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Forum Hochbegabung bei Kindern
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Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
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Ulli, FelixMum, MarionPE, MichaelaM, Etu, Pauline, Katja Stein, Fröschin, carola

Erfahrungen mit freiwilligem Wiederholen einer Klasse ?

Startbeitrag von Ulli am 11.02.2006 16:53

Hallo,

habt ihr Erfahrung mit dem freiwilligen Wiederholen einer Klasse ? Gibt es da irgendwelche Rechtsvorschriften (NRW)? Besonders interessiert mich, ob man die Zustimmung von Lehrer oder Direktor benötigt und ob das freiwillige Wiederholen zum Ende des Schuljahres erfolgen muss, oder aber auch im laufenden Schuljahr geschehen kann.

Hintergrund der Fragen ist folgendes: Meine Tochter (10 Jahre) hat die 1. und 3. Klasse übersprungen und ist jetzt in der 6. Klasse eines Gymnasiums (NRW). Leider hatte sie das Pech, in eine Klasse zu geraten, in der Mobbing an der Tagesordnung ist. Ein Schüler hat die Klasse schon verlassen, ein Schüler ist gewürgt worden, 3 Mädchen haben massive Schulangst (unsere gehört inzwischen dazu) - und das sind nur die schlimmsten Beispiele. Die Klasse nimmt seit 2 Monaten an einem Gewalt-Präventions-Programm teil. Der Klassenlehrer ist leider keine Hilfe.

Unserer Maus geht es im Moment so schlecht, dass wir überlegen Sie eine Klasse zurückstufen zu lassen und das möglichst sofort.

Wer von euch hat mit dieser Lösungsmöglichkeit Erfahrung und kann mir sagen, wie wir das am besten geregelt bekommen ?

Danke und Gruss
Ulli

Antworten:

Hallo Ulli!

Du kannst sie jederzeit zurücknehmen. Ihr müsst einen Antrag stellen: Hiermit beantragen wir, dass unsere Tochter.... freiwillig einen Jahrgang wiederholt... Ruft in der Schule an, die können euch das genauer sagen. Vielleicht kennen die sogar eine besonders sozial eingestellte Klasse. Vielleicht kann sie sogar vorher schon einen Tag darrin (oder in zweien zur Auswahl) schnuppern. Das Problem der Klasse scheint der Schulleitung ja bekannt zu sein. Soviel ist weiß ist das in NRW jederzeit möglich. Übrigens: Sie kann dann im Sommer nicht sitzen bleiben, die Versetzung in die 6. Klasse hat sie ja schon, die verfällt nicht.

Unsere Tochter kam mit 10 in die 7. Klasse. Dort wurde auch massiv gemobbt und Gespräche mit den Klassenlehrern brachten nichts. Beide sahen zunächst kein Problem. Die Deutschlehrerin sagte uns, sie würde dafür sorgen, dass das Kind sitzen bleibt, wenn wir sie nicht freiwillig zurück nehmen würden. Im Mai spitzte sich die Situation zu. Unsere Tochter kam mit Verdacht auf eine Blinddarmentzündung ins Krankenhaus, aber die Schmerzen traten nur beim Begriff "Schule" auf. Hier in Niedersachsen kann man aber nur bis zum 30. April freiwillig zurückgehen und sie musste die letzten Wochen durchhalten (auch, da die damals 6. Klassen neu gemixt wurden). Die Zeit war hart aber seit dem Sommer wiederholt sie freiwillig (sie hatte die Versetzung bekommen), und es geht ihr endlich wieder gut.

Ich gönne eurer Tochter, dass sie möglichst schnell eine nette Klasse bekommt. Sprecht gleich am Montag mit der Schulleitung, und lasst euch nichts einreden. Langeweile ist nicht so schlimm wie das, was Kinder beim Mobbing mitmachen. Wenn ein Kind wiederholt fragt auch niemand nach, warum, wenn es in die Parallelklasse heht schon, und dann haben die auch noch Kurse zusammen. Ausnahme: Die Zicken sind sowieso in der Versetzung gefährdet. das solltet ihr vorher herausfinden. Was hilft es euch, wenn sie im Sommer wieder auftauchen.

Schreibt bitte, wie es weiter gegangen ist

Marion

von MarionPE - am 11.02.2006 17:29
Hallo,

in Hessen ist dazu die Genehmigung der Klassenkonferenz nötig. Und die wird nur erteilt, wenn die Noten entsprechend schlecht sind. Wenn es nur um die Probleme der jetzigen Klasse geht, wäre wohl eher ein Wechsel in die Parallelklasse sinnvoll.

Zudem haben Lehrer und Schulen, die schon mal was von HB gehört haben - und das sind inzwischen wohl doch die meisten - große Bedenken, HBs eine Klasse wiederholen zu lassen, weil sie gelernt haben, dass die alle an Unterforderung leiden und dadurch psychisch krank werden.

Ich würde also mal ein vertrauensvolles Gespräch mit Klassen- und Schulleitung führen, um mal abzustecken, was da geht und was nicht.

Michaela

von MichaelaM - am 12.02.2006 12:03
Hallo Michaela!

Man kann auch aus sozialen Gründen eine Klasse wiederholen. Gerade bei einem Kind dass vorzeitig eingeschult ist und gesprungen ist oder zweifach gesprungen ist, geht das immer. Die psychischen Probleme durch das Mobbing können viel schlimmer sein als die durch Unterforderung.

Manchmal muss man einfacxh Prioritäten setzen. Will die Klassenkonferenz, dass ich mein Kind zur Arbeitsverweigerung anhalte bis es wiederholen darf? Nein! Also muss auch Wiederholen aus sozialen Gründen möglich sein.
Den Wechsel in die Parallelklasse halte ich für gewagt. Erstens fragt da jeder nach: Warum bicst du jetzt hier, zweitens tun sich die Schulen damit schwer, da könnte ja jeder kommen, wenn ihm die Nase des Klassenlehrers nicht gefällt und drittens treffen sich die Kinder in Fächern wie religion, Fremdsprachen... was über der Jahrgang verteilt zusammengefasst wird wieder und das Kind ist nicht aus der Situation heraus.

Meinem Kind geht es seit sie wiederholt besser. Und die Unterforderung? Die streiten einige Lehrer sowieso ab. außerdem ist sie im Sanitätsdienst der Schule und wenn sie Dienst hat, dann muss sie sowieso öfters aus dem Unterricht heraus. Und spannend ist es auch noch.

Marion

von MarionPE - am 12.02.2006 12:16
Hallo Marion,

du musst mich nicht überzeugen. Ich sehe das auch so.

Ich schreibe nur, dass es nicht einfach mal so geht. Keine Ahnung, wie das genau in NRW ist. Das müsste man erst einmal erkunden. Keine Ahnung auch, wie das die Schule sieht. Das wäre wohl wichtig.

