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Forum Hochbegabung bei Kindern
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29
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
sternchen, FelixMum, MarionPE, MichaelaM, rosagedi, Doreen, Frank Bohne, Heuschrecke, minjong, heike2, Tomate

Muß ein hb Kind aufs Gymnasium?

Startbeitrag von sternchen am 06.02.2006 05:59

Guten Morgen!
Da ich seit 04:00 Uhr nicht mehr schlafen kann möchte ich Euch an meinen Gedanken teilhaben lassen ;-)
Muß ein hochbegabtes Kind unbedingt auf ein Gymnasium gehen? Die Psychologin, die unseren Sohn getestet hat meint ja und es sei meine Aufgabe ihn dorthin zu bringen. Was aber mache ich, wenn das Kind, nachdem es drei Jahre erklärt hat, daß es einmal auf die höchste Schule gehen möchte, jetzt der Meinung ist, es wäre eh alles egal? Die Motivation ist gleich Null und ich schaffe es nicht mehr, das wissbegierige Kind, das alles in sich hineinsog, wieder zum Vorschein zu bringen.
Ich wollte meinen Kindern nie Druck machen, sondern alles auf sie zukommen lassen. Jetzt ist es aber soweit, daß ich bei einer Drei (aufgrund mangelnder Konzentration) immer wieder auf Leichtsinnsfehler hinweisen muß und das Verhältnis zwischen uns immer schlechter wird, da der Junge langsam aber sicher auch zum pubertierenden Jüngling wird.
Ich habe furchtbare Angst, daß das Kind wenn es weiter unterfordert ist irgendwann mal abstürzt. Auf der anderen Seite belastet mich aber auch die Ungewißheit, ob er den Übertritt schafft oder nicht.... Bis Weihnachten war alles noch klar, er hatte Noten zwischen 1 und 2, aber von da an wurde er schlechter. Leider habe ich auch keinen Rückhalt von der Schule, ich habe sogar das Gefühl, für die Lehrerin ist es eine Genugtuung, da sie (glaube ich zumindest) eh an der HB zweifelt. ("Es gibt schließlich noch andere sehr gute Schüler in der KLasse und die sind nicht mal negativ auffällig im Unterricht!!!! Die müßte man nur mal testen".....Zitatende)
Vielleicht hat ja jemand schon Erfahrung, was passiert, wenn ein hb Kind "nur" auf eine Realschule geht. Die Psychologin machte mir leider keine großen Hoffnungen, sie meinte sie betreut so ein Kind und es wäre ein Drama. Na toll,
hervorragende Aussichten auf die nächsten zehn Jahre....
Danke für die Antworten schon im voraus, denn momentan bin ich in jeglicher Hinsicht am Ende..

Gruß, Sternchen

Antworten:

Hallo Sternchen!

Es muss nicht in einer Katastrophe enden. Es kann aber passieren. Entscheidend ist da auch die Qualität der Schule. Hier bei uns im Ort gibt es eine Realschule mit einer Klassenstärke von 19 Kindern; das Gymnasium hat 30 Schüler pro Klasse. Die Realschule hat viele Lehrer, die sich engagiert einsetzten. Es gibt gute AGs.... Aber das ist natürlich nicht der Regelfall. Ich weiß, dass es hier in der region ab Sommer auch eine private Realschule geben wird, auch dort werden sicher sehr engagierte Lehrer sein.

Wenn dein Sohn sich absolut sträubt, dann wird folgendes passieren: du meldest ihn auf dem Gymnasium an, er tut nichts und spätestens nach 2 Jahren ist er doch auf der Realschule (Der sohn einer Freundin hatte ein Kind in der Klasse, das lieber mit den Freunden zur Realschule wollte, das ging relativ schnell). Es liegt alles an der Qualität der Schulen. Es gibt auch begabte Kinder, die auf dem falschen Gymnasium zusammenbrechen. Seht euch die Schulen an. Vielleicht stellt er dann selber fest, dass das Gym. ihm die besseren Möglichkeiten (AGs) bietet und ansonsten geht es eben nicht. Er kann ja später immer noch wechseln.

Ich denke dass müsst ihr ausdiskutieren, aber eine Realschule muss nicht zwangsläufig schädlich sein.

Marion

von MarionPE - am 06.02.2006 06:33
Hallo Sternchen,

leider hast du nicht geschrieben, ob dein Sohn in der 3. oder bereits 4. Klasse ist, also ob ihr noch ein Jahr Zeit habt oder ob der Übertritt gerade ansteht.

Bei meiner Tochter war es letztes Jahr in der 3. Kl ähnlich. Ihre Noten sackten von 1 auf 3, Motivation minus unendlich, totaler Rückzug in innere Isolation, Schulangst, bis hin zu Suizidgedanken. Wir haben aufgrund der massiv psychischen Probleme einen Psychologen aufgesucht, die Gespräche mit ihm haben ihr sehr gut getan. Was aber an der schulischen Situation erstmal nichts änderte.

Da es bei uns im Saarland neben Gesamtschulen (unterirdisch....) und Gymnasien nur noch Erweiterte Realschulen gibt, die die Hauptschule integriert haben, wäre diese Schulform für meine Tochter wahrscheinlich der Untergang, denn sie passt sich liebend gerne den unteren Schichten an (in Arbeitshaltung, Motivation und Ehrgeiz).

Wir haben ihr dann in mehreren Gesprächen ganz klar gemacht, dass nicht alleine die Noten ausschlaggebend für eine Gymnasialempfehlung sind, sondern eben auch das Engagement. Es stellte sich heraus, dass sie panische Angst hatte, mit einer 3 in Mathe nicht aufs Gymmi gehen zu können. Als der Druck weg war, schrieb sie wieder 2er. Wir haben sie aufgefordert, ihre HA und den ganzen Schulkram ohne Motzen zu erledigen, dafür würden wir sie unterstützen, wenn sie denn keine Empfehlung von der mittlerweile verhassten Lehrerin bekäme (dann wäre eine Aufnahme über Testverfahren oder eine Privatschule in Frage gekommen).
Die Kombination aus den Gesprächen beim Psychologen (der ihr erklärte, dass sie eben NICHT dumm sei) und dem Wegnehmen des Druckes, indem wir die Entscheidung der KL als für uns uninteressant bezeichneten, war wohl für unsere Tochter genau richtig.

