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Forum Hochbegabung bei Kindern
Beiträge im Thema:
9
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 12 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Kati1972, MarionPE, Hagen73, Dagmar 65

Hilfe - bei U8 auf Einschulung angesprochen....

Startbeitrag von Kati1972 am 28.11.2006 09:00

Hallo,

ich bin grade dabei mich mal etwas schlau zu machen.... unsere Tochter wird nächste Woche 4 und bei der U8 wurde ich vom Kinderarzt angesprochen, dass wir uns dringend mal Gedanken um ihre Einschulung machen sollten - und dabei auch eine Begabtenschule in Betracht ziehen sollten....

Dass sie ganz helle ist, war uns ja schon klar - aber, dass es so "dolle" ist hätte ich jetzt auch nicht gedacht... Sie kann schon seit längerer Zeit das Alphabet - nicht nur aufsagen, sondern auch die Buchstaben erkennen, Anfangsbuchstaben von Wörtern benennen und inzwischen Wörter auch selbständig buchstabieren, einfache Wörter dementsprechend auch lesen/schreiben. Längere Wörter lässt sie sich von mir buchstabieren...
Im 10er Bereich fängt sie jetzt an zu rechnen.

Von Ihrer Sprache und ihrem Wortschatz war der Ki-Arzt sowieso ganz begeistert.

Ganz besonders fällt im Moment auf, dass sie sich um Gott-und-die-Welt Gedanken macht und auch schon sehr "Um-die-Ecke" denkt.

Im Kiga fällt sie vor allem deswegen auf, dass sie ständig auf alle aufpasst (Polizei), nur mit Älteren oder sehr viel Jüngeren spielt.

Motorisch ist sie auch sehr gut und sie hat eine wahnsinns Ausdauer (rennt 1 km am Stück und zwar schneller als die 5-jährigen Jungs im Kiga).

Was sollen wir jetzt machen? Ich hab die Kiga-Leiterin darauf angesprochen - die grinste nur und meinte "jaja - unser kleiner Schlaumeier" - jedenfalls will sie sich jetzt auch mal erkundigen und ggf. sogar eine Fortbildung machen. Wir haben uns bis jetzt aber auch noch nicht in Ruhe unterhalten können...

Ich wäre dankbar für alle Tipps und Ratschläge:-)

Kati

Antworten:

Hallo Kati!

Wann wird sie 5?
Wie malt sie?
Wie ist sie zu dem "Wissen" gekommen?
In welchem Bundesland wohnt Ihr?

Es gibt viele Fragen, Ihr müsst wissen, wie Ihr dazu steht, dann könnt Ihr die entsprechenden örtlichen Schulen ansprechen. Grundsätzlich unmöglich ist es nicht. Das jüngste Kind das ich kenne war bei seiner Einschulung immerhin schon einen Monat lang 5 (wäre 2 Jahre später schulpflichtig geworden). Meine Älteste war im Dez 5 geworden sprang dann aber auch noch iom ersten Schuljahr, kam also als Dezemberkind zum regulären Einschulungszeitpunkt in die 3. Klasse.

Geschadet hat es nach meinem Wissen, beiden nicht.

Marion


von MarionPE - am 28.11.2006 13:49
Hallo Marion,

Zu Deinen Fragen:

Sie wird nächste Woche 4 - d. h. auch Dezemberkind - also "Kann-Kind" wenn wir Sie für 2008 anmelden. Unser Kinderarzt hat auf jeden Fall davon abgeraten, sie in der eigentlich für uns zuständigen Schule anzumelden, da diese wohl einen sehr schlechten Ruf hat (unflexibel - mehr weiss ich nicht - hatte ich mich bis dato ehrlich gesagt noch nicht gekümmert). Wir sollten uns die Schule halt sehr genau ansehen und auch eine Begabten-Schule in Betracht ziehen. Dabei wüsste ich nicht, dass es sowas hier in der Nähe gibt (ländlich).

Malen kann sie sehr gut - da werde ich auch häufig drauf angesprochen. Im Kiga hat sie beim Laternen basteln, z. B. einen größeren Kind Fledermäuse für die Laterne gemalt, dass alle sprachlos waren. Die typischen "Kopffüssler" hat sie nie gemalt die Leute waren gleich vollständig und Häuser malt sie z. B. auch sehr detailliert mit Dachziegeln, Gardinen + Blumen im Fenster...

Zu Ihrem Wissen kommt sie, indem sie mir Löcher in den Bauch fragt oder einfach beobachtet. Wir lesen auch sehr viel vor.

Wir wohnen übrigens in Rhl.Pfalz - an der Grenze zu NRW.

Katrin



von Kati1972 - am 28.11.2006 14:40
Hallo Kati!

Das mit dem Bundesland interessierte mich, weil es Unterschiede bei der Einschulung gibt. Schule ist nun mal Ländersache.

