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Forum Hochbegabung bei Kindern
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Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 5 Monaten
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Kerstin, FelixMum, MarionPE, KSK, michaela, karen, Kathrin, Marion PE, AnjaW

Zeugnis 1.Hj. 2. Klasse

Startbeitrag von Kathrin am 28.01.2005 12:14

So, heute war Stunde der Wahrheit.

Bei uns gibt es tabellarische "Ankreuzzeugnisse" mit je 4 Spalten (fast immer/überwiegend ja/wechseln/überwiegend nein - oder je nach Fach so ähnlich).

Mathe und Deutsch hat Nick die Kreuzchen v.a. in der ersten Spalte, ein paar in der 2. Spalte. Super ! :-))) Religion mag er wohl auch, da hat er zweimal "fast immer".

Schnelligkeit im Arbeiten, Material vollständig dabei haben, selbständiges Arbeiten... ist alles im guten Bereich.

HSU, Kunst/Technik, Sport und auch das ArbeitsVERHALTEN sind aber der Hammer. Praktisch alles, wo es um Mitarbeit, Einhalten von Regeln, Verhalten in der Klasse (Reinrufen), faires Streiten, Hilfsbereitschaft, Sorgfalt, Teamfähigkeit ("überwiegend nein" = 5-6!!! ) usw. geht ist wechselnd bis gar nicht da :-( Das erklärt auch, warum er immer seltener zu anderen Kindern geht (bzw. diese IHN mal anrufen zum Verabreden), Einladungen zu Geburtstagen kommen selbst bei seinen guten Freunden nicht mehr.

Wie kann man denn sowas üben??? Schuldbewusstsein hat er laut Klassenlehrerin auch gar nicht, er ist NIE schuld an Konflikten. Zu Hause übrigens auch nicht.

Im Frühjahr hatte Nick mit Fußball angefangen, wollte er gerne, aber man merkte, dass ein Mannschaftssport überhaupt nicht sein Ding ist (s.o.....). Jetzt macht er Leichtathletik - und auch dort sind Konflikte vorprogrammiert, weil er die Regeln nciht einhalten will (meint, er müsse seine Klamotten auf den Fußboden statt auf die Bank legen, weil angeblich alles voll ist; macht er wohl in der Schule auch. Stimmt aber defintiv nicht, dass kein Platz ist). Aber LA ist ja sonst nicht gerade der Sport für die Teamfähigkeit.

Wir haben hier feste Regeln, die er einhalten muss. Wir bemühen uns um eine vernünftige Streitkultur. Was können wir denn noch machen????

LG Kathrin

Antworten:

Hallo Kathrin,

er ist NIE schuld an Konflikten. Zu Hause übrigens auch nicht.

und

Wir bemühen uns um eine vernünftige Streitkultur

Was haben diese beiden Sätze in eurer Familie miteinander zu tun?

Viele Grüße



PS: Wie alt ist Nick nochmal? (neutrale Frage) - Grundsätzlich ist es aus meiner Sicht Sache der Schule, in der Schule die Regeln der Schule durchzusetzen. Eltern sind keine Handlanger der Lehrer. Die Lehrer müssen damit klarkommen, das ist IHR Revier. Aber: Welche "Vorarbeit" leistet ihr? Diskutiert ihr vielleicht zu viel mit ihm aus, anstatt ihm klar seine Grenzen zu setzen, ohne jede Diskussion?

von FelixMum - am 28.01.2005 18:51
Nick ist 9/97 geboren, somit auch der Jüngste in seiner Klasse.

Ich denke, wenn überhaupt, diskutieren wir zu wenig. Gelegentlich wäre es einfacher, die Regeln nicht so strikt durchzusetzen - aber Nick braucht das wohl, sonst läuft er uns völlig aus dem Ruder.

Die beiden Sätze bezogen sich auf sein Verhalten in der Schule, dass er 1. keinerlei Schuldbewusstsein hat und 2. eben mit unfairen Mitteln streitet.
Zu Hause meine ich, wird durchaus Schuld eingestanden, man entschuldigt sich ggf. dafür, Streits entgleisen zwar auch mal (lässt sich wohl schwer vermeiden), aber insg. wird doch auf fairer, sachlicher Ebene gestritten, was auch die Kinder untereinander lernen sollen. Ähm, oder wie war die Rückfrage gemeint *stehgradaufdemSchlauch* ?!

Kathrin

von Kathrin - am 28.01.2005 20:24
Hallo,

es ist immer schwierig, wenn die Regeln in der Schule nicht so streng sind oder nicht so konsequent eingefordert werden wie zu Hause. Anders herum ist es einfacher.

Bezüglich des Einsatzes unfairer Mittel würde ich genauer nachfragen. Das hört sich ungut an. Wenn er da Dinge treibt, die nicht angehen, müsst ihr gemeinsam mit der Lehrerin dran arbeiten. Sonst steht er schnell ohne Freunde da.

Wenn er auch zu Hause in seinen Augen nie schuld hat, könnt ihr damit zu Hause werkeln. Bei kleinen Kindern ist das allerdings sehr verbreitet. Die müssen sich erst gewöhnen. Einmal hat das viel mit "verlieren können" zu tun. Das kann man üben. Wie sieht es denn bei euch aus, wenn man schuld hat? Was passiert dann? Gibt es Strafen? Oder kann man einigermaßen gelassen seine Schuld eingestehen?

Michaela

von michaela - am 29.01.2005 09:27
Hallo Kathrin,

unser Sohn ist geb. 10/98 und auch 2. Klasse, also mal noch über ein ganzes Jahr jünger als dein Nick - nur zur Info, über welchen Entwicklungsstand wir hier reden. ;-)

Meine Frage zielte - ähnlich wie bei Michaelas Antwort - auf folgendes ab:

In der Schule werden die Kinder - gerade jetzt in der GS - aus meiner Sicht schon viel zu "demokratisch" behandelt. Allein diese ganzen selbst aufgestellten Regelwerke, Klassenregeln, Anti-Gewalttraining usw. sind eigentlich nicht altersgerecht. Da wird schon viel zu viel diskutiert mit Kindern, die noch gar nicht in dem Alter sind, damit umgehen zu können. Noch dazu dann mit entsprechend viel jüngeren Kindern (!!), um die es ja hier besonders geht. Das ist der eine Punkt, an dem es liegen könnte.

