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Forum Hochbegabung bei Kindern
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E., FelixMum, A., carola, MichaelaM, MarionPE, Heike2, Tomate, Grit/USA, Barbaraelisabeth, mariastuart

Spezialschule ja oder nein?

Startbeitrag von E. am 20.02.2006 09:33

Mein Sohn ist 11 Jahre alt und besucht die achte Klasse eines Gymnasiums. Seine Noten sind sehr gut (Zeugnis 1,7) er hat Probleme weder mit Mitschülern noch mit Lehrern. Eigentlich alles in grünem Bereich. Nun er ist wirklich gut und er hat in den Olympiaden Mathe, Physik, Biologie, Chemie und Geographie die Landesrunden erreicht. Er sieht auch, dass die Schule nicht mehr das bieten kann, was er bräuchte. Die Schule gibt es auch offen zu. Es gibt bei uns auch Spezialgymnasium für Mathe und Naturwissenschaften. Diese Schule will mein Sohn haben. Er macht dort Korrespondenzseminar und auch die Vorbereitung für die Landesolympiaden, die landesweit eigentlich diese Schule organisiert. Er kennt also auch diese Schule ganz gut. Nur er wollte schon in der fünften Klasse dort wechseln. Der Schulleiter hat aber damals gesagt, dass er diese Schule besuchen darf, aber wegen seines Alters die fünfte wiederholen muss. Sohn hat so was abgelehnt. Jetzt hat sich mit seinem wissen und trotz seines Alters zwischen Leistungsstärksten des Landes durchgesetzt. Aber er mag den Schulleiter definitiv nicht.
Mein Sohn versteht nicht warum er für solche Schule Preise in Wettbewerben sammeln soll. Er sieht auch, dass es sehr schwierig ist, ohne diese Schule zu besuchen, die vordersten Plätze landesweit und/oder bundesweit zu belegen. Dazu kommt, dass diese Schule der Landesansprechpartner und Landeskoordinator bei allen Wettbewerben ist. Ohne die Anmeldung durch diese Schule läuft auf der Bundesebene einfach nichts.

Er meint, dass durch diese Vorgeschichte ihm nicht möglich ist, sich dort Wohlfühlen. In zwei Wochen ist die Aufnahmeprüfung. Was nun?

Antworten:

Hallo E.

irgendeinen Tod muss man sterben. Und so muss man dann einfach Prioritäten setzen, wegen irgendeiner Geschichte die jetzt auch schon etwas zurück liegt, sich die Zukunft zu verbauen, lohnt sich meiner Meinung nach nicht. Da muss man einfach auch mal über seinen Schatten springen. Wenn jemand seinen Fehler einsieht ( wir machen ja alle Fehler), sollte man ihm eine 2. Chance geben.

Anders sieht es aus , wenn man sich an der Schule i.A. nicht wohlfühlt. Aber so wie es verstanden habe, kommt er ja da bei der Vorbereitung auf die Olympiaden gut zurecht.

LG

Carola

von carola - am 20.02.2006 11:12
@Carola

leider es ist nicht nur die alte Geschichte.

Im September 2005 hat Schulleiter behauptet, dass mein Sohn nur mit 18 das Abi machen darf und die gymnasiale Oberstufe dabei nur einmal wiederholen darf. Dann ist er immer noch 17 und ohne Abi. Ich habe schriftlich von dem Kultusministerium, dass seine Aussage schlicht falsch ist. Ich könnte es auch anders nennen.

Im Dezember 2005 hat die Chemieverantwortliche meinem Sohn gesagt, dass er unbedingt ans Spezialgymnasium wechseln soll. Mein Sohn wollte über diese Frau eine Woche Probeunterricht vereinbaren. Antwort vom Schulleiter war: Den Probeunterricht wird nicht geben. Ich habe den Schulleiter persönlich letzte Woche zweimal gesehen, nur sprechen wir nicht miteinander.

Wenn mein Sohn der Erste ist, dann hängt am Schwarzen Brett im Spezialgymnasium entsprechende Zeitungsartikel mit Ausrufezeichen! Sonst mit dem Glückwunsch an dortige Schüler. Selber gesehen!

Bei den Kursen sind auch nicht alle Schüler eingeladen. Teilnehmen dürfen nur die besten 8 bis 10 aus Region.

Ich habe persönlich bei einer Preisverleihung von den Schülern des Spezialgymnasium gehört, die nicht so gut sind: Dass ist der zehnjährige, der in zwei Jahren Abi macht....

Wie das Ganze abläuft, dazu ein aktuelles Beispiel. Sohn hat am Samstag Post von dem Gymnasium bekommen. Neue Chemie Aufgaben und genaue Abfahrtdaten für die Landesolympiade am Freitag. Er bekommt die Informationen gar nicht von seiner Schule. Er fährt mit dem Bus, den das andere Gymnasium zahlt.

Es ist so, dass ich auch nicht weiß...

E.

von E. - am 20.02.2006 12:52
Hallo E.,

ein so junger Schüler, der gut integriert ist, gefördert wird (wenn auch nur im beschränkten Rahmen), dürfte ja schon eher eine Ausnahmesituation darstellen. Statistisch gesehen.

Eine solche Situation aus dem Gleichgewicht zu bringen - oder dieses zu riskieren - würde ich mir gut überlegen. Und wenn dann das Bauchgefühl - entnehme ich mal so Deinen Postings - ebenfalls dagegen ist, würde ich davon Abstand nehmen.

Und ob die andere Schule Deinen Sohn dann wirklich fördert oder wie lange die Lehrer das dort noch können, ist doch auch fraglich.

Gruss,
Heike

von mariastuart - am 20.02.2006 13:45
Äähh,

jetzt bin ich etwas verwirrt, ich dachte die andere Schule wollte Deinen Sohn gerne haben. Aber Abi machen soll er nicht. Probeunterricht ist auch nicht erwünscht, ebensowenig wie Gespräche, habe ich das richtig verstanden?

von carola - am 20.02.2006 14:22
Es ist schwierig mit der Schule. Mein Sohn soll natürlich Abi machen. Nur der Schulleiter versucht ihn zurückstufen. Würde mein Sohn jetzt die Siebte besuchen, wäre doch der Schulleiter voll zufrieden. Das hat er schon vor drei Jahren angeboten.

