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Forum Hochbegabung bei Kindern
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34
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Sandra, MarionPE, FelixMum, a., Takahe, Stela, kokolores65, Kerba, Sabine, Etu, Römerin

Begabt??

Startbeitrag von Sandra am 20.01.2006 08:49

Hallo miteinander,

ich weiß eigentlich nicht genau ob mein Sohn (5) wirklich begabt ist.
Jedenfalls hat sich dies noch nicht bei seinen Erzieherinnen im Kindergaren geäußert. Zuhause stelle ich jedoch fest, wie schnell er Zusammenhänge begreift und vor allem Autoritäten in Frage stellt. Auch kann er viele Dinge erst als gegeben akzeptieren, wenn er sich selbst davon überzeugt hat.

Richtig Auffällig ist nun aber sein Verhalten!! Seit ca. zwei Wochen fällt er in Einwortsätze zurück (beherrschte vorher schon ein umfangreiches Vokabular), spricht in einer sehr hohen Tonlage und benimmt sich auch sonst wie ein Kleinkind...

Hat jemand damit Erfahrung?? Kann so eine Verhaltensauffälligkeit etwas mit Unterforderung zu tun haben??

Würde mich sehr über Antworten freuen:
Sandra

Antworten:

Hallo Sandra!

Es kann sein, dass dieser "Rückfall in die Babyzeit" nur ein altersgerechtes Rollenspiel ist. Vielleicht braucht er auch nur mal ein wenig Kuschelzeit. Es kann aber auch sein, dass dein Kind dir etwas damit sagen will.
Um das zu beurteilen, musst du dir ein paar Fragen stellen:

Geht er gerne in den Kindergarten?
Ist in der letzten Zeit etwas vorgefallen (im Kindergarten oder daheim), was ihn so aus dem Lot gebracht hat, dass er wieder klein sein möchte?
Wie kommt er auf die Rolle "Kleinkind"? Hat er kleine Geschwister (oder ist er bei euch "der Kleine"?), hat ein Freund ein kleines Geschwisterchen?...
Zieht er es konsequent durch oder ist es nur von Zeit zu Zeit? Seit wann?

Im vorletzten Jahr war ich einige Zeit in einer ersten Klasse, dort waren zwei nette Jungs, intelligent, aber von der Schule als solches noch etwas überfordert, besonders motoirisch. Die beiden spielten in jeder Pause "Hund" und auch wenn man sie im Unterricht ansprach, bellten sie manchmal. Gestoppt habe ich dieses Spiel aber erst, als die Hunde anfingen bissig zu werden.

Viele Kinder zeigen im Kindergarten ihre Intelligenz nicht. Sie passen sich dem allgemeinen Niveau an. Hat denn noch jemand den Eidruck, dass dein Kind sehr intelligent ist? Das Verhalten könnte mit Unterforderung zu tun haben, muss aber nicht, deshalb auch die Fragen oben. Wann kommt er zur Schule? Hast du schon Ideen, wie du ihm helfen willst, aus der Babyrolle herauszukommen, wenn es zu lange dauert?

Es kann alles so oder so sein, schreib doch mal, was du selber darüber denkst und was dir dein Bauchgefühl sagt.

Marion

von MarionPE - am 20.01.2006 09:24
Hi Marion,

danke für deine schnelle Antwort.

Natürlich habe ich mich schon gefragt was mein Sohn mir mit seinem "Rückfall" sagen will. Doch weder ich noch jemand anderes aus unserer Familie ist schwanger. (Das wäre das naheliegenste) Zwar sind zwei Babys aus unserer Bekannschaft geboren worden, doch da kein häufiger Kontakt stattfindet, schließe ich das erst einmal aus...
In den Kindergarten geht er gerne. Die Erzieherin konnte mir auch kein Ereignis nennen, was ihn aus dem Lot gebracht haben könnte.
Mein Bauchgefühl sagt mir das er vielleicht auch gerne, so wie seine Spielkameraden eingeschult werden möchte. Warum er das aber so äußert ist mir schleierhaft. Ich überlege schon, ob ich nicht ein Englischkurs oder ähnliches für ihn in Frage käme.

Gibt es sowas in Dülmen oder Umgebung??

Da er im September 2000 geboren wurde und Lebensmittelallergiker und Asthmatiker ist, kommt er erst im nächsten Jahr in die Schule.

Irgendwie spricht mich deine Geschichte mit den zwei Hunden an, weil mein Sohn sich unglaublich tief in bestimmte Rollen hineinversetzen kann. Wenn er zB. einen Leoparden spielt IST er dieses Tier. Man könnte wirklich Angst bekommen...

Sandra

von Sandra - am 20.01.2006 10:23
Hallo Sandra!

Wenn es kein Englisch gibt, dann gibt es sicherlich Musik oder Sport wie Judo, das ist auch eine Überlegung wert.

Warum soll er wegen der Allergien nicht eingeschult werden? Wenn alle seine Freunde zur Schule kommen, kann es manchmal sinnvoller sein, ihn mit in die Schule zu geben. Nachteil: in NRW soll, so wie ich gehört habe der Elternwille nicht mehr zugelassen sein bei der weiterführenden Schule, es zählt nur noch das Gutachten der Schule. Mein sohn ist Ende Dezember geboren und vorzeitig eingeschult worden, sein Freund aus dem Nachbarort auch (verschiedene Schulen), beide mischen mir gerade gemeinsam den Kommunionunterricht auf, das tut ihnen (mir nicht) gut.

Wie wäre es, wenn du auf dein Bauchgefühl hörst? Wenn er eingeschult werden möchte, warum versuchst du es nicht mit Anmeldung und Durchlaufen der ganzen Prozedur wie Einschulungstest? Wenn dann die Schule sagt, sie nimmt ihn nicht, dann musst du dir wenigstens keine Vorwürfe machen, dass du nicht alles versucht hast.

