2.Fremdsprache

Startbeitrag von carola am 08.02.2006 10:45

Hallo,

bei uns steht die Wahl der 2. Fremdsprache an. In der Schule hat der KL unserer Tochter Latein empfohlen, denn das wäre was für schlaue Köpfe. Sind Kinder bei Latein als 2. Fremdsprache mehr gefordert/ ausgelastet als bei Französisch? Was habt ihr für Erfahrungen gemacht? Ich fand Latein (bei mir 3. Fremdsprache) immer ziemlich öde. Wir haben nur Cäsars De bello gallico übersetzt. Französisch ( bei mir 1. Fremdsprache) fand ich wesentlich interessanter, wir haben damals viel Lektüren gelesen ( Ich hatte allerdings auch bei insgesamt 4 Lehrern zweimal super Lehrer erwischt).

Gruß

Carola

Antworten:

Hallo Carola!

Meine Töchter lernen beide Latein. Das liegt zum einen daran, dass die Lateinlehrer bei den Info-Abenden begeisterter von ihrer Sprache erzählen konnten. Zum anderen ist Spanisch global gesehen genauso wichtig wie Französisch. Beide Sprachen kann man auch später noch problemlos an jeder Volkshochschule nachholen, Latein nicht.

Latein ist eine sehr logische Sprache und Grundlage für viele Sprachen. Meine Große kämpft jetzt (10. Klasse) auch mit dem "schönen Gallier". Vorher ging es um Fabeln, Leben im alten Rom....

Jede Sprache ist so gut wie der Lehrer, der sie vermittelt. Schwierigkeiten gibt es in beiden Sprachen. Im Endeffekt ist es egal, welche Sprache man lernt. Welche Sprache möchte sie denn lernen?

Marion

von MarionPE - am 08.02.2006 10:56
Grob vereinfacht ist Latein heute die 2. Fremdsprache der Legastheniker. Die Schulen finden das natürlich nicht ganz so gelungen und machen dann heftig Werbung, um auch andere Kinder anzulocken. Die Französisch-Lehrer bekommen für diese Werbe-Abende regelrecht Knebel angelegt.

Meinen Kindern hat Latein nicht gelegen. Wir hatten es allerdings auch nur als 3. Fremdsprache. Nicht, dass sie es nicht hinbekommen hätten, aber sie sahen keinen Sinn drin. Diese ganze sture Paukerei war ihnen zutiefst zuwider.

Aber das ist natürlich Geschmackssache.

Michaela

von MichaelaM - am 08.02.2006 11:38
Hallo Marion,

vor einer Woche wollte sie noch Französisch lernen, aber nachdem wie gesagt, der KL meinte, Latein wäre anspruchsvoller, möchte sie Latein. Zweitens sei es die Grundlage für Französisch und Spanisch. Da bin ich, da ich auch diese Sprachen kenne, anderer Meinung. Natürlich gibt es manchmal einen Aha-Effekt , was das Vokabular angeht, man erkennt vielleicht Wortstämme( Aber eben so wie man zwischen Oma und Enkelkind genetische Ähnlichkeiten feststellt). Aber diesen Aha-Effekt gibts auch bei Englisch-Französisch. Aber die Grammatik ist im lateinischen eher vergleichbar der deutschen, die ja auch keine feste Subjekt-Prädikat-Objekt-Struktur wie z. B. im Englischen oder Französischen hat. Drittens komme in Kl.9 eben meistens ein Französischkurs zusammen, ein Lateinkurs nicht immer. Diese Problem sehe auch entspannter, da meine Tochter der letzte G9-Zug ist und gleichzeitg die G8 eine Klasse tiefer auch die 2. Fremdsprache und dann später die 3. wählen.

Hat sich die Begeisterung der Lehrer auf Deine Töchter übertragen und sehen diese das heute auch noch so? Leider kann man die Lehrer nicht im Vorraus buchen, so dass ein toller Lehrer in Kl.7 von einem zeiemlichen Langweiler in Kl.9 abgelöst werden kann.

mal sehen wie es weitergeht.

liebe Grüße

Carola

von carola - am 08.02.2006 11:49
Hallo Carola!