Bleibt zu sagen, dass vor zwei Wochen die KL "mit Bauchschmerzen" die Empfehlung ausgeschrieben hat und wir nun freie Wahl unter den Schulen haben, was meiner Tochter richtig gut tut.

Das es so gekommen ist, liegt aber sicher nicht zuletzt daran, dass ich in einem persönlichen Gespräch die KL darauf hingewiesen habe, dass die Realschule für meine Tochter nicht die richtige Schulform ist, dass ihre mangelnde Leistungsfähigkeit oder Leistungswille auch durchaus mit ihr zu tun hat und das sich die Situation auf der GS nicht mehr verbessern werde.

Wahrscheinlich hat sie jetzt kapituliert... ;-)

Ich habe sie auch von jeder Verantwortung für das Wohlergehen meiner Tochter in der Zukunft frei gesprochen, dafür würde ich schon selbst sorgen.

Noch eine kleine Anmerkung: wir haben uns am Samstag drei Schulen am Infotag angesehen: zwei Gymnasien, sehr engagiert, chemische und physikalische Versuche mit den kleinen Besuchern, Führungen durch die Schulen durch ältere Schüler, Abiturienten kochten Kaffee, etc
Ein Gymnasium mit integrierter Realschule: kein Engagement der Schüler, alles machten die Eltern, und die Dialoge unter den Schülern verliefen eher nach dem Motto: Voll krass, Alder.....

Da lagen Welten dazwischen, sorry, das soll nicht snobistisch klingen, aber das tut es, ich weiß. Aber das ist nicht das Umfeld, auf dem ich meine Tochter glücklich sehe.... (mein 6jähriger Sohn vielleicht eher ;-) )

Das waren nun vielleicht keine Tipps, aber meine Erfahrungen.

LG, Heike

PS: das Argument, die anderen Schüler seien nicht so intelligent, arbeiteten aber besser mit, bekamen wir auch immer zu hören. Bei besagtem Gespräch meinte ich nur, die dächten wohl offensichtlich nicht darüber nach, dass sie jeden Tag das Gleiche machen müssten. Was ja nicht schlimm sei, aber unsere sei halt anders....

von heike2 - am 06.02.2006 06:36

Re: Muß ein hb Kind aufs Gymnasium?Nachtrag

Hallo nochmal!
Also manchmal habe ich schon das Gefühl, daß er gerne diese Schullaufbahn einschlagen möchte, da er weiß, es gibt dort viele interessante Fächer und auch AG's. Aber er ist halt so unmotiviert und meint, er könnte weiter ohne irgendetwas zu tun durch die Schulen marschieren (Wenn nicht, "dann gehe ich halt auf die Realschule")... Könnte er vielleicht auch, wenn er jetzt nicht extreme Konzentrationsprobleme hätte... Wie gesagt, wir stehen völlig auf dem Schlauch...

von sternchen - am 06.02.2006 06:43
Liebe Sternchen,

für das Gym spricht in meinen Augen, dass die Chance dort größer ist, Kinder zu finden, mit denen man sich gut versteht. Jedenfalls fanden meine beiden Kinder im Gym sehr rasch Freunde, nachdem sie in der Volksschule immer Außenseiter gewesen waren. Ins Gym gehen einfach eher jene Kinder, die sich mehr geistige Herausforderung zutrauen. Unter meinen Nachhilfeschülern ist ein höchstbegabter Hauptschüler. Was sollte der mit seinen Klassenkameraden anfangen? Ich kenne einige davon. Der Unterschied ist enorm.

Das mit den Umstiegskriterien würde ich nicht so eng sehen. Wenn du dich mit dem Testergebnis dem Gym-Leiter anvertraust, wird das schon gehen, nicht wahr? Jedenfalls würde es bei uns in Österreich bestimmt gehen.

Alles Gute für dich und deinen Sohn!

minjong

von minjong - am 06.02.2006 06:57
Hallo Sternchen!

In welchem Bundesland wohnt ihr? Braucht er eine Gymnasialempfehlung, oder ist im Endeffekt der Elternwille frei? Wenn er auf das Gymnasium will, dann schafft er es auch mit einer Realschulempfehlung. Notfalls kann er ja mal irgendwann eine Klasse iederholen. Wenn er bisher gut stand und jetzt Einbrüche hat würde ich mal nach den Ursachen forschen. Könnte es sein, dass ihm seine Lehrerin klar macht, dass sie ihn für nicht-intelligent hält? Dann glaubt er es irgendwann selber.

Wenn du ihn zum Gymnasium anmeldest, dann sprich mit der Schulleitung. Die kennen nämlich oft die Empfehlungen der verschiedenen Schulen / Lehrer und können die dann auch beurteilen. Nimm die alten Zeugnisse mit.

Überlege gemeinsam mit deinem Sohn, was gut für ihn ist.

Marion

von MarionPE - am 06.02.2006 07:27
Hallo Sternchen,

hört sich irgendwie so an, als besuche er eine sechsjährige Grundschule. Stimmt das? Ich meine nur wegen des pubertierenden Jünglings.

Liegt bei euch auch das Halbjahresende anders als bei uns? Bei uns wurde nämlich nach den Weihnachtsferien nur noch die eine oder andere verschobene Arbeit geschrieben. Dann gab es Notenbesprechungen, Zeugniskonferenzen, das übliche Warten auf die Zeugnisse und heute nun den Start ins zweite Halbjahr. Da hätte niemand so dramatisch abfallen können, dass die Mutter schlaflose Nächte hat.