Könnte es sein, dass seine Freunde ihn im Moment etwas ausschließe, nach der Devise "Ätsch, du kommst noch nicht zur Schule, du bist ein Baby!"? Daher könnte es kommen. Auch wenn es nette Kinder sind: Kinder können einfach grausam sein. Vergiss das nicht. und ob deiner dir das erzählt, ist eine andere Frage. Aber wenn du somnst keinen Grund siehst für sein Verhalten, wäre das doch eine Erklärung, oder?

Marion

P.S. Vielleicht kommt ja jemand aus deiner Umgebung und kann dir Tipps bezüglich Englisch.... geben.

von MarionPE - am 20.01.2006 10:34
Hallo Marion,

bisher dachten wir, dass es das Richtige für unseren Sohn ist ihn nicht vorzeitig einzuschulen. Er ist recht klein für sein alter und durch sein geschwächtes Immunsysthem häufig krank. Wir wußten zwar, dass er kognitiv recht fit ist, haben aber auch vom Kinderarzt und den Erzieherinnen bestätigt bekommen, dass es besser wäre noch ein Jahr zu warten.

Da erst jetzt diese Verhaltensauffälligkeit kommt, weiß ich nicht ob es für eine vorzeitige Einschulung nicht schon zu spät ist.....

Deine Überlegung die Vorschulkinder könnten ihn ausgeschlossen haben ist gar nicht so abwegig...werde das gleich heute im Kiga mal ansprechen.

Judo habe ich auch schon ins Auge gefasst, Musik ist leider in Dülmen schon zu spät, da dort vierjährige im letzten Jahr angefangen haben (hatte mich zwei Wochen zu spät gemeldet, sonst wäre er schon drin).

Sandra

von Sandra - am 20.01.2006 10:54
Ich an deiner Stelle würde erst mal abwarten, wie lange diese Phase dauert. Ich würde erst reagieren, wenn sie zu lange dauert.
Bei meinem Sohn, er ist zwar erst 4, kommt diese Phase immer vor einem neuen Entwicklungsschritt. Ich bin dann jedes Mal gespannt, was als nächstes kommt!

LG Sabine

von Sabine - am 20.01.2006 11:36
Hallo sandra!

Vielleicht gibt ja jemand privat Blockflötenunterricht. Oder frag mal bei den Kirchengemeinden nach. Da gibt es das oft.

Ob es für die Einschulung zu spät ist kann dir nur die Grundschule sagen. Frag einfach mal nach. Oft sind die flexibel. der Freund meines Sohnes wurde damals erst im Juni angemeldet, an d e r Schule ging das problemlos, unsere Schulleiterin hier hätte sich gesträubt. Das steht nämlich so nicht im Gesetz. Schildere dort deinen Fall, die Probleme deines Sohnes, dass alle Freunde zur schule gehen und er nun psych. Probleme hat. kognitiv wäre er so weit. Schildere, in der letzten Zeit hätte er sich auch körperlich gut entwickelt. (Meiner wog übrigens zu Beginn der 3. Klasse schon 22 kg).

Ein Versuch bei der Schule kostet nichts, die können ihn sich ja wenigstens ansehen und dann sieht man weiter. Vorsicht: Nicht dass dein Sohn auf die Frage:"Möchtest du denn in die Schule" mit nein antwortet, weil er denkt er wäre zu jung und dürfe sowieso nicht. Du musst ihm vorher klar machen, dass es manchmal doch geht.

Ich wünsche euch, dass ihr euren Weg findet.

Marion

von MarionPE - am 20.01.2006 12:33

Re: einschulen?

Hallo Sandra,

einschulen kannst du dein Kind auch noch dieses Jahr (wenn die Schulleitung zustimmt). Wenn er so offensichtlich unglücklich ist, dass er wieder Baby spielen muss, könnt ihr doch wenigstens drüber nachdenken und vielleicht mal mit einer Erziehungsberatung oder dem Schulpsychologen reden. Die Schuluntersuchungen sind allerdings jetzt irgendwann im Februar. Wenn dein Sohn klein und schmächtig und obendrein chronisch krank ist, musst du allerdings damit rechnen, dass die SchulärztInnen nicht begeistert sind und eher abraten.

Ich würde allerdings die Seelenlage des Kindes, wenn es wirklich leicht lernt, für wichtiger halten, als die körperliche Widerstandsfähigkeit. Die Grundschule ist für ein pfiffiges Kind auch noch gut zu bewältigen, wenn es jeden Monat eine Woche ausfällt. So sehe ich das jedenfalls...

Alles Gute

Takahe

von Takahe - am 20.01.2006 16:30
Hallo Sandra! Vielleicht beruhigt es Dich, dass in Berlin (und meines Wissens auch in Brandenburg) dieses Jahr im Sommer regulär alle 2000er in die Schule kommen, also die, die bis 31.12.2000 geboren wurden und auf Antrag die, die bis 31.3.2001 geboren wurden.
Also mach Dir nicht so einen Kopf und hör auf Deinen Bauch und die Schulpsychologin, die den Schultauglichkeitstest macht. Wird schon hinhauen, und wenn nicht, geht die Welt auch nicht unter.
Viele Grüße

von Etu - am 20.01.2006 19:45
Hallo Sandra!
Um heraus zu bekommen, was dein Sohn gerade für Probleme hat, kannst du mit ihm ja mal ein Rollenspiel mit Kuscheltiere oder Figuren spielen (vielleicht mit seinem Lieblingskuscheltier) und ihn auf diese Art und Weise nochmal spielerisch fragen. Kinder können sich manchmal besser durch sowas äußern, als wenn man sie direkt fragt. Ein Versuch wäre es wert.
VLG Kerba

von Kerba - am 20.01.2006 22:22
Hallo Sandra,

mein Sohn ist ebenfalls Allergiker und Asthmatiker. Dennoch haben wir eine vorzeitige Einschulung mit 5 1/2 in Erwägung gezogen, weil er einfach so weit war und selber wollte. Es ist damals abgelehnt worden. Die bösen ehrgeizigen Eltern, da muss man mal das Kind in Schutz nehmen. Ausserdem ist er ja noch sooo klein und zart.:hot:
Nun ist er in der 1. Klasse und .......................immer noch klein und zart. So viel hat das Jahr nicht gebracht. Einzig die Entwicklungsphase um 5 1/2 herum hat ihn noch mehr reifen lassen, er wurde zugänglicher und offener. Ich sehe nun einem möglichen Sprung entgegen, den er gerne machen möchte. Damit wäre er da, wo er bei vorzeitiger Einschulung auch wäre, aber mit weniger Erfahrung.
Die Allergie und das Asthma hat er immer noch, wenn ich danach gehen würde, wäre er immer noch im Kiga, wenn er 30 ist. :D

Ich denke schon, dass du es versuchen sollst. Und das mit dem Elternwillen, das ist zwar in Überlegung, aber noch nicht durch. Außerdem steht das erst in der 4. an, bei euch geht es um Einschulung!