Der andere - und Danke für deine Antwort - ist, dass dann in der Familie nicht auch zuviel "diskutiert" werden darf über Regeln, die ein Kind einfach noch nicht in der Lage ist mitzubestimmen. Es soll sie einfach nur befolgen und basta. Wenn ihr das so macht, ist das auch völlig in Ordnung so, denn Kinder brauchen das tatsächlich. Wer anderes behauptet, gibt sich zwar überaus liberal und antiautoritär, hat aber meist mit seinem Kind Probleme genau deswegen. Natürlich kennt euer Sohn nun die (strikten) Regeln zu Hause, was ihn ja aber in der Schule nicht hindert, über die Stränge zu schlagen, wenn es ihm dort durchgelassen wird. Aber die Schule muss eben selbst ihre eigenen Regeln auch vor Ort durchsetzen können, das ist nun mal nicht eure Aufgabe. Sie muss in der Lage sein, dasselbe vor Ort leisten zu können, was Eltern vor Ort Zuhause leisten müssen. Viele LehrerINNEN sind dazu aber leider kaum in der Lage, denn es fehlt ihnen oft an "natürlicher Autorität" und Durchsetzungsvermögen. (Wir haben auch so eine KL)

Der Begriff "Schuld" ist aber so eine Sache - das meine ich als Anregung für euch - die ein Kind in diesem Alter noch gar nicht so sieht. Ihr setzt aus eurer erwachsenen Sicht ein Verständnis der Situation in einem Konflikt voraus, das das Kind noch nicht haben kann. Auch dies ist heute ein großes Versäumnis in Schulen, darüber viel zu früh viel zu viel zu diskutieren. Kinder haben dieses "Schuld-Bewusstsein" noch nicht!! Das kommt erst später in der Entwicklung. Aber noch nicht mit 6-7 Jahren.

Also auch das "Ent-Schuldigen" ist eine Sache, mit der man einen 6-7jährigen intellektuell überfordert. Der kapiert gar nicht, was das soll. Ein Streit wird ausgetragen (und dabei sollte man die Kinder möglichst auch nicht unterbrechen, sonst können sie diese Konflikterfahrungen ja nie selbst machen) und ist dann beendet und fertig. Gerade bei Jungens: An "männlichem Konfliktverhalten" kann man generell Unterschiede festmachen - Männer kloppen sich und gehen nachher wieder ein Bier trinken. Jungs machen das auch schon so. Mädchen streiten wieder ganz anders, meist "hinterlistiger" und weniger offen. Sie tragen Konflikte oft über Wochen oder länger aus, befeinden sich, schmieden Allianzen etc. Jungs kennen das nicht. Die kloppen sich und dann ist es erledigt, der Freund ist nach wie vor ein Freund, auch wenn man sich mit ihm gekloppt hat. Auch die Art des Streitens ist anders - offenes Prügeln und Ringen vs. Beißen, Kratzen, Hauen. Ist ein natürlicher Ausgleich der weniger vorhandenen Körperkraft und schon früh zu beobachten. Auch wird das eher natürliche "Balgen" und "Kräftemessen" von Jungen viel zu oft als "Streit" und mit bösartigem Hintergrund interpretiert. Das ist aber auch verkehrt.

Da aber die überwiegende Mehrheit des Lehrkörpers in Grundschulen aus Frauen besteht, haben die ohnehin keinen Sinn dafür. Die sehen das auch wieder anders, weil sie als Mädchen auch schon lieber die Diskussionsmatte ausgerollt haben, das machen Jungen aber nicht. Dann kommt diese aktuelle Form der Pädagogik dazu, die Kinder viel zu früh mit einem Demokratieverständis konfrontiert, das sie noch nicht haben können in diesem Alter. Dann haben sie auch überhaupt in der Schule zu wenig Zeit sich damit auseinanderzusetzen und scheren somit alle über einen Leisten. Außerdem mischen sie sich bei Konflikten der Kinder dauernd ein. Und schon hast du dieses Ergebnis.

Wenn dein Nick also diese Bewertung aus der Schule nach Hause bringt, sollte euch das nicht grundsätzlich an seinem Charakter zweifeln lassen. Denn es gibt viele gute Gründe, warum das so passiert ist. Das ist meine Meinung dazu.

Hauptsache, ihr habt für ihn Zuhause strikte Regeln und wenig Diskussionsbedarf. Das ist Orientierung, die er wirklich braucht. Und wenn er sich bei euch daheim gut benimmt und ihr das im Griff habt, braucht ihr euch über die Ansichten der Schule keine Gedanken zu machen. Aus meiner Sicht wird da viel falsch gemacht. Aber daran ist die Schule selbst "schuld".

Viele Grüße!

von FelixMum - am 29.01.2005 11:12

Re: Anmerkung

Hallo Kathrin,

hierzu

Zitat

Das erklärt auch, warum er immer seltener zu anderen Kindern geht (bzw. diese IHN mal anrufen zum Verabreden), Einladungen zu Geburtstagen kommen selbst bei seinen guten Freunden nicht mehr.

noch eine Anmerkung:

Das muss nichts erklären. Es kann lediglich sein, dass Nick inzwischen seine Klassenkameraden und sie ihn kennen gelernt und festgestellt haben, dass sie momentan nicht (mehr?) so viel miteinander anfangen können. Die Interessen laufen oft sehr auseinander. Playstation vs. Planetenlexikon - muss ich mehr sagen?

Dazu kommen die Eltern dieser Kinder, die das massiv beeinflussen - z. B. indem sie ihren eigenen Neidkomplex Nick (und seinen guten Zensuren?) sowie eventuell auch euch gegenüber über diese - nicht mehr stattfindenden - Einladungen und Verabredungen ausleben.

Kennen wir, kennen wir, kennen wir. Das muss man aussitzen und dem Kind darüber hinweg helfen. Leute wie diese bringen einem im Leben nichts, die Kinder dieser Leute werden nachher wie sie, bringen also auch nichts.

Locker bleiben! ;-)

Viele Grüße!

von FelixMum - am 30.01.2005 15:15
Ich finde, daß Arroganz eine Eigenschaft ist, die gerade Hochbegabten sehr schlecht steht.
Im Leben glücklich sind meist nicht die Menschen, die kognitive Höchstleistungen bringen, sondern die sich in andere einfühlen können, miterleben und mitleiden und so dann auch sich mitfreuen können.
Desinteresse am "Rest" der Menschheit schränkt auch das potentielle Berufsspektrum ziemlich ein...
Freundschaften leben und pflegen zu können ist eine sehr wichtige Fähigkeit, die schon im Kindesalter geübt werden sollte, damit man nicht sozial vereinsamt.
Das wollte ich doch gerne mal gesagt haben.

von karen - am 30.01.2005 18:43

Spielverhalten

Hallo!

Ich unterdrücke, ehrlich gesagt, das Spiel mit manchen Kindern inzwischen auch. wenn ich meinen Sohn vom "Spielen" abhole und er mir nur von Computer, Video und Fernsehen erzählt und dann noch am Abend ein fernsehverbot für seine Lieblingssendungen (Wissen macht ah und LOGO) erhält, weil er unausstehlich ist, dann versuche ich schon solche Spielereignisse einzuschränken.

Mit einigen Kindern spielt er toll, das unterstütze ich, mit anderen spielt er möglichst nur noch hier.