Natürlich ist es möglich. Klappt halt nur nicht immer.

Michaela

von MichaelaM - am 12.02.2006 13:44
Hallo Marion,

es ist erst mal beruhigend zu hören, dass man ein Kind relativ zügig aus so einer Situation herausholen kann.

Jetzt muss unsere Maus nur erst Mal die Gedanken für sich auf die Reihe kriegen. Sie ist ziehmlich durcheinander. Sie schämt sich für diese Situation und sie hat das Gefühl, es auch noch selbst verschuldet zu haben. Vor einer Veränderung der jetzigen Situation (Klassenwechsel, Schulwechsel) hat sie allerdings auch Angst.

Aktueller Stand ihrer Gefühle ist, dass sie aus der Klasse raus möchte, aber erst am Ende des Schuljahres - warum auch immer. Ich verstehe sie in diesem Punkt nicht. Wenn doch klar ist, dass man aus einer belastenden Situation raus möchte, dann doch so schnell wie möglich, oder ?

Ich werde mich auf jeden Fall morgen um einen möglichen Klassenwechsel oder evtl. auch einen Schulwechsel kümmern, damit es im Falle des Falles wenigstens schnell geht.

Wir versuchen sie im Moment so aufzubauen, dass sie wieder klar denken kann und vielleicht etwas ruhiger ist. Dann können wir bestimmt besser entscheiden, wie es weitergehen soll.

Lieben Gruss
Ulli

von Ulli - am 12.02.2006 16:35
Hallo Michaela,

von einem Wechsel in die Parallelklasse halte ich nichts. Die Parallelklassen haben jetzt schon Religion zusammen und nächstes Jahr kommen noch mehr Fächer dazu. Sie würde dann also wieder mit den gleichen Kindern in einem Raum sitzen.

Dazu kommt, dass es ihr im Moment in der Schule nicht leicht fällt, da sie sich kaum auf die Schule und die Hausaufgaben konzentrieren kann, geschweige denn noch für eine Klassenarbeit lernen kann.

Von daher wäre ein Rückschritt besser, da sie sich dann dann erst Mal in Ruhe erholen kann, weil sie den Stoff ja schon beherrscht. Das wird ihr nach der letzten Zeit sicherlich sehr gut tun.

Gruss
Ulli

von Ulli - am 12.02.2006 16:41
Hallo Marion,

ich persönlich denke auch, dass die Belastungen des Mobbings schlimmer sind, als die der Unterforderung.

Gruss
Ulli

von Ulli - am 12.02.2006 16:47
Wie sind denn ihre Noten?

Kommt natürlich drauf an, wie kooperativ die Schule ist. Mir begegnen im Moment viele Eltern von Springern oder Doppelspringern, die so eine freiwillige Ehrenrunde anstreben. Meistens ist es nicht leicht.

Das ist keine Frage, ob die Wiederholung nun sinnvoll ist oder nicht. Es geht um die Formalitäten.

Michaela

von MichaelaM - am 12.02.2006 20:08
Hallo Michaela,

die Noten sind im Moment im 2er -3er Bereich. Es besteht also kein Noten-Grund die Klasse zu wiederholen. Obwohl die Frage ist, wie lange das so bleibt, da sie sich im Moment sehr schlecht konzentrieren kann.

Ich werde mich Morgen bei der Schule erkundigen. Sollte es Probleme beim freiwilligen Wiederholen geben, können wir auch noch einen Schulwechsel in Betracht ziehen. Es gibt hier einige Alternativen - nur etwas weiter entfernt.

Gruss
Ulli

von Ulli - am 12.02.2006 21:30
Mit Schulwechsel ist das dann noch etwas komplizierter. Theoretisch muss sie dann erst die Schule wechseln und anschließend den Antrag auf Wiederholen stellen. Aber vielleicht trefft ihr ja auf Kooperation. Dann ist eigentlich alles möglich.

Für das freiwillige Zurückgehen gibt es bei uns zeitliche Grenzen. Das muss rechtzeitig vor den Sommerferien geschehen. Ich habe es nicht im Kopf und wahrscheinlich ist es in allen Bundesländern verschieden.

Michaela

von MichaelaM - am 13.02.2006 05:26
Hallo Ulli!
Wenn die Probleme mit einem Schulwechsel schon gelöst werden können, braucht sie vielleicht gar nicht mehr zu wiederholen. Wenn das Mobbing aufhört, gibt's vielleicht auch keine Probleme mehr.
Wie ich mitbekommen habe, sind die Gestzesregelungen überall unterschiedlich und die notwendigen Formalitäten auch.
Was sagt denn der zuständige Schulpsychologe dazu, rät er auch zum Wiederholen oder hat er eine Lösung parat?
Gruß
Etu

von Etu - am 13.02.2006 08:27
Hallo Michaela,

Schulwechsel wäre eventuell auch möglich. Ein Gymnasium im Nachbarort, hat uns schon zugesagt, dass ein Wechsel Ende des Schuljahres möglich ist. Sofort geht leider nicht.

Wir haben aber noch zwei private Gymnasien in der Nähe, bei denen ich jetzt vorfühlen werde.

Es ist aber noch nicht so klar, was meine Tochter möchte. Sie möchte definitiv raus aus der Klasse, weiss aber noch nicht so recht, ob sie die Schule wechseln möchte oder an der jetzigen Schule eine Klasse wiederholen soll.

Gruss
Ulli

von Ulli - am 13.02.2006 15:54
Hallo Etu,

den Schulpsychologen haben wir noch nicht eingeschaltet. Im Moment sprechen wir mit dem Klassenlehrer und den Sozialpädagogen, die das Anti-Gewalt-Programm mit der Klasse machen.

Gruss
Ulli

von Ulli - am 13.02.2006 15:56
Hallo,

na, da haben wir es:
Zitat

Die Klasse nimmt seit 2 Monaten an einem Gewalt-Präventions-Programm teil. Der Klassenlehrer ist leider keine Hilfe.


Wo der KL im Job versagt, ist jedes Anti-Gewalt-Programm für die Katz.

Schaltet unbedingt den Schulpsychologen bzw. gleich das Schulamt ein und macht auf diese Missstände aufmerksam. Tut es schriftlich. Eine Schulleitung, die Anti-Gewalt-Programme anordnet und einen so unfähigen KL beschäftigt, wird diesen auch immer "decken" bei einer Beschwerde. Deshalb müsst ihr eine Hierarchiestufe höher gehen und evtl, sollte mal die ganze Schule überprüft werden, was da mit den Kindern los ist, die die Lehrer nicht mehr im Griff haben.

Das ist ja unglaublich. Und das schon in der Grundschule. Wie soll das dann weiter gehen.

