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Forum Hochbegabung bei Kindern
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24
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Framboise, FelixMum, MarionPE, carola, Leila, Haiopei

Wann geht es vorbei?

Startbeitrag von Framboise am 02.02.2006 10:04

Hallo!
Ich habe so keine Lust mehr. Ich hatte vor langem schon einmal hier geschrieben, weil mein Sohn sich so auffällig benimmt. Es hatte sich gebessert als er den Status "Vorschulkind" erreichte, aber seit einigen Wochen fängt er wieder an, andere Kinder zu ärgern, zu provozieren, sich über sie lustig zu machen...
Beim Turnen durften wir Eltern letztens zugucken, er ist einer der Schlimmsten. Er wird ständig ermahnt, ausgeschimpft, bestraft :-( .
Zu Hause klappt es gut, da haben andere Eltern es schwerer als wir. Wenn er hier ausrastet (das kommt nur selten vor), geht er in sein Zimmer bis er sich beruhigt hat, dann kommt er meistens fröhlich wieder runter. Aber dort?
Das Problem ist, dass er seine Intelligenz benutzt, um andere zu ärgern. Eine Erzieherin sprach von einer "gefährlichen Intelligenz". Ich finde es schlimm. Alles zureden hilft nicht, es ist, als habe er sich selbst nicht im Griff.
Da ich schon einmal geschrieben hatte und ich so nette Antworten bekommen hatte, will ich einfach nur wissen: wann geht dieses Verhalten vorbei?
Wir hatten schon Gespräche mit der Erziehungsberatung, den Erzieherinnen (die ziemlich gut sind, das will ich betonen), der Kinderpsychologin, die bei uns UND im Kindergarten war. Wir haben keine finanziellen oder familiäre Probleme, daran liegt es nicht.
Wer kann mir sagen, wann es vorbei gehen könnte? Wie ist das bei Euren schlauen Kindern? Macht jemand mir ein wenig Mut? :-(
Framboise

Antworten:

Hallo Framboise!

Negative Aufmerksamkeit ist auch eine Form der Aufmerksamkeit. Das fiel mir spontan beim Lesen ein. Ich kenne die Sportgruppe nicht. Wie viele Kinder sind dort? Was wird dort gemacht? Geht er gerne dorthin?.....

Es gibt viele Fragen. Ein paar Überlegungen von mir:

Wenn er gerne zum Sport geht: Nach drei Ermahnungen fünf Minuten Strafbank (Küchenwecker!), dreimal Strafbank hintereinander ohne einen Tag ohne Strafbank, einmal aussetzen.....
Wenn er nicht gerne hingeht: Warum soll er? Gibt es vielleicht einen anderen Sport. Mein Sohn hat beim Sport gekaspert. Jetzt geht er zum Ju-Jutsu, das ist ihm wichtig, wenn der Trainer etwas sagt, dann ist das Gesetz. Außerdem sind für manche Kinder diese stark hierarchischen Sportarten besser als eine Halle mit 30 wild herumlaufenden Kindern. Außerdem sind sie sehr kopflastig, was intelligenten Kindern gefällt.

Vielleicht liebt er auch die Rolle des "Schrecklichen". Man steht im Mittelpunkt, wird beachtet. Oder er mag die Kinder oder die Trainer nicht. Hast du ihm das Verhalten und die Konsequenzen erklärt, Kopfkinder können manchmal kein Verhalten erkennen, müssen es erklärt bekommen.

Was haben euch denn Psychologin, Erzieherin.... empfohlen?

Auf deine Hauptfrage: Wenn du Pech hast nie, es verlagert sich nur. Vielleicht hat er die Ideen und andere führen sie aus.

Aber habe trotzdem Mut. Meistens verschwindet das Verhalten irgendwann.

Halt die Ohren steif

Marion

von MarionPE - am 02.02.2006 12:30
Hallo Framboise,

ich gehe mal davon aus, dass dein Sohn euer erstes (evtl. einziges?) Kind ist?

Hast du Brüder oder bist du mit der Entwicklung von Jungen vertraut? Du schreibst nämlich von
Zitat

den Erzieherinnen (die ziemlich gut sind, das will ich betonen), der Kinderpsychologin,
und du selbst bist wie ich annehme weiblich? Dann könnte es sein, dass das Problem schon gelöst ist.

Keine Frau und Mutter kann aus eigener Erfahrung (wenn nicht durch Geschwister oder andere männliche Kinder) diese Entwicklungsstadien kennen oder nachvollziehen. Das kann man erst, wenn man es erlebt hat. ;-)

Also lass dich erst mal beruhigen: Jungen - je nach Temperament und Charakterbild - sind in aller Regel so in diesem Alter. Mit einer festen Ansage und ruhiger Hand (ist nicht immer leicht, ich weiß das) geht diese Zeit vorbei. Was ich nur für sehr gefährlich halte, ist wenn dem Kind gesagt wird, seine Intelligenz sei gefährlich. Das ist totaler Verbalmüll, eine Respektlosigkeit dem Kind gegenüber (wie auch seinen Eltern) und insofern kann ich nicht nachvollziehen, dass die Erzieherinnen so gut sein sollen.

Zitat

Er wird ständig ermahnt, ausgeschimpft, bestraft
Hast du mal beobachtet, bei welchen Gelegenheiten und warum bzw. wie er dann bestraft wird und ob er einsehen kann, dass diese Strafe Sinn macht, weil er bewusst etwas falsch gemacht hat? Hat ihm das mal jemand erklärt, was er warum tun soll oder wird nur einfach ein Kommando abgegeben? Kann es nicht einfach sein, dass er total überreguliert wird und nur wenig eigenen Freiraum hat, seine Wünsche immer denen Erwachsener untergeordnet werden? Er steht doch in diesen Gruppensituationen ständig unter Beobachtung und Kontrolle von Erwachsenen, außer eben in seinem Kinderzimmer. Kein Wunder, dass er dort so fröhlich ist.

Kluge Kinder neigen dazu, Dinge gern erklärt zu bekommen. Sie wollen verstehen, nicht einfach nur Befehle entgegennehmen. Je mehr man sie kommandiert, ohne dass sie den Sinn dessen verstehen, umso heftiger ist die Gegenwehr - vor allem dann bei Jungen.