Liebe Grüße

Marion

von Marion PE - am 30.01.2005 18:54

Re: Freundschaften @karen

Hallo karen,

ich weiß nicht, ob du es selbst schon erlebt hast, wenn andere Eltern ihre Kinder von deinem Kind fernhalten, weil es sich eben für andere Dinge interessiert oder ganz eben "anders" ist als ihre. Vielleicht auch, weil ihre Kinder von deinem Kind zu Hause erzählen, weil es bessere Noten nach Hause bringt, weil es zu Hause kein Nintendo hat sondern Bücher liest und alle Planeten und ihre Monde mit Namen und Beschaffenheit kennt, weil sie selbst untereinander bis aufs Blut darüber tratschen, sich über dich auch das Maul zerreißen und dich als Mutter oder Vater auf der Straße auch nicht mehr grüßen - und du weißt überhaupt nicht, was los ist.

Oder dein Kind lernt ein anderes im Urlaub kennen, sie vertragen sich gut, tauschen Adressen aus, dein Kind schreibt dem anderen und erhält nie eine Antwort. Oder dein Kind lädt ein anderes zum Geburtstag ein und das andere Kind sagt noch nicht einmal ab, kommt einfach nicht, ohne Grund. Oder dein Kind erzählt von einem anderen aus der Schule, freut sich dort eingeladen zu sein und nachdem das andere Kind seine Eltern gefragt hat, wird die Einladung zurückgezogen. Oder du als Elternteil bietest anderen Kindern an, zu euch zu kommen und miteinander was zu unternehmen und du hörst nie wieder etwas von den Eltern (wahlweise wird das Argument "Keine Zeit" auch gern vorgeschoben).

Was nun daran arrogant sein soll, kann ich nicht sehen. Ganz im Gegenteil. Das würde ich wohl als ausgesprochen soziales Verhalten betrachten, das Bemühen um Kontaktpflege und Kontaktaufnahme, das aber einfach nicht erwidert wird. Aus welchem Grund auch immer.

Weder dein Kind noch du selbst hast irgend jemandem was getan. Natürlich machst du dir deinen Reim darauf und versuchst damit fertig zu werden.

Das hat mit Arroganz nichts zu tun. Doch wenn du solches einmal erlebt hast, wirst du möglicherweise anders über dieses Thema denken. Es ist die Realität, und Realismus steht jedem Menschen gut an, der nicht an sich selbst verzweifeln will.

Intelligente Kinder sind zumeist sogar sozial so intelligent, dass sie ein ausgeprägteres Gerechtigkeitsgefühl, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft entwickeln als ihre Kameraden. Sie können nichts dafür, wenn sie deswegen von anderen abgelehnt werden. Sie können nichts für die Dummheit anderer. Ebensowenig wie ihre Eltern. Es gibt Menschen, die passen einfach nicht zusammen. Weder in der Kindheit noch später im Beruf.

Darauf muss man ein Kind aber vorbereiten, das ist was fürs Leben. Denn die Ablehnung, die es hier erfährt, bezieht es natürlich auf seine Person. Deshalb darf es jedoch keinen Schaden an seinem Selbstbewusstsein erleiden.

Viele Grüße

PS: Bei sehr jungen Kindern ist auch wichtig zu beachten, dass Altersunterschiede bei Klassenkameraden schon große Differenzen in der Entwicklung mit sich bringen, so dass es hier sehr häufig auch unter den Kindern ganz normal ist, dass sie sich nicht füreinander in dem Maße interessieren, wie man es als Erwachsener erwarten würde.

von FelixMum - am 31.01.2005 07:40

Re: Spielverhalten

Hallo Marion,

das erinnert mich an das Klischee vom Klischee vom Klischee, das ich kürzlich erlebt habe, als unser Sohn bei einem türkischen Klassenkameraden zum 8. Geburtstag eingeladen war (sicher nur als Gegen-Einladung aus Höflichkeit, anders kaum denkbar) und ich in den Genuss kam, ihn dort nach 3,5 Stunden abzuholen: 13 Kinder zwischen 1,5 und 12 Jahren in einer überheizten 3-Zimmer-Dachwohnung hockten vor dem Fernseher, vor dem Computerspiel (direkt daneben) oder tobten durch die Räume, völlig überdreht, total furchtbar. Felix gestand mir nachher, es sei ziemlich langweilig gewesen - gespielt hätten sie nicht viel, weil sich die Kinder nicht einigen konnten, was gespielt werden solle und das einzige Highlight war "Flaschendrehen". Auf vorsichtiges Nachfragen erklärte er es als "Wahrheit oder Pflicht" - also Gottseidank doch noch nicht die verschärfte Variante. Aber er sprach den ganzen Abend von nichts anderem mehr als von den Werbespots, die sie gesehen haben.

Ich weiß nicht, ob er oder wir sowas auf Dauer brauchen. Wir halten ihn zwar davon nicht fern, er muss seine Erfahrungen ja selbst machen können. (Er MÖCHTE ja seine Klassenkameraden auch gern treffen, nur wird es ihm zu oft von deren Eltern verwehrt.) Aber das hat mir zumindest gezeigt, dass das Klischee vom Migrantenkind wirklich existiert. Das ist keine Erfindung der Medien, das gibt es wirklich, wahrscheinlich doch mehr als ich angenommen habe - total erschreckend.

Zunehmend wundert mich auch hinsichtlich PISA kaum noch etwas, geschweige denn zum Thema Aggression unter Schülern oder Bildung und Berufschancen allgemein.

Viele Grüße

von FelixMum - am 31.01.2005 08:43

Re: Freundschaften

Hallo FelixMum!

Ich denke nicht, das das Kind "abgelehnt" wird, weil es mehr weiß oder sonst wie weiter entwickelt ist, nein ich denke eher das die "Erwartungshaltung" vielleicht zu hoch angesetzt ist und es mit dieser Einstellung keinen Anschluss findet.

Ich sehe es an meinem Sohn, er hatte sich immer einen "perfekten" Freund gewünscht.
Wir haben viel über dieses Thema geredet, was er sich darunter vorstellt, ich habe ihm klar gemacht, das es nicht perfekt ist, sondern normal was er sich wünscht, ich habe ihm auch klar gemacht das es keine perfekten Menschen gibt, an Beispielen... er hats verstanden und hat Freunde, die sich gut ergänzen mit ihm.

Wir reden öfters über bestimmte "Spielverläufe", die er glaubt nicht zu verstehen, aber nach einem "Aufklärungsgespräch" wo ich beide Seiten beleuchte, versteht er Reaktionen anderer und versteht auch, was er vielleicht anderst machen müsste.

Was die Eltern anbetrifft, hat hier, glaub ich jeder so seine Erfahrungen gemacht...

