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Forum Hochbegabung bei Kindern
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MichaelaM, FeliceA, FelixMum, carola, MarionPE, doris, heike2, PetraB, Bine

Welches Gymnasium?

Startbeitrag von FeliceA am 30.01.2006 09:42

Hallo!

Ich bin zurzeit auf der Suche einer Schule für meinen Sohn (8 Jahre). Er ist in der 4. Klasse und schafft ohne Probleme die Anforderungen für ein Gymnasium. Er arbeitet äußerst selbständig und mit viel Engagement für die Schule.

Wir überlegen uns jetzt, ob wir ihn lieber auf ein Gymnasium mit einer Hochbegabtenklasse schicken sollen (Fahrtweg sehr umständlich und fast eine Stunde), oder auf die hier am Ort ansässige Schule (kann er zu Fuß erreichen).

Mein Sohn würde schon gerne auf das HB-Gymnasium gehen, wir haben aber doch Bedenken wegen dem langen Fahrtweg und auch der Klassenkameraden, die dann nicht in der Nähe wohnen.

Man hört ja auch immer wieder, dass die Anforderungen im Gymnasium sehr steigen. Sind auch wissbegierige HB-Kinder ausgelastet mit der Schule? Derzeit suche ich laufend außerschulische Herausforderungen für meinen Sohn.

Würde mich sehr über Eure Meinungen und Tipps freuen,

Felice

Antworten:

Hallo Felice,

Beträgt der Fahrweg insgesamt, also hin und zurück eine Stunde, dann denke ich ist das machbar. Kommt man aber insgesamt auf 2 Stunden täglich, die mit Bus oder Bahn zurückgelegt werden müssen, ist das schon eine Lange Zeit, die vielleicht mit anderen Tätigkeiten (z.B. Lesen) überbrückt werden kann. Aber letztendlich fehlt sie deinem Sohn auch für andere Hobbies und Interessen. Wenn der Fahrtweg nur umständlich ist und die Entfernung gar nicht so groß, so kann er vielleicht direkt nach der Schule auch mal zu seinen Klassenkameraden und du kannst ihn vielleicht abends mit dem Auto abholen.

Ansonsten verlangt ein normales Gymnasium manchmal auch einiges an Frustrationstoleranz und diplomatisches Geschick im Umgang mit den Lehrern, wenn die hb-chen einfach dem Lehrer wissensmässig überlegen sind. Nichteinhalten von Regeln (z.B. minimalistisches Lösen von mathematischen Gleichungen) wird vielleicht an einem HB-Gymnasium eher toleriert. Dazu kommt ein Kontakt zu anderen HBs und daher eher weniger eine Aussenseiterrolle (Stichwort: Streber o.ä.).

Sicherlich eien schwierige Entscheidung. Ich wünsche Euch eine glückliche Hand dabei.

Gruß Carola

von carola - am 30.01.2006 14:04
Hi Felice!

Für so ein kleines Kind ist eine Stunde doch sehr lange. Muss er umsteigen?

Ich selbst war damals mit 10 Jahren auch eine Stunde unterwegs. Zuerst zu Fuß zur Bushaltestelle, dann umsteigen und wieder ein Stück gehen, dann erneut eine halbe Stunde in den Bus. Aber es war machbar.

Schaut euch doch beide Schulen an und lasst ihn mit entscheiden. Denn wenn er sich selbst für die HB-Klasse entscheidet, ist er vermutlich auch bereit, die Unannehmlichkeiten auf sich zu nehmen.

LG Sabine

von Bine - am 30.01.2006 14:56
Hallo,

diese Frage haben wir uns auch schon gestellt, für uns gibt es eine ähnliche Situation: Gesamtschule bis 10. Kl. rund 500 m entfernt, seit neuestem soll sogar eine gym. Oberstufe eingerichtet werden - aber wir halten von der Schule einfach Null. Das war nämlich schon die, die das Kind bei Antrag auf vorzeitige Einschulung nicht nehmen wollte - man würde sich das nicht zutrauen, hieß es. Also trauen wir der Schule schon gar nicht zu, das Kind dann nach der GS weiterhin zu übernehmen, außerdem halten wir schon von der Institution Gesamtschule (Hessen) nichts und kennen die Leute, deren Kinder dorthin gehen (allgemeines Niveau: Na - ja... ;-) ). Also leider kommt das für uns auch überhaupt nicht in Frage - ebensowenig jedoch wie eine andere Schulform als die gymnasiale.

Dann gibt es zwei "richtige" Gymnasien jeweils etwa gleich entfernt, für beide muss man ca. 15-20 Minuten mit dem Zug fahren und noch den Bus in die Stadt nehmen bzw. laufen. Davon erscheint uns eines zumindest vom Außeneindruck und über die Schulhomepage recht akzeptabel, zumal dort auch viel Musik gemacht wird. Es hat mit HB nichts zu tun, muss aber auch nicht, weil wir das Thema schon abgehakt haben.