Latein ist für die Mädchen in Ordnung; die Lehrer an der Schule sind alle brauchbar. Die Französischschüler aus der Klasse meiner Großen haben nach drei Jahren immerhin Crèpes backen können. Beim Lehrerwechsel war dann plötzlich Nachhilfe für alle angesagt.

Mein schulfranzösisch habe ich übrigens auch seit 20 Jahren nicht mehr benutzt. Latein hatte ich nicht, aber wenn ich heute Vokabeln abfrage stelle ich doch eine enorme Verbindung zu Französisch und Spanisch fest.

Latein als Sprache für Legastheniker: Die Intelligentesten Schüler aus der Klasse meiner Großen (die der anderen kenne ich nicht so gut) haben Latein gewählt. Es ist eine logische sprache, liegt mathematisch-begabten Kindern eher. Der vorteil für Legastheniker ist, dass es keine Diktate gibt, aber die feinheiten bei den Endungen... machen die Sprache im Grunde genauso schwierig wie Französisch.

Hier gilt eher Spanisch als die Sprache der Schwachen.

Es gibt keine pauschale Richtlinie für die Sprachenwahl. Oft entscheidet das Glück, welchen Lehrer man bekommt. Vielleicht nehmen demnächst die schwächeren Schüler Französisch, weil man es auf der Realschule fortführen kann? Wer weiß das schon. Was ich aber weiß ist, dass die Zahlen für Latein steigen, die Sprache ist wieder im kommen.

Entscheiden müsst ihr

Marion

von MarionPE - am 08.02.2006 12:21
Aus meiner Schulzeit kann ich dazu folgendes sagen:
Latein hat mir beim Lernen aller anderen Sprachen inkl. der deutschen (theoretischen) Grammatik sehr viel geholfen. Mir lag es allerdings auch - schön klar strukturiert, während ich mir an französisch immer die Zähne ausgebissen habe. Von daher: anspruchsvoller ist für mich französisch, hab es ja nie kapiert ;-).

Lateinlehrer haben mir durch ihre Art immer etwas "für´s ganze Leben" gegeben. Allerdings unterrichteten die auch durch die Bank ebenfalls altgriechisch, echte Humanisten eben.

Gruss,
Heike

von mariastuart - am 08.02.2006 12:49
Hallo Carola,
was Du auch noch berücksichtigen kannst, ist, ob Deine Tochter gerne hört und spricht. Das klingt vielleicht komisch, aber in Latein muss man nicht aktiv was produzieren, das geht es mehr ums Strukturen erkennen. Das braucht man natürlich bei allen Sprachen, also auch bei Französisch, aber da kommt noch die Aussprache und das sprachliche Umsetzen dazu.
Falls Du da bei Deiner Tochter eine Vorliebe in die eine oder andere Richtung feststellst, kannst Du das mit einbeziehen. Vielleicht auch, ob Ihr gelegentlich nach Frankreich kommt. Das finde ich sehr motivierend, wenn man die Sprache dann auch mal live erleben kann, und sei es nur an den Schildchen im Supermarkt ;-)

Liebe Grüße,
Doris

von doris - am 08.02.2006 12:50
Hm,
Latain ist , so denke ich, eher für Kinder, die fitt in deutscher Grammtik sind und denen das Sprechen einer Fremdsprache nicht sooo liegt.
Französisch dagegen ist lebendig, aber deshalb auch nicht soo einfach.

Ich hatte während meiner Schulzeit beide Sprachen (Latein 7-13;Franz.10-13) Latein war für mich persönlich um einiges einfacher als Französisch. Allerdings hatte ich schon eine Hemmschwelle beim Srprechen des Englischen und im Französischen wurde diese Schwelle eher größer.

Schwere entscheidung, die mit Sicherheit auch vom jeweiligen Lehrer abhängt.

Überings bin ich damals bei Latein gelandet, da in die französisch Klassen sehr viele Kinder ohne Empfehlung kamen (franze konnte man ja auch noch auf der Realschule weitermachen), während in der Lateinklasse niemand ohne Empfehlung war. Meinen Eltern war das damals sehr wichtig und mir war die Sprache egal.