Viele Grüße, alles Gute

von FelixMum - am 13.02.2006 16:10
Hallo FelixMumm,

es ist schon 6. Klasse Gymnasium :) nicht mehr die Grundschule.

Ich gebe dir Recht, dass generell etwas an der Schule schief läuft.
Es gibt speziell für Schulen ein Anti-Bullying ein Programm aus Norwegen, mit dem sehr gute Erfahrungen gemacht werden. Es geht darum, dass die Lehrer hinsehen und bei Gewalt sofort eingreifen. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit ..... sollte man meinen. Damit dies an unserer Schule eingeführt werden kann, müssen noch einige Lehrer und der Direktor überzeugt werden. Es funktioniert nämlich nur, wenn alle davon überzeugt sind und auch mitmachen.

Nichts desto trotz haben wir ein akutes Problem, welches wir vor allem sensibel angehen müssen. Unsere Tochter schämt sich leider nämlich schon genug dafür, dass sie gemobbt wird. Wenn das jetzt noch die ganze Schule etc. weiss, wird die Situation für sie noch unerträglicher.

Gruss
Ulli

von Ulli - am 13.02.2006 16:25
Hallo Ulli,

tschuldigung, das hatte ich überlesen mit dem Gymnasium.

Zitat

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit ..... sollte man meinen.
das finde ich wohl auch, ist ja unfasslich.
Zitat

Damit dies an unserer Schule eingeführt werden kann, müssen noch einige Lehrer und der Direktor überzeugt werden. Es funktioniert nämlich nur, wenn alle davon überzeugt sind und auch mitmachen.
Wie soll man eine Selbstverständlichkeit einführen, wenn da keiner mehr normal zu sein scheint, was dass betrifft - wenn Lehrer und nicht einmal Direktor das als Selbstverständlichkeit erkennen?

Dann in der Tat würde ich mich schleunigst nach einer anderen Schule umsehen. So lange zu warten, bis Bekloppte eine Selbstverständlichkeit erkennen können, macht für dein Kind keinen Sinn. Sieh zu, dass du es raus bekommst, da nützt auch Wiederholen wenig. Es hat ja nicht mit dem Stoff oder der Klasse zu tun, sondern da stimmt schon die Grundeinstellung an der ganzen Schule nicht! Wie sähe das alternativ aus, wenn sie nur die Klasse freiwillig wiederholt? Auf dem Schulhof trifft sie dieselben Kinder, die sie mobben, und dieselben Lehrer schauen weg.

Das ist doch zum K... Sucht euch eine andere Schule, ganz schnell. Und danach eine saftige Beschwerde ans Schulamt oder gleich ans KM mit allen Details. Und schönen Gruß nach PISA.

Viele Grüße, ich wünsch euch alles Gute

PS: Weißt du, was unser Sohn erzählt hat, als sie so ein komisches Programm schon in der 2. Klasse mitgemacht haben? "Heute haben wir gelernt, wie man sich in die Eier tritt." Na, also. Wunderbar. Echt pädagogisch wertvoll, oder?

von FelixMum - am 13.02.2006 16:33
Hallo Ulli,

wir hatten vor 4 Monaten nahegelegt bekommen unseren Sohn am Gymnasium (6. Klasse) in die 5. zurückzustufen.....Mit den Klassenkameraden lief es wohl gut, aber die KL meinte dringend sie müsse Ihn loswerden.

Nachdem wir den Schulpsychologischen Dienst eingeschaltet haben, wurde sehr schnell klar, dass es mit Wiederholen nicht getan ist. Die Noten sind zum Schluss wesentlich schlechter gewesen als bei Euch!
Man trifft aber leider die Lehrer immer wieder, wenn man auf der Schule verbleibt und die Schüler sind auch weiterhin auf dem Schulhof.
Nach einem Schulwechsel klappt es bei uns viel besser, Unser Sohn ist wieder entspannt und kommt gut klar, er ist allerdings in der 6. Klasse geblieben. Die aufnehmende Schule sah keinen Grund zum zurückstufen - ist aber auch eine Gesamtschule.

Ich würde jederzeit wieder das Schulamt einschalten, wir hatten allerdings richtig Glück gehabt und fühlten uns extrem gut beraten.
Und haben auch gesagt bekommen, dass von Seiten der Schulpsychologin nur etwas unternommen wird, wenn es der Elternwunsch ist. Also kann da eigentlich nichts passieren.

Und wichtig ist doch auch, dass auch andere aufmerksam werden auf die Situation an eurer Schule.

Viele gute Nerven!
Kerstin

von Fröschin - am 13.02.2006 16:55
Hallo Ulli

Zitat

Unsere Tochter schämt sich leider nämlich schon genug dafür, dass sie gemobbt wird. Wenn das jetzt noch die ganze Schule etc. weiss, wird die Situation für sie noch unerträglicher.


Mobbing passiert vielen, dafür muss man sich als Opfer nicht schämen. Schämen müssen sich die Täter!!!!

Für Deine Tochter sehe ich eigentlich nur 2 Möglichkeiten:

1. konsequent gegn das Mobbing vorgehen. Die Rädelsführer gezielt ansprechen, eventuell auch ein 8-Augen-Gespräch mit einem Elternteil. Den Kampf durchstehen, wir haben das schon zweimal durchexerziert, das dritte mal hat meine Tochter die "Zicken" selbst darauf angesprochen, momentan ist wieder mal Ruhe.

oder 2. sofort die Schule wechseln. Denn ein sofortiges freiwilliges Wiederholen empfindet deine Tochter wahrscheinlich als unangenehm, da sie dadurch in Erklärungsnot kommt. Aber das mit dem Mobbing spricht sich sowieso rum, jetzt oder im neuen Schuljahr. Vielleicht ist das eben an einer anderen Schule nicht so sehr das Thema.

Das Ganze noch ca. 5 Monate durchzustehen bis zum Schuljahresende geht so sehr an die Substanz, das ist keinem zuzumuten. Und letztendlich bestärkt es ja die Mobbenden, wenn sie keine Grenzen gesetzt bekommen. Wie Du schreibst sind ja anscheinend mehrere Kinder betroffen , kann man sich da nicht zusammenschliessen? Man kann den Direktor schriftlich zum Eingreifen auffordern, wenn sich der Klassenlehrer überfordert zeigt.

Frag deine Tochter, was ihr lieber ist.


