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Forum Hochbegabung bei Kindern
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Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
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Etu, FelixMum, indri, MarionPE, Takahe, Gast, Sunny, Bine, MichaelaM, heike2, KSK, Kerba

Klamottenklau oder Ordnung halten

Startbeitrag von Etu am 23.01.2006 16:18

Hallo miteinander!
Heute bei minus 16 Grad kam mein Sohn (7, 3. Klasse) wieder mal ohne Mütze aus der Schule nach Hause. Sie wurde mal wieder geklaut, sagt er. Letzte Woche eine Nike-Mütze (29¤), die hatte er einen Tag auf, dann war sie weg, heute eine Adidas Mütze (20¤), die er immerhin schon zum zweiten Mal auf hatte.
Es verschwinden ständig irgendwelche Sachen und in der Fundsachenkiste sind auch nicht.
Ich bin dann noch mal in die Schule mit ihm und wir haben alles abgesucht, nichts.
Eine anwesende Lehrerin versicherte mir, dass aufgrund der Temperaturen heute niemand nach draußen gelassen wurde. Das würde heißen, sie ist aus dem Klassenraum gestohlen wurden. Dort habe ich ihn mit Mütze heute morgen abgeliefert.
Nun weiß ich, dass mein Sohn immer noch nicht Ordung halten kann und noch Probleme hat, auf seine sieben Sachen aufzupassen. Das Thema wurde hier auch schon öfter erwähnt, wie Chaos in der Schulmappe usw.
Einige Male haben wir Sachen auch wieder gefunden, leider zu selten.
Aber in diesem Fall? Die Klassenlehrerin hat, seit der Klamottenklau überhand genommen hat, angeordnet, die Sachen nicht mehr im Flur aufzuhängen, wo jeder rankommt, sondern im Klassenraum und hat betont, dass es für geklaute Sachen keine Haftpflichtversicherung der Schule gibt.
Kennt sich jemand damit aus? Es geht mir auf den Geldbeutel, jede Woche neue Klamotten zu kaufen.
Sind Eure Kinder auch so schluderig?

Antworten:

Hallo Etu!

In unserer Schule hat jedes Kind einen festen Haken mit Namensschild. Dartan hängt ein Jutebeutel. In den kommen mittags die Hausschuhe und tagsüber Mützen und Handschuhe. Die Schuhe stehen unter dem Haken. Bei uns verschwinden oft Hausschuhe, die dann meist drei Klassen weiter wieder auftauchen, weil die Putzfrau sie wegfegt, wenn sie nicht im Beutel sind.

Das mit dem Beutel hat auch den Vorteil, dass Kopfläuse sich nicht so schnell verbreiten. Zu Hochzeiten der Plage werden die Jutebeutel durch Müllbeutel mit Zugband ersetzt. Das hilft.

Interessanterweise tauchen Mützen manchmal auch auf en Toiletten wieder auf. Oder sie verkriechen sich hinter Regalen. Vielleicht wollen sioe sich dort in Ruhe vermehren. Ich weiß jedoch noch nicht so genau, ob sie nicht lange genug dort bleiben, oder ob die einzelnen Handschule und Socken die Nachkommen sind. Manchmal findet man dort auch Etuis oder Klassenarbeitshefte. Das wäre vielleicht mal für eine wissenschaftliche Untersuchung gut, so wie die einzelne Socke aus der Waschmaschine.

Vielleicht dealen aber auch Hausmeister mit Mützen und Handschuhen.

Spaß beiseite: Erstens kaufe ich keine Mützen für 29¤. Nimmt man die für 2.95, bekommt man für das Geld fast 10, das reicht ein paar Wochen. Erstaunlicherweise verschwinden die übrigens auch nicht so schnell.

Zum Zweiten gibt es so etwas auch in Reichtung Mobbing. Wir verstecken mal....

Es könnte auch sein, dass dein "Held" die Mütze in die Tasche gesteckt hat, (fragen zwecklos, er wird es nicht zugeben) weil sie ihm peinlich ist und sie ist dann herausgefallen. Mein Sohn trägt zur Zeit die Mützen, die aus einem Schlauch bestehen, die man dann zu Piratentuch, Mütze, Stirnband.... verknoten kann. Die kann man für wenig Geld selber nähen, wenn man eine als Muster kauft und sind ganz beliebt. Heute Mittag hatte er allerdings die Handschuhe oben hinein gesteckt, das sah etwas dämlich aus.


Du siehst es gibnt viele Gründe. Leider passiert es bei "zerstreuten Professoren" etwas häufiger. Wir lassen uns regelmäßig Mützen von Freunden mit großen Kindern schenken. Aufregen tue ich mich inzwischen über anderes.

Marion

von MarionPE - am 23.01.2006 16:46
Hallo Marion!
Danke für deine Antwort! Bei uns in der Schule gibt's leider noch keine Haken, und als wir Eltern, als wir den Klassenraum gemalert haben, welche anbringen wollten, hieß es, verboten wegen Brandschutz oder Verletzungsgefahr. Aber das Schulamt hat versprochen, dass wir irgendwann mal welche angebaut bekommen.( Dann gibt es sicher keine Verletzungsgefahr mehr ;-))
Hausschuhe gibt es in der 3. Klasse nicht mehr.
Mützen für 2,95 setzt meiner nicht auf, die sind ihm peinlich, es sei denn, es steht irgendein Name wie Armani oder D&B, Nike und dgl. drauf. Sie tragen alle dort solche, weil das cool ist. Ich sehe schon zu, dass ich entweder billige Fälschungen kaufe oder gebraucht bei ebay, weiß er ja nicht.
Wenn er den ganzen Tag im Klassenraum war, müsste sie ja dort sein und wir haben überall gesucht.
Wir haben leider niemanden mit großen Kindern (nur Mädchen) und können demzufolge nichts geschenkt bekommen.
Er ist im Oktober auch mal ohne Jacke nach Hause gekommen mit T-Shirt. Die war auch weg uund ist nie wieder aufgetaucht.
Guter Tipp mit den Toiletten und Regalen, da werde ich noch mal nachschauen. Sonst habe ich auch keine Idee mehr, wo ich suchen könnte.
Ja aufregen nützt nicht, schadet nur den Nerven.
Vielleicht weiß trotzdem jemand Bescheid, ob das stimmt, dass die Schulen keine Haftpflicht haben für solche Fälle, wenn die Kinder ohne oder mit kaputten Klamotten nach Hause kommen.
Etu

von Etu - am 23.01.2006 17:13
Also ich finde es höchst merkwürdig, dass für 7-jährige eine billige Mütze peinlich ist!

von Bine - am 23.01.2006 18:13
Die Klassenkameraden sind alle 9-10 Jahre alt und haben schon irgendeinen Einfluss, nicht in jedem Fall positiv. Alles hat eben seine guten und schlechten Seiten :-(

von Etu - am 23.01.2006 18:56
Wenn er auf seine Mützen nicht aufpassen kann oder will, wird es eben peinlich. Mal abgesehen davon, dass ich sicher nicht 29 ¤ für eine Mütze ausgeben würde, ist das eben so. Wenn die anderen "alle" so teure Modelle tragen, fällt die Diebstahls-Möglichkeit fast aus. Das würde nur passen, wenn die anderen Aldi tragen und auch mal so ein tolles Teil wollen.