Unser Sohn wird auch erst 8 Jahre sein, wenn er dort allein hinfahren muss. Bis dahin machen wir ihn erst einmal hier vor Ort "fit für die Selbstständigkeit" - lassen ihn also schon einmal viel allein raus und Wege zurücklegen, mit Absprache und Melden (Uhrzeit vorgegeben). Das klappt immer besser. Für diesen nächsten Schritt haben wir aber auch noch ein Schuljahr Zeit. Bis dahin wird er sich weiter "abnabeln" können.

Was unsere Idee ist: Wir werden bei der Anmeldung fragen, welche Kinder noch aus dem Ort dort in die Schule gehen und werden mal schauen, ob diese bzw. ältere ihn ein bisschen mitnehmen können und mal in der ersten Zeit ein Auge auf ihn haben. (Bisherige Klassenkameraden werden es wohl nicht sein, auch wenn sie eine gym. Empfehlung kriegen, denn die werden dann mit Sicherheit erstmal hier in die Gesamtschule gehen bzw. geschickt, wenn die schon vor Ort ist.) Den Schulweg allein zu meistern, trauen wir ihm durchaus zu - meine mütterliche Riesensorge ist eben nur, dass er unterwegs "geklaut" werden könnte. Das muss ich aber auch jetzt schon unterdrücken, vielleicht wird es bald besser. Er ist unser einziger und unser Augenstern. Um dieser Sorge noch weiter abzuhelfen, soll er dann ein Handy bekommen, mit dem er kurz anklingelt, wenn er im Zug sitzt oder so. Das ist nur zur Beruhigung der Eltern gedacht. Also so ähnlich wird das wohl bei uns ablaufen.

Was genau ist denn der Unterschied zwischen eurem HB-Gymnasium und dem "normalen"? Wo liegen denn die Besonderheiten der HB-Klasse/n? Ich habe da auch schon viel Augenwischerei gehört und gelesen. Wenn euer Sohn ansonsten auch in der GS schon gut integriert ist und dort nicht als "Kleiner" oder "Streber" gemobbt wird, kann es doch gut sein, dass noch ein Schulkamerad mit ihm in das "normale" Gym. geht? Dann hätte er dort wenigstens schon mal einen, den er kennt. Das hat auch seine Vorteile.

Man kann auch in einem "normalen" Gym. als HB gut bestehen, glaube ich. Ich hatte so einen Klassenkameraden, damals redete man nicht über dieses Thema, aber der war mit Sicherheit hb. Er machte mit 16 das Abi mit einem Durchschnitt von 0,75 - kein Scherz. Er hatte überall 15 Punkte, also 1 plus, besser als 1. Der rauschte da so durch und war trotzdem akzeptiert. Keiner hat zu ihm je Streber gesagt, es war ein netter Kerl und hatte noch mehrere Geschwister, die schlechteste hatte eine 2 im Abitur. Vater Physiker, Mutter Mathematikerin oder umgekehrt. Alle waren in diesem Gymnasium gewesen, keine Auffälligkeiten oder Stress, soweit ich weiß. Das ist 30 Jahre her, und damals hat man HB-Klassen noch nicht gekannt oder die Diskussion darüber.

Also ich denke, es kommt ein wenig auf die Schule selbst drauf an. Ein normales Gym. verlangt in der Regel ebensoviel - bzw. mindestens! - so viel Selbstständigkeit und Disziplin wie eines für HB. Wenn man eine nicht vorhandene HB-Klasse mit außerschulischer Förderung und Angeboten ausgleichen kann, kommt es vielleicht sogar auf dasselbe hinaus. Das lässt sich aber schwer sagen.

Wenn sich euer Junge den weiteren Weg zutraut und er das selbst gerne möchte, ist es aber auch wieder was Anderes. Es wird eben bei längerem Fahrtweg nur weniger oder keine Zeit mehr für außerschulische Aktivitäten bleiben, schon gar nicht bei G8. Dann sollte man gucken, ob dort selbst nicht z. B. gleich Musikschule angeboten wird (z. B. in den Räumen der Schule) oder das Kind dann eine Aktivität dort am Ort der Schule machen kann. Dann muss man nicht so viel hin und her. Aber auch das ist eine Frage der Selbstständigkeit.

Ob HB-Kinder mit der Schule ausgelastet sind, kann ich nicht sagen. Jedenfalls finden wir bei unserem Sohn, dass er mit seinen 2 Schuljahren voraus auf jeden Fall gut ausgelastet ist und das auch so bleiben kann. Die Auslastung hat zwar mit "Wissen" oder "Lernen" nicht unbedingt zu tun, aber eben mit körperlicher und zeitlicher Auslastung und Herausforderung, was das Erledigen von Aufgaben seinem Leistungsniveau entsprechend angeht. Das sehen wir als wichtig an, wenn es um "Auslastung" geht. Da sind die Kapazitäten echt gefordert, z. B. Disziplin und Konzentration für eine 45minütige Klassenarbeit mit 4-5 Arbeitsblättern voller Aufgaben plus Kontrolle. Da bin ich jedes Mal platt, wie er das macht - alle anderen sind 2 Jahre älter und kriegen das oft nicht so hin. Und wenn es dann im Gym. so weiter geht, wird auch das "normale" für ihn ganz OK sein. Unser Kind ist auch nicht hb getestet, nur ist wohl das Niveau in Grundschulen allgemein so abgesunken, dass man das schon verwechseln kann. ;-)

Außerhalb der Schule kriegt er ja alles, was er sonst an "Wissen" und "Lernen" so braucht.