Aber auch bei euch waren das ja nur wenige Wochen. Vielleicht schilderst du mal genauer, was da abgelaufen ist.

Manchmal habe ich nämlich den Eindruck, dass Kinder dieser Art einfach nur pausenlos unter soviel Druck stehen, dass sie irgendwann abschalten. Obwohl bisher notenmäßig zwischen 1 und 2 wird ja dein Kind offenbar psychologisch betreut. Wie sieht denn die Problemlage aus?

Wenn die Mutter sich, wenn das Kind mal eine oder zwei Dreien geschrieben hat, gleich "wahnsinnige Sorgen" um sein völliges Scheitern macht und nachts durch die Wohnung rotiert, überträgt sich das auf das Kind. Dann irgendwann mal eiskalt zu behaupten, es sei selber an dem ganzen Zirkus überhaupt nicht interessiert, ist manchmal reiner Selbstschutz.

HBs gibt es in allen Schultypen. Zur Not kann man auch noch irgendwann wechseln.

Michaela

von MichaelaM - am 06.02.2006 08:26
Hallo,

Zitat

Ich wollte meinen Kindern nie Druck machen, sondern alles auf sie zukommen lassen.


Du bist selbst Pädagogin, wie ich mich erinnere? Vielleicht ist genau das dein Problem (nichts für ungut, aber das beobachte ich häufig bei Lehrerkindern).

Nicht alles, was in pädagogischen Lehrbüchern steht, ist unbedingt von Nutzen für die eigenen Kinder und für die eigene Situation.

Du schadest der kindlichen Seele nicht, wenn du sie auf das Erlernen von (Selbst-)Disziplin, Willensstärke, Durchhaltevermögen, Frustrationstoleranz und das Erleiden von Niederlagen sowie Umgang mit Wettbewerb und Anstrengung vorbereitest. Laissez-Faire in der Erziehung gibt einem Kind keine Orientierung.

Vielleicht traust du deinem Sohn auch einfach mal zu, etwas ganz allein zu schaffen, seine Erfahrungen (auch bittere) allein zu erleben, ohne deinen pädagogischen Rückhalt?

Bezüglich der Schulwahl kann man deshalb nur schwer etwas sagen, weil es eben dieses Motivationsproblem gibt, das auch an der mangelnden "Abhärtung" liegen kann. Denn diesbezüglich
Zitat

Die Psychologin, die unseren Sohn getestet hat meint ja und es sei meine Aufgabe ihn dorthin zu bringen.
hat dir die Psychologin keinen guten Rat gegeben: Wenn du deinen Sohn als "bald pubertierenden Jüngling" beschreibst, dann hat er sich wohl genau darauf all die Jahre verlassen, Mama wirds schon regeln. Schule ist aber nicht Mamas Aufgabe, sondern SEINE. Selbstständiges Arbeiten bedeutet genau dies, eine Aufgabe ohne Mamas Hilfe lösen zu können und auch zu wollen.

Im Gymnasium, soviel ist sicher, ist er auf jeden Fall auf sich allein gestellt. Und auch du wirst ihm dann die Fächer / Inhalte betreffend nicht mehr viel helfen können (Integralrechnung, Vektoren, Wahrscheinlichkeit, Physik, Chemie, Literaturinterpretationen, Fremdsprachen u.v.m.) wie noch in der GS. Wenn er selbst unbedingt dorthin möchte, braucht er eine große Packung Selbstdisziplin und eisernen Willen, keine Weinerlichkeit. Im Gym. wird es noch weniger Rückhalt von der Schule aus geben als in der GS. Wenn ihr auch von G8 betroffen seid, dann haben die Lehrer allein mit dieser Umstellung schon mehr als genug zu tun und können sich nicht noch um die externe Motivation von Schülern kümmern, wenn keine interne Motivation vorhanden ist. Der Stoff wird nur noch schneller durchgezogen als vorher schon. Da gibt es für sowas sicher keine Zeit.

Was die Psychologin falsch ausgedrückt hat (oder evt. du es falsch verstanden hast), ist: Es ist deine Aufgabe bzw. hätte es in der 4jähr. GS-Zeit sein müssen, ihn bis dahin mit diesen Eigenschaften auszustatten - das geistige Potential dafür bringt er ja schon mit. Aber zum Bestehen auf dem Gym. gehört noch mehr dazu.

Du tust einem Kind keinen Gefallen, wenn du ihn nicht auf den Druck vorbereitest, der ihn nunmal "draußen" in seiner Welt erwartet. Dazu gehört auch, diesen Druck in der Erziehung (dosiert, mit steigenden Anforderungen) zu simulieren, so gern man das Kind auch vor dieser bösen Welt behüten möchte, es muss darin bestehen können. Deshalb bin ich ja auch so gegen die ganze Waldorf-Pädagogik und verwandte Methoden, weil sie vielleicht prinzipiell OK ist, aber sie hat mit der Realität, in der wir leben, nun mal nichts zu tun. Spätestens, wenn diese Kinder dann dieses System verlassen, scheitern viele an der rauen Wirklichkeit.

Viele Grüße

von FelixMum - am 06.02.2006 09:46
Hallo sternchen,

dein Sohn scheint im Moment in einem Loch zu sitzen. Ich denke, der größte Fehler wäre, sich mit hineinziehen zu lassen.
Leicher gesagt als getan, ich weiß.
Ich denke, HB`s sind ganz normale Menschen mit Hochs und Tiefs. Zumal vorpubertäre Erscheinungen auch schon auftreten.
Ich würde mich in die Spur - Realschule o. Gymnasium- Scheißegalschiene - nicht mit hineinziehen lassen.
Er hat das Potential für das Gymnasium und die Meinung würde ich auch weiterhin vertreten. Ich finds wichtig, dass die Eltern zumindest einen klaren Kopf behalten und an ihr Kind glauben, auch wenn er selber gerade einen Durchhänger hat und zur Zeit wohl eher auch nicht an sich glaubt und die Lehrerin obendrein Öl ins Feuer gießt.
Deswegen seid ihr als Eltern besonders gefordert, nicht in den Reigen einzusteigen, meine Meinung.Einem Zwangsneurotiker hilft man auch nicht, indem man selber einer wird.

