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Forum Hochbegabung bei Kindern
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11
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
MarionPE, FelixMum, Tomate, mariastuart, Hesperos, minjong, Takahe, Sommergewitter

Bauch- und Kopfweh...

Startbeitrag von Takahe am 08.02.2006 09:04

Hallo liebe Leute,

ich muss mich mal wieder bei euch ausheulen. Meine Tochter (6, 1.Kl.) klagt wieder häufig über Bauchschmerzen, neulich auch über Kopfweh. Der Kinderarzt diagnostiziert nach wie vor (seit 3 Monaten!) Verstopfung mit Kotstau und verordete diesmal Lactulose (ein anderes Abfühtrmittel sowie jede Menge Einläufe - igittigitt - haben wir schon hinter uns). Ein Problem dabei ist, dass das Kind relativ wenig trinkt und man sie immer dazu anhalten muss.
Gleichzeitig klagt sie, dass sie nicht in die Schule will, dort sei es so "anstrengend" und sie habe in der Klasse keine Freunde. Sie geht aber noch immer mit Begeisterung in den Ganztag, dort hat sie Freunde - auch Erstklässler.
Bei mir wächst so langsam die Befürchtung, dass die Maus herausgefunden hat, dass sie nur schön wenig trinken muss, damit sie Bauchschmerzen bekommt und dann zuhause bleiben kann. O-Ton: "Bauchweh sind schön, dann muss ich nicht in die Schule. Schule ist schlimmer als Bauchweh." Ich habe Angst, dass sie diese "Lösungsstrategie" zur Dauereinrichtung macht.
Hat jemand von euch Erfahrung, wie man da gegen steuert? Im Moment muss sie auch trotz Bauchschmerzen zur Schule, so sehr mir das Leid tut, weil wir arbeiten müssen und wir sie ja auch nicht jede Woche zwei Tage zuhause lassen können.
Ich habe zuerst gedacht, das legt sich alles wieder, wenn sie sich an den neuen Rythmus mit der Schule gewöhnt hat, aber so langsam (ver)zweifle ich doch.
Im Kindergarten hat sie zwar auch nicht viel mehr getrunken, aber diese Probleme haben wir echt erst seit der Schule..

Liebe Grüße

Takahe

Antworten:

Hallo Takahe!

Auch ich schicke immer mal ein Kind mit Bauchschmerzen zur Schule. Bauchschmerzen sind toll, die kann man nicht nachweisen.

Meine Große konnte das schon mit 2 bei der Tagesmutter. Unsere Kinderärztin verschrieb ihr homöopathische Tropfen, mehr Placebo als sonst was (ich habe nichts dagegen, die KÄ bezeichnete es so). Als sie das nächste Mal bei der Tagesmutter Bauchschmerzen bekam, bekam sie die Tropfen, das Bauchweh war weg, eine halbe Stunde später klagte sie über Rückenschmerzen.

Die Mittlere lag im letzten Mai mit Bauchschmerzen im Krankenhaus. Sobald man "Schule" erwähnte tat der Bauch wieder weh. Aber der Blinddarm war es nicht. Sie wiederholt jetzt die Klasse und geht wieder gerne zur Schule. Was im letzten Jahr vorgefallen ist, wissen wir immer noch nicht ganz. Es war viel Mobbing dabei, aber sie hat es uns nicht erzählt.

Inzwischen hat auch der Jüngste manchmal Bauchweh. Aber auch er muss los, wenn nicht noch andere Symptome dabei sind.

Die Mittlere hatte letztens wieder tagelang Bauchschmerzen. Da habe ich Iberogast Tropfen besorgt. Die schmecken wiederlich und müssen in einem Glas Wasser genommen werden. Vielleicht hilft das deiner Tochter auch. Bittere Medizin ist immer gut und das Glas Wasser vor dem Essen fördert die Verdauung. Die Bauchschmerzen sind in dem Moment einfach da, das ist so, aber vielleicht kommen sie dadurch nicht so oft.

Überhaupt: Sorge dafür, dass sie vor dem Essen ein Glas Wasser trinkt und "halte das Essen schön feucht" - lieber Suppe als trocken Brot.

Verzuch herauszufinden, was in der Schule so schlimm ist, könnte ein Klassenwechsdel helfen? Mit welchen Kindern ist sie denn in der Ganztagsbetreuung? Sproich zur Not mal mit den Erziehern dort und mit der Schulleitung.