Viel Erfolg

Carola

von carola - am 13.02.2006 17:11
Na ich würde schnellstmöglich den Schulpsychologen einschalten, der geht auch mal in die Schule und schaut sich das vor Ort an.
Weiterhin gibt es bei uns einen "Mobbing-Beauftragten" bei der Polizei, speziell für Schulen. Vielleicht gibt es ja ähnliches bei Euch in der Region.
Mein Kind hat ähnliches durchgemacht und ist die letzten 4 Monate des Schuljahres krank geschrieben gewesen, weil ich keine Schule gefunden habe, die ihn nehmen wollte. Als ich am Ersten Schultag des neuen Schuljahres immer noch keinen neuen Schulplatz hatte, habe ich mich an die Presse gewandt und auf die Missstände aufmerksam gemacht. Ich habe an alle Zeitungen gleichzeitig geschrieben. Am nächsten Tag hatte ich einen Schulplatz und der alten Schule gab es einen Aufruhr, weil alle die Fotos und die Berichte gelesen hatten.
Vielleicht ist das eine Möglichkeit, aber nicht jedermanns Sache, weil dann jeder davon erfährt.
Viele Grüße
Etu

von Etu - am 13.02.2006 18:50
Hallo Etu,

bei uns gibt es auch jemanden bei der Polizei, der die Schulen in Gewaltfragen berät. Er hat Hilfe angeboten. Aber die Problemlösung sieht so aus, dass erst mal unsere Maus alles aufschreibt. Dann werden alle Personen, die von ihr in diesem Bericht genannt werden, gebeten, ihre Sicht der Dinge darzustellen. Dann wird alles kopiert, an alle Eltern geschickt und dann werden alle Eltern einzeln zum Gespräch geladen und danach erst ein Gespräch mit allen Kindern (ohne Eltern) zusammen.

Unsere Maus möchte aber nicht, dass es so öffentlich gemacht wird. Sie will jetzt erst mal alleine durch und dann freiwillig die Klasse wiederholen. Es ist ihr wichtig, erst mal da durch zu kommen, damit sie vor sich selbst und den anderen nicht als Versager dasteht, wenn sie die Klasse verlässt. Wir lassen sie erst mal - denn das zeugt ja auch von sehr viel Mut. Sobald es nicht mehr geht, schreiten wir ein und nehmen sie sofort aus der Schule. Die Weichen dafür sind gestellt.

Wie läuft es denn jetzt bei euch auf der neuen Schule ? Geht es eurem Kind besser ? Hat es sich erholt von dem Stress ?

Gruss
Ulli

von Ulli - am 13.02.2006 20:52
Hallo Carola,

ich finde es auch schlimm, dass sie sich dafür schämt. Schämen müssten sich eigentlich andere !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Gruss
Ulli

von Ulli - am 13.02.2006 20:53
Hallo Kerstin,

wichtig ist jetzt erst mal nur das Beste für unsere Tochter. Und wenn wir das geregelt haben, machen wir uns daran auf die Missstände an der Schule aufmerksam zu machen.

Dafür haben wir jetzt nicht die Kraft und vor allem möchte ich das nicht auf dem Rücken unserer Tochter austragen, sie hat genug durchgemacht.

Gruss
Ulli

von Ulli - am 13.02.2006 20:55
Ja, auf jeden Fall! Statt in die Sonderschule oder zurück in die Vorschule, ist er gleich in die 3. und es läuft super! Er hat sich relativ schnell erholt, schneller als ich.
Ich verstehe nur nicht, warum sie eine Klasse wiederholen will, wenn die Zensuren im grünen Bereich sind.
Wenn sie in der Schule bleibt, nur in einer anderen Klasse, sieht sie doch trotzdem jeden Tag die alten verhassten Gesichter, weswegen ich dringend zu einer räumlichen Veränderung sprich andere Schule, rate.
Etu

von Etu - am 13.02.2006 21:25
Du sollst ja um Himmels Willen nichts auf dem Rücken Deiner Tochter austragen!
Es geht ums Hilfe holen und beim Schulamt muss eben erst mal nichts öffentlich gemacht werden.

Ich habe erst nach dem Wechsel der Schukle wirklich gemerkt wie angespannt und voller Angst unser Sohn war und auf Ihnen gingen nicht die Kinder los.
Vier Monate Schule sind verdammt lang.

Was hält sie denn davon ab, die Schule zu wechseln, was verspricht sie sich von einer Wiederholung, was ist das Pro und Contra, habt ihr mal eine Liste geschrieben, damit auch sie sieht, was hat mehr Vorteile und was nicht...

LG, Kerstin

von Fröschin - am 14.02.2006 05:58
Hallo Kerstin,

es scheint auch das Alter ein Problem zu sein. Sie ist 10 und der Rest der Klasse ist 12 oder 13. Sie würde sich wohler in einem altersgerechteren Umfeld fühlen.

Gruss
Ulli

von Ulli - am 14.02.2006 18:38
Hallo Etu,

freut mich zu hören, dass es eurem Sohn besser geht !

Gruss
Ulli

von Ulli - am 14.02.2006 18:39
Hallo!

Wenn unsere etwas richtig sagte hieß es "Streber"
Sagte sie etwas Falsches, dann hieß es "Geh doch in die Klasse, in die du gehörst"

Nach einigen Monaten sagte sie gar nichts mehr. Und bei einem Kind, das durch eine Legasthenie im schriftlichen Probleme hat ist das tödlich. Muss man warten, bis es so weit ist? Auf dem Gymnasium ist der Schulhof einfach größer als in der Grundschule. Man kann Kontakt vermeiden. Mit den alten Klassenkameraden hat sie keinen Kontakt mehr, aber zu vielen Schülern aus verschiedenen Klassen.

Und: Sie genießt es, dass der Altersunterschied nicht mehr so groß ist.

Marion

von MarionPE - am 14.02.2006 19:09
Hallo Ulli,

wir haben letztes Jahr auch überlegt, ob unsere Tochter (gerade 11 geworden) in die 7. Klasse springen soll, wir haben uns dagegen entschieden, weil der Altersunterschied gerade in dem Alter sich so stark bemerkbar macht und insbesonders Mädchen so zickig und biestig sein können. In ihrer jetzigen Klasse fühlt sie sich eigentlich wohl, wobei das mit dem Streber schon auch hin und wieder aufkommt (wobei diejenigen, die da rumpöbeln, mit Sicherheit mehr arbeiten müssen). Da muss man sich ein dickes Fell zulegen, das ist manchmal nicht so einfach.

LG

Carola

von carola - am 15.02.2006 06:04
Hallo Marion,

genau so sehen mein Mann und ich das auch. Unter annähernd Gleichaltrigen wird sie sich sicher wohler fühlen und der Schulhof ist groß.

Unsere Tochter möchte auch unbedingt aus der Klasse raus und wiederholen, aber noch nicht sofort. Das müssen wir erst mal so akzeptieren. Ich denke, es ist für sie wichtig, allen und vor allem sich selbst zu beweisen, dass sie sich nicht unterkriegen läßt. Und wenn sie das bewiesen hat, kann sie guten Gewissens eine Klasse runter gehen.
Wir stellen in der Zwischenzeit die Weichen dafür, dass dies dann auch sofort möglich ist.

