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Forum Hochbegabung bei Kindern
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Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
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Anne, MarionPE, Takahe, Grit/USA, Leona, Swantje, Heike2, Sulamith, kokolores65, Elora*Dana, Cornelia33, sternchen

Absolutes Chaos

Startbeitrag von Anne am 05.12.2005 11:44

Hallo,

meine Tochter ist jetzt in der 3. Klasse. Sie hat soweit eigentlich keine Probleme, da sie ohne zu lernen eigwentlich nur 1 und 2 schreibt, nur nehmen immer mehr auch in Arbeiten die Flüchtigkeitsfehler zu, die dann auch mal zu einer 3 führen.
Die Extraaufgaben lehnt sie mit der Begründung ab, dass dann andere Mädchen aus der Klasse dann neidisch auf sie würden und sie dann "die Hölle auf Erden" (Zitat) hätte

Leider vergisst sie zunehmend immer mehr ihre Hefte, bei den Hausaufgaben sind die entsprechenden Bücher immer mehr in der Schule als zu Hause. Sie ist sehr chaotisch (Mäppchen und Hefte sind alle bekritzelt, etc.) Ein bisschen mehr Struktur in den Ranzen haben wir durch Sammelordner groß und klein bekommen, was nicht gegen die Unmassen von bemalten Papierne (manchmal so 50 Stück) hilft.
Da es jetzt auch schlechte Noten auf vergessen Sachen gibt, beginne ich mir Sorgen zu machen. Ich kann manchmal nicht beurteilen, ob sie nicht ordentlich sein kann oder nicht will. Ihr Zimmer ist allerdings ebenso chaotisch.

Ich schaffe es aber nur durch absolute Strukturierungen (z.B. Zettel an Regalen, etc) sie zur Ordnung anzuhalten. Sie ist eben oft in ihrer eigenen Welt.

Gegen die Unterforderung versuchen wir momentan mit Hilfe der Schulpsychologin vorzugehen, aber da sie ja eine Extraförderung selber ablehnt, ist das etwas schwer bis unmöglich.

Gibt es vielleicht Tips, mit denen man Kinder durch den Schulalltag "in Ordnung" bringen kann?

Antworten:

Hallo Anne,

die Probleme haben wir mit unserer Tochter (9, 4. Kl) zur Genüge.
Aus 1ern wurden Ende der 3. Klasse langsam 3er und 4er, weil dann irgendwann doch der Stoff fehlt.
Es verging nun Anfang der 4 kein einziger Tag, an dem sie nicht mindestens ein Buch in der Schule vergaß, also die HA nur unter Zuhilfenahme von Freunden erledigen konnte.

Dann kam der Infoabend zur weiterführenden Schule und ich sagte ihr am nächsten Morgen, dass es außer den Noten in nicht unerheblichem Ausmaß auf die Arbeitshaltung und das korrekte Erledigen der schulischen Pflichten ankommt, um eine Gymnasialempfehlung zu erhalten.

Sie hat mich dann allen Ernstes gefragt, ob es denn was nütze, wenn sie bis zur Empfehlung alles ordentlich mache und nichts mehr vergesse, danach aber "wie immer" weitermache. Oder könne ihr die KL dann die Empfehlung wieder wegnehmen????

Wir haben schon alles ausprobiert, postive Verstärkung, Lob, Extrapunkte, Bestrafungen, Strafarbeiten von der KL ohne Ende. Selbst die hat mittlerweile resigniert.

Bist du denn selbst ein sehr strukturierter Mensch? Mein Mann schon, er ist ein Ordnungsfanatiker, ich absolut der Chaot. Schon klar, nach wem meine Tochter schlägt.....

Wenn du also ein Heilmittel findest, für das Rezept wäre ich dir dankbar.... :-)

Gruß, Heike

von Heike2 - am 05.12.2005 12:02
Hallo!

Schickt das Rezept bitte auch an uns weiter!!!!