Wie wäre es denn mit einer Kapuze?

Michaela

von MichaelaM - am 24.01.2006 05:42
Hallo,

Zitat

Erstens kaufe ich keine Mützen für 29¤. Nimmt man die für 2.95, bekommt man für das Geld fast 10, das reicht ein paar Wochen. Erstaunlicherweise verschwinden die übrigens auch nicht so schnell.
Genau das wollte ich auch gerade vorschlagen. ;-)

Wir haben auch schon Mützen irgendwo am Straßenrand, am Bahndamm oder am Fußballplatz gefunden und gewaschen, weil sie noch völlig in Ordnung waren. Eine ganze Kiste davon haben wir inzwischen, also nervt es uns nicht, wenn eine davon verschwindet. Dann ist es eben für uns "wie gewonnen, so zerronnen".

Für Markenklamotten geben wir ohnehin kein Geld aus, so lange ein Kind so schnell wächst (wenn es nicht Geschenke der Verwandtschaft sind). Das ist zum Klau in der Schule dann auch nicht attraktiv.

Viele Grüße

von FelixMum - am 24.01.2006 12:01
Hallo Michaela!
Ja mit der Kapuze ist eine gute Idee, habe ich heute sowieso eingeführt. Ist ihm peinlich, aber bei der Kälte hat er sich aufgesetzt. Aber ein Mal die Woche ist Schwimmen und Mützenpflicht, wer da keine mit hat, darf am Unterrricht nicht teilnehmen.
Reduziert sich das Risiko auf ein mal die Woche.
Im übrigen sind nicht alle so teuer, bei ebay kann man die manchmal ganz günstig bekommen, obwohl ich bis heute nicht verstehe, warum eine Mütze mit einem New York-Zeichen vorn dran, schöner ist, als wenn nur Sport draufsteht.
Aber Einzelkind und dann kauf ich's ihm eben.
Etu

von Etu - am 24.01.2006 14:08
Hallo Martina,
sie war, nach seinen Angaben, im Schulranzen, wurde gestern nachmittag noch in der Turnhalle gesichtet (wie auch immer sie dorthin gekommen ist) und ist da nicht mehr.
In der Schule gibt es keine Fächer und seit kurzem eben auch keine Schränke mehr, weil die im Flur waren und immer geklaut wurden.
Er geht auch in eine Ganztagsschule, aber keine geschlossene, sondern offene Ganztagsschule, was immer das auch heißen mag, nachmittags ist nicht Pflicht, aber wenn man sich angemeldet hat, soll man kommen.
Etu

von Etu - am 24.01.2006 14:17
Habt Ihr an der Schule keine Fundkiste - beim Hausmeister oder so? Da haben wir bis jetzt auch meistens verschwundene Sachen wiedergefunden, von der Mütze bis zum Turnbeutel, auch wenn selten klar ist, wie sie da eigentlich hingekommen sind.
Seit meiner den ersten verlorenen Füller (war ja eigentlich auch nur im Etui) für
7,- ¤ - und das sind schon die billigen Füller und eigentlich nicht besonders gut geeignet - von seinem Geld nachkaufen musste, ist er komischerweise nie wieder verschwunden.
Aber für so teure Mützen habe ich auch nicht allzu viel Verständnis, wenn es ihm so wichtig ist, sollte er vielleicht mal selbstständig dafür sparen...
lg

von Sunny - am 24.01.2006 15:03
Hallo Sunny,
ja, haben wir, wie ich gleich zu Anfang geschrieben habe, aber da war nichts.
Das mit dem Taschengeld muss ich mal ausprobieren, mal sehen, wie lange ich konsequent bleiben kann.
ETU

von Etu - am 24.01.2006 19:46
Hallo Etu,

ich verstehe ja noch bis zu einem gewissen Grad, dass ein so junger Junge meint, er müsse seine Klassenkameraden mit Überanpassung und Markenklamotten beeindrucken. Wenn die dann aber geklaut werden, zeigt das doch, dass in der Klasse ein unseliger Konsumterror herrscht. Es kann doch rein mathematisch gar nicht sein, dass in der Klasse nur Kinder sind, deren Eltern so teure Klamotten kaufen können. Aber offenbar ist der Druck stark, solche Sachen zu besitzen. Was machen dann Kinder, die zuhause keine kriegen (können)??? ...entweder sich ausschließen lassen oder klauen!
Ich finde, das Thema ist was für einen Elternabend, aber ohne Vorwürfe und Verdachtsäußerungen, sondern einfach so in dem Sinne, ob es nicht für alle entspannter wäre, wenn alle Kinder zur Schule nach Möglichkeit no-name-Klamotten anziehen und die teuren Markensachen eben nur am Wochenende. Früher gab es auch "Schulsachen" und "Draußen-Sachen" und "Sonntagsklamotten".

Meine Tochter (1. Kl.) hat ein massives Mützen- und Schalproblem. Wir lösen das dadurch, dass wir alles mindestens doppelt besitzen (und für nichts mehr als 5 Euro ausgeben) und alles in auffälligen Farben oder Mustern ist, so dass es leicht wiederzufinden ist. Bei Jungs ist das viel schwieriger, unter all den marineblauen und schwarzen Teilen das eigene zu finden. Vielleicht hilft es schon, mal was mit neongelben Streifen oder so zu nehmen?