Grüße
H.

von Heuschrecke - am 06.02.2006 10:50
Hallo Marion!
Wir wohnen in Bayern und wir können bis zu einem Notendurchschnitt (M, D, HSU) von 2,33 selber entscheiden (es erfolgt nur eventuell ein Elterngespräch).
Er hat jetzt seit Weihnachten "schlechtere" Noten und vom Durchschnitt ist noch lange nicht alles verloren. Obwohl es bis zu den Übertrittszeugnissen schon noch einige Zeit dauert. Mir wurde nur nach dem Testergebnis (im Sommer 2005) erklärt, daß ich ihn wieder vorstellen solle, wenn die NOten schlechter werden, denn dann ist irgendwas.
VG Alex

von sternchen - am 06.02.2006 11:52
Hallo Heike!
Dein Beitrag liest sich wie unsere Geschichte. Mein Sohn ist momentan in der 4. KLasse. Er wurde erst in den letztn Sommerferien getestet, da die Lehrerin mehrmals einen ADS-Verdacht äußerte. Auch die Psychologin schließt ein ADS nicht sicher aus, kann aber auch keines sicher diagnostizieren (diese Logik kapiere ich Durchschnittsmensch eh nicht). Was er momentan extrem hat sind Konzentrationsschwierigkeiten (was meiner Meinung auf chronische Langeweile zurückzuführen ist, aber ich bin kein Experte)
LG Sternchen

von sternchen - am 06.02.2006 12:00
Hallo Michaela!
Wir wohnen in Bayern und haben bis zu den Halbjahr-Zeugnissen noch etwas Zeit bzw. bis zu den Übertrittszeugnissen bis Ende April oder Anfang Mai. Und da kann noch vieles passieren. Mein Sohn geht in die 4. KLasse der GS, der "pupertierende Jüngling" verhält sich einfach nur so, wie ich es für diese Entwicklungsphase erwartet habe und deshalb die Bezeichnung (er wird bald 10).
Er wird nicht laufend psychologisch betreut. Ich hatte mich nur wieder an die Psychologin gewandt nachdem die Noten schlechter geworden waren (sie hatte mir das beim Elterngespräch geraten). Nachdem wir aber einige Gespräche hatten (auch sie mit Kind) fragte sie mich, ob sie ihm Ritalin geben solle (er ist sehr unkonzentriert, hat auch ein Konzentrationstraining hinter sich), das könne sie mir jetzt noch vorschlagen....
VG sternchen

von sternchen - am 06.02.2006 12:08
Wie sieht es denn genau aus? Hat er ein paar Arbeiten verhauen? Oder irgendetwas angestellt?

Und wie äußert sich die Pubertät? Bei Jungen geht das meistens bis sie 17 sind. Am heftigsten ist es so im Alter von 14 - 16. Wenn sie mit 9 Jahren schon zu Schulproblemen führt, würde ich dir empfehlen, schon mal eine Kur zu beantragen. Dann wird das noch heftig.

Michaela

von MichaelaM - am 06.02.2006 12:13
Hallo FelixMum!
Ich bin keine Pädagogin, sondern ich möchte meinen Kindern nur einen guten Start ins Leben ermöglichen.
Der Schein trügt, Mama hat nicht immer dafür gesorgt, daß in der Schule alles läuft. Das Kind hat das bisher immer selber bewältigt. Ich mußte ihn nur dazu anhalten, HA täglich zu machen (machte er aber immer alleine; fragt sich halt wie, aber wie gesagt, ich hielt mich weitgehend raus.) Bis zu dem Tag (Anfang 3. Klasse) an dem die Lehrerin angefangen hat Druck zu machen, da stimmt was nicht mit dem Kind. Es schreibt gute Noten, obwohl es im Unterricht nur Blödsinn macht und so gut wie nie geistig anwesend ist ("wollen Sie den nicht mal auf ADS testen lassen?").
Ich glaube einfach, der Junge hat den Weg bereits verlassen. Und eben weil er auf dem Gymnasium alles selber bewältigen muß , mache ich mir halt auch Sorgen, da ich nicht weiß, wie ich ihn dazu noch motivieren soll/kann.
LG sternchen

von sternchen - am 06.02.2006 12:18
Hallo!

Also er ist sehr launisch, an einem Tag himmelhochjauchzend, in der nächsten Minute (ohne ersichtlichen Grund) zu Tode betrübt. Man hat das Gefühl er durchlebt ständig ein Wechselbad der Gefühle. Außerdem muß er nur noch cool sein, mault ständig und was Eltern sagen ist eh sch.... Er hält sich nicht an Regeln, testet ständig seine Grenzen aus, provoziert nicht nur seinen kleinen Bruder, sondern auch Eltern, Freunde usw. An manchen Tagen ist er aber dann wieder handzahm und man erkennt ihn kaum wieder, er ist dann verständnisvoll, lieb, zuvorkommend....wie gesagt, so stellte ich mir irgendwann die Pubertät vor...(so mit 13, 14).
Von den NOten her ist es so, daß er jetzt halt nicht mehr nur 1 und 2 schreibt sondern vorwiegend 3 und 4. Er hat für den Übertritt noch ein kleines Polster, da er am Anfang nur Einsen geschrieben hat. Dieses Polster ist aber, wenn er so weiter macht bald aufgebraucht und dann ist es halt zu spät...
Was Ernsthaftes angestellt hat er zum Glück noch nicht, aber er stört angeblich den Unterricht, schreit raus, hat ein unmögliches Benehmen (auch was Ausdrücke angeht) und ist halt EINER der Störenfriede in der Klasse. Manchmal kommen Klagen seitens der Schule, weil er gern mal rauft (ist er aber nicht der einzige), das kommt davon weil er, wenn er geärgert wird sich nicht mehr ganz im Griff hat und um sich schlägt.Dabei fallen dann schon auch mal Stühle oder sonstiges um. Wie gesagt dabei haben wir aber immer noch Glück gehabt.