Stinknormale Probeunterricht, so wie sich es mein Sohn vorstellt, gibt es nicht und damit Basta.
Dafür gibt es Wintercamp. Vortrag vom Schulleiter. Moderierte Exkursion durch die Schule und spezielles Unterricht mit zehn Kandidaten in einer Klasse unter sich und Mittagessen inklusive. Alles perfekt organisiert. Nur nicht das, was mein Sohn sehen wollte.

Seit drei Jahren habe ich dort um kein Gespräch gebeten. Um das Gespräch im September 2005 hat der Schulleiter gebeten. Nur gleich am Anfang seines Monologes kam die Geschichte mit dem Abi. Dann war es vorbei.

Sonst ist mein Sohn nach seinen Leistungen korrekt behandelt. Da die Olympiade zwei Tage dauert, zahlt ihm die Schule zum Beispiel auch abends noch die Schwimmhalle. Oder als der Jüngste bekommt bei der Preisverleihung statt eines Buches gleich zwei. Das machen aber die Fachlehrer.

Mein Sohn macht Aufgaben die mit den Olympiaden zusammenhängen gewissenhaft. Das andere schmeißt zuerst in die Ecke. Dann irgendwann macht es doch.

Er hat natürlich die Einladung zur Aufnahmeprüfung und besondere Hausaufgaben bekommen. Wenn er keinen Widerstand leistet, ist nächstes Jahr drin.

Nur es ist für Ihn auch gut?

von E. - am 20.02.2006 15:49
Hallo E.,

ich denke Ihr solltet zusammen, mit Deinem Sohn, das Gespräch mit dem Schulleiter suchen, und erfahren unter welchen Bedingungen, Dein Sohn an der Schule aufgenommen wird.

Zusätzlich solltet ihr das Gespräch mit dem jetzigen Schulleiter suchen und Klassenlehrer suchen, um herauszufinden , was das Beste für Euern Sohn ist und ob er etwas hinsichtlich der Olympiaden zu befürchten hat, wenn er auf der jetzigen Schule bleibt.

Die Olympiaden sind das Eine, der ganz normale Schulalltag das Andere, Wichtigere. Es gibt keinen Grund Euren Sohn bei seinen Leistungen eine Klasse zurückzustufen, wenn er sich wohlfühlt. Andernfalls würde ich wohl auf der jetzigen Schule bleiben.

Liebe Grüße

Carola

von carola - am 21.02.2006 06:46
Hallo E.!

Im Allgemeinen empfehle ich Eltern bei der Schulwahl auf das Bauchgefühl zu achten. Wie ist es jetzt mit dieser Spezialschule?

Euer Kopf sagt, die Schule hat die richtigen Fördermöglichkeiten für euer Kind. Intellektuell gesehen ist es dort richtig aufgehoben.

Aber der Bauch sagt euch, der Schulleiter will ihn nicht. Zumindest nicht in der jetzigen Klassenstufe. Ich entnehme dem, was du geschrieben hast, dass du selber arge Bedenken gegen die Schule hast und dein Sohn sich auch nicht ganz sicher ist.

Ist es Fördeung, ein begabtes Kind zurückzusetzen? Ihr mögt den Schulleiter nicht, könnt ihr mit ihm zusammen arbeiten, wenn es mal möglich ist? Wie wohl fühlt dein Sohn sich in der jetzigen Klasse (menschlich gesehen, nicht vom Lernstoff)? Wie fühlt er sich an der Spezialschule? Halten sich die Schüler dort für etwas Besseres? Kann er sich vorstellen, die nächsten 5 Jahre täglich zu erscheinen?

Die Aufnahmeprüfung kann er ja erst einmal machen. Das verpflichtet ihn ja nicht, tatsächlich zu dieser Schule zu gehen. Das Ganze mit den Wettbewerben... finde ich etwas merkwürdig. Daran kann doch jede Schule teilnehmen. Gibt es an seinen Schule keinen engagierten Lehrer? Muss man denn siegen, oder ist es nicht auch der Spaß am Vorgehen? (Ich weiß, dass ein Sieg schön ist)

Schreibt doch mal, wo ihr wohnt. Vielleicht kennt einer hier Alternativen. Die Entscheidung ist nicht einfach, ihr müsst überlegen, ob er sich an der Spezialschule wohl fühlen würde.

Marion

von MarionPE - am 22.02.2006 08:11
Hallo Marion,

danke für deine sehr nette Antwort. Ich habe auf deine Meinung gewartet. Ich weiß eben nicht ob nächstes Schuljahr der Schulleiter glücklich ist, das Sohn dort ist. Es ist die vollste Unterstützung und auch Mobing durch die Schulleitung möglich. Wenn ich es wüsste...

Mein Sohn ist froh, dass er in der Klasse keine Probleme hat. Mit Schwachen spricht er eigentlich nicht. Mit den Besten schon. Er spürt von einigen Mädchen und auch Jungs die Annerkennung und Bewunderung im positiven Sinne. Durch den Altersunterschied sprich die Klasse über die Jugendweihe. Er beteiligt sich nicht, logisch. Wenn er in der Klasse fehlt, erkunden sich seine Mitschüler bei der Schwester wo er jetzt gerade ist. (Seminare, Olympiaden usw.) Eine richtig Kumpelhafte Freundschaft hat er dort nicht. Mit Mitschülern streitet sich nur ob eine Lösung richtig oder falsch ist. Er hilft den Lehrern im Unterricht. Halt so ein kleine Genie. Er hätte dort kein Problem noch weitere vier Jahre bleiben.

Er kennt die Spezialklasse seit drei Jahren. Mit den Besten zwei bis fünf ist er ständig im Kontakt. Da gibt so ich es mitbekomme nur gegenseitige Annerkennung. Den Rest der Klasse sieht er nicht. Kontakt ist hier nicht gewünscht. Es ist auch so, dass die Spezialklasse schreibt auch eine Aufnahmeprüfung. Die letzten werden einfach ausgetauscht.