Fröhliche Eiszeit

Takahe

von Takahe - am 24.01.2006 20:05
Hallo Takahe!
Ja, die Jungs sind so. Bei den Mädchen ist das nicht so arg.
Die nicht so viel Geld haben, kaufen entweder Second Hand oder Ebay, oder besorgen sich das wahrscheinlich auf andere Art und Weise, ja richtig.
Das war schon ein Elternabendthema, hatte ich schon erwähnt, daraufhin dürfen die Sachen nunmehr nur noch im Klassenraum aufgehängt werden dürfen, sonst ändert sich nichts.
Bald wird es ja etwas wärmer ;-)
Etu

von Etu - am 24.01.2006 21:24
Hallo etu!
Selbst zu meiner Zeit war dieses Thema schon aktuell. Wie viele Mützen, Handschuhe und Hausschuhe mussten meine Eltern kaufen, weil meine mal wieder weg waren.(und ich war nicht schluderig) Manche Sachen habe ich auch wieder gefunden. Die Großen spielten damit entweder Fußball oder sie wurden auch versteckt. Dabei war es total egal, von wem sie die Sachen nahmen. Manchmal lag alles total verstreut im Pavillion umher. Darüber haben wir uns sehr geärgert aber eine Änderung hat keiner erreicht.
Auch bei meinen Kindern gab es keinen, bei dem noch nichts weggekommen ist.
Habe mitbekommen, das manchmal selbst die Eltern nicht mal wissen, was für Sachen ihr Kind eigentlich hat. Da wird in der Eile einfach irgendwas angezogen, was so ähnlich aussieht und ab gehts nach Hause. Wenn es hinterher bemerkt und zurückgegeben wird es ja ok., wir haben es auch schon anders erlebt.

Habe mal nachgeschaut, die Schule muß wirklich nicht zahlen. Im Internet habe ich von einem ähnlichen Fall gelesen. Man riet, es mal über die eigene Haftpflichtversicherung zu versuchen. Da muß eine bestimmte Klausel drinstehen. Welche weiß ich nicht. Der Diebstahl muß aber bei der Polizei angezeigt sein.

Wie schlimm der Gruppenzwang sein kann, habe ich schon gehört. Da bin ich soooo froh drüber, das es bei uns noch nicht so ist. Dein Sohn steckt da irgendwo in der Klemme.
Ich würde auch eine Elternversammlung vorschlagen, mit einem Apell an die Eltern, das sie da ein bischen mithelfen sollten. Denn ich würde es mitbekommen, wenn mein Kind etwas aus der Schule mitbringt, was ihm nicht gehört.
Bei uns gab es sogar Taschenkontrollen, ich weiß nicht ob man das heute noch darf?
Das er seine Mütze selber bezahlen soll, diese Entscheidung finde ich schwierig.
Das er dann besser darauf aufpasst ist die eine Seite aber wenn er wirklich nichts dafür kann das sie dann weg ist, da wäre er ja doppelt bestraft.
VLG Kerba

von Kerba - am 24.01.2006 22:20
Hallo,
ich meinte nicht, von vornherein selber bezahlen, aber wenn er sie verschlampt, dann selber ersetzen. Meiner packt seine Mütze und Handschuhe jetzt immer direkt in seinen Ranzen, da können sie nicht so leicht verschwinden, denn er ist auch sehr schluderig (auch 7 und 3. Klasse). Seit er die Konsequenzen wirklich selber (finanziell) zu spüren bekommt, ist es besser geworden. Ein schlechtes Gewissen habe ich auch manchmal, hart zu bleiben, wenn er sich wirklich nicht erinnern kann und sagt, er hat aufgepasst und sie da oder dort hingelegt. Denn wir haben auch schon erlebt, dass andere Kinder die Sachen auf den Schrank oder sonstwohin schmeißen. Aber im Endeffekt kann man auch einigermaßen aufpassen, dass andere nicht rankommen (im Ranzen z.B.). Und wenn sie direkt vom Kopf gerissen werden (was leider auch vorkommt) sieht man ja wenigstens, wo sie hingeschmissen werden... und wenn er mir konkret sagen kann, dass jemand sie weggenommen hat, dann ist es eine andere Situation. Da kann ich ihm zum Glück immer glauben, denn er ist notorisch ehrlich (hat übrigens auch so seine Nachteile ;-)).
Was die Schule angeht, habe ich auch nicht das Gefühl, dass es irgendjemanden sonderlich interessiert. Klar wird mal gesagt "nehmt keine Sachen weg" oder "passt auf Eure Sachen auf", aber das war es dann auch schon mit dem Interesse.

von Sunny - am 25.01.2006 09:04
Hallo,

ich kann mir nicht vorstellen, dass ALLE Kinder aus eurer Klasse Markenklamotten tragen.

Diesen Zirkus würde ICH jedenfalls nicht mitmachen. Nicht, weil wir es uns nicht leisten könnten, sondern weil mir das Geld dafür zu schade ist. Ich kann nicht die Ausrede gebrauchen: "Kind, das können wir uns nicht leisten!" Diese Aussage finde ich allerdings auch bedenklich - das "Nichtleistenkönnen" sollte nämlich nicht der Grund gegen Markenklamotten u.ä.sein.


Kurzum: Ich würde eine günstige Mütze kaufen und dem Kind klar machen, dass es im Leben Wichtigeres gibt, als sich mit Labels auf irgendwelchen Klamotten zu beschäftigen.
Aber egal, ob billige oder teure Mütze: Eltern und Lehrer sollten sich bei einem Elternabend einmal darüber unterhalten, was man gegen die Diebstähle tun kann.



PS: Was mich interessieren würde: Welche Gründe bringen die Kinder/Jugendlichen denn eigentlich an, warum gewisse Marken sein müssen?
Verwandte von uns schwören auf die hervorragende Qualität von der "Marke mit dem Krokodil" & Co............. Übrigens bekam meine Tochter eine (wie ich finde teure) Adidas-Turnhose geschenkt "Made in China" :D , die sie nur 1 x getragen hat, da sie nach dem Waschen zu kurz und zu eng war :-( )


[www.fh-welcome.de]


VG





von KSK - am 25.01.2006 09:19

Re: Markenklamotten

Hallo,

Zitat

dem Kind klar machen, dass es im Leben Wichtigeres gibt, als sich mit Labels auf irgendwelchen Klamotten zu beschäftigen.
genau das tun wir ohnehin von Anfang an. Aber es kommt eben darauf an, wie großen Wert die Eltern selbst darauf legen und wie dieses Thema in der Familie behandelt wird. Wenn das Kind es nicht anders vorgelebt kriegt, unterliegt es diesem Gruppendruck (wie auch schon die Eltern) oder eben nicht.

Da wir selbst bei unseren Klamotten keinen gesteigerten Wert darauf legen und Markenware schon gar nicht als "Persönlichkeitsprothese" brauchen, ist unser Sohn (sogar als Einzelkind) so aufgewachsen und das ist weder für ihn noch für seine Kameraden ein Thema. Er spart sein Geld auch lieber für wichtigere Dinge, z. B. einen Sommerurlaub oder Technikspielzeug. Auch für Schulsachen kaufen wir nur bedingt Markenware - so ist es für uns ein Unterschied, ob er einen bestimmten Füller von Pelikan haben soll oder schlichte Schulhefte oder Glitzerfarbe für den Unterricht, in dem dann ein- oder zweimal herumgekleckst wird. Die holen wir auch vom Discount, und nicht von UHU. Ist uns viel zu teuer auf die Dauer. Sein Schulranzen hält nun auch die ganze Grundschule aus und hat über ebay ein Drittel von den üblichen gekostet. Unser Sohn kann vieles, was andere nicht können, er muss sich nicht über Klamotten profilieren, er hat schon Profil in seiner Persönlichkeit genug. Das weiß er auch, und deshalb braucht er sowas nicht.