Mehr kann ich dir im Moment auch nicht raten

Marion

von MarionPE - am 08.02.2006 09:32
Schule ist schlimmer als Bauchweh. Deine Tochter hat es auf den Punkt gebracht. Ich habe schon so eine Wut auf die Schule, weil unsere kleinen Kinder so darunter leiden müssen.

Ich weiß dir auch keinen Rat. Meine Tochter hat es ganz ähnlich erlebt, und ich fand das schrecklich. Jedenfalls finde ich, dass dein Kind keine Schuld trägt und alles Recht der Welt auf ihre Bauchschmerzen hat. Will sagen, sie verdient keine Vorwürfe wegen ihrer ungeeigneten Lösungsstrategie, sondern Hilfe. Aber wie könnte man da konkret helfen? Ich weiß es nicht.

Meine Tochter hat eine Klasse übersprungen. So hat das Leiden wenigstens kürzer gedauert. Im Gym sind die Bauchschmerzen dann rasch vergangen, und Kopfschmerzen haben sich auch deutlich verringert.

LG, minjong

von minjong - am 08.02.2006 09:34
Hallo!

Eine verzwickte Situation. Ich kenne die Probleme, es hilft meistens wirklich nur reden und viel Geduld. Ich versuche im Moment ähnliche Probleme damit zu lösen, dass ich meinem Sohn erkläre, daß es eben nicht nur Dinge gibt, die schön sind und die man tun darf - sondern auch unschöne, die man tun muss.

Die Probleme mit Verstopfung hatten wir auch, einmal war es so schlimm,dass wir nachts in die Kinderklinik mussten, weil er sich vor Schmerzen gekrümmt hat. Ich will ja keine Werbung machen, aber seitdem er jeden Morgen ein Actimel trinkt, haben wir diesbezüglich keine Probleme mehr und ich achte darauf, dass er viel trinkt!

LG Sandra

von Hesperos - am 08.02.2006 10:04
Hallo Takahe,

meine Tochter (04/97 - 3. Klasse) ist momentan auch wegen Kopf- und Bauchschmerzen in ärztlicher Behandlung. Die erste Diagnose waren Wachstums- und entwicklungsbedingte Schmerzen (Wachstum der Brust fing schon vor einem knappen Jahr an). Behandlung waren homöop. Globuli. Danach wurde es zunächst ein wenig besser. Nach einem Arztwechsel und dem erneuten Führen eines Kopfschmerzkalenders erhärtet sich ein Migräne-Verdacht - wahrscheinlich psychosomatisch bedingt. Meine Tochter erweckt stets den Anschein gern in die Schule zu gehen (am liebsten auch Samstags). Auf nachfragen der Ärztin kam nun ans Licht, dass sie gar nicht so gern in die Schule geht, da sie sehr oft von einigen Jungs geärgert würde (dumme Sprüche u.ä.). Daraufhin hab ich jetzt mit den beiden Jungs telefoniert - sie waren sich dessen gar nicht bewußt, dass ihr Verhalten solche Auswirkungen haben kann. Ich hoffe jetzt, dass es nun besser wird. Sonst werde ich mit der Lehrerin reden müssen! Auch das wissen die Jungs!

Woran liegt genau die Schulunlust Deiner Tochter? Gibt es dort evtl. Punkte wo man ansetzen kann? Kannst Du wegen der Trinkmenge vielleicht die Lehrerin, Erzieherin oder eine Freundin Deiner Tochter mit ins Boot holen? Auch wenn es nicht die wirkliche Ursache beseitigt!

von Sommergewitter - am 08.02.2006 10:18
Hm, wenn es schon so weit ist, dass Ihr Einläufe machen müsst, würde ich doch zuerst mal auf das Trinken achten. Da mir selber pures Wasser nicht "schmeckt", habe ich auch bei meinem Sohn immer Apfelsaft-Schorle zugelassen/angeboten. Er trinkt viel. Apfelsaftschorle mit viel Wasser, wenig Apfelsaft. Die Sigg-Flasche hat er immer dabei oder neben sich stehen - dann vergisst er es nicht.
Tipps wie Vollkorn- statt hellem Brot sind Dir sicher geläufig...Gern genommen - auch am nachmittag - Gurkenstücke.