Ein Kind, dass 6 ist bei der Einschulung (oder fast) und dazu noch kognitiv reif, das sollte mit den Freunden auch in die Schule dürfen.

Meine Meinung.

Römerin

von Römerin - am 21.01.2006 12:37
Hallo Sandra,

ein geschwächtes Immunsystem kann man übrigens auch bekommen, wenn man sich im KiGa andauernd mit anderen Viren und Bakterien infiziert, weil die Kinder in schlecht gelüfteten und überheizten Räumen aufbewahrt werden und kaum an die frische Luft kommen. So erging es uns zumindest, und weder vor dem KiGa noch nachher war unser Sohn jemals so häufig krank wie in der Zeit IM KiGa. Deshalb haben wir ihn auch dort ganz schnell wieder rausgenommen. Aber ich weiß ja nicht, wie das bei euch ist.

Ein Kind, das im September geboren ist, kann als Kann-Kind ohne Probleme eingeschult werden. Ich selbst bin im Oktober geboren und kam so schon vor 35 Jahren mit "noch Fünf" in die Schule. Unser Sohn hat einen Tag vor mir Geburtstag und ist auf Antrag sogar zwei Schuljahre voraus reingekommen. Kleiner als die anderen war er natürlich auch, aber inzwischen auch nicht mehr, denn er ist in dieser Zeit sehr gewachsen (aber nicht nur körperlich).

Frühe Einschulung kann einem Kind insgesamt sehr gut tun, auch wenn alle drumherum etwas anderes behaupten, weil man es ja noch gar nicht probiert hat. Ein Kind, das sich langweilt, kann ja keine Fortschritte machen, weil es nicht herausgefordert wird, sich einer bisher unbekannten Situation zu stellen. Also wird seine Umgebung immer "kleinkindhaftes" Verhalten feststellen, weil man von ihm ja auch gar nichts anderes fordert. So langweilt es sich weiter und verhält sich so wie erwartet. Das nennt man in der Psychologie dann die selbsterfüllende Prophezeiung. ;-)

Aber es kommt sehr darauf an, was du bereit bist deinem Kind auch zuzutrauen. Für ängstliche oder zaghafte Naturen ist frühe Einschulung sicher nichts, denn man muss schon gemeinsam mit dem Kind gewisse Konsequenzen tragen, die nicht immer leicht sind. Wenn man sich selbst und dem Kind das nicht zutraut, muss man es lassen. Denn während dieser ersten Zeit der Eingewöhnung in die Schule braucht das Kind sehr viel Stabilität und Zuversicht von den Eltern - entgegen aller Meinungen und Ratschläge der Umgebung (Erzieher, Ärzte, Lehrer). Vor allem wenn es ein Junge ist (siehe Thread von Auguste wegen Feinmotorik u. a.) - hier sind Mädchen dieser Altersgruppe im Vorteil.

So ist unsere Erfahrung. Ich für meinen Teil würde ihn aber in die Schule geben. Im ersten Schuljahr läuft es ohnehin so weiter wie im Kindergarten, also gar nichts Neues soweit. Du wärst sicher überrascht, wie gut ihm eine Herausforderung täte.

Viele Grüße

von FelixMum - am 22.01.2006 09:44

@Felixmum

Wie? "Im ersten Schuljahr läuft es ohnehin so weiter wie im Kindergarten"? An mein eigenes erstes Schuljahr hab ich nicht mehr so genaue Erinnerung, aber mein Sohn kommt dieses Jahr in die Schule und freut sich schon drauf... Was genau läuft denn da so weiter wie im Kindergarten?
Neugierig,
a.

von a. - am 22.01.2006 21:28
Hallo Marion,

ich habe Freitag im Kiga gleich mal gefragt, ob mein Sohn eventuell von den Vorschulkindern ausgeschlossen wurde.
Die Erzieherin hat dies verneint. Sie meinte das Gegenteil wäre der Fall. Sie würden ihn oft mit zu den "großen" nehmen wenn sie in Gruppen aufgeteilt würden. Auch verabredet er sich regelmäßig mit zwei Jungs, die im Sommer in die Schule gehen.
Ich bin echt hin und hergerissen....
In der Bekannschaft habe ich jemanden, der bei einem Kinderpsychologen gearbeitet hat und auch diese IQ-Tests durchgeführt hat.
Ich überlege, ob ich nicht da besser zuerst nachfrage und dann die Schule "wuschig" mache. (Ich kenne die Schulleiterin von meinem ersten Sohn her...die hat Haare auffe Zähne!!)
Ich muss zwar erst noch über meinen Schatten springen, weil ich mich mit dieser Person nicht so gut verstehe, aber ich denke mein "Lütter" geht vor...

Vielen Dank für die guten Tipps, melde mich dann mal wenn ich was neues weiß:

Sandra

von Sandra - am 23.01.2006 08:04
Hallo Sandra!

Schulleiterinnen scheinen die am wenigsten geliebten Personen in diesem Forum zu sein. Nun ja, das ist ihr Berufsrisiko. In welchem Bundesland lebt ihr? (wegen der Gesetzeslage)
Meine Älteste kam irgendwann völlig zerstört aus der Schule "die sagen, Fünfjährige dürfen nicht zur Schule" . Sie verstand sich mit allen aus der KLasse gut.