Ich für meinen Teil rede nur über die normalen Dinge des Lebens, ausser ich werde direkt drauf angesprochen, dann stehe ich aber auch 100% dazu und verschleiere nicht.
Wer fragt, muss auch mit einer Antwort rechnen, die vielleicht anderst ausschaut, als erwartet.

Ich muss sagen, da mein Sohn eh die Ruhe im Spiel liebt und kein Ramba Zamba möchte,so ist er ein gern gesehener Spielfreund bei seinen Klassenfreunden und auch deren Eltern.
Auch bei den Geburtstagen muss ich sagen, es sind 10 Buben und er bekommt, ohne es zu übertreiben, 9 Einladungen, selbst von Mädchen kamen schon Einladungen, aber da geht er nicht hin, Mädchenparty, hat er nichts am Hut (im Moment).

Also, ohne Lobeslieder singen zu wollen, ich denke es liegt auch viel am Kind, dessen Erwartungshaltung und Beeinflussung der Eltern.

Kerstin

von Kerstin - am 31.01.2005 09:13

Re: Freundschaften

Hallo Kerstin,

Zitat

das die "Erwartungshaltung" vielleicht zu hoch angesetzt ist und es mit dieser Einstellung keinen Anschluss findet.
kann ich bei unserem Sohn nicht erkennen. Er findet sehr schnell überall Anschluss, wenn keine Eltern dabei sind.

Zitat

und hat Freunde, die sich gut ergänzen mit ihm.
..... so ist er ein gern gesehener Spielfreund bei seinen Klassenfreunden und auch deren Eltern.
Das freut mich für euch, es kann aber auch generell mit dem Umfeld zusammenhängen, das man an seinem Wohnort vorfindet. Und natürlich - da hast du vollkommen Recht - mit der eigenen Einstellung dazu. Aber hier halten wir uns absolut zurück, denn das Kind soll seine Erfahrungen selbst machen dürfen. Wir beeinflussen nur insofern, als wir seine Enttäuschung auffangen, wenn ein Kontakt wieder mal nicht geklappt hat - jedoch zumeist wegen der Beeinflussung anderer Eltern.

Die "Quote" bzw. reale Häufigkeit ergänzend passender und somit auch "verfügbarer" Freunde nimmt in Stadtnähe sicherlich auch rein statistisch zu... ;-) da hat man auf dem Land nicht so die große Auswahl.

Viele Grüße

von FelixMum - am 31.01.2005 09:33

Re: Freundschaften @karen

Hallo Felixmum,

nette Aufzählung. Wir erleben das genauso. Und uns wirft man dann auch gerne Arroganz vor. Für die Kinder ist das nicht einfach.

Michaela

von michaela - am 31.01.2005 09:45

Re: Freundschaften

Hallo FelixMum!

Wir wohnen auch sehr ländlich, zu meinem Leid, da es hier nicht sehr viel Alternativen gibt.

Ich praktiziere es so, wenn z.B. für Samstag Kino angesagt ist, weil wieder irgentwas neues läuft, lege ich den Kinobesuch immer auf das erste! Wochenende, nach Anlaufen des Filmes, und da Kinder mitreden wollen, schon im Kino gewesen sein wollen, wenn jemand was erzählt, ist das immer ein gutes Zugmittel, wenn ich dann sag,"komm ruf halt ... an ob er mit fahren möchte ins Kino.
Es waren schon vier Kinder, plötzlich, und es war cool das sie mit fahren durften, es hat wieder zusammen geschweißt, wenn man am Montagfrüh gemeinsam über den Film reden konnte und andere mussten noch zuhören, danach hänge ich meistens noch Mc Donalds ran, da wir sonst nie in die Ecke kommen, und somit ist das immer der Tag überhaupt.
Und so mach ich das bei schlecht Wetter, mit Hallenbad, Kegeln gehen und die Eltern sind meist froh, wenn sie ihre Ruhe haben, am Wochenende.

Ja, man muss natürlich in dem Alter (meiner 7 J. Klassenfr. 8/9J.) schon einwenig eigeninitiative reinhängen, womit ich dir jetzt nichts unterstellen möchte, bitte nicht falsch verstehen.

Auch wenn bei uns ein Kind zum spielen da ist, ergibt sich das meistens, das wir mal eine Pizza selber machen oder ich frage: heute rufen wir den Pizza Mann an, wer will was.
Das ist das größte, da wir das sonst so nicht machen.

Sind nur Ideen, vielleicht ist ja was dabei, und noch eins, die Eltern sind mir wirklich nicht wichtig, wobei eher der Kontakt von den Eltern dann kommt, weil sie sich dann mal revanchieren wollen, ist dann auch oke.

Kerstin

von Kerstin - am 31.01.2005 09:56

Geburtstage

Hallo FelixMum,

so laufen auch die Geburtstage bei den türkischen Mädchen aus unserer Klasse ab. Meiner Tochter gefallen diese Feiern gar nicht - langweilig, sagt sie, und stell dir vor, der Fernseher läuft die ganze Zeit (türkisches Pgm.)! Dann besteht noch das Sprachproblem. Da meine Tochter die einzige Deutsche ist, die eingeladen wird, muss das Geburtstagskind die anderen immer wieder daran erinnern, nicht türkisch sondern deutsch zu sprechen, was diese meist widerwillig tun und doch wieder ins türkische zurückfallen.

Die beiden türkischen Mädchen, die zu uns zum Geburtstag kommen, sind von unseren Geburtstagen immer ganz begeistert. "Dein Geburtstag war viel schöner als meiner!", sagte letzthin das eine Mädchen zu meiner Tochter.

Vielleicht können wir indirekt Anregungen geben und die Kinder "wünschen" sich zukünftig auch "so einen" Geburtstag von ihren Eltern.

Damit nicht der Eindruck entsteht, es läuft nur auf türkischen Geburtstagen so ab:
Kino-Geburtstagsfeiern (nicht gerade billig) oder auch Heimkino-Feiern kamen bei deutschen Kindern auch schon vor.
Entschuldigung, aber wir wissen nicht, was Eltern sich dabei denken - was ist das nur für ein Geburtstag? Meiner Tochter sind solche Geburtstage unvergesslich (im negativen Sinne).
Aber so haben die Eltern vielleicht ihre Ruhe!?

VG



von KSK - am 31.01.2005 10:29

Re: Freundschaften

Hallo,

wenn ich mich so verhalten würde, würde man mir sofort unterstellen, ich wolle meinen Kindern Freundschaften erkaufen. McDonalds und Pizza-Service ist ganz verpönt. Mit den Kindern ins Kino oder ins Hallenbad zu gehen, gilt als Angeberei.

Die Mütter fördern die Freundschaften ihrer Kinder mit Müttern, mit denen sie sowieso befreundet sind. Man trifft sich in einem endlosen Reigen von Kaffeeklatsch, Tupper- und Putzlappenpartys und Vereinsaktivitäten. Ich muss zugeben, dass ich da nicht passe.