Marion

von MarionPE - am 05.12.2005 13:51
Ich weiß genau, was ich machen müsste. Container bestellen und 50% des Hausrats, der Bücher, der Klamotten, der Spielsachen und Medien einfach hinein. Von allem nur noch das übrig lassen, was wir unbedingt brauchen.
Aber ich kann es nicht. :-(

T.

von Takahe - am 05.12.2005 14:56
Takahe schrieb:

Zitat

Von allem nur noch das
übrig lassen, was wir unbedingt brauchen.
Aber ich kann es nicht. :-(


Tja, das ist es ja. Was wir nicht vorleben, machen die Kids von selbst wohl kaum. Und die müssen ihre ganze Welt in der Regel in ein Zimmer quetschen. Wofür wir Keller, Speicher, Garage und was weiß ich noch haben.....

*darf nur meine Kinder nicht merken lassen, dass ich sie insgeheim bedaure :-) *ironie off

Heike

von Heike2 - am 05.12.2005 17:47
Hallo Anne,

auch ich habe kein Rezept. Unordnung beherrscht auch das Leben meines Sohnes.
Aber er mußte alle Schulsachen immer in seinem Ranzen haben. Wenn er dann dochmal seine Unterlagen vergessen hat, dann gabe es von mir Hausaufgaben auf.Das war in der dritten Klasse. Jetzt in der vierten Klasse (neue Schule, neues Bundesland) hat er sowenig Hausaufgaben auf, das er dumm dasteht wenn er seine Sachen vergisst. Denn die Aufgabe die er von mir bekam ,waren immer erheblich mehr und ich stand immer hinter ihm und guckte ihm zu.
Wie gesagt, im Moment läuft es sehr gut. Allerdings nur das mit den Unterlagen, der Rest ist weiterhin chaotisch - aber man kann ja nicht alles haben.

MFG
Cornelia

von Cornelia33 - am 05.12.2005 18:45
Hallo,
meine Tochter hatte während der gesamten Grundschulzeit ihre Sachen, so weit es ging, in der Schule. Das führte dazu, dass sie unheimlich viele Extra-Kilometer drauf hatte, weil sie jeden zweiten Tag nochmal zur Schule zurück gehen musste. Während dieser Zeit hatte ich nicht den Eindruck, dass sich irgendetwas besserte. Dann kam sie auf die Folgeschule - und alles klappte sehr gut. Sie hat nahezu immer ihre Sachen komplett da, wo sie sie braucht.
Ihr Zimmer gleicht allerdings meistens mehr dem Inneren in ihrem Kopf..... nicht unbedingt chaotisch, aber vielseitig interessiert und engagiert...

Viele Grüße,
Elora

von Elora*Dana - am 06.12.2005 05:54
Hallo, .

Das Gute: Man ist nicht allein!
Das Schlechte: Ich glaube, der Klassenlehrerin kann ich das nicht verkaufen...Also weiterhin die monotonen Gespräche...

Ich dachte, vielleicht hätte jemand praktische Tips, die ich noch nicht ausprobiert habe (obwohl die Zahl der missglückten Versuche sich langsam ausweitet ), aber vielleicht muss man mit gewissen Sachen doch leben.

Bei uns in der Familie bin ich die Ordentlichste, mein Mann steht meiner Tochter nur wenig nach (Zitat meiner Tochter: "Wenn ich mein Zimmer jetzt aufräumen muss, ist der Papa aber schon lange mit seinem dran"). Vielleicht hat es wirklich mit Vorbild zu tun. Man sucht sich eben gerne den bequemeren Weg aus.

Vielen Dank trotzdem an alle!

von Anne - am 07.12.2005 11:28
Hallo Anne!

Gestern war ich in unsrem "zuständigen" Gymnasium. Meine Mädchen gehen zu einem anderen (durften sie damals noch) und da wir nicht wissen, ob unser Sohn eine ausnahmegenehmigung bekommen wird, wollten wir es gestern beim Adventsmarkt erleben. es war auch ganz nett, die Schule ist nicht wirklich schrecklich.