Viele Grüße,
Astrid

von Gast - am 08.02.2006 12:53
Hallo,

ich hatte auch diese Folge E/L/F und sogar das große Latrinum ;-) aber ich würde es nicht unbedingt nochmal so machen.

Zwar half mir Latein bei meinem ersten Italienischkurs ungemein, ich konnte noch kein Wort Italienisch und konnte schon etwas zeitung lesen, nur von der Ableitung.

Aber da ich ohnehin Fremdsprachen sehr leicht lerne, wäre gleich eine richtige, lebendige Sprache im Rückblick besser gewesen. Und für Fremdwörter aus dem Lateinischen kannst du im Lexikon nachschlagen.

Spanisch dagegen werfe ich heute noch dauernd mit Italienisch durcheinander, weil It. zuerst da war und ich Sp. nicht lange genug angewendet habe. Dabei ist Sp. eine DER Weltsprachen. Nur It. hatte mir damals (leider) phonetisch besser gefallen.

Ich erinnere mich an meine Lateinlehrer nur als seeeeehr schräge Vögel (verklemmter Violinist bzw. Junggeselle bei Mutti wohnend im Dauer-Cordanzug), der Unterricht war sehr so-la-la. Ich könnte mir Spannenderes vorstellen, und wenn es die Crepes wären.

Es gibt geteilte Meinungen, eine davon ist, dass Latein für romanische Sprachen nur bedingt nützlich ist. Diese habe ich mir zurzeit angeeignet und werde Felix nicht damit quälen, wenn er nicht will. Er hatte schon Frühfranzösisch, las und hörte Langenscheidts Hexe Huckla mit Begeisterung und insofern sehe ich nicht, warum er nicht direkt mit Frz. durchstarten soll.

Was wir gerade mit Englisch in der 3. Kl. erleben, ist allerdings auch schlimm - da geht es ihm eben nicht schnell genug, weil er zuhause auch "Stoff" angeboten bekommt und der Unterricht ist also auch schon wieder langweilig. Das kann mit Frz. auch passieren, wenn er dazu daheim noch Bücher und Spiele bekommt. Verkneifen wollen wir uns die aber nicht, nur weil die Schule so lahmarschig ist, kann er doch trotzdem sein Tempo haben.

Das wiederum wäre ein Argument für eine "exotische" oder "tote" Sprache wie Latein - dass man hier dem Unterricht nicht so weit voraus kommen kann wie in den anderen Schulsprachen. kann ja sein, dass der Lehrer bei euch das gemeint hat. Doch will man immer nur nach diesem Argument gehen?

Aber gut gebrauchen konnte ich persönlich Latein jedenfalls kaum.

Viele Grüße

von FelixMum - am 08.02.2006 15:47
Hallo!
Ich kann dir von mir berichten, dass ich erst in der 9. Klasse mit Latein und Altgrichisch angefangen habe. In meinem Heimat fängt das Gymnasium erst mit 14 an. Dafür ist es dann richtig knallhart: im humanistisches Gymnasium hat man jeden tag Latein und Griechisch und man hat jeden Tag eine Übersetzung als Hausaufgabe. Ich habe es genossen, endlich mich anstrengen zu müssen und dafür großen Erfolg zu geniessen. Schule sollte immer so sein, denke ich, egal WAS gelernt wird.
Sucht also, was deinem Kind liegt und wenn es Latein ist, dann wird es auch nützlich sein, vor allem wenn sie "kulturell vernetzt" wird, mit Geschichte, Kunstgeschichte, Lateinische und Griechische Literatur. Kultur ist immer nützlich und Französisch oder Spanisch lernt man am besten im Ausland bei einem Sprachkurs, auch wenn das Ergebnis wahrscheinlich so ähnlich wie mein Schriftdeutsch sein wird...
Alles Gute für Eure Wahl, Ten

von Ten - am 08.02.2006 17:48

G8 G9

Hallo Carola!
Was ist bei Euch G8 und G9? Habe ich hier im Forum schon öfter gelesen.
Etu

von Etu - am 08.02.2006 17:58

Re: G8 G9

Hallo,

G8 ist die Bezeichnung für die 8 Jahre dauernde Gymnasialzeit, G9 diejenige für die herkömmliche 9 jährige Gymnasialzeit.

