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Forum Hochbegabung bei Kindern
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 13 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 13 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Annika_32, Amandus, Rob_, Eva, MarionPE, jpr

Wann und wie schnell ist ein Klassenwechsel möglich?

Startbeitrag von Annika_32 am 11.05.2005 07:53

Hallo,

ich habe hier schon desöfteren gepostet bezüglich der Schwierigkeiten meines Sohnes mit seiner Klassenlehrerin. Da die Situation nach wie vor schwierig ist und die Vorkommnisse sich häufen, habe ich nun (vorerst mündlich) einen Antrag auf Klassenwechsel gestellt. Die Gespräche stehen noch aus. Die Rektorin sagte mir jedoch, dass ein Klassenwechsel nur auf Konferenzbeschluss und dann zu Schuljahreswechsel möglich sei. Ich sagte ihr, dass mein Sohn morgens teilweise mit Kopfschmerzen zur Schule geht (ich glaube er hat sie wirklich!) und zu verschiedenen Tageszeiten über Bauchschmerzen klagt (ich habe ihn deshalb sogar schon aus der Schule abgeholt). Nun habe ich erstmal einen Termin bekommen. Mittlerweile ist es so schlimm, dass ein Mädchen (2 Jahre älter als er) Dinge erfindet, die er nachweislich nicht getan hat und er deshalb von der Lehrerin Ärger bekommt. Am schlimmsten finde ich, dass die Lehrerin nach wie vor so auf Petzen bzw. Lügen einsteigt.

Nun wollte ich mal von euch hören, ob ihr Erfahrungen mit einem Klassenwechsel aufgrund solcher Situation habt? Wie schnell ist sowas zu regeln? Welche Möglichkeiten gibt es einen Klassenwechsel durchzusetzen?

Freue mich wieder auf eure Antworten!
Liebe Grüße
Annika

Antworten:

Hallo Annika!

wenn dein Sohn so leidet, dann behalte ihn daheim. Ich weiß, das ist eigentlich keine Lösung, aber wenn es für dich möglich ist, dann bleibt er eben im Bett, wenn er Kopf- oder Bauchschmerzen hat. (Schonkost, Ruhe.... schön muss der Tag nicht sein) Gerade wenn für dich der Klassenwechsel beschlossene Sache ist, dann ist es am einfachsten.

Unsere Wiebke war gerade für vier Tage mit Verdacht auf Blinddarmentzündung im Krankenhaus. Es ging ihr besser, als sie erfuhr, dass sie noch ein paar Tage nicht zur Schule muss. Im Moment schicke ich auch jeden Morgen ein leidendes Kind los. Sie wird eine Klasse heruntergehen, da sie mit den Klassenkameraden nicht klar kommt, aber die Schule nicht wechseln will. Eine Parallelklasse geht aus organisatorischen Gründen (Sprachen) nicht. Wie schlimm es in der schule psychisch um sie steht haben wir vor zwei Wochen erfahren (Der Termin, bis zu dem man sein Kind freiwillig herun ternehmen kann ist bei uns seit dem 1.4. verstrichen). Ob sie jetzt herunter kann oder warten muss entscheidet sich in den nächsten Tagen, aber der Schulleiter will noch befördert werden, da weiß ich nicht, wie flexibel er ist.

Übrigens: Wenn ein Kind in der Klasse "Silberne Löffel klaut", dann geht ein Klassenwechsel binnen einer guten Woche, das ist die Ladungsfrist zur Klassenkonferenz. Nach Konferenzbeschluss kann das Kind umgehend in die andere Klasse. Übrigens: Vielleicht könnte er ja schon mal "probehalber" in die andere Klasse gehen, um zu sehen, ob es in der Klasse besser klappt. Stell einen schriftlichen Antrag zum Klassenwechsel per sofort (ohne schriftlichen Antrag geht in deutschland nichts) und dann musst du abwarten. Dreh den Schuh um. Wird dein Sohn nicht von anderen Kindern (besagtes Mädchen) gemobbt? Mobbing ist heute ein passendes Schlagwort für vieles.