Viele Grüße, alles Gute

von FelixMum - am 30.01.2006 15:53
Hallo Felice,
unsere Große ist ebenfalls mit 8Jahren aufs Gymnasium gekommen.
Das in der nähe hätte keinen Latein ab der 5 Klasse und kein Griechisch gehabt, so hat sie von sich aus beschlossen sie fährt lieber.
In den Ferien sind wir die Strecke einmal zusammen gefahren und gelaufen. Am ersten Schultag bin ich auch mitgefahren und dann war sie sich sicher und meinte sie würde das schaffen!
Sie ist inzwischen in der 7. Klasse und ist darüber froh!
Das mit den Freunden ist auch kein Problem - die kommen mit dem Bus gleich nach der Schule mit, oder sie geht zu denen und wir holen sie dann abends ab.
Denke mal die Entscheidung sollte euer Sohn treffen, da er auch die Schule besuchen soll - was bringt es ihm wenn er hinlaufen kann, aber dort nicht das geboten wird was er möchte.
Gruß
Petra

von PetraB - am 30.01.2006 18:12

Re: Welches Gymnasium? - Nachtrag

Hallo Felice,

ich hab grad mal nachgerechnet, meine Tochter kommt auch auf ca. 1 Stunde Fahrtzeit pro Weg ( Fussweg nach Hause bzw. zur U-Bahn, U-Bahnfahrt, Bahnfahrt und div. Wartezeiten), und ich hab das früher auch gemacht (ich wurde damals auch vorzeitig eingeschult). Damals kam mir das gar nicht so lange vor. Das U-Bahn- , Bus- und Bahnfahren haben die Kinder nach einer halben Woche locker drauf. Wir haben das in den Ferien 2x geübt. Meine Tochter hat auch ein Handy dabei, falls es mal zu größeren Verspätungen ( DB, Gleisbauarbeiten, o.ä.)kommt. @Felixmum: ich kann Deine Sorge verstehen, aber jedesmal anrufen, wenn man im Zug sitzt, nervt und vermittelt dem Kind, dass man ihm das Zugfahren nicht so recht zutraut, aber bis dahin ist ja für euch auch noch Zeit und ich bin sicher, Dein Sohn kann das dann auch locker.

Das Verabreden mit den Klassenkameraden funktioniert auch, natürlich nicht jeden Nachmittag, aber das wird sowieso weniger. Das liegt nicht nur an den Entfernungen, sondern auch teilweise daran, dass manche Kinder sich in der Woche nicht verabreden dürfen, wenn noch eine Klassenarbeit geschrieben wird :rolleyes: und dazu kommen noch die unterschiedlichen Terminkalender (Training, Musikunterricht, AGs u.s.w.)

Schaut euch beide Schulen an und lasst dann Euren Sohn entscheiden.

Gruß

Carola

von carola - am 31.01.2006 07:25
Hallo Felice!

Als meine Älteste auf das Gymnasium wechselte haben wir uns viele Schulen angesehen. Zuerst wollte sie auf das Gymnasium, auf das viele Kinder hier aus den Ort gingen. Bei dieser Schule (altehrwürdig, und welche berühmten Männer alle diese Schule besucht hatten!!!!) bekam ich Bauchschmerzen. Sie war damals 10 und kam in die 7.Klasse (Orientierungsstufe in Niedersachsen). Entschieden haben wir uns nach längerer Suche für eine Schule, bei der wir das Gefühl hatten, dass nicht die Einzelperson wichtig ist, sondern es gab ein Wir-Gefühl. Es war die einzige Schule die bei den Infoabenden einen großen Tisch vorne stehen hatten, an dem Schulleitung, Lehrervertreter, Elternvertreter und Schülervertreter saßen. An allen anderen Schulen hielt jeder seine Rede und ging wieder.

Meine Kinder müssten im morgens um 6.35 Uhr das Haus verlassen, um um 7.50 Uhr in der Schule zu sein. Aber mein Mann nimmt sie das erste Stück mit, so dass sie nur einen Bus nehmen müssen. Wenn ich früh arbeiten muss verlassen sie mit mir um 6.50 Uhr das Haus, ansonsten gegen 7.05 Uhr. Das geht. Die erste Zeit (bis zu den Herbstferien) war bei beiden Mädchen anstrengend; dann hatten sie sich daran gewöhnt.

