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Forum Hochbegabung bei Kindern
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
DH, Etu, Tomate, FelixMum, minjong

Hilfe meine Tochter (13) ist HB

Startbeitrag von DH am 14.02.2006 10:28

Hallo Leute,
seit Donnerstag haben wir das Ergebnis IQ 132.
Ich bin mit unserer Tochter, wegen Problemen in der Schule und auch ihrem Verhalten in der Familie, zum Psychologen gegangen. Ergebnis nur pubertäres Verhalten alles relativ normal. Es wurde aber noch ein IQ Test gemacht mit genanntem Ergebnis.
Dieses Thema ist für mich ganz neu, nur am Rande hat man schon mal was davon gehört. Jetzt wissen wir nicht damit unzugehen. Freunde und Verwandte reagieren meist komisch (wobei ich es nur wenigen gesagt habe).
Unsere Tochter besucht die Realschule (Klasse 7) mit normalen Noten (Durchschnitt 2,8), sie hat aber einen großen Gerechtigkeitssinn, so muß sie mit den Lehrern diskutieren (über alles Mögliche), beteiligt sich nur schlecht am Unterricht ("Bin ja kein Streber), schreibt mal eine 1 und dann eine 5. Laut ihrer KL könnte sie ohne Probleme überall 2 stehen.
Seit dem Ergebnis ist sie viel umgänglicher geworden, lacht mehr, lernt freudiger und ist einfach gelöster.

Ich habe viele Fragen, hier ein Auswahl:
- Sag ich es der Klassenlehrerin?
- Wie geht man mit solchen Kindern um?
- Muss, kann, soll ich sie fördern, wenn ja wie?

Gruss DH

Antworten:

Ich habe zwei hb-Kinder, mein Sohn ist gerade 14 und meine Tochter ist 12,5.

Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass es den Kindern sehr gut tut, von ihrer HB zu erfahren. Es ist einfach gut für ihr Selbstbewußtsein. Ich kann mir gut vorstellen, dass du selbst im ersten Augenblick eine große Verantwortung spürst, aber sie ist ja die selbe Person wie vorher. Und noch etwas: sie hat ihre Begabung ja wahrscheinlich geerbt - von ihren Eltern! Also, keine Angst vor der HB. Sicher passt sie sehr gut in eure Familie! :)

>Sag ich es der Klassenlehrerin?<
Der Lehrerin würde ich nichts sagen, wenn es nicht notwendig ist. Lehrer kriegen das oft in die falsche Kehle. Sie denken manchmal, man wolle eine Extrawurst für das Kind, oder sie zweifeln die HB an.

>Wie geht man mit solchen Kindern um?<
Ganz normal! Bloß nicht zuviel erziehen. ;)

> Muss, kann, soll ich sie fördern, wenn ja wie?<
Sieh nur zu, dass du sie nicht bremst, einschränkst oder behinderst. Sie wird schon sagen, wenn sie von dir etwas will. Mit 13 ist sie ja schon eine Jugendliche.

LG, minjong

von minjong - am 14.02.2006 11:02
Hallo

Zitat

Seit dem Ergebnis ist sie viel umgänglicher geworden, lacht mehr, lernt freudiger und ist einfach gelöster.
na dann ist doch das ein wunderbares Resultat aus dem Test! Und wenn es nur das war, das hat sich doch schon gelohnt. Herzlichen Glückwunsch!

Auf deine Fragen
Zitat

Sag ich es der Klassenlehrerin?
- Wie geht man mit solchen Kindern um?
- Muss, kann, soll ich sie fördern, wenn ja wie?
würde ich meinen, es der KL zu sagen ist nicht unbedingt nötig, wenn deine Tochter insgesamt zufrieden ist. Gibt es an eurer Schule Fördermaßnahmen, so wäre das etwas Anderes. Auch, wenn die KL bereit ist, das Mädchen besser zu verstehen und zu fördern, wenn du schreibst:
Zitat

Laut ihrer KL könnte sie ohne Probleme überall 2 stehen.

Dann solltet ihr diese Möglichkeiten wahrnehmen, wenn das Mädchen das will und auch die KL einschalten. Deine Tochter ist 13 und kann jetzt schon viele Dinge selbst in die Hand nehmen. Das betrifft auch die Förderung - ihre Interessen werden sich doch inzwischen schon gebildet haben, oder nicht? Also dann dort weitermachen und ihr alles geben, was sie verlangt. Bloß nicht ausbremsen.

Ansonsten wäre die Frage nach dem Übergang ins Gymnasium zu stellen: Wenn sie jetzt freudiger bei der Sache ist, sieht das nach einer höheren Motivation aus. Warum sollte sie mit dieser Intelligenz nur die mittlere Reife machen? Sprich mal mit ihr darüber, ob sie sich mehr zutraut. Hauptsache ist, ihr ELTERN traut es ihr zu und bestätigt sie darin. Je größer die Motivation, umso besser werden auch die Leistungen. Und umso größer nachher die Chance auf ein gutes Abitur, auf das sie stolz sein kann und nach dem ihr alle Wege, auch zum Studium, offenstehen.

Zur Lektüre ins Thema gibt es inzwischen eine Menge guter Bücher, ich habe mal das "Hochbegabte Kinder" von Aiga Stapf gelesen, das setzt aber etwas Psychologiekenntnisse voraus, wegen der Fachsprache. Es gibt sicher noch andere, lies dich doch mal auf der Kaskade-Webseite ins Thema ein oder über HB-Vereinigungen. Die stellen alle möglichen Infos kostenlos ins Netz.