Viele Grüße

von FelixMum - am 02.02.2006 13:06
Hallo Ihr Antwortenden ;-) !
Danke für Euren Zuspruch. Ja, ich bin die Mama, dieses Kind ist unser erstes Kind, er hat einen jüngeren Bruder...
Danke für die Tipps. Ja, er geht zum Turnen, bald melden wir ihn beim Judo an. Das Turnen gefällt ihm nicht soooo gut, weil sie nicht sehr viel machen, d.h. oft dieselben Sportspiele. Vielleicht geht es mit einem Judo-Trainer besser, das hoffe ich. Allerdings hatten wir schon mehrere Sportarten ausprobiert, und das Turnen ist die Einzige wo er noch hingehen mag. Er ist noch keine 6 Jahre alt, deswegen geht er noch nicht zum Judo, aber wenn ihm Judo gut gefällt, lassen wir das mit dem Turnen.
Eklären tun wir prinzipiell, da sonst kaum etwas klappt. Das hat sogar mit Rosenkohl essen geklappt ("der Winter lässt extra solche Pflanzen wachsen damit wir uns nicht zu oft erkälten", :eek: das hat doch tatsächlich funktionniert!).
Er wird bstraft, wenn er andere ärgert, z.B. anstupst oder einen blöden Reim über sie erfindet, was die anderen Kinder natürlich nervt.
Zuhause erzählt er immer, die Anderen würden ihn ärgern, aber ich kann mir vorstellen, dass er meint, er wäre vom Verhalten der Kinder verärgert, was einen Riesenunterschied ausmacht, er jedoch nicht so wahrnimmt.
Tja, da muss ich wohl noch warten, wie die Kinderpsychologin sagte, ich kann nichts machen. Sie hat gesehen, dass wir normal mit dem Kind umgehen, ihn nicht verprügeln, uns um ihn kümmern. Mehr können wir nicht tun.Er bekommt Konsequenz (Eine Freundin meinte, wenn man nur unser Kind kennenlernt, ohne uns, würde man meinen, er hat ganz andere Eltern!!! Das sagt schon viel aus ...
Vielleich liest ja noch eine Teenie-Mama mit, die das Problem auch hatte, wo es vorbeigegangen ist. Ein konkreter Lichtblick wäre toll, auch wenn ich weiß, dass es bei jedem Kind anders ist.

Das war jetzt alles ein wenig durcheinander, ich habe versucht, auf die Fragen zu antworten...
Liebe Grüße,
Framboise

von Framboise - am 02.02.2006 19:08

Lass dich nicht verunsichern

Hallo Framboise!

Lass dich nicht verunsichern! Du fragst nach anderen Teenie-Müttern, also gehe ich davon aus, dass du noch relativ jung bist. Jeder wird alles immer auf dein Alter schieben. Ich bin Dipl. Ing. und bei mir wird es immer darauf geschoben. Selbst meine Mutter schimpfte eine Zeit über die "Diplommütter" (davon gibt es hier im Forum noch mehrere). Bei anderen ist es die Berufstätigkeit, oder das "Nur-Hausfrauendasein" egal was du machst, wenn dein Kind nicht der Norm entspricht, dann bist du schuld daran. Nimm es nicht persönlich.

Wenn dein Sohn das Turnen doof findet, dann lasst es einfach. Geht stattdessen auf den Spielplatz oder ins Schwimmbad oder macht am Wochenende alle gemeinsam eine Fahrradtour. Kein Kind muss zum Turnen gehen. Erstens muss es auch unsportliche Kinder geben und zum zweiten ist Turnen oft wieder ziemlich auf Mädchen ausgerichtet. Er wird deshalb nicht zusammenbrechen.

Schau mal in die aktuellen Programme der Volkshochschulen und Familienbildungsstätten. Meine Älteste hat dort mit 5 einen Schnupperkurs Karate gemacht. Das fand sie richtig toll. Oft gibt es da solche Kurse, das ist länger als dreimal Probetraining und man muss sich nicht gleich für ein ganzes Jahr verpflichten, wie es in Sportvereinen oft der Fall ist.

Hier bei uns haben sie gerade einen Kursus "Warum ist die Banane krumm?" Knoff-hoff für Kinder ab 5. Vielleicht würde ihm so etwas einfach mehr Spaß machen als Turnen.

Ich wünsche ihm, dass er in eine Schulklasse mit einer verständnisvollen Lehrerin kommt. Halt die Ohren steif

Marion

von MarionPE - am 03.02.2006 07:29

Re: Lass dich nicht verunsichern

Hallo Marion!
Äh, ich habe mich vielleicht falsch ausgedrückt, ich bin keine Teenie-Mama, auch wenn ich mein Kind mit 23 bekommen habe, ich hätte nur gerne von Mamas gehört die Teenager haben, bei denen es so warwie bei uns, aber besser geworden ist. Aber die werden vielleicht kaum hier reinschauen, man guckt ja eher, wenn es Probleme gibt...
Ich habe mit 17 mein Abi gemacht, danach studiert und aufgehört weil ich es nicht mehr interessant fand. So war das. Aber Du hast vollkommen recht: IMMER SIND DIE MÜTTER SCHULD, egal wie sie leben!!!!! Ich bin im Moment mehr oder weniger freiwillig zu Hause, wahrscheinlich werde ich als Glucke angesehen. Die Mütter die am besten "abschneiden", sind bei uns die Halbtagsarbeitenden. Sie "ruhen sich finanziell nicht nur auf dem Rücken ihrer Männer aus" und sind für ihre Kinder da. Wenn dann deren Kinder auffällig sind, findet man nicht so leicht die Argumente wie "Kein Wunder, das Kind ist ja von Morgens bis Abends auf sich allein gestellt", oder "Kein Wunder, die Mutter ist ja den ganzen Tag hinter ihrem Kind her". Ja, es ist fast egal was man macht, immer sind die Mütter schuld. Man muß ein gutes Selbstbewusstsein haben, insbesondere wenn ein Kind Probleme macht...
Ich muß jetzt weg, aber darüber lässt sich noch viel erzählen... Sagt doch mal, wie ist es bei Euch? Seht Ihr das ähnlich? Das interessiert mich jetzt brennend...
Liebe Grüße und schönen Tag!
Framboise