Engagierte Lehrer meiner Meinung gibt es. Er hat alle Schulbücher bis Klasse 12 erhalten. Sogar CAS Taschenrechner gestellt bekommen. Er besucht ja Mathe AG für Leistungskurs Mathe 10-12. Bei uns in der Stadt ist sogar Förderzentrum. Wieder im Spezialgymnasium. Wenn er in seiner Schule etwas will, die Lehrer wissen, wer der Ansprechpartner im Förderzentrum ist. Also alles bestens geregelt. Ohne diese Spezialschule -Zeiss Gymnasium - kommt man in Thüringen wirklich nicht um.

Es macht im sichtlichen Spaß exakt nach dem Motto veni, vidi, vici Es ist für Ihn die Welt nicht in Ordnung wenn er einmal ausnahmsweise der Zweite ist. Für den Sieg ist er auch bereit hart arbeiten. Er sieht dass seine Schulzeit eigentlich eine Zeitverschwendung ist. Die richtige Schule kommt erst nach der Schule.

Zur Landesolympiade fahren 70 Schüler. Davon über 60 vom Spezialgymnasium. Mein Sohn will dort nicht Übernachten. Also freitagabends hole ich Ihn ab und samstagsfrüh bringe ich ihn wieder zurück.

Liebe Grüße


E.

von E. - am 22.02.2006 14:28
Liebe E.,
soweit ich es verstanden habe, ist das einzige, was dem Direktor absolut wichtig ist, die altersentsprechende Einordnung, und damit stellt er sich völlig quer. Hat er einen Grund dafür? Steckt dahinter ein pädagogisches Konzept, dass Eurem Knaben helfen kann, sich sozial zu orientieren und von seiner Leistungsorientierung loszulassen? Oder will er schikanieren? Im ersteren Fall würde ich mir überlegen, mich auf seine Bedingungen einzulassen,im zweieteren Fall würde ich ihm mein Kind nicht anvertrauen.
Viele Grüße,
Barbaraelisabeth

von Barbaraelisabeth - am 22.02.2006 16:15
Liebe Barbaraelisabeth,

bei uns in der Stadt sind nur altershomogene Klassen. Erst seit zwei Jahren ist eine vorzeitige Einschulung und flexible Eingangsphase laut Schulgesetz erlaubt. Vor drei Jahren hat der Schulleiter meinem Sohn nicht getraut etwas zu gewinnen. Jetzt schon, aber wenn mein Sohn die elfte oder zwölfte Klasse wiederholt, sind doch die Siegerplätze weltweit für zwei Jahre garantiert. Und das hat der Schulleiter auch bitter nötig, die Schule hat doch vor kurzem einen Förderbescheid von über 20 mio. ¤ erhalten.
Unseres Kultusministerium behauptet, es ist das beste Gymnasium weltweit!
Es ist kein Witz.

E.

von E. - am 22.02.2006 16:57
Hallo e.!

Weißt du, womit ich bei deinen Schilderungen Probleme habe? Mit dem Satz "Er will dort nicht übernachten".

Er ist alt genug um an anderen Orten in einer Jugendgruppe zu übernachten. Wie steht es mit Klassenfahrten.....
Wenn er nie woanders übernachtet solltet ihr dieses trainieren, und zwar bald! Wenn er nur dort nicht übernachtet würde ich mir überlegen, ob er mit den anderen vom Spezialgymnasium nicht klar kommt. Dann würde ich mein Kind auch nicht dorthin schicken.

Was bedeutet eigentlich "die letzen werden ausgetauscht"? Fliegen die Schwachen wieder aus der Klasse heraus? Willst du das deinem Sohn antun? Noch ist er nicht in der Pubertät, was passiert, wenn er dann einen Einbruch hat und keinen Bock mehr? Schaut die Schule eigentlich nur auf Leistung?

Weißt du, meine Mädchen sind auf einem Gymnasium, das neuerding in einem Hochbegabtenförderverbund ist. Die beiden waren schon vorher dort. Warum ich sie angemeldet habe: Der damalige Schulleiter sagte: "Bei mir wird nicht nur der Schüler beim Abschluss geehrt, der ein Einserabi hat. ich hebe auch die hervor, die jahrelang im Sanitätsdienst mitgarbeitet haben oder die bei den Schultheateraufführungen das Technikteam bildeten". Gemeinschaft wird an der Schule groß geschrieben. Daran müsst ihr, glaube ich, bei deinem Sohn noch arbeiten und ob das in der Spezialklasse geht, weiß ich nicht. So wirklich wohl scheint er sich ja mit denen nicht zu fühlen.

Ich würde mir die Sache gut durch den Kopf gehen lassen, wohl wäre mir dabei nicht, ihn an der Spezialschule anzumelden. Ich würde es allerdings zulassen, wenn es sein innigster Wunsch wäre.

Marion

von MarionPE - am 23.02.2006 14:03

Re: Schüler für PR-Zwecke?

Hallo E.

es wundert mich etwas, wenn sich wegen Altersunterschied quergestellt wird, andererseits will der Schulleiter deinen Jungen unbedingt "haben", weil er das für seine PR gebrauchen kann und für mehr Fördermittel. Das hört sich sehr nach Instrumentalisierung an, würde ich keineswegs befürworten.

Entweder, er will ihn, weil er ihn fördern will und dann lässt er das Alter Alter sein, oder er lässt es. Entschuldigung, aber sowas Blödes habe ich ernsthaft noch nicht gehört.

Was sollen wir denn da sagen, unser Kind ist NICHT hb und wird noch 7 Jahre alt sein, wenn es in die 4. Klasse kommt. Solche Argumente wie die in eurem Schulgesetz ziehen bei mir überhaupt nicht. Finde ich ganz komisch, entweder will man Kinder individuell fördern oder man will sie übers Alter alle gleich haben.