Wir sahen natürlich auch verschiedene Klassenräume von innen. Glaub blos nicht, dass dort überall Ordnung herrschte. Offiziell hatte jedes Kind einen zeitschriftensammler auf der Fensterbank stehen (das wird in dem Ort auch schon in der Grundschule so gemacht). Manche kamen aber bei weitem mit dem Platz nicht aus. Wie gesagt, es war ein Gymnasium.

Im Bekanntenkreis spreche ich oft mit Eltern von sehr begabtzen Kindern. was meinst du, wieviele von denen die Ranzen der Kinder sortieren müssen? Eine Mutter durfte in den Herbstferien Zettel bügeln. Erst gestern erzählte mir eine Mutter (Grundschullehrerin, Sohn 7, 3.Klasse) ihr Mann müsse abends noch die Sachen, die sie mittags unter dem Tisch ihres Sohnes hervorgefischt hätte, mit dem Sohn sortieren, sie hätte keine Lust dazu.

Vielleicht hat die Lehrerin selber ein Chaoskind und möchte, dass ihre Schüler es besser haben.

Versucht einfach, mit dem Chaos klar zu kommen, denn:

NUR DAS GENIE BEHERRSCHT DAS CHAOS

Marion

von MarionPE - am 07.12.2005 12:15
Hallo Marion,

Zettel bügeln? wozu soll das gut sein? Und warum macht es die Mama, wenn sie die Zettel garnicht verknittert hat? Ich denke mir schon immer, ich würde mein Kind überbehüten, weil ich ihm abends die Butterbrotdose rausnehme. (Ich will einfach nicht nach drei Wochen ein Biotop in der Tupperbox haben). Wenn ich es besonders gut meine (und nichts besseres vorhab) spitze ich mal alle Buntstifte an. Ansonsten muss unser Kind seine Schulsachen selbst in Ordnung halten. Das gelingt auch recht gut, nur mit dem Kinderzimmer klappt es überhaupt nicht.

@Anne: Mich würden nochmal die "bemalten Papiere" deiner Tochter interessieren. Bekritzelt sie die im Unterricht? Sind das wirklich kleine Kunstwerke oder eben nur Kritzeleien? Wenn sie nicht aufhebenswert sind, dann sag deiner Tochter, sie soll sie direkt in der Schule wegwerfen. Wenn sie hübsch sind, dann kauf deiner Tochter vielleicht einen kleinen Skizzenblock oder eine Kladde zum Kritzeln. Dann ist alles zusammengebunden und es ist nicht mehr so unübersichtlich. Vielleicht hat sie auch Lust, kleine Comics zu zeichnen o.ä. und dazu Geschichten zu erfinden und aufzuschreiben. Damit macht sie sich quasi ihre eigene "Extraaufgabe".

Alles Gute

Takahe

von Takahe - am 07.12.2005 14:38
Jaja, das kennen wir auch. Meine Tochter hatte bis vor einigen Wochen keinen Tag ohne irgendwas zu vergessen. Alles war immer angemalt, vollgekritzelt, eben chaotisch, wie du selber beschreibst. Irgendwann kam der Punkt, an dem auch meinen Tochter permanent sich selber bemalte, sie sah staendig "schmutzig" aus. Alle Foerderung der Schule war "Mehrarbeit" anstatt Qualitaet. "Du must an deiner Schrift arbeiten"... bla bla bla.
Jetzt, wir hatten Glueck und bekamen einen Platz in einer anderen Schule, die eben ohne Lehrbuecker, viel Computer based, arbeitet. Auf Schlag sieht mein Kind wieder sauber aus, achtet auf Kleidung, Schulzeug, und ihre SCHRIFT, ohne dass wir irgendwas dazu sagen muessen.
Der Trick ist wirklich die Schule, ich konnte ihr von daheim aus nicht helfen. Alle Ordungssysteme waren nicht die dringend noetige Abhilfe, weil das Problem eben ein ganz anderese ist. Die Ordnung/ Sauberkeit waren Hilferufe.
Uebrigens, meine Tochter wird gerade auf Leseleistung getested und hat gerade den Test fuers naechste Schuljahr mit 100% bestanden. Der Lehrer besorgt ihr fuer heute (hat er IHR versprochen) das 6. Schuljahr damit wir erst mal wissen, wo unsere Tochter eigentlich steht. Mein Kind ist so stolz wie nie und scheint so langsam EHRGEIZ zu entdecken.
Liebe Gruesse
Grit/USA

von Grit/USA - am 07.12.2005 16:41
"die Ordnung/Sauberkeit waren Hilferufe"