Freunde? Wie schon geschrieben fahren auch meine gelegentlich nach der Schule mit. Ansonsten sind viele Treffen am Wochenende. Und die Schule der beiden bietet viele AGs. Dort sind sie sowieso mit ihren Freunden zusammen.

Seht euch beide Schulen an (gehe du mal in der großen Pause am Schulhof vorbei. Wie gehen die Schüler miteinander um, was für Kleidung tragen die, das war nach der Orientierungsstufe ein krasser Wechsel, OS: modisch bis zur Schmerzgrenze, Gym: normale Kleidung;), seht euch Infoabende an oder besucht andere Schulveranstaltungen, dann erlebt ihr die Atmosphäre.

Was den Schulweg angeht: Vielleicht gibt es bei euch auch die Möglichkeit, den Weg durch einen kurzen Taxidienst zu vereinfachen. Vielleicht stellt ihr auch fest, dass die Schüler an der hB-Schule arrogant sind.

Nehmt euren Sohn mit und seht euch die Schulen an. Bei uns gibt es auch Infonachmittage für die Schüler.... Für die endgültige Entscheidung: Hört auf euer Bauchgefühl.

Marion

von MarionPE - am 31.01.2006 09:27
Hallo,

lange Schulwege finde ich ok, wenn die Schule dann gut passt.

Um was für eine HB-Klasse handelt es sich denn? Da muss man nämlich genau hingucken. Die schießen ja neuerdings wie Pilze aus dem Boden. Werden dort verhaltensgestörte HBs gesammelt, um ihre Besonderheiten zu tolerieren? Oder werden dort mehr Fremdsprachen als anderswo verlangt? Oder gibt es irgendwelche spezielle Förderung?

Da muss man sehr gut hingucken. Je nachdem, wo ihr wohnt, gibt es auch noch G8, so dass schon das normale Pensum ausgesprochen zeitaufwändig sein kann.

Für die meisten HBs, die ich kenne, ist es sehr wichtig, dass ihnen neben der Schule noch genug Zeit zum Durchatmen und zur Pflege spezieller Interessen bleibt. Ausschließlich schulorientierte kenne ich eher weniger.

Michaela

von MichaelaM - am 31.01.2006 12:01
Hallo,

soll das denn jetzt wirklich mal ein Vorteil unseres kleinen Saarlandes sein?

Wir erreichen mit einer Fahrzeit von max. 30 Minuten pro Weg 10-15 Gymnasien, die unterschiedlicher nicht sein können.
Einfacher Standard, naturwissenschaftlich geprägt, bilingual französisch, bilingual englisch, musisch geprägt, Eliteschule des Sports, altehrwürdig mit griechisch und latein, sehr sozial engagiert als Unesco-Projektschule, katholische Privatschulen und auch noch Gesamtschulen.

Das sind so viele, da fällt die Entscheidung verflixt schwer. Und dann schmerzt es umso mehr, wenn Eltern ihre Kinder einfach auf die nächstgelegene schicken, ohne andere Schulen in Betracht zu ziehen. Das beste Argument, das ich dafür gehört habe, war: "Dann kann ich mein Kind schnell abholen, wenn es ihm mal nicht gut geht!"
Auweia.....

Wir sind erstmal erleichtert, dass unsere Tochter die Empfehlung bekommen hat und ihr der Test erspart blieb. Jetzt müssen wir nur noch entscheiden, welche Schule.....
Meine Tocher entscheidet derzeit nach den Nachmittagsangeboten :-)

Gruß, Heike

von heike2 - am 31.01.2006 16:39
Hallo an alle!

Vielen Dank für Eure schnellen Antworten :) und Fragen!

Als erstes muss ich mal meinen Frust abladen :mad: Meine Mutter findet es mal wieder völlig übertrieben, dass ich mich auch nur über ein anderes Gymnasium erkundige. Dann muss ich doch das Kind vielleicht mal fahren!! Wo ich doch sowieso schon so viel für die Kinder mache! Mich regt das echt auf, dass ich mich immer noch rechtfertigen muss, wenn ich für meine Kinder etwas organisiere oder unternehme... Geht's Euch auch so? ...Tut mir leid, aber das musste mal raus.

Nun zu Euren Fragen:
Also die Fahrtstrecke dauert jeweils gut eine Stunde. Wobei mein Sohn erst mit dem Bus fahren müsste, dann S-Bahn, umsteigen und noch einmal mit der S-Bahn weiter fahren. Mein Mann könnte morgens aber mit ihm bis zum 2. Umsteigen zusammen fahren. Mittags wird es schon etwas problematischer, da ich auch noch eine kleine Tochter habe und deshalb nicht immer fahren kann. Wenn er bei Klassenkameraden nachmittags bleiben würde, wäre es aber kein Problem ihn abzuholen.

