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Forum Hochbegabung bei Kindern
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6
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Gabi K, minjong, Takahe, indri

Lehrer kein Draht zu Kind

Startbeitrag von Gabi K am 05.02.2006 20:50

Hallo zusammen,

habe lange nicht geschrieben, aber einiges mitgelesen. Nun habe ich doch mal wieder ein Thema, wo ich gerne Eure Meinung hören würde.

Mein Sohn (7) geht nun seit August in eine Montessouri-Schule. Eigentlich läuft alles so weit (Obwohl Spannung und Elan schon weg sind). Er macht Hausaufgaben ohne Ermahnung, har aber Schreibschrift (Druck konnte er schon bei Einschulung) nach euphorischen Anfängen erst einmal ein paar Wochen wieder gelassen (klar, ist schwerer als es aussieht) und ist in Mahte mittlerweile schon fast beim letzten Drittel im 2. Schuljahrbuch.

Wir hatten im November Elternsprechtag. Mein Sohn meinte vor dem Sprechtag, dass der Lehrer sehr streng wäre (befiehlt z.B. Kinder vor die Tür, die dauernd stören - was ich persönlich als absolt korrekt empfinde) und er Angst vor ihm hat.
Lehrer hat mir und meinem Mann dann erzählt, dass unser Sohn aus seiner Sicht sehr intelligent wäre. Dass er aber immer alles so macht, wie er sich das in seinem Kopf vorstellt und keinen Rat bzw. Hilfe möchte (habe ich selbst einmal erlebt als ich hospitiert habe und gesehen, wie er den Lehrer 2 mal hintereinander weggeschickt hat, obwohl unser Sohn offensichtlich an dem Punkt Hilfe gebrauchen konnte.
Der Lehrer sagte uns dann, dass er nicht weiss, wie er an unseren Sohn herankommen soll. Bisher sei ihm nichts eingefallen, diesen Abstand überwinden zu könnnen (muss er aber, da er aus seiner Sicht Kindern nur individualisiert etwas beibringen kann, wenn er weiss wie sie denken).

Wir haben ihm dann gesagt, dass unser Sohn ihn nicht anschaut, wenn er mit ihm spricht, weil er Angst vor ihm hat. Dass hat den Lehrer etwas überrascht, konnte er sich aber vorstellen. Lehrer ist sehr erfahren und versucht aus meiner Sicht sehr, seine Schüler individuell zu nehmen (habe mittlerweile ca. 15x hospitiert).

Mein Sohn ist wirklich sehr eigensinnig und ein absoluter Grenzgänger. Stellt grundsätzlich alles in Frage und hat zu vielen Dingen seine eigene Meinung (vor allen Dingen welche Vorgehensweise bzw. welches Ergebnis richtig ist).

Habe vor, den Lehrer bald anzusprechen und nachzufragen, wie er aus seiner Sicht mit meinem Sohn weiter gekommen ist.
Aber was soll ich machen, wenn er keinen Draht findet?
Zum neuen Schuljahr einen Lehrerwechsel? Gebe ich dann nicht nur menem Sohn nach, der es vielleicht etwas bequemer möchte?
Andererseits halte ich es gerade bei der Schulform für notwendig, dass es eine gute Lehrer/schüler-Beziehung gibt.

Welche Ideen habt Ihr dazu?

Viele Gruesse,

Gabi K.

Antworten:

Ihr habt einen Lehrer, den den Draht zum Kind _sucht_, und das ist schon sehr viel wert. Wenn ihr die Schule wechselt, könntet ihr euch sehr leicht zum Schlechteren verändern, fürchte ich.

von minjong - am 06.02.2006 07:37

Korrektur

Zu schnell abgeschickt! Ich wollte schreiben: wenn ihr den Lehrer wechselt.

von minjong - am 06.02.2006 07:38
Hallo Gabi,

ich habe auch so ein Exemplar - Tochter, 7, 2. Klasse - das grundsätzlich auf alles selber draufkommen will und keine Hilfe wünscht. Allerdings akzeptiert sie die Meinung der Lehrer darüber, welches Ergebnis richtig ist ;).
In der Schule (auch Montessori) gab es anfangs Probleme, weil die Lehrerin nicht sicher war, ob sie nicht doch überfordert ist (als Kann-Kind), und ihr deswegen mehr helfen wollte. Seit die Lehrerin sie im Wesentlichen alleine lässt läuft es gut.