Auch ich kann in der Schrift meines Sohnes seine momantane psychische Verfassung ablesen: Wenn er sehr frustriert ist, sei es wegen Unterforderung oder weil seine Lehrerin ihn nicht "versteht" usw. dann kann man so gut wie nichts lesen (er schreibt dann krakelig, kreuz und quer, groß und klein, überall nur nicht auf den Zeilen). Läuft er selber einigermaßen "rund", ist es auch seine Schrift. Wegen seines Chaos in Kopf (er ist auch sehr unkonzentriert und vergesslich, was seine Schulsachen anbelangt) und Zimmer, macht er bei einer Ergotherapeutin gerade ein 10-wöchiges Konzentrationstraining, das auch bei ADS-lern angewandt wird.

Liebe Grüße und "ruhig Blut"!!!!

von sternchen - am 07.12.2005 21:10

Re: Absolutes Chaos (länger)

Hallo Anne,

auch ich kenne deine Erlebnisse zur Genüge! Meine größere Tochter war während der Grundschulzeit immer von den Fingerspitzen bis zum Oberarm bemalt und auch in Heften und Büchern fanden sich kleine Wesen die sich an Buchstaben und Seiten auf und ab hangelten. Wirklich nicht schlecht, aber leider am falschen Ort. Ihr Zimmer glich einem Lager für Steine, Hölzer und Dingen die sie irgendwo fand oder die die liebe Familie nicht wegwerfen wollte und so einfach weiter verschenkte.
Einerseits versuchte ich meiner Tochter klar zu machen dass es so nicht geht und half ihr immer wieder Ordnung in ihr Zimmer zu bringen. Ich setzte mich mit ihr in ihr Zimmer und wir fanden gemeinsam Orte wo einzelne Dinge gesammelt werden konnten, außerdem führten wir "Krusch-Kisten" ein (IKEA Container) auf Rollen in denen Kleinkram gesammelt werden konnte. Meine Tochter liebte diese Zeit !! Die zweite Variante war dann ich nannte ihr einen Zeitpunkt bis wann das Zimmer aufgeräumt sein mußte (zum Staubsaugen), war es nicht aufgeräumt tat ich es und konnte dann aber auch entscheiden was weg durfte und was nicht. Meine Tochter fand dies ebenfalls toll, da sie einerseits ein ordentliches Zimmer hatte und andererseits nicht entscheiden musste was sie wirklich behalten wollte.
Die neuste Variante ist, sie bekommt den Zeitpunkt gesagt wann aufgeräumt sein muß, ist es nicht im vereinbarten Rahmen geschehen nehme ich alles was herumliegt und lege so wie ich es finde auf Bett oder auf den Schreibtisch. Allerdings maule ich auch nicht weder vorher noch nachher. Ich lasse alles unkommentiert. Aufforderungen zum Aufräumen erfolgen nur einmal, allerdings gibt es einen Vermerk auf dem Familienkalender. Seit dem ist unser Zusammenleben erheblich entspannter. Meine Tochter knurrt zwar, aber interessanterweise ist das Zimmer dann weitgehend ordentlich. Wichtig dabei ist, man muß sich an Vereinbarungen halten und muss sie emotionslos durchziehen. Je unbequemer es für meine Töchter wird desto eher sind sie dann in der Lage sich selber zu organisieren. Dies klappt auch bei den Hausaufgaben. Meine jüngere Tochter neigt zum Schusseln, Hefte nicht im Ordner Hausaufgaben vergessenFrühstück nicht eingepackt. In der dritten Klasse sollte das aber ganz allmählich klappen. Als wir wegen ständig zerknitterter Hefte einen Heftordner einführten teilte ich ihr mit, dass Hefte die nicht in diesem Ordern sind auch nicht in der Schule sein werden. Prompt stand sie an den ersten beiden Tagen ohne Hausaufgaben in der Schule. Seit dem ist der Heftordner akzeptiert und die Hefte sehen erheblich besser aus.
Ich habe festgestellt dass nörgeln, drohen, schimpfen bei diesen Kindern nichts bringt sie ertauben, ganz besonders dann wenn sie in die Pubertät kommen. Nachsicht und Mitleid sind nicht gefragt, die Kinder wollen ernstgenommen und als selbstständig handelnd akzeptiert werden, das will ich für meine Person aber bitte auch. Und so wandert Wäsche die im Zimmer herumliegt nicht in die Waschmaschine und Frühstücksdosen die nach der Schule nicht ausgepackt werden müssen am nächsten Morgen selber gereinigt werden. Das Leben ist zwar unbequemer aber auch selbstbestimmter. Lernen durch Konsequenz ist meine Devise. (Womit ich mich eindeutig in den Augen vieler Mütter als Rabenmutter oute!)
Vielleicht hilft dir das ein wenig weiter
Grüsse Gabi