Und nun zu dem HB-Gymnasium: Es ist ein ganz normales Gymnasium (G8), nur gibt es in jedem Jahrgang eine Förderklasse. Die Aufnahmekriterien scheinen sehr anspruchsvoll zu sein, z.B. Nachweis einer besonderen Begabung, Teilnahme an einem Testtag mit Intelligenztest, Motivationstest, Persönlichkeitstest, Aufsatz und musischen Aufgaben, Einzelgespräch mit Eltern und Kind und Teilnahme an einem zweitägigen Aufnahmeunterricht. Gezielt gefördert werden dort die soziale Kompetenz, gesellschaftliche Verantwortung, individuelle Fähigkeiten, Charakterbildung... usw. Der Pflichtstoff wird schneller erarbeitet und es gibt besondere individuelle Förderung. Es gibt zusätzliche Stunden in den verschiedensten Bereichen. Also für mich hört sich das ganz gut an. Dort scheint wirklich etwas getan zu werden. Wenn der Weg nicht so weit wär... :-(

Wenn ich mir aber Euere Antworten so durchlese, würde sich der Aufwand vielleicht wirklich lohnen. Ich müsste meinen Sohn sicher immer mit genug Lesestoff ausrüsten und ein Handy kann er auch haben. Mütter sind dann einfach beruhigter ;-)

Auf jeden Fall gehe ich zum Informationsabend und im Februar ist auch noch ein Tag der offenen Tür. Da kann sich mein Sohn die Schule mal selber anschauen. Und vielleicht treffe ich ja wirklich jemanden, der bei uns in der Nähe wohnt. Oder auch nachfragen schadet sicher nichts.

Aber nichts desto trotz gehe ich natürlich auch auf die Informationsveranstaltung bei unserem Gymnasium. Und der Schnuppernachmittag ist dort auch bald. Das mit der Bauchentscheidung finde ich gut. Besonders mein Sohn soll mal in sich hineinhören.

Im Saarland scheinen wirklich paradiesische Zustände zu herrschen! Ich bin echt neidisch!

Ich freu mich über weitere Tipps und Erfahrungsberichte,

Felice

von FeliceA - am 31.01.2006 21:43
hallo Felice,

das sind ja eine Menge Schlagworte, die du da zitierst. Was heißt das denn praktisch? Wie lange machen die das schon? Haben die Lehrer eine spezielle Ausbildung?

Ich würde mal versuchen, Leute zu finden, die ihre Kinder schon länger da haben.

Michaela

von MichaelaM - am 01.02.2006 06:36
Hallo Felice,

Zitat

Die Aufnahmekriterien scheinen sehr anspruchsvoll zu sein, z.B. Nachweis einer besonderen Begabung, Teilnahme an einem Testtag mit Intelligenztest, Motivationstest, Persönlichkeitstest, Aufsatz und musischen Aufgaben, Einzelgespräch mit Eltern und Kind und Teilnahme an einem zweitägigen Aufnahmeunterricht. Gezielt gefördert werden dort die soziale Kompetenz, gesellschaftliche Verantwortung, individuelle Fähigkeiten, Charakterbildung... usw. Der Pflichtstoff wird schneller erarbeitet und es gibt besondere individuelle Förderung. Es gibt zusätzliche Stunden in den verschiedensten Bereichen.
ich hätte dazu dieselben Fragen wie MichaelaM. Dieser umständliche Fahrtweg für Dinge und Zusatzangebote, die bei uns z. B. schon jeden Tag in der häuslichen Erziehung und Bildung stattfinden, wäre für mich kein Grund, diese Strapazen auf sich zu nehmen, zumal wenn man mehrere Kinder hat und sonst nur noch am Herumfahren wäre. Das sind immerhin 8 lange Jahre, bedenke es gut.

Ich habe mich etwa einmal über das hochgelobte DaVinci-Gym. (für HB) bei Heidelberg erkundigt, mein Vater hat selbst seinerzeit als Psychologe in der Berufsbildung für den Träger SRH sein Leben lang gearbeitet. Sein Urteil war sehr ernüchternd: Denn die SRH ist damit nur auf einen neuen Zug aufgesprungen, der eben gerade "angesagt" ist. Aber diese Gesellschaft ist seit Jahr und Tag zwar Spitze in der beruflichen Bildung und Ausbildung und in der Rehabilitation und Wiedereingliederung körperbehinderter Kinder und Jugendlicher, aber sie hat inhaltlich Null Erfahrung in schulischer Bildung und Konzeption, und hatte noch nie - wirklich noch nie - was mit HB zu tun. Das hat mir dann doch zu denken gegeben. Deshalb wäre ich da nun auch sehr vorsichtig mit vorschneller Euphorie. Als ich mir dann die Webseite mal näher angesehen habe und mir die Lebensläufe der ganz offensichtlich bis zur Gründung "schnell eingekauften" Lehrer für das DaVinci angeschaut habe, relativierte sich meine Begeisterung auch ebenso schnell.

Also es muss nicht alles Gold sein, was glänzt. Und schon gar nicht für diesen mühevollen und umständlichen Anfahrtsweg.

Viele Grüße

von FelixMum - am 01.02.2006 08:05
Hallo Heike2,

Zitat

soll das denn jetzt wirklich mal ein Vorteil unseres kleinen Saarlandes sein?