von Framboise - am 03.02.2006 07:55
Hallo Framboise,

ich habe auch einen Jungen, der sehr schwierige Phasen hatte. Inzwischen ist er 7 Jahre und in der 3. Klasse (als Kann-Kind eingeschult, 2.Klasse übersprungen). Die schwierigste Phase war das letzte halbe Jahr im Kindergarten. Da habe ich ständig negative Rückmeldung von den Kindergärtnerinnen bekommen. Und in der 1.Klasse hat mir bei einem Elterngespräch die Lehrerin doch ernsthaft empfohlen, mal "Super-Nanni" im Fernsehen anzuschauen. Worauf das abziehlte, war klar: sie hat mir vorgeworfen, dass mein Sohn wegen meiner Erziehung so schwierig ist. Seit mein Sohn aber in die 3.Klasse gesprungen ist, ist plötzlich alles in Ordnung. Von seiner jetzigen Lehrerin habe ich noch kein negatives Wort über ihn gehört. Ganz im Gegenteil. Er gehört jetzt zu den "lieben" in der Klasse. Ob das daran liegt, dass er jetzt ausgelastet ist, oder an der Lehrerin (er hat jetzt eine wirklich super Lehrerin), weiss ich nicht.

Die meisten Jungs zeigen ein gewisses Agressionspotential. Sie müssen lernen richtig damit umzugehen. Sie zeigen uns mit aggressivem Verhalten aber auch, wenn irgendwas nicht passt. Du schreibst, dass Dein Sohn nicht gerne in diese Sportgruppe geht, weil sie ihm dort nicht genug neues machen. Auf gut Deutsch, er langweilt sich dort. Er macht prinzipiell gerne Sport, möchte aber dabei gefordert sein. Im Judo wird er das hoffentlich sein. Er muss aber auch lernen mit einer gewissen Langeweile umzugehen. Ich will damit nicht sagen, dass Du ihn extra langweiligen Situationen aussetzen sollst. Aber er wird es auch später im Leben nicht immer vermeiden können sich zu langweilen.

Denk nicht schlecht von Deinem Sohn. Er will Dir (und den Kindergärtnerinnen etc.) mit seinem Verhalten etwas sagen, was er noch nicht in Worten ausdrücken kann. Jetzt musst Du nur noch rausfinden, was das ist :-) Vielleicht ist er wirklich einfach nur nicht ausgelastet. Vielleicht findest Du ja noch irgendwas, was ihm Spaß macht und fordert (z.B. Schachverein ?).

Hast Du mit den Erzieherinnen schon darüber gesprochen, ob sie ihn irgendwie mehr fordern könnten? Ich denke da z.B. an eine Patenschaft für ein kleineres Kind, dem er dann Schuhe anziehen helfen kann etc. oder auch an anspruchsvollere Spiele (Brettspiele, LÜK etc.).

Gruss,
Dagmar

von Haiopei - am 03.02.2006 08:25
Hallo,

Zitat

Ja, er geht zum Turnen, bald melden wir ihn beim Judo an. Das Turnen gefällt ihm nicht soooo gut, weil sie nicht sehr viel machen, d.h. oft dieselben Sportspiele. Vielleicht geht es mit einem Judo-Trainer besser, das hoffe ich. Allerdings hatten wir schon mehrere Sportarten ausprobiert, und das Turnen ist die Einzige wo er noch hingehen mag. Er ist noch keine 6 Jahre alt, deswegen geht er noch nicht zum Judo, aber wenn ihm Judo gut gefällt, lassen wir das mit dem Turnen.
eine Frage dazu: Muss ein Kind mit noch nicht 6 Jahren unbedingt in einem Sportverein sein? Also ist wirklich nur so eine Frage, ein Gedanke. Wenn ihr vielleicht ihn mal dazu fragen könntet, ob er das im Augenblick überhaupt möchte oder ob ihr euch wieder einen anderen als den Turnhallenstress antun wollt, könnte doch etwas anderes dabei herauskommen.

Turnen und Judo - so wie andere asiatische Sportarten auch - sind allgemein sehr auf Körperbeherrschung ausgerichtet. Das mag nicht für jedes Kind das Richtige sein. Ein Klassenkamerad meines sohnes z. B. ist von Hause aus unheimlich angespannt und kommt nach Erzählungen täglich wie ein Dampfkessel in die Schule, ist dort dann teilweise sehr aggressiv. Er kommt kaum raus, steht sehr unter Beobachtung und Kontrolle seiner Mutter, wie ich weiß. Jetzt muss er auch noch zum Taekwondo. Also alles nichts, was ihm als Ventil helfen würde, sondern die Verspannungen eher noch verschlimmert. Wenn ich ihn sehe, hat er schon einen total verkniffenen Zug um den Mund.

Sportarten mit Körperbeherrschung sind m. E. eher was für Kinder mit Konzentrationsschwierigkeiten oder anderen Aufmerksamkeitsproblemen. Sie brauchen "Versammlung" auf sich selbst. Aber ein Kind, das einfach mal rennen und springen, Dampf ablassen muss, für das ist sowas nichts.

Unser Sohn war mal kurzfristig beim Fußball, das langweilte ihn, er war auch wirklich nicht dafür zu begeistern, obwohl er gerne mal kickt - aber die Regeln und das Spiel interessierten ihn nicht. Seither ist er in keinem Verein mehr, weil wir nicht krampfhaft herumsuchen sondern es einfach mal abwarten. Er macht sehr schön Musik (Gitarre, sehr motiviert) und ansonsten hat er mit der Schule genug am Hals. Bewegung kriegt er bei uns sowieso genug, weil wir gar kein Auto haben, ansonsten ist er viel draußen.

Deshalb wäre es vielleicht mal gut, eine Weile den Sportverein ganz wegzulassen und doch mal zu schauen, wie er sich dann entwickelt. Ich habe jedenfalls an unserem Sohn festgestellt, dass das Alter zwischen 3 und 6 (genau diese Phase) bisher die absolut schlimmste war und jetzt ist es viel besser. D. h. man sollte sich auch als Eltern genau in dieser Zeit nicht noch größerem Stress aussetzen. Lasst es doch mal ganz bleiben und wartet ein, zwei Jahre ab. Er wird deshalb nicht als unsportlicher Mensch aufwachsen oder gleich unsozial werden, wenn er nicht den ganzen Tag in irgendwelchen Kindergruppen ist, deren Leiter/innen ihn zu Sachen zwingen, die er nicht mag oder die ihn herumkommandieren ohne Grund.