Aber wie ich aus deinem Begriff "Jugendweihe" verstehe, seid ihr in den neuen Bundesländern, also Ex-DDR. Da waren alle immer so gleich, auch so ein Schulgesetz kommt daher.

Wenn dein Sohn sich da wohl fühlt wo er ist, dann lasst diese Spezialschule sein und instrumentalisiert ihn nicht für die PR des Schulleiters. Das klingt mir zu sehr nach einem Nachfahren der DDR-Kaderschmiede, ganz ehrlich.

Nichts für ungut.

Viele Grüße

von FelixMum - am 23.02.2006 15:12

Re: Schüler für PR-Zwecke?

Hallo FelixMum,

du weißt nicht, wie du Recht hast. Es war eine von den Spezialschulen in der DDR.

www.cz.j.th.schule.de


Liebe Grüße

E

von E. - am 23.02.2006 15:47
Liebe Marion,

ich sehe es auch ähnlich. Es liegt sicherlich nicht an der Angst auswärts zu Übernachten. Er war alleine über vier Wochen in einem Sommercamp in Südfrankreich im Masiv Central. Ausschließlich mit Kinder aus Nimes. Letzter Sommer war er für fünf Wochen in London. Er wohnte beim ledigen Onkel 29. Hat einfach sein Schlüssel und Wochenkarte für U-Bahn gehabt. Er hat dort fast alle Museen besucht und unheimlich viel gelernt. Ein bisschen zu viel, da Onkel arbeitete und nur am Wochenende Zeit hatte. Er übernachtete allein auch bei Bekanten, auch im Ausland. Er war im Herbst für eine Woche an der Uni. Alle andere waren 17-19. Er hatte dort keine Probleme, er war begeistert. Auch die Fotos im Internet zeigen, dass er dort zufrieden war. Auch Freilandschule oder Ausflüge macht er mit. Es gab mit Ihm nie Probleme. Er macht mit, auch wenn es nur um Fußball oder Baden geht. Einzigen vernünftigen Grund kann er haben, dass er viel Schlaf bracht und Angst hat, dass er am Samstag unausgeschlafen ist. Sonst vermute ich auch , dass er sich dort einfach nicht wohl fühlt.

Heute war er soooo demotiviert, dass ich Ihm heute früh eröffnet habe. Ein Vorbereitungstag zu Hause ist keine Pflicht. Sogar auch morgen muss er nicht teilnehmen. Dafür geht er aber in die Schule. Das wollte er aber nicht. Dann haben wir über die Motivation an Beispielen bei der Winterolympiade geredet. Ich bin aber gar nicht sicher, ob er morgen wirklich seine Leistung bringt.

Auf dem Spezialgymnasium ist es offiziell, dass die Schüler dort nur die Klassen 5-8 absolvieren. Danach müssen sich neu qualifizieren. Dann dürfen die weitere vier Jahre das Spezialgymnasium besuchen.

Er ist hin und her gerissen. Er will in Cambridge oder in Amerika studieren. Er weißt auch, dass es nur mit außergewöhnlichen Leistungen möglich ist.

E.

von E. - am 23.02.2006 16:35

Re: Schüler für PR-Zwecke?

Ich weiss ja nicht, wie sich die Schule geaendert hat, aber mein Mann, scheinbar hochbegabt aber nie getestet, hat Jena absolviert. Er behaupted, es war das Beste was ihm in der Schulzeit wiederfahren ist. Foerderung angepasst an die Beduerfnisse, klar, Olympiaden "drill", was nach seiner Aussage fuer ihn und seine Freunde Spass war.
Bei euch scheint mir das Problem scheint weniger die Schule, als mehr der Schulleiter. Jena ist an sich ist eine gute Loesung fuer Hb Kinder, die Freude an diesem Bereich haben (sicher nicht fuer Sprache/ Musik begabte Kids ;-) )
Felix Mom, nicht alles was DDR ist/ war ist/ war schlecht. Ich kenne es anders. Nur mal als Gedanke.
Grit/USA

von Grit/USA - am 24.02.2006 07:01

Re: Thüringen Schulgesetz

Hallo,

sicher war nicht alles schlecht an der DDR (sagen die, die davor flüchten konnten - vielleicht nach USA? ;-) - und die heute einen verklärten Rückblick haben: was die Hirnforschung übrigens beweist, dass das ganz normal und bei allen Menschen im Alter so passiert. Bei meinen Ex-DDR-Verwandten passiert das allerdings auch, was doch reichlich nervt. Vielfach höre ich, früher sei doch dort alles besser gewesen - aha, denke ich, also auch der Stacheldraht und die Stasi). Aber nur mal so am Rande eine Bemerkung gerade zum Thüringer Schulgesetz und zu spezifischen Ausprägungen Thüringer Schulleitern:

Ich kann mich erinnern, dass die Hauptursache für den Amoklauf von Erfurt darin bestand, dass das T. Schulgesetz den Leistungsgedanken so ausprägte, dass ein Schüler, der das Abi nicht bestand, dann überhaupt keinen Schulabschluss hatte, also nicht mal wie normalerweise die mittlerer Reife nach der 10. Das kam erst heraus und ist erst geändert worden, NACHDEM mehr als ein Dutzend Menschen deshalb sterben mussten. Und die Dunkelziffer derjenigen Schüler, die sich in der Zwischenzeit deshalb umgebracht haben, kann man nur erahnen. Leistung ist schön und gut, aber so geht es nunmal nicht. Deutschland ist nunmal wiedervereinigt und kennt ein gemeinsames Grundgesetz, das scheint aber die Kultusminister dort bisher wenig gekümmert zu haben:

[www.wsws.org]

Zum Grundgesetz übrigens noch eines: Niemand darf hier bei uns wegen seines Alters diskriminiert werden. Auch das scheint Thüringer Verwaltungshengsten auch nach 16 Jahren nicht bekannt zu sein. Insofern wäre das für mich ein Grund für einen Präzedenzfall, entweder mal bei einem Anwalt nachzufragen oder gleich zur Presse zu gehen - aber nicht zur Thüringischen, sondern zum Spiegel oder anderen Blättern, die das wirklich interessiert. Denn in Thüringen scheint es ja so einige Schulleiter zu geben, die in Sachen Selbstherrlichkeit kaum zu übertreffen sind und da noch nicht so viel vom "westlichen" Schulrecht mitbekommen haben. Aber wahrscheinlich können sie sich nur an ihre eigene Geschichte deutscher Dichter und Denker nicht erinnern, von denen nicht wenige mit kaum 20 Jahren ihren Doktor in der Tasche hatten - da fragte niemand danach, in welchem Alter man Professor werden durfte.