Ich wünsche euch, dass ihr bald aus der Situation herauskommt

Marion

von MarionPE - am 11.05.2005 08:08
Was meinst du mit Klassenwechsel?
In eine Parallelklasse oder auf eine andere Schule, eine Klasse tiefer oder eine Klasse höher?
Mein Kind hatte ähnliche Schwierigkeiten mit der Klassenlehrerin und mobbenden Mitschülern wie ihr. Die psychosomatischen Beschwerden wurden immer massiver, wir wurden 2 Jahre lang hingehalten bis es einfach nicht mehr weiterging. Nach Vorlage eines eindeutigen Hb-Tests konnte mein Kind ganz plötzlich innerhalb einer Woche in die nächsthöhere Klasse wechseln. Es gab keine Klassenkonferenz. Wir haben lediglich einen formlosen Antrag auf Vorversetzung gestellt, dies musste die Schule der Schulbehörde vorlegen. Die ganze Hinhaltetaktik vorher war sozusagen gelogen, es kann ganz unbürokratisch und schnell gehen-wenn die Schule will!

von Eva - am 11.05.2005 08:14
Hallo Marion und Eva,

vielen lieben Dank für eure raschen Antworten! An zu Hause behalten habe ich auch schon gedacht, aber da mein Sohn dann voll darauf einsteigt, wollte ich gucken ob es auch ohne geht. Natürlich hat er keine Lust mehr in die Schule und von daher bin ich mir nicht sicher, ob er wirklich morgens nach dem Aufstehen schon Kopfschmerzen haben kann. Bisher habe ich mich gescheut, das Wort Mobbing für diese Zustände zu gebrauchen, aber ich glaube das trifft es doch sehr passend.

Nochmal zu unserer Vorgeschichte: Mein Sohn, mit 6,5 Jahren eingeschult, wurde vor gut einem Jahr auf meinen Antrag und Drängen (Schule war dagegen) damals in die 2 hochgestuft. Notenmäßig hat er keinerlei Probleme, er schreibt 2en und manchmal auch eine 1. Stoffmäßig ist es nach wie vor keine Herausforderung, aber damit habe wir uns abgefunden. Mit Kontakten tut er sich schwer, läuft in den Pausen alleine herum, aber er hat auch keinen "Ärger". Vorgestern soll er dem petzenden Mädchen (großwüchsig, über 1,60 m groß) auf den Kopf gespuckt haben. Als er mal wieder Ärger bekam fragte er nur wie er das denn geschafft haben soll, bekam aber keine Antwort. Aber das ist noch peanuts gegen andere Vorkommnisse.
Ich denke auch, dass es schnell gehen könnte. Habe ich doch auch zu Verstehen gegeben, dass der Wunsch nicht aus einer Laune heraus entstanden ist und auf Vorkommnisse der letzten Monate beruht!
Eva, wir wollen einen Klassenwechsel in eine Paralellklasse anstreben. Ansonsten bleibt nur der Schulwechsel und der ist mit Fahrerei verbunden!
Mit so einer Bitte wird man in der Schule behandelt, als verlange man sonst was. Schwer vorzustellen, aber ich denke so etwas kommt öfters vor als man denkt.

DANKE!
Liebe Grüße
Annika

von Annika_32 - am 11.05.2005 08:33
Hallo,

versuch es mal mit kontingentiertem Blaumachen, z.B. pro 14 Tage einen, den er ansparen oder gleich verbrauchen kann. Unterm Strich ist er dann wahrscheinlich mehr Tage in der Schule als so. Auch eingebildete Kopfschmerzen tuen weh.

Gruss jpr

von jpr - am 11.05.2005 09:09
Hallo Annika,

ich hatte in der Grundschule ständig Bauchschmerzen, was mir außer meinen Eltern niemand geglaubt hat. Die waren aber wirklich da, ich kann mich jetzt über 30 Jahre danach immer noch genau an dieses beklemmende Gefühl erinnern. Und die Ursachen waren ziemlich offensichtliches Mobbing und Unterforderung. Aber nachweisen lassen sich solche Kopf- oder Bauchschmerzen ja leider nicht. Möchte ich mir lieber nicht ausmalen was gewesen wären wenn meine Eltern da nicht zu mir gestanden hätten, es war so schon kaum zu ertragen.

Wenn Ihr Eurem Sohn nicht glaubt, wer dann? Was ist schlimmer, wenn die Kopfschmerzen nur eingebildet sind und ihr ihm das trotzdem glaubt oder wenn sie echt sind und ihr ihm auch nicht glaubt?

Wenn man bei Mobbing im Arbeitsleben krankgeschrieben werden kann, warum soll das bei Grundschulkindern, die der Situation noch hilfloser gegenüberstehen, nicht möglich sein? Er wird doch wohl nicht viel verpassen, Ihr könnt ja mit ihm vereinbaren, daß er sich in der Zeit den weiteren Stoff selbst erarbeitet. Dann sollte genug Zeit sein, eine Lösung zu finden.

viele Grüße

Rob

von Rob_ - am 11.05.2005 11:40
Hallo Annika,

ich weiss nicht genau ob Dir das weiterhelfen kann, aber man kann beim Kinderarzt eine sog. Streßmessung durchführen lassen, mit der Du dann evt. bei der Schule oder evt. über den Schulpsychologischen Dienst was erreichen kannst.

Lieben Gruß
Amandus

von Amandus - am 11.05.2005 12:05
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