von Leona - am 13.12.2005 10:42
Hallo,

die Malereien sind schon richtig gute Skizzen. Die Lehrerin wollte ihr die Malerei im Unterricht erst verbieten, musste dann abewr feststellen, dass die Kleine trot der Zeichneriei dem Unterricht folgt. Ihr Problem war nur die Masse der Zettel, die meine Tochter dann im Falle eines Raumwechsels nicht mehr eingepackt bekam und so die ganze Klasse aufhielt. Wir haben uns jetzt auf eine Skizzierheft geeinigt, in dem sie so lange malen darf, bis die anderen Kinder ihr Recht einklagen, dass auch zu dürfen. Unsere KL meinte, dass malen und zuhören könnten die anderen Kinder halt noch nicht und sie käme dann echt in Schwierigkeiten. Ich hoffe jetzt mal das Beste, da meine Kleine sonst sicherlich wieder anfängt, alles im Unterricht anzukauen...
Geschichten zu den Bildern sind übrigens inklusive. Nur zum Aufschreiben bringe ich meine Tochter leider noch nicht...
Gruesse,
Anne

von Anne - am 14.12.2005 11:23

Re: Absolutes Chaos (länger)

Hey,

kommt mir alles sehr bekannt vor...
Meine Variante beim Zimmer aufräumen: Ich gebe ihr z.B. eine Stunde, alles was danach noch auf dem Boden gerumliegt, wird von mir in einen Wäschekorb verfrachtet und auf unbestimmte Zeit auf den Dachboden verfrachtet. Das klappt! Die hamsterartige Lagerung von Steinen und Stöcken ist allerdings immer noch nicht ganz im Griff.
Die Heftordner hat sie sehr gut angenommen, die Hefte sehen um Welten besser aus! Auch auf die Bücher achtet sie besser. Aber entwegen ist alles eingepackt (das Bleiplatten-im-Ranzen-Syndrom) oder das wichtige fehlt.
Die Körperbemalung hat aufgehört, seitdem sie im Unterricht malen darf, kauen tut sie jetzt auch nicht mehr (die Stifte leben alle noch).
Vielleicht muss man tatsächlich mit diesem Chaos ein bisschen leben lernen. Es fällt mir manchmal nur schwer, sie deswegen überall verteifdigen zu müssen, wo es mich selbst auch total nervt!
Liebe Grüße,
Anne

von Anne - am 14.12.2005 11:30
Hallo Anne,

dieses System hatten wir in der Kiga Zeit. Kommentar meiner Tochter: "Toll, endlich wieder Platz und man kann mit ganz neuen Sachen (Steine, Papprollen, Blätter ect.) neues machen, Wenn es Zeit wird räumt Mama den Rest wieder auf und die anderen Sachen kommen vom Dachboden wieder runter."