VG Sternchen

von sternchen - am 06.02.2006 13:04
Hallo Sternchen!

Das kenne ich. Gute Psychologen, die sich mit Hochbegabung auskennen wissen, dass viele Symptome bei Hochbegabung und ADS gleich sind. Wenn also hochbegabung nach Test vorliegt und zugleich ADS Symptome auftauchen, solle darüber nachgedacht werden, ob diese vielleicht durch die Unterforderung entstanden sind.

Ein ADS sicher zu Diagnostizieren ist übrigens gerade in leichteren Fällen schwierig. Dazu müsste ein Kind in der Psychiatrie über einen längeren Zeitraum beobachtet werden. Möchtest du das?

Marion

von MarionPE - am 06.02.2006 13:54
Wäre es möglich, bei einem von Euch favoritisierten Gymnasium das Problem zu schildern (Verdacht auf Leistungsverweigerung wegen kognitiver Unterforderung) und einen Besuchstag zu vereinbaren, wo Euer Sohn sich den Unterricht im Gymnasium einfach mal anschaut. Vielleicht bekommt er dann Lust auf mehr.

von Tomate - am 06.02.2006 14:59
Hallo Marion!
Natürlich möchte ich das nicht. Ich bin übrigens der Meinung, daß kein ADS vorliegt. Es ist schon so, daß wenn man sich intensiv mit dem Krankheitsbild beschäftigt, schon auch Parallelen sichtbar werden. Man kann aber auch vieles so interpretieren, wie es einem grade paßt. Wir sind in unserer Familie alle ein bischen quirlig und konfus, ohne daß je ADS diagnostiziert wurde. Bisher kamen wir alle (6 Kinder, 17 Enkelkinder und 6 Urenkelkinder) auch so ganz gut durchs Leben ohne daß sich jemand darüber aufgeregt hätte.:-)
LG sternchen

von sternchen - am 06.02.2006 15:40
Hallo,

Zitat

Ich bin keine Pädagogin, sondern ich möchte meinen Kindern nur einen guten Start ins Leben ermöglichen.
Der Schein trügt, Mama hat nicht immer dafür gesorgt, daß in der Schule alles läuft.

tut mir leid, dann hatte ich das irgendwie mal falsch verstanden. Bitte um Entschuldigung, nichts für ungut. War nur so eine Idee, weil mir das öfter begegnet.

Du sagst er ist 9 knapp 10 und bisher lief alles OK. Er ist jetzt in der 4. Kl. und entwickelt sich langsam "pubertär" und zum Störenfried in der Klasse, hat Konzentrationsprobleme, war aber schon zu einem Training deshalb. Du schreibst von großen Stimmungsschwankungen, die vorher nicht so da waren. Ihr seid alle etwas quirlig, schreibst du. Wie viele Geschwister hat er denn noch, an welcher Position steht er (auch mit seiner HB)? Hat er Freunde, treibt er Sport, was passiert sonst noch? Hat er Möglichkeiten, seine Unbeherrschtheit außerhalb der Schule kanalisiert auszuleben? Wie ist eure Mutter-Sohn-Beziehung bisher gewesen, eher distanziert, vertrauensvoll oder sehr eng? Vieles wäre möglich, was auch in der Familie oder in Bezug auf Schulkameraden ein Auslöser oder gar ein Grund für dieses Verhalten sein könnte - außer den pubertären Veränderungen im Gehirn, von denen man ja heute sogar weiß, dass sie der Hauptgrund für diese totale Verhaltensänderung Jugendlicher sind. Aber ist dein Sohn dafür doch nicht noch etwas jung?

Zitat

Bis zu dem Tag (Anfang 3. Klasse) an dem die Lehrerin angefangen hat Druck zu machen, da stimmt was nicht mit dem Kind. Es schreibt gute Noten, obwohl es im Unterricht nur Blödsinn macht und so gut wie nie geistig anwesend ist ("wollen Sie den nicht mal auf ADS testen lassen?").
Könnte es sein, dass er sich inzwischen stark unterfordert fühlt und das nicht (mehr) anders artikulieren kann? Hält er jetzt im 2. HJ der 4. Kl. das lange Warten auf die weiterführende Schule nicht mehr aus, von der er sich so viel mehr erhofft? Darauf wartet, endlich von einer Lehrerin wie dieser erlöst zu werden, die weder ihn noch seine Bedürfnisse versteht? Auch sowas kann dann zur täglichen Qual in der GS werden, denke ich. Und je mehr man sich in diese Langeweile dort hineinsteigert, umso schlimmer wird es, je weniger Bock hat man und je weniger strengt man sich dann auch an.

Wie schon von anderen hier gesagt, es gibt super Realschulen aber es kann auch sein, dass im Gym. wenigstens die Klassenkameraden mehr auf seiner Wellenlänge sind. Das ist total schwierig zu sagen ohne Zusatzinformationen.

Magst du nicht nochmal etwas mehr darüber schreiben, was dir denn sonst noch an ihm auffällt oder zu dieser Situation einfällt? Habt ihr denn miteinander darüber gesprochen - was ist denn seine Meinung dazu? Und was denkt der Rest der Familie?