Viele Grüße, weiterhin alles Gute und noch mehr Freude und Motivation für deine Tochter!

von FelixMum - am 14.02.2006 11:34
Hallo FelixMum,

danke für die Antwort.

Leider haben sich bei unserer Tochter noch keine besonderen Vorlieben entwickelt, wir leben in einer Kleinstadt, so dass das Angebot auch nicht sehr groß ist. Ich habe sie zu einem Philosophie Kurs für begabte Kinder angemeldet (schon bevor das Ergebnis klar war), weil sie alles hinterfragte usw.. Erst wollte sie auch gerne gehen (der Kurs beginnt im März) jetzt möchte sie eher nicht mehr hin. Ich werde sie trotzdem erst mal überreden und sie hinbringen.
Ausbremsen brauche ich meine Tochter nicht, ich glaube ich muss die eher anschubsen. Dies möchte ich aber auch nicht aufdringlich machen nur ein wenig die Möglichkeiten aufzeigen.
Als sie das Ergebnis hatte, war einer ihrer ersten Kommentare, dass sie nicht die Schule wechseln wolle. Die Noten sind ja auch nicht so gut, dass das unbedingt angesagt ist.
Ich hoffe auch, dass ihre jetzt 5 Tage andauernde "gute Laune" nicht wieder umkippt und sie wieder zu dem pubertierenden Mädchen wird, was keinen an sich rankommen lässt.

Gruss DH

von DH - am 14.02.2006 15:18
Hallo minjong,

danke für die beruhigenden Antwort, also abwarten und Tee trinken (ich möchte sie trotzdem gerne etwas anschubsen, siehe mein Schreiben an FelixMum).
Ich werde jetzt erst mal Bücher bestellen um mir ein genaueres Bild von HB machen zu können.
Da unsere Tochter in der Schule nicht zufrieden ist, habe ich es gestern doch der Lehrerin gesagt. Die KL war eigendlich sehr aufgeschlossen, hat aber selber auch keine Erfahrung mit dem Thema.
Um mich selber "Schlau zu machen" habe ich einen Termin beim Schulpsychologen gemacht, die wollten meine Tochter erst noch einmal Testen. Ich habe abgelehnt, was haben wir davon, nur noch ein Testergebnis. Oder?
Alles was ich mache, möchte ich für unsere Tochter erst mal im Hintergrund lassen. Ich kann mir vorstellen, dass Kinder denken man erwarte ab jetzt nur noch Höchstleistungen von ihnen und das tut bestimmt nicht gut.

LG
DH

von DH - am 15.02.2006 08:49
Toll wäre es, sie würde in irgendeinem Zusammenhang (vielleicht im Philosophie-Kurs) die Erfahrungen machen können, daß Leistung ihr Spaß bringt...
Ansonsten ist Erwartungsdruck sicher nicht angemessen. Gibt es im Freundeskreis oder Familienkreis eine/n erwachsene/n Vertraute/n? Gerade wenn jetzt auch Pubertät angesteht, könnte auf Leistungserwartungen der Eltern mit Leistungsverweigerung reagiert werden. Eine Vertrauensperson könnte viel unverfänglicher mit der Tochter erörtern, welche Chancen in einer genutzten Begabung stecken.

von Tomate - am 15.02.2006 14:01
Leider hat unsere Tochter keine Vertrauensperson (außer ihren auch pubertierenden Freundinen). Ich habe das Gefühl die stacheln sich gegenseitig, mit ihrem Schimpfen auf die Schule, auf.

Unsere Tochter hat den CFT20 Test gemacht. Wie ich bei weiterem Stöbern im Internet herausgefunden habe, ist dies nur ein sehr allgemeiner Test und nur im Zusammenhang mit einem anderen Test gültig. Habe ich das richtig Verstanden?
Sie ist ein Jahr später eingeschult worden (Sie wollte auf keinen Fall zur Schule. Im Kindergarten hat sie noch nicht altersgerecht gespielt. ) Aufgrund dieser Diaknose durfte sie noch im Kindergarten bleiben und mußt nicht zur Vorschule. Der testende Psychologe sagte jetzt ein spezieller Test für ihre Altersstufe würde durch ihre späte Einschulung verfälscht, da er davon ausgehen würde sie währe einmal sitzen geblieben. Deshalb machte er nur den CFT20.
Was habe ich von diesem CFT20 Test zu halten? Ist das Ergebniss real? Muss sie doch noch mal speziell getestet werden (Kosten 100,- bis 150,-¤ da die Kasse den anderen Test schon bezahlt hat)?
Aber warum wird der Test, laut Aussage des Arztes einmal verfälscht und jetzt kann sie doch den anderen Test machen?

LG
DH

von DH - am 16.02.2006 11:23
CFT 20 gilt erst ab 8,7 Jahre- 18 Jahre und nur im Zusammenhang mit weiteren Tests wie KFT, CPM, WSS oder ZF.
Siehe auch
[www.hbf-ev.de]
unter "Testverfahren"
Bei meinem Sohn wurde im zarten Alter von 6,2 Jahren auch dieser Test gemacht und es kam nur 119 raus. Die 2. Schulpsychologin, die dann richtig mit Hawik III getestet hat, wies mich darauf hin und meinte, der CFT 20 entspräche nur etwa dem Handlungsteil bei Hawik III.

von Etu - am 16.02.2006 14:03
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