Wenn ihr noch einen Jungen habt, dann wird es vermutlich bei ihm ähnlich laufen. Es gibt diese Entwicklungsphasen besonders bei Jungen so zwischen 3 und 6. Also damit ihr dann euch den Stress jetzt nicht auch noch doppelt macht, lasst es doch einfach mal sein. Nicht alles, was in Ratgebern steht, müssen Eltern auch immer gleich befolgen oder schadet dem Kind, wenn sie es unterlassen.

Viele Grüße

von FelixMum - am 03.02.2006 08:33

Re: Lass dich nicht verunsichern

Hallo Framboise!

Meine Großen (12 und 14) sind Mädchen. Die sind anders. Da hat man regelmäßig Zickenalarm. Mein Sohn ist 8. Der wollte irgendwann auch nicht mehr zum Kinderturnen. Jetzt geht er zum Trampolin, da kann man sich wunderbar auspowern, und zum Ju-jutsu, das ist tierisch anstrengend, da sie fast eine halbe Stunde Aufwärmgymnastik machen, verlangt aber viel Disziplin. Spielregeln müssen eingehalten werden, ansonsten landet man auch mal auf der Strafbank. Körperlich hat das meinem Sohn viel gebracht. Beim Karate meiner Tochter gab es viele Jungs, die dachten, sie könnten dort kämpfen, das war aber überhaupt nicht, die waren dann enttäuscht. Hier wird oft auch Wing-chun Kung-fu zur Selbstverteidugung angeboten, ist aber relativ teuer. Überhaupt gibt es inzischen viele Selbstvberteidigungskurse für Kinder am Ende der Kindergartenzeit. Was bei euch angeboten wird und was das Richtige für ihn ist, das müsst ihr herausfinden.

Mein Sohn ist vom Typ her etwas anders. Er versucht immer, sich mit Charme vor allem zu drücken. Das ist enorm schwierig zu erkennen und viele fallen darauf herein. Sogar Lehrer. Als Eltern merkt man, dass er immer noch im Schongang läuft, wenn man etwas sagt, sehen einen alle merkwürdig an. Aber man bekommt wenigstens keine Kritzik am Verhalten. Eher kritisiert man selber.

Keine Sorge, alle Mütter sind schuld. An der Umweltverschmutzung (wer fährt denn das Auto?), an den hohen Benzinpreisen, zur Not sogar am zweiten Weltkrieg (wer hat denn die Soldaten zur Welt gebracht und erzogen?). Am besten streuen wir Asche auf unser Haupt und setzen uns in die Ecke und schämen uns.

Marion

von MarionPE - am 03.02.2006 10:09

Re: Lass dich nicht verunsichern

Hallo Marion

Zitat

Keine Sorge, alle Mütter sind schuld. An der Umweltverschmutzung (wer fährt denn das Auto?), an den hohen Benzinpreisen, zur Not sogar am zweiten Weltkrieg (wer hat denn die Soldaten zur Welt gebracht und erzogen?). Am besten streuen wir Asche auf unser Haupt und setzen uns in die Ecke und schämen uns.


Du hast Eva vergessen, die hat ja schließlich Adam die verbotene Frucht gegeben. ;-) sonst säßen wir noch im Paradies. Also im Grunde sind wir an allem schuld.

ich werd jetzt den Ofen saubermachen, vielleicht ist da ja noch ein bißchen Asche für mein Haupt übrig.

Gruß
Carola

von carola - am 03.02.2006 10:28

Re: Lass dich nicht verunsichern

Hallo Carola!

Das waren nicht die Mütter! Ich habe es gerade nachgelesen. Sie ist erst später mutter geworden. Sie war zu dem Zeitpunkt "Nur-Ehefrau".

Ist aber auch egal. Ich werde jetzt einen apfel vernichten und dann muss ich aus meiner paradiesisch-warmen Wohnung nach draußen, der Chauffeurdienst wartet. (Zwar hat Chauffeur mit Heizung zu tun, aber soooo warm wird mein Auto selten, richtig kalt aber auch nicht)

Marion

von MarionPE - am 03.02.2006 12:39

Re:@MarionPE

Zitat

Zwar hat Chauffeur mit Heizung zu tun, aber soooo warm wird mein Auto selten, richtig kalt aber auch nicht


_Gut, dass du das Heizen mit Wärme in Verbindung bringst und nicht mit der Art, autozufahren.

Eine gute Fahrt wünscht

Carola

von carola - am 03.02.2006 14:52
Hallo!
Vielen Dank für Eure Antworten!
Judo werden wir einfach mal ausprobieren, wenn es ihm keinen Spaß macht, zwingen wir ihn nicht. Wir schauen einfach mal. Wenn ihm das gefällt, darf er gerne hingehen. Gerade im Winter finde ich es wichtig, dass er sich auch austobt.
Da er ständig erkältet ist, ist Schwimmbad für ihn nicht so prickelnd, leider.
Ja, das mit der Langeweile ist sicherlich richtig, er langweilt sich bestimmt. Ich höre in letzter Zeit oft, dass seine Frustrationsgrenze sehr niedrig ist. Wird er im kiga ausgemeckert, rastet er oft aus und ist nicht mehr ansprechbar, aber das hat wohl nichts mit Hb zu tun, es ist eher ein Charakterzug, denke ich mal.
Da er liest, habe ich auch Angst vor der Schule, wo er sich ja schon wieder langweilen wird.Im Zählen ist er "normal", zählt gerade mal bis 20-30 und zählt 6+2 zusammen, also nichts Besonderes (was ich auch gar nicht möchte, versteht mich nicht falsch). Deswegen würde es mit Springen wahrscheinlich auch gar nicht klappen...
Ja, dann bleibt uns nur noch zu hoffen, dass er eine offene und tolerante Lehrerin bekommt, denn er ist ein interessantes Kind, mit dem man sich schön unterhalten kann...
Bis bald und alles Gute Euch allen!
Framboise

von Framboise - am 03.02.2006 19:14

Re: Erkältungen

Hallo nochmal,

Zitat

Da er ständig erkältet ist,
würde ich mal hinterfragen, wie mit den Kindern im KiGa umgegangen wird. Wie ist die durchschnittl. Raumtemperatur und Feuchtigkeitsgrad, wenn du ihn abholst? Wenn du ihn bringst, ist die Luft immer noch abgestanden von vorgestern? Wie sehen die Kinder allgemein aus, ist er der einzige, der erkältet ist oder stecken sie sich durch nicht gut entlüftete Räume immer wieder gegenseitig an? Gehen die Erzieherinnen mit den Kindern auch im Winter öfter nach draußen oder haben sie nur Angst, sich selbst kalte Füße zu holen? Ist eine Hallensportart dann überhaupt das Richtige oder verstärkt sich die Bazilleritis dann nicht noch mehr?