Gruss
Ulli

von Ulli - am 15.02.2006 07:50
Hallo Carola,

wenn sich eure Tochter so wohl fühlt und nicht unter Unterforderung leidet, war das sicher die richtige Entscheidung.

Gruss
Ulli

von Ulli - am 15.02.2006 07:52
So unterschiedlich ist das. Mein Sohn ist 7, der Rest der Klasse 8, 9 und 10 und er fühlt sich wohl. Er kann sowieso nur mit älteren etwas anfangen, auch wenn er jüngere Freunde hat. Länger als 5 Minuten können die nicht zusammen spielen, da die Interessen so weit auseinenderklaffen. :-(
Aber es kann sein, dass sich der Altersunterschied erst später bemerkbar macht, wenn bei den ersten die Pubertät anfängt. Na wir lassen es auf uns zukommen.
Gruß

von Etu - am 15.02.2006 08:06
Hallo Ulli,

der Umgang mit Gleichaltrigen ist ja OK, aber ich sehe hier wirklich eher das Problem, dass sie dann vom Stoff her unterfordert sein wird. Wenn sie doch momentan im Lehrplan gut mitkommt und gute Leistungen zeigt (soweit ich mich erinnere?), dann wird sie sich mit hoher Wahrscheinlichkeit total langweilen, wenn sie freiwillig wiederholt, nur der unleidigen Klassenkameraden wegen. Also dann hast du doch das nächste Problem.

Eine Schule, die sich dadurch auszeichnet, dass dort nicht einmal der Direktor Wesentliches vom Unwesentlichen unterscheiden und seine Leute und Schüler im Griff halten kann, ist keine gute Schule. Deine Tochter wird dort auch in Zukunft nicht glücklich werden können, wenn diese Grundhaltung dort weiter besteht und keine schnelle grundlegende Verbesserung in Aussicht ist.

Wie viele Jahre wird sie dort noch durchhalten müssen, auch bei freiw. Wiederholen? Das ist ja noch ein Schuljahr länger, insgesamt. Also was habt ihr davon, alle miteinander? Und was bedeutet der Rückschritt im Lehrplan für die Leistungsmotivation deiner Tochter?

Wenn ich daran denke, dass unser Sohn derzeit schon die häuslichen Angebote in Englisch (z. B. Buch mit CD oder PC-Spiel) nur deshalb nicht mehr anrührt, weil es ihm in der Schule sonst zu langweilig ist und er fürs Nasebohren dann dort bestraft wird, was ist das denn für eine Motivation? Eigentlich macht ihm die Sache ja Spaß, nur muss er immer daran denken, wie es sich auf die Schule auswirkt, wenn er auch nur ein bißchen mehr davon will und bekommt. So verweigert er nun schon zu Hause jedes "Extra" über die Schule hinaus, und das kann es ja nun wohl nicht sein. Ich stelle mir nur vor, wie es deiner Tochter gehen soll, wenn sie sich nun freiwillig in eine solche Situation begibt: Denn wenn man diese Situation nicht freiwillig erleiden muss, ist es schon schlimm genug.

Denkt mal darüber nach, ich würde das Kind eher die Schule wechseln lassen als diese Alternative (die ja für sie die einzige zu sein scheint) zu unterstützen und nur wegen dieser mobbenden Umgebung klein beizugeben und zu fügen. Lieber gleich ganz ausweichen und nicht noch den Rückschritt bei den Anforderungen und Leistungsmotivation in Kauf nehmen. Das wird sonst definitiv euer nächstes Problem sein, und was macht ihr dann? Dann könnt ihr sie jetzt auch gleich von der Schule nehmen, in eine andere. Das wird nämlich dann nach der Zurückstufung die einzige noch mögliche Alternative sein. Und dann ist nur Zeit verloren und es hat noch mehr Nerven gekostet, wegen des erneuten Klassenwechsels. Dann doch lieber gleich, oder?

Viele Grüße

von FelixMum - am 15.02.2006 08:34
Hallo Felixmum!

Du siehst das Ganze aus der Sicht einer Grundschulmutter. Auf dem Gymnasium ist aber einiges etwas anders. Meine Tochter mach gerade in den "Nebenfächern" oft ganz andere Dinge als im vergangenen Jahr. Es wird nicht alles nochmals durchgekaut. Dazu kommt wirklich, dass sie sich in der neuen Klasse besser aufgehobenfühlt. Und das ist wichtig. Du schreibst ständig davon, dass ihr in der Umgebung keine Gleichgesinnten habt. Ich denke, darüber seid ihr schon unglücklich. Kannst du dann nicht verstehen, dass ein Kind neben dem Schulstoff auch Freunde in der Klasse vbraucht. Das gilt besonders für sozial eingestellte Mädchen.

Zitat

Eine Schule, die sich dadurch auszeichnet, dass dort nicht einmal der Direktor Wesentliches vom Unwesentlichen unterscheiden und seine Leute und Schüler im Griff halten kann, ist keine gute Schule. Deine Tochter wird dort auch in Zukunft nicht glücklich werden können, wenn diese Grundhaltung dort weiter besteht und keine schnelle grundlegende Verbesserung in Aussicht ist.

Eine Schulleitung kann auch nicht hellsehen. Bis herauskommt, dass in einer Klasse gemobbt wird, das dauert. Und dann kann man nicht alle Schüler herausschmeißen und die Lehrer austauschen. Das ist einfach unmöglich. Auch an einer eigentlich guten Schule kann es einmal solch eine ungünstige Konstellation geben.
Wer verspricht, dass es an einer anderen Schule besser ist? Der jetzige Schulleiter, der die situation kennt, wird versuchen, den Ruf der Schule zu retten und das Kind in eine "gute" Klasse zu stecken. Das interessiert eine andere Schule nicht.

@Ulli:

Ich verstehe schon, dass deine Tochter nicht klein beigeben will. Aber klärt alles so mit der Schule ab, dass sie zumindest schon einmal in die neue Klasse hineingeschnuppert hat. Wenn ihr wollt, dass sie wechselt, dann macht ihr klar, dass ein Wechsel nach den Sommerferien immer wie Sitzenbleiben aussieht. Und wenn sie sowieso wechseln will, dann ist es doch sinnvoll es jetzt (oder zu den Osterferien) zu tun.

Wenn sie sich an der Schule grundsätzlich wohl fühlt würde ich sie dort lassen.