Warum sich gerade Jungen angeblich mit Klamotten so brüsten, ist mir allerdings schleierhaft - ich kenne Jungs und Männer aus meiner eigenen Schul- und Studienzeit als reichlich modisch desinteressiert und "abgerissen". Gestört hat mich auch das nie. Das müssen ja heute ganz arme Würstchen sein, wenn die sonst keine echten Jungen-Interessen und Hobbies mehr haben, als voreinander mit Klamotten zu protzen. Es kommt auch auf den Anlass an, zu dem man etwas trägt - Business und Oper, da würde ich auch nicht gerade von KiK kaufen oder von Penny, aber für Kinderkleidung gibt es tatsächlich kaum etwas Unverwüstlicheres als die Marke "Formicula" von Aldi.

Wenn alle Eltern sich einfach über dieses blödsinnige Argument "Warten Sie mal, bis er in die Schule kommt, dann fühlt er sich ausgeschlossen, wenn er dies und jenes nicht hat" (wir warten darauf heute noch ;-) ) mit mehr Selbstbewusstsein hinwegsetzen würden und dem Kind das von dir genannte Prinzip klar machen, dann wären die Verhältnisse an den Schulen auch nicht diese, vor denen dann in diesem Argument gewarnt wird. Der Herdentrieb geht nämlich von den labelzentrierten Eltern aus, die die Voraussetzungen für diesen Gruppendruck an den Schulen ihrer Kinder doch erst selbst schaffen.

Viele Grüße

von FelixMum - am 25.01.2006 10:22
Hallo!

Heute war ich in einer 2. Klasse. Lauter ganz normale Kinder. Plötzlich kam ein Mädchen bei mir an: "Meine Brotdose liegt noch in Flur. Darf ich sie holen." Natürlich dufte sie, ich bin ja kein Unmensch. Sie zeigte mir, wohin sie die Dose gelegt hatte. Dort lag nur eine fremde Dose. Die gab sie der Eigentümerin. In der nächsten kleinen Pause wurde dann ein Suchtrupp gestartet und erstaunlicherweise war die Dose auf dem Pausenhof.

Was ich damit sagen will: Die Kinder täuschen sich oft, wohin sie die Sachen gelegt haben. Manchmal stecken sie auch im Jackenärmel oder in der Tasche und werden auf dem Heimweg verloren. Aber wer traut sich schon, das zuzugeben?

Übrigens: Wir haben früher auch "Lacoste-Shirts" aus der Türkei mitgebracht und ich weiß, dass eine Mutter sogar die Krokodile noch abtrennte und auf andere Shirts nähte.

Übrigens Felixmum: Bei Penny gibt es oft sogar Markenshirts zu fairen Preisen.

Marion

von MarionPE - am 25.01.2006 13:09

Re: @Marion - Labels einnähen

Hallo,

Zitat

ich weiß, dass eine Mutter sogar die Krokodile noch abtrennte und auf andere Shirts nähte.

hey, woher kennst du meine Mutter? ;-)

Das ist kein Scherz, das kenne ich auch. Der Grund: Meine Eltern hatten seinerzeit kein Geld für Markenklamotten und ich fing deshalb mit dem Selbstschneidern an. Weil ich mich zuerst schämte, meine eigenen Kreationen in der Schule an- bzw. auszuziehen (z. B. Umkleide, Sport), kamen wir auf diese Idee.

Das dauerte aber nicht lange und ich war davon geheilt: Denn ich hatte selbst gesehen, wie blöd die anderen waren, dass ihnen das so wichtig war und dass sie eigentlich nicht die Klamotten, sondern nur das Label daran wichtig fanden. Dabei bekam ich von meiner Selbstschneiderei viel mehr Anerkennung und Bewunderung, weil ich damit etwas konnte und hatte, was sonst keiner in der Klasse konnte und hatte. Meine Sachen waren immer Unikate, sogar weltweit. Und soll ich dir was sagen: Das hat damals unter den Mädchen sogar eine Art Trend ausgelöst, plötzlich fingen einige mit dem Selbernähen an und beim Abiball gehörte es schon dazu, wenn das Abendkleid (möglichst extravagant) selbst genäht war. Das war eine Art Wettbewerb um die beste Kreation. Eine damalige Freundin hat das später sogar in die Modebranche gebracht. Ich wollte das aber nur als Hobby betreiben, weil ich aus einem Burda-Wettbewerb erkannt hatte, wie das Geschäft wirklich läuft. (Die Freundin hat nach Jahren des Mobbing und der extremen Ausbeutung bei einem großen Modehaus später den Job übrigens hingeworfen.)

Eine schöne Geschichte, die ich hiermit allen interessierten Eltern zum Nachdenken und vielleicht auch zum Nachmachen schenke. Denn das war kreativ. Label kaufen ist nicht kreativ, das ist nur uniform. Deshalb gibt es ja heute den Trend, Label und Discountware zu mixen, z. B. H&M setzt auf sowas. Damit kreieren sich die Teens von heute wenigstens einen Hauch von "eigenem" Look. Aber nur Label - buh, wie langweilig.

Viele Grüße

von FelixMum - am 25.01.2006 17:38

Re: @Marion - Labels einnähen

Hallo,

muss mich mal kurz dazu einmischen. Sicher habt ihr alle recht, es gibt nichts schlimmeres als Markenfetischisten.

Aber wenn man auf Qualität achtet und auch nur in ganz geringem Maße auf die Herstellungsbedingungen, dann führt an Markenprodukten oft kein Weg vorbei.

Kleidungsstücke aus Discountern bestehen oft aus Polyester oder Mischgeweben. C&A hat seit einigen Jahren ab Gr. 122 eine fürchterlich ordinäre, vulgäre, qualitätsmäßig grausige Kollektion in den Läden - zumindest für Mädchen. Meine Tochter geht im Sommer nicht im bauchfreien Glitzerfummel in die Schule.
Die Billigschuhe bei Deichmann u.ä. sind fast immer aus Kunstleder, da kann man die Füße bald aufs Brot schmieren, bei dem Duft, den sie da entwickeln.