Wir haben damals bei unserem Sohn eine extreme Situation erlebt, d. h. er war weder vor der KiGa-Zeit noch danach jemals so krank wie währenddessen (und also hat es nur Geld gekostet, dabei war er doch häufig krank zu Hause geblieben). Im Nachhinein ergab sich eine leichte Milbenallergie, da wir in der Winterzeit monatelang mit Schnupfennase zu tun hatten. Das war aber keine Erkältung, sondern eben die Allergie. Und das ist dann mit einem Nasenspray besser geworden. In geheizten Räumen wie auch der Schule ist das dann im Winter leider nicht vermeidbar.

Wenn ihr ihn mal zum HNO darauf untersuchen lasst, viele Kinder haben das. Muss keine Erkältung sein, vor allem wenn sie so dauerhaft ist.

Ansonsten kann ich gerade deshalb im Winter eher empfehlen, mit dem Kind viel raus zu gehen, spazieren oder auch mal Schlittenfahren etc. Aber nicht noch mehr Betätigung in Hallen und geschlossenen, geheizten Räumen mit vielen Kindern als nötig. Der KiGa ist insofern belastend genug für ihn. Wir hatten unser Kind damals bald wieder rausgenommen, weil zur häufigen Erkrankung noch die Langeweile dazu kam - was aber nicht in jeder Familie organisatorisch möglich ist (Betreuung).

Zitat

Ja, das mit der Langeweile ist sicherlich richtig, er langweilt sich bestimmt. Ich höre in letzter Zeit oft, dass seine Frustrationsgrenze sehr niedrig ist. Wird er im kiga ausgemeckert, rastet er oft aus und ist nicht mehr ansprechbar, aber das hat wohl nichts mit Hb zu tun, es ist eher ein Charakterzug, denke ich mal.
Das ist völlig normal, stell dir nur vor, DU würdest dich den ganzen Tag langweilen MÜSSEN - würdest du nicht auch irgendwann zu viel kriegen? Stell dir nur vor, welche Unterforderung und geistige Tieffliegerei dein Sohn im KiGa ständig aushalten muss. Sowas wie hier als schlechte KiGa-Qualität beschrieben, haben wir in großen Teilen auch erlebt: [www.kindergartenpaedagogik.de]

Dass er lernen muss, sich anzupassen - OK, aber alles hat seine Grenzen. Wer nicht gerade dumm geboren ist, der kann dann schon mal ausflippen. Jungs sind da insofern leider benachteiligt, weil ihnen das gleich negativ ausgelegt wird, wenn sie sich dagegen wehren und das so äußern. Mädchen fressen die Langeweile eher in sich rein und meckern weniger. Deshalb sind sie für Erzieherinnen pflegeleichter.

Viele Grüße

von FelixMum - am 04.02.2006 08:35

Re: Erkältungen

Hallo wieder!
Erkältet heißt für mich laufende Nase, die hat er viel, das stimmt. Aber in der Beziehung ist der Kiga ok, denke ich. Sie gehen in der Tat auch jeden Tag raus, bei Regen und eisiger Kälte auch...
In letzter Zeit ärgere ich mich auch über das Angebot im Kiga, es wird so wenig gemacht (Danke für den Artikel), obwohl es eigentlich nicht schwierig wäre!!! Die Erzieherinnen legen viel Wert auf die Persönlichkeit der Kinder, aber was uns fehlt, ist einfach Themenbezogenes spielen. Es ähnelt eher einer Aufbewahrungsstätte, wenn ich die Bildungsrichtlinien für Kitas in unserem Land lese, wird mir übel. Es ist wirklich keine Frage des Geldes, eine "Indianerwoche" zu organisieren, d.h. Tippies zu bauen, Geschichten darüber zu lesen, Federschmuck zu basteln, es wäre für jeden etwas dabei. Aber was passiert? NIX.

Es gibt einige Erzieherinnen die super sind, die auch etwas mit den Kindern machen, aber die Mehrheit behandelt die Kinder - etwas übertrieben - wie Tiere: sie gehen an die frische Luft, können ein wenig mit Farben herumspielen oder mit Puppen, und es wird geschaut, dass sich die Kinder nicht hauen oder beißen... Dass sie einen enooormen Wissensdurst haben, wird nicht beachtet, hauptsache die Zeit geht rum, ohne dass es Verletzte gibt... So ungefähr. Das klingt jetzt gemein, aber so denke ich in letzter Zeit immer öfter.
Wir hatten eine Weile Französisch bei uns, es wurde aber gestrichen weil es "deren Zeitplan (Routine, Monotonie, würde ICH sagen) durcheinander brachte" ...
Leider habe ich keine andere Möglichkeit, da ich mich im Fernstudium und auf Arbeitssuche befinde. Wenn ich die Kinder bei mir habe, lesen wir jedoch viel, gehen ins Museum, machen Musik...
FelixMum, ich kann verstehen, dass Du Dein Kind aus dem Kindergarten herausgenommen hast, aber, wie Du schon sagst, ist es für mich nicht möglich. Trotz aller Agressivität ist er seeeeehr gerne im Kindergarten, er wäre traurig, wenn ich ihn abmelden würde.
Wie war es denn für Dein Kind als Du es abgemeldet hast? Und für Dich? hast Du dann viel mit ihm gemacht? Würde mich mal interessieren...
Liebe Grüße!
Framboise

von Framboise - am 04.02.2006 14:16

Re: Erkältungen

Hallo,

das klingt schon nach einem hierzulande höchst durchschnittlichen KiGa wie eben bei uns auch. Da kann man nicht viel ändern.

Wegen der laufenden Nase: Geh wirklich mal zum HNO mit ihm und lass einen Prik-Test machen und auch auf Milben testen. Könnte sein, dass es dieselbe Ursache hat wie bei uns. Mit einem Allergiespray und Austausch der Bettwaren geht es besser. Ist Teppichboden in seinem Zimmer oder in eurer Wohnung? Lasst euch mal beraten, falls Milbenallergie der Grund ist. Die possierlichen Tierchen fühlen sich am wohlsten bei hoher Luftfeuchtigkeit und warmen Temperaturen.