Wir wohnen auch im ländlichen Bereich, ich habe drei Dezemberkinder. Der errechnete Geburtstermin für den dritten war der 1.1., da habe ich dem Frauenarzt gleich gesagt, dass ich da nicht mitmache, er müsste noch im Dezember zur Welt kommen, damit er vorzeitig eingeschult werden könnte. (Damals war eine Einschulung für Kinder, die nach Sylvester geboren waren nicht möglich) Der arme Mann brach fast zusammen. Aber unser Sohn hat sich einfach für den ersten freien Termin im Dezember entschieden. Wäre er vor dem 24. zur Welt gekommen, hätte er beim Krippenspiel in der Krippe gelegen. So hatten wir dort nur eine Baby Born und er kam am 27.. Das nur nebenbei.

Ist es sinnvoll ein Kind mit viereinhalb einzuschulen? Das liegt an den Eltern, am Kind und an der Schule. Das müsst Ihr feststellen. Ihr kennt euer Kind. Ihr könnt Euch die Schulen ansehen. Ihr könnt mit den Schulleitern reden. Aber Ihr kennt dann immer noch nicht die Einstellung der zukünftigen Klassenlehrerin. Manchmal ist es besser, das Kind ein Jahr später einzuschulen und dann eine Klasse überspringen zu lassen (dann weiß man meist, in welche Klasse das Kind soll). Aber darüber müsst Ihr Euch selber erst einmal Gedanken machen.

Auch im ländlichen Bereich kann es gute, engagierte Schulen und Lehrer geben. Welche alternativen gibt es denn? Wie weit könntest Du denn täglich dein Kind fahren? Das sind Dinge, über die Du Dir Gedanken machen musst. Hast Du noch mehr Kinder?

Ich fürchte, ich stelle mehr Fragen, als dass ich Antworten gebe, aber Du musst Dir darüber im Klaren werden. Ich kann Dir nur Askekte zeigen. Gut ist, dass sie auch schon anfängt zu rechnen.

Stelle ruhig weiter Fragen

Marion.

P.S.: Versuch es mal mit den CDs von der Kinder-Uni, spart viel Erklärerei.

von MarionPE - am 28.11.2006 15:42
Hallo Marion,

im kommenden Jahr werden wir sie sicherlich nicht einschulen lassen - eher mit 5 1/2 (auch das ist hier in der Gegend noch selten genug).

Wie gesagt, ich bin im Moment einfach am Gedanken machen (da helfen Deine Fragen auch bei ;)) und auf Info-Suche, nachdem der Kinderarzt das Ganze irgendwie ins Rollen gebracht hat.

Die Kiga-Leiterin hat demnächst noch ein Gespräch mit so einer Dame von einer übergeordneten Stelle - mal sehen, ob die mehr Infos für uns hat. Danach werden wir uns mal zusammensetzen.

Wir wissen, ja auch noch gar nicht wirklich ob sie HB ist oder einfach "nur begabt" - irgendwie weiss ich im Moment noch gar nicht, was ich davon halten soll. Ausser mit meinem Mann und der Kiga-Leiterin hab ich auch noch mit niemandem darüber gesprochen - deswegen brauch ich einfach im Moment mal was, wo ich mich ausquatschen kann.....

Wir haben übrigens nur ein Kind. Da ich Teilzeit arbeite und einen relativ langen Weg zur Arbeit habe, liegen da schon ein paar Schulen am Weg, die wir uns mal ansehen könnten, wo ich sie problemlos hinfahren könnte.