Gerade gestern waren mein Mann und ich auf Einkaufstour, er war zum ersten Mal beim Kinderkleiderkaufen dabei und er ist wirklich ein ganz sparsamer. Aber er hat ob der schlechten Qualität bei hohen Preisen die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.
Bei Kaufhof, Karstadt, H&M und C&A hätte ich für unseren Sohn keine länger als 3 Wochen haltbare Jeans gefunden, die weniger als 22 Euro gekostet hätte. Im "Markenladen" von S.Oliver habe ich im Ausverkauf eine für 11,50 gekriegt. Das ist dann zwar die von euch vielgescholtene Marke, aber es ist gute Qualität zu einem super Preis.
Dazu kommt noch, dass die Hosen aus den Discountern meinen schmalen Heringen einfach nicht passen. Sie sind einfach zu weit. Und die "Markenhosen" haben alle einen verstellbaren Gummi im Bund.

Damit wollte ich jetzt keine Lanze für Markenklamotten brechen - ich bin beileibe kein Markenfetischist. Wir sparen dann eher bei Sachen, die eh nicht lange haltbar sein müssen. Der ganze Schulkram, wie FelixMum schon schrieb, gibts super billig im Resteladen, Joghurt schmeckt von Aldi besser als viele andere, Wasser kommt günstig aus dem Wasserhahn und nicht aus Frankreich.
Soviel nur, damit ihr mich nicht in der Luft zerreißt :-)

LG, Heike, deren Tochter gerade morgen eine neue Hose von Esprit und ein Shirt vom Flohmarkt anzieht. Gesamtpreis 16,50. Schuhe vergessen: Echt Leder Stiefel von Naturino, eigentlich schweine-pervers-teuer. Gekauft für 15!!!! Euro im Lagerverkauf, der jedes Vierteljahr in einer großen Halle bei uns stattfindet.

von heike2 - am 25.01.2006 20:07

Markenklamotten

Hallo miteinander!
Also zum o.g. Thema nochmal. In der alten Schule, wo er 5 bzw. später dann 6 war, gab es so was überhaupt nicht. Ob das daran liegt, dass die Kinder noch zu klein / zu jung dafür waren oder dass es eine "bessere" Gegend war. Die Eltern waren jedenfalls meist "normal" drauf und haben auf andere Sachen Wert gelegt. In der Schule, wo er jetzt ist, sind 90 Prozent Ausländer, immerhin 4 Deutsche in der Klasse. Aber man kann überhaupt nicht davon reden, dass es die Eltern vorleben. Denn die schicken schwarzen langen Mäntel und die tollen schwarzen Kopftücher, die viele der Mütter lieben, habe ich noch nie in einer Markenboutique gesehen und Labels sind da auch nicht drauf. Und gerade deren Kinder fahren auf so was ab.
Die Markenlabels, die gerade bei meinem Sohn inn sind, sind leider draufgestickt und somit kann man die schlecht abtrennen. Ist aber eine gute Idee ansonsten für vorläufig. Denn die Kinder sind ja nicht auf den Kopf gefallen und merken irgendwann, wenn sie größer werden, dass sie nicht "echt" sind und auf dem Größenschild ein anderer Name steht.
Was die Elternabende betrifft, ich bin alleinerziehend und gehe da nicht gerne hin, weil sie sich immer so in die Länge ziehen und teilweise bis 21:30 gehen. So lange möchte ich mein Sohn nicht allein lassen. Denn viel Zeit wird mit emotionalen "Ratschlägen" ( bei Problemen einfach mal 'ne Tracht Prügel und dann sind sie weg..) und Übersetzen vertrödelt.
Welche Gründe für die bestimmten Klamotten, kann ich nicht sagen, wenn nichts draufsteht, dann juckt es hier und zwickt da oder stinkt, oder er ist allergisch gegen das Material (sagt er) oder passt nicht.
Die Schulmaterialien, die gekauft werden sollen, sind übrigens vorgeschrieben und sollen von Pritt, Pelikan, Lami usw. sein, weil die angeblich besser sind.
Übrigens hat mein Sohn jetzt 1 Euro Belohnung (von seinem Taschengeld) für den ehrlichen "Finder" der Mütze ausgesetzt und diese Zettel mit einem Foto, wo er mit der Mütze drauf zu sehen ist, hängt er morgen überall auf. Tolles Engagement, aber ob das so viel bringt. Wir werden sehen.
Bis dahin erst mal danke für die erfrischenden Tipps und Anekdoten.
Etu

von Etu - am 25.01.2006 20:28

Re: Markenklamotten

Hallo Etu!

1. Erkundige dich mal, was die Mütter unter ihren schwarzen Mänteln und Kopftüchern tragen, übrigens: in deren Heimatländern gibt es tatsächlich Designerläden dafür.

2. Gab es keine andere Wohngegend/Schule für euch; da ist dein Sohn ja der Ausländer. Sind wenigstens die Lehrer engagiert oder haben sie schon resigniert.

3. Ab 128 wird es bei Jeans knapp, vorher hatte wenigstens KIK noch eng geschnittene für meinen Sohn, je 4,99. Aber es stimmt, Schiesser passte schon immer besser. Bei Schuhen weichen wir auf Markenschuhe aus, nachdem wir feststellten, dass die Billigschuhe meist nach dem dritten Tragen völlig runtergekommen aussehen. Aber bei Mützen achtet mein Sohn garantiert nich auf so etwas. Schulranzen: Unsere Kinder hatten zuerst alle den samsonite, weil der bei unserern Zwergen am besten passte. Beim dritten habe ich ihn dann aber schon im Herbst vorher als Auslaufmodell gekauft. Wir haben denm Ranzen unserer Großen noch an ein Nachbarkind weiter gegeben, die ihn auch noch jahrelang benutzt hat.

Ich denke, bei manchem ist Qualität angesagt, gerade bei den Dingen, die lange benutzt werden sollen. Aber immer ist das nicht so und bei Mützen, Schals Handschuhe sehe ich die Lebensdauer wegen der hohen Verlustquote als zu gering an.

