauf vorbereiten." Beide Jungen sind sehr auffällig. Der "moppende" Junge wirft mittlerweile mit Ausdrücken um sich! :-(

Übrigens kommen diese Kinder aus allen Gesellschaftsschichten, auch Nationalitäten spielen (fast) keine Rolle.

Es sind sicherlich keine HB's darunter, aber sehr gute und auch sehr schlechte Schüler.

VG



von KSK - am 28.01.2005 19:21
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