Und was den Leistungsgedanken angeht: aus Korea hört man da bezüglich PISA doch auch so allerhand:

[www.spiegel.de]

Und was ich ja noch ganz komisch finde, ist: Da wird der Besuch einer staatlichen Schule davon abhängig gemacht, wie viele Preise und Wettbewerbe man für diese gewinnen kann? Also wenn ich das nicht falsch verstanden habe. Es mag ja noch angehen, dass der Besuch dieser Spezialklasse davon abhängt, aber doch nicht der reguläre Schulbesuch. Auch das würde ich sonst mal rechtlich überprüfen lassen, ob das überhaupt zulässig ist.

Ich persönlich würde jedenfalls ablehnen, mein Kind und seine Begabung und Leistungsbereitschaft für einen bestimmten Zweck benutzen zu lassen. Es geht um das Kind, nicht um diese Schule.

Liebe E., ich hätte da vielleicht noch einen ganz anderen Vorschlag: Offenbar hast du einen enorm begabten und leistungswilligen Sohn, der mit 11 Jahren schon ganz genau weiß, was er will und wie er es erreichen will. Ich finde auch nichts Komisches daran, dass er sich an den Besten orientiert - das ist normal, wenn man so gestrickt ist und so leistungsbereit. (hat ja mit dem Sozialverhalten nicht zu tun, sondern mit seinem Leistungswillen - und da können die Schwachen nun mal nicht der Maßstab sein) Nebenan bei uns in Hessen gibt es seit kurzem das Schloss Hansenberg (ab 9. Kl.), das wäre vielleicht noch etwas für einen Typ wie ihn. [www.hansenberg.de] Da es eine staatliche Schule ist, kostet es kein Schulgeld, sondern nur die Internatskosten, die evtl. auch über Stipendium förderbar wären. Ansonsten könnte ich mir vorstellen, dass bei euch in der Familie auch die Großeltern oder Verwandten mal zusammenlegen können, wenn es um ein paar Euro geht. Schließlich hat man so einen klugen Kopf nur selten in der Familie und sollte stolz darauf sein, ihn zu unterstützen. Ich würde auf so einen Schulleiter wie bei Carl Zeiss pfeifen, ganz ehrlich.

Wenn du da aber unbedingt hin möchtest, dann würde ich wie gesagt, dringend mal zum Anwalt gehen und euer Schulgesetz daraufhin prüfen lassen, ob es kompatibel mit unserem Grundgesetz ist: Nationales Recht beugt Landesrecht immer. Und eine interessierte Presse findest du bei deinem Hintergrundwissen über diese spezielle Sachlage "bei uns im Westen" zu dem Thema auch. ;-)

Viele GRüße, viel Erfolg

von FelixMum - am 24.02.2006 08:06

@FelixMum

Hallo FelixMum,

meinst du allen Ernstes, dass irgendein Schüler einen Vorteil davon hat, wenn man Lehrern oder Direktoren mit dem Anwalt droht? So was spricht sich in Lehrerkreisen auch herum, oder meinst du die Schulen sind alle untereinander befeindet und tauschen sich nicht aus? Wenn ich so schwere Geschütze auffahren müsste, dann würde ich von der Schule gleich Abstand nehmen.

von A. - am 24.02.2006 09:21

Hansenberg

Hallo,

Hansenberg macht es so ähnlich. Man bewirbt sich in der 9. Klasse und geht zur 10. hin. Durch Sprünge jüngere Kinder werden nur aufgenommen, wenn sie freiwillig ein Jahr zurückgehen oder eben mehrere. 16 Jahre sollen sie sein, wenn sie zur 10. Klasse kommen. Wegen des gemeinsamen Lebens im Internat.

Michaela

von MichaelaM - am 24.02.2006 09:22

Re: Schüler für PR-Zwecke?

Hallo Grit/USA,

meinem Sohn macht es auch Spaß. Noch mehr Spaß hat er, wenn er der Erste ist und die aus der Spezialschule hinter ihm sind. Ich habe früher auch solche Veranstaltungen genossen.
Ich habe es nicht als Drill empfunden. Es war für mich feine Sache, wenn ich durch die Leistungen an den Camps teilnehmen dürfte. Wir waren immer unter sich. (Es war nicht in Jena.)
Mit Drill geht es nicht. Das reicht höchstens für die Note Eins, aber sicher nicht für die ersten Plätze. Dazu gehört mehr. Sohn ist heute mit dem Willen zum Sieg aus dem Haus gegangen. Ich kann seine Leistung heute und morgen nicht beeinflussen.


E.

von E. - am 24.02.2006 10:13

Re: @A.

Hallo A.