Die wirklich guten Marken brauchen übrigens kein Riesen-Label

Marion

von MarionPE - am 26.01.2006 06:22

Re: @Heike - Schnäppchen

Hallo Heike,

Zitat

Im "Markenladen" von S.Oliver habe ich im Ausverkauf eine für 11,50 gekriegt. deren Tochter gerade morgen eine neue Hose von Esprit und ein Shirt vom Flohmarkt anzieht. Gesamtpreis 16,50. Schuhe vergessen: Echt Leder Stiefel von Naturino, eigentlich schweine-pervers-teuer. Gekauft für 15!!!! Euro im Lagerverkauf,


das ist Schnäppchenjagd - unter Nicht-Markenfetischisten ausdrücklich erlaubt. ;-) ;-) ;-) Auch wir sind da seit der Kindheit Profis, was Auslaufmodelle und Ausverkauf angeht. Wir tragen z. B. auch niemals Plastikschuhe (außer Badelatschen), aber auch nie zum regulären Preis. ;-)

Viele Grüße

von FelixMum - am 26.01.2006 08:07

Re: Kleidung als Statussymbol

Hallo Etu,

Zitat

In der Schule, wo er jetzt ist, sind 90 Prozent Ausländer, immerhin 4 Deutsche in der Klasse. Aber man kann überhaupt nicht davon reden, dass es die Eltern vorleben. Denn die schicken schwarzen langen Mäntel und die tollen schwarzen Kopftücher, die viele der Mütter lieben,
es ist allgemein bekannt bzw. man kann das gut beobachten, dass genau diese Gruppen bestimmte Statussymbole brauchen. Ich bemerke das an unseren Schule ebenso, aber da ist das Zahlenverhältnis nicht so krass - eher umgekehrt, 4 Türkenkinder in der Klasse und 12 deutsche. Deshalb geht das auch.

Aber was bei euch passiert ist folgendes: Die Eltern, die den Kindern schon oft aus ihrer eigenen (schlechten) Bildungssituation kein besseres Bildungsangebot machen können, weil ihnen schlicht das Bewusstsein dafür fehlt, das das den Kindern am besten täte, kompensieren ihren Wunsch nach Integration und Zugehörigkeit über Konsumartikel: Das sind dann z. B. bestimmte "In"-Süßigkeiten, Markenchips und Schleckerkram, der gerade angesagt ist, angesagtes Spielzeug, Computerspiele und eben Klamotten. Wir wundern uns da auch oft, wofür diese Leute so viel Geld ausgeben, dabei kennen die Kinder weder Bücher noch ein Musikinstrument oder sind in einem Verein anzutreffen. Aber dafür reicht es dann wieder nicht, dabei wäre das viel integrativer und viel wichtiger, damit sie nicht einfach nur herumhängen mit ihren Klamotten und nichts Sinnvolles mit sich anzufangen wissen. Das kapieren diese Leute aber nicht. Ich will das aber nicht nur auf Ausländer begrenzen, es gibt genügend deutsche Eltern, die so denken. Doch bei ausländischen Mitbürgern einer unteren Bildungsschicht ist das doch sehr ausgeprägt. Da ist es wichtig, dass Papa einen Mercedes vor der Tür stehen hat, und wenn er auch gebraucht ist, es zählt der Stern auf der Haube. (es gibt dazu übrigens einen ganz köstlichen Spielfilm, den ich absolut empfehlen kann, er heißt "Mercedes mon amour" und erzählt die Geschichte eines Gastarbeiters, der sich in Deutschland einen Mercedes kauft, um damit nach Hause in die Türkei zu reisen und nach Jahren seine Braut damit zu beeindrucken. Was passiert, ist eine Komik nach der anderen, denn das Auto ist am Ende der Reise natürlich schrottreif und die Braut hat längst einen anderen, sein Dorf wurde plattgemacht und die Leute umgesiedelt. Ist ein herrlicher Streifen, sehr realistisch dazu.)

Die Kinder dieser Leute sehen aus wie aus dem Ei gepellt, bekommen aber anstatt einer ordentlichen Mahlzeit dann trockene Nudeln ohne Soße zu Mittag und als Frühstück bringen sie auf nüchternen Magen eine Tüte Chips in die Schule, eine Dose Markencola und holen sich für Geld was Süßes vom Bäcker. Wir haben das schon erlebt und gesehen und wundern uns über nichts mehr. Das ist absolut kein Klischee, das ist Realität. Die erleben wir auch. Wir dachten zuerst, dass es ein Klischee ist, aber wurden doch inzwischen eines Besseren belehrt. Also insofern kann ich deine Einschätzung gut nachvollziehen.

Wichtig ist nur, dass du deinem Kind versuchst beizubringen, dass es all diese Dinge nicht nötig hat und genügend Selbstbewusstsein dagegen entwickelt. Dein Kind wird im Vergleich zu den Markenträgern seiner Klasse das große Glück haben, eine gebildete Zukunft zu erleben, in der diese Statussymbole nicht nötig sind, um irgendwo dazu zu gehören. Ganz im Gegenteil - die anderen sind so viel dümmer, weil sie nicht einmal das wenige Geld, das sie haben, sinnvoll in Bildung investieren, von der sie später die Möglichkeit eines höheren Einkommens hätten, um sich davon dann kaufen zu können was sie mögen - oder eben auch freiwillig darauf zu verzichten, weil Äußerlichkeiten ihnen nichts bedeuten. Diese Leute, die so denken und handeln, drehen sich aber ewig im Kreis und geraten niemals aus ihrem Dunstkreis der einfachen Statussymbole heraus. Denn das Geld, das ihnen wenigstens zu mehr Bildung verhelfen könnte, ist ja dann für die Klamotten drauf gegangen - und für die ungesunde Ernährung, und für Ballerspiele, die Kinder nur nervös und unkonzentriert machen, wovon sie nur noch schlechter in der Schule werden. Diese Leute setzen alles auf Kompensation, und das ist sehr dumm. Dein Sohn muss nicht auch so dumm sein wollen, das solltest du ihm vermitteln.

Viele Grüße

von FelixMum - am 26.01.2006 08:30

Re: Nachtrag - alleinerziehend

Hallo Etu nochmal,

hierzu
Zitat

Was die Elternabende betrifft, ich bin alleinerziehend und gehe da nicht gerne hin, weil sie sich immer so in die Länge ziehen und teilweise bis 21:30 gehen. So lange möchte ich mein Sohn nicht allein lassen.
ist mir noch etwas eingefallen, bitte aber nicht falsch verstehen: Du bist alleinerziehend, was zum Thema Kompensation darauf hin deutet, dass du dich möglicherweise unbewusst deshalb so um die Markenware deines Sohnes sorgst, weil du eben allein bist und daher in diesem permanent schlechten Gewissen lebst, beide Elternteile für ihn nicht ersetzen zu können und das Kind doch glücklich zu sehen. Wenn du es einrichten kannst, so überlege dir aber, welchen Sinn das langfristig macht und ob es nicht besser wäre, mit deinem Kind mehr Zeit z. B. in einem Zoobesuch oder irgendwo anders zu verbringen als dein hart erwirtschaftetes Geld für den Preis deiner notgedrungenen beruflichen Abwesenheit ihm nur in Materie, also auch in Markenkleidung anzubieten. Damit wenigstens er keinen Mangel leidet, er auch dazugehören kann und keine weiteren Probleme entstehen (weil jede zusätzliche Auseinandersetzung nur noch mehr Kraft kostet, die dir ja kein Partner abnimmt, sondern mit der du allein dastehst). Dein Kind lernt aber auf diese Weise auch nicht, sich damit auseinanderzusetzen und lernt nur, dass es die Mama so recht gut erpressen kann, wenn es ihr zu verstehen gibt "du hast mich nicht genügend lieb, wenn du mir dies und jenes nicht kaufst". Er kann dann alles von dir haben. Da du in diesem Dilemma der Alleinerziehenden steckst, bist du dann auch erpressbar, um beinahe jeden Preis. Das macht es nur noch schwerer. Also "alleinerziehend" ist hier eine ganz zentrale Information für dein Problem.