Marion

von MarionPE - am 15.02.2006 13:20

Re: @MarionPE

Hallo Marion,

dass du mir die ausschließliche Perspektive der Grundschulmutter zubilligst, finde ich großartig. Ich bin übrigens sogar selbst einmal in ein Gymnasium gegangen und kann mich sogar noch ganz gut daran erinnern. Ich war sogar mal ein Mädchen, selbst früh eingeschult und immer lieber mit älteren zusammmen als mit Gleichaltrigen, mit denen ich nur wenig anfangen konnte, weil ich sie meist für kindisch hielt. ;-)

Zitat

Eine Schulleitung kann auch nicht hellsehen.
Das nicht, aber wie ich Ulli verstanden habe, herrschen dort Zustände, bei denen (ich zitiere Ulli selbst) der Direktor wohl gar nicht einmal Selbstverständlichkeiten kennt oder sie an seiner Schule durchzusetzen weiß:
Zitat

„Es geht darum, dass die Lehrer hinsehen und bei Gewalt sofort eingreifen. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit ..... sollte man meinen. Damit dies an unserer Schule eingeführt werden kann, müssen noch einige Lehrer und der Direktor überzeugt werden. Es funktioniert nämlich nur, wenn alle davon überzeugt sind und auch mitmachen."
Das finde ich mehr als bedenklich, wenn der Fisch so arg vom Kopfe stinkt. Denn das sind sehr wohl Selbstverständlichkeiten und hat mit Hellseherei nichts zu tun - sondern mit Führungsqualität. Die ist dort wohl nicht vorhanden.

Und diese Form der schlechten Schulleitung gibt es sowohl in Gymnasien als eben auch an Grundschulen, wie der unsrigen. Da geht es fast genauso zu. Nur passen wir auf wie die Schießhunde, zitieren ab und zu mal aus dem Schulgesetz, machen schriftliche Eingaben wenn es nötig ist und sind sicher entsprechend unbeliebt - aber so lange unser Kind geschützt ist, geht es noch. Außerdem haben wir es ja auch bald hinter uns, im Sommer 2007. Aber in einer 6. Klasse hat man auf diese Weise noch gute 6,5 Jahre vor sich. Mindestens.

Ich würde weder mir selbst noch dem Kind solches antun und auf diese Flachpfeifen von Lehrern und Direktor pfeifen.

Viele Grüße

von FelixMum - am 15.02.2006 14:57

Re: @MarionPE

Hallo Felixmum!

Sieh doch mal die Realität. Ein Schulleiter hat in erster Linie die Aufgabe, die Schule nach außen hin zu repräsentieren. Wenn er Schüler kritisiert, dann hat er gleich Eltern auf der Matte stehen, die ihm mit irgendwelchen Paragraphen kommen. Lehrer kann er zwar kritisieren, aber das Ergebnis ist, dass sie über Stress klagen und krank werden - Stundenausfall, da stehen schon wieder die Eltern auf der Matte. Los wird er die Lehrer sowieso nicht, das entscheidet jemand ganz anderes, welcher Lehrer wo arbeitet. Was soll der arme Mensch also machen?

Übrigens: An der Grundschule meiner Kinder ist nicht die Person Schulleiterin geworden, die am Besten für die Kinder ist. Es ist diejenige geworden, die sich am Besten im Verwaltungsrecht auskennt, damit sie den Eltern, die immer mit Paragraphen auf der Matte stehen entsprechen kann. Die Menschen dahinter sieht so ein Mensch nicht, ist aber auch nicht notwendig. Unsere Schulleiterin kann sich noch nicht einmal entscheiden, ob die Lichter rechts oder links in der Klasse angestellt werden, darüber gibt es keine Regel. Aber bald wird sie auch dafür eine Regel aufstellen und darauf beharren. Manchmal sollte eine Entscheidung zum Wohl des Kindes auch ohne gesetzliche Rücklage gefällt werden, aber wenn m,an immer Angst haben muss, dass einem die Eltern mit den Paragraphen im Nacken sitzen, dann muss eben ein Kind leiden.

Denk bitte mal daran, dass sich Schulen austauschen. Es gibt Konferenzen mit Grundschulen und Gymnasien.... Den Gymnasiallehrern wird schnell auffallen, dass die Grundschullehrer ein nervöses Zucken bekommen, wenn die Rede auf euer Kind kommt.

Ich wünsche euch, dass ihr nie in die Verlegenheit kommt, dass bei euch großzügig zum Wohl des Kindes entschieden wird, denn, ehrlich gesagt, ich wüsste nicht, ob ich das bei euch als Schulleiterin könnte, oder ob ich dann auch die Gesetze wortwörtlich nehmen würde.

Marion

P.S. Wie gesagt, ich würde gerne mal mit dir Kontakt haben, wenn dein Sohn so 15/16 ist. Darauf wäre ich echt gespannt.

von MarionPE - am 15.02.2006 17:48

Re: @MarionPE

Hallo Marion,

wenn das so ist, würdest du also glatt befürworten und toll finden, was mir kürzlich eine Lehrerin dort ins Gesicht sagte, als ich mich bei ihr darüber beschwerte, warum sie uns Eltern nicht davon informiert hat, als Felix in ihrem Unterricht über einen Stuhl stolperte und mit der Schläfe ungebremst aufs Pult knallte. Er muss wohl so benommen gewesen sein, dass er uns davon nichts erzählte, aber 3 Tage später bekam er rasende Kopfschmerzen und es war ihm übel - wir konnten es uns nicht erklären. Wir zum Arzt, ihn gefragt, was los war, woher und wie. Verdacht auf Gehirnerschütterung, 5 Tage krank. Super oder? Es hätte auch eine Gehirnblutung sein können, verstehst du?? Und das Gehirn meines Kindes ist mir wesentlich mehr wert als das der Lehrerin (die sowieso keines hat)!

Weißt du, so ein Satz wie "ach, so schlimm war es doch gar nicht, wir haben einen Eisbeutel drauf getan" - da gehe ich hoch. Sie hat das nicht zu entscheiden, sie ist kein Arzt. Und ebensowenig hat sie dem Kind dann die Entscheidung zu überlassen, ob sie uns Bescheid geben soll. Genau das hat sie nämlich getan. Bei sowas gehe ich echt hoch.

Über jeden Scheiß machen sie Meldung oder lassen die Kinder petzen und den Klassenrat einberufen wenn einer gepupt hat, aber wenn es wirklich wichtig ist, keinen Ton.

Weißt du, das ist mittlerweile überall so, die Leute wissen überhaupt nicht mehr das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden. Und was mein gutes Recht ist, das nehme ich wahr. Und der Verwarnung auf verletzte Aufsichtspflicht folgt beim nächstn Mal eben die Dienstaufsichtsbeschwerde.

Ja wo simmer denn??

Und genauso ist das auch bei Gewalt auf dem Schulhof. Genau dasselbe. Warum sollte man sich das denn bittschön bieten lassen?