Zitat

dann würde ich von der Schule gleich Abstand nehmen.

das würde ich ja sowieso, wie schon gesagt. Es kann aus meiner Sicht nur nicht sein, dass ein Schulgesetz eines Bundeslandes oder dessen selbstherrliche Auslegung durch Schulleitungen mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland kollidiert. Und wenn E.s Sohn nun UN-BE-DINGT zu genau dieser Schule möchte, würde ich das jedenfalls klären wollen, wenn ich sie oder er wäre. Übrigens kann man das zunächst auch ohne eine Klage zu erheben oder sonstwie gegenüber der Schule aktiv zu sein. Man kann es doch schlicht vorab klären wollen, wie die Rechtslage aussieht - oder mal einen Journalisten darauf ansetzen, der dann weiter recherchiert - oder etwa nicht? Der hat nämlich auch die Pflicht, einen Informanten zu schützen. Das weiß nur er, dass er diese Information von dir hatte. Und auch der Anwalt hat eine Geheimhaltungspflicht. Die Stasi gibt es ja nicht mehr, wie schon gesagt. ;-)

Kann aber sein, dass ich extrem wenig vom "Kuschen" oder Sich-Wegducken halte. Aber genau das war ja das Lebensprinzip der DDR. Ich bin da halt nicht aufgewachsen, kenne das eben nicht. Mein Vater ist von dort abgehauen, er wurde mit 1er Abschluss in Leipzig exmatrikuliert, weil er an der Uni keine Soldatenlieder singen wollte. So sieht das bei mir aus. Ich habe meine Gründe, mir von Behörden oder Verwaltungsleuten keine Angst einjagen zu lassen. Den größten Gefallen, den du ihnen tun kannst, ist genau dieses Kuschen. Da fühlen die sich toll und bestätigt, und machen immer weiter.

Es ist ja so: Machst du nix, ändert es für das Kind definitv nichts. Tust du etwas, ändert es (vielleicht) auch nichts. Aber das weißt du nicht, es ist eben nur "vielleicht". Könnte auch sein, dass sich auch für andere was ändert. Den Unterschied zwischen "definitv nicht" und "vielleicht doch" halte ich es immer für wert, gegen einen Missstand einzuschreiten oder seine Interessen zu vertreten.

Aber schlußendlich ist es auch so, dass ich für MEIN Kind jedenfalls immer so etwas tun würde, denn wie stehe ich sonst vor dem KIND da, wenn ich nichts tue? Muss es nicht den Eindruck bekommen, es hätte keinen Mitstreiter für seine Sache? Noch dazu von den eigenen Eltern? Von denen muss man es doch als Kind MINDESTENS erwarten dürfen, dass sie auf deiner Seite sind und sich für dich einsetzen. Allein bist du nicht mündig, kannst gar nichts machen, bist total macht-los. Aber die Eltern sind es NICHT.

Oder etwa nicht? Ich kann Leute, die nur deshalb kuschen, weil das Kind einen Nachteil davon haben könnte, nicht verstehen. Als Kind war es mir jedenfalls rückblickend lieber, ich hatte das Gefühl, da steht jemand voll zu mir und tut etwas für mich. Dann kann man das auch gut gemeinsam durchstehen, wenn dich deshalb jemand anätzt. Wenn du es ihm nachweisen kannst, kriegt er eben noch eins drauf dafür. Und dass man es ihm nachweisen kann, dafür würde ich dann als Mutter auch sorgen.

Man muss sich wirklich nicht alles bieten lassen. Nach 16 Jahren auch nicht mehr in Thüringen.

Viele Grüße

von FelixMum - am 24.02.2006 11:12

Re: @A.

Hallo FelixMum,

ich bin niemand der vor allem und jedem kuscht. Nur immer gleich mit der Keule draufhauen ist auch nicht mein Ding . Meine Kinder kriegen alle Unterstützung die sie brauchen. Aber manchmal kommt man mit Geduld und Spucke weiter. Ich brauche auch keinen Anwalt um das Schulgesetz auslegen zu können, da reicht Gesunder Menschenverstand. Ob neue Bundesländer oder Alte, diese Diskussion dürfte mittlerweile überholt sein. Meinst du wirklich in den alten Bundesländern läuft alles immer nur Prima und das Grundgesetz wird für alle eingehalten?
Hat man Probleme mit der Schule gibt es einen Klassenelternsprecher, einen Schulelternbeirat, einen Bezirkselternbeirat, einen Landeselternbeirat. Meinst du alle diese Leute kuschen nur und können nichts bewegen? Dann hätten wir jetzt noch Zustände wie im Mittelalter.

Gruß A.

von A. - am 24.02.2006 11:29

Re: Hansenberg

Hallo!

Meine Große ist 14, 10. Klasse. seit Beginn des Schuljahres wird ein Mädchen nach dem anderen 16. Dann ist Disco angesagt. Meine fühlt sich jetzt nicht mehr wohl in der Klasse. dieses Schuljahr steht sie noch durch, da sie die Versetzung in die 11 haben muss um ein Auslandsjahr zu machen. (da sie noch nicht 16 ist). Nach dem Jahr will sie nicht glkeich in die 12, sondern die 11 machen. Schon jetzt hat sie viel Kontakt zu Schülern im Jahrgang darunter. Wir akzeptieren diese Entscheidung, die endgültig erst fällt, wenn sie zurück kommt.

Aber ich kann verstehen, wenn Schulleiter Bedenken haben wegen des Alters.

Marion

von MarionPE - am 24.02.2006 12:32

Re: Thüringen Schulgesetz

Liebe FelixMum,

es soll hier nicht eine Ost-West Debatte entstehen. Es geht hier um unsere Kinder! Ich war 15 Jahre lang in Bayern, auch vor der Wende.
Hansenberg mag in Hessen gut sein. Abi in der Klasse 13? Was nutzt es meinem Sohn? Dazu kommt noch, dass Hansenberg nicht in den bundesweiten Ergebnislisten vorkommt. Ich habe bisher immer für meine Kinder gekämpft. Meine Tochter besucht mit sieben das Gymnasium, auch wenn es hier eigentlich nicht möglich ist. Ich lasse mir bestimmt nicht alles gefallen! Über die Presse habe ich jedoch meine Meinung.

Im Westen, im London gibt es London Oratory School. Angeblich die Beste in London. Blair`s Kinder besuchen diese Schule. Bei der Aufnahme wurde meinem Sohn gesagt, dass er im Schuljahr 2005/206 diese Schule besuchen darf. Allerdings die sechste Klasse! Mein Sohn hat dazu nur gesagt: Schlimmer als Zeiss. Zum Glück nicht auf Englisch. Er hat sich umgedreht und war ohne Abschied weg.