Ich habe festgestellt, dass auch Alleinerziehende unter diesem Druck der Statussymbole leiden (ähnlich wie die beschriebene Gruppe der Ausländer), aber eben aus anderen Motiven und Gründen. Doch Zeit, die du mit dem Kind verbringen kannst, ist nicht käuflich - für kein Label dieser Welt. Überlege mal. Soll nur ein Anstoß sein für euch beide, mal darüber zu reden.

Viele Grüße

von FelixMum - am 26.01.2006 09:02

Re: Nachtrag - alleinerziehend

...also Felixmum, Deine Vorurteile (diesmal gegenüber Alleinerziehenden) sind immer wieder unglaublich erfrischend! Respekt!!!

von Gast - am 26.01.2006 10:11

Re: was für Vorurteile??

???

das sind keine Vorurteile, darüber gibt es inzwischen schon wunderbare Erkenntisse unter Psychologen und Soziologen. Aber macht nix.

Ich habe auch keine Vorurteile gegenüber Etu, ich versuche nur, ihr Dilemma zu verstehen und ihr eine andere Perspektive zu geben. Wenn das schon ein Vorurteil ist, dann ist die Diskussionskultur in Deutschland ja schon toll entwickelt.

Gruß

von FelixMum - am 26.01.2006 10:48

Re: was für Vorurteile??

Hallo,

ich muss gestehen - ich verstehe den Verlauf dieser Diskussion nicht.

Etu erzählt, dass ihrem Sohn offenbar von den Mitschülern Sachen geklaut werden. Wenn das zutrifft ist es eine absolute Sauerei - nicht nur wegen der Kosten - und für das Kind eine massive Belastung (nicht zuletzt wegen des Verdachts, die Sachen selber verschusselt zu haben).

Aus einigen Antworten lese ich (ganz subjektiv) ein "selber schuld, warum kauft ihr so teure Sachen" heraus. Das kann es ja wohl nicht sein! Klar, bei einem schlampigen Kind würde ich auch keine teuren Sachen kaufen (oder zumindest nicht öfters als ein mal). Trotzdem halte ich das Signal an das Kind "wenn du etwas hast, das anderen auch haben wollen, musst du damit rechnen, dass es dir gestohlen wird" für fatal.

@etu
Rat habe ich leider auch keinen. In unserer Schule gibt es auch Probleme - bei grundsätzlich ganz andere Konstellation und trotz allgemeiner Zusammenarbeit. Dabei habe ich auch beobachet, wie es die betroffenen Kinder belastet, wenn so etwas öfters vorkommt - besonders, wenn es nur bestimmte Kinder betrifft.
Die Idee mit dem Zettel finde ich toll (ich hätte allerdings vermutlich im ersten Schritt auf den Finderlohn verzichtet ;) ). Wichtig ist, glaube ich, dem "Finder" eine Möglichkeit zu geben, die Sachen ohne "Gesichtsverlust" zurückzugeben (ev. anonym?). Vielleicht ist es auch notwendig, erst mal ein gewisses Unrechtsbewusstsein zu entwickeln. Eine Mütze zu verstecken läuft erst einmal unter "Spaß".Zurückgeben wird dann blöderweise vergessen...
Vielleicht könnten alle Kinder beim Suchen helfen?

Liebe Grüße
indri

von indri - am 26.01.2006 12:10

Re: was für Vorurteile??

Hallo,

noch was zu den Marken-Klamotten.
Ich trage üblicherweise keine Kleidung wegen der Marke und kaufe auch für die Kinder nach anderen Kriterien ein als wegen eines bestimmten Herstellers.

Trotzdem finde ich die teilweise hier geäußerte Kritik etwas überzogen. Das läuft genau ins andere Extrem - wer etwas kauft, das teurer ist, ist automatisch dem Konsumwahn verfallen?
Mir persönlich (bei zwar nicht extrem üppig aber zugegebenermaßen recht gut ausgestattetem Familienbudget) wäre es zum Beispiel viel zu blöd, ständig auf Schnäppchenjagd zu gehen oder nur beim Diskonter einzukaufen. Wenn ich über ein Sonderangebot oder über Abverkaufsware stolpere, nehme ich sie natürlich auch gerne, aber ich denke doch, dass viele Dinge (wenn auch bei weitem nicht alle) einen gewissen Preis wert sind. Damit Kleidungsstücke zu den Preisen, die hier teilweise genannt werden, angeboten werden können muss irgendwo in der Produktionskette massiv gespart worden sein - sei es an der Qualität, den Rohstoffen oder den Löhnen. Hohe Preise sind keine Garantie für gute Arbeitsbedingungen, aber extrem niedrige Preise sind eine Garantie dafür, dass in der 3. Welt zu schlechten Bedingungen produziert wurde.

Unabhängig von irgendwelchen ideologische Fragen meine ich, dass man Kindern nicht zumuten sollte, für die Weltanschauung der Eltern zu "kämpfen". Natürlich werde ich meinen Kindern erklären, dass ich es schwachsinnig finde, Kleidung nur nach dem Etikett zu kaufen oder andere nach ihrer Kleidung zu beurteilen. Klar bin ich stolz darauf, wenn meine Kinder selbstbewusst genug sind, dem Gruppenzwang zu widerstehen - aber ich würde sie nicht dazu zwingen, wenn sie darunter leiden.
Kinder wie Etus Sohn haben ohnehin einen schweren Stand, wenn sie viel jünger sind als der Rest, durch ihren Sonderstatus auffallen, vielleicht als "Streber" gelten... Ich meine, wenn es ihnen so wichtig ist, zumindest in einem Bereich einmal nicht Außenseiter zu sein, so muss man das auch akzeptieren (zumindest in einem gewissen Ausmaß).
Nicht alles, was einem Erwachsenen erstebenswert und wichtig erscheint, ist es auch für eine Kind. Selbst Dinge, die im Moment Begeisterung hervorrufen, können vielleicht auf Dauer nicht die Quälereien oder auch nur kleine Sticheleien durch Mitschüler aufwiegen. Das Kind leidet in der Gegenwart, es will jetzt dazu gehören - da hilft der Ausblick auf bessere Berufschancen nicht wirklich.