Töchterchen (die ich gerade befragt habe ;) ) behauptet, dass sie überhaupt keine Hilfe annimmt. Ich bin allerdings der Meinung, dass man schon etwas rüberbringen kann. Ich liefere ihr in der Regel nicht eine sondern eine ganze Menge verschiedener Lösungswege (auch wenn sie nicht zuhören will und sich die Ohren zuhält), damit sie eine ausreichende Basis hat, um zu eigenen Lösungen zu kommen. Ist allerdings etwas langwierig...

In einer Monte-Klasse sollte sich das zum Teil von selbst regeln, weil die Kinder sich ja gegenseitig beobachten. Da kommt schon einiges an Input zusammen.

Im Übrigen würde ich minjong zustimmen: ein Lehrer, der versucht auf das Kind einzugehen und sich nicht auf den Schlips getreten fühl, wenn es Hilfe ablehnt, ist sehr viel wert.

Liebe Grüße und gute Nerven
indri

von indri - am 06.02.2006 16:24
Hallo Zusammen,

Ihr habt reht, dass so ein Lehrer viel wert ist.
Habe gestern noch mal mit ihm gesprochen. Sein Verhältnis zu meinem Sohn hat sich nicht geändert. Auf meine Frage, welche Tipps er als Pädagoge mir geben könnte, damit sich dass bessert waren: " Keine, dass müssen sie als Eltern selber in den Griff kriegen, nach meiner Meinung brauchen sie für Ihren Sohn einen Kinderspychologen. Ich werde ihm meine Grenzen ganz klar machen"

Das hat sich für mich nicht nach "wir kriegen dass schon hin" angehört. Habe dann später um einen Termin bei seiner Religionslehrerrin gebeten (Antwort steht noch aus), um von ihr zu erfahren, wie sie meinen Sohn sieht.

Habe zur Zeit eher das Gefühl, dass der Lehrer nicht alles tut, um das Verhältnis zu verbessern. Gestern habe ich z.B. mitbekommen wie mein Sohn mit seinem schreibhaft zu ihm gegangen ist mit der Bitte, ihm in Schreibschrift etwas vorzuschrieben. Ergebnis war, dass er ihn weggeschickt hat mit dem Kommentar, dass er sich selber etwas einfallen lassen sollte.

Was ich auch nicht verstehe ist, wenn mein Sohn im Buch für das 2. Schuljahr arbeitet, warum er dann in Mathe an dem sogenannten Luxusunterricht der 1. Klasse teilnimmt. Wenn ich als Lehrer sehe, dass ich ein Kind habe, was schon einiges kann, könnte ich ja auch überlegen, dass etwas anders zu gestalten.

Zur Zeit habe ich dass Gefühl, dass mein Sohn mehr Fordern und Fördern braucht und es "brennt". Immer ohne Anleitung durch die gegend zu laufen, ist vielleicht nicht so der Dreh.

Viele Grüsse,

Gabi K.

von Gabi K - am 07.02.2006 07:59
Hallo Gabi,

ich finde nicht, dass die ELTERN für die Beziehung zwischen Kind und Lehrperson verantwortlich sind. Lasst euch diesen Schuh nicht anziehen. Dafür sind schon Kind und Lehrer selbst in der Pflicht. Vielleicht wäre es hilfreich, einen Schulpsychologen und / oder eine Beratungsstelle zu hilfe zu holen?

LG

Takahe

von Takahe - am 07.02.2006 12:45
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