Viele Grüße,
Elora

von Elora*dana - am 09.02.2006 05:58

Re: G8 G9

Hallo!
Danke für die Aufklärung.
Andere (Bundes-)länder, andere Sitten.
In Berlin beginnt das Gymnasium regulär erst in der 7. Klasse und ging ursprünglich bis zur 13. Klasse.(7 Jahre Gymnasialzeit ab 7. Klasse)
Aber neuerdings, seit August 2005 nur noch bis zur 12. Klasse, regulär für alle, macht nur 6 Jahre.
Man kann auch schon an bestimmten Schulen ab der 5. Klasse gehen, wenn man eine Empfehlung hat und den Test besteht.
Früher nannten sich die Schüler, die in 12 Jahren Abi machten "Schnellläufer". Da das aber jetzt "normal" ist, gibt es hier sogenannte "Superschnellläufer", die machen das Abi in 11 Jahren, also 7 Jahre Gymnasialzeit ab 5. Klasse. Von G7 sprach hier hier noch niemand.
Liebe Grüße

Etu

von Etu - am 09.02.2006 07:56
MichaelaM schrieb:

Zitat

Grob vereinfacht ist Latein heute die 2. Fremdsprache der
Legastheniker.


Ups, wusste gar nicht, dass alle Mediziner Legastheniker sind ;-)

Nein, im Ernst, in Zeiten von Studiengebühren sollte man sich den Gedanken, Latein schon in der Schule zu lernen, mal nicht so ganz von sich weisen. Im "hohen Alter" flucht man über die Zusatzkurse schon....

Klar weiß noch kein 10-12jähriges Kind, ob es mal Mediziner, Philosoph oder Lateinlehrer werden will, aber so eine grobe Ahnung hat man doch als Eltern schon.
Wenn mein Sohn gesteigertes Interesse an Luft- und Raumfahrt hat und ein Physikgenie wäre, würde ich ihm auch nicht unbedingt Latein empfehlen ;-)

Meine Tochter war am Infotag vom Lateinstand so was von engagiert, so habe ich sie schon lange nicht mehr erlebt. Voller Elan, Wissensdurst und Eifer. Eigentlich stand dieser humanistische Zweig nicht wirklich auf unserem Wunschzettel, aber wenn meine Tochter seit drei Jahren erstmals wieder von etwas begeistert ist, bin ich wirklich am überlegen....

Die Sprachenfolge wäre dann 5. Latein, 6. Englisch, 8. Französisch und in der 10. je nach Angebot Italienisch, Spanisch oder gar Griechisch.

Wir sehen uns aber am Samstag noch zwei andere Schulen an, vielleicht begeistert sie sich ja noch für was anderes :-)

Auf jeden Fall ist es eine Wonne zu sehen, wie das frustrierte Grundschulkind wieder Glanz in die Augen bekommt.

LG, Heike

von heike2 - am 09.02.2006 10:50
Hallo Heike,
bist Du sicher, dass Englisch dann erst in der 6. kommt?
Hier in NRW ist das so:
wer 5. Latein wählt hat trotzdem 2 Stunden Englisch - ich denke, seit diesem Jahr.
Gruss,
Heike Kokolores

von mariastuart - am 09.02.2006 17:36

Re: G8 G9

G7 ist eine Variante, mit der bisher nur in Berlin experimentiert wird. Während in anderen Bundesländern G8 schon zu 37 Wochenstunden führt, haben die Berliner deutlich weniger Stunden. Man hält sich wohl bei großem Unterrichtsausfall an die Mindestforderungen der KMK. Auf der Basis kann man weiter verdichten und kommt auch mit 7 Jahren hin.