Kati

von Kati1972 - am 29.11.2006 09:03
Liebe Kati,
wenn du dich ausquatschen willst, dann bist du hier ja richtig :-) hab jetzt erst nach einigen Tagen deinen Forumsbeitrag entdeckt, will aber trotzdem was dazu schreiben.
ich hab zwei kinder (6 und 5), die große wurde mit 5 jahren und 8 monaten eingeschult, lernt jetzt in der zweiten Klasse. Nicht in der staatlichen Grundschule, sondern in einer freien Schule, die von Anfang eine Schwerpunkt auf Freiarbeit legt. Das heißt, die 20 Kinder der Klasse erhalten Pflicht-, Wahlpflicht- und freiwillige Aufgaben, wobei die Lehrerin in ca. 4 bis 5 Leistungsgruppen differenziert. Mir gefällt diese individuelle Förderung, ich würde heute sogar sagen, dass sie bei einer Voreinschulung Bedingung sein sollte. In unserer KLeinstadt gab es bisher eine derartige frühe Einschulung noch nicht, daher hab ich mir zuvor den Rat von verschiedenen Leuten (Kindergärtnerinnen, Lehrerinnen, Schulpsychologen etc.) geholt, mehrheitlich hat man mir die Früheinschulung empfohlen. Wobei meine Tochter keinesfalls hochbegabt ist, sondern allgemein vielleicht etwas überdurchschnittlich, speziell aber musisch begabt.
Mein eigentliches "Problem" ist aber ihr kleiner Bruder. Der ist 5 1/4 und durchläuft so ziemlich alle Phasen eines hochbegabten Kindes: Er hat sich Lesen und Rechnen (inzwischen bis zum Einmaleins) selbst beigebracht, spielt sehr ausdauernd Klavier und hat die Liebe zur Geografie entdeckt. Zum Glück nervt es seine Kindergartengruppe nicht so sehr, wenn er ständig alle europäischen Länder mit Hauptstädten aufzählt oder plötzlich Venezuela auf dem Globus zeigt, nebenbei noch die Zahlen auf Englisch, Französisch und Spanisch lernt... Ich muss dir das wohl nicht erzählen, wie man da als Eltern reagiert: Das ist einem ja fast schon peinlich, weil alle denken, dass man sein Kind "dressiert", bloß weil er einen ungebremsten Wissensdurst und ein unerschöpfliches Gedächtnis hat. Deine Beschreibungen klingen aber sehr ähnlich, darum würde ich dir mal eine wirklich kompetente Beratung empfehlen. Die Karg-Stiftung (www.karg-stiftung.de) hat alle möglichen Informationen zum Thema HB zusammengestellt, unter "Beratung" findet man eine Ansprechpartnerin in Darmstadt. Vielleicht hilft das schon mal weiter?
Beste Grüße, Hagen

von Hagen73 - am 04.12.2006 10:44
Hallo Hagen!

In einem muss ich Dir widersprechen! Früh eingeschulte Kinder (meine 3 Dezemberkinder sind alle vorzeitig zur Schule gekommen) können auch auf einer staatlichen Schule gut aufgehoben sein. Im Prinzip haben wir damit recht gute Erfahrungen gemacht und inzwischen fangen die Lehrer auch an, mich zu fragen, wenn es mit anderen Kindern "Probleme nach oben" gibt.

Manchen Kindern hilft das reglement der staatlichen Schuile mehr, andere brauchen freie Schulen, aber das ist bei allen Kindern so.

Marion

von MarionPE - am 04.12.2006 11:33
Bin ganz deiner Meinung. Ich hab ja nicht gesagt, dass die freie Schule ein Muss für frühe Einschulung ist. Sondern nur betont, dass die individuelle Förderung für mich eine Bedingung für Voreinschulung wäre. Bei uns in Sachsen arbeiten seit ein bis zwei Jahren auch staatliche Schulen nach reformpädagogischen Modellen. Natürlich wissen nicht alle Lehrer damit etwas anzufangen, die Erfahrungen sind halt noch ganz frisch. Aber es gibt sicher auch staatliche Schulen, wo es sehr gut funktioniert. Leider kann man sich aber in Sachsen nicht solch eine Schule aussuchen: Das Problem ist nämlich, dass es hierzulande für Grundschulen Pflichtschulbezirke gelten und du nur mit größeren Schwierigkeiten dein Kind an einer anderen (staatlichen) Schule einschulen kannst. Wer sein Kind an einer freien Schule anmeldet, muss sich zuvor von der Pflichtschule abmelden, wobei die Schulleiter manchmal trotzdem noch die "Eignungsprüfung" (den pädagogischen Teil der Schuleingangsuntersuchung) verlangen und sich dann querstellen. Aber das ist eine andere Geschichte...
Aber noch mal: Du hast natürlich recht: Generell ist eine Einschulung mit fünf Jahren (sieht man ja auch in anderen Ländern) überhaupt kein Problem. Ist eben nur schwierig, wenn nur eine einzige Fünfjährige zwischen lauter Älteren sitzt. Hab darum vor der Einschulung meiner Großen mit vielen anderen Eltern geredet, die auch voreinschulen wollten. Leider sprangen die alle nacheinander wieder ab...

Gruß
Hagen


von Hagen73 - am 04.12.2006 11:59
Hallo! Hatte genau das gleiche. die erzieherin wollte sich informieren, ich hatte ihr ein buch besorgt- wurde aber nie gelesen. meine tochter kam mit fast 5 in die schule. da wir vorher auf einem dorf wohnten begann einen "hexenjagd". eine andere mutter zog sich ganz schnell zurück, da ihr der "Kampf" zu groß war. mittlerweile ist sie 5 Jahre, seit september in der schule und sie ist glücklich endlich nicht mehr langweilig. bei diversen schultests hatte sie bisher immer volle punktzahl. ich bin sehr froh daß wir umgezogen sind und eine schule für sie gefunden haben, in der sie sich wohlfühlt. durch den schulbesuch lernt sie auch stärken den soziale-iq.
viel, viel, kraft und den mut eigene wege zu gehen. es geht um die kinder

von Dagmar 65 - am 04.12.2006 15:07
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