Michaela

von michaela - am 31.01.2005 10:40

Re: Freundschaften

Hallo Kerstin,

an dieser Stelle will auch ich mich mal einschalten.

Ich habe zu Hause zwei Kinder: Junge (11/97, 3. Klasse) und Mädchen (8/99, 1. Klasse).

Der Junge hat, auch unter meinem bewußten Einflussnehmen, früher verschiedene Freunde eingeladen, wir haben was unternommen und ich habe mich wirklich bemüht, mit ihm zusammen Aktivitäten mit Freunden zusammen zu finden. Er wünscht sich grundsätzlich auch sehr einen oder auch mehrere gute Freunde. Bisher haben ihn seine "Freunde" aber immer wieder enttäuscht. Das mag zwar seine subjektive Sicht sein, aber immerhin sind Freundschaften nun auch sehr subjektiv. Zur Zeit hat er Kinder, mit denen er sich in der Schule die Zeit vertreibt und hin und wieder trifft er sich mit einer Freundin. Er akzeptiert den Zustand und wir als Eltern mögen da auch nicht weiter intervenieren. Vor allem, da die Kinder in seiner Klasse nun auch nicht unbedingt seine Kragenweite sind.

Das Mädchen hat ohne weitere Anstrengungen drei enge Freundinnen in ihrer Klasse, mit denen sie sich regelmäßig trifft und auch gerne regelmäßig Sport und Chor machen möchte. Hier habe ich eigentlich überhaupt keine Aufwendungen, bis auf die terminliche Abklärung mit den Eltern. Dazu versteht sie sich mit den anderen Kindern der Klasse wirklich prima und weitere Freundschaften unterbleiben da nur deswegen, weil ihr diese Freundinnen so wichtig sind, dass sie da ihre Priorität setzt.

Ich bin in beiden Fällen derselbe Eltern, die Kinder aber sind sehr unterschiedlich.
Will sagen: Es hängt nicht alles nur von den Eltern ab, sondern auch sehr viel von den Kindern selbst, aber auch von den Kindern, auf die die Kinder treffen. Nicht jedes Kind ist auch ein potentieller Freund. Das hat mein Sohn zumindest schon erfahren müssen.

Gruß
Anja

von AnjaW - am 31.01.2005 10:42

Re: Spielverhalten

Hallo Felixmum!

In dem geschilderten Beispiel ging es um ein deutsches Kind. Wir wohnen hier in der "heilen Welt" auf dem Lande. Die wenigen Migrantenkinder kommen aus Polen oder Italien, das ist, glaube ich, noch etwas anderes.

Der Computer an sich ist für mich nicht das Problem. Meiner hängt auch m,al einige Zeit vor den Compi ab, phasenweise, dann aber lange. Er spielt dann PC Champion, Oskar der Ballonfahrer, Löwenzahn oder ähnliches. Denken, Wissen, Strategie.... das sind seine Dinge. Aber nach Autobahnraser ... wird er einfach unausstehlich. Abgesehen davon, dass er erst 7 ist und diese Sppiele ab 12 sind.

Gerne würde ich ihn öfters woanders spielen lassen, aber nach solchen Erfahrungen ist es leider nicht so super. Sein bester Freund (juchhu, hier aus dem ort, sie treffen sich einfach so), will sowieso lieber bei uns spielen (2 kleine Grschwister und Dobermänner, da ist Spielen schwierig). Aber immer habe ich auch keine Zeit zur Kontrolle.

Schreibe gleich nochmals etwas zu Freizeitverhalten, Eltern etc. für hier reicht es erst einmal

Marion

von MarionPE - am 31.01.2005 10:43

Re: Geburtstage

Hallo KSK!

Oh jeh solche Geburtstage wären für mich ein Graus.
Z.B. der letzte Geburtstag vonmeinem Sohn fand auf der Kegelbahn statt.
Wir haben zwei Bahnen gemietet es wurden 9 Kinder eingeladen und los gings.
Ausser den Kuchen, den haben wir selbst mit gebracht, wurde dort mit Pommes und Wienerle und und gesorgt, trinken durften sie was sie wollten, ausser Cola.

Die Eltern waren sehr dankbar, ausgetobte Kinder abholen zudürfen und für die Kinder war es auch ein Erlebnis, da sie sich frei bewegen durften, ausgepauert waren und zum Schluss noch ein kleines Mitbringsel bekamen, für den Heimweg.
Und das alles :spos: OHNE FERNSEHEN :spos: .

Ist nur eine Idee die ich gerne weiter gebe, vielleicht habt ihr auch ein paar Ideen, bin sehr dankbar, für neues.

Kerstin

von Kerstin - am 31.01.2005 10:45

Re: Freundschaften

Hallo Kerstin!

Erstens ist hier Sonntag Kinotag, Samstag ist zu teuer, Sonntag iost für uns aber normalerweise Familientag, ohne Freunde. Zweitens möchter ich, ehrlich gesagt nicht unbedingt alle anderen Mütter unter Druck setzen. Viel können sich so etwas einfach nicht leisten. Wenn Kinder sich verabreden dann sollen sie miteinander spielen, toben, basteln, da brauchen sie keinen ständigen Animateur. Meine würde mit mit seinen knapp 7 Jahren sagen: Lass mich in Ruhe.

Bei Animateur fällt mir ein: Wenn ich Animateur sein wollte, dann säße ich irgendwo in einem puiekfeinen Clubhotel im warmen Süden und nicht hier im verregneten Niedersachsen.

Marion

von MarionPE - am 31.01.2005 10:51

Re: Freundschaften

Hallo Kerstin!

Erstens ist hier Sonntag Kinotag, Samstag ist zu teuer, Sonntag iost für uns aber normalerweise Familientag, ohne Freunde. Zweitens möchter ich, ehrlich gesagt nicht unbedingt alle anderen Mütter unter Druck setzen. Viel können sich so etwas einfach nicht leisten. Wenn Kinder sich verabreden dann sollen sie miteinander spielen, toben, basteln, da brauchen sie keinen ständigen Animateur. Meine würde mit mit seinen knapp 7 Jahren sagen: Lass mich in Ruhe.

Bei Animateur fällt mir ein: Wenn ich Animateur sein wollte, dann säße ich irgendwo in einem puiekfeinen Clubhotel im warmen Süden und nicht hier im verregneten Niedersachsen.

Marion

von MarionPE - am 31.01.2005 10:51

Re: Geburtstage

Hallo Kerstin,

einen Kegel-Geburtstag hat sich meine Tochter auch schon gewünscht. Letzten September war sie bei einem solchen Geburtstag eingeladen. Es hat ihr gut gefallen.

Auch ein Schwimmbad hat sie bei einer ihrer Freundinnen letztes Jahr an ihrem Geburtstag besucht. Dazu konnte ich mich allerdings noch nicht durchringen :-), zudem es bei uns im Ort kein Hallenbad gibt.