Wir erreichen mit einer Fahrzeit von max. 30 Minuten pro Weg 10-15 Gymnasien, die unterschiedlicher nicht sein können.
Einfacher Standard, naturwissenschaftlich geprägt, bilingual französisch, bilingual englisch, musisch geprägt, Eliteschule des Sports, altehrwürdig mit griechisch und latein, sehr sozial engagiert als Unesco-Projektschule, katholische Privatschulen und auch noch Gesamtschulen.

Das sind so viele, da fällt die Entscheidung verflixt schwer.


ich würde sagen, kein Wunder, wenn das Saarland so pleite für andere Dinge ist. ;-) Nichts für ungut, du kannst ja nix dafür, sondern eure nette Regierung mit dem netten Herrn Müller, der "Hauptsach gudd gess" für ein tolles Motto im Saarland hält. Die vielen Schulen seien euch gegönnt für rund 1 Mio. Einwohner - genauso wie eure tolle und teure Imagekampagne, in der alle kräftig die Ärmel hochkrempeln und "schon mal anfangen" (kürzlich in einem Film über das politische Beraterunwesen in Deutschland gesehen).

Viele Grüße

von FelixMum - am 01.02.2006 08:22
Hallo Felice,

beide Schulen anzusehen halte ich auf jeden Fall für sinnvoll. Meine Tochter geht auf einen Hb-Zweig, der noch nicht lange besteht, und mittlerweile sind wir nicht mehr so euphorisch wie am Tag der offenen Tür vor zwei Jahren (von dem mein Kind so begeistert war, dass es unbedingt in diese Schule wollte). Trotzdem gibt es dort Vorteile; ein sehr wichtiger ist eine sehr gute Klassengemeinschaft, in der Jungen und Mädchen miteinander gut klarkommen - meine Tochter betont immer wieder, wie gut ihr das gefällt, und dass das in der Grundschule nicht so war. Ich denke, die Kinder schwimmen irgendwie eher auf einer Wellenlänge.

Vom schulischen Angebot her wird beschleunigt und angereichert, d.h. der Stoff wird schneller durchgearbeitet, und nachmittags gibt es Wahlpflicht-AGs. Mengen- und zeitmäßig geht das teilweise an die Grenze des Machbaren. Meine Tochter war nun letztens zu einem Probetag am örtlichen Gym. (2 min zu Fuß, während wir sie zu ihrer jetzigen Schule 40 km fahren (in Fahrgemeinschaft mit einer anderen Familie)... -- schönen Gruß an Deine Mutter ;-) ). Sie kam wieder, meinte, es wäre schön, so schnell in der Schule und wieder zuhause zu sein, aber es sei langweilig gewesen, und sie wolle doch lieber auf ihrer jetzigen Schule bleiben. Sie sind in mehreren Fächern weiter als auf dem Regelgym. und haben zusätzlich in dieser Zeit noch verschiedene, wirklich interessante Projekte gemacht. Die Lehrer ihrer Schule sagen, dass sie mit diesen Kindern einfach anders arbeiten können.

Und das ist für mich ein wesentlicher Aspekt: die Mischung der Kinder macht (im Idealfall) eine andere Art von Unterricht möglich. Die Kinder gehen auch anders mit ihren Leistungen um; Kinder, die schlechte Noten schreiben, werden nicht schief angeguckt oder so. Natürlich braucht es Lehrer, die den Kindern auch etwas bieten können. Andererseits holen sich diese Kinder, als Gruppe, auch ein Stück weit, was sie wollen und was sie brauchen. Meine Tochter sagte einmal: Wenn wir (d.h. die Klasse) einen Lehrer nicht leiden können, nehmen wir ihn wörtlich. Bei zwanzig solcher Kinder kann man sich leicht vorstellen, was das für eine Strafe ist... ;-)

Langer Rede kurzer Sinn: Eine weite oder umständliche Fahrt, finde ich, sollte nicht der alleinige Entscheidungsgrund sein. Wenn es so eine interessante Alternative gibt, seht sie Euch an und geht nach Eurem Gefühl für die Schule, nicht für den Schulweg.

Liebe Grüße,
Doris

von doris - am 01.02.2006 08:25
Hallo Felice!

Wie gesagt, meine Kinder haben einen recht langen Schulweg. Aber:

Direkt neben unserem Gymnasium liegt noch ein zweites. Hier in der region sind im Grunde alle Gymnasien auf Vierzügigkeit beschränkt, dann wird abgeschoben auf ein anders Gymnasium (sehr kompliziert, die Schulen können trotzdem nicht unbedingt frei wählen, müssen einen bestimmten Prozentsatz nicht-empfohlener Kinder aufnehmen... so genau habe ich das noch nicht durchschaut). Wenn in der Oberstufe Kurse gewählt werden, dann arbeiten die zwei Schulen zusammen; damit können auch etwas "exotischere" Kurse angeboten werden, für die sonst die Schülerzahl nicht reicht. In der Stadt ist das oft so. Dort wird auch Japanisch schulübergreifend angeboten....