Natürlich bemerkt dein Sohn (er ist ja nicht dumm) den Unterschied zwischen sich und den Kindern, die im Sommer zur Schule müssen.

Wie gesagt, vielleicht ist das Ganze auch nur eine Phase, die viele Kinder haben. Und ob er besser jetzt eingeschult wird oder im nächsten Jahr, das können wir hier nicht beurteilen. Beides hat Vor- und Nachteile.

Kennt der Bekannte dein Kind? Dann kann er dir vielleicht besser weiterhelfen als Erzieherinnen oder Kinderärzte.

Ich denke, du wirst es schon richtig machen.

Viele Grüße

Marion

von MarionPE - am 23.01.2006 08:10

Re: 1. Klasse = Kindergartenprogramm

Hallo,

also das ist nur meine persönliche Ansicht, nicht falsch verstehen (Bundesland Hessen - angeblich mit Anspruch zum "ersten Bildungsland in Deutschland" - haha). Aber ein intelligentes Kind ist im "normalen" Einschulungsalter von 6 Jahren in einer durchschnittlichen Grundschule vollkommen unterfordert. Unser Sohn ist laut einem Test mit 6 J. nicht hb, trotzdem wäre es für mich im Nachhinein eine absolut furchtbare Vorstellung, wenn ich denke, dass er regulär jetzt erst in der 1. Kl. wäre - er ist in der Dritten.

Das Kindergartenprogramm wird im 1. Schuljahr eigentlich nur fortgeführt, die Kinder werden 1 Jahr lang daran gewöhnt, dass sie jetzt in die Schule statt in den KiGa gehen. Statt Malen-Schneiden-Kleben im KiGa gibt es dasselbe nun in der Schule, die Sprache bleibt babyhaft wie das Denken, und eigentlich werden nur die veränderten Strukturen (KiGa war freiwillig, Schule ist Pflicht) eingeübt. Wenn ein Kind schon lesen kann, kotzt es den ganzen Tag vor Langeweile, wenn es nur seinen Namen schreiben kann und ansonsten die Buchstaben kennt, auch. Im 1. Schuljahr ist - soweit wir das mitbekommen haben - nur Disziplinierung und Gewöhnung an die Schulpflicht dran, also Stillsitzen üben, Regeln befolgen und Ordnung halten sowie die Namen der Lehrerinnen merken. Sonst nichts Wesentliches mehr. Nicht einmal das Siezen wird eingefordert, die Kinder dürfen die Lehrerinnen heute noch Duzen.

Im zweiten Jahr wird es dann etwas besser, aber geht auch nicht über das Niveau der allgemein bekannten Vorschulhefte (die man so für Kinder kaufen kann, mit Rätseln, Suchspielen etc.) hinaus. Da ist dann das Einmaleins bis zum Erbrechen dran. In der dritten sind wir jetzt angekommen, da ist es soweit in Ordnung, wenn man bedenkt, dass das Kind zwei ganze Schuljahre voraus liegt und die Anforderungen insofern zu seinem Entwicklungsstand passen. Aber reguläre Einschulung - nicht auszudenken.

Lass dich überraschen. ;-)

Viele Grüße

von FelixMum - am 23.01.2006 08:19
Hallo FelixMum,

Danke für deine Antwort. Du schreibst:
Für ängstliche oder zaghafte Naturen ist
frühe Einschulung sicher nichts, denn man muss schon
gemeinsam mit dem Kind gewisse Konsequenzen tragen, die nicht
immer leicht sind.
[/quote]

Davor habe ich zugegebener weise ein bischen Schiss.
Es ist so, dass er seit seiner Geburt unter eine Milcheiweissallergie leidet, die lebensbedrohlich ist. Dh. wenn er ein Glas Milch trinken würde, bekäme er einen Anaphylaktischen Schock, der, wenn nicht rechtzeitig reagiert wird zum Tod führt. Wir haben diese ganze Neurodermitis-Phase durchlaufen um dann letztendlich bei dem gemischtförmigen Asthma zu landen. Drei mal waren wir für jeweils vier Wochen in einer Kinderrehabilitation im Allgäu.

Wie du dir sicher denken kannst, hatten zu jedem Zeitpunkt alle möglichen Leute, alle möglichen "gute" Ratschläge für uns.
Es hat lange gedauert, bis ich mich nicht mehr davon unter Druck gesetzt fühlte.

Ich befürchte aber, genau das könnte wieder eintreten. Vor allem, weil ich mir halt nicht sicher bin, ober er wirklich fit für die Schule ist.
Zuhause spielt er den Familientyrannen und ist echt nicht auf den Mund gefallen während er im Kiga total verschüchtert ist. (??)

Wie ich Marion schon geschrieben habe, werde ich mal einen Bekannten fragen, der sich mit Psychologie auskennt. Habe mich davor ein bischen gedrückt, weil ich ihne nicht so mag, muss aber wohl mal persönliches dabei weglassen.

Sandra

von Sandra - am 23.01.2006 08:20
Hallo Kerba,

das ist eine gute Idee. Werde das mal antesten. Es würde mich aber nicht überraschen, wenn er das gleich durchschaut....
Mache mir am besten vorher Notizen, was ich fragen will.

Lg: Sandra

von Sandra - am 23.01.2006 08:26
Hallo Sabine,

es dauert jetzt schon ca. 3 Wochen. Anfangs war es ziemlich langanhalten und nervig. Mittlerweile ist es vielleicht noch ein zweimal am Tag. (Meistens wenn alle Familienmitglieder beisammen sind...)
Hoffe ja auch, dass es "nur" eine Phase ist. Na, ja wir werden sehen...