Mir fällt immer wieder auf, wie sehr mein Sohn "unter Strom" steht. Daher hatte ich auch mal nach Entspannungstechniken für Kinder gesucht - ich meine etwas, was man nicht in Kursen lernt, etwas, was man zu Hause machen kann. Da habe ich aber nichts sinnvolles gefunden. Inzwischen hat mein Sohn ein paar CDs mit denen das klappt. Es ist - eher zufällig - Klaviermusik ("Klavier ab 4" und "Klaviergeschichten", beide von Jako-o). Da merke ich, dass die Anspannung etwas nachlässt. Am Anfang habe ich mich zu ihm gesetzt beim Hören, inzwischen macht er sie sich immer wieder auch von alleine an, gerade beim Malen, was ihn auch immer sehr entspannt - ach so, um Irrtümern vorzubeugen: er hört auch die wilde Kerle Lieder-CD - nicht das hier ein falscher Eindruck entsteht ;-).

So wie Du geschrieben hast, könnte das vielleicht auch ein sinnvoller Ausgleich sein, um den (Schul-)Tag nicht zu stressig werden zu lassen.
Gruss,
Heike

von mariastuart - am 08.02.2006 10:21
Hallo,

Marion schreibt
Zitat

Auch ich schicke immer mal ein Kind mit Bauchschmerzen zur Schule. Bauchschmerzen sind toll, die kann man nicht nachweisen.
das ist nur deshalb bedingt zu empfehlen, weil du das Kind sonst gleich wieder zurück bekommst... ;-)

(zumindest wäre das bei uns der Fall, die würden sofort anrufen, es soll ihn jemand abholen, weil er dann dort jammert.)

Das mit den Iberogast-TRopfen finde ich aber gut, weil die keine Nebenwirkungen haben, rein pflanzlich sind und einfach scheußlich schmecken. Die wirken ja im Prinzip so wie ein Jägermeister. Das verleidet einem so richtig das Kranksein (oder Krankspielen, je nach dem). Wenn du es geschickt anstellst, ist das bewusste Herbeiführen der Symptome bald vorbei, so wie das Nägelkauen mit einem winzigen Tropfen Tabasco.

Wenn sie in der Schule zu wenig trinkt, muss sie es daheim ausgleichen, Suppe statt Brot finde ich auch eine gute Idee. Zum Abendbrot sollte es immer viel zu Trinken geben, Tee z. B. und morgens eine Tasse "Pflicht-Kakao" - damit ist schon ein halber Liter "drin". Trinkjoghurt, Apfel und Mandarine in die Pause geben und gegen den Kopfschmerz auch etwas Magnesium geben vielleicht?

Ansonsten hilft das auf Dauer natürlich nicht über die wahren Ursachen der Schulunlust hinweg.

Viele Grüße

von FelixMum - am 08.02.2006 15:08
Hallo!

Bei Magnesiummangel hilft auch oft eine Banane, die ist auch nicht "staubtrocken" stopft aner leider.
Kopfschmerzen bei Kindern entstehen oft durch Salzmangel, also Salzstangen oder Briot mit Butter und Salz.
Übrigens: Bei vielen wirkt Apfelsaft leicht abführend, oder Saft mit Süßstoff.

Marion

von MarionPE - am 08.02.2006 17:33
Mein Sohn hatte ein Jahr lang recht starke Bauchschmerzen die schlagartig mit dem Wechsel der Klassenlehrerin verschwunden sind... schlimm sowas, oder?

Also wenn das Kind schon sagt, daß Schule schlimmer sei als Bauchschmerzen, dann ist es absolut an der Zeit herausfinden, was genau dort schlimmer ist (notfalls auch mithilfe eines Kinderpsychologen) und zu sehen, wie man darauf reagieren kann: Also Änderungen außen herbeiführen, wo diese möglich und sinnvoll sind (u.U. Schulwechsel) bzw. Änderungen innen herbeiführen, wo sich äußerlich nichts ändern läßt (Schulbefreiung generell geht halt nicht und Schule gehorcht gewissen Gesetzmäßigkeiten, die sich nicht grundsätzlich umgehen lassen).

Alles andere ist Symptomdoktorei, die sicher auch sein muß, aber keinen grundsätzlichen Wandel bringt. "Nasses" Essen ist nicht schlecht, dazu gehören aber nicht nur Suppen, sondern auch Obst.

von Tomate - am 08.02.2006 17:44
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