Viele Grüße

von FelixMum - am 06.02.2006 17:32
Hi Sternchen,
erkundige dich mal beim Albert Schweitzer Gymnasium in Erfurt(Spezialschulteil für Mathe und Naturwissenschaften).
Unser Sohn ging da 4 Jahre zur Schule.....Die ähnlichen Probleme hatten wir auch.
Gutes Personal..Aufnahmeprüfung....kostenlos...Internat aber.
Er hat die Zeit dort genossen.
Gruss aus Thüringen

von Frank Bohne - am 06.02.2006 18:24
Hallo FelixMum,
Ich bin nicht böse, wenn etwas falsch verstanden wird, beim Schreiben passiert das schnell mal...(besonders wenn Deutsch zwar die Muttersprache ist, aber nicht perfekt gesprochen wird, so wie bei mir ;-))

Es lief bis zur 3. KLasse in der Schule alles OK. Zuhause war er immer schon ein anstrengendes Kind (außer als ganz kleines Baby bis 5 Monate, dann wurde er mobil), weil er eben sehr interessiert war, alle anfaßte, alles wissen wollte usw. Aber er war ein liebes, ausgeglichenes Kind, das allerdings von klein auf immer wieder gerne und mit Nachdruck seine Grenzen austestete. Es machte aber sehr viel Freude, ihm bei der Entwicklung zuzusehen, ihm seinen unendlichen Wissensdurst durch Vorlesen zu stillen, ihm alles zu erklären und zu zeigen...

Die Konzentrationsprobleme kommen meiner Meinung nach daher, daß ihm einfach zu langweilig war oder ist (er sagte aber immer ihm sei nicht langweilig). Ich weiß es nicht genau. Wie gesagt, etwas hibbelig ist er schon, das bin ich auch. Aber wenn er gefordert wurde (sei es durch vorlesen, Brettspiele, von Computerspielen ganz zu schweigen...) war er immer bei der Sache.

Was du damit meinst, an welcher Stelle er mit seiner HB steht verstehe ich nicht ganz. Er ist der ältere Sohn von zwei und seine HB ist bei uns in der Familie kein großes Thema. Es weiß darüber nur der engste Freundeskreis Bescheid. Ihm selber haben wir erklärt, daß er schneller denken bzw. kapieren kann als die meisten anderen Kinder, da er wissen wollte wie das mit dem Test war. Damit war er aber auch zufrieden.

Er treibt regelmäßig Sport (Fußball und Judo) seit er im Kindergarten war, also bevor wir von seiner HB wußten. Allerdings gibt es auch dort öfter mal Probleme, weil er einfach nich DIE Sportskanone ist und die anderen Kinder ihn deswegen manchmal blöd anmachen. Aber er wehrt sich dagegen. Also ich glaube nicht, daß er extrem darunter leidet, sonst würde er aufhören wollen. Ich bin aber froh, wenn er sich in diesem Rahmen bewegt, denn sonst ist er eher der "Denker, Bauer und Tüftler" bzw. spielt gerne an Computer und Playstation (das aber meistens mit Freunden).

Er hatte früher viel mehr Freunde als jetzt, aber es sind nun wirklich gute Freundschaften, wenn auch wenig. Es kommen auch mal andere Kinder (das sind seltsamerweise hauptsächlich "Chaoten", die eigentlich überhaupt nicht auf seiner "Wellenlänge" sind (das soll nicht überheblich sein)) aber seine engsten Freunde sind jetzt schon eine ganze WEile immer die Gleichen.

Unsere Beziehung ist seit die HB bekannt ist (August 05) jetzt wieder gut und gefestigt, da ich jetzt wieder mehr Verständis für ihn aufbringe, nachdem ich mich über HB informiert hatte. Vorher hatten wir uns ein wenig voneinander entfernt gehabt, da ständig nur Klagen kamen und ich irgendwie auch völlig hilflos war.

Ich finde auch, daß er eigentlich noch viel zu jung ist für pupertäres Verhalten, aber selbst die Psychologin hat nach dem letzten Gespräch gemeint, daß er doch schon auffällige vorpupertäre Merkmale zeigt. Vielleicht ist er einfach früh dran, keine Ahnung.....

Ich vermute, daß er die Unterforderung nicht mehr anders artikulieren kann, ich glaube aber auch, daß ihm das selber nicht bewußt ist. Er merkt, daß er anders ist (deshalb wird er denke ich auch oft geärgert; das hauptsächlich von Kindern, die in der Schule Schwierigkeiten haben, den Stoff zu lernen).
Die Lehrerin ist in der Tat ein Riesenproblem. Ich hatte am Anfang sehr viel Verständnis für sie, bin aber inzwischen sehr, sehr ärgerlich. Beim letzten Gespräch wäre ich beinahe selber ausgerastet, soviel Müll hat die von sich gegeben. Sie wollte unter anderem die genauen Testergebnisse, "denn es gibt ja die Grenze zur HB von IQ 130". Da bleibt einem die Spucke weg, nicht wahr. Mir wäre es lieber gewesen, sie hätte sich mal informiert, was passiert, wenn ein hb Kind chronisch unterfordert ist, statt sich Gedanken zu machen ob die Mutter nur den Höhenflug hat oder ob was wahres dran ist an der HB eines ihrer Schüler. Weiter meinte sie: Außerdem gäbe es ja schließlich auch noch andere Kinder die sehr klug seien (das sind sogar 1er-Schüler!!!) und wenn die Eltern sie auch testen ließen würden sie bestimmt auch als hb gelten. Und diese Kinder sind schließlich nicht auffällig, so wie mein Sohn! Da muß man als Mutter froh sein, daß man es in seinem Leben schon einigermaßen gelernt hat, sich zusammenzureißen und nicht in den Telefonhörer zu schreien.

Wir sprechen immer wieder mal über die Situation in der Schule, seine Antwort ist Achselzucken oder er meint, er sei das nicht alleine (was auch stimmt). Ich bekomme auch nicht wirklich viel aus ihm heraus.

Danke nochmal fürs Antworten

LG sternchen

von sternchen - am 07.02.2006 05:48
Hallo nochmal,

also ich denke nun wirklich, du hast ein total "normales" Kind, deinen Beschreibungen nach. Ihr seid doch sehr besorgt um ihn, ihr tut alles, er führt sich ganz normal auf, das sind doch keine Auffälligkeiten, die du beschreibst. Er hat sogar Freunde, pflegt Beziehungen (unser Sohn hat derzeit keine, muss viel allein klar kommen, hat nicht mal Geschwister).