Sandra

von Sandra - am 23.01.2006 08:29

Re: @Sandra

Hallo Sandra,

Zitat

Es ist so, dass er seit seiner Geburt unter eine Milcheiweissallergie leidet, die lebensbedrohlich ist. Dh. wenn er ein Glas Milch trinken würde, bekäme er einen Anaphylaktischen Schock, der, wenn nicht rechtzeitig reagiert wird zum Tod führt.

au weia. Das ist natürlich was Anderes. Dann kann ich die Ängste um das Kind gut verstehen. Die Unsicherheit auch.

Dann jedoch würde ich etwas ganz Anderes versuchen. Ich würde probieren (zumindest mal danach erkundigen!), für ihn aus gesundheitlichen Gründen einen Hauslehrer oder eine Kleingruppe in einer Vorschule, also eine Möglichkeit der Beschulung außerhalb der Regelschule zu erreichen.

Und dann, wenn er alt genug ist, im sozialen Gefüge besser allein klar zu kommen und z. B. selbst gut auf seine Gesundheit aufzupassen, könnte er in eine normale Schule kommen. Sowas sollte doch irgendwie möglich sein.

Ansonsten hast du nur die Möglichkeit, ihn regulär einzuschulen oder sogar noch wegen der Gesundheit zurückzuhalten, ihn daheim mit dem entspr. Stoff zu "füttern" und dann direkt springen zu lassen.

Ich bezweifle in der Tat stark, dass auf den Gesundheitszustand des Kindes in der Regelschule seitens Lehrer und Mitschüler Rücksicht genommen wird. Dazu ist überhaupt keine Zeit. Ein körperlich anfälliges Kind, das dazu intelligenter als die anderen ist, ist echt problematisch für eine frühe Einschulung, so meine Meinung. Da musst du wirklich kerngesund und robust sein, wenn du schon intelligenter bist - denn du musst dich auch gegen die älteren durchsetzen und auch mal wehren können und von der lehrerin einige Ungerechtigkeiten und Unverständnis ertragen. Das sehe ich dann tatsächlich als schwierig an mit deinem Sohn.

Ich stelle mir nur vor, die Kameraden wollen ihn ärgern und müssen ihn ja in dem Fall nur in den Schwitzkasten nehmen und zwingen, einen Schluck Milch runterzuwürgen und schon muss der Notarzt kommen. Oder sie nehmen ihm das Asthmamittel weg, nur so aus Bosheit. Damit könnten sie ihn umbringen. Und die Lehrerin kriegt es nicht mit. Also das geht auf keinen Fall.

Erkundige dich doch mal, ob es nicht für dein Kind aus diesen Gründen eine andere Beschulungsform gibt. Denn das ist schon ein arger Unterschied, und den KiGa als bisheriger "Schutzraum" für ihn gibt es dann an der Regelschule nicht mehr.

Vielleicht gibt es in eurer Nähe auch eine andere Einrichtung, in Richtung "Sonderschule" - aber dann eben eine besondere Rücksicht auf körperliche Schwächen, nicht auf geistige / intellektuelle.

Viele Grüße, alles Gute

von FelixMum - am 23.01.2006 08:40

Re: @Sandra

Hallo Felixmum!

Willst du jedes Kind, das gesundheitlich nicht der Norm entspricht, in eine Sonderschule stecken?

In der Schule, an der ich arbeite sind viele chronisch kranke Kinder. Es gibt Zuckerkranke, kennst du dich mit Zuckerwerten aus? Was macht ein Lehrer wenn ihm ein Kind das Messgerät vor die Nase hält: "Ist der Wert in Ordnung?" ? Wir haben die unterschiedlichsten Allergien, von "Mama kriegt Migräne, wenn das Kind sich mal kratzt", wenn du verstehst, was ich meine, bis zu wirklich schwersten Fällen. Asthmakinder haben ihr Spray dabei. Ritalinkinder müssen pünktlich ihre Drogen nehmen, damit sie erträglich sind. In einer Klasse ist ein Kind mit epileptischen Anfällen. Was soll die Lehrkraft machen? Der Krankenwagen steht sicherlich an der Bahnschranke, und wenn nicht, die Sanitäter dürfen die Medikamente nicht verabreichen, dass darf nur der Notarzt. (Oder die Klassenlehrein macht es auf ihre eigene Verantwortung, aber nicht-geben wäre unterlassene Hilfeleistung). Nicht alle Kinder in einer Grundschule sind gesund, und Lehrer sind heute oft schon Hilfs-Mediziner.

Aber so brutal wie du es schilderst geht es an deutschen Grundschulen nicht zu. Ich arbeite an einer Schule, in dem Gebäude sind Schulkindergarten, Grundschule, Hauptschule und Sonderschule, aber das was du schilderst passiert nicht. Du solltest wirklich manchmal dein Bild von Schulen etwas revidieren und besonders Eltern keine angst vor der Schule machen.

Bei chronisch-kranken Kindern stellt sich in erster Linie die Frage: "Wie gut kann ein Kind damit umgehen?" Ein Milchallergiker, der in die Schule kommt, sollte so weit sein, dass er von sich aus ein Glas Milch oder Kakao ablehnt und auch bei dem Wort Milchspeiseeis hellhörig wird. Auch das ist in diesem Fall Schulreife. Natürlich wissen die Lehrer davon, aber sie sind nicht immer anwesend. Bei uns klebt inzwischen auf den Klasenbüchern ein Hinweis auf solche Erkrankungen. Das ist zwar datenschutzrechtlich fragwürdig, aber für einige überlebenswichtig. In die Sonderschule müssen diese Kinder deshalb aber nicht.

Marion

von MarionPE - am 23.01.2006 11:53
Hallo Sandra!

Wer sind bei euch "alle Familenmitglieder"?

Gruß

Marion

von MarionPE - am 23.01.2006 11:54

Re: 1. Klasse = Kindergartenprogramm

Hoops, Felixmum, wo gehen denn Deine Kinder zur Schule?