Das mit dem Verteidigen kann ich verstehen. Wenn ich in pädagigisch wertvolle leere Kinderzimmer schaue fühle ich auch immer Neid - was für eine Ordnung!. Andererseits weiß ich dass unsere Kinder so nicht spielen können. Bei uns werden Kassetten zu Zäunen aus Tischen werden Drachenhölen Pappe wird so lange bearbeitet bis es zum perfekten Pferdestall mit mehreren Boxen plus Weideauslauf ect. wird. Alles was da ist bekommt neue Funktionen. So was nennt man Kreativität! Also schaue ich mir das Treiben an, weiß um seinen Wert und wenn die liebe Familie kommt versuchen wir, um Diskussionen aus dem Weg zu räumen, ein pädagogisch sortiertes Kinderzimmer vorzuführen. Da hab` ich allerdings auch die absolute Unterstützung meiner Töchter, die mögen solche Diskussionen nämlich auch nicht.
Es lebe die Kreativität!

Gruß
Gabi

von Leona - am 15.12.2005 09:08

Re: Absolutes Chaos/ @ Anne

Hallo Anne,

hast du es mal mit Tonband probiert? Man/ Kind muss ja nicht immer alles schreiben, erzaehlen geht doch auch.
Dann kannst du immer noch dich selber hinsetzen und es abschreiben, oder eben "read along" drauss machen.
Nur als Idee.
LG
Grit/ USA

von Grit/USA - am 16.12.2005 02:52

Re:Skizzenbuch

Hallo Anne,

toll, dass die Lehrerin so flexibel ist. Ich kann auch besser zuhören, wenn ich dabei kritzeln kann. Wirklich. Es fördert vermutlich die Zusammenarbeit der Gehirnhälften. Hoffentlich findet deine Tochter immer so verständnisvolle Lehrkräfte.

Wenn ihr mal Pech habt, gib ihr doch zum Kauen ein Stück Süßholz ins Etui. Das schont die Buntstifte und ist sicher auch gesünder als Buntstiftlack.Zur Tarnung kann man ja ein Ende so zuschnitzen, als sei es ein besonders exclusiver Bleistift.

Lieben Gruß

Takahe

von Takahe - am 16.12.2005 21:07

Re: Absolutes Chaos (länger)

Hallo,

was sind denn bitte genau Heftordner?

Es kommt mir so vor, als bräuchte mein Sohn die auch....

Ringbücher für Hefte - dürfen Eure Kinder gelochte Hefte mit in die Schule nehmen?

von kokolores65 - am 27.12.2005 15:04

Re: Absolutes Chaos (länger)

Hallo!

Heftordner; auch Heftmappen genannt, gab es schon zu meiner Zeit. Das sind Papp- (manchmal auch Plastik-) schachteln, in die die Hefte kommen. Gibt es in Schreibwarenläden, Kaufhäusern und manchmal auch im Supermarkt um die Ecke.

Vorteil: Es passen auch die Arbeitshefte zu den Büchern hinein.

Nachteil: Meist passt nicht alles hinein. Viele Lehrer finden sie ätzend, weil noch eine Mappe herausgenommen und geöffnet werden muss. Das kostet ZEIT!

Meine Kinder haben sie auch. Leider ist Mittags meist nicht mehr alles darin. Und der wichtige Zettel kurz vor Unterrichtsschluss kommt sowieso nie dort hinein, weil man zum Bus muss.

Marion

von MarionPE - am 28.12.2005 18:12

Chaos

Auch uns geht es so mit unserem 12jährigen.
Kein Ordnungssystem, ob von uns oder von ihm selbst bestimmt, haben eine längere Ordnungsphase als einen halben Tag in sein Zimmer gebracht.
Die verschiedensten Dinge werden angefangen, parallel gemacht, fertig oder meist unfertig liegen gelassen. Dazwischen liegen die Klamotten rum, benutztes Geschirr und Verpackungsmüll. Früher wurden dann noch Schnüre dazwischen gespannt, damit alles noch spannender ist.