Nur waren die Krankheiten aus dem KiGa bei uns noch andere, das ging von Windpocken bis schwere Mittelohrentzündung - und das Kind ist seit seiner Geburt eigentlich total kerngesund. OK, Kinderkrankheiten gut und schön, Grundimmunisierung auch, aber er ist ja durch unser autofreies Leben rundum gut abgehärtet und hat damit nie so viele Probleme gehabt wie zu jener Zeit. Außerdem ist er ja normal nach Plan geimpft.

Die Zeit, als wir unseren aus dem KiGa rausgenommen haben, war schon sehr schwierig. Er war damals 4 Jahre und dort mehr als unterfordert, geistig wie körperlich. Ich hatte mich gerade selbstständig gemacht und es war mein Mann, der sich um ihn kümmerte und ihm täglich "Unterricht" gab in verschiedenen Themen und mit ihm viel raus ging, viel gemacht hat. Aber lange konnte das nicht gehen, es war wirklich stressig Zuhause. Das Kind hat sehr viel gefordert und hat uns viel Kraft gekostet. Wir haben leider keine Großeltern in der Nähe und auch sonst hat uns niemand mal was abgenommen. Deshalb haben wir ihn dann schnellstmöglich eingeschult, auf Antrag und mit einem schulpsychologischen Test. Wir haben damals alles abtelefoniert und sind auch bei Unverständnis von Pädagogen hartnäckig geblieben, es war am Ende die richtige Entscheidung. Die ersten 2 Schuljahre waren dann auch anstrengend (auch weil keine Bereitschaft der KL da war, sie wollte das Kind eigentlich nicht und hat bis heute ihre Vorbehalte), aber jetzt läuft es wirklich gut (7;3 Jahre, 3. Kl.). Er langweilt sich zum Teil immer noch, aber es ist kein Vergleich zu der Horrorvision, wie es wohl wäre, wenn er jetzt noch regulär in der 1. Klasse säße und was wir in der Zwischenzeit mit ihm hätten machen sollen - vielleicht einfrieren? ;-)

Ist dein Sohn ganztags oder halbtags im KiGa? Würde es mit deiner Weiterbildung und Arbeitssuche nicht auch halbtags gehen? Der KiGa-Besuch ist ja freiwillig, und wenn er deinem Kind nichts bringt außer Frust, Aggression und Langeweile, überlege wie lange du ihm das antun möchtest und wieviel Geld dich das zusätzlich kostet. Die Schulzeit wird noch übel genug für ein intelligentes Kind, das in der Schule kaum gefördert und gefordert wird. Und da MUSS er dann hin.

Vielleicht gibt es ja doch noch eine andere Möglichkeit für euch. Die frühzeitige Einschulung ist eine davon. Es wird zwar am Anfang bestimmt nicht sehr viel weniger stressig, doch das Kind hat dann die Schulzeit wenigstens schneller "hinter sich".

Viele Grüße, alles Gute

von FelixMum - am 05.02.2006 08:39

Re: Erkältungen

Hallo FelixMum!
Danke für Deine ausführliche Antwort!
Er geht halbtags in den Kindergarten, ich versuche die Ausbildung morgens zu machen, in Eigenregie. Nachmittags möchte ich einfach meinen Kindern die Möglichkeit bieten, etwas Anderes zu machen. Das mit der frühzeitigen Einschulung ist zu spät, ein Überspringen könnte später eine Lösung sein. Das "Problem" (ich hasse dieses Wort im Bezug auf mein Kind, denn für uns ist sein Wesen kein Problem, nur für die Gesellschaft, die nicht auf solche Kinder eingehen kann...) ist jedoch, dass er insbesondere im kognitiven-kreativen Bereich sehr weit ist. Im "schulischen" Bereich ist es nicht ganz so auffällig. Er liest ein wenig, rechnet ein wenig, aber sein Freund (hb) ist in dem Bereich viel weiter. Das heißt, er wird seine Schulzeit mit Kindern verbringen, die seine Ideen, seine Spiele und seine Interessen nicht teilen. Im Bereich Lesen und Rechnen ist er etwas weiter als die anderen Kinder, aber ob es für einen Sprung reicht? Wir werden abwarten müssen um zu sehen, wie es klappt. Wir halten uns aber auch die Möglichkeit offen, ihn in einer Montessori-Schule anzumelden, auch wenn es eine Wahnsinns-Fahrerei wäre, falls es in der normalen Schule nicht klappt.
Die Erzieherinnen sagen uns immer wieder, er sei ganz anders als die anderen Kinder, die "normale " Schule sei nichts für ihn... Aber was sollen wir denn tun? Er ist nun mal kein Einzelkind, ich muß auch die Bedürfnisse seines kleinen Bruders beachten. Wir werden auf jeden Fall die Situation beobachten, um schnell einzugreifen, falls es nicht klappt.
Beim HNO waren wir übrigens schon, mit Allergien hat er nichts, aber danke für den gutgemeinten Tipp!
Hat Dein Sohn Geschwister?
Liebe Grüße!
Framboise

von Framboise - am 05.02.2006 10:53

Re: Schule

Hallo Framboise,

Zitat

Das heißt, er wird seine Schulzeit mit Kindern verbringen, die seine Ideen, seine Spiele und seine Interessen nicht teilen.
Das ist nicht weiter tragisch, ist ja erstmal auch "nur" die Grundschulzeit, 4 Jahre. Es muss nicht sein, dass überhaupt niemand seine Interessen teilt. Eurer hat ja auch noch einen Bruder (unserer ist allein). Außerschulische Aktivitäten werden auch helfen, andere Kinder zu treffen.
Zitat

Im Bereich Lesen und Rechnen ist er etwas weiter als die anderen Kinder, aber ob es für einen Sprung reicht?
Das werdet ihr herausfinden. Stellt euch die Grundschule bloß nicht über die Maßen anspruchsvoll vor. In der 1. Klasse geht es im Prinzip weiter wie im KiGa auch.
Zitat

ihn in einer Montessori-Schule anzumelden, auch wenn es eine Wahnsinns-Fahrerei wäre, falls es in der normalen Schule nicht klappt.
Davon würde ich unbedingt abraten, falls du im Alltag noch was anderes zu tun hast als früh bis spät durch die Gegend zu fahren. Was wäre dann mit deinem Fernstudium, was mit der Arbeitssuche, was mit dem kleinen Bruder? Und wo bleibt noch Zeit für dich, deinen Mann/Partner? Ich kann nur dringend davon abraten. Wir erleben die Grundschulzeit mit unserem "nur" überdurchschnittlich intelligenten Kind (nicht hb) bereits so geprägt durch Vorbehalte der Schule, Auseinandersetzungen mit der Dummheit und pädagogischen Unfähigkeit der Lehrerinnen und durch den andererseits hohen Anspruch des Kindes Zuhause, dass wir uns nicht vorstellen können, außerdem noch viel Zeit für Fahrerei zu erübrigen (bei uns auch deshalb kein Thema, weil wir gar kein Auto haben).