In der Klasse meines Sohnes ist ein Kind mit Zöliakie, das wissen alle anderen Kinder auch, natürlich auch die Lehrer - und auf der Geburtstagsfeier meines Sohnes wusste jedes Kind, dass sie halt Spezial-Teig für das Stockbrot haben muss, dass sie nicht alles trinken kann usw. Die ist auch klein - aber eine echte Bereicherung für das Fest gewesen und irgendwie "Anführerin" der Mädchengruppe. Natürlich geht sie selbst auch verantwortungsvoll mit ihrer Gesundheit um.....

Ich meine, was ändert sich denn im nächsten Jahr für das Kind?

Selbst mein Sohn mit seinen Kreuzallergien (Äpfel, Nüsse die ein leichtes Kratzen im Hals verursachen) liest sich halt inzwischen den Beipackzettel durch, bevor in irgendwelche Riegel beisst.

Es gibt viele Gründe gegen vorzeitiges Einschulen, aber dies ist keiner, finde ich.

Ich habe mich damals dagegen entschieden, ein Jahr "Freiheit" dieser Art kriegt man - auch die Familie - so niemals mehr. (ich habe keine älteren Kinder). Tatsächlich ist es so, dass mein Sohn nach wenigen Wochen gesprungen ist - problemlos - allerdings ist er auch sehr unabhängig bzw. unkompliziert im Schliessen von Freundschaften.

Und wenn Du - Sandra - so unsicher bist, dann lass es einfach. Man kann - hier in NRW zumindest - auch Kinder im Halbjahr einschulen, vielleicht reift bis dahin Dein Vorhaben zum Entschluss? Und na ja, Springen geht auch - denn klar, FelixMum, die erste Klasse - zumindest das erste Halbjahr - ist wie mein Sohn so nett sagte: Kindergarten mit still sitzen.

Gruss,
Heike

von kokolores65 - am 23.01.2006 19:00

Re: @Sandra

Hallo,

so krass wie Marion hätte ich es jetzt nicht ausgedrückt,
allerdings habe ich meinen Sohn bisher nicht in Watte gepackt und habe dies auch weiterhin nicht vor...
Schließlich muss er ja auch in dieser, zugegebenerweise manchmal brutalen Welt, zurechtfinden.
Sicherlich weiss er selbst, dass er keine Milch trinken darf, aber Milcheiweiss ist wirklich fast ÜBERALL versteckt vorhanden. Es gibt kaum einen Keks ohne, dann sowieso mit Ei oder Nüssen (dagegen ist er ebenfalls allergisch).

Ich baue daher auf das Verständnis der Lehrkräfte, aber auch der Mitschüler. Ich habe vor, den Klassenlehrer zu fragen, ob er den Kindern die Problematik erklärt. Ich würde das auch tun, muss aber gucken, dass meinem Kleinen das nicht unangenehm ist.
Im Kindergarten habe ich damit sehr positive Erfahrungen gemacht. Wenn man die Kinder mit einbezieht, ist es sogar so, dass das Miteinander gestärkt wird. Dort war es sogar so, dass sich die anderen Kinder kritischer mit dem eigenen Essen auseinandergesetzt haben..

Ich werde mich davor aber nich verrückt machen. Immerhin haben es auch andere schon geschafft.

Lg: Sandra

von Sandra - am 24.01.2006 08:11
Hi Marion,

Eltern und Bruder. Wenn die Großeltern dabei sind erst recht.
Habe aber das Gefühl es wird langsam besser.
Einen schönen Tag wünscht:
Sandra

von Sandra - am 24.01.2006 08:16

Re: @Sandra

Hallo,

ich wollte niemandem irgendeine Angst vor der Schule machen. Es kommt natürlich drauf an, wie man selbst und das Kind damit umgeht. Es gibt in der Tat Eltern, die ein Kind in Watte packen (müssen) - dafür ist aber dieses Forum als Instrument zur Ferndiagnose völlig ungeeignet. Ich hatte ja mal das Beispiel aus dem KiGa genannt, die kleine Freundin meines Sohnes, angeblich war ihre Leukämie ausgeheilt, und dann kam ein anderes Mädchen mit Windpocken in den KiGa, sie erlitt dadurch einen Rückfall, es folgten knapp 1, 5 Jahre Martyrium im Krankenhaus und eine missglückte KM-Transplantation, seit September 2005 ist sie tot. Das Groteske an diesem Fall war nur, dass die Eltern von der zuständ. Grundschule (das ist die, die unseren Sohn _nicht_ nehmen wollte) während dieser Zeit permanent wegen der Einschulung genervt wurden, man hätte doch extra einen Integrationsplatz für sie freigehalten und so weiter, dabei war überhaupt noch nicht klar, ob und wie lange sie je zur Schule gehen würde. Sie hatte dann im Krankenhaus eine Zeitlang Privatunterricht. Nützt ihr jetzt auch nichts mehr.

Ich kann ja nicht aus der Ferne beurteilen, wie schlimm oder nicht schlimm jemand eine Krankheit oder Allergie einschätzt. Wenn hier von Anaph. Schock mit Todesfolge die Rede ist und dass ein Kind 3 x 4 Wochen zur Reha deswegen war, dann kann das schon was Ernstes sein. Das hat nicht damit zu tun, dass nun alle Kinder in eine Sonderschule müssten, nur für manche ist das Kontaktrisiko gesundheitlich einfach zu groß. Es war ja nur ein Vorschlag, jetzt müssen nicht wieder alle auf nur diesem einen Punkt herumreiten.

Abgesehen davon ist schon klar, dass ein Kind damit umgehen lernen kann und muss, wenn es diese Einschränkung ein Leben lang haben wird. Gar keine Frage.

Es kommt aber darauf an, wie zimperlich oder nicht man dann selbst als Eltern damit ist. Sandra kam etwas verunsichert rüber, ist ja auch kein Wunder mit der Geschichte (die sie ja auch nicht gleich so geschildert hat). Jetzt fiel mir nur ein, es könnte natürlich auch sein, dass sich die Vorgeschichte insofern auf das Kind übertragen hat, dass es im KiGa schüchtern ist (hat sie selbst geschrieben) und eben verhaltensmäßig in die Babyphase zurückfällt. Möglicherweise hat der Junge Angst vor dem Größerwerden, vor dem Verlassen dieser bisherigen Schutzatmosphäre Elternhaus / Rehaklinik etc. Keine Ahnung, dazu müsste Sandra mal schildern, wie lange er schon im KiGa ist und warum (erst?) seit 3 Wochen so schüchtern oder was da passiert sein könnte, damit das Kind so in das Kleinkindverhalten zurückfällt.

