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Informationen zum Thema:
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Forum Hochbegabung bei Kindern
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
MarionPE, Takahe, Hagen73, MichaelaM

Lehrer (nicht -innen)

Startbeitrag von MarionPE am 23.12.2006 17:57

Hallo!

Folgendes habe ich eben geschrieben:

Persönlich habe ich inzwischen das Gefühl, als hätten Klassenlehrer ein Problem (besonders in den ersten zwei Klassen). Sie haben Angst davor, als zu streng zu gelten. Dehalb stelle ich gerade in Klassenlehrerklassen oft fest, dass die Kinder nicht ausreichend gefordert werden. (Sorry, ich weiß, dass Jungs Männer brauchen, aber in den unteren Klassen halte ich davon nicht zu viel, bitte zerreißt mich jetzt nicht in der Luft)


Jetzt würde ich gerne dazu Eure Erfahrungen hören. Haben Eure Kinder Klassenlehrer?

Marion

Antworten:

Liebe Marion,
ich bin im ehrenamtlichem "Nebenberuf" Vorsitzender eines Vereins, der eine evangelische Grundschule in freier Trägerschaft betreibt. Über die Frage Lehrerinnen / Lehrer haben wir auch schon sehr oft diskutiert. Dass Grundschulen generell eher die weiblichen Seiten in Schülern (künstlerische Betätigung, gewaltfreies Handeln ...) ansprechen, ist wohl eine Tatsache, die niemand bezweifeln würde. Ich selbst habe aber bei unseren vergangenen Neueinstellungen immer geglaubt, dass die Frage, ob Lehrerin oder Lehrer, weniger relevant ist. Wir haben Kolleginnen, die streng und geradlinig sind - und wir hatten schon männliche Bewerber, die sich sehr empfindsam und emotional präsentierten.
Seit einem halben Jahr wird der an unsere Schule angeschlossene Hort (Ganztagsbetreuung!) aber von einem Mann geleitet. Und erst da zeigt sich im Vergleich, dass eine männliche Bezugsperson für Schüler (und zwar schon ab der ersten Klasse!) ideal ist. Die Angebote unseres Hortleiters ergänzen sich wunderbar zu denen unseres weiblichen Personals: Er selbst leitet eine Kletter-Arbeitsgemeinschaft und bietet seit diesem Schuljahr einen AG "Schwertkampf" an. Darüber haben wir sehr lange diskutiert: Gerade für die größeren Jungs (3./4.) hat die konsequente Erziehung zur Gewaltfreiheit, zum "Ausdiskutieren" von Problemen auch unangenehme Nebeneffekte. Die Argumente des Hortleiters waren in etwa, dass Jungs in diesem Alter immer auch Aggressionen und überschüssige Energien hätten, die ein Ventil bräuchten. Wenn wir das in der Schule nur auf "weibliche" Weise lösen, dann prügeln sie sich eben auf dem Nach-Hause-Weg oder zu Hause. Also lernen die Jungs in dieser Schwert-AG, mit ihren Energien umzugehen, sie zu kanalisieren - und sie lernen (ähnlich wie Ringkämpfer oder Judokas) Grundprinzipien des "Kämpfens", die Lehrerinnen nun wirklich schwer beibringen könnten.
Für mich war dies nicht nur ein Aha-Erlebnis: Ich habe auch meine Meinung revidiert und glaube mittlerweile, dass männliche Lehrer oder Erzieher gerade in der Grundschulzeit sehr wichtig sind. Übrigens muss ich wohl nicht sagen, dass unser Hortleiter der strengste unserer Mitarbeiter ist und dennoch bei unseren über 100 Kindern sehr beliebt ist. Lustigerweise auch bei den "kleinen" Mädchen aus der 1. und 2. Klasse, was ich gar nicht geglaubt hätte.
Beste Weihnachtsgrüße
Hagen

von Hagen73 - am 24.12.2006 11:04
Hallo Hagen!

Deine Argumente sind völlig überzeugend. Das stimmt auch mit meiner Meinung überein. Jungs brauchen Männer.

Aber du selbst schreibt von Jungs 3./4. Klasse. Persönlich erlebe ich, dass Lehrer in den ersten zwei Klassen problematisch sein können. Sie schwanken zwischen männlich-streng und gefühlvoll. Interessanterweise sind die Lehrer-Klassen oft die, die Probleme aufwerfen, weil die Linie fehlt, weil die Schüler über Tische und Bänke gehen, weil viele Schüler unterfordert sind.... Zuviel Kumpel? Angst vor Strenge? Oder wählen nur die netten den Job, werden die anderen gleich in höheren Klassen eingesetzt?

Vielleicht liegt es an den Lehrern an unserer Schule; sie sind beide nette Menschen, sie sind engagiert und alles. Ich war dagegen, als es hieß, dass die zwei nach der zweiten Klasse ihr Klassen tauschen wollten, einfach um auch anderen Jungs die Möglichkeit eines Lehrers zu geben. (Aber mich fragt ja sowieso keiner)

Ich kann es nicht beschreiben, deshalb frage ich hier nach anderen Erfahrungen. Schlumpfenmama beschrieb genau das, was ich auch kenne. Deshalb fragte ich hier auch gezielt nach Erfahrungen mit Klassenlehrern in den ersten zwei Klassen, nicht nach Erziehern, Pädagogen oder Lehrern in höheren Klassen. Vielleicht hat da ja jemand Erfahrungen.

Schöne Feiertage

Marion

von MarionPE - am 24.12.2006 11:39
Zwei meiner drei Kinder hatten in der Grundschule Klassenlehrer. Der eine war völlig unbrauchbar. Der andere super.

Am Geschlecht kann man die Qualität wohl kaum festmachen.

Michaela

von MichaelaM - am 24.12.2006 20:35
Hallo Marion,

ich glaube, das Problem befindet sich in dem Wort "beide". Eine Grundschule - nur zwei männliche Lehrer. Das ist bei uns genauso, wobei einer davon auch noch Rektor ist und beide kurz vor der Pensionierung stehen. An unserer Uni galten die Primarstufen-Studis immer als "Primi-Mäuse", das beschreibt das komplette Image kurz und bündig.

Die Erfahrungen, die Hagen aus dem Hortbereich schildert, kann ich aus unserer OGS nur bestätigen. Dort sind über 50% der Betreuenden Männer und das tut dem Klima ausgesprochen gut. Es wird gekickert, was das Zeug hält (auch von Mädchen) und auch die Jungen machen mit beim Seilspringen oder Plätzchenbacken.

Meine eigene Erfahrung mit Lehrern an der Grundschule war übrigens positiv, ich hatte zwei Jahre einen Klassenlehrer, der mir sehr gut bekommen ist. Mein Bruder war dagegen Zeit seiner Schullaufbahn eher ein Lehrerinnen-Typ.

Liebe Grüße

Takahe

von Takahe - am 02.01.2007 09:37
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