Die Schulzeit der Kinder ist am Ende so spektaktulär nicht, dass es sich lohnt, das eigene Leben nur noch danach auszurichten. Man muss ja auch noch etwas an den Lebensunterhalt denken. Uns persönlich ist ein außerschulischer Ausgleich noch wichtiger, und später eine gute, solide Berufsausbildung bzw. ein gutes Studium. Aber was zuvor passiert, hängt doch stark von den Kapazitäten vor Ort und organisatorischen Umständen ab. Wenn man viel Geld hat, ist natürlich alles möglich. Aber da wir das nicht haben, hat es sich auch so erledigt.

Zitat

Die Erzieherinnen sagen uns immer wieder, er sei ganz anders als die anderen Kinder, die "normale " Schule sei nichts für ihn...
Also dass die so gut sein sollen, kann ich immer weniger glauben, im Ernst... Natürlich ist er schon anders als die anderen, wenn er sich nicht von ihrem stupiden Programm beeindrucken lässt. Da fällt schon ein Kind im KiGa auf, wenn es mit 4 Jahren seinen Namen lesen kann. Lasst euch mal von denen nicht verunsichern.
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Wir werden auf jeden Fall die Situation beobachten, um schnell einzugreifen, falls es nicht klappt.
Genau so haben wir es auch gemacht, und das ist immer das beste! (Vorzeit. Einschulung ging bei uns übrigens auch außerhalb der regulären Terminvorgaben, durch Anfrage bei den Schulen und beim Schulamt wg. Test)

Schönen Sonntag

von FelixMum - am 05.02.2006 15:37
Hallo!
Das mit der Fahrerei müßten wir uns natürlich überlegen, aber ich würde alles tun, um ihm eine glückliche Schulzeit zu ermöglichen. Ich habe früher die Schule gehasst, fühlte mich von allen unverstanden. Später wurde es besser, zum Glück. Wie gesagt, wir werden sehen. Unsere Kinderpsychologin sagte, wir sollten sehen, wie die Lehrerin ist, denn bei ihm geht seeeehr viel über die Gefühlsebene. Mag er jemanden, ist er auch ganz nett zu ihm. Nur ist er sehr wählerisch und kritisch... Na ja, mal sehen...
Wir wissen nicht, ob er hb ist (über 130), aber überdurchschnittlich klug ist er in jedem Fall. Den Test hatte er damals verweigert, er wollte sich lieber mit der netten Dame unterhalten die ihn testen sollte... Sie riet uns, ihn nicht fernsehen zu lassen (er guckt fast nie, da wir das reguläre Programm nicht haben!!!!!!!), da die Agressivität daher rühren könnte... So ein Quatsch!
Na ja, dann trafen wir auf die Kinderpsychiaterin die ihn seit seinem 2. Lebensjahr kennt (er war damals extrem verstört gewesen, durch die Geburt seines Bruders, hat nicht mehr geschlafen usw.), sie meinte, er habe ganz besondere Begabungen, er käme bestimmt deswegen mit den anderen nicht klar.
Ich frage mich, was mit seinem Bruder sein wird, denn er rechnet, kann auch etwas schreiben seit er 3 ist... Und fällt oft im Kiga durch seine Intoleranz auf, *seufz*.
Eine Zeit lang überlegten wir, ob wir noch ein Kind bekommen, aber jetzt...nee, lieber nicht ;).
Viele Grüße!
Framboise

von Framboise - am 05.02.2006 18:41

Re: noch eine Frage...

Hallo Framboise,

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Unsere Kinderpsychologin sagte,
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Den Test hatte er damals verweigert, er wollte sich lieber mit der netten Dame unterhalten die ihn testen sollte... Sie riet uns
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sie meinte, er habe ganz besondere Begabungen, er käme bestimmt deswegen mit den anderen nicht klar.
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dann trafen wir auf die Kinderpsychiaterin die ihn seit seinem 2. Lebensjahr kennt
an dieser Stelle möchte ich dir den freundlichen Vorschlag machen, doch einfach mal weniger intensiven Kontakt zur Psychologen- und Psychiaterszene zu halten.

Was müssen deine Kinder denn inzwischen für eine Meinung von sich haben, wenn sie ständig begutachtet und ärztlich untersucht werden, als ob sie ein ernsthaftes Problem hätten? Davon wird es doch nicht besser. Sie müssen ja das Gefühl bekommen, nicht ganz richtig zu ticken.

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Ich frage mich, was mit seinem Bruder sein wird, denn er rechnet, kann auch etwas schreiben seit er 3 ist... Und fällt oft im Kiga durch seine Intoleranz auf, *seufz*.
Ja, eben. Das überträgt sich ja schon vom einen auf den anderen. Man kann so einen Test mal machen, um eine bestimmte Fragestellung zu lösen, OK. Aber auch nicht einfach so, ohne Ziel und Zweck. Aber dann muss es doch auch wieder gut sein, wenn das Kind doch (wie ich es interpretiere) für die Umgebung, in der es aufwächst und seine fortgeschrittene Intelligenz eine völlig normale Entwicklung durchläuft.

Lass mal den Therapiezirkus sein und komm mal wieder runter. Deine Jungs sind völlig OK so wie sie sind. Sie müssen nicht therapiert werden, nur damit sie in die KiGa- und Schulumgebung passen, die ohnehin für kaum ein Kind passt, das nicht ganz hirnamputiert ist.

