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Forum Hochbegabung bei Kindern
Beiträge im Thema:
7
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
anonym, Etu, carola, ankaflojo

Ich weiss nicht mehr weiter

Startbeitrag von anonym am 15.02.2006 18:43

Hallo,

mein Sohn ist in der 6. Klasse ( Realschule ). Das letzte Zeugnis war eine Katastrophe; Englisch 5, Mathe 4, Deutsch 4. Ein Familienpsychologe hat ihn getestet. Das Ergebnis: Er fühlt sich Zuhause wohl, er geht gerne zur Schule, er neigt nicht zu Neurosen, er ist sehr ehrlich und auch Selbstbewusst. Ein Aufmerksamkeits- Belastungstest ist überdurchschnittlich gut ausgefallen. Der Psychologe sagte mir das 50 % der Durchschnitt ist. Mein Sohn hat 91,7% erreicht. Nach Meinung des Psychologen passt das nicht zu den Schulnoten. Das sind erst einmal die Fakten. Jetzt komme ich zu dem Interessanten. Mein Junge nimmt seinen Klassenlehrer nicht ernst, nicht das er frech ist, nein er macht den Clown. Ich habe ihn gefragt warum er sich so verhält, wo er doch ohne Probleme ein guter Schüler sein könnte. Er meinte zu mir das es uncool ist ein Streber zu sein. Wir üben Zuhause für Arbeiten, er bekommt Nachhilfe in Englisch ( da ist er der Beste ). Wir haben letzte Woche für einen Mathetest geübt, er konnte es. Nun hat er das Ergebnis. eine 5 +. Dabei war er sich so sicher es würde eine 2 werden. Ich habe mit seinem Lehrer gesprochen der mir gesagt hat das bei einem Notendurchschnitt von 4, 9 ( darunter haben , sage und schreibe, 14 Schüler eine 6 geschrieben ) mein Sohn gut abgeschnitten hat. Was soll man dazu sagen?
In einem anderen Telefonat , in welchem ich ihm die Ergebnisse des Psychologen erzählt habe, sagte er mir das er sich das gut vorstellen kann das mein Kind ein guter Schüler sein könnte und meinte nur das wir abwarten müssen wie sich mein Sohn entwickelt. Abwarten? Das ich nicht lache, ich soll abwarten und zuschauen wie mein Kind den Bach runter geht? Das kann es doch wohl nicht sein. Es muß doch Möglichkeiten und Wege geben ihn auf den richtigen Weg zu bringen. Es ist doch wohl meine elterliche Pflicht meinen Sohn auf den rechten Weg zu begleiten.
Kann mir irgendjemand helfen den richtigen Weg zu finden? Ich brauche ehrlich gemeinte Meinungen und Ratschläge und bitte keine bitterbösen Kommentare.

Gruß
anonym

Antworten:

Hallo,

ich weiß nicht wirklich wie oder was ich Dir raten kann...
Aber da sonst keiner schreibt versuceh ich es einfach mal!

Meine Tochter ist zwar erst 9Jahre alt, aber sie legt auch ein sehr sonderbares Verhalten an den Tag.

Sie könnte auch sehr viel mehr, laut den Lehrern und den Testergebnissen...

Bei ihr liegt eine LRS-Störung und sehr wahrscheinlich auch ein ADS vor...
Das soll nun um Himmels-Willen nicht heißen, das Dein Sohn auch eines davon hat!
Unsere Tochter kann sich einfach nicht konzentrieren, organisieren und ordnen....
Dies ist bei Deinem Sohn ja nun nicht der Fall.

Aber ich denke erst einmal mit Druck erreichst Du nichts...mal nebenbei angemerkt.

Auch wenn es schwer ist, die Schule muß er alleine meistern und die Verantwortung muß er auch selber ausbaden.... er kennt die Konsequenzen die folgen, wenn er weiter so macht und sich nicht anstrengt!
Also muß er sie tragen...auch wenn man als Elternteil da ganz heftig dran zu knabbern hat und wenn man es alles nicht mehr verstehen kann....(haben wir es immer so gemacht wie unsere Eltern es gerne hätten?)
Du kannst ihm helfen in dem Du ihm zeigst, das Du da bist und immer hinter ihm stehst....und vor allem auch dann, wenn er etwas macht, was Du absolut unmöglich findest... sagen solltest Du es ihm schon, aber ohne große Wertung die ihn diskreminiert.
Er kommt in die Pubertät...da ist es nicht verwunderlich das er in den Noten absackt...auch wenn es so heftig ist!

Er muß lernen seine Konsequenzen zu tragen!

Wenn nichts anderes vorliegt, immer unter diesem Aspekt!!

Ich weiß nicht, ob Dir dies nun sehr geholfen hat, aber das wäre meine Meinung...

LG
Iris

von ankaflojo - am 15.02.2006 22:48
Hallo!
Um ehrlich gemeinte Ratschläge und Meinungen geben zu können, müsste man erst mal genaueres erfahren, was das denn für Tests gewesen sein sollen.

Ehrlich gesagt kenne ich keinen Intelligenztest, bei dem 50 % Durchschnitt sein soll und wo es um Neurosen, Selbsbewusstsein, Ehrlichkeit und Belastungstests geht. Durchschnitt ist 100% bzw. ca. 90-110%. Ich dachte, vielleicht sollte es Prozentrang sein, aber auch dazu sind die Werte zu niedrig. Ein Armutszeugnis für den testenden Psychologen.
Hat er Dir die Ergebnisse schriftlich mitgegeben? Steht da was von Verbalteil und Handlungsteil und wie lange hat der Test gedauert? Was steht oben drüber?

Du schreibst: "Englisch 5 ... "er bekommt Nachhilfe in Englisch, da ist er der Beste"...Das passt ja wunderbar zusammen. Haben die anderen alle 6er?

Ich kann leider mit den Beitrag wenig anfangen, tut mir leid...sorry.

von Etu - am 15.02.2006 23:42
Hallo,

ich danke Dir für Deine Antwort. Ich habe den Eindruck das mein Sohn den Lehrer nicht ernst nimmt und wenn er auch nicht dumm ist, sich der Konsequenzen überhaupt nicht bewusst ist. Aber schön und gut, ich kann ihm keinen Lehrer backen. Es ist die erste Klasse des Lehrers und nach Erzählungen meines Sohnes und seinen Klassenfreunden können sie so einiges an Unsinn machen, also kurz gesagt, der Lehrer lässt sich auf der Nase herumtanzen. Ich habe die Schulfreunde meines Sohnes befragt wie sie den Lehrer sehen, sie waren sich einig das er von keinem der Schüler wirklich ernst genommen wird. Außerdem ist mein Sohn wirklich faul und tut nur etwas wenn er merkt das er nicht durch ein Schlupfloch flüchten kann.

Gruß
anonym

von anonym - am 16.02.2006 05:41
Hallo,

meine Tochter ist auch in der 6. Klasse allerdings im Gymnsium( sie selbst ist ein Jahr jünger als ihre Klassenkameraden).

Sie erzählte mir, dass es insbesondere bei den Jungs in ihrer Klasse eine rigurose Rollenaufteilung gibt, da sind z. E. die Streber und auf der anderen Seite die sogenannten "looser", die durch ihre Kaspereien und schlechte Noten auffallen. Diese Jungs fühlen sich in ihrer Rolle wohl und pflegen diese, das kommt, so habe ich gehört, bei vielen Mädchen auch gut an. Man kann das ganze auch pubertäres Imponiergehabe nennen.

So lange die Noten nicht völlig den Bach runtergehen und die Versetzung oder gar der Verbleib auf der Schule nicht völlig gefährdet sind, kann man mal eine Weile druberwegsehen. Vielleicht kannst du deinen Sohn dahingehend beeinflussen, dass er seine Kaspereien auf wenige Fächer reduziert, wäre ja schon mal ein Anfang, so dass sich seine Noten in den Hauptfächern ein bisschen erholen. Man muss ja in der 6. Klasse nicht unbedingt ein Einserzeugnis haben. Oftmals werden die Jungs später wieder vernünftiger und sehen den Zweck eines guten Zeugnisses ein. Ich habe noch den Spruch einer guten Bekannten im Ohr, die einmal von ihrem Mittleren hinsichtlich Zeugnis sagte: der kann im Moment nicht, der muss gerade pubertieren. Mittlerweile ein paar Jahre später ist er von 10/2 in 11/2 gesprungen.

Wenn er tatsächlich mehr kann als er zeigt, müsste er sich ja auch davon überzeugen lassen, dass er die Zeit , die er mit Nachhilfe verbringt, ja auch witziger gestalten kann. Vielleicht sind das Ansatzpunkte.

Liebe Grüße

Carola

von carola - am 16.02.2006 06:42
Hallo,

auch Dir erst einmal herzlichen Dank für Deine Antwort.
Ich habe den Psychologen aufgesucht nachdem mich der Lehrer kontaktiert hat um mir mitzuteilen das mein Sohn den Unterricht stark stört ( er macht einen auf Klassenclown ). Mir kam das sehr spanisch vor, da er sonst eher der Zurückhaltende in der Schule war. Ich wollte einfach nur wissen warum mein Sohn sich so verhält und ob es eine Möglichkeit gibt ihn die Ernsthaftigkeit der Schule klar zu machen. Der Psychologe suchte nach Hintergründen und mein Junge wurde nicht direkt auf Intelligenz getestet sondern der Psychologe wollte nur herausfinden was in meinem Sohn vorgeht. Er mußte uns als Tierfiguren malen und daraus konnte der Psychologe herausfinden das sich mein Sohn zu Hause wohl fühlt. Die Worte des Psychologen waren: Er fühlt sich geliebt, beschützt und geborgen. Warum er ihn auf Neurosen getestet hat kann ich nicht beantworten.
Dieser Aufmerksamkeits- Belastungstest ist nur ein Teil eines Intelligenztestes. Dabei kam heraus das er sich sehr gut, auch unter Belastung, konzentrieren kann.
Im Nachhilfeunterricht ist er der Beste. Die Nachhilfelehrerin sagt das mein Sohn die Grundkenntnisse beherrscht und das Eine oder Andere noch mehr verinnerlichen muß.
Er macht nichts freiwillig für die Schule. Die Hausaufgaben werden von ihm oberflächlich bearbeitet, nach dem Motto; ich will schnell fertig werden damit ich mich mit den wichtigen Dingen beschäftigen kann ( Freunde ).
Mir entkommt er nicht, er darf sich erst in die Freizeit begeben wenn die Hausaufgaben fertig, von mir kontrolliert und gegebenfalls von ihm korrigiert sind.
Die Fehler die er macht sind Flüchtigkeitsfehler.
Mein Sohn sagt das der Unterricht in der Schule stinklangweilig ist und er aufpassen muß das er dabei nicht einschläft.
Meine Meinung: Der Lehrer ist wirklich sehr langweilig, keiner nimmt ihn ernst weil er nicht konsequent ist. Bei Unruhen in der Klasse droht er ohne das etwas passiert. Außerdem wird er pink( nicht rot wie jeder normale Mensch ( sagt mein Sohn )) wenn er sich aufregt. Mich ruft er an um mir mitzuteilen das mein Sohn den Clown macht und dadurch erheblich stört und im gleichen Atemzug sagt er das es ja doch nicht sooo schlimm ist und wir einfach warten müssen wie sich mein Sohn weiterentwickelt. Dieser Mann weiß selbst nicht was er will und das spüren die Schüler und nutzen es schamlos aus indem sie ihm auf der Nase herumtanzen. Mittlerweile hat sich eine Gruppe von 9 Jungs in der Klasse gebildet die sich gegenseitig hochschaukeln und dadurch den Unterricht erheblich stören. Das hat er mir selbst erzählt mit dem Zusatz:Er wartet erst einmal ab wie sich das ganze entwickelt. Worauf wartet der Mann? Auf das absolute Chaos? Wenn es nicht schon da ist...
Die Kinder sagen das der Lehrer erklärt wie ein Professor, keiner versteht ihn. Auf Nachfragen der Schüler , weil sie ja nichts wirklich verstanden haben, kommt dann endlich eine kurze knappe Erklärung und die Schüler sagen dann zu ihm, warum haben Sie das nicht gleich gesagt.
Ich habe den Lehrer auch auf dies angesprochen und er meinte das er vielleicht zu viele Möglichkeiten erklärt. Diese Unsicherheit des Lehrers macht mich wahnsinnig. Außerdem habe ich ihm gesagt wie ihn die ( einige von mir befragten Schüler ( 5 ), die alle unabhängig von einander, mir gesagt haben das niemand den Lehrer wirklich ernst nimmt ) Schüler sehen. Seitdem ist er beleidigt. Freitag habe ich einen Termin beim Beraterlehrer was dem Klassenlehrer meines Sohnes gar nicht gefällt. Keine Ahnung was passieren wird. Ich möchte den Lehrer nicht für das Verhalten meines Sohnes verantwortlich machen, jedoch macht er es meinem Sohn verdammt einfach sich nicht konzentrieren zu müssen.
Hinzufügen möchte ich noch das mein 2 ter Sohn in der Schule überhaupt keine Probleme macht. Seine Lehrerin ist lieb, besitzt aber auch die Fähigkeit ihre Klasse ruhig zu halten. Mein 2ter Sohn hat in Englisch eine 1, in Sport und Kunst eine 3 und der Rest nur 2en. Er beendet im Sommer die GS und wechselt zum Gymnasium.

LG

von anonym - am 16.02.2006 07:39
Hallo ! Das klingt schon geordnerter und etwas nachvollziehbarer. Es ist schade, dass dieser Psychologe nur so halbe Tests gemacht hat. Und so richtig helfen seine Erkenntnisse auch nicht. Scheinbar habt ihr nicht Schriftliches, worauf Ihr Euch beziehen könnt. Wenn es bei Euch einen guten Schulpsychologen gibt, würde ich mal an ihn/sie wenden, das Problem bzw. die Probleme schildern und wenn es notwendig und gewünscht ist, geht er/ sie dann auch zum hospitieren in die Schule. Die Schulpsychologen können sich ein Bild machen und sie können auch richtige Tests machen, worauf man aber lange warten muss. Wenn man Glück hat, bekommt man dann noch Gutachten und Fördertipps mit auf den Weg, beziehungsweise es wird an die Schule geschickt.
Vielleicht hilft auch eine Ergotherapie. Das können auch nur Fachleute feststellen.
Es sieht sicher besser aus, wenn ein Psychologe, Schulpsychologe oder Beratungslehrer mit dem Klassenlehrer spricht. Dann ist er nicht gleich beleidigt und hört zu.
Wenn man noch nicht mal weiß, ob überhaupt eine Hochbegabung vorliegt, sollte man das abklären, um eventuelle andere Usachen für das Verhalten zu finden.
Das sollte man ihm auch klar machen, in seinem Alter müsste er schon verstehen, dass er sich so seine Zukunft verbaut.
Gruß

von Etu - am 16.02.2006 08:19
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