Das Problem scheint wirklich die Lehrerin zu sein. Das hat wohl schon in der 3. Kl. angefangen, wie du geschrieben hast, und nun erträgt er ihr Verhalten auch schon 1,5 Jahre und "kann nicht mehr", wie ich vermute.

Dein Ärger ist berechtigt, wie ich meine - nur ist es jetzt für eine Korrektur der Lehrerin gegenüber zu spät. Das bringt auch nichts mehr. Wir haben auch so eine, die total unfähig und auch überhaupt nicht interessiert an dem Kind ist. Nächste Woche sprechen wir mal mit ihr, denn wir finden, sie sollte wenigstens wissen, dass wir sie im Visier haben und ihre Ungerechtigkeiten dem Kind gegenüber nicht "durchgehen" lassen - zumindest werden wir ihr zu verstehen geben, dass wir es auf keinen Fall dulden, wenn sie ihm in irgendeiner Form "Steine in den Weg legt" (sprich Empfehlung und solche Dinge). Vielleicht solltest du das auch noch mal tun, wenn das aber keinen Sinn hat, halte es wenigstens schriftlich fest in einer Beschwerde an die Schulleitung. Das ist alles, was du jetzt dort noch tun kannst. Die sollen wenigstens wissen, was Sache ist. Und ob du was tust oder nicht, für deinen Sohn ändert sich ja nichts. Wenn du dich nicht beschwerst, behandelt sie ihn auch nicht besser - wenn du es tust, kann es nicht viel schlimmer werden diese letzten Monate. Also beschwer dich.

Und Gespräche sind Worte im Wind, die können dir hin und her gedreht werden, nichts Greifbares. Deshalb machen wir sowas immer schriftlich, wenn es wichtig ist - bei dir wäre das auch hilfreich zur Dokumentation für die danach aufnehmende Schule und ggf. das Schulamt (falls es Probleme gibt, immer schriftlich absichern!). Wir haben jetzt z. B. auch schriftlich um einen Termin gebeten, allein schon deshalb, weil wir schon so wenig wie nur möglich mit dieser Frau reden wollen, so unangenehm ist uns das. Aber auch zur Dokumentation und dass sie nachher nicht sagen kann, sie hätte von nichts gewusst oder wir hätten uns nicht gekümmert. Aber ab und zu muss man diesen Typen Grenzen setzen und mal kundtun, dass man aufpasst und noch da ist, weiß du?

Was du deinem Sohn noch mitgeben kannst, ist viel Liebe und Verständnis und die große Bitte, jetzt nicht auf den letzten 100 m noch mehr zu versauen als nötig. Er kann sich NACH der Schule austoben, wo und wie er mag, aber wenn er dort ist, muss er stillhalten. Sie hat ihn offenbar ohnehin auf dem Kieker, wenn nur er dafür bestraft wird, wenn auch andere etwas "angestellt" haben oder laut sind. Auch darf die Konzentration in prinzipiell für ihn einfachen Klassenarbeiten nicht nachlassen, nur weil er sich im Unterricht ärgert oder langweilt. Die Noten sollten nicht noch weiter absacken, er sollte seiner verhassten Lehrerin nicht noch mehr Angriffsfläche bieten - das musst du ihm verständlich machen. Gibt es hier eine Motivation für ihn, die du ihm noch in Aussicht stellen kannst, wenn er dieses letzte HJ gut packt und sich noch mal zusammenreißt? Ein schöner Urlaub, ein Herzenswunsch, etwas ganz für ihn allein?

Dem geäußerten Vorschlag, einfach mal mit dem Wunschgymnasium vorher zu reden und die Situation der Unterforderung mit HB zu schildern, einen Besuch abzustatten, halte ich auch für sinnvoll. Würde ich wohl auch so machen. Ich denke nicht, dass jemand mit deinem Kind sonst etwas anfangen kann wenn nicht ein Gymnasium.

Viele Grüße, haltet durch

von FelixMum - am 07.02.2006 08:54
Hallo FelixMum!

Danke, für deine ausführlichen Antworten. Ich bin froh, daß auch jemand, der eigentlich unbeteiligt ist, die gleiche Meinung hat, die wir auch vertreten. Ich glaube auch, daß das arme Kind einfach auch am Ende seiner Kräfte ist. (Heute habe ich ihn aus der Schule abholen müssen, weil er über furchtbares Bauchweh und Durchfall geklagt hat. Leider habe ich das Gefühl, da steckt nichts organisches dahinter, denn zu Hause merkte man nicht viel von einem Magen-Darm-Infekt....Erst jetzt beim Zubettgehen, auf die Frage, ob er denn morgen schulfähig wäre...Bin gespannt, ob ich rausfinde, was wirklich dahinter steckt).

Es ist eine gute Idee, mit Lehrern alles schriftlich zu regeln, muß man sich nicht den Mund "fusselig" reden :-) Ich hoffe, das Gespräch mit eurer Lehrerin nächste Woche verläuft einigermaßen zufriedenstellend. Ich habe unserem Prachtstück schon vor den Weihnachtsferin klargemacht, daß unser Sohn aufs Gymnasium geht, egal, was sie davon denkt....bis jetzt hat sie auch noch nicht großartig dagegen debattiert, komisch eigentlich :confused:, vielleicht kommt das dicke Ende ja noch! Von wegen, dieses Kind ist sozial, emotional usw. nicht geeignet. Wir bekommen dieses Jahr das erste mal auch in Sozialverhalten, Mitarbeit usw. Noten, da weiß ich jetzt schon daß das wahrscheinlich jeweils die schlechteste Note ist, die zu vergeben ist. Das hat Madam mir schon beim ersten Elternabend im Oktober prophezeit :rolleyes:. Ich erklärte ihr dann nur, daß sie ja gar nicht weiß wie sozial er z. B. im Umgang mit jüngeren Kindern, speziell auch mit Babys, Tieren, alten und kranken Menschen ist, dann würde sie mal staunen. Sie meinte dann nur, das bekomme sie ja nicht mit (d. h. sie glaubte mir eh' nicht):mad:

Beim Schulleiter hab' ich mich schon beschwert (leider nicht schriftlich), als er mal bei mir angerufen hat, und sich über mein Kind beschwert hat (auf Drängen der Lehrerin).