Viele Grüße

von FelixMum - am 15.02.2006 19:26

Re: @MarionPE

Hallo Felixmum,

wenn die Schulsituation deines Sohnes wirklich so drastisch ist, wie du beschreibst, dann verstehe ich nicht, wieso ihr diesen Ort nicht verlässt.
Keine Umstände könnten mich zwingen, mein Kind einer derart unfähigen Umgebung über Jahre auszusetzen. Ich würde alles daran setzen, von da wegzukommen.

LG Katja

von Katja Stein - am 16.02.2006 07:02

Re: Mobbing an der Vorzeigeschule - aktueller Fall

Hallo Ulli,

um dir vielleicht mal einen Eindruck davon zu verschaffen, was in Berlin sogar an einer "Schule mit Courage" mit tollem Pädagogikprogramm und Anti-Gewalt-TRaining kürzlich passiert ist, hier ein ganz aktueller Artikel, gerade von heute:

"Du bist nachher tot"
[www.welt.de]

Diese Eltern haben ALLES getan, wozu sie berechtigt und verpflichtet waren, nichts hat geholfen, weil die Lehrer total unfähig waren, sich gegen diese mickrigen Würstchen durchzusetzen. Nachher beklagen sie nur einen "bedauerlichen Einzelfall". Das SIND aber keine Einzelfälle mehr!

Und was taten Sie am Ende? Sie nahmen das Kind von der Schule, erlösten es von dem Leiden.

Es muss ja bei euch nicht so weit kommen. Aber ich würde mir das auch überlegen, wenn eine solche Null eure Schule leitet, die erst noch von einem Antigewaltprogramm überzeugt werden muss, das hier sogar schon vorhanden war und auch nichts nutzte.

Übrigens würde ich an deiner Stelle auch überlegen, die Sache publik zu machen, wie diese Eltern auch. Tut euch mit den anderen Eltern der gemobbten Kinder doch mal zusammen oder wenn die auch kuschen, dann meldet es der Presse. Vielelicht hilft das noch was.

Deine Tochter muss wissen, dass sie das nicht verheimlichen darf, weil das auch wichtig für die anderen gemobbten Kinder ist. Sie ist nicht allein mit dem Problem und darf es nicht bleiben. Sie ist OPFER, nicht Täter.

Viele Grüße

von FelixMum - am 16.02.2006 07:44

Re: @Katja

Hallo,

Zitat

wenn die Schulsituation deines Sohnes wirklich so drastisch ist, wie du beschreibst, dann verstehe ich nicht, wieso ihr diesen Ort nicht verlässt
. weil wir nicht im Wohnwagen wohnen, deshalb.

Diese Schule ist schon die für ihn "nicht zuständige", die seine frühere Einschulung bewilligte. Man kann froh sein, überhaupt eine Wahl gehabt zu haben. In ländlichen Gebieten gibt es nicht fünferlei Grundschulen zur Auswahl. Außerdem wäre es woanders nur dasselbe in grün, siehe mein Posting an Ulli weiter unten wegen des Mobbings an einer Berliner Gesamtschule, ganz aktueller Fall. Ist doch heute egal, wo du wohnst, ist überall mehr oder weniger dasselbe.

Die Lehrer sind doch nur ein Spiegelbild der Gesellschaft, haben doch mmit den Eltern auch dasselbe Schulsystem mit Weichspülpädagogik durchlaufen. Weder Eltern noch Lehrer wissen doch heute mehr Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.

Wir halten von unserer GS rein gar nichts, weder fachlich noch persönlich, aber das Kind kommt noch ganz gut klar und muss da eben durch. Bei solchen Fällen wie den erlebten greifen wir auch SOFORT ein und warten eben nicht, bis noch irgendwas passiert. Damit funktioniert es, nur damit. Dann merken sie, oha, die Eltern passen auf, wir können nicht einfach tun was wir wollen. Wir stehen unter Beobachtung. Und diese Eltern sind nicht blöd, kennen sogar ihre Rechte.

Denn es ist ja egal, ob wir etwas tun oder nicht handeln - unser Kind wird dort sowieso immer ein außenseiter für die Lehrerinnen sein, mit dem sie nichts anfangen können. Also tun wir lieber etwas und sagen ab und zu mal "so gehts nicht, liebe Leute - nicht mit uns". Das ist alles, was man tun kann. Wegziehen können wir momentan nicht, da wir auch noch eine ältere Angehörige pflegen. Da kannst du nicht einfach sagen, und Tschüss, wir gehen.

Selbstverständlich würde ich das Kind von der Schule nehmen, wenn sich die Lage so gestalten würde wie in dem Berliner Fall. Ich würde wahrscheinlich nicht mal den Zirkus mit Jugendamt etc. machen, das sind doch dieselben Weichspülpdagogen wie alle anderen. Für die Privatschule würde ich Beihilfe beantragen und Strafanzeige gegen diese Schule erstatten. Oder ich würde Fernschule beantragen, irgend sowas.

Also wenn du nicht in einem Wohnwagen lebst, kannst du dir deine Frage sparen.

Viele Grüße

von FelixMum - am 16.02.2006 07:58

Re: @Katja

Hallo Felixmum,

Zitat

Also wenn du nicht in einem Wohnwagen lebst, kannst du dir deine Frage sparen.




Nein, wir leben nicht in einem Wohnwagen, sondern in einem Haus, das wir nun wieder verlassen werden (mit dem ganzen riesigen Aufwand, der dazugehört) weil das Dorf-und Landleben für zugezogene Städter ziemlich hart ist.
Man kann den Stall ,in dem man lebt, ausmisten, verlassen oder auf dem Mist hocken bleiben. Ich bevorzuge in unserer aktuellen Situation die zweite Version.

LG Katja

von Katja Stein - am 16.02.2006 08:24

Re: @Katja

Hallo Katja,

ich muss dir recht geben. Wichtiger als Besitz sind mir immer noch die Personen mit denen ich zusammen lebe.

Hallo Felix Mum,

auch wir wohnen im ländlichen Bereich und auch nicht im Wohnwagen. Wohnen im eigenen Haus. Das kann man verkaufen, sich ein neues kaufen. Ziehe ich zwei Orte weiter, ist eine andere Schule zuständig. Wenn alle Lehrer eurer Schule so unfähig sind, wäre es eine Überlegung wert.

von Pauline - am 16.02.2006 08:28

Re: @MarionPE

Hallo Felixmum!

Wenn dein Sohn wirklich so auf den Stuhl knallte, dann ist das hart. Aber: Hat die Lehrerin es gesehen? Ich erkläre nämlich manchmal Kindern etwas und sehe dann nicht unbedingt, was Kind XY gerade macht. Wenn man Kinder fragt, dann ist es bei den meisten nicht so schlimm. Was meinst du, wie viele Eispacks an manchen Tagen in der Schule verteilt werden? Ein Lehrer muss immer aus der Situation entscheiden. Wenn wir jedes Kind abholen lassen würden, dann wären die Klassen ab der 2. großen Pause leer. Normal wäre allerdings ein Hinweis an die Eltern gewesen: "Ihr Kind ist gefallen, bitte beobachten Sie es".