Bei uns spielt sich alles zu Hause ab, mit Spielen, Basteln und natürlich (außergewöhnlichen) Schatzsuchen. Die kommen immer gut an.

Die Vorbereitung nimmt allerdings immer sehr viel Zeit in Anspruch, die ich mir aber gerne nehme.

VG



von KSK - am 31.01.2005 11:02

Re: Freundschaften

Hallo michaela!

Oh jeh, das tut mir leid, für die Kinder.
Das stell ich mir so richtig nach Hausfrauenklatsch vor, was mein Sohn überhaupt nicht mag, wenn Mama ewig trascht.

Aber erkaufen?
Wenn die Kinder mit ins Kino fahren, hat jeder sein eigenes Geld für Karte und Popcorn dabei, auch Mc Donalds ist ja keine Tagesordnung und daher ebend so beliebt. Kann ich nicht so recht verstehen.

Gestern habe ich mein Sohn bei einem Freund abgeholt, gehen zusammen in die Klasse und es ergab sich spontan ein Cappuchini-Tratsch, aber weil wir es so wollten, und die Kinder die Zeit für sich ausgekostet haben (länger spielen zu können).

Natürlich weiss ich ,das es nicht über all so läuft, aber wir haben auch schon andere Zeiten hinter uns und wir haben dran gearbeitet, zu allererst an der Einstellung meines Sohnes.
Aber wie du schon sagst, das Umfeld spielt mit Sicherheit eine große Rolle.

Und was hat es mit Angeben zutun, wenn man den Kindern Möglichkeiten einräumt, sich ausserhalb der Schule zu treffen und zusammen sein zu können.
Schlimm, das es wirklich Leute gibt, die so engstrirnig sind.
Aber das sollte man dann wirklich egnorieren, ich würde es auf jeden Fall, weil, es hilft keinen.

Kerstin

von Kerstin - am 31.01.2005 11:02

Re: Geburtstage

Hallo!

Ins Hallenbad habe ich mich auch noch nicht gewagt, zum ersten weil noch nicht alle Kinder schwimmen konnten und zum zweiten müssten dann wenigsten 1-2 Eltern noch mit fahren und das wo kaum jemand Zeit hat :-( ...

Idee: kleine Schuhkarton ,was rein machen wie Stroh, Zapfen, kuschel Fell u.ä.
zukleben, Loch an die Seite rein schneiden, daß die Hand rein passt, Augenbinde und los gehts.
Auch mit Geschmackraten geht das, Augenbinde, Finger führen und raten lassen z.B. Nutella, Apfelmus, Schokoraspel u.ä.

Einen Zauberer haben wir auch schon da gehabt, der mit den Kinder zauberte, zum Schluss bekam jedes Kind ein Luftballontier.

Was mein Kind sich wünscht, zu einer Vorstellung eines Bauchredners, aber da ist leider nichts auf zutreiben, vielleicht wißt ihr ja was.

Ideen sind gefragt ;)
Kerstin

von Kerstin - am 31.01.2005 11:14

Re: Freundschaften

Hallo Kerstin!

Selbst wnn jedes Kind sein eigenes Geld für Karte und Popcorn dabei hat. Am nächsten Wochenende fährt dann vielleicht die nächste Familie die Kinder ins Schwimmbad, am nächsten geht es mit der dritten Familie in den Zoo, am nächsten fährt eine Familie alle zum Zirkus (Indoorspielplatz, Fußballspiel, Kegelbahn, Rummel..... )

Es soll auch Familien geben, die mehrere Kinder haben und bei denen das einfach auf Dauer finanziell nicht drin ist. Die sind aber unter Zugzwang. abgesehen davon denke ich, solche Aktivitäten sollten in der Regel Familienaktivitäten sein, von denen dann das eigene Kind mal erzählen kann (auch dann sollte es nicht jedes Wochenende etwas Ausgefallenes sein). Mit Freunden sollte es wirklich auf ausnahmen beschränkt sein, einfach weil sont einzelne Ausgeschlossen werden. Mein Sohn hat 9 Jungen in der Klasse. wenn ich jedes Wochenende unseren Siebensitzer vollknallen würde, dann blieben stets 3 Jungen über. Die wären dann ausgeschlossen. Solche Ausflüge sind deshalb bei uns die Ausnahme (Geburtstag oder so), aber nicht die Regel.

Wenn ein Thema die kinder interessiert bin ich jederzeit bereit, ihnen dazu Anregungen zu geben, aber Kinder können auch im Haus, im Garten oder auf dem Spielplatz zusammensein, dazu brauche ich kein Kino, das ist nicht zusammen, sondern nebeneinander her.

Marion

P.S.: Es gibt natürlich auch Ausnahmen. wenn ich weiß, dass ein Kind nie ins Kino (Schwimmbad.....) kommt, kann ich es natürlich auch mal einladen, etwas mitzumachen, weil.... Aber amit werde ich nicht gleich zum Unterhaltungschauffeur für Horden von Kindern.

von MarionPE - am 31.01.2005 11:19

Re: Freundschaften

Hallo MarionPE!

Erstens ist doch nicht jedes Wochenende Kinozeit, vielleicht einmal im Monat und zweitens bin ich kein Animateur, weil ich durch meine Anwesenheit den Kinder möglichkeiten einräume, diese ohne Aufsicht halt noch nicht umsetzen könnten und nochmal ganz deutlich, es ist mal, nicht täglich, nicht jedes Wochenende und nicht andauernd, warum reagierst du eigentlich so frustig?

Ich habe doch noch Vorschläge unterbreitet :confused: , wo ist da der Fehler?
Zuviele?
Gut ich nehme mich gerne zurück und gebe neuen Ideen Freiraum...

Kerstin

von Kerstin - am 31.01.2005 11:23

Re: Freundschaften

Hallo Kerstin!

Grundsätzlich ist natürlich gegen Kino einmal im Monat nichts zu sagen.Aber hast du keine Angst, dass andere Eltern versuchen wollen, da mitzuhalten und dann sind die Kinder jedes Wochenende irgendwo? Und dann wird es für einige einfach zu teuer. Ehrlich gesagt, ich gehe auch mit meinen eigenmen Kindern nicht jeden Monat ins Kino, es gibt auch noch andere Dinge und alles kann man nicht machen. Manche Filme holen wir uns später als Video (Nein, wir haben noch immer keinen DVD-Player und von Raubkopien vor dem Start bin ich auc nicht überzeugt, aber das ist ein anderes Thema), Kinofeeling ist die Ausnahme.

Muss man wirklich bei allem mitreden können?

Marion

von MarionPE - am 31.01.2005 11:30

Re: Freundschaften

Hallo MarionPE!