Liebe Grüße
indri

von indri - am 26.01.2006 12:43

Re: Markenklamotten

Hallo MarionPE!


1. Erkundige dich mal, was die Mütter unter ihren schwarzen
Mänteln und Kopftüchern tragen


So gut kann ich nicht türkisch ;-), aber einige, die unter Frauen auch mal die Hüllen fallen lassen, tragen einfache normale Sachen drunter.

2. Gab es keine andere Wohngegend/Schule für euch

Mein Sohn war in einer guten Gegend in der 1. Klasse und die Lehrerin hielt ihn wegen seines unmöglichen Benehmens nicht für schulfähig (er kann ja nicht mal still sitzen) Es gab Mobbing, Tadel, psychosomatische Störungen, Krankenhaus...
Dann stand ein Schulwechsel an und nirgends war ein Platz zu finden. Niemand wollte ihn oder hatte keinen Platz frei, bzw. ich hätte jeden Morgen und jeden Abend ca. 1 Stunde Fahrzeit in Kauf nehmen müssen, für einen Weg. Als ich am ersten Schultag immer noch kein Platz hatte, habe ich mich an die Presse gewandt und dann hat das Schulamt mir den Platz zugewiesen, ohne Widerrede, sonst Schulpflichtverletzung.
Also ausgesucht habe ich die Schule nicht, möchte ihn aber nicht ständig wechseln lassen, wieder in eine neue Umgebung. Die anderthalb Jahre werden wir doch noch aushalten. So schlecht ist sie nicht und Multi-Kulti kann auch eine Bereicherung sein

Sind wenigstens die Lehrer engagiert oder haben sie schon resigniert.

Einige Lehrer sind sehr engagiert einige eben nicht, manche gehen sogar freiwillig zur Weiterbildung zum HBF. Sehr unterschiedlich und gemischt.

Etu

von Etu - am 26.01.2006 21:25

Re: Mützenmonster

Oje,

jetzt hat auch bei uns das Mützenmonster zugeschlagen und eine markenlose, auffällig rotbommelige, ordentlich an die Garderobe gehängte Mütze mitgehen lassen. Dabei bin ich garnicht allein erziehend (*grins*). Und 90% der Kinder dort sind Deutsche (*fies grins*). Jetzt kommt das ganze Wintergezumpel eben in den Tonni. Das hat es jetzt davon, das böse Mützenmonster!

Grüße von

T.

von Takahe - am 26.01.2006 21:32

Re: Mützenmonster

Hallo Felixmum!

die anderen sind so viel dümmer,

Es sind nich alle gleich und man sollte das nicht pauschaliesieren, es gibt durchaus Gescheite Kinder auch nichtdeutscher Herkunft, wie es Dummbeutel unter Deutschen gibt. Neulich ist ein mongolisches Kind sogar eine Klasse gesprungen, dessen Eltern wenig Deusch sprechen und andere türkische Kinder mit Analphabeten als Eltern sind auch gescheit und Einsenschreiber.

Wenn du es einrichten kannst, so überlege dir aber, welchen Sinn das langfristig macht und ob es nicht besser wäre, mit deinem Kind mehr Zeit z. B. in einem Zoobesuch oder irgendwo anders zu verbringen als dein hart erwirtschaftetes Geld für den Preis deiner notgedrungenen beruflichen Abwesenheit ihm nur in Materie, also auch in Markenkleidung anzubieten....Doch Zeit, die du mit dem Kind verbringen kannst, ist nicht käuflich

Sorry, woher Mimmst du das? Mehr Zeit mit meinem Sohn verbringen, Du weißt doch gar nicht wieviel Zeit ich mit ihm verbringe. Manchmal denke ich, ich überfordere ihn, weil ich zu viel mit ihm mache, wie Museen, Zoo, Aquarium, Planetarium, Sternwarte, Kino, Sport, Janisch und Physikkurs, Ski-und Badeurlaube..., Ich weiß nicht, ob das so arg anders ist als bei nicht Alleinerziehenden.

Ich habe festgestellt, dass auch Alleinerziehende unter diesem Druck der Statussymbole leiden (ähnlich wie die beschriebene Gruppe der Ausländer), aber eben aus anderen Motiven und Gründen

Das ist ja interessant. Aber ich scheine da wohl nicht dazu zu gehören, da ich mit KIK rumlaufe oder meine Klamotten bei Ebay kaufe.

Soll nur ein Anstoß sein für euch beide, mal darüber zu reden.

Worüber? Dass wir morgen schon wieder in den nächsten Skiurlaub fahren, wo wir doch gerade erst vom letzten zurückgekommen sind?
Ja wie Gast schon schreibt, finde ich auch prickelnd Deine Vorurteile und erfrischend.
Ich bin überrascht,welchen Verlauf diese Diskussion genommen hat. Ich bin aber nicht sauer, dafür ist ja das Forum da.

ETU

von Etu - am 26.01.2006 22:03

Re: was für Vorurteile??

Hallo Indri!
Mein Sohn wollte den Finderlohn. Die 10 Zettel mit Fotos, die ich überall aufgehängt habe, zeigen erste Wirkung, alle bis zur 4. Klasse haben in den Pausen rege gesucht, weil sie die 2 Euro haben wollten (1 Euro fand ich zu wenig) und dabei sind so manche Sachen zum Vorschein gekommen, nur eben die gesuchte Mütze nicht. Den Fünft- und Sechstklässlern war das zu wenig Geld und zu blöd, deswegen zu suchen.
Als Alternative gab es übrigens auch Abgeben im Sekretariat.
Gruß
ETU

von Etu - am 26.01.2006 22:14

Re: was für Vorurteile??

Hallo etu,

klingt ja nach einem wirklich guten Beitrag zu Schulklima. :)
Ich halte euch die Daumen, dass die Mütze noch auftaucht.

Liebe Grüße
indri

von indri - am 26.01.2006 22:32

Re: falls ihr in Berlin wohnt... Multi Kulti eine echte Bereicherung

Hallo,

schön, wenn Etu Multikulti als Bereicherung ansieht. Dann kann sich der Junge ja - falls in Berlin - richtig wohlfühlen. Mit oder ohne Mütze.

[www.welt.de]

Gruß

von Gast - am 27.01.2006 08:07
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