Hier in Niedersachsen können Gymnasien auch Schwerpunktzweige ab der 7. Klasse anbieten. In der stadt machen das einige Schulen, andere nicht, man kann danach entscheiden, was für ein Kind besser ist.

Jetzt müssen unsere Kinder aus dem Ort auf das nächste Kleinstadtgymnasium. Dort ist kein Schwerpunktzweig zusammen gekommen, zu wenig Bewerbungen.

Wenn man die Auswahl hat muss man schon auch darauf achten, welche Wahlmöglichkeiten es gibt, daher ist beim Gym. oft eine größere Schule sinnvoll, oder eine die kooperiert. Diese Dinge kann dein Sohn nicht von sich aus beurteilen, können aber auch nebensächlich sein, wenn dein Kind wahrscheinlich sowieso in der Standardfächerwahl bleibt.

Es ist sinnvoll, sich beide Schulen anzusehen und sich seine Gedanken zu machen. Wenn ein Erwachsener die Auswahl zwischen zwei Arbeitsstellen hat wählt er auch nicht automatisch die nächstgelegene, sondern wägt genau ab. Wir können dir Tipps geben, worauf man achten sollte, die Entscheidung trefft ihr.

Ich wünsche euch ein gutes Bauchgefühl

Marion

von MarionPE - am 01.02.2006 10:04
FelixMum schrieb:

Zitat

ich würde sagen, kein Wunder, wenn das Saarland so pleite für
andere Dinge ist. ;-) Nichts für ungut, du kannst ja nix
dafür
, sondern eure nette Regierung mit dem netten Herrn
Müller, der "Hauptsach gudd gess" für ein tolles Motto im
Saarland hält. Die vielen Schulen seien euch gegönnt für rund
1 Mio. Einwohner - genauso wie eure tolle und teure
Imagekampagne, in der alle kräftig die Ärmel hochkrempeln und
"schon mal anfangen"


Hallo FelixMum,

danke für dein Mitleid :-)

Tja, so ist das bei uns im Saarland wirklich. Leider. Ständig werden innovative Ideen propagiert, die so lange zerredet werden, bis keiner mehr weiß, was man eigentlich wollte....

Manchmal komme ich mir vor wie auf einer Baustelle, wo alle rumstehen, mit den vielzitierten hochgekrempelten Ärmel, und ...... mal vorher noch schnell ein Bierchen trinken..... :-(
(War aber bei der Vorgängerregierung nicht anders, nur dass Lafontaine Wein trank...)

Mit den Schulen ist es natürlich so, dass auch all diese Gymnasien nicht mehr ewig lange existieren können. Mit den Grundschulen hat man ja letztes Jahr angefangen sie zusammenzulegen.
Aber unser kleines Bundesland ist nun mal ein Land der kurzen Wege. Von einer Kreisstadt zur nächsten sind es nur wenige Kilometer, es gibt einfach keine großen Landschaftsflächen dazwischen. Viel Grün um jeden Ort, aber direkt dahinter schon der nächste. Und da jede Kreisstadt halt ihr eigenes Gymnasium hat.....
Trotzdem gibt es auch bei uns Schulen, bzw. ganze Orte ;-), die nur 5 km weg sind, die man dennoch nicht mit öffentlichem Nahverkehr erreicht.

Sicher stimmt es, dass die Sünden der 70er Jahre zu unserem Haushaltsdefizit beitrugen. Jede Gemeinde bekam ihr Hallen- und Freibad, öffentliche Büchereien und Herz was begehrst du. Und jetzt die Pfründe hergeben mag natürlich auch keiner.

Aber das ist sicher nicht saarlandspezifisch.

Manchmal müssen wir nur einfach staunen, wie weit andere fahren müssen, um mit ihrem Kind ein Museum besuchen zu können, oder halt eine Schule zu finden. Dabei darf man nur eines nie vergessen:

Im Saarland herrscht die Quantität - keineswegs die Qualität!!!

Gruß, Heike

von heike2 - am 01.02.2006 12:11
Hallo Doris,

schön, wenn das bei euch so läuft. Das ist aber relativ selten. Häufig hängen sich Schulen auf solche Konzepte, weil sie nicht mehr genügend Schüler bekommen. Auf einmal können sie sie sich dann mit tollen Tests aussuchen.

Eine gute Klassengemeinschaft ist in HB-Klassen eher selten. So, wie du beschreibst, wie man Lehrer fertigmacht, treiben sie das zumeist auch untereinander. Vermittelt wird nebenbei halt die Botschaft: Ihr seid etwas ganz besonderes. Viel toller als die Schüler der Normalklassen.

Dafür lassen sie sich dann verprügeln und wollen da natürlich auch nicht mehr raus.

Ich finde, diese Klassen sind mit äußerster Vorsicht zu genießen.