Michaela

von MichaelaM - am 10.02.2006 06:17
Hallo Heike :-)

es gibt auch bei uns Schulen, die solches als Latein plus anbieten. Die einzige für uns erreichbare Schule davon fällt aber aus jeder Überlegung heraus.
Eine zweistöckige Schule auf riesigem Grundriss, so dass nur in die Klassenräume Tageslicht fällt. Alle anderen Räume und Gänge bestechen durch dunkle Holzdecken, unverkleidete Betonwände, gleißendes Neonlicht, bzw. düstere Ecken. Viele Grüße aus der Gruft.... An dieser Schule sind fast 2000 Schüler, ich frage mich ehrlich, warum....
Selbst wenn das Angebot ein absolut geniales wäre, möchte ich meine Kinder nicht 8 Jahre lang dort wissen. Die kriegen doch alle Rachitis.... ;-)

LG, Heike2 (die Heike1 nie hier kennen gelernt hat :-( )

von heike2 - am 10.02.2006 06:21
Hallo Heike!

Zitat

Eine zweistöckige Schule auf riesigem Grundriss, so dass nur in die Klassenräume Tageslicht fällt. Alle anderen Räume und Gänge bestechen durch dunkle Holzdecken, unverkleidete Betonwände, gleißendes Neonlicht, bzw. düstere Ecken. Viele Grüße aus der Gruft.... An dieser Schule sind fast 2000 Schüler, ich frage mich ehrlich, warum....


Entweder die Schule liegt direkt am Busbahnhof und ist irre gut erreichbar, oder aber die Lehrer sind phänomenal. Das musst du herausfinden. Gegen Rachitis gibt es doch diese netten kleinen Pillen.....

Nein ganz im Ernst, gegen düstere Gebäude kann ganz schnell etwas geschehen, ein Eimer Farbe wirkt Wunder. Und wie viel Zeit verbringt man im Klassenraum (den bezeichnest du als hell) und wie viel in den "Nebenräumen"?

Ansehen kostet nichts

Marion

von MarionPE - am 10.02.2006 07:15
MarionPE schrieb:

Zitat


Nein ganz im Ernst, gegen düstere Gebäude kann ganz schnell
etwas geschehen, ein Eimer Farbe wirkt Wunder. Und wie viel
Zeit verbringt man im Klassenraum (den bezeichnest du als
hell) und wie viel in den "Nebenräumen"?

Ansehen kostet nichts


Hallo Marion,

seltsamer Weise ist das genau die Schule, die ich im Vorfeld, also vor der Besichtigung, favorisiert hatte. Eine Schule des Bistums, Gymnasium mit Realschule, beide Zweige stark durchlässig. Unsere ehemalige Schulelternsprecherin hat mir immer davon vorgeschwärmt. Die Schule würde dir vom Konzept her sicher gut gefallen. Sehr sozial engagiert, jeder Tag beginnt mit einem kurzen Morgenkreis, jeden Mittwoch Schulgottesdienst.
Aber ich wäre am liebsten wieder rückwärts raus....
Wenn es ja nur "Nebenräume" wären. Aber es sind die Aufenthaltsräume, die Cafeteria, sämtliche Wege zwischen den Klassenräumen, die Treppenhäuser sind wie Betonbunker, da nützt auch Farbe nichts....
Alles in allem einfach unfreundlich. Ich habe mich dort vom ersten Moment an nicht wohl gefühlt. Das ist noch zu positiv.... ich habe mich erdrückt gefühlt, dort roch es fürchterlich. Stell dir vor, 2000 Schüler, die ständig im Innern dieses Gebäudes unterwegs sind und nirgends Fenster zum öffnen.

Nein, da müsste das Konzept schon 100 % für mein eigenes Kind sein, dass ich all das in Kauf nehmen würde.

Und was mir auch auffiel: es war an dem Morgen unsere dritte Schule und an den beiden vorherigen war ein starkes Schülerengagement deutlich. Überall liefen Oberstufenschüler mit bunten Ansteckern rum, die alle Eltern einzeln durch die Schule führten. Mittelstufenschüler machten Experimente mit den Kindern usw. Lehrer standen zwar in den einzelnen Fachräumen für Fragen zur Verfügung und waren auch sehr freundlich, alles in allem waren es aber hauptsächlich Schüler, die diesen Infotag gemanagt haben. Das imponierte mir sehr, sie waren nicht nur kompetent, sondern auch mit Leidenschaft bei der Sache. Ich hätte mich mit 13/14 Jahren nicht getraut, auf fremde Kinder so zuzugehen.
Welche Lehrer mein Kind im Laufe der Schullaufbahn haben wird, steht jetzt sowieso noch nicht fest, aber das Schülerengagement spricht sehr stark für eine funktionierende Gemeinschaft.