Übrigens: Petzen ist bei mir im Unterricht nur erlaubt, wenn es "um Leib und Leben" geht. Dieses "Der hat ein schlimmes Wort zu mir gesagt" macht mich wahnsinnig und viele andere Lehrer auch.

Ich arbeite an einer Schule Grundschule und Hauptschule in einem Gebäude. Natürlich gibt es mal Rempeleien zwischen den Kindern. Na und? Das gehört dazu. Du willst doch auch keine Schmusepädagogik, oder? Ich glaube, bei Schlimmerem würde auch kein Lehrer wegsehen, aber ein Streit muss auch mal beendet werden. er kann nicht immer durch Erwachsene abgebrochen werden

Mein Rat an dich: Tue dich endlich mit Frau "Lehrerhasser" zusammen und gründet einen Club. Eine Frau, die ihr viertes Kind nach den Erfahrungen immer noch an derselben Schule anmeldet, ist meiner Meinung nach selber schuld.
Oder: Versuch auch mal etwas Positives an den Lehrern zu finden. Erstens sind nicht alle so und zweitens: Wenn sie so sind, dann haben sie auch ihre guten Seiten, man muss sie nur sehen wollen.

Marion

von MarionPE - am 16.02.2006 13:11

Re: @MarionPE

Zitat

Hat die Lehrerin es gesehen?
Offenbar. Sonst hätte sie mir gegenüber ja nach 1 Woche nicht so reagiert "ist der Felix wieder gesuuuundd?" (mit einer Dreiklang-Terz am Ende gesungen, wie hier in Hessen üblich)

Zitat

Normal wäre allerdings ein Hinweis an die Eltern gewesen: "Ihr Kind ist gefallen, bitte beobachten Sie es".
nichts Anderes hätte ich erwartet. Nichts Anderes. Aber nicht mal das kommt - geschweige denn eine Entschuldigung bei diesem Versäumnis. man entschuldigt sich doch nicht bei Eltern.

Zitat

Natürlich gibt es mal Rempeleien zwischen den Kindern. Na und? Das gehört dazu.
Eben genau das ist ja der Punkt. Die Leute sind nicht mehr in der Lage, das Eine vom Anderen zu unterscheiden. Eine Rempelei ist eine Rempelei. Und Mobbing ist Mobbing. Wenn aber ein Junge einen anderen rempelt, wird das gepetzt und der andere ist plötzlich "gewalttätig" und es muss ein Therapieprogramm gestartet werden. Die sind doch alle völlig bekloppt. Was lernen die Kinder dabei? Alles melden, möglichst jeden Pup, und wenn was Schlimmes passiert, am besten wegschauen. Die Lehrer machen es doch so vor.

Zitat

Mein Rat an dich: Tue dich endlich mit Frau "Lehrerhasser" zusammen und gründet einen Club.
Das vielleicht nicht, aber ich werde mal mir ihr darüber reden, was man für eine bessere Lehrer-Eltern-Kommunikation tun kann. Schließlich kann man auch mal Kurse dazu anbieten. Die sind momentan sehr gefragt. So wie die Lehrerhasserin.

Zitat

Erstens sind nicht alle so und zweitens: Wenn sie so sind, dann haben sie auch ihre guten Seiten, man muss sie nur sehen wollen.
Dass nicht alle so sind, weiß ich auch. Und bei letzteren wäre es eben gut, wenn sie sie auch zeigen würden. Dann könnte man sie besser sehen. ;-)

Viele Grüße

von FelixMum - am 16.02.2006 14:53

Re: @Katja

Hallo,

Zitat

Man kann den Stall ,in dem man lebt, ausmisten, verlassen oder auf dem Mist hocken bleiben.
Oh na klar, und die Oma gleich mit dort auf dem Mist allein hocken lassen.

Schön für dich und Pauline, dass eure Häuser schon so gut abbezahlt sind, dass man sie jetzt gut verkaufen kann. Uns würde ein vorzeitiger Verkauf derzeit noch völlig ruinieren. Und wir kriegen nicht mal eine Rente mit 67, wir kriegen gar keine, weil wir selbstständig sind.

Die Existenz muss schon zuerst gesichert sein, denke ich. Und wenn man das erwähnte Hellsehen von Marion hier anbringt: Nein, man kann tatsächlich nicht hellsehen, wenn man mit einem 1jährigen Kind ein Haus kauft und umbaut, in welcher geistigen Umgebung man gelandet ist, wenn die Landschaft, Luft und Infrastruktur eigentlich perfekt sind. Auch für Städter.

Wie schon gesagt, woanders ist die Schule nur grün angestrichen. Am Beispiel dieser Mobbing-Schule in Berlin sieht man ja, was eine so genannte Vorzeigeschule leistet. Sicher sind viele Eltern extra dorthin gezogen, weil die so toll sein sollte. Nein, da pflege ich lieber meine Vorurteile weiter und lasse mich bei Gelegenheit positiv überraschen. Dann ist die Enttäuschung nicht so groß.

Viele Grüße

von FelixMum - am 16.02.2006 15:09

Re: @Katja

Hallo Felix Mum,

ich glaube bei deiner Einstellung, würde auch ein Umzug, egal wohin, nichts nutzen. Alle Lehrer über einen Kamm zu scheren ist sehr einfach. Und bevor du fragst: Nein, ich bin keine Lehrerin. Aber bei 3 Kindern, davon 2 in der Schule habe ich die Erfahrung gemacht, dass an jeder Schule "gute" und "schlechte" Lehrer sind, und wenn man dann noch verschiedene Eltern fragt, jeder einen anderen für gut oder schlecht hält. Je nach Kind und Ansicht darüber was "pädagogisch wertvoll" ist. Mobbing kann übrigens auch überall vorkommen, da können die Lehrer noch so gut sein.

von Pauline - am 16.02.2006 17:00

Re: @Katja

Zitat

...da pflege ich lieber meine Vorurteile weiter.. .

genau so stelle ich mir das vor.

Marion

von MarionPE - am 16.02.2006 17:01

Re: @MarionPE

Hallo Marion,

wieso habe ich bei dir nie die Chance, dass du meinen so kurzen Satz zu Ende liest?

Zitat

und lasse mich bei Gelegenheit positiv überraschen. Dann ist die Enttäuschung nicht so groß.


Komisch, oben geht es einer Tomate um Sprachhygiene, und hier kann jemand einen Satz nicht zu Ende lesen. Das ist schon seltsam, komischer Verein hier.

Jetzt hab ich erst mal keineLust mehr.

Schönen Tag noch.

von FelixMum - am 17.02.2006 10:47
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