Michaela

von MichaelaM - am 02.02.2006 05:51
Hallo MichaelaM,

stimmt, ich bin da jetzt auf jeden Fall auch kritischer als vor zwei Jahren. Verprügelt wurde an dieser Schule bisher zum Glück niemand, auch wenn es durchaus Reibereien gibt. Der Nicht-Hb-Teil der Schule ist ein Sportleistungszweig mit Tradition, also selbst was besonderes. Ich vermute, das hilft ein bisschen, das Gleichgewicht zu halten.

Unser örtliches Gym. steht übrigens in dem Ruf, ein sehr schlechtes soziales Klima zu haben, vor allem zwischen Lehrern und Schülern, aber auch innerhalb der Klassen. Es gibt da wohl schon Klassen mit einer guten Gemeinschaft, aber ich weiß auch von Mobbing-Fällen. Und das ist keine Hb-Schule.
Ob so ein Risiko in Hb-Zügen/Schulen größer ist, kann ich allerdings nicht beurteilen, ich habe ja nur diese eine Erfahrung mit einer Hb-Schule.

Ansehen und, wie Du schon vorgeschlagen hast, sich bei Eltern umhören, die ihr Kind schon da haben, ist sicher der beste Weg zu einer Entscheidung.

Doris

von doris - am 02.02.2006 08:01
"Nachweis einer besonderen Begabung, Teilnahme an einem Testtag mit Intelligenztest, Motivationstest, Persönlichkeitstest, Aufsatz und musischen Aufgaben, Einzelgespräch mit Eltern und Kind und Teilnahme an einem zweitägigen Aufnahmeunterricht."

Das bedeutet, dass sich hier jemand eine Klasse zusammenstellt, die bestimmte Kriterien erfüllen soll. Die Begabung wir hier nur im IQ-Test erfasst. Alle anderen Punkte sind rein leistungsbezogen. Welche Kriterien schlussendlich für die Aufnahme entscheidend sind, kann man daraus nicht ableiten. Meistens wird in sogen. HB-Klassen die Grenze bei einem IQ von 120 gezogen, wobei man auch auf diese Weise zumeist die Klasse nicht voll bekommt. Ein rares Gut halt. Ich würde tippen, dass diese Klasse leistungsorientiert wird und willige Trainings-Eltern erwünscht sind.


" Gezielt gefördert werden dort die soziale Kompetenz"

Was ist das und wie wird das gefördert? In der HB-Klasse meines Sohnes verstand man darunter, dass die Kinder sich gegenseitig effizient verpetzen sollten. Als er das ablehnte, war er im Grunde unten durch.

"gesellschaftliche Verantwortung"

Wie das? Durch ganz viel Gemeinschaftskunde-Unterricht? So wird das an unserem Landesgymnasium gemacht.

"individuelle Fähigkeiten"

Das sollte man meinen, dass eine Schule das tut. Wie individuell ist denn das dann? Gibt es individuelle Förder- und Lernpläne? Individuelle Hausaufgaben?

"Charakterbildung"

Das ist schön. Durch Dauerlauf und kalte Duschen?

"Der Pflichtstoff wird schneller erarbeitet"

Das könnte passieren. Allerdings sind auch diese Klassen an die Lehrpläne gebunden. Ist das Schuljahr dann kürzer?

"und es gibt besondere individuelle Förderung. Es gibt zusätzliche Stunden in den verschiedensten Bereichen."

Das ist in Zeiten von G8 ein echtes Problem. Da die Regelbelastung sowieso schon bis zu 37 Stunden beträgt, ist da kaum Raum. Bzw. es bleibt für außerschulische Betätigung keine Zeit mehr. Für die meisten HBs ist das bedenklich.

Individueller wird es in HB-Klassen selten. Die Wahlmöglichkeiten sind einfach strukturell stark eingeschränkt. Oder der Unterricht findet zunehmend außerhalb dieser Klasse statt. Man kann für eine separate Klasse nicht diverse Sprachenfolgen und Wahlfächer anbieten. Bei unserem Landesgymnasium kann man fast gar nichts wählen. Die Schwerpunkte sind klar vorgegeben.

Das "ich will da nicht raus" kann zum Problem werden. Man liest im Internet häufig die verzweifelten Hilfeschreie der Absolventen der HB-Klassen, die nun mit ihren Otto-Normal-Kommilitonen an der Uni nicht klarkommen und jeden, der nicht in einer HB-Klasse war für grenzdebil (schönes Wort) halten.

Michaela

von MichaelaM - am 02.02.2006 08:36
Hallo!

Vielen Dank für Eure vielen Antworten. Sie bringen mich ganz schön ins Grübeln. Ich war sehr euphorisch als ich die ganzen Angebote gelesen habe. Aber jetzt habe ich doch sehr viele Ansätze, die man kritisch hinterfragen muss.

Die nächsten Wochen werden wohl mal wieder sehr schwierig werden und wir werden einen großen Gesprächsbedarf haben. Aber das sind wir ja inzwischen gewohnt ;-)

Viele Grüße

Felice

von FeliceA - am 03.02.2006 16:57
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