Nein..., muss man unbedingt nicht, wir haben die letzten zwei oder drei neuen Filme völlig "Unglaublichen" Spongbob" verschwitzt, bzw. nicht angeschaut, wir haben es überebet und mein Sohn stand deswegen auch nicht hinten dran.

Aber wenn wir Aktivitäten unternehmen, nicht bei allem, bitte nicht gleich wieder
falsch verstehen, z.B. Besuch im Playmobilland letzten Sommer, hat mein Sohn seine damalige Freundin aus seiner Klasse mit genommen, was ihm viel mehr Spaß gemacht hat, als wenn er allein (als Kind) dort rum gekrakzelt wäre (wo es was zu klettern gab).

Ich mach hier bestimmt keine regelmäßigen "Rudeltreffen", sondern ich wollte nur Ideen, Vorschläge bringen, wie man Kinder zusammenbringen kann, auch ohne Fernseher .

Kerstin

von Kerstin - am 31.01.2005 11:37

Re: Freundschaften

Hallo Kerstin!

Das ist wahrscheinlich der unterschied - du hast den einen, ich drei (7-13). Meine sind im Sommer gemeinsam durchs Playmobilland getobt. Alleine fände ich auch öde. Und wenn ich den Eintritt dort mit dem Eintritt im Zoo Hannover (da gehen wir auch nicht hin) vergleiche, ist es ein preiswertes Vergnügen.

Aber es gibt auch kostenlose Aktivitäten, es muss nicht immer gleich Kino sein. In den Weihnachtsferien ziehen meine immer als Sternsinger für die Kirche durch die Orte. Das macht ihnen großen Spaß und sie sind stolz auf das Sammelergebnis für arme Kinder. Dafür muss man nicht katholisch sein, in unserer Gemeinde ist es einfach ein Gemeinschaftserlebnis.

Auch Wald, Spielplätze, ... sind kostenlos. Für den Preis eines kinoeintritta gibt es die eigene Popcornmaschine. Video selber drehen und eigenes Kino machen ist toll. Aber auch ein Gesellschftsspiel kostet nicht mehr als ein Familien-Kinobesuch und kann mehrfach verwendet werden. Habt ihr schon mit der Laubsäge gearbeitet? Ytong ist ein tolles Material. .....

Du siehst es gibt vieles neben Kino, was man machen kann. Kino ist wie Fernsehen Berieselung. gemeinsam etwas machen ist für mich etwas anderes.

Übrigens: alle Kinofilme kann man im Moment gar nicht sehen, das ist einfach zu viel, aber ich glaube, das war auch nur als Beispiel von dir gedacht, oder?

Vielleicht sollten wir hier mal wieder in einer Ideenbörse Freizeittipps sammeln

Marion

von MarionPE - am 31.01.2005 12:13

Re: Geburtstage

Hallo Kerstin,

ich selbst bin bekennender Fan des "Outsourcing" - also ich hasse es wirklich zutiefst, hier die Bude voll zu haben, noch andauernd für Belustigung sorgen zu müssen und danach das Schlachtfeld 3 Tage lang aufzuräumen. :-) Unser Sohn hat leider im Oktober Geburtstag, da eignet sich das Wetter nur selten für draußen.

Also wir haben das zuletzt erstmalig (6. Geburtstag) so gelöst: Unweit von hier gibt es in einer größeren Stadt ein Kindermuseum, wir haben die Preise gecheckt und Felix erlaubt max. 5 Freunde/innen einzuladen. Das Hessenticket mit der Bahn war auch OK, zudem fahren "Autofahrer-Kinder" unheimlich gern Bahn, weil sie es so selten erleben. In dem Kindermuseum durfte man sogar selbst mitgebrachten Proviant verzehren, also ein paar Berliner, Waffeln und je 1 Tüte Kakao im Rucksack reichten dazu völlig aus. Mein Mann und ich haben die Bagage hin und zurück beaufsichtigt, das reichte auch und klappte wunderbar. Hat allen (auch uns Eltern!) sehr viel Spaß gemacht.

Nächstes Mal machen wir das wieder so. Vielleicht dann auch mal einen Besuch beim Stationsvorsteher im Hauptbahnhof (die DB bietet sowas auch an, mit Besuch im Stellwerk usw.) oder an den Frankfurter Flughafen... da gibt es schon eine Menge, wenn man keine Lust auf Geburtstag zu Hause hat. Und vom Preis her hält es sich im Rahmen, wäre wahrscheinlich daheim inkl. Essen und Torte, Deko und kleine Gastgeschenke (Preise für Spiele etc.) noch viel teurer geworden.

Viele Grüße

von FelixMum - am 31.01.2005 12:42

Re: Unterhaltungsprogramm

Liebe Kerstin,

Zitat

für Samstag Kino angesagt


Zitat

es war cool das sie mit fahren durften,


Zitat

hänge ich meistens noch Mc Donalds ran


Zitat

mit Hallenbad, Kegeln gehen


Zitat

heute rufen wir den Pizza Mann an, wer will was.


OK, ist doch super wenn ihr euch das alles so finanziell leisten könnt. Wir können das leider nicht. Ein Auto haben wir auch nicht, so dass wir immer "betteln" müssten, irgendwo mitzufahren. Revanchieren können wir uns da auch nicht. Wir können andere Kinder nur zum Fahrradfahren oder Wandern einladen, aber das halten sie dann leider meist nicht lange durch (Kondition). ;-)

Wir müssen das eben anders lösen. Für uns als Familie ist es preisgünstiger, in die Oper oder ins Theater nach Frankfurt (60 km entfernt) zu gehen als ins Kino im nächsten Ort - ohne Witz, denn diese Karten werden inklusive Zugfahrt im ganzen Verbundgebiet subventioniert.

McDonalds "spielen" wir manchmal Zuhause, mit Burger, Salat, Pommes und Limo. Wir waren noch niemals dort. Ins Hallenbad gehen wir 1-2x(höchstens) im Monat, mehr ist nicht drin. Dafür ist es nicht weit und hat sogar Wellenbad.

Jeder muss es so lösen, wie es auch ins Budget passt - das ist bei uns leider nicht groß. Aber für Bücher und Opernkarten oder Museum haben wir immer was übrig.