Es ist doch alles möglich, was nicht so auf die Entfernung beurteilt werden kann. Und dass es an Grundschulen gerade für früh eingeschulte Kinder rau zugeht, also da ist doch unsere Schule keine unrühmliche Ausnahme. Das ist doch normal. Warum machen denn alle jetzt schon in der 2. Klasse in "Gewaltprävention", wenn auf dem Schulhof alles so prima wäre? Ein Kind hat ja nicht nur mit Klassenkameraden Kontakt sondern auch mit "Großen" oder Parallelklassen. Die wissen nicht immer, woran ein Kind so gerade leidet und machen auch mal "böse" Scherze, ohne es wirklich so zu meinen. Die Folgen können dann jeweils dramatisch sein.

Und Marion: Oh ja, ich kenne mich mit Zuckerkranken sogar aus. Wir haben seit Jahren etliche Fälle in der Familie (Typ 2), und ein ehemaliger Kollege war Typ 1. Ganz blöde bin ich nicht, was das betrifft. Übrigens würde in der Klasse meines Sohnes ein zuckerkrankes Kind direkt umfallen, denn die Kinder kriegen nicht einmal immer die nötige Zeit, etwas zu essen und zu trinken. Auf den Schulhof dürfen sie nichts nehmen, weil man den zur Spielzone erklärt hat. Und in den Pausen drinnen bleiben dürfen sie nicht, wenn sie was essen und trinken wollen. Wann und wie oft und regelmäßig Zuckerkranke etwas zu sich nehmen müssen, weiß ich zufällig auch. Aber die Diskussion hatten wir schon mal woanders. Die hilft hier auch nicht unbedingt weiter.

Und @Sandra: Zu einem Psychologen, den ich persönlich nicht leiden kann, würde ich nicht gehen. Auch wenn es ein Bekannter ist. Aber was soll denn dann dabei herauskommen, wenn ich dieser Person als Mensch schon nicht vertraue oder sie mir unsympathisch ist?

Viele Grüße

von FelixMum - am 24.01.2006 11:49

Re: @Sandra

Hallo Felixmum!

Manchmal glaube ich, du solltest mal Amnesty international oder die Vereinten Nationen alarmieren. Wenn eure Schule so ist, wie du schreibst, dann würden grundlegende Menschenrechte verletzt. Ich denke aber man muss es alles etwas relativieren.

Übrigens: Meine Kinder frühstücken vor der Schule. Einmal hatte mein Sohn das Gefühl er müsste alles dringend erledigen, außer zu essen, da wurde ihm in der 6. Stunde schlecht. Jetzt weiß er, wozu das Pausenbrot da ist.
Zuckerkranke Kinder, die in die Schule kommen sagen normalerweise Bescheid, wenn etwas ist, die sind darauf gedrillt. Das Kind mit dem Messgerät erhielt von mir als Antwort, es solle zur Sekretärin gehen und Mama anrufen. Und nachmittags sollte es dafür sorgen, dass Mama auf einen Zettel schreibt, was bei welchem Wert zu tun ist. Bein nächsten Mal, als ich in der Klasse war, zeigte sie mir diesen Zettel.
An der schule meines Sohnes ist die erste Hälfte der großen Pause Frühstückszeit. Da frühstücken alle gemeinsam in der Klasse. Aber wenn man zu der Zeit spielt, dann hat manm Pech. Das Essverbot für den Schulhof hat etwas mit Wespen.... zu tun. Wenn Kinder süße Limonaden mitbringen ist das Risiko zu hoch.

Gewaltprävention ist so eine Sache. Früher lernten die Kinder im Reliunterricht, wie man sich seinen Mitschülern gegenüber verhält. aber genau die Kinder, die es bräuchten, sind abgemeldet. Viel in dem Unterricht hat auch mit zwischenmenschlichen Beziehungen zu tun (Mimik erkennen, Gefühle andere beurteilen....) Das braucht man bei der Playstation nicht. Ich behaupte, es geht heute nicht brutaler auf den Schulhöfen zu als früher. Nur machte man das früher unter sich aus und Spielregeln wurden besser eingehalten. Ich hatte früher als Kind immer ein Taschenmesser mit. Wir haben auf wandertagen geschnitzt, heute schreit jeder sofort auf, den Kindern wird nichts mehr zugetraut. Mein Bruder hat sich bein Linolschnitt die Finger ziemlich zersäbelt, er beka ein Pflaster, heute wird der Rettungswagen gerufen. Und warum? Weil Eltern sonst mit dem Kadi drohen. Jeder sieht nur noch sein Kind. Aber können die Kinder etwas dafür?

Ich wurde übrigens auf dem Gymnasium in der Klasse akzeptiert, nachdem ich den stärksten Jungen verdroschen hatte. Darüber wurde dann nie wieder geredet und ich bin gut mit ihm ausgekommen. Trotzdem behaupte ich, dass ich auch zu dem Zeitpunkt kein Schlägertyp war, sondern eigentlich sehr für Gerechtigkeit war.

Marion

von MarionPE - am 24.01.2006 13:07

Re: @Felixmum

Hallo a.!

Hoffentlich wird dein Sohn nicht enttäuscht. Heute (das erste Halbjahr ist jezt herum) war ich in einer 1.Klasse: Mir ist schlecht geworden. Die konnten schon folgende Buchstaben lesen:

A a I i L l M m O o U u S s T t

Bildet daraus mal sinnvolle Sätze:

Mama malt lila Lamas im Salat.
Also ist Oma tot am Ast.
Lilo malt Mist mit Limo.