Eine Weile haben wir auch so mit seinem Zimmer verfahren, dass alles was zu einem vorher ausgemachten Tag nicht weggeräumt war in eine Kiste kam. Genutzt hat es nichts.

Mit den Schulsachen ist es genauso wie ihr es beschrieben habt.
In seiner Schule ist auch eingeführt worden, wenn man dreimal was in einem Fach vergisst, dann gibt es einen Eintrag. Bei fehlenden Hausaufgaben eine 6 bzw. nachsitzen.
Oft schreibt er sich die HA nicht auf, da sie am Ende der Stunde gegeben werde, wo mein Sohn schon längst abgeschaltet hat und sie sich nicht einträgt.
Also kommt er immer wieder mal ohne HA in die Schule. Manchmal macht er sie auch, lässt sie aber dann zu Hause liegen.
Natürlich kratzt es ihn, wenn er eine 6 bekommt oder Nachsitzen muss, aber dennoch schafft er es nicht. Außerdem bekomme ich schon Panik, wenn ihn solche 6en seine Fachnote verderben.

Die benötigten Bücher für die HA oder zum Lernen für Arbeiten bleiben leider auch oft in der Schule vergessen.
Früher waren die Schlüssel weg, die Uhren nicht mehr auffindbar, das Sportzeug wie vom Erdboden verschluckt, Zirkel verschwinden etc. und immer ist er völlig ratlos, wo denn alles hin sei.

Lose Zettel quellen aus seinem Ranzen, Arbeitsblätter fehlen. Einen Block zum Bemalen habe ich ihm auch mitgegeben, aber die AB scheinen interessanter zum Bekritzeln zu sein. Einen flachen Locher, den man mit in den Ordner abheften kann, sollte der Ausrede vorbeugen, dass er die ungelochten AB nicht abheften kann, aber bei ihm dient es nur als Dekor.

Ihm tut dann immer alles leid, was ich ja meist auch glaube, aber es hilft ja nichts.

Also auch ich habe noch kein Patentrezept gefunden und versuche mich weiterhin souverän durch das Chaos zu wühlen.

beste Grüße von Sulamith

von Sulamith - am 05.01.2006 20:08

Re: Chaos

Hallo,
weiß jemand woran das mit dem Chaos bei HB liegt? Ich habe geglaubt das liegt bei meinem Sohn daran das er im Handlungsteil (HAWIK) im Förderbereich liegt.
Bzw. er mit 8J. im 4ten Schuljahr permanent im Bereich Organisation an Überforderung leidet.
Gruss Swantje

von Swantje - am 24.01.2006 14:57

Re: Chaos

Hallo Swantje!

Schon mal was vom zerstreuten Professor gehört?

Oder den Spruch "Das Genie beherrscht das Chaos"?

Hochbegabung und ADS haben viele gleiche Symptome, rat mal welch.

Wahrscheinlich denken die gerade an alles andere.

Versuch, es ihm einfach zu machen.
Statt Etui mit Gummis für jeden Stift ein Schlamper, dass man weitöffnen kann (nicht nur der kleine Reißverschluss oben)
Für Zettel eine Gummizugmappe (in Mappen geordnet wird mittags).
Im Zimmer unserer Mittleren haben wir phasenweise ein Raim-mich-auf gehabet (in Anlehnung an das einner.mich bei Harry Potter). das war ein Korb, in den ich alles warf, was sie aufräumen sollte-

Ansonsten gibt es Schlimmeres.
Marion

von MarionPE - am 24.01.2006 15:27

Re: Chaos

Gute Idee mit dem Schlamper!
Zimmer aufräumen wird bei uns immer in Phasen aufgeteilt. Erst alle Klötze weg... dann alle Stifte ect. klapt ganz gut. Mich hat die Lehrerinn schon angesprochen wegen ADS aber ich glaub bei meinem Sohn nicht daran. Nur weil er langsam und unorganisiert ist?
Gruss Swantje

von Swantje - am 25.01.2006 17:04
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