Viele Grüße

von FelixMum - am 06.02.2006 09:03

Re: noch eine Frage...

Hallo noch mal!
Das mit "Therapiezirkus" kann ich in keiner Weise so stehen lassen.
1. Die Kinderpsychologin ist eine Freundin, wir treffen uns AUCH freundschaftlich, und dabei erklärt sie mir natürlich, was mit meinem Kind ist.
2. Das mit dem Test hat mein Sohn ganz und gar nicht als Test angesehen, es war ein Spiel bei dem er eben nicht mitmachen wollte, das war ALLES. Er wurde deswegen nicht ausgeschimpft oder sonstwas, das war ok! Und der Test war nicht "ohne Ziel und Zweck", wie Du zu wissen scheinst, ohne uns zu kennen. Ich möchte mich jedoch nicht weiter rechtfertigen.
Also, als Zusammenfassung zu unserem "Therapiezirkus": einmal eine fremde Kinderpsychologin zum Test und alle paar Wochen unsere befreundete Kinderpsychologin. So. Dass wir bei ihr waren, weil wir nach der Geburt des Geschwisterchens Hilfe brauchten, ist völlig in Ordnung (aber das kann KEINER der nur ein Kind hat nachvollziehen, was wir da durchgemacht haben. Weiteres werde ich Dir nicht erzählen, da Du in einem ziemlich frechen Ton meine Erzählungen kritisierst.) Woher willst Du wissen wie oft wir bei ihr waren????
In vielen Dingen hast Du Recht, aber was Du gerade gesagt hast, finde ich überhaupt nicht in Ordnung. Meinen Kindern geht es zu Hause gut, sie benehmen sich völlig normal, streiten und spielen, wie es halt bei fast allen so ist.
Tschüss!

von Framboise - am 06.02.2006 10:26

Re: noch eine Frage...

Hallo,

warum denn so aufgeregt? Du hattest von den freundschaftlichen Beziehungen ja nichts erwähnt.

Ich darf dir verraten, dass sogar mein eigener Vater Psychologe von Beruf war. Deshalb konsultiere ich ihn jedoch keineswegs regelmäßig zu den Befindlichkeiten meines Kindes, weil ich in vielen Dingen rückblickend weiß, dass er auch bei mir sehr oft schon ganz falsch lag. Sein Enkel ist in meinen Augen nicht dazu da, psychologische Studien an ihm zu betreiben, zu jeder Kleinigkeit einen Profi-Ratschlag zu erteilen oder ihn als nettes possierliches Anschauungsmuster zu betrachten. Er ist eben der totale Theoretiker, aber von Kindererziehung hat er Null Ahnung. Deshalb hat er das auch meiner Mutter überlassen, was im Nachhinein zu begrüßen ist. Mein größtes Kompliment erhielt ich aus einer französischen Gastfamilie mit knapp 20 Jahren, als sie mir auf die Frage nach dem Beruf meines Vaters bestätigten, dass "ich dafür doch gar nicht übel geraten sei" - du verstehst, was ich meine.

Das ist mein persönlicher Hintergrund, aus welchem mir die Kritik eventuell "übertriebener" Diagnostik und allzu regelmäßiger Begutachtung durch psychologische Fachkräfte schon im Kleinkindalter gestattet sein mag. Es war nur als Hinweis gemeint, nicht als persönlicher Angriff. Es sollte dir eher Mut machen, dich mehr auf deinen gesunden Menschenverstand zu verlassen. Und selbstverständlich sind deine Jungs völlig normal - oder habe ich was anderes gesagt?

Viele Grüße, weiterhin alles Gute

von FelixMum - am 06.02.2006 12:20
Hallo Framboise,

ich habe auch "einen ähnlichen Fall zuhause", nur ist dies mein 3. Sohn. Der erste (hb) war anders auffällig (erst Schreikind, dann sehr anstrengend, aber nie absichtlich störend). Der zweite total unauffällig, und ich denke, nicht hb.
Der 3. hat als Säugling fast nur geschlafen, allerdings fiel mit 1/2 Jahr schon ein extremer "Dickkopf" auf.
Jetzt ist er 3 1/2 und ist sehr auffällig, vor allem zuhause. Er provoziert ständig, will auffallen, stören. Ist sich seines Benehmens aber voll und ganz bewußt. Er bekommt eigentlich als Kleinster viel Aufmerksamkeit, und daß er dies erreichen möchte, ist hier wohl klar. Aber ich weiß nicht, ob das alles ist. Ich denke, es liegt oft nicht an dem Müttern, am Umfeld oder an sonstwas. Einfach am Charakter vielleicht, er muß z.B. immer das letzte Wort haben und möchte ständig seine Macht beweisen. Ab und zu meine ich, jedoch, ihm ist einfach alles zu langweilig. Darüber denke ich oft nach...
Im Kindergarten z.B. war er das erste 1/4 Jahr ziemlich angepaßt, ich habe nur noch gestaunt. Jetzt geht`s langsam los (Kommt vielleicht Langeweile auf? Er kennt jetzt schon vieles), er verhält sich sehr laut, stört im Stuhlkreis.

Ich hoffe auch, daß alles besser wird.
Was bei Dir zu denken gibt, ist, daß es zuhause besser klappt. Sei einfach froh darüber. Unser Sohn macht unserer ganzen Familie ganz schön zu schaffen.
Vor allem unser zweiter leidet manchmal ganz schön, glaube ich.

Alles Gute und viele Grüße

Leila

von Leila - am 07.02.2006 20:58
Hallo Leila!

Schucksal der Dritten. Sie müssen irgendwie auf sich aufmerksam machen. Bei vielen Dritten Kindern denke ich, wenn sie das Erste gewesen wären, wäre es beim Einzelkind geblieben. Aber meist sind diese Kinder auch sehr dankbar, wenn man mal Zeit für sie alleine hat.

Der dritte Sohn einer Freundin hat seine Mutter beim Schuhkauf zur Verzweiflung gebracht. Er konnte und konnte sich nicht entscheiden. Später fiel uns dann ein, dass er ja nie etwas Neues bekommt und auswählen darf. Er darf nachtragen oder bekommt von Aldi-Penny-Lidl was es gerade gibt. Schicksal. Aber dafür reicht die Zahl der Legosteine vom ersten Tag an.

So hat alles Vor- und Nachteile

Marion

von MarionPE - am 08.02.2006 07:58
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