Ja, du hast recht, man muß wirklich zwischendurch mal kundtun, daß man noch da ist :angry:. Ich dachte mir eigentlich, solange man uns in Ruhe läßt kümmere ich mich nicht mehr drum aber vielleicht hilft meine Hartnäckigkeit, etwas zu ändern mal einem anderen Kind (schließlich haben wir die nächsten 3,5 Jahre noch einen Sohn dort ;-) ;ich hoffe zwar nicht, daß er in die selbe Situation gerät, aber man weiß ja nie....

Zum Thema Motivation glaube ich fällt mir schon was ein, was ihm gefallen würde... Aber wie gesagt, jetzt muß ich erst mal rausbekommen, was momentan im Argen ist, daß er gleich Bauchschmerzen bekommt.

Also, nochmals vielen Dank, der kurze Kontakt hat mir sehr gutgetan. Vielleicht sehen oder schreiben wir uns hier ja mal wieder!

Liebe Grüße und auch Euch alles Gute und viel Durchhaltevermögen
Sternchen

von sternchen - am 07.02.2006 20:29

Danke!

Hallo nochmal zusammen!

Vielen, vielen Dank für die netten, aufmunternten und informativen Beiträge!!!!
Ihr habt mir damit sehr geholfen und es tut gut, das Gefühl zu haben, nicht ganz allein mit Problemen dazustehen!

LG
Sternchen

von sternchen - am 07.02.2006 20:34

Hallo Sternchen

Hallo Sternchen und naürlich auch an alle anderen hier im Forum,

deine Geschichte hört sich leider genau so an wie die meines Sohnes.
Ich bin Momentan auf der suche nach Eltern, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, oder aber einfach Interesse an einem gegenseitigem Erfahrungsaustausch und evt. an gemeinsamen Unternehmungen mit den Kindern interessiert sind.Auf diesem Wege hier, würde ich gerne erfahren, ob ihr auch evt. Interesse an einem treffen habt und woher ihr kommt.

Wenn ihr das nicht hier im Forum schreiben möchtet, schickt mir doch einfach eine Mail

Gruß Doreen

von Doreen - am 08.02.2006 07:49

Re: Hallo Sternchen

Hallo Doreen!

Ich würde mich auch sehr über einen Austausch freuen, weil wir noch niemanden gefunden haben, der in derselben Situation steckt wie wir.

Wir sind aus Süddeutschland und wo wohnt ihr?
Wie alt ist dein Sohn?

LG
sternchen

von sternchen - am 09.02.2006 20:29

Re: Hallo Sternchen

Es gibt aber noch mehr.

Ich stehe mit meinem Sohn vor dem gleichen Problem: Unkonzentriert, Leichtsinnsfehler, unmotiviert. Er ist jetzt 8 Jahre, in der 4.Klasse (vorzeitig eingeschult, eine Klasse übersprungen), schreibt nur mittelmäßige Noten und findet Schule einfach doof.
Von dem Notendurchschnitt (Baden-Württemberg) muss er auf die Realschule, aber da wird er völlig abschalten. Ich hoffe die Lehrerin hat ein Einsehen.

Du siehst du bist nicht allein.

von rosagedi - am 12.02.2006 22:40

Re: Hallo Sternchen

Hallo!

Eine Mutter in einer Selbsthilfegruppe sagte einmal zu mir, ich solle mit allen MItteln versuchen, das Kind auf's Gymnasium zu bringen. Probeunterricht beantragen, es gibt Bücher zur Vorbereitung. Sie hat nur gute Erfahrungen damit gemacht und meinte, daß ein hb Kind in zwei Wochen mit tägl. Lernen den Stoff für den Probeunterricht perfekt beherrscht.
Ich habe es zum Glück noch nicht ausprobieren müssen, weil ja der Notendurchschnitt noch (!) paßt. Ich hoffe auch, daß das bis zum Übertrittszeugnis noch der Fall ist. Aber wer weiß...

Vielleicht hilft ja auch bei Euch der Probeunterricht.....

Wo wohnt ihr denn in BW?

LG
Sternchen

von sternchen - am 14.02.2006 17:05

Re: Hallo Sternchen

Hallo Sternchen
Danke für die Antwort. Es bestätigt mich darin, dass Realschule nicht für ihn ist.


Am Freitag habe ich das Gespräch mit der Lehrerin. Inzwischen hat er (durch Probleme in der Schwangerschaft seiner Lehrerin) die Beratungslehrerin, die damals das Springen empfolen hat, als Klassenlehrerin. Die kann jetzt wohl nicht sagen, dass der Junge zu dumm für das Gymnasium ist.

Er will immerhin inzwischen. Zwischendurch wollte er auf die Realschule, um nicht so viel arbeiten zu müssen. Nachdem er aber gehört hat, dass man dort auch lernen muss, vor allem viele gleiche Aufgaben bekommt(langweilig), will er lieber das geringere Übel. Wenn schon lernen, dann wenigstens etwas wo das Hirn beschäftigt ist und nicht nur die Hand beim Schreiben (das ist auch so ein Thema - wozu ordentlich schreiben, man könne es auch so lesen).

Er jammert aber jetzt schon wieder über die vielen Wiederholungen und fängt wieder an den Untericht zu stören. Es lief jetzt ein knappes Jahr gut ( er war zwar unmotiviert, hat aber seine Aufgaben erledigt).



Wir wohnen in Ditzingen, das ist in der Nähe von Stuttgart.

Gruß Rosagedi

von rosagedi - am 15.02.2006 21:40
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