Irgendwie ausgesprochen sinnvoll. Aufgabe für alle:

Wer bildet den längsten Satz mit diesen Buchstaben?
Wer schafft es, damit etwas Interessantes zu schreiben.

Wie gesagt, die Kinder sind motiviert (zumindest zu Schuljahresbeginn) und auch nicht dumm.

Marion

von MarionPE - am 24.01.2006 13:15
Hallo Sandra!

Wie alt ist der Bruder?

Marion

von MarionPE - am 24.01.2006 13:16

Re: @Felixmum + MarionPE

Oh, Ihr macht mir Mut... So ein bisschen Hoffnung habe ich mir bisher immer damit gemacht, dass ich selber keine Erinnerung an Langeweile in der Grundschule habe, obwohl hb und vom Lehrer damals fürs Springen vorgeschlagen (meine Eltern waren dagegen). Woran ich mich noch erinnern kann, ist, dass dieser Lehrer mir erlaubte, meine Puppe mit in die Schule zu bringen. Die saß auf dem Platz neben mir und ich durfte sie immer so ein bisschen betüteln. Warum neben mir kein Kind saß, hm, komisch, fällt mir jetzt erst auf. Kann mich aber nicht an Mobbing oder Ähnliches erinnern. Eine Freundin, die ein sehr cleveres Kind hat (konnte weit vor der Einschulung gut lesen und dergleichen mehr), meinte mal, dass die kognitiven Vorsprünge nicht zwangsläufig Langeweile bedeuten müssten, weil in der ersten Klasse gleichzeitig so viele andere Dinge einzuüben seien, die weniger begabte Kinder vielleicht instinktiv (?) "richtig" machen, z.B. sich nicht von einer lärmenden, rennenden Schülerhorde irritieren lassen. Bei so was steht mein Sohn schon mal leicht orientierungslos rum und muss erst mal seine Eindrücke sortieren, während die anderen Kinder sich gegenseitig schubsen und dabei schreien, lachen und gleichzeitig auch noch ihre Jacken, Mützen, Handschuhe an- oder ausziehen (können). Das müsste er doch schon aus dem KiGa gewöhnt sein, wird man einwenden, ja, schon, aber der Gewöhnungseffekt ist bisher nicht so doll. Und dass er z.B. schon lesen kann, "nützt" ihm in solchen Situationen eher wenig... Grundschule wird für ihn wahrscheinlich in erster Linie Sozialkompetenzerweiterung sein. Natürlich hoffe ich auf eine/n gute/n Lehrer/in, der/die bald dahinter kommt, dass da höchst unterschiedliche Kinder in der Klasse hocken...

von a. - am 24.01.2006 18:56

Re: @Sandra

Hallo Sandra,

wie ist das denn, hast du das Gefühl, er würde eine Regel wie "iss NUR das, was du von zuhause hast, lass die Finger von allem, was deine Freunde essen und trinken" einhalten können? Dann wäre es eigentlich kein großes Problem.
Wenn nicht, dann solltest du ihn (noch?) nicht in eine "normale" Schule lassen, denn aufpassen muss er da schon auf sich selbst.

Lieben Gruß

Takahe

von Takahe - am 24.01.2006 20:23

Re: @Felixmum + MarionPE

Hallo a.

weißt du, was mir Mut macht? Der Gedanke daran, dass ich persönlich ÜBERHAUPT KEINE Erinnerung an meine Grundschulzeit mehr habe! Das bedeeutet doch, dass es dort auch nichts gab, woran ich mich positiv oder negativ nun prägnant hätte erinnern wollen. Also bis auf eine vage Erinnerung an das Gebäude, seine Lage, meine erste Klassenlehrerin (auch nur unterstützt durch die Erzählungen meiner Mutter und Fotos) und vor allem einige Klassenkameraden und Erlebnisse mit ihnen außerhalb (!) der Schule weiß ich wirklich nichts mehr davon. Und insofern sehe ich das inzwischen auch für unseren Sohn ganz entspannt, der sich bestimmt dann auch nicht als Erwachsener an prägende Ereignisse aus dieser Zeit erinnern wird. Was auch wieder faktisch bedeutet, dass man da einfach nur durch muss und die Sache später bei guter (psychischer) Gesundheit keine bleibenden Schäden hinterlässt. Insofern kann die Grundschulzeit auch eigentlich nicht so furchtbar wichtig sein, ihr wird nur heute von den Erwachsenen so eine große Wichtigkeit zugemessen. Aber Leben und Lernen findet doch nach wie vor außerhalb der Schule statt.

Ich denke, was die Aufregung immer so groß macht, ist die Tatsache, dass man als Erwachsener eine andere vorstellung von gutem Unterricht und Schule hat, wie sie sein könnte und wie man sie sich für Kinder wünschen würde, weil man die Lebenserfahrung dazu gewonnen hat. Und weil man heute merkt, dass sich seit über 30 Jahren kaum etwas getan hat, es aber doch so viel schöner sein könnte fürs eigene Kind - und diese Desillusionierung bringt einen schon auf die Palme. Kinder hingegen haben heute wie damals eine andere Perspektive, weil sie ja in einer "schlechten" Schule (wie Eltern sie beurteilen, aus ihrer Rückschau) gar keinen Vergleich haben, wie eine gute aussehen könnte. Also nehmen sie das auch einfach hin, weil es so ist wie es ist. Unser Sohn regt sich darüber nicht so auf wie wir. Und das ist auch gut so. ;-)

Viele Grüße

von FelixMum - am 25.01.2006 10:33
Hallo Marion,

mein großer ist jetzt 8 (2.Klasse).
Morgen habe ich ein Gespräch mit der Schulleiterin. Sie guckt sich meinen Sohnemann mal an. Ich bin gespannt wie es läuft. Melde mich dann wieder.

Schönen Tag noch:
Sandra

von Sandra - am 25.01.2006 10:46
Brandenburg hat den 30.09. als Stichtag und den 31.12. für die sogenannten "Kannkinder".

LG stern

von Stela - am 02.02.2006 14:59
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