Viele Grüße

von FelixMum - am 31.01.2005 12:53

Re: Freundschaften @karen

Hallo Felix-Mum, meine Antwort bezog sich vor allem auf diesen Satz "Leute wie diese bringen einem im Leben nichts, die Kinder dieser Leute werden nachher wie sie, bringen also auch nichts."
So extreme Erlebnisse, wie Du sie schilderst, haben wir - warum auch immer - nicht. Natürlich gibt es einen Haufen Leute, mit denen der Kontakt keine Freude macht. Aber das ist - wie gesagt - keine Frage der Intelligenz sondern der Werte und des Sozialverhaltens (natürlich auch bei den anderen, und daran scheitert es ja zugegebenermaßen oft).
Manchmal passieren da auch lustige Sachen: Neulich kam ein 9 1/2 jährige Klassenkamerad meines Sohnes, der ein ziemlicher Rüpel und Provokateur ist. Meine Sohn hatte etwas andere vor, so kam es dazu, daß der Junge mit meiner Tochter (6) zu spielen begann . Die beiden haben sich 2 1/2 Stunden bestens amüsiert.
Gruß von Karen

von karen - am 31.01.2005 16:17

Re: Freundschaften @karen ;-)

Hallo Karen,

dieser Satz beinhaltet sowohl eine gewisse Ironie (die man zugegeben nicht herauslesen kann) als auch eine Form der Lebenserfahrung, die ich mir mit 38 Jahren schon mal leiste. ;-)

Es mag sein, dass es Menschen gibt, die hier anpassungsfähiger und -williger sind als ich es bin.

Ich habe leider schon zu oft erleben müssen, dass die Dummdreistigkeit z. B. im Beruf weiter kommt als Intelligenz. (was sicher auch wieder eine Frage des Sozialverhaltens ist und aber deshalb aus meiner Sicht schon etwas mit Intelligenz zu tun hat - denn der Intelligente traut sich oft nicht so dreist zu sein wie der Dumme, weil er hier feinfühliger im Umgang mit anderen ist, aber dann nur von jenen "überfahren" wird, die es nicht sind.) Das meinte ich mit diesem Satz und dass man im Leben von solcher Art Leute nichts hat. Also muss man auch langfristig nicht den Kontakt zu ihnen pflegen.

Wenn das arrogant ist, so bin ich es gern. :-)

Viele Grüße!

von FelixMum - am 31.01.2005 16:52

Re: Geburtstage

Hallo Kerstin,

gezaubert habe ich vor zwei Jahren schon. Dazu benötigte ich allerdings eine recht lange Vorbereitung. Jedes Kind bekam auch z. B. eine (selbst gebastelte) Ausstattung für einen diverse Tricks.

Bauchreden kann ich auch mit Übung nicht :-) (höchstens mit Cassettenrecorder im Rücken).

Da wir eine reine Mädchenrunde haben, wird bei uns immer etwas gebastelt. Dieses Jahr sind "Klemmentinis" dran. Ich bin schon fleißig am Ideen sammeln.

Die Schatzsuche wird auch anders gestaltet als letztes Jahr. Voriges Jahr habe ich die Botschaften über eine Buchstabenschablone verschlüsselt. Dieses Jahr müssen die Kinder Kreuzworträtsel lösen, um auf die Begriffe zu kommen.

Ich merke gerade, dass ich in den nächsten drei Wochen noch viel vor habe!

VG



von KSK - am 31.01.2005 18:41

Re: Freundschaften

Hallo!

Zitat

Muss man wirklich bei allem mitreden können?


Nein, muss man nicht. Bei uns gibt es in dieser Hinsicht keine Probleme.

Meine Tochter geht überhaupt ungern ins Kino. Sie hat jetzt noch alle Gutscheine, die sie letztes Jahr zur Kommunion geschenkt bekam. Sie wird vielleicht demnächst mit einer Freundin zusammen einen Film ansehen. Ich habe dazu nämlich keine Lust, war in meinem Leben noch keine 10 mal im Kino.

Wir holen auch keine Videos. ICH kann auch nicht mitreden, will ich auch nicht. Filme sind ein für mich uninteressantes Thema.

VG



von KSK - am 31.01.2005 19:00

Re: Freundschaften

Hallo,

für ein Einzelkind ist es manchmal (auch für die Eltern!) schöner, wenn ein(e) Freund(in) mit dabei ist.

VG



von KSK - am 31.01.2005 19:03

Re: Freundschaften

Hallo KSK!

Dem kann ich mich nur anschließen, was auch oft der Hintergrund ist, jemanden mit zu nehmen.
Kerstin

von Kerstin - am 31.01.2005 19:06

Re: Freundschaften

Nochmal, hallo KSK!

Auch wir können und wollen nicht bei allem mit reden, aber eine Aktivität zwischen durch, hat für mich nichts mit angeben oder Animationsleitung, zwecks Unterhaltung der Kinder zu tun.
Wir unternehmen auch die meisten Ausflüge (95 %) allein ,intern, aber wie gesagt, wenn Aktivitäten mit anderem Kind(er) dann richtig, und für uns ist das oke so und ich erwarte von niemanden, daß er sich verpflichtet fühlt, sich zu revanchieren.

Mein Sprößling ist im Sommer dann mal mit genommen worden ,an den Baggersee oder in die Eisdiele, auf eine Kugel Eis und da geht es nicht darum "etwas" auf zu rechnen, sondern, die Kinder zu unterstützen.

Ebend, anderes "Land andere Sitten" und so ist es auch mit dem Umfeld, und so unterschiedlich wird es auch praktiziert und so wird es auch unterschiedlich verstanden :confused: .

Kerstin

von Kerstin - am 31.01.2005 19:18

Re: Freundschaften

Hallo Kerstin,

ich glaube auch nicht, dass sich viele Eltern verpflichtet fühlen, es gleich zu tun.

Allerdings würde ich mich leicht ausgenutzt fühlen. Bei uns war es schon so, dass sich die Kinder immer bei uns getroffen haben. Gegeneinladungen kamen dann eher selten. Das ist natürlich angenehm für die (anderen) Mütter. Angerufen wurde meine Tochter immer dann, wenn die Mütter etwas vorhatten und nicht wussten, wohin mit ihrem Kind. Mit einem Mädchen hätte sie nur noch spielen können, wenn das kleinere Schwesterchen mit von der Partie gewesen wäre. Das habe ich aber abgelehnt, da sie zwei Jahre jünger ist und ich keine Lust hatte, die Aufsichtsperson auch noch für die Kleine zu spielen. Ich finde es sehr schade, dass sie nicht mehr in Kontakt sind, sie haben sich nämlich blendend verstanden und waren sich auch im Wesen ähnlich - aber wenn die Mütter die Freundinnen ihrer Töchter nach anderen Gesichtspunkten aussuchen... und meine Tochter ist ja auch nicht dumm und stellte mir entsprechende Fragen.



Mit meinem letzten Beitrag wollte ich dich nicht kritisieren sondern zeigen, dass bei uns (auch in der Schule) es (momentan) nicht wichtig ist, bei Kinofilmen, aber auch Filmen im TV "mitreden" zu können. Ist nur selten ein Thema.

Viel wichtiger ist z. Z., den "richtigen" Bücherranzen zu haben um "cool" zu sein. Täglich muss ich mir anhören, dass sie noch immer ihren "Babybücherranzen" hat, wo doch ALLE anderen schon ihren 4-you-Rucksack haben :-)

VG



von KSK - am 01.02.2005 07:14
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