Und das war an der anderen Schule leider nicht zu sehen.

LG, Heike

von heike2 - am 10.02.2006 10:59
Hallo Heike!

Wenn es so ist, dann würde ich mein KInd auch nicht auf die Schule schicken. Das Engagement zeigt viel vom Klima an der Schule.

Marion

von MarionPE - am 10.02.2006 12:36
Hallo FelixMum,

hab mal eine dumme Frage: Mein Sohn ist in Mathe nicht grad der Schnellste, meint anfangs immer, nix zu kapieren. Wobei er im Test glaube ich in Mathe auch noch irgendwas mit 110 lag (Sprachlich 145). Er liebt englisch, fing in der grundschule privat mit spanisch an. jetzt stellt sich für mich natürlich auch laangsam die frage, was tun in der 6. klasse. Früher hieß es, die eher schlechteren in mathe lieber französisch. Wenn`s so einfach wäre, wäre die Entscheidung auch sehr einfach. Aber ist da was dran?
beruflich möchte er Ägyptologe werden (obwohl man nix verdient mit sowas ;-) .
Früher war`s Chef (!)arzt, da wäre die Entscheidung easy, doch dazu ist er einfach zu ungeschickt mit den Fingern und so....

Vielleicht hast du nen Tipp für mich/uns.

liebe grüße
leila

von Leila - am 12.02.2006 21:06

Re: @Leila

Hallo Leila,

oje, leider gebe ich weder Berufsberatung noch möchte ich dafür verantwortlich gemacht werden, wenn ein Tipp daneben geht. Das ist unmöglich zu sagen, ohne eine Situation, ein Kind näher zu kennen. Hier im Forum kann man nur allgemein mal was sagen oder eigene Erfahrungen kundtun.

Ich denke, du musst nicht alles genau planen wollen. Kinder wollen vieles werden, und das ist toll so wie es ist. Chefarzt kann er immer noch werden, es muss ja nicht die Chirurgie sein ;-) . Es gibt viele Fachgebiete, in denen die Feinmotorik untergeordnet ist. Und als Ägyptologe verdient man zwar nicht toll, aber eventuell braucht er das auch nicht, wenn z. B. später ohnehin ein Finanzpolster aus einem Erbe der Großeltern vorhanden sein wird? Also bei uns wird das so sein, auch wenn wir momentan wenig Geld haben, aber um die Finanzen unseres Kindes machen wir uns für später keine Sorgen. ;-) Was wir erreichen wollen ist, dass er einen Beruf ausüben kann, weil er ihm Freude macht, und nicht weil er damit viel Geld verdienen muss. Das ist das, was wir für diese nächste Generation geben können im Unterschied dazu, wie es für uns war.

Was die Sprachen angeht, würde ich es mal auf mich zukommen lassen. Lernt er Sprachen sehr leicht, dann würde ich der Schule nicht unbedingt vorgreifen, sonst geht es ihm wie unserem Sohn, dass er dafür noch "bestraft" wird, wenn er voraus ist. Also dort reicht dann das Schulfranzösisch. Er kann z. B. auch Arabisch lernen, wenn ihn Ägypten so interessiert. Das ist auch eine tolle Sprache und (wie ich mir habe sagen lassen) von der Grammatik und Schreibweise gar nicht mal soooo schwierig. Das hat dann nichts mit der Schule zu tun, sondern ist dann "seins". Französisch ist übrigens in Ägypten und vielen arabischen Ländern Amtssprache, wegen der ehemaligen Kolonien. Wer sich mit Ägypten näher befasst, muss sich auch mit der Sprache befassen und darüber hinaus mit Archäologie und mit der Religion, auch mit Islam z. B. Vielleicht kann sich seine Liebe für die Ägyptologie sogar noch zu einem Diplomatenjob oder einem Nah-ost-Experten entwickeln, weißt du das heute? ;-)

So könntest du vielleicht eine interessante Kombination für ihn daraus machen?

Viele Grüße, alles Gute weiterhin

von FelixMum - am 13.02.2006 08:04
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