Es geht auch darum, dass mein Sohn langsam selbstständig sein soll und auch will. Auch die Lage ist nicht eindeutig. Ich will ihm auch nicht etwas verordnen. Egal wie er sich entscheidet, wenn es nicht passt, werde ich ihm auch helfen.

Liebe Grüße

E.

von E. - am 24.02.2006 13:20

Re: Thüringen Schulgesetz

Hallo E.

was wäre denn an einem Abi in der 13. so schlimm, wenn man so jung ist wie dein Sohn? Stimmt aber übrigens nicht. Man geht zur 10. nach Hansenberg und macht nach drei Jahren Abi. Dann würde er nicht mit 15 Abi machen, sondern mit 16. Eigentlich doch erträglich.

Michaela

von MichaelaM - am 24.02.2006 14:45
Hallo,

nur mal so eine laienhafte Frage: Wie und wo kann man denn die bundesweiten Ergebnislisten von Schulen ansehen?

Nur aus Neugier, denn hier können wir doch nicht mithalten ;-)

LG, Heike

von Heike2 - am 24.02.2006 15:04

Ergebnisse

Hallo Heike,

zum Beispiel hier:


BUW

[www.ipn.uni-kiel.de]


IJSO

[www.ipn.uni-kiel.de]


EUSO

[www.ipn.uni-kiel.de]

ICHO

[www.icho.de]

IPHO

[www.ipn.uni-kiel.de]

MO

[www.mo2005.info]


Bundeswettbewerb Mathematik


[www.bundeswettbewerb-mathematik.de]


Känguru-Wettbewerb

[www.mathe-kaenguru.de] dann Chronik, Camps, Zakopane – 2004


Jugend forscht

[www.jugend-forscht.de]

BWINF

[www.bwinf.de] Archiv usw.


Mathekalender 2005
[www.mathekalender.de]


National Geographic

[www.nationalgeographic.de]



Chemkids

Gibt es nur in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen

[www.chemkids.de]


Ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Trotzdem empfehlenswert!

Schöne Grüße

E.

von E. - am 24.02.2006 19:23

Re: Ergebnisse

Hallo E.,

ich habe da nichts gefunden. Was meinst du denn genau? Die dort beschriebenen Wettbewerbe kenne ich überhaupt nicht, obwohl ich auf Anhieb ein paar der Preisträger wiedererkannt habe. Meinst du, dass nur Schulen für deinen Sohn geeignet sind, die in solchen Wettbewerben abräumen? Bei den mir bekannten Schülern haben das die Eltern betreut, nicht die Schulen.

Michaela

von MichaelaM - am 24.02.2006 21:00

Re: @A.

Hallo A.

in der Tat helfen bei uns Klasseneltern- oder Schulelternbeirat = Null. Von der Klassenlehrerin wurde BEIM ELTERNABEND für die Neuwahl sogar wörtlich verkündet, der Beirat habe "im Prinzip nur die Aufgabe, die Infos der KL weiterzugeben". Das sagte sie, weil sich niemand aufstellen lassen wollte (weil jeder das Spiel ja kennt und ohnehin keinen Bock dazu hat), und ergänzte noch dass das auch "gar nicht schlimm sei, man gar nicht viel tun müsse".

Klar, man muss auch nicht viel tun als Elternbeirat, wenigstens nicht bei uns.

Deshalb tun wir lieber selber was. Denn bei uns herrscht insofern schon "Mittelalter", was wir ja vorher auch nicht ahnen konnten.

Der Landeselternbeirat hat uns bisher wenigstens insofern ein paar Mal geholfen, indem er uns aktuelle Auszüge von Gesetzen oder Verordnungen gemailt hat, die wir dann selbst in der Korrespondenz weiter verwenden konnten. Aber darüber hinaus auch hier Fehlanzeige.

Viele Grüße

von FelixMum - am 25.02.2006 08:13

Re: Wettbewerbe sind auch nicht alles

Hallo E.

wie dein Sohn noch selbstständiger werden soll, wenn er mit 11 Jahren 5 Wochen lang allein in England U-Bahn fährt (oder so), weiß ich nicht. Ich kann nicht sagen, ob ich meinen Sohn in dem Alter allein schon so lange fortlassen könnte, ohne jeden Tag vor Angst um ihn zu sterben. Ich finde alle Achtung, dein Sohn ist doch insofern ganz schön selbstständig, weiß nicht was du sonst noch von ihm verlangen könntest.

Er weiß wohl auch sehr genau, was er will und dass er hart arbeiten will und kann für seinen Erfolg. Scheint ein unglaublicher Bursche zu sein. Aber vielleicht sind Wettbewerbe auch nicht alles im Leben. Es wird eine Zeit kommen, in der wird auch er zu dieser Erkenntnis kommen und möglicherweise merken, dass er doch etwas verpasst hat. Wenn er aber so ein Typ ist, der ohne diese Olympiaden nicht leben kann, dann muss es wenigstens im Moment einen Weg geben, der ihn weiter bringt.

Eine Ost-West-Debatte brauchen wir hier auch nicht, nur scheint das Thüringer Schulgesetz eben eines zu sein, das sich über die aller anderen Bundesländer ziemlich hinweg setzt. Und das würde mir weder als Thüringer noch als Bewohner eines anderen Bundeslandes einleuchten. Und wenn ich die Geschichte über die Leiterin des Gutenberg-Gym. in Erfurt oder jetzt deine Schilderung lese, dann schaudert mir vor solch selbstherrlichen Schulleitern, die sich selbst über Aussagen des KM hinwegsetzen (du hast geschrieben, du hast dich dort schon erkundigt, und was dieser Schulleiter sagt, sei laut KM definitiv falsch). Also deshalb scheint mir das fragwürdig.

Natürlich ist das Alter entwicklungsmäßig ein Kriterium für so manche Dinge. Aber aus meinem Verständnis zeichnet sich HB wohl dadurch aus, dass die Kinder eben schon sehr früh intellektuell sehr viel weiter sind als der Durchschnitt. Ausgerechnet bei diesen Kindern dann wieder nur das Alter als Kriterium und Messlatte anzulegen, halte ich für total widersinnig. Es geht ja wohl um intellektuelle Leistungen bei diesen Wettbewerben, nicht darum, wie die Kinder in der Spezialklasse ihre Pubertät durchleben und ob sie schon in die Disco gehen oder nicht.

Außerdem gibt es von jeder Regel eine Ausnahme. Auch unser Sohn gehört dazu, wenn er auch sicher nicht so ein Überflieger ist wie deiner. Aber trotzdem kann doch von jedem Prinzip auch mal abgewichen werden. Und wenn es eurem Zeiss-Schulleiter so wichtig ist, deinen Sohn an seine Schule zu bekommen, sollte er zu einer Ausnahme in der Lage sein.

Nur als Beispiel: Unser Sohn hat letztes Jahr auch an den Bundesjugendspielen an der Schule teilnehmen dürfen, eigentlich dürfte er altersmäßig erst ab 8 Jahren - aber dann ist er aus der Grundschule schon draußen. Da war er 6 und brachte eine Siegerurkunde heim, Wertungen außerhalb der Tabelle, weil es ja für dieses Alter gar keine Vergleichswerte gibt. NA UND?? Also insofern kapiere ich diese Haltung nicht so ganz. Entweder der Schulleiter will deinen Sohn haben, dann kann er auch auf dessen Bedingungen eingehen, in welche Klasse er kommen will. Macht ja auch überhaupt keinen Sinn, eine Klasse zu wiederholen, wozu denn? Wenn es doch am Stoff nachweislich nicht liegt? Und nur um eine (zweifelhafte) Vorschrift zu einer Altersgrenze einzuhalten, finde ich das schon seltsam, sich hier so anzustellen.

Viele Grüße

von FelixMum - am 25.02.2006 08:36

Re: @A.

Was Schulelternbeiräte tun, liegt an ihnen selbst. Wer sich darüber beschwert, daß sie zu wenig tun, kann sich ja selbst als Elternvertreter engagieren. Ist ein unbezahlter Job, mit dem man oft auch nicht allzu viel Sympathien einheimst, wenn man ihn ernst nimmt.
Wenn man ihn ernst nimmt, kann man allerdings einiges bewegen. Konkretes Beispiel: Ich habe an unsere Schule geholt ein stillgelegte städtische Jugendbibliothek und wir ermöglichen öffentliche und schulinterne Ausleihen durch den ehrenamtlichen Einsatz von Müttern. Zudem habe ich einen Betreiber für die Betreute Grundschule an unsere Schule geholt (Betreuungszeit bis 15 Uhr durch qualifizierte Kräfte). Wir haben Vorträge zu Erziehungs- und Ernährungsfragen an der Schule veranstaltet und einen Vorlesewettbewerb für die 3. und 4. Klassen. In Konfliktfällen vermitteln wir zwischen Eltern und Lehrern bzw. Schülern und Lehrern. So kann es gehen, wenn sich engagierte Leute wählen lassen.

Wer sich wählen läßt, macht sich allerdings auch angreifbar.

von Tomate - am 25.02.2006 17:19

Re: @A.

Hallo Felix Mum,

habe heute erst gelesen, was du geschrieben hast, war in Urlaub.
Also wenn ich deine Beiträge hier im Forum so lese tust du mir wirklich leid. Du musst ja wirklich in einer geistigen Wüste leben, wo nur du etwas bewegst. Bei uns ist das nicht so, man überlegt genau, wer in den Schulelternbeirat gewählt werden soll. Jemand der sich traut den Mund aufzumachen und auch bereit ist tatkräftig mitzuhelfen. Dann kann auch was bewegt werden. Bei uns hat sich schon einiges getan. Wir haben auch schon einige Jahre Elternarbeit hinter uns. Vielleicht solltest du mal in die Elternarbeit gehen, statt immer nur zu meckern, dass niemand was tut. Anscheinend bist du doch ganz engagiert. Auf zu neuen Ufern und auch mal was bewegen statt zu meckern.

von A. - am 01.03.2006 09:26

@Tomate

Hallo Tomate,

habe auch deinen Beitrag leider erst heute gelesen. Muss dir aber beipflichten. Wir haben und hatten, im Kindergarten, Grundschule, Gymnasium immer engagierte Leute im Elternbeirat und finden das auch wichtig. Auch bei uns wurde einiges bewegt, und schon mancher Konflikt aus der Welt geschafft. Und wie du schon geschrieben hast, man macht sich halt auch nicht immer beliebt. Die meisten Eltern, die sich aufstellen lassen, sind sehr engagiert und helfen mit, wo immer sie können. Solche Leute braucht man und nicht solche, die nur meckern.

LG
Andrea

von A. - am 01.03.2006 09:37

Re: @Tomate

Hallo,

muss dazu aber auch sagen, dass es nichts schlimmeres für engagierte Elternvertreter gibt als desinteressierte Eltern.

Ich bin nun auch seit 4 Jahren Elternvertreterin und wir haben eigentlich ein ganz gutes Team.
Vor zwei Jahren haben wir einen Elternabend zum Thema "Kinder stark machen. Auch Kinder dürfen Nein sagen" veranlasst. Sowas gab es in unserer ganzen Schulhistorie noch nie.
Wir mussten einige Hürden überwinden, bis wir einen Termin bekamen, denn es sollten auch Experten in der Runde dabei sein.

Wir sind eine kleine Schule, jeder kennt jeden. Man trifft sich beim Einkaufen etc. Von 120 Schülern waren, zählt man die Elternvertretung nicht mit, ganze 3!!! Eltern in unserer Aula anwesend. Und der Schulleiter hat durch Desinteresse geglänzt.
Das schmerzt.

Auch der engagierteste Elternbeirat kann auf Granit beißen, wenn man immer alles nur für sich selbst macht. Wenn alle anderen, das Gute, das man ihnen bieten will, als unnötig abtun. Was brauchen wir Schulmilch? Mein Kind trinkt lieber Limo..... :-(

Da zweifelt man schon manchmal am Sinn der Sache.

LG, Heike

von Heike